Mialet (Dordogne)
Gemeinde im Département Dordogne, Frankreich
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Mialet (oft auch Miallet, Aussprache [mjaˈlɛ], okzitanisch Mialet) ist eine französische Gemeinde mit 628 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes Périgord-Limousin. Die Einwohner werden Mialletais und Mialletaises genannt.
| Mialet | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Nontron | |
| Kanton | Thiviers | |
| Gemeindeverband | Périgord-Limousin | |
| Koordinaten | 45° 33′ N, 0° 54′ O | |
| Höhe | 250–391 m | |
| Fläche | 37,30 km² | |
| Einwohner | 628 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 17 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24450 | |
| INSEE-Code | 24269 | |
Kirche Notre-Dame du Scapulaire | ||
Geografie
Mialet liegt etwa 19 Kilometer ostnordöstlich von Nontron, etwa 41 Kilometer südwestlich von Limoges und etwa 43 Kilometer nordnordöstlich von Périgueux im Norden des Départements an der Grenze zum benachbarten Département Haute-Vienne. Die Gemeinde befindet sich in der Landschaft des Nontronnais, im touristisch benannten Landesteil des Périgord vert.
Zum Gemeindegebiet gehören neben dem Ortskern zahlreiche Weiler, Gehöfte, Schlösser, eine Mühle und Geländepunkte: Bois de Grafeuille, Bois de la Gratte, Bois de Massavit, Bois de Vieilles Forges, Boissonnie, Château la Congerie, Château de Lambertie, Chatelavy, Chez le Chevalier, Durmareix, Étang Chevrière, Étang de Chatelavy, Étang de Fougeras, Étang de Puyraud, Étang de Vivale, Feyte, Fougeras, Garrelie, Gatelinie, Grafeuille, Jambe de Banc, La Brousse, La Congerie, La Filature, La Gratte, La Maison Rouge, La Nolphie, La Valette, Lacaud, Lacouchie, Lassudrie, Le Bois des Roses, Le Clocheton, Le Dognon, Le Grand Clos, Le Maine, Le Maine du Bost, Le Montetchabroulet, Le Montibus, Le Moulin du Blé, Le Moulin de Puyraud, Le Petit Claud, Le Petit Trois Cerisiers, Le Pintou, Le Salignier, Le Soleil, Le Trou du Papetier, Lépinotte, Les Parcs, Les Places, Les Rivaux, Les Terres de Saint-Roch, Les Thermes, Les Trois Cerisiers, Lesudrie, Lordebert, Magnesse, Magoubert, Mamont, Massavit, Mazoubert, Mialet, Montéricout, Petit Mamont, Pierrebrune, Plan d’Eau de Mialet, Pommerède, Puyraud, Puyregonde und Veyssièras.
Der topografisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes mit 250 m liegt beim Weiler Boissonnie an der Côle im Süden. Der höchste Punkt mit 391 m befindet sich im äußersten Norden in der Nähe des Weilers Les Trois Cerisiers an der Grenze zur Nachbargemeinde La Chapelle-Montbrandeix. Das Zentrum der Gemeinde an der Kirche weist eine Meereshöhe von etwa 341 m auf.
Die Gemeinde wird von folgenden acht Nachbargemeinden umgeben:
| La Chapelle-Montbrandeix (Haute-Vienne) Pensol (Haute-Vienne) |
Dournazac (Haute-Vienne) | Firbeix |
| Saint-Saud-Lacoussière | La Coquille | |
| Saint-Jory-de-Chalais | Chalais |
Bodenbedeckung

Die Bodenbedeckung der Gemeinde Mialet schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:
- Wälder – 41,6 %
- heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 14,9 %
- Grünland – 36,7 %
- baulich beansprucht – 1,4 %
- Kulturboden – 3,4 %
- Binnengewässer – 2,0 %.
