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Liste der Kulturdenkmale in Aglasterhausen

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In der Liste der Kulturdenkmale in Aglasterhausen sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Aglasterhausen im Neckar-Odenwald-Kreis in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
  • Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
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  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale nach Ortsteilen

Aglasterhausen

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Schule (heute Rathaus) Am Marktplatz 1
(Karte)
Zweigeschossiger Sandsteinputzbau mit Walmdach, Sandsteingewände, zweiläufige Treppe am Eingang, 1880 (i am Türsturz)

Die ehemalige Schule (heute Rathaus) ist mit ihrer qualitätvollen Architektur ein charakteristisches Beispiel für die offiziellen Gebäude im Großherzogtum Baden, wie Pfarr- und Rathäuser, Amtsgebäude und ebenfalls Schulen. Auch die prominente Lage am Marktplatz, gegenüber der Kirche, verweist auf die große Bedeutung des Gebäudes, welches Sozial-, Orts- und Bildungsgeschichte der Gemeinde Aglasterhausen im 19. Jahrhundert dokumentiert.

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Doppelkirchenanlage beider Konfessionen Am Marktplatz 2
(Karte)
Anstelle eines Vorgängerbaus/Simultaneum 1806/07 neu gestaltet, spätgotischer Chorturm erhalten, evangelische Pfarrkirche als Emporenkirche in klassizistischen Formen errichtet, alte katholische Kirche als Saalkirche mit Empore errichtet (Decken- und Wandfresken, Kanzel)

Um den im Kern noch mittelalterlichen Kirchturm gruppieren sich zwei Langhäuser, eines für die evangelische und eines für die katholische Gemeinde. Sie wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet, als die simultane Nutzung der Kirche durch beide Konfessionen, die seit 1699 bestanden hatte, beendet wurde. Während das im Westen stehende evangelische Langhaus auf den Kirchturm hin ausgerichtet ist, wurde das katholische im Osten quer vor den Turm gesetzt und bildet eine polygonale Apsis zur Südseite hin aus. Beide Bauteile sind im Stil des frühen Klassizismus von zurückhaltender Eleganz und strahlen doch Würde aus. In der abweichenden Wandgliederung, die im evangelischen Bauteil durch ein horizontales Gurtgesims charakterisiert wird, im katholischen Bauteil hingegen durch kräftige, vertikale Eckpilaster, wird der Unterschied der Konfessionen mit baukünstlerischen Mitteln zum Ausdruck gebracht. Das Aglasterhausener Gotteshaus ist ein anschaulich erhaltenes Beispiel für die bewegte Geschichte der Konfessionalisierung im Kleinen Odenwald.

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Evangelisches Pfarrhaus Am Marktplatz 11
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Krüppelwalmdach und Hochkeller, erbaut 1756 vom Ritterstift Wimpfen, Gartenzaunpfeiler, eingemauerte Grenzsteine mit Wappen

Das ev. Pfarrhaus bildet zusammen mit der gegenüber liegenden, ehemaligen Simultankirche sowie der modernen Matthäuskirche der 1960er-Jahre das religiöse Zentrum Aglasterhausens. Der barocke Bau ist mit dem Krüppelwalmdach und dem geohrten Portal des über eine Treppe erschlossenen Eingangs repräsentativ gestaltet. Auch die Pfeiler mit den eingemauerten Grenzsteinen und deren Wappen sind stattlich. Die Erbauer waren adelige Ritter von Wimpfen. Bereits 1254 war das Patronat der Matthäuskirche an das Wimpfener Stift übergeben worden. Das Pfarrhaus ist ein wichtiges Zeugnis der Konfessions- und Religionsgeschichte der Gemeinde im Kleinen Odenwald.

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Wohnhaus Bahnhofstraße 7
(Karte)
Zweigeschossiges, traufständiges, verputztes Haus mit weit überkragendem Satteldach, beschnitzte Vorkragungen, 1876 (i im hofseitigen Türsturz)

Das eklektizistische Wohnhaus sticht von der übrigen Bebauung Aglasterhausens heraus. Elemente des Heimatstils finden sich insbesondere an den beschnitzten Holzbalken, auf denen das Dach ruht, klassizistische an den Fensterrahmungen des Obergeschosses. Das Gebäude der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist mit der aufwendig gestalteten Fassade ein wichtiges Dokument für die Hausbaugeschichte der Gemeinde im Kleinen Odenwald.

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Historische Grabsteine wichtiger Persönlichkeiten des Ortes (Wilhelm Ebert Bahnhofstraße 30
(Karte)
Hauptlehrer, geb. 1814 in Aglasterhausen, gestorben ebenda im Jahr 1892; Franz Xaver Stocker, Arzt, geboren 1809 vermutlich in Donaueschingen, gestorben in Aglasterhausen im Jahr 1875)

Die Grabmale auf dem Friedhof von Aglasterhausen sind für die Ortsgeschichte der Gemeinde im Kleinen Odenwald von Bedeutung. Der Lehrer Ebert war bedeutend für die Sozial- und Bildungsgeschichte Aglasterhausens, der hier verstorbene Arzt Stocker ist wohl seit den 1860er-Jahren mit Aglasterhausen verbunden. Er war nicht nur praktizierender Arzt, sondern auch politisch für die badische Revolution 1848/49 tätig. So ist sein Grabmal nicht nur für die lokale, sondern auch für die regionale Geschichte ein wichtiges Dokument. Zudem sind die jeweils als lateinisches Kreuz auf Postament gestalteten Grabmale Zeugnisse christlicher Bestattungs- und Erinnerungskultur.

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Denkmal für die Gefallenen von 1870/71 Bahnhofstraße 30
(Karte)
Weibliche Bronzestatue der Personifikation des Sieges auf Inschriftensockel aus rotem Sandstein, ursprünglich auf dem Marktplatz aufgestellt, 1905 (i)

In vielen badischen Gemeinden wurden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts von Veteranenvereinen und den Kommunen Ehrenmäler aufgestellt, welche an die Teilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 gedenken. Diese Denkmäler ehren allesamt auch den badischen Großherzog Friedrich I., der nicht nur seine Truppen persönlich ins Feld führte, sondern auch eine wichtige Rolle im Zuge der deutschen Reichsgründung mit der Ausrufung des preußischen Königs Wilhelm I. zum deutschen Kaiser im Spiegelsaal von Versailles spielt. So sind die Denkmäler auch Erinnerung an die Reichseinigung unter preußischer Führung und stellen dabei den badischen Anteil heraus. Das Denkmal dient nicht nur zur Memoria der Gefallenen, sondern ist vielmehr ein Zeugnis des Nationalpatriotismus und der Monarchenverehrung im Kaiserreich. Ursprünglich war es prominent auf dem Marktplatz in Aglasterhausen zwischen Kirche und Schule aufgestellt, bevor es auf den Friedhof außerhalb des Ortskerns transloziert wurde.

