Herpersdorf (Eckental)
Ortsteil von Eckental
From Wikipedia, the free encyclopedia
Herpersdorf ist ein Gemeindeteil des Marktes Eckental im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Herpersdorf hat eine Fläche von 5,781 km². Sie ist in 1101 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5250,62 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Ebach und Mausgesees.[4]
Herpersdorf Markt Eckental | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 35′ N, 11° 15′ O |
| Höhe: | 337 m ü. NHN |
| Einwohner: | 492 (1. Juli 2025)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1972 |
| Postleitzahl: | 90542 |
| Vorwahl: | 09153 |
Der Eckentaler Gemeindeteil Herpersdorf | |

Geografie
Das Dorf liegt im Bereich der nördlichen Albrandregion. Die südöstlich entspringenden Bäche Krebsbach und Dözlbach vereinigen sich im Ort mit dem von Bullach kommenden Hainbüchachgraben zum Mühlbach, einem linken Zufluss der Schwabach. Der Dözlbach speist die im Südosten des Ortes gelegenen Mühlweiher. Den nördlichen Ortsrand berührt die Staatsstraße 2236, die nach Eckenhaid (2 km westlich) bzw. nach Großbellhofen führt (4 km südöstlich). Die Kreisstraße ERH 12/LAU 8 führt nach Bullach (1 km südlich) bzw. nach Benzendorf (2,3 km nördlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Laipersdorf (1,3 km südöstlich) und über einen Kreisverkehr der St 2236 nach Kirchröttenbach (1,2 km östlich).[5]
Geschichte
Der Ort wurde im Jahr 1021 als „Heribrethesdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Herpersdorf bestand schon damals aus mehreren Höfen und gehörte zum Erzbistum Bamberg. Die Bewohner lebten nach bayerischem Recht, weil sie von bayerischen Siedlern gegründet wurde. 1051 wurde Herpersdorf von Kaiser Heinrich III. dem Bamberger Bischof entzogen und zum Reichsgut gemacht, das dem Reichsamt Heroldsberg zugewiesen wurde. 1433 kaufte die Gemeinde Herpersdorf zwei große Waldstücke zur gemeinsamen Nutzung und wurde dadurch zu einer der reichsten Gemeinden im weiten Umkreis. Herpersdorf hatte eine wechselvolle Geschichte unterschiedlicher Grundherren, seit dem 16. Jahrhundert waren dies Nürnberger Patrizier. Die Hochgerichtsbarkeit ging de facto 1662 an das Kurfürstentum Bayern über.[6]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Herpersdorf aus 26 Anwesen. Das Hochgericht übte das pfalz-bayerische Landrichteramt Schnaittach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte die Seifried Pfinzing’sche Stiftung. Grundherren waren die Seifried Pfinzing’sche Stiftung (2 Höfe, 13 Güter, 1 Mühle, 2 Tropfhäuslein, 2 Tagelöhnerhäuser), der Nürnberger Eigenherr Tucher von Simmelsdorf (1 Gut).[7]
1806 kam Herpersdorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Herpersdorf gebildet. Zu diesem gehörten Bullach, Ebach, Eckenhaid, Marquardsburg und Mausgesees. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Herpersdorf, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) gehörten zur Ruralgemeinde Herpersdorf nur noch Ebach und Mausgesees. Die Gemeinde war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Lauf zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Hersbruck (1919 in Finanzamt Hersbruck umbenannt). Ab 1862 gehörte Herpersdorf zum neu gegründeten Bezirksamt Hersbruck und weiterhin zum Landgericht Lauf (1879 in das Amtsgericht Lauf an der Pegnitz umgewandelt). Ab 1908 war für die Verwaltung das neu gebildete Bezirksamt Lauf zuständig (1939 in Landkreis Lauf an der Pegnitz umbenannt).[8] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,787 km².[9] Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die gesamte Gemeinde Herpersdorf am 1. Januar 1972 zu einem Bestandteil der neu gebildeten Gemeinde Eckental.[10][11]
Baudenkmäler
- Herpersdorfer Hauptstraße 4: Bauernhaus mit Scheune[12]
Einwohnerentwicklung
- Gemeinde Herpersdorf
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 219 | 309 | 290 | 304 | 294 | 331 | 352 | 319 | 351 | 365 | 344 | 343 | 343 | 367 | 320 | 318 | 330 | 330 | 329 | 397 | 411 | 392 | 436 | 489 |
| Häuser[13] | 42 | 45 | 54 | 61 | 61 | 61 | 65 | 68 | 84 | |||||||||||||||
| Quelle | [14] | [15] | [16] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [23] | [16] | [24] | [16] | [25] | [26] | [27] | [26] | [26] | [26] | [28] | [26] | [9] | [29] |
- Ort Herpersdorf
Religion
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Herpersdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 683 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Herpersdorf. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 476 (Digitalisat).
- Franz Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt. Verlag für Behörden u. Wirtschaft, Hof (Saale) 1979, ISBN 3-921603-00-5, S. 99 f.
- Werner Meyer, Wilhelm Schwemmer: Landkreis Lauf an der Pegnitz (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. Mittelfranken XI). R. Oldenbourg, München 1966, DNB 457322500, S. 114–115.
- Wilhelm Schwemmer, Gustav Voit: Lauf-Hersbruck (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 14). Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1967, DNB 456999256, S. 70 (Digitalisat). Ebd. S. 143 (Digitalisat).
Weblinks
- Herpersdorf in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 21. November 2022.
- Herpersdorf in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 16. Oktober 2024.
- Herpersdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 16. Oktober 2024.