Die landwirtschaftliche Nutzung steht im Vordergrund und hat für die rein landwirtschaftliche Nutzung (bestehend aus heterogener Landwirtschaft inklusive Wiesen und Ackerland) ausgehend von 54,9 % im Jahr 1990 auf 55,0 % im Jahr 2018 einen minimalen Zuwachs erfahren.[1]
Klima
Die Gemeinde Mialet besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima, das sich durch folgende Parameter auszeichnet:
Klimaparameter im Zeitraum 1971–2000
|
Durch den Klimawandel zeichnen sich Erhöhungen im Jahresmittel ab, die sich bereits auch bemerkbar machen. So ist beispielsweise an der 43 Kilometer entfernten Wetterstation am Flughafen von Limoges-Bellegarde das langjährige Jahresmittel von 11,2 °C für 1971–2000 über 11,4 °C für 1981–2010 auf 11,8 °C für 1991–2020 angestiegen – ein Zuwachs um 0,6 °C innerhalb von 20 Jahren.
Hydrografie

Die mäandrierende Dronne durchfließt von Osten kommend den Nordwestteil der Gemeinde Mialet und bildet vor Verlassen des Gemeindegebiets nach Südwesten die Westgrenze zu Saint-Saut-Lacoussière. Den Südostteil durchquert die Côle, die etwas östlich vom Ortskern zu einem 77 Hektar großen Stausee aufgestaut wird (Retenue de Miallet). Die Côle nimmt kurz unterhalb von Mialet als rechten Nebenfluss den Coly auf, der von Nordosten kommend das Gemeindegebiet in etwa mittig durchzieht. Er fließt im Westen des Ortskerns vorbei und wird dort seinerseits in einem kleineren Stausee, dem Étang de Vivale, zurückgehalten. Etwas weiter westlich (in unmittelbarer Nähe der Westgrenze) entspringt die in Südrichtung entwässernde Queue d’Ane. All diese Wasserläufe entwässern nach Süden und Südwesten und bilden Teil des Einzugsgebietes Isle-Dronne.
Entlang der Nordwestgrenze verläuft in etwa die Wasserscheide zum nördlich angrenzenden Flusssystem des Bandiats, der bereits zum Einzugsgebiet der Charente gehört.
Die Gesamtlänge der Wasserläufe im Gemeindegebiet von Mialet beträgt 60 Kilometer.
Geologie

Die Gemeinde Mialet befindet sich auf dem metamorphen Grundgebirge des nordwestlichen Zentralmassivs. Strukturell tiefst gelegene Einheit sind Glimmerschiefer der Parautochthonen Glimmerschiefereinheit, die entlang der Dronne im Westen anstehen. Ihre Foliation streicht generell Nordnordwest (kann aber von Nord bis Westnordwest streuen) und fällt mit 35° bis 50° in östliche Richtung ein. Lineare zeigen unter relativ flachem Einfallen vorwiegend nach Ostsüdost bis Ost.
Der größte Teil des Gemeindegebietes liegt jedoch auf strukturell höherliegenden Augengneisen der Unteren Gneisdecke des Limousins, die ebenfalls Nordnordwest streichen und um 40° nach Ostnordost einfallen. Die Augengneise können in ihrem Mittelabschnitt sehr massiv auftreten, es dürfte sich hier wahrscheinlich um Metagranite handeln. Zum Hangenden (im Ostabschnitt des Gemeindegebietes) nehmen sie zusehends leptynitischen Charakter an (ehemalige Rhyodazite und Rhyolithe). Gelegentlich können auch noch Glimmerschieferzüge (zwischen Le Montibus und Puyraud) und -inseln (bei La Gratte, Montéricout und östlich von Montetchabroulet) in die Augengneise eingelagert sein. Die Kontaktverhältnisse zwischen Glimmerschiefern und Augengneisen sind nicht ersichtlich, dürften aber sehr wahrscheinlich anormaler Natur sein (Überschiebung), zu erkennen am ansteigenden Metamorphosegrad gen Osten.
Südlich vom Ortskern kreuzt eine bedeutende, Nordost-Südwest-streichende Störungszone (La Coquille Störung), die ein örtliches Umbiegen der Foliation in dieselbe Richtung bewirkt.
Ausgedehnte Höhenlagen werden oft von pleistozänen Alteriten des Grundgebirges oder Kolluvium verhüllt, beispielsweise südlich von Veyssièras und bei Les Parcs. Im südlichen Côle-Tal liegt Alluvium aus der Würm-Kaltzeit und dem Holozän.
