Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert (Aussprache [ʒavɛʁˈlak e la ʃaˈpɛl sɛ̃ ʁɔˈbɛʁ], okzitanisch Javerlhac e la Chapela Sent Robert) ist eine französische Gemeinde mit 830 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Nontronnais. Die Einwohner werden Javerlhacois und Javerlhacoises genannt.

Schnelle Fakten
Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert
Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert (Frankreich)
Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Nontron
Kanton Périgord Vert Nontronnais
Gemeindeverband Périgord Nontronnais
Koordinaten 45° 34′ N,  34′ O
Höhe 115–211 m
Fläche 29,25 km²
Einwohner 830 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 28 Einw./km²
Postleitzahl 24300
INSEE-Code
Website www.javerlhac-et-la-chapelle-saint-robert.fr

Der Ortskern von Javerlhac von Westen
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Geografie

Lagekarte von Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert

Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert liegt etwa 33 Kilometer ostsüdöstlich von Angoulême, etwa neun Kilometer nordwestlich von Nontron und etwa 45 Kilometer nordnordwestlich von Périgueux im Norden des Départements an der Grenze zum benachbarten Département Charente. Die Gemeinde befindet sich in der Landschaft des Ribéracois, Teil des touristisch benannten Périgord vert.

Die Gemeinde wird von folgenden acht Nachbargemeinden umgeben:

Varaignes Teyjat Le Bourdeix
Souffrignac (Charente) Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Saint-Martin-le-Pin
Mainzac (Charente)
Hautefaye
Lussas-et-Nontronneau

Die Gemeinde Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert umfasst folgende Ortsteile, Weiler, Gehöfte, Anwesen, Mühlen, Schmieden und Lieu-dits: Bois de la Cave, Chantegros, Chez Guilleroux, Chez Joly, Chez la Belle, Chez Marronnet, Font Jean, Forgeneuve, Frugier, Grand Gillou, Javerlhac, Jommelière, Labadias, La Chapelle-Saint-Robert, La Cour, La Fayolle, La Forge, La Grande Métairie, La Meynardie, La Petite Forêt, La Renardière, La Richardière, Le Buisson, Le Fayes, Le Grand Lac, Le Gros Chêne, Le Logis, Le Maine, Le Moulin de chez Bertrand, Le Moulin Vieux, Le Petit Guillou, Les Beusses, Les Boissières, Les Bouèges, Les Brandes, Les Brousses, Les Céceilles, Les Chenauds, Les Essarts, Les Gardechoux, Les Garennes, Les Guétières, Les Petites Chenauds, Les Termes, Maine Chambard, Marronnet, Meynardière, Petit Gillou, Petite Métairie, Pic Pérou, Pierre Virade, Puymoger, Pys, Saute Bouc, Tassat und Ville de Bost.

Der topografisch tiefste Punkt mit 115 m liegt am Fluss Bandiat in der Nähe des Lieu-dits Le Logis an der Nordwestgrenze zur Gemeinde Souffrignac, der höchste Punkt mit 211 m befindet sich im äußersten Nordosten in der Nähe des Weilers Pys an der Grenze zu den Nachbargemeinden Teyjat und Le Bourdeix. Der Ortskern der Gemeinde im Dorf Javerlhac liegt am rechten Ufer des Bandiat auf etwa 121 m.

Bodenbedeckung

Bodenbedeckung in Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert

Die Bodenbedeckung der Gemeinde Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:

  • Wälder – 36,0 %
  • heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 40,1 %
  • Kulturboden – 17,9 %
  • Grünland – 2,4 %
  • Strauch- und/oder Kräutervegetation – 2,1 %
  • baulich beansprucht – 1,5 %.