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Bahnbeamtenhaus Bahnhofstraße 36, 38
(Karte)
Eingeschossiges Doppelwohnhaus mit holzverschaltem Giebel und Satteldach, über zwei Eingänge mit zweiläufiger Treppe von der Giebelseite erschlossen, um 1900

Das Doppelhaus steht südlich des Ortskerns von Aglasterhausen in der Nähe des Bahnhofs. Die Gemeinde des Kleinen Odenwalds wurde 1862 an die Badische Odenwaldbahn angeschlossen, um 1900 wurde dieses Gebäude als Wohnhaus für zwei Bahnbeamtenfamilien errichtet. Somit ist das Doppelhaus ein sprechendes Zeugnis der Eisenbahngeschichte.

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Bahnhof Aglasterhausen Bahnhofstraße 40
(Karte)
Empfangsgebäude, zweigeschossiger verputzter Bau mit Sandsteingliederungen, traufständig mit Querhaus, 1862

Aglasterhausen wurde im Jahr 1862 an die Badische Odenwaldbahn mit dem Streckenverlauf von Heidelberg nach Würzburg angeschlossen. Im Oktober desselben Jahres wurde der Bahnhof an der Gleisstrecke südlich der Gemeinde eröffnet. Die architektonische Formgebung im Schweizer Landhausstil entspricht dem Typus von Bahnhofsgebäuden auf dem Land während des 19. Jahrhunderts. Der Bahnhof im Kleinen Odenwald ist ein anschaulich erhaltenes Zeugnis von Verkehrsgeschichte, das nach der Stilllegung der Bahnverbindung von Aglasterhausen nach Obrigheim heute als Endhaltestelle der S-Bahn Rhein-Neckar genutzt wird.

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Hofanlage Breitenbronner Straße 3, 3 a
(Karte)
18. Jahrhundert, bestehend aus:
  • Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Bau mit hohem Krüppelwalmdach, regelmäßig angeordnete Fenster
  • Scheune, Fachwerkkonstruktion, aufgefüllt mit Backsteinen, mit Satteldach

Von der ehemaligen Winkelhofanlage am ehemals nördlichen Ortsrand Aglasterhausens sind das zur Straße giebelständige Wohnhaus mit direkt in der Flucht angebauter Scheune erhalten. Wohn- und Ökonomiegebäude belegen Arbeits- und Lebensweisen des 18. Jahrhunderts auf dem Land. Die Größe der beiden Gebäue sowie die Wohnhausdachform, ein Krüppelwalm, lassen auf den Wohlstand der damaligen Erbauer schließen.

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Taglöhnerhaus Breitenbronner Straße 7
(Karte)
Kleines zweigeschossiges Wohnstallhaus mit Krüppelwalmdach, Erschließung des oben gelegenen Wohnbereichs über Außentreppe, im Keilstein des Türsturzes neben Datierung Geigendarstellung, 1787 (i)

Das kleine Gebäude ist als typisches Seldner- bzw. Tagelöhnerhaus der landlosen bäuerlichen Unterschicht, die ihren Lebensunterhalt im Wesentlichen durch Tagelöhnerarbeit bei Großbauern oder als Gemeindemitarbeiter verdiente, ein sozialgeschichtlich wichtiges Zeugnis. Die Tagelöhner von Aglasterhausen gehörten zu den reicheren Seldnern, da der Stall im Erdgeschoss von Kleinviehbesitz zeugt. Das Haus ist ein anschaulich erhaltenes Dokument der Hausbaugeschichte im Kleinen Odenwald seit Ende des 18. Jahrhunderts. Mit der Verbindung von Stall und Wohnen entspricht es dem Bautypus eines sogenannten gestelzten Einhauses, das Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinigt.

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Wasserreservoir und Schutzhäuschen Breitenbronner Straße
(Karte)
Kleines Häuschen mit quadratischem Grundriss und Zeltdach, Sandsteinsockel und Sandsteingewände, Ecklisenen, Walmdach, um 1920

Das kleine Gebäude am nördlichen Ortsrand Aglasterhausens ist Zeugnis der Einrichtung einer modernen Wasserversorgung. Jenseits seiner Funktion als Wasserreservoir verdeutlicht die repräsentative Fassade die Bedeutung der kommunalen Nutzwasserversorgung für die Gemeinde. Das Bauwerk hat orts-, technik- und infrastrukturgeschichtliche Bedeutung.

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Sandsteinbrücke über den Breitenbronner Bach Eichrain
(Karte)
Einfache Bogenbrücke aus Bossensteinen, 1887

Die kleine Bogenbrücke führt im Kleinen Odenwald zwischen Aglasterhausen und Breitenbronn über den Breitenbach. Sie gehört zu den heute kaum mehr überlieferten Verkehrsbauwerken des 19. Jahrhunderts und legt Zeugnis ab von den großen Anstrengungen, die damals für die Verbesserung der Verkehrswege unternommen wurden.

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Wohnhaus Entengasse 2
(Karte)
Eingeschossiges verputztes Fachwerkgiebelhaus mit Satteldach, profilierter Schwellbalken, 18. Jahrhundert

Das frühneuzeitliche Gebäude ist ein anschaulich erhaltenes Dokument der Ortsbaugeschichte Aglasterhausens. Charakteristisch für die Erbauungszeit ist das Verputzen des Fachwerks, welches in Brandschutzverordnungen vorgeschrieben wurde. Somit legt es auch Zeugnis von Hausbaugeschichte ab.

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Hofanlage Hauptstraße 5
(Karte)
Bestehend aus:
  • Wohnhaus, zweigeschossig, verputztes Fachwerktraufenhaus mit Satteldach, nach 1800
  • Scheune, Massivbau mit Satteldach und zwei Korbbogentoren, 1821 (i)
  • Sandsteintoranlage

Die Dreiseithofanlage ist ein anschaulich erhaltenes Dokument aus der Frühen Neuzeit, die frühere Arbeits- und Lebensweisen auf dem Land verdeutlicht. Sie spiegelt die landwirtschaftliche Prägung der Gemeinde Aglasterhausen im Kleinen Odenwald wider.

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Hofanlage Hauptstraße 2
(Karte)
Bestehend aus:
  • Gasthaus „Drei Könige“, zweigeschossiges verputztes Fachwerktraufenhaus mit Krüppelwalmdach, traufseitiges Oberlichtportal, 1780
  • Scheune mit Zwischenbau, Sandstein-/Klinkerbau mit Korbbogentor und Krüppelwalmdach, 18./19. Jahrhundert

Das Gasthaus „Drei Könige“ war Bestandteil einer vormodernen Hofanlage, deren Scheune und ein an sie anschließender Zwischenbau erhalten sind. Sie wurde in prominenter Lage im Ortskern von Aglasterhausen gegenüber der Simultankirche errichtet. Der Gasthof veranschaulicht eindrucksvoll die große Bedeutung, die Landgasthäusern früher in den Dörfern als Treffpunkt und Festort zukam,

die heute den Verlauf der alten Landstraßen durch die Dörfer belegen. Mit der Einbindung in eine Hofanlage belegt sie den Nebenverdienst landwirtschaftlicher Familien. Die Hofanlage spiegelt Arbeits- und Lebensweisen im Kleinen Odenwald wider.