An Vererzungen in den Augengneisen, die mit dem weiter im Westen anstehenden Saint-Mathieu-Leukogranit in Zusammenhang stehen, sind zu nennen: Zinn (Cassiterit) bei Le Montibus und Wolfram (Scheelit) bei Le Moulin de Blé.
Ökologie
Naturpark
Die Gemeinde Mialet bildet seit 1998 einen Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.
Schutzgebiete
Natura 2000


Die acht Kilometer des Dronnetals in der Gemeinde Mialet sind gemäß Natura 2000 unter Schutz gestellt. Der Fluss mit seinem Uferbereich und den anschließenden Feuchtwiesen, Heidegebieten, Feldern und Wäldern beherbergt eine sehr reichhaltige Fauna. Dieser Abschnitt der Dronne stellt für die Nachzucht der Flussperlmuschel (Margaritafera margaritafera) einen der bedeutendsten Standorte in ganz Frankreich dar. Ferner finden sich hier in Europa vom Aussterben bedrohte Taxa wie beispielsweise die Gelbbauchunke (Bombina variegata), die Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale), der Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydras aurinia), der Dohlenkrebs (Austropotamobius pallipes), die Groppe (Cottus gobio) und das Bachneunauge (Lampetra planeri), mehrere Säugetiertaxa wie z. B. der Fischotter (Lutra lutra) sowie drei Fledermausarten[2].
Schutzgebiete des Typus 1
Die Gemeinde beherbergt ferner eine Schutzzone erster Ordnung (Französisch ZNIEFF = zone naturel d'interêt faunistique et floristique)[3], das im Gemeindegebiet folgende Ökotope umfasst:
- das oben bereits angeführte schluchtartige Dronnetal. Je nach Ausrichtung der Hanglagen wechselt in ihm atlantisch geprägte Flora mit mediterraner Flora ab. Es enthält zahlreiche Farntaxa.
- die 25 Hektar großen Sumpf- und Moorlandschaften entlang der Weiher um La Maison Rouge im Norden der Gemeinde enthalten seltene botanische Taxa.
Schutzgebiete des Typus 2
Die Täler der Côle und des Coly stehen unter Schutz, das Tal des Coly beinahe in seiner gesamten Länge; in Letzterem ist beispielsweise das Schlanke Wollgras (Eriophorum gracile) beheimatet.
Empfindlicher Naturraum
Der 77 Hektar große Stausee von Mialet ist als empfindlicher Naturraum eingestuft worden (Französisch: espace naturel sensible), da sich an seinem Ufer zahlreiche Wasservögel aufhalten; das Ostufer wird insbesondere als Nist- und Brutraum geschützt.[4]
Natürliche und technologische Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Mialet neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen
- Waldbrände
- Bodensetzungen
- Radonemanationen.
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1983, 1988 und 1999 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.
Mialet ist einer starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[5]
Wie die Risikokarte zeigt, ist über die Hälfte des Gemeindegebiets von einer mittleren, meist aber von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 2003, 2005 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.
In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde Mialet der Zone 3 von 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein erhöhtes Radonpotenzial besteht. Technische Lösungen zur Reduktion der Radonexposition sollten individuell für jedes Gebäude ausgewählt und angepasst werden. Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen wird empfohlen, deren Wirksamkeit durch erneute Radonmessungen zu überprüfen.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Meyrals besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind, sowie von Erdrutschen, mehr oder weniger langsamen Bewegungen von Hanglagen, bei denen sich das Erdreich ablöst. Ihr Auftreten hängt von der Bodenart, dem Hangwinkel und den Wetterbedingungen ab.