Die landwirtschaftliche Nutzung steht 2018 im Vordergrund. Sie ist mit 60,4 % gegenüber 1990 (60,5 %) nur minimal zurückgegangen.[1]

Klima

Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima, das sich durch folgende Parameter auszeichnet:

Klimaparameter im Zeitraum 1971-2000
  • Jahresmittel: 12,1 °C
  • Anzahl der Tage unter −5 °C: 3,3
  • Anzahl der Tage oberhalb 30 °C: 7,3
  • Maximum im Tages-Temperaturunterschied: 14,8 °C
  • Jahresniederschlag: 985 mm
  • Niederschlagstage im Januar: 12,5
  • Niederschlagstage im Juli: 7,1

Durch den Klimawandel zeichnen sich Erhöhungen im Jahresmittel ab, die sich bereits auch bemerkbar machen. So ist beispielsweise an der 62 Kilometer entfernten Wetterstation am Flughafen von Limoges-Bellegarde das langjährige Jahresmittel von 11,2 °C für 1971-2000 über 11,4 °C für 1981-2010 auf 11,8 °C für 1991-2020 angestiegen – ein Zuwachs um 0,6 °C innerhalb von 20 Jahren.

Hydrographische Karte von Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert

Hydrografie

Das Gemeindegebiet von Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert wird vom Südost nach Nordwest fließenden Bandiat zweigeteilt, mit einem wesentlich größeren linksseitigen Areal. Ungefähr einen Kilometer vor Javerlhac nimmt der Bandiat seinen rechtsseitigen Nebenfluss, die Doue, auf. Diese bildet die Gemeindegrenze zu Saint-Martin-le-Pin. Das linksseitige Gebiet besitzt aufgrund von Karsterscheinungen keine dauerhaften Flussläufe, rechtsseitig wären noch der von Étouars herunterkommende Fluss Marcourive, der bei Le Bourdeix entspringende Merlançon und der die Gemeinde Saint-Martin-le-Pin durchziehende Ruisseau de Saint-Martin zu erwähnen.

Der Bandiat gehört zum Flusssystem der Charente.

Das Bewässerungsnetz besitzt eine Gesamtlänge von 16 Kilometer.

Geologie

Geologische Karte von Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert
Eisenerzhaltiges Gestein auf einem Acker bei La Grauge, Nachbargemeinde Souffrignac

Die im Gemeindegebiet anstehenden Gesteine gehören vorwiegend zu den Sedimenten des Aquitanischen Beckens, nur am äußersten Ostrand an der Doue werden – bedingt durch die Erosionsarbeit des Flusses – auch noch tieferliegende variszische Grundgebirgsgesteine des Zentralmassivs angeschnitten (Piégut-Pluviers-Granodiorit in grobkörniger Normalfazies – γ3M). Die Sedimentgesteine stammen vorwiegend aus dem Dogger. Östlich von Pys steht aber noch ein kleiner Zwickel mit Unterjura an (Zyklus Hettangium bis Sinemurium – Formation l1-4 – und Zyklus Pliensbachium bis Aalenium – Formation l5-9).

Die Doggerserie beginnt im Mittleren Bajocium (Formation j1b – graue Oolithkalke mit braunen Ooiden), gefolgt von Oberem Bajocium (Formation j1c – mikro- bis kryptokristalline, weiße und auch beige Fossilkalke, die mehrere bedeutende Oolithlagen enthalten). Diese Gesteine können stellenweise sehr stark rekristallisiert und verkieselt sein (Formation jC). Auf der linken Bandiatseite folgen dann über dem Bajocium Bathonium (Formationen j2a und j2b) und Callovium (Formationen j1c-3a bzw. j3) – ebenfalls weiße, beige, teils auch bräunliche Fossilkalke, die bereits kreideartig ausgebildet sein können. Das Bathonium wird rund 50 Meter mächtig und führt Lithoklasten, Bioklasten mit Resten von Lamellibranchiern, Rhynchonelliden und Gastropoden, sowie relativ seltene Oolithlagen. Das 25 Meter mächtige Callovium enthält Onkolithen, Foraminiferen und Stromatolithen.

Die Sedimente liegen weitestgehend flach, nur bei Javerlhac treten örtlich Verkippungen an einer Südost-Nordwest-streichenden Störungszone auf; an ihr wurde der nordöstliche Grundgebirgsblock angehoben. Bei Pys läuft eine ähnliche, von Nontron herüberziehende, parallel verlaufende Störungszone aus. Sie ist vererzt und führt hauptsächlich Sphalerit, Pyrit, Baryt und Bleiglanz. Die Störung dürfte mit der nordöstlichen Trogschulter des Bandiatgrabens in Zusammenhang stehen. Kleinere Störungen durchziehen das Sedimentpaket auf der linken Bandiatseite in Ostnordost- und Ostsüdost-Richtung.