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Gasthaus „Badischer Hof“ Hauptstraße 7
(Karte)
Zweigeschossiges massives Traufenhaus mit Halbwalmdach, symmetrisch gegliederte Fassade mit zentral platziertem Eingang und Vortreppe, Gewölbekeller, um 1760; seitlich zum Bach eingeschossiger Anbau mit Rundbogenfenster, vor 1878 ergänzt

Das ehemalige Gasthaus „Badischer Hof“ veranschaulicht mit seinem Krüppelwalmdach und der großen Kubatur eindrucksvoll die große Bedeutung, die Landgasthäusern früher in den Dörfern als Treffpunkt und Festort zukam und die sich bereits an den im Verhältnis zu den Bauernhäusern besonders stattlichen Gasthausbauten erkennen lässt, die heute den Verlauf der alten Landstraßen durch die Dörfer belegen. Auch der im 19. Jahrhundert an das frühneuzeitliche Wirtshaus gebaute Raum spiegelt den Wohlstand der Wirtsleute wider. Der Aglasterhausener Rittersbach trennt das Grundstück von dem angrenzenden Hof, in der bereits die nächste Wirtschaft „Drei Könige“ aufzufinden war.

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Hofanlage Hauptstraße 8
(Karte)
Bestehend aus:
  • Gasthaus „Deutscher Kaiser“, zweigeschossiges, verputztes Fachwerktraufenhaus mit Satteldach, wohl um 1800
  • rückwärtig anschließender Seitenflügel mit Saalbau
  • quergestellte große Scheune mit Krüppelwalmdach

Die Hofanlage liegt an der Hauptdurchgangsstraße von Aglasterhausen und spiegelt den landwirtschaftlich geprägten Charakter der Gemeinde im Kleinen Odenwald wider. Zudem belegt sie mit der Einbindung eines Gasthauses die Verhältnisse der Bauernfamilie, die durch die Wirtschaft „Deutscher Kaiser“ ein weiteres Einkommen erzielte. In Aglasterhausen finden sich zahlreiche weitere Wirtshäuser entlang der Hauptstraße. Die Gaststätte „Deutscher Kaiser“ hat eine regelmäßige Fenstergliederung mit Mittelbetonung und belegt architektonisch den Übergang von Spätbarock zum Klassizismus. Auch die anschaulich überlieferte historische Haustür ist ein wichtiges Dokument der Hausbaugeschichte. Die Hofanlage belegt frühneuzeitliche Arbeits- und Lebensweisen auf dem Land.

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Denkmal mit Brustbild des Pfalzgrafen und Herzog von Bayern Hauptstraße 14
(Karte)
Karl Theodor, Sandstein, zur Erinnerung an den Bau der Post- und Handelsstraße Heidelberg-Wiesenbach-Aglasterhausen-Obrigheim, 1782 (i)

Die klassizistisch gestaltete Säule mit dem Brustbild Karls II., Kurfürst von Bayern, bzw. Karl IV., Pfalzgraf und Kurfürst von der Pfalz, ist ein wichtiges Dokument für die Landesgeschichte der Gemeinde, die seit dem Jahr 1380 zur Kurpfalz gehörte. Für sein Wirken, eine Handelsstraße durch Aglasterhausen zu führen, wurde ihm dieses ehrende Monument errichtet, wie die Inschrift auf dem Postament festhält. Der ihn umgebende Siegeskranz sowie die Bügelkrone, welche auf einem steinernen Kissen auf der Säule ruht, verleihen ihm einen majestätischen Charakter. Das Denkmal ist ein wichtiges Zeugnis der Herrschafts-, Verkehrs- und Wirtschaftsgeschichte der Pfalz gegen Ende des 18. Jahrhunderts.

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( Wikidata)
Wohnhaus Hauptstraße 18
(Karte)
Sandsteinputzbau mit Satteldach, wohl 19. Jahrhundert

Das nördliche Drittel des langgestreckten Hauses der Aglasterhausener Hauptstraße stellt anhand des klassizistischen Formenvokabulars ein wichtiges Dokument der Hausbaugeschichte dar. Die repräsentativ gestaltete Fassade verweist auf den Wohlstand der Erbauer. Das Gebäude ist ein anschaulich erhaltenes Dokument stattlicher Sandsteingebäude im Gebiet des Kleinen Odenwalds.

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Villa Hauptstraße 19
(Karte)
Repräsentativer, zweigeschossiger Klinkerbau mit Schweifgiebel, Turmhelm und verglaster Veranda, Türen, Treppenhaus und zahlreiche Originaldetails erhalten, um 1900

Die stattliche Villa zeugt mit ihrer architektonischen Formenvielfalt in historistischem Vokabular mit Jugendstilanklängen von der hohen sozialen Stellung der Erbauer. Der repräsentative Bau sticht aus der übrigen Bebauung Aglasterhausens heraus - nicht nur anhand der architektonischen Gestaltung, sondern auch mit dem Baumaterial Klinker und der Variation ihrer Farbe, die unterschiedlich angeordnet die Fassade mustern.

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Doppelwohnhaus Hauptstraße 22, 24
(Karte)
Zweigeschossiges verputztes Fachwerkhaus mit Satteldach, 1777 (i am Eckständer)

Die schlicht gestaltete Fassade des Aglasterhausener Gebäudes sowie die Anlage als Doppelhaus lassen auf eher bescheidenen Wohlstand der Erbauer schließen. Es ist ein anschaulich erhaltenes Dokument der Hausbaugeschichte auf dem Land seit dem Ende des 18. Jahrhunderts.

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Wohnhaus Hauptstraße 25
(Karte)
Zweigeschossiger giebelständiger verputzter Bau mit Krüppelwalmdach, 1790 (i am Sturz)

Die Ausführung der Dachform als Krüppelwalm sowie die Rahmungen der Fenster und die Eckpilaster aus rotem Sandstein verweisen auf den Wohlstand der Erbauer des Wohnhauses. Das Gebäude ist ein anschaulich erhaltenes Dokument der Ortsbaugeschichte Aglasterhausens seit dem Ende des 18. Jahrhunderts.

