Frauenaurach
Gemarkung von Erlangen, Bayern, Deutschland
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Frauenaurach (fränkisch: Fraan-ara[2]) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Erlangen (Mittelfranken, Bayern).[3] Der Statistische Bezirk 61 wird ebenfalls Frauenaurach genannt, ebenso gibt es eine Gemarkung Frauenaurach, die in der Fläche deckungsgleich ist mit der ehemaligen Gemeinde Frauenaurach.
Frauenaurach Kreisfreie Stadt Erlangen | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 34′ N, 10° 58′ O |
| Höhe: | 283 m ü. NHN |
| Fläche: | 3,1 km² |
| Einwohner: | 3431 (2021)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 1.107 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. Juli 1972 |
| Postleitzahl: | 91056 |
| Vorwahl: | 09131 |
Frauenaurach Ortsmitte Luftbild (2019) | |

Geographie
Gemarkung
Die Gemarkung Frauenaurach hat eine Fläche von 5,528 km². Sie ist in 2306 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 2397,09 m² haben.[4] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Neuses und Schallershof.[5]
Statistischer Bezirk
Der Statistischen Bezirk 61 (Frauenaurach) hat eine Fläche von 3,101 km² und umfasst einen Großteil der Gemarkung Frauenaurach. Neuses zählt zum Statistischen Bezirk 60.
Geographische Lage
Das Pfarrdorf liegt an der Mittleren Aurach. Unmittelbar östlich verläuft der Main-Donau-Kanal, unmittelbar südlich die Bundesautobahn 3 unmittelbar nördlich die Staatsstraße 2244, die nach Bruck zur Staatsstraße 2242 (1,8 km östlich) bzw. zur Anschlussstelle 82 der A 3 verläuft (1,4 km südwestlich). Die Kreisstraße ER 2 führt die A 3 unterquerend nach Kriegenbrunn (1 km südlich) bzw. die St 2244 unterquerend nach Schallershof (1,6 km nördlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen die St 2244 überbrückend nach Steudach (1,6 nordwestlich) und die A 3 unterquerend zur Kreisstraße ER 6 (1,1 km südwestlich).[6]
Geschichte
Der Name des Stadtteiles geht auf die Aurach und ein Nonnenkloster (Kloster Frauenaurach) zurück, das 1267 von Herdegen von Gründlach gestiftet und 1271 vom Dominikaner-Orden über Kloster Engelthal besetzt wurde.[7]
1548 kam das Kloster in den Besitz der Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach und wurde bis 1796 von einem Klosteramt verwaltet. Ab 1616 wurde Frauenaurach eine kleine markgräfliche Nebenresidenz. Der Ort wurde im Dreißigjährigen Krieg nahezu entvölkert. Die der Zerstörung entgangenen Reste der Klosteranlage wurden 1862 weitgehend abgetragen.[8]
Von 1797 bis 1810 unterstand Frauenaurach dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. 1810 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt Frauenaurach gebildet.[9] Zu diesem gehörten Hüttendorf, Kriegenbrunn, Neuses und Schallershof. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstanden drei Ruralgemeinden:
- Frauenaurach mit Neuses und Schallershof;
- Hüttendorf;
- Kriegenbrunn.