Technologische Risiken bilden verschmutzte oder potenziell verschmutzte Standorte, die weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt sind. Es handelt sich hierbei um eine frühere Tankstelle und um zwei Lager von brennbaren Flüssigkeiten.[6]
Etymologie und Geschichte
Die administrative Schreibweise Mialet scheint nicht der Standard zu sein. Häufig findet man die Form Miallet, die im 19. Jahrhundert sicherlich existierte. Der Name des Dorfes wurde vorher Melet im 12. Jahrhundert geschrieben, im Jahre 1365 in der latinisierten Form Meletum. Sein Ursprung ist unklar. Er könnte von einem gallorömischen Personennamen, Miletus, stammen, der im antiken Rom belegt ist. Es wurde auch vorgeschlagen, ihn auf das lateinische melus (deutsch Apfelbaum) zurückzuführen, einer Spätform von melus im klassischen Latein, begleitet vom Kollektivsuffix -etum. Melet bezeichnete somit eine Anpflanzung von Apfelbäumen. Die beiden Hypothesen passen zum Alter der Siedlung und der Übergang von Mel- zu Mial- zu einem unbekannten Zeitpunkt ist normal im Okzitanischen.[7]
Das früher als Mellet bekannte Miallet existiert bereits seit dem 11. Jahrhundert. Die Familie Mellet leitete ihren Namen von dem Lehen ab, das sie hier innehatte. Eine historische Randnotiz besagt, dass Jean de Mellet als der für das Brot zuständige Hofbeamte (Brotmeister) im Dienste der Königin von Navarra stand.
Das Vorhandensein von „aufrechten Steinen“ (Menhiren) im Gemeindegebiet zeugt von einer Besiedlung, die bis in die Jungsteinzeit zurückreicht. Aus der gallorömischen Epoche sind Keramikscherben und eine Römerstraße erhalten geblieben.
Im Mittelalter wurde die Region von den Engländern verwüstet. Die Verteidigung des Gebiets wurde von der Familie Lambertie koordiniert. Die im Norden der Gemeinde gelegene Burg Lambertie wurde nach 1380 von den Engländern eingenommen und niedergebrannt. Später wurde sie wiederaufgebaut und erweitert. Ihre heutige Größe erreichte es im späten 19. Jahrhundert. Die am Fluss Dronne gelegene Moulin du Blé (Weizenmühle) – die bis heute besteht – diente als moulin banal (herrschaftliche Mühle) für das Anwesen Lambertie. Als die Provinzen Périgord und Limousin dauerhaft der französischen Krone angegliedert wurden, kam Miallet zur Kastellanei von Châlus. Zwei Jahrhunderte später brannten die Truppen von Coligny die Burg Lambertie erneut nieder.
Die Hugenottenkriege beeinträchtigten den Wohlstand von Miallet. Zeugnisse hierfür sind die zahlreichen unterirdischen Zufluchtsorte und cluzeaux (in den Fels gehauene Verstecke) aus jener Zeit, die sich in verschiedenen Weilern sowie im Dorf selbst befinden.
Die geografische Lage Miallets begünstigte den Handel. Messen und Märkte prägten schon früh das örtliche Leben. Aufzeichnungen aus dem Jahr 1779 belegen, wie wichtig die Aufrechterhaltung der vier Jahrmärkte und der Montagsmärkte war. Ein Beschluss aus dem Jahr 1902 unterstrich die Notwendigkeit, dass Züge an diesen Tagen am nächstgelegenen Bahnhof halten mussten. Gehandelt wurden dort lokale Agrarerzeugnisse und Vieh aller Art. Tatsächlich orientierten sich Preis und Maß für Weizen in der gesamten Umgebung an den in Miallet geltenden Standards. Als ehemaliger befestigter Ort verfügte Miallet über eigene Bräuche, Privilegien und eine Kavallerie-Garnison – zu deren Versorgung auch die Nachbargemeinden beitragen mussten – sowie über ein Krankenhaus und einen Gerichtsbezirk namens Miallet-Lambertie, der bis 1790 Bestand hatte.
Im Jahr 1843 erhielt Miallet eine Gendarmerie-Brigade. Grund dafür war eine gefürchtete Diebesbande – die Bande des Burgou –, die in der Gegend ihr Unwesen trieb. Burgou war eine Gestalt vom selben Schlag wie Mandrin oder Cartouche; listig und kühn war er – allen Berichten zufolge – jedoch nie ein Mörder. Ein Teil seiner Bande wurde gefasst und vor Gericht gestellt. Acht der Männer wurden auf dem Kirchplatz von Miallet an den Pranger gestellt. Burgou wurde zu Zwangsarbeit verurteilt, später jedoch begnadigt.
