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Galenus-von-Pergamon-Preis

deutscher Pharmaziepreis From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Galenus-von-Pergamon-Preis (kurz Galenus-Preis) ist ein zweigliedriger Wissenschaftspreis, der seit 1985 die pharmakologische Forschung in Deutschland fördert. Seinen Namen verdankt die Auszeichnung dem einflussreichen Arzt Galenos von Pergamon, der im 2. Jahrhundert n. Chr. lebte.

Strukturen, internationaler Hintergrund

Zunächst jährlich verliehen, änderte sich 1992 der Vergaberhythmus auf zweijährlich. Der ursprüngliche Name Claudius-Galenus-Preis wurde zugleich in den heute gültigen geändert. Seit 2009 wird der Preis wieder jährlich verliehen.

Getragen wird der Preis von einer internationalen Stiftergemeinschaft. Stiftungsmitglieder sind die jeweils führenden Medizinverlage der teilnehmenden 15 Länder. Erstmals wurde er 1970 in Frankreich vergeben.

In Deutschland vertritt der Springer Medizin Verlag die internationale Stiftergemeinschaft und stiftet den nationalen Preis. Die Preisträger werden von einem 12- bis 16-köpfigen Gremium aus renommierten Fach-Wissenschaftlern (darunter Marylyn Addo, Erland Erdmann, Tanja Fehm, Michael Hallek, Joachim Klosterkötter, Heyo Kroemer und Andreas M. Zeiher) ausgewählt.

Zweigliedrigkeit der deutschen Auszeichnung

  • Arzneimittelinnovationen: In Gestalt einer Medaille wird ein zum Zeitpunkt der Einreichung in Deutschland zugelassenes, besonders innovatives Arzneimittel gewürdigt. Seit 2009 ist dieser Preis zusätzlich unterteilt in die Kategorien Primary Care, Specialist Care und ab 2014 auch in Orphan Drugs.
  • Grundlagenforschung: Mit einer Medaille und 10.000 Euro wird eine Forschungsleistung in der klinischen und/oder experimentellen Pharmakologie gewürdigt, die außerhalb der pharmazeutischen Industrie erbracht wurde.

Preisträger

Arzneimittelinnovationen

Mit den Preisen für innovative Arzneimittel wurden ausgezeichnet:[1]

Primary Care

Specialist Care

Orphan Drugs

Grundlagenforschung

Mit dem mit 10.000 € dotierten Forscher-Preis wurden folgende Personen ausgezeichnet:

  • 1985 Wolfgang A. Günzler (Labor- und Abteilungsleiter bei Grünenthal, Leiter des Projektes „Saruplase“)[10] und seine Arbeitsgruppe (Kategorie B) für „Chemische, enzymologische und pharmakologische Äquivalenz von aus genetisch transformierten Bakterien und menschlichem Harn isolierten Urokinasen“[11]
  • 1987: Martin Lohse und Karl-Norbert Klotz aus Heidelberg für die Aufklärung der Wirkung von Agonisten auf Rezeptoren
  • 1995: Edgar Schömig und Hermann Russ aus Heidelberg/Würzburg für ihre Arbeiten zur Inhibition des Noradrenalintransportes sowie an Norbert Pfeiffer für seine Arbeiten zur Behandlung des Glaukoms[12]
  • 2007: Alexander Dietrich aus Marburg und Norbert Weißmann aus Gießen. Die beiden Arbeitsgruppen des Universitätsklinikums Gießen und Marburg haben eine Schaltstelle der hypoxischen pulmonalen Vasokonstriktion identifiziert: die Funktion des Kationenkanals TRPC6.
  • 2010: Kristina Lorenz aus Würzburg für ihre Beiträge zur Erforschung der Herzinsuffizienz
  • 2011: Wolfgang Kühn aus Freiburg für seine Forschung um die Entschlüsselung molekularer Mechanismen der autosomal dominanten polyzystischen Nierenerkrankung (ADPKD)
  • 2012: Thomas Worzfeld vom Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim für Arbeiten zum Plexin-Rezeptor
  • 2013: Oliver Groß (Göttingen) für Arbeiten zu ACE-Hemmern beim Alport-Syndrom
  • 2014: Christine Skerka und Peter F. Zipfel (Universitätsklinikum Jena und Hans-Knöll-Institut) für Arbeiten zur membranösen proliferativen Glomerulonephritis (MPGN)
  • 2015: Jan Eric Siemens (Pharmakologisches Institut der Universität Heidelberg) für Arbeiten zur Schmerzmodulation durch Botenstoffe[2]
  • 2016: Michael Potente (Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim) für Arbeiten zur Regulation des Blutgefäßwachstums[3]
  • 2017: Florian Bassermann (TU München) für Arbeiten zum molekularen Mechanismus, der für die Antitumorwirkung immunmodulierender Substanzen (IMiDs) verantwortlich ist[4]
  • 2018: Peter Kühnen und Heike Biebermann (Charité Berlin) für Arbeiten zur Behandlung des Leptin-Rezeptormangels mit Setmelanotid[5]
  • 2019: Sonja Schrepfer (Universitäres Herz- und Gefäßzentrum Hamburg) für Arbeiten zur Transplantationsmedizin mit Stammzellen[6]
  • 2020: Michael Strupp (Neurologische Klinik der LMU München) für Arbeiten zu einem neuen Therapieprinzip bei lysosomalen Speicherkrankheiten
  • 2021: Florian Weinberger (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) für Arbeiten zu einem neuartigen regenerativen Therapieansatz bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz[13]
  • 2022: Timo D. Müller (Helmholtz Zentrum München) für Arbeiten zur Regulation von Gewicht und Nahrungsaufnahme
  • 2023: Tobias Petzold (Klinikum der Universität München) für Arbeiten über einen wichtigen Regulator der Thromboseentstehung.
  • 2024: Marcus Conrad (Helmholtz Zentrum München) für Arbeiten im Bereich der Ferroptose.
  • 2025: Jan Rybniker, Alexander Simonis, Florian Klein und Christoph Kreer (Universitätsklinikum Köln) für Arbeiten zur Überwindung von Antibiotikaresistenzen mittels Antikörpern.

Einzelnachweise

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