Hüttendorf (Erlangen)

Gemarkung und statistischer Bezirk von Erlangen, Bayern, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Hüttendorf (fränkisch: Hiddndoaf[3]) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Erlangen (Mittelfranken, Bayern).[4] Der Statistische Bezirk 63 wird ebenfalls Hüttendorf genannt, ebenso gibt es eine Gemarkung Hüttendorf, die in der Fläche deckungsgleich ist mit der ehemaligen Gemeinde Hüttendorf.

Schnelle Fakten Kreisfreie Stadt Erlangen ...
Hüttendorf
Kreisfreie Stadt Erlangen
Koordinaten: 49° 32′ N, 10° 58′ O
Höhe: 311 m
Fläche: 4,7 km²[1]
Einwohner: 703 (2021)[2]
Bevölkerungsdichte: 150 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 91056
Vorwahl: 0911
Karte
Der Statistische Bezirk 63 (Hüttendorf) und die Gemarkung Hüttendorf in Erlangen
Hüttendorf Luftaufnahme (2020)
Hüttendorf Luftaufnahme (2020)
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Geographie

Gemarkung

Die Gemarkung Hüttendorf hat eine Fläche von 4,703 km². Sie ist in 881 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 5337,73 m² haben.[1][5]

Statistischer Bezirk

Der Statistischen Bezirk 63 (Hüttendorf) hat eine Fläche von 4,070 km² und umfasst einen Großteil der Gemarkung Hüttendorf.

Geographische Lage

Das Dorf liegt auf einer ebenen Fläche, die in Richtung Westen leicht ansteigt, und ist von Acker- und Grünflächen umgeben. Im Osten werden diese vom Main-Donau-Kanal durchschnitten. Die Kreisstraße ER 2/FÜs 1 führt zur Staatsstraße 2263 bei Vach (0,9 km südlich) bzw. nach Kriegenbrunn (1,7 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur St 2263 (1,8 km westlich).[6]

Geschichte

Der Ort wurde um 1279 als „Hittendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der althochdeutsche Personenname Hitto.[7] Die Hüttendorfer Anwesen unterstanden ab dem 13. Jahrhundert je zur Hälfte dem Kloster Heilsbronn und dem Kloster Frauenaurach. Auch das Klarissenkloster St. Klara Nürnberg sowie die Nürnberger Familie Holzschuher gehörten zu den Grundherren. Ab 1331 hatten die Hüttendorfer Bauern das Recht, das Wasser des Regnitz-Zuflusses Gründlach zu nutzen. Die Gerichtsbarkeit lag zunächst beim brandenburg-ansbachischen Stadtvogteiamt Langenzenn. Sie ging aber 1524 an das brandenburg-kulmbachischen Oberamt Baiersdorf über. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Hüttendorf vollständig zerstört.[8]

Von 1797 bis 1810 unterstand Hüttendorf dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. 1810 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Hüttendorf dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Frauenaurach zugewiesen.[9] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt entstand die Ruralgemeinde Hüttendorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herzogenaurach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen (seit 1919 Finanzamt Erlangen).[10] Am 12. Juli 1827 wurde die Gemeinde an das Kreis- und Stadtgericht Erlangen abgetreten.[11] Ab 1862 gehörte Hüttendorf zum Bezirksamt Erlangen (1938 in Landkreis Erlangen umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag beim im gleichen Jahr gebildeten Stadt- und Landgericht Erlangen (1879 in das Amtsgericht Erlangen umgewandelt). 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 4,752 km².[12] Am 1. Juli 1972 wurde Hüttendorf im Rahmen der Gebietsreform in Bayern nach Erlangen eingemeindet.[13][14]

Demographie

Einwohnerentwicklung

Um 1500 gehörten 15 Haushalte zu Hüttendorf. Beim Übergang an Bayern 1810 lebten 238 Menschen in Hüttendorf, 162 Jahre später waren es 270 Hüttendorfer, die nach Erlangen eingemeindet wurden.[8]

Weitere Informationen Jahr ...
Jahr181818401852185518611867187118751880188518901895190019051910
Einwohner236291277272265248249248247249244243227239231
Häuser[15]424539354039
Quelle[9][16][17][17][18][19][20][21][22][23][24][17][25][17][26]
Jahr191919251933193919461950195219611970198720142021
Einwohner208222219191359372341246269553635703
Häuser414144135
Quelle[17][27][17][17][17][28][17][12][29][30][31][2]
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Bevölkerungsstruktur

Von den 611 Einwohnern sind 50,0 Prozent männlich. Der Ausländeranteil beträgt 3,8 Prozent. Von 275 Haushalten lebten 2013 in 66 Haushalten mindestens ein minderjähriges Kind, 86 Haushalte waren Ein-Personen-Haushalte. Lediglich zehn Einwohner waren Hartz-IV-Empfänger.[31]

Religion

Mit 54,7 % stellen die Mitglieder der Evangelisch-Lutherischen Kirche die größte Religionsgruppe im Ort. Sie gehören zur Kirchengemeinde Kriegenbrunn, die gemeinsam mit Frauenaurach einen Pfarrsprengel bildet. 22,4 % der Einwohner gehörten zur römisch-katholischen Kirche.[31] Die Hüttendorfer Katholiken sind in die Pfarrei St. Xystus in Büchenbach (Filiale St. Albertus Magnus Frauenaurach) eingepfarrt.

Baudenkmäler

Das alte Hirtenhaus im Ortszentrum beherbergt die Dorfglocke
Sandsteinhaus aus dem Jahr 1787 in Hüttendorf, 2011
Das von dem Bildhauer Karl May geschaffene Kriegerdenkmal, 2011

In Hüttendorf gibt es sechs Baudenkmäler:[32]

  • Hüttendorfer Straße 3: Bauernhaus
  • Hüttendorfer Straße 7: Ehemaliges Hirtenhaus
  • Laubweg 6: Bauernhaus
  • Vacher Straße 11: Bauernhof
  • Vacher Straße 24: Ehemaliges Schulhaus
  • Kriegerdenkmal

Wirtschaft

In Hüttendorf liegt der Schwerpunkt der Erlanger Landwirtschaft.[8]

Politik

Hüttendorf hat einen eigenen Ortsbeirat mit fünf Mitgliedern. Vorsitzender ist Georg Menzel, sein Stellvertreter ist Günther Wägner.[33]

Persönlichkeiten

In Hüttendorf kam 1721 Johann von Kalb zur Welt, der während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges als General unter George Washington diente und 1780 bei der Schlacht von Camden fiel.[8]

Bildergalerie

Literatur

Commons: Hüttendorf (Erlangen) – Sammlung von Bildern

Fußnoten

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