Das Ortsbild von Miallet begann sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu wandeln. Dies begann 1835 mit dem ersten Spatenstich für den Bau der Straße von Nontron nach Saint-Yrieix-la-Perche, gefolgt von der Anlage eines Festplatzes. Zu jener Zeit gab es neben dem Friedhof an der Kirche noch einen zweiten. Dieser wurde aufgelassen und an seiner Stelle – an der Straße nach Limoges – errichtete man das öffentliche Schulgebäude, eines der ersten im Département. Auf diesem Friedhof hatte sich einst eine Kapelle befunden, die Johanneskapelle. Nach deren Abriss wurde ihr prächtiges Eingangsportal in eines der Gebäude im Ortskern integriert, wo es bis heute erhalten ist. 1846 entstand das Gemeindehaus, das sowohl das Rathaus als auch die Schule beherbergte. Tatsächlich gab es in der Gemeinde noch weitere Schulen außerhalb des eigentlichen Dorfes.
Zwischen 1882 und 1886 wurden die düsteren Gassen rund um das Dorf in eine großartige Ringstraße umgewandelt. In dieser Zeit stellte auch der Bürgermeister, Dr. Pierre Millet Lacombe, sein medizinisches Fachwissen in den Dienst der Gemeinschaft und leistete medizinische Versorgung, ohne dabei auf persönlichen Gewinn aus zu sein. Die Einwohnerzahl der Gemeinde erreichte um 1900 ihren Höchststand mit fast 2200 Bewohnern. Obwohl die Einwohnerzahl in der Folgezeit zurückging – wie auch in allen umliegenden Gemeinden –, ist sie dank des Zuzugs neuer Bewohner derzeit relativ stabil.
Die 1993 eingeweihte Talsperre von Miallet stellt eine wertvolle Bereicherung für die Gemeinde dar. Obwohl es sich um ein künstliches Gewässer handelt, hat sich der Stausee zu einem bedeutenden Lebensraum für Wasservögel entwickelt. Mit einer Fläche von 77 Hektar ist er das größte Gewässer im Umkreis von 80 Kilometern. Zudem macht ihn seine Lage an der europäischen Zugroute von Nordost nach Südwest zu einem idealen Rastplatz für Zugvögel.[8]
Bevölkerungsentwicklung
Bürgermeister
Bürgermeister von Mialet ist seit März 2026 Jean-Claude Granet.
Gemeindepartnerschaft
Miallet ist, wie der gesamte ehemalige Gemeindeverband Pays de Jumilhac-le-Grand, seit 2012 mit der mittelhessischen Gemeinde Romrod partnerschaftlich verbunden.
Präsidentschaftswahlen 2022
| Kandidaten | Parteien | 1. Wahlgang | 2. Wahlgang | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stimmen | % | Stimmen | % | ||||
| Marine Le Pen | Front national | FN | 99 | 25,00 % | 175 | 51,32 % | |
| Emmanuel Macron | En marche ! | EM | 90 | 22,73 % | 166 | 48,68 % | |
| Jean-Luc Mélenchon | Front de gauche | FDG | 75 | 18,94 % | |||
| Éric Zemmour | Reconquête | 21 | 5,30 % | ||||
| Valérie Pécresse | Les Républicains | LR | 17 | 4,29 % | |||
| Jean Lassalle | Résistons ! | R | 28 | 7,07 % | |||
| Anne Hidalgo | Parti socialiste | PS | 6 | 1,52 % | |||
| Fabien Roussel | Parti communiste français | PC | 26 | 6,57 % | |||
| Nicolas Dupont-Aignan | Debout la République | DLR | 9 | 2,27 % | |||
| Yannick Jadot | Europe Écologie-Les Verts | EELV | 15 | 3,79 % | |||
| Nathalie Arthaud | Lutte Ouvrière | LO | 5 | 1,26 % | |||
| Philippe Poutou | Nouveau Parti anticapitaliste | NPA | 5 | 1,26 % | |||
| Gesamt | 396 | 100 % | 341 | 100 % | |||
| Gültige Stimmen | 396 | 97,06 % | 341 | 86,55 % | |||
| Ungültige Stimmen | 12 | 2,94 % | 53 | 13,45 % | |||
| Wahlbeteiligung | 408 | 77,57 % | 394 | 74,90 % | |||
| Enthaltungen | 118 | 22,43 % | 132 | 25,10 % | |||
| Registrierte Wähler | 526 | 526 | |||||
|
Quelle: Ministère de l'Intérieur[10] | |||||||
Die Präsidentschaftswahlen 2022 in Mialet konnte Marine Le Pen für sich entscheiden.