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Kleines Wohnstallhaus Hauptstraße 56
(Karte)
Eineinhalbgeschossiger Massivbau mit Satteldach und umlaufenden korbbogigen Blendbögen, Gurtgesims und Fußwalm im Giebelfeld, seitlich kleiner Abortanbau, vor 1878

Die ungewöhnliche Fassadengestaltung des Hauses mit Blendrundbögen im Erdgeschoss lässt auf eine früher andersartige Nutzung des Gebäudes denn als Wohnstallhaus schließen. Eine ursprünglich öffentliche Nutzung wäre denkbar, eventuell zu religiösen Zwecken. Rundbogige Arkaden charakterisieren sakrale Gebäude seit dem frühen Mittelalter. Auch die Lage am historischen westlichen Ortsrand spricht neben dem Abortanbau eher gegen den Bau des Gebäudes zu Wohnzwecken. Das kleine Haus ist ein wichtiges Dokument der Ortsbaugeschichte Aglasterhausens im Kleinen Odenwald seit dem 19. Jahrhundert.

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Hofanlage Helmstadter Straße 51
(Karte)
Sog. Weilermühle, bestehend aus:
  • Wohnhaus, zweigeschossiger Sandsteinputzbau mit Satteldach und Kniestock, traufseitig zwei Portale, 1859 (i)
  • Scheune, Massivbau mit Satteldach und Kniestock, 1813 (i)

Die allein stehende Hofanlage liegt circa zwei Kilometer südwestlich des Ortskerns von Aglasterhausen am Schwarzbach. Ihr Name Weilermühle sowie die Lage am Fließgewässer legen die ursprüngliche Nutzung eines der Gebäude als Mühle nahe. Die überlieferten Gebäude zeugen von ländlich geprägten Lebens- und Arbeitsweisen im Kleinen Odenwald seit dem 19. Jahrhundert. Die klassizistisch gestalteten Portale sowie die ästhetisch gestalteten Lüftungslöcher am Kniestock des Wohnhauses lassen auf den Wohlstand der damaligen Eigentümer schließen.

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Rathaus (heute Wohnhaus) Mosbacher Straße 1
(Karte)
Zweigeschossiges massives Traufenhaus mit Satteldach, Sandsteingewände, wohl 19. Jahrhundert

Die schlicht gehaltene Architektur sowie die kleine Kubatur des Gebäudes lässt nicht auf die ursprüngliche Funktion als Rathaus schließen. Die Formgebung spiegelt die Armut der Gemeinde im Kleinen Odenwald während des 19. Jahrhunderts wider. Lediglich die Lage im historischen Ortskern in Nähe zu der Simultankirche verweist auf die Bedeutung des Gebäudes mit Sitz der öffentlichen Gemeindeverwaltung.

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Wohn- und Gasthaus (seit 20. Jahrhundert Wohn- und Geschäftshaus) Mosbacher Straße 2
(Karte)
Zweigeschossiges verputztes Fachwerktraufenhaus mit Krüppelwalmdach, 17. Jahrhundert

Das stattliche Gebäude wurde ursprünglich in der Frühen Neuzeit als Wohn- und Gasthaus des Zähringer Hofes im Ortskern von Aglasterhausen errichtet. Charakteristischerweise für Gasthäuser auf dem Land lag die Wirtschaft an einer der Hauptdurchgangsstraßen des Ortes. Ab 1862 wurde das Haus zur Peitschenherstellung genutzt und dokumentiert somit neben Hausbau- und Ortsgeschichte die für die kleine Gemeinde bedeutende Industriegeschichte. Zur Blütezeit der Peitschenfabrik waren 100 Angestellte beschäftigt. Dazu trug sicher auch der Eisenbahnanschluss des Ortes seit dem Jahr 1862 bei. 1893 wurde die Fabrik geschlossen. Anfang des 20. Jahrhunderts erwarb es der Bürgermeister, Bäckermeister Friedrich Sold. In der Nachkriegszeit wurde das Ladengeschäft eingebaut. Die Hausgeschichte ist bis heute eng mit der Wirtschafts- und Industriegeschichte in Aglasterhausen verknüpft.

100268356BW
Hofanlage Mosbacher Straße 3
(Karte)
Bestehend aus:
  • Wohnhaus, zweigeschossig mit Krüppelwalmdach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss und Giebel Fachwerk, 18. Jahrhundert
  • Scheune, Massivbau mit Satteldach, 1816 (? i)
  • Ökonomiegebäude
  • Teile der Einfriedung

Die stattlichen Gebäude der frühneuzeitlichen Hofanlage im Ortskern von Aglasterhausen verweisen auf den Wohlstand der Erbauer. Das Zierfachwerk und die große Kubatur des Wohnhauses, die Einfriedung mit eingemauertem Wappenstein und auch die Größe der Scheune belegen dies. Die Hofanlage ist ein anschaulich erhaltenes Dokument früherer Arbeits- und Lebensweisen auf dem Land, hier in der Region des Kleinen Odenwalds.

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Wohnhaus (heute Sparkasse) Mosbacher Straße 5
(Karte)
Vom Fachwerkgebäude des frühen 18. Jahrhunderts der Zierfachwerkgiebel und der Dachstuhl in den durchgreifenden Umbau integriert

Der Dachstuhl der Aglasterhausener Sparkasse bietet mit seiner Holzkonstruktion sowie dem Fachwerk im straßenseitigen Giebel ein anschaulich erhaltenes Dokument lokaler Zimmermannskunst. Für die Frühe Neuzeit stellt es ein wichtiges Dokument der Hausbaugeschichte dar.

100000587BW
Hofanlage Mosbacher Straße 9
(Karte)
Bestehend aus:
  • Wohnhaus, traufständiger verputzter Bau mit Krüppelwalmdach, 1789 (i), nördlicher Seitenflügel mit rückwärtigem Stall
  • Ökonomiegebäude, eingeschossiger massiver Bau mit Satteldach in Hanglage, 19. Jahrhundert

Die Hofanlage spiegelt den landwirtschaftlich geprägten Charakter der Ortschaft Aglasterhausen im Kleinen Odenwald wider und ist ein anschaulich erhaltenes Dokument von Arbeits- und Lebensweisen seit Ende des 18. Jahrhunderts auf dem Land. Die beschnitzte Holztür mit schmiedeeisernen Schmuckelementen ist ein wichtiges Zeugnis lokaler Handwerkskunst.

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Apothekenanwesen Mosbacher Straße 11
(Karte)
Bestehend aus:
  • Apotheke mit Wohnräumen, später Schwesternhaus der kath. Kirchengemeinde, Traufenhaus mit mittigem Querhaus und vorgelegter Treppe, verputzter Massivbau mit Sandsteingliederungen, historische Innenausstattung, 1837 (i), 1949 renoviert
  • Gartenpavillon mit Satteldach, hölzern, offene rundbogige Arkaden, Nordwand verbrettert, Ende 19. Jahrhundert
  • Garten

Die ehemalige Apotheke setzt sich mit der klassizistisch gestalteten Fassade und dem repräsentativen Eingangsportal sowie mit der Traufständigkeit von der üblichen Ortsbebauung Aglasterhausens ab. Die Apothekerfamilie wohnte in den oberen Geschossen. Historische Türrahmungen, der historistisch gestaltete Treppenlauf und Lambrien lassen auf den Reichtum der Besitzer schließen. Auch der historistisch gestaltete Gartenpavillon weist auf den repräsentativen Anspruch der Erbauer hin. Das Anwesen ist ein anschaulich erhaltenes Dokument der Orts- wie auch der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte von Aglasterhausen.