Die Ruralgemeinde Frauenaurach war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herzogenaurach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen (seit 1919 Finanzamt Erlangen).[10] Am 12. Juli 1827 wurde die Gemeinde an das Kreis- und Stadtgericht Erlangen abgetreten.[11] Ab 1862 gehörte Frauenaurach zum Bezirksamt Erlangen (1938 in Landkreis Erlangen umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag beim im gleichen Jahr gebildeten Stadt- und Landgericht Erlangen (1879 in das Amtsgericht Erlangen umgewandelt). 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 5,489 km².[12] Am 1. Juli 1972 wurde Frauenaurach im Rahmen der Gebietsreform in Bayern nach Erlangen eingemeindet.[13][14]
Baudenkmäler
In Frauenaurach gibt es 29 Baudenkmäler:[15]
- Brauhofgasse 1: Ehemalige Gemeindekanzlei
- Brauhofgasse 2a, 2b: Amtsknechtswohnung, Torhaus
- Brauhofgasse 2, 4: Ehemalige Diensthäuser
- Brauhofgasse 8: Ehemalige Kaserne
- Ellenbogen 2: Wohnhaus
- Ellenbogen 4: Ehemaliges Klosterrentamt
- Ellenbogen 6: Ehemaliges Bäcker- und Weberhaus
- Gostenhofer Straße 16: Ehemaliges Wohnhaus
- Herdegenplatz 1: Ehemaliges Gasthaus Schwarzer Adler
- Herdegenplatz 2, 4: Ehemalige Dorfschmiede
- Herdegenplatz 9: Ehemaliges Gasthaus Zum alten Schloß
- Herzogenauracher Straße 12: Gefallenentafel
- Klostermühlgasse 1: Wohnhaus
- Klostermühlgasse 2: Ehemaliges Kantoratshaus
- Klostermühlgasse 4: Friedhof
- Klostermühlgasse 10: Kleinhaus
- Klostermühlgasse 11: Klostermühle
- Rottmannsgäßchen: Ehemaliges Feuerhaus
- Wallenrodstraße 2: Klosterortsmauer
- Wallenrodstraße 4: Pfarrhaus
- Wallenrodstraße 5: Reste des ehemaligen Dormitoriums und Refektoriums des ehemaligen Dominikanerinnenklosters
- Wallenrodstraße 6: Ehemaliges Gasthaus Zum Roten Ochsen
- Wallenrodstraße 7: Pfarrkirche St. Matthäus
- Wallenrodstraße 8: Ehemaliges Bäckerhaus
- Wallenrodstraße 12, 19, 21: Wohnhäuser
- Wallenrodstraße 24: Ehemalige Sägemühle
- Aurachbrücke
- Steinkreuz bei Frauenaurach
Einwohnerentwicklung
- Gemeinde Frauenaurach
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 646 | 688 | 653 | 640 | 602 | 605 | 607 | 673 | 691 | 708 | 655 | 665 | 724 | 752 | 841 | 785 | 792 | 906 | 918 | 1465 | 1538 | 1570 | 2120 | 3285 |
| Häuser[16] | 100 | 104 | 107 | 115 | 121 | 122 | 180 | 162 | 291 | |||||||||||||||
| Quelle | [9] | [17] | [18] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [23] | [24] | [25] | [18] | [26] | [18] | [27] | [18] | [28] | [18] | [18] | [18] | [29] | [18] | [12] | [30] |
- Ort Frauenaurach
Religion
Frauenaurach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Matthäus. Die Katholiken sind nach St. Xystus (Büchenbach) gepfarrt.[32]
Infrastruktur und Verkehr
Frauenaurach verfügt über eine Grundschule und zwei Kindergärten. Außer regelmäßigen Busverbindungen nach Erlangen, Herzogenaurach und die umliegenden Ortschaften wurde bis zur Einstellung des Personenverkehrs 1984 der Frauenauracher Bahnhof an der Bahnstrecke Erlangen-Bruck–Herzogenaurach bedient. Frauenaurach liegt am Main-Donau-Kanal und verfügt mit dem Erlanger Hafen und der Lände Frauenaurach über zwei trimodale Güterverkehrszentren. An der Lände Erlangen ist auch eine Anbindung zu der Personenschifffahrt möglich.
Veranstaltungen
Im Museum im Amtshausschüpfla finden kulturhistorische Ausstellungen statt.[33]
Töchter und Söhne
- Michael Alexander Lips (1779–1838), Staatswissenschaftler und Hochschullehrer
- Karl May (1884–1961), Bildhauer, Maler und Zeichner
Literatur
- August Gebeßler: Stadt und Landkreis Erlangen (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 14). Deutscher Kunstverlag, München 1962, DNB 451450949, S. 113–119.
- Dorothea Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Mittelfranken. Band 7). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2015, ISBN 978-3-7696-6869-8, S. 11–17.
- Bertold Frhr. von Haller: Frauenaurach. In: Christoph Friederich, Bertold Frhr. von Haller, Andreas Jakob (Hrsg.): Erlanger Stadtlexikon. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2002, ISBN 3-921590-89-2, S. 278 f. (online).
- Hanns Hubert Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 1). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1951, DNB 452071143, S. 149 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Frauen-Aurach. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 249 (Digitalisat).
Weblinks
- Frauenaurach in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 22. November 2021.
- Frauenaurach in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 13. September 2025.
- Frauenaurach im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 13. September 2025.