Bei La-Chapelle-Saint-Robert wurde früher – wie auch in der Nachbargemeinde Souffrignac – etwas Eisenerz gefördert, das aus dem tertiären, das Callovium überdeckenden Sidérolithique stammte und dann bei Forgeneuve verhüttet wurde. Im Zeitraum Eozän/Pliozän zogen dann ausgedehnte Flusssysteme aus dem Grundgebirge in südwestliche Richtung heraus. Ihre sandig-kiesigen Ablagerungen (Formation H-F) erscheinen an der Nordostgrenze in Richtung Chauffour, nördlich von Pys und östlich von Puymoger, aber auch auf der gegenüberliegenden Talseite bei Les Petites Brousses.

Viele der Plateau- und Hanglagen werden von pleistozänem Kolluvium verhüllt (Formationen HC und C). Die Formation HC ist ein eiszeitliches Umlagerungsprodukt der vorausgegangenen Flusssedimente und ist älter als die Sande und Tone der Formation C.

Im Flusstal des Bandiats finden sich in den Resten einer Hochterrasse westlich des Ortskerns altpleistozäne alluviale Kiese und Gerölle (Formation Fv). Flusssande mit Quarzgeröllen (Formation Fw) bilden eine mittelpleistozäne Mittelterrasse im Tal des Bandiats (beispielsweise bei Le Moulin de chez Bertrand). Der moderne Fluss hat sich in die Mittelterrassen eingegraben und fließt jetzt in holozänem Alluvium (Formation Fy-z).

Natürliche und technologische Risiken

Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert

Naturrisiken manifestieren sich in Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als

  • Dürren
  • Waldbrände
  • Bodensetzungen.

Die Gemeinde ist der Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[2]

Wie die Risikokarte zeigt, ist Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert zu 70,4 % seines Gemeindegebietes stark von der Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Ausnahmen bilden hier der Unterjura linksseitig des Bandiats und das Callovium, die beide relativ resistent sind.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer nur geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Ein technologisches Risiko bildet die Bodenverschmutzung durch zahlreiche kontaminierte oder potenziell kontaminierte Standorte sowie ehemalige Industriestandorte oder Dienstleistungsaktivitäten.[3]

Ökologie

Schutzgebiete des Typus 1

Naturpark

Das Gebiet der Gemeinde Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert ist seit 1998 Teil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Schutzgebiet

Unter Naturschutz stehen das Bandiattal sowie die Unterläufe der Doue und des Ruisseau de Saint-Martin – beides rechte Nebenflüsse des Bandiats. Diese Gebiete sind als kontinentale ZNIEFF (Französisch zone naturelle d'intérêt écologique, faunistique et floristique) des Typus 1 unter der Bezeichnung Vallées du réseau hydrographique du Bandiat ausgewiesen. Ihre Flora besteht aus über 100 Pflanzenarten mit Großer Odermennig (Agrimonia procera) und Atlantisches Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta) als Indikatorpflanzen.

Etymologie und Geschichte

Der Name von Javerlhac erschien unter dieser Form im 13. Jahrhundert (1264), auch unter der Variante Javerlac im Jahr 1288. Er repräsentiert einen Personennamen gallischen Ursprungs, Gabrielis, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde. Er ist abgeleitet von Gabrius, der den Namen von Jaure gab.

La Chapelle-Saint-Robert ist spät ist einer latinisierten Form, Capella Sancti Roberti, belegt (1330). Capella (deutsch Kapelle) ist das erste Element von mehreren Ortsnamen. Der Name des heiligen Robert von Turlande ist verbunden mit der Abtei La Chaise-Dieu und aus diesem Grund liegt er im Périgord nicht bei anderen Dörfern vor.[4]

Kirche Saint-Robert

Die Besiedelung Javerlhacs geht zumindest bis ins erste vorchristliche Jahrhundert zurück, wie eisenzeitliche Funde in der Grotte des Ormes belegen. Beim Bau des Bahnhofs der ehemaligen, mittlerweile aber stillgelegten Bahnstrecke Quéroy-Pranzac–Thiviers wurden der Ring eines römischen Ritters und Gräber aus der gallorömischen und der Merowingerzeit gefunden.