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Turn- und Sängerhalle Mosbacher Straße
(Karte)
Erbaut 1926, angebauter Neubau

Die Sport- und Sängerhalle Aglasterhausens ist nicht nur ein anschauliches Zeugnis für die seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts etablierte und sich ausbreitende Turnerkultur, sondern dient auch als Mehrzweckbau für Gesangsvorführungen bzw. heute für andere Events wie auch Hochzeiten und bildet somit einen wichtigen sozialen Treffpunkt. Der Altbau der 1920er-Jahre folgt architektonisch der sogenannten Reformarchitektur, die unter Einsatz traditionsreichen Formvokabulars, hier v.a. aus dem Klassizismus, eine moderne, zeitgemäße Architektursprache zu entwickeln suchte, der Neubau der Postmoderne. In der hochwertigen Ausführung der jeweiligen architektonischen Strömungen ist das Gebäude ein wichtiges Dokument der Ortsbaugeschichte der Gemeinde im Kleinen Odenwald.

100270835BW
Villa Mosbacher Straße 23
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Mansarddach, polygonalem Erker und Balkon in der Giebelfassade zur Straße, zugehörig Gartenhäuschen aus Holz, Anfang 20. Jahrhundert

Die in einem großen Garten frei stehende Villa steht östlich des Ortskerns von Aglasterhausen. Das vielfältig gegliederte, herrschaftliche Wohnhaus wird geprägt von der europäischen Stilbewegung – in Deutschland Jugendstil genannt. Auch das Gartenhäuschen folgt mit seinen historischen Drillingsfenstern, die von jeweils zwei Dreiecksgiebeln bekrönt werden, dieser Architekturströmung. Das Anwesen ist ein Zeugnis großbürgerlicher Wohn- und Lebensverhältnisse.

100000642BW
Gemeindeschulhaus Mosbacher Straße
(Karte)
Vormals Nebengebäude des Wohnhauses Sold, eingeschossiger verputzter Bau aus rotem Bruchsandstein mit Krüppelwalmdach, 18. Jahrhundert, Ende des 19. Jahrhunderts zum Schulhaus umgebaut, seither traufständig vom Hof erschlossen

Die ehemalige Schule (heute Wohnhaus) der Gemeinde Aglasterhausen wurde im 18. Jahrhundert als Scheune errichtet und ab Ende des 19. Jahrhunderts als zweites Schulgebäude der Gemeinde genutzt, nachdem kurz zuvor am nah gelegenen Marktplatz eine Schule eröffnet worden war. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts-, Sozial- und Bildungsgeschichte der Gemeinde. Als ehemaliges Ökonomiegebäude des Zähringer Hofs spiegelt es ebenso den landwirtschaftlich geprägten Charakter des Kleinen Odenwalds wider. Zeitweilig wurde das Haus im 19. Jahrhundert auch zur Herstellung von Peitschen genutzt, wodurch es zudem Industrie- und Wirtschaftsgeschichte belegt.

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Kath. Pfarrkirche St. Matthäus Ostlandstraße 27
(Karte)
1964–66 nach Plänen von F.J. Worring und R. Rüttenauer, Heidelberg errichtet, Glasfenster nach Entwürfen von Prof. Arnold, Karlsruhe

Die katholische Kirche steht östlich des historischen Ortskerns von Aglasterhausen auf einer leichten Anhöhe. An das Kirchenschiff grenzen eine Tauf- und eine Alltagskapelle an, der Glockenturm ist frei stehend. Die neuexpressive Architektur der sakralen Gebäude prägen das Ortsbild. Auch der hohe Glockenturm, dessen Form in der Taufkapelle gespiegelt wird, ist raumwirksam. Nicht nur die Formgebung, sondern auch das Baumaterial Backstein und Sichtbeton, sind für die 1960er-Jahre charakteristisch. An (Gottes-)zelte erinnern die Dachformen sowie trapezförmige Grundrisse. Andererseits ist auch mit den scharfkantig und keilförmigen Baukörpern die Assoziation an Riffe und Felsen gegeben. Die Öffnungen des Kirchturms gemahnen an Schießscharten; hier klingt die Note einer Festung an, die durch die leicht erhöhte Lage betont wird. Der Kircheninnenraum hingegen ist sehr offen zum Altar hin gestaltet und erleichtert dadurch liturgische Änderungen des Zweiten Vatikanischen Konzils. Das Kirchenschiff beinhaltet zahlreiche Ausstattung, u.a. Skulpturen des Bildhauers Edwin Neyer. Klaus Arnold zeichnete für die Glasfenster verantwortlich. Die von den Heidelberger Architekten Franz Josef Worring und Reinhold Rüttenauer entworfene Matthäuskirche bildet zusammen mit der ev. Kirche und dem zugehörigen Pfarrhaus das religiöse Zentrum der Gemeinde im Kleinen Odenwald und verweist auf den Zuwachs katholischer Gemeindemitglieder in der Nachkriegszeit. Zudem entsprechen die durch die architektonische Wahl ermöglichten Gedankenverknüpfungen, auch der Bug eines Schiffes ist vorstellbar, dem modernen Kirchenbau der 1960er-Jahre.

100000655BW
Brücke über den Rittersbach Untere Straße 8 a
(Karte)
Pyramidenförmige Sandsteinpoller zur Brückenbegrenzung, wohl 19./20. Jh., evtl. auch älter

Die innerörtliche Brücke über den Rittersbach ist ein Dokument von Verkehrs- und Infrastrukturgeschichte. Außerdem belegt sie die Siedlungsgeschichte von Aglasterhausen.

100265946BW
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Breitenbronn

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Ev. Kirche Dr.- Hillengaß-Straße 16
(Karte)
Sandsteinbau mit Chorturm, Kirchhof mit Umfassungsmauer und Treppenaufgang, 1840 (i an SW-Ecke), im Inneren des Sakralbaus zahlreiche Ausstattung, u.a. an Südseite Gedenktafel für die Kriegsgefallenen und Vertriebenen

Die neuromanische Kirche bildet zusammen mit dem zugehörigen ev. Pfarrhaus am nördlichen Ortsrand das religiöse Zentrum Breitenbronns. Ihr Turm bestimmt das Ortsbild von Weitem, durch ihre erhöhte Lage wirkt sie gemeinsam mit der Einfriedungsmauer raumprägend. Der Sakralbau ist ein anschaulich erhaltenes Dokument der Religionsgeschichte der Gemeinde im Kleinen Odenwald seit dem 19. Jahrhundert.