Sehenswürdigkeiten
- Die romanische Ortskirche Notre-Dame du Scapulaire (auch bekannt als Kirche Notre-Dame du Mont-Carmel).
- Das in Privatbesitz befindliche Schloss Lambertie. Es wurde im Hundertjährigen Krieg von den Engländern zerstört und später wieder aufgebaut. Seine Ursprünge gehen bis ins 12. Jahrhundert zurück.
- Der Herrensitz Manoir de Mialet aus dem 16. Jahrhundert (Privatbesitz).
- Der Herrensitz Manoir de Feyte aus dem 17. Jahrhundert (Privatbesitz).
- Das Schloss Château de la Congerie aus dem 18. Jahrhundert (Privatbesitz).
- Der Stausee Retenue de Miallet an der Côle.
- Der Dolmen, genannt Dolmen de Vaure, zwei Kilometer westlich des Zentrums
Fotogalerie
- Rathaus (Mairie) von Mialet
- Straßenansicht
- Schulgebäude
- Haus neben der Kirche
- Die Côle nördlich der D 79
- Kapitelle am Eingangsportal von Notre-Dame du Scapulaire
- Fensterrose in Notre-Dame du Scapulaire
- Stausee von Mialet
- Augengneis vom Stausee bei Mialet
Bildung
Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire) mit 19 Schülerinnen und Schülern in einer Klasse (2025).[11]
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2023 waren 186 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Mialet erwerbstätig, entsprechend 63,8 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (63,3 %) niedriger war als bei den Frauen (64,3 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 26 Personen im Jahr 2023 die gleiche wie im Jahr 2017. Die Arbeitslosenquote stieg aufgrund niedrigerer Erwerbstätigkeit von 12,4 % (2017) auf 14,2 % (2023).[12]
Branchen und Betriebe
64 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2024 in Mialet wirtschaftlich aktiv:[12]
| Branche | Anzahl | % |
|---|---|---|
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 7 | 10,9 % |
| Baugewerbe | 9 | 14,1 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 17 | 26,6 % |
| Information und Kommunikation | 2 | 3,1 % |
| Finanzen und Versicherungen | 1 | 1,6 % |
| Immobilien | 7 | 10,9 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 5 | 7,8 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 6 | 9,4 % |
| Andere Dienstleistungen | 10 | 15,6 % |
| Gesamt | 64 |
Landwirtschaft
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Rinderzucht zur Erzeugung von Milch und/oder Fleisch.[13] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 55 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 43 im Jahr 2000, auf 31 im Jahr 2010 und auf 20 im Jahr 2020, ein Rückgang von 63,6 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 1651 Hektar im Jahre 1988 auf 1120 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 30 Hektar auf 56 Hektar.[14][15][16]
Radwanderweg
Der 66 Kilometer lange Radwanderweg V737 von Rochechouart im Département Haute-Vienne nach Thiviers durchquert das Gemeindegebiet.[17]
Verkehr
Mialet liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die Departementsstraße D 79 bildet die Hauptverkehrsader. Sie verbindet das Zentrum in westlicher Richtung mit der Nachbargemeinde Saint-Saud-Lacoussière, in östlicher Richtung mit der Nachbargemeinde La Coquille und der dort verlaufenden Nationalstraße N 21, die Limoges mit Périgueux verbindet. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum der Gemeinde mit den Weilern und weiteren Nachbargemeinden.
Literatur
- Briand, B. et al.: Feuille Châlus. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.
- Guillot, P.-L. et al.: Feuille Thiviers. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.
- Dominique Richard (Hrsg.): Le Guide Dordogne-Périgord. Fanlac, Périgueux 1993, ISBN 2-86577-162-8.
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
- Mialet auf cartesfrance.fr in Französisch