Im frühen Mittelalter verlagerte sich das kulturelle Leben dann zum drei Kilometer entfernten Saint-Robert – mit einer romanischen Kirche mit Eingangsportal im Saintongestil aus dem 11. Jahrhundert, die aus einem seit dem Jahr 1050 bestehenden Benediktinerpriorat hervorgegangen war. Die Gegenwart der Benediktiner lässt sich aber bis ins Jahr 980 zurückverfolgen. Das Priorat wurde im 16. Jahrhundert aufgegeben, die ehemaligen Konventsgebäude sind nicht mehr erhalten.

Im 12. Jahrhundert wurde dann in Javerlhac mit dem Bau der Kirche Saint-Étienne mit asymmetrischem Doppelschiff begonnen. Das nebenliegende Schloss stammt ursprünglich aus dem Jahr 1225, wurde aber 1369 von den Engländern zerstört und 1499 wieder aufgebaut.

Im 18. Jahrhundert entstanden unter der Regie des Marquis de Montalembert zahlreiche Schmiedewerke am Bandiat, darunter Forgeneuve, Jommelières und die Forge de la Chapelle. So erlangte das Dorf Reichtum und Ruhm, indem es die Flotte von Rochefort mit Kanonen und Kanonenkugeln belieferte.

Die Gemeinde Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert wurde 1823 aus den beiden ehemaligen Gemeinden Javerlhac und La-Chapelle-Saint-Robert zusammengelegt.[5]

1943 richtete die Gruppe 38 „Mermoz“ der Chantiers de la jeunesse (deutsch französischen Jugendlager), die von den Pyrenäen in die Dordogne verlegt worden war, ihr Lazarett im Château de Jommelières ein.[6]

Am 24. Juli 1944 kam es in Javerlhac zu einem Gefecht zwischen der Résistance und den deutschen Besatzern, verstärkt durch Teile der französischen Miliz. Eine Kolonne von vierhundert Deutschen und Milizionären versuchte, Nontron zu erreichen, wurde jedoch durch eine heftige Reaktion der lokalen Widerstandskämpfer gestoppt. Das Gefecht dauerte den ganzen Tag, und Deutsche und Milizionäre mussten sich unter schweren Verlusten zurückziehen.[7]

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Bevölkerungsentwicklung in Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert, Jahr ...
Bevölkerungsentwicklung in Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert
Jahr Einwohner
19621175
19681129
19751071
19821004
19901064
1999915
2004895
2006897
2008901
2009903
2013876
2014860
2015858
2016852
2017846
2019835
2022818
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Quellen: EHESS[8], INSEE

Die Bevölkerungsentwicklung ist seit 1962 generell rückläufig, sie hatte sich aber vor 1990 zwischenzeitlich etwas erholt.

Die Gemeinde hatte ihren höchsten Bevölkerungsstand im Jahr 1881 mit 1656 Einwohnern.

Bürgermeister

Bürgermeister von Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert ist seit März 2014 der zur Divers droite gehörende Jean-Pierre Porte, der im Juli 2020 wiedergewählt wurde.

Präsidentschaftswahlen 2022

Weitere Informationen Kandidaten, Parteien ...
Kandidaten Parteien 1. Wahlgang 2. Wahlgang
Stimmen % Stimmen %
Marine Le Pen Front national FN 172 33,53 % 252 53,05 %
Emmanuel Macron En marche ! EM 113 22,03 % 223 46,95 %
Jean-Luc Mélenchon Front de gauche FDG 82 15,98 %
Éric Zemmour Reconquête 34 6,63 %
Valérie Pécresse Les Républicains LR 36 7,02 %
Jean Lassalle Résistons ! R 28 5,46 %
Anne Hidalgo Parti socialiste PS 4 0,78 %
Fabien Roussel Parti communiste français PC 14 2,73 %
Nicolas Dupont-Aignan Debout la République DLR 14 2,73 %
Yannick Jadot Europe Écologie-Les Verts EELV 11 2,14 %
Nathalie Arthaud Lutte Ouvrière LO 3 0,58 %
Philippe Poutou Nouveau Parti anticapitaliste NPA 2 0,39 %
Gesamt 513 100 % 475 100 %
Gültige Stimmen51396,61 %47590,13 %
Ungültige Stimmen183,39 %529,87 %
Wahlbeteiligung53182,97 %52782,34 %
Enthaltungen10917,03 %11317,66 %
Registrierte Wähler 640 640

Quelle: Ministère de l'Intérieur[9]

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Die Präsidentschaftswahlen 2022 in Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert konnte Marine Le Pen für sich entscheiden.