100000927BW
Hofanlage Dr.- Hillengaß-Straße 18
(Karte)
Bestehend aus:
  • Gast- und Wohnhaus, Gasthaus „Zum Löwen“, zweigeschossiges, verputztes und verschindeltes Fachwerktraufenhaus, Kellertorbogen, profiliertes Türgewände, zweiläufige Treppe, 1818 (i im Türsturz)
  • Querscheune, Fachwerkkonstruktion
  • Einfriedung mit Sandsteinpfeilern

Die ehemalige Hofanlage Breitenbronns spiegelt nicht nur landwirtschaftliches Leben und Arbeiten ab dem 19. Jahrhundert im Kleinen Odenwald wider, sondern auch das Gewerbe des Bewirtens. Das ehemalige Gasthaus stand typischerweise für ländliche Wirtshäuser an einer der Hauptdurchgangsstraße der Gemeinde. Es war ein wichtiger Treffpunkt für die Anwohner und Durchreisende und hat somit ortsgeschichtliche Bedeutung. Die Hofanlage ist nicht nur für die Ortsgeschichte wichtig, sondern auch für die dortige Hausbaugeschichte.

100000974BW
Winkelgehöft Dr.- Hillengaß-Straße 21
(Karte)
Bestehend aus:
  • Wohnhaus, zweigeschossiges verputztes Fachwerkhaus mit Satteldach, 1844 (i)
  • Scheune, 1853 (i)

Die Hofanlage des 19. Jahrhunderts liegt an einer der Hauptdurchgangsstraßen von Breitenbronn im Kleinen Odenwald. Ihr klassizistisches Wohnhaus zeigt eine auffällig große Kubatur, was auf den Wohlstand der Erbauer schließen lässt. Gemeinsam mit der zugehörigen hakenförmig angeordneten Scheune belegt es Lebens- und Arbeitsweise auf dem Land.

100000989BW
Hofanlage Dr.- Hillengaß-Straße 22
(Karte)
Bestehend aus:
  • Wohnhaus, zweigeschossiger, verputzter Massivbau mit Krüppelwalmdach und profiliertem Türgewände, 1794 (i)
  • Scheune, Massivbau mit Krüppelwalm, teils erneuert
  • Grundstücksmauer
  • Toreinfahrt

Das Winkelgehöft Breitenbronns entspricht dem traditionell gängigsten Bautypus einer Hofanlage. Der eingefriedete und mit einer Toreinfahrt repräsentativ gestaltete Hof ist ein wichtiges Dokument von Lebens- und Arbeitsweise seit Ende des 18. Jahrhunderts der landwirtschaftlich geprägten Ortschaft im Kleinen Odenwald.

100001015BW
Hofanlage Dr.- Hillengaß-Straße 29
(Karte)
Bestehend aus:
  • eingeschossiges, teils verputztes Fachwerktraufenhaus mit Hochkeller und Satteldach, 1856 (i)
  • Scheune, Fachwerkbau mit Satteldach
  • Einfriedung

Die Hofanlage der Mitte des 19. Jahrhunderts spiegelt Arbeits- und Lebensweise einer Bauernfamilie im Kleinen Odenwald wider. Sie bietet ein wichtiges Zeugnis für die Ortsbaugeschichte von Breitenbronn.

100021100BW
Hofanlage Dr.- Hillengaß-Straße 31 a, 31
(Karte)
Bestehend aus:
  • Wohnhaus, eingeschossiges Fachwerkhaus mit Satteldach, 18./19. Jahrhundert
  • Scheune (heute Wohnhaus), Fachwerkbau auf massivem Unterbau mit Satteldach, 19. Jahrhundert

Der Paarhof steht am südlichen Ortsrand der lang gestreckten Gemeinde Breitenbronn im Kleinen Odenwald. Charakteristisch für die Erbauungszeit des Wohnhauses war das Verputzen von Fachwerk. Brandschutzverordnungen gaben dies ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vor. Auch die großen und regelmäßig angeordneten Fenster entsprechen der Bauweise aus dieser Zeit. Gemeinsam mit der parallel stehenden Scheune bietet des Haus Einblick in die Arbeits- und Lebensweise einer Bauernfamilie auf dem Land im 18. und 19. Jahrhundert.

100021209BW
Hofanlage Dr.- Hillengaß-Straße 36
(Karte)
Eingeschossiges, abgewinkeltes Fachwerkhaus mit Hochkeller, bezeichnet im Sturz „1901“, im Kern älter, zweiläufige Treppe 100021871BW
Hofanlage Dr.- Hillengaß-Straße 42
(Karte)
Bestehend aus:
  • Wohnhaus, eingeschossiges verputztes Fachwerkgiebelhaus mit Satteldach, 1833 (i)
  • Wirtschaftsgebäude

Die Anlage folgt dem Typus eines Parallelhofs: zwei stattliche, giebelständige Fachwerkbauten, das Wohnhaus auf der einen Seite und das Stall und Scheune kombinierende Wirtschaftsgebäude auf der Seite gegenüber bilden ein harmonisches Ensemble, das eine lebhafte Vorstellung von der bäuerlichen Lebenswirklichkeit im Kleinen Odenwald vermittelt.

100021943BW
Zwei kleine Hangkeller Dr.- Hillengaß-Straße 48 a
(Karte)
Sandsteinsockel mit Satteldach in Fachwerk, Rundbogen aus Sandstein, 18. Jahrhundert

Die Keller am südlichen Ortsrand von Breitenbronn sind ein Beleg für Lagerungsverhältnisse in vormoderner Zeit. Die Untergeschosse aus rotem Sandstein ermöglichten kühle und trockene Vorratshaltung, das Fachwerk in den Giebeln belegt lokale Zimmermannskunst. Die beiden Gebäude stellen einen selten überlieferten Bautypus des 18. Jahrhunderts im Kleinen Odenwald dar und sind ein wichtiges Zeugnis der lokalen Hausbaugeschichte.

100022133BW
Fachwerkscheune mit Satteldach Neckarkatzenbacher Straße
(Karte)
Quergeteilt, 1782 (i)

Die Scheune steht im historischen Ortskern von Breitenbronn und bildet ein in ihrem Bestand anschauliches Beispiel für den Bautypus. Sie ist nicht nur in ihrer Fachwerkausführung Zeugnis lokaler Zimmermannskunst, sondern auch von Wirtschaftsweise und Vorratshaltung im Kleinen Odenwald.

100023434BW
Wohnhaus Neckarkatzenbacher Straße 3
(Karte)
Eingeschossiges Traufenhaus mit Satteldach, 1857 (i)

Das einstöckige, traufständige Wohnhaus in Breitenbronn ist mit seiner schlichten, aber feinen Gliederung der Fassade ein typisches Beispiel für die Baukultur des 19. Jahrhunderts im ländlichen Raum, wie sie auch im Kleinen Odenwald prägend war.