Sehenswürdigkeiten

  • Die romanische Kirche Saint-Robert in La-Chapelle-Saint-Robert aus dem 11. Jahrhundert, seit 1920 als Monument historique klassifiziert.
  • Die Kirche Saint-Étienne in Javerlhac aus dem 12. und dem 16. Jahrhundert, seit 1948 als Monument historique eingeschrieben.
  • Das Schloss Château de Javerlhac aus dem 16. Jahrhundert, seit 1974 als Monument historique eingeschrieben. Mit Taubenturm und Wassermühle zur Erzeugung von Walnussöl.
  • Das Schloss Château de Puymoger aus dem 17. Jahrhundert
  • Herrenhaus Le Logis, 1882 erbaut
  • Die königliche Schmiede beim Lieu-dit Forgeneuve mit großem Mühlrad und Hochöfen. Eine wasserbetriebene Schmiede wird bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts erwähnt. Ihre Bedeutung wuchs im 18. Jahrhundert mit dem Bedarf der Artillerie. Die beiden 1751 von François Lapouge errichteten Doppelhochöfen belieferten die große königliche Gießerei in Ruelle-sur-Touvre bei Angoulême, die vom Marquis de Montalembert geleitet wurde. 1766 verpachtete M. de Roffignac die Schmiede an den renommierten Blanchard de Sainte-Catherine, der dort zwischen 1751 und 1772 zahlreiche Kanonen für die Royal Navy herstellte. Nach den Wassergesetzen von 1832 wurde das Eisenwerk an Blanchon-Lasserve verkauft, die den Betrieb fortführten. Ein Inventar von 1867 erwähnt noch die beiden Hochöfen, zwei Schmelzöfen, zwei Hämmer und eine Stampfmühle, vermerkt aber, dass die Kanonenbohrwerke längst entfernt worden waren. Die Produktion wurde um 1870 eingestellt. Das Gebäude ist seit 2021 als Monument historique eingeschrieben.[10]

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).[11]

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 351 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert erwerbstätig, entsprechend 75,4 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (77,3 %) höher war als bei den Frauen (73,4 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 41 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (45). Die Arbeitslosenquote sank aufgrund niedrigerer Erwerbsquote von 11,7 % (2016) nur auf 11,6 % (2022).[12]

Branchen und Betriebe

61 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert wirtschaftlich aktiv:[12]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
Branche
Anzahl%
Gesamt61
Fertigung, Bergbau und andere Industrien914,8 %
Baugewerbe813,1 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1727,9 %
Finanzen und Versicherungen11,6 %
Immobilien58,2 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten711,5 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln813,1 %
Andere Dienstleistungen69,8 %
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Landwirtschaft

Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Buttersorten Charentes-Poitou, Charentes und Deux-Sèvres.[13]

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[14] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 51 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 29 im Jahr 2000, auf 26 im Jahr 2010 und auf 20 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 60,8 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 1705 Hektar im Jahre 1988 auf 2023 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 33,4 Hektar auf 101,1 Hektar.[15][16][17]

Fernradweg

Die Veloroute V92 in Frankreich, oft als Teil als „La Flow Vélo“ vermarktet wird, ist ein ca. 392 Kilometer langer Fernradweg, der von Sarlat-la-Canéda bis nach Rochefort an der Atlantikküste führt.[18]

Verkehr

Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die Departementsstraßen D 75 und D 93 bilden die Hauptverkehrsstraßen der Gemeinde. Die D 75 führt vom Zentrum in Javerlhac nach Nordwesten über Souffrignac in Richtung Angoulême, nach Südosten über Saint-Martin-le-Pin in Richtung Nontron. Die D 93 verbindet das Zentrum in nordöstlicher Richtung mit Piégut-Pluviers über Étouars. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.

Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Javerlhac mit Nontron und mit Angoulême.[19]

Literatur

  • G. Le Pochat u. a.: Feuille Montbron. In: Carte géologique de la France à 1/50 000. BRGM, 1986.
  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).

Einzelnachweise

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