100023386BW

Weitere Bilder
Gedenktafel Neckarkatzenbacher Straße 8
(Karte)
Am ehemaligen Schulhaus, für die Opfer des Kriegses von 1870/71 im Jahre 1895 gestiftet

Eine Inschrifttafel am ehemaligen Schulhaus von Breitenbronn erinnert an die im Deutsch-Französischen Krieg Gefallenen der Gemeinde. Die Tafel hat aber nicht nur ortsgeschichtlichen Zeugniswert, sondern ist aufgrund des aufwendig in barocken Formen gestalteten Rahmens auch ein Beleg des lokalen Kunsthandwerks des Ende des 19. Jahrhunderts. Zudem erinnert die Gedenktafel an die Deutsch-Französischen feindlichen Beziehungen mit historisch bedeutenden Auswirkungen.

102786623
( Wikidata)
Wohnhaus Neckarkatzenbacher Straße 10
(Karte)
Zweigeschossiges, verputztes, abgewinkeltes Gebäude mit Walmdach, Erdgeschoss massiv, geohrtes Türgewände mit originalem Türblatt, Obergeschoss aus verputztem Fachwerk, 1799 (i); Toreinfahrt

Das stattliche Wohnhaus einer ehem. Hofanlage prägt das Ortsbild nicht nur wegen der großen Kubatur, sondern auch wegen des aufwendig gestalteten Eingangsbereichs, einem barock gestalteten Portal mit beschnitzter Holztür, die über eine einläufige Treppe mit schmiedeeisernem Geländer erschlossen wird. Ebenfalls die Dachform und die mit Sandstein gerahmten großen und regelmäßig angeordneten Fenster lassen auf Wohlstand und die sozial gehobene Stellung des Erbauers schließen. Das Gebäude ist ein wichtiges Dokument der Ortsbaugeschichte Breitenbronns und spiegelt die Wohnverhältnisse einer gehobenen Bauernfamilie am Ende des 18. Jahrhunderts im Kleinen Odenwald wider.

100023449BW
Ev. Pfarrhof Neckarkatzenbacher Straße 11
(Karte)
Bestehend aus:
  • Pfarrhaus, zweigeschossiger, verputzter Massivbau mit Krüppelwalmdach, Ohrenportal, 1809 (i)
  • zwei winkelförmig angeordnete Scheunen
  • Hoffläche, Zufahrt am Garten mit Grauwacken gepflastert
  • Garten vor Pfarrhaus

Der Pfarrhof bildete einst den nördlichen Ortsrand Breitenbronns. Das Pfarrhaus ist giebelständig ausgerichtet, am Trauf mit aufwendig gestaltetem Portal erschlossen und zeichnet sich nicht nur durch die Kubatur, sondern auch anhand der Dachausführung in Form eines Krüppelwalmdachs als bedeutender Bau ab. So vermitteln Lage und Gestaltung des Anwesens samt Garten und zugehörigen Scheunen einen repräsentativen Charakter, der die gesellschaftliche Stellung und Bedeutung des Pfarrers in der Gemeinde verdeutlicht. Neben dem Pfarrlohn war die Pfarrerfamilie auf landwirtschaftliche Selbstversorgung finanziell angewiesen, worauf die zwei Scheunen verweisen. Der Pfarrhof bildet gemeinsam mit der ev. Kirche weiter südlich im Ort das religiöse Zentrum der Gemeinde im Kleinen Odenwald.

100023487BW
Friedhof mit Umfassungsmauer Sallenbusch
(Karte)
Torpfeiler erneuert, Grab mit antikisierendem Säulenstumpf von Dr. Georg Adam Hillengaß (geb. 18. Januar 1828, † 26. Dezember 1869)

Der nördlich der Ortschaft Breitenbronns gelegene Friedhof überliefert anschaulich erhalten eine ländliche Friedhofsanlage aus der Zeit, in der die Begräbnisplätze vor allem aus Platz- und hygienischen Gründen um die Kirchen aufgelassen und zahlreiche neue Friedhöfe außerhalb der Ortskerne angelegt wurden. Er ist Zeugnis christlicher Bestattungs- und Erinnerungskultur. Das Grabmal des in Breitenbronn geborenen Lehrers Hillengaß, der an der Universität von Heidelberg 1847 promoviert wurde, ist ein Dokument der lokalen Orts- und Bildungsgeschichte. Dr. Hillengaß hatte in der kleinen Gemeinde eine bedeutende Schule aufgebaut, in der auch u.a. Wilhelm Blos, erster Staatspräsident des Volksstaates Württemberg, unterrichtet wurde.

100023512BW
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Daudenzell

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Kirchhof An der Kirche 5
(Karte)
Bestehend aus:
  • ev. Pfarrkirche (St. Veit), einschiffiger Emporenraum, Langhaus von 1783 (i), spätmittelalterlicher Chorturm, im Untergeschoss Wandmalereien der frühen 14. und 15. Jahrhunderte, zum Teil auch 1496 datiert
  • Kirchhof
  • Umfassungsmauer

Die Kirche von Daudenzell geht wohl auf eine frühe Cella zurück. Der spätmittelalterliche Kirchturm wurde beim Neubau der spätbarocken Kirche im 18. Jahrhundert erhalten. Er prägt als vertikale Dominante das Ortsbild und hat mit erhaltenen Wandmalereien im Inneren einen wichtigen Zeugniswert für diese künstlerische Gattung. Das Innere des Kirchenschiffs entspricht dem Typus einer Predigtsaalkirche und ist damit ein charakteristischer Vertreter des evangelischen Kirchenbaus des späten 18. Jahrhunderts. Mit dem erhaltenen Bestand aus vorreformatischer Zeit stellt der Sakralbau ein Zeugnis von Konfessionsgeschichte dar. Der Kirchhof bildet zusammen mit dem westlich angrenzenden Pfarrhof das religiöse Zentrum der Gemeinde im Kleinen Odenwald.

2000020BW
Pfarrhof An der Kirche 7
(Karte)
Bestehend aus:
  • ev. Pfarrhaus, zweigeschossiger Massivbau mit Krüppelwalmdach, Gewölbekeller,1604 (i), im Inneren des Erdgeschosses originalgetreu rekonstruierte Stuckdecken, 1733
  • Scheune, 1602 (i), 1733 erneuert (i)
  • Toreinfahrt mit Pfeilern

Der ev. Pfarrhof bildet zusammen mit der zugehörigen östlich angrenzenden Veitskirche das religiöse Zentrum Daudenzells. In Kombination mit der formenreichen, aus dem 18. Jahrhundert stammenden Architektur der Kirche stellen die gleichzeitig erneuerten Gebäude von Pfarrhaus und Scheune ein repräsentatives Ensemble dar, das typisch für die spätbarocke Baukultur im ländlichen Raum des Kleinen Odenwalds ist. Es zeigt auch, dass die wirtschaftliche Eigenversorgung ein wesentliches Element des bäuerlichen Lebens selbst für den Pfarrklerus war.

102470163BW
Winkelhofanlage Bodenweg 1
(Karte)
Wohnhaus mit massivem Erdgeschoss und Fachwerkobergeschoss, Satteldach, in Längsrichtung zum Wohnhaus anschließende und im Winkel weitere 2 Scheunen, wohl altes Hofpflaster, 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Das zweigeschossige, giebelständige Wohnhaus liegt am historischen östlichen Ortsrand von Daudenzell. Mit seinem massiv gemauerten Untergeschoss und dem sorgfältig gearbeiteten und fein gegliederten Fachwerk im Obergeschoss ist es, auch aufgrund seiner Kubatur und des steilen Satteldachs, eine dominante Erscheinung. Durch einen Scheunenanbau auf der Längsseite und eine weitere, im hinteren Winkel stehende Scheune ist es in eine stattliche Hofanlage eingebunden. Mit der historischen Pflasterung des Hofes stellt es ein anschauliches Beispiel der ländlichen Arbeits- und Lebensweise im KIeinen Odenwald dar.

2000194BW
Steinkreuz Fasanenweg 17
(Karte)
Gleicharmiges Feldsteinkreuz, 1799 bzw. 1800

Das Steinkreuz wurde in der Frühen Neuzeit an einem bedeutenden Verkehrsweg zwischen Aglasterhausen und Obrigheim errichtet. Als Zeichen christlicher Frömmigkeit auf dem Land folgt es einer jahrhundertelangen Tradition, die bis ins frühe Mittelalter zurück datiert.

100058201BW
Winkelhof Hausener Straße 1
(Karte)
Bestehend aus:
  • Wohnhaus zweigeschossig mit Krüppelwalmdach, traufständig mit massivem Erdgeschoss und Fachwerkobergeschoss, Eckständer, 1791 (i), profiliertes Türgewände mit originalem Türblatt
  • Bruchsteinscheune mit Segmentbogentor und Satteldach, 19. Jahrhundert

Die stattliche Wohnanlage mit Zierfachwerk, barock gestaltetem Eingangsportal und geschnitzter Holztür wird von einem mächtigen Krüppelwalmdach überfangen. Es spiegelt den Reichtum der Erbauer wider. Die dahinter liegende Scheune stammt aus dem 19. Jahrhundert und ergänzt die Hofanlage in einer Winkelform. Das sog. Hakengehöft ist die traditionell gängigste Bauform eines bäuerlichen Gutes, welche auch im Kleinen Odenwald verbreitet war. Sie ist ein anschaulich erhaltendes Dokument früherer Lebens- und Arbeitsweisen auf dem Land.

102766292BW
Scheune Hausener Straße
(Karte)
Massivbau mit Walmdach und doppelter Toranlage, Sandsteingewände, datiert 1771

Die Scheune eines ehemaligen Bauernhofs dokumentiert den landwirtschaftlich geprägten Charakter des Dorfes Daudenzell. Anhand des hohen Alters ist sie ein wichtiges Zeugnis früherer Bauweisen. Sie ist ein anschaulich erhaltenes Dokument der Frühen Neuzeit für die Orts- und Hausbaugeschichte im Kleinen Odenwald.

100027562BW
Hofanlage Rathausstraße 3
(Karte)
Bestehend aus:
  • Wohnhaus, zweigeschossiges verputztes Traufenhaus, teils Fachwerk mit Krüppelwalm, 1839 (i)
  • Scheune, Massivbau mit Satteldach und Torbogen, 1848 (i), Namensinschrift Masshold

Die ehemalige Hofanlage spiegelt den landwirtschaftlich geprägten Charakter der Gemeinde Daudenzell im Kleinen Odenwald wider. Mit der parallel zueinander ausgerichteten kleinen Scheune und dem stattlichen Wohnhaus folgt der Bauernhof dem Typus eines Parallelgehöfts. Die große Kubatur des Wohnhauses sowie die Gestaltung des Portals in spätklassizistischem Formenvokabular spiegelt den Wohlstand der Erbauer wider. Die Hofanlage ist ein anschaulich erhaltenes Zeugnis vormoderner Lebens- und Arbeitsweisen auf dem Land.

100030159BW
Wohnhaus eines ehemaligen Gehöftes Rathausstraße 10
(Karte)
Zweigeschossiger, verputzter Massivbau mit Hochkeller und Krüppelwalmdach, 1841 (i an Türsturz)

Das Wohnhaus war ehemals Bestandteil eines Hofs am westlichen Ortsrand von Daudenzell. Es belegt die landwirtschaftliche Prägung der kleinen Gemeinde an der Grenze von Odenwald und Kraichgau. Die architektonisch aufwändig gestaltete Rahmung der Eingangstür an der hofseitigen Traufseite, das hoch aufragende Krüppelwalmdach und die große Kubatur an sich spiegeln den Wohlstand der Erbauer wider. Das Haus ist ein anschaulich erhaltenes Dokument der Ortsbaugeschichte.

100030187BW
Wohnhaus Wasseräckerweg 1
(Karte)
Zweigeschossiges verputztes Fachwerkgiebelhaus mit Satteldach und Hochkeller (Rundbogen) 18. Jahrhundert, links vom Eingang bez. über der Tür mit Jahreszahl 1637, renoviert 1864, kleines Nebengebäude mit Fachwerk winkelförmig angebaut

Das frühneuzeitliche Wohnhaus steht zwischen der Kirche und dem Rathaus von Daudenzell. Da es ein selten überliefertes Gebäude des 17. Jahrhunderts ist, hat es für die Ortsbaugeschichte des Dorfes im Kleinen Odenwald besondere Bedeutung. Der westlich angebaute Fachwerkbau stellt ein anschaulich erhaltenes Dokument lokaler Zimmermannskunst dar. Das Haus und der Anbau spiegeln Lebensweisen auf dem Land in der Frühen Neuzeit wider.

100030201BW
Hofanlage Wasseräckerweg 2
(Karte)
Ursprünglich Vierseitgehöft (östlicher Stallflügel seit um 1990 abgängig), bestehend aus:
  • Wohn- und Gasthaus „Zum Badischen Hof“, zweigeschossiger verputzter Bau mit Sattel- bzw. Halbwalmdach, Hochkeller und Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Fachwerk, vorgelegte Treppe, profiliertes Türgewände, 1789 (i)
  • Scheune, parallel zum Haupthaus gestellt im Hof große Bruchsteinscheune mit Krüppelwalm und Korbbogentor, 1804 (i)
  • Stall, hakenförmig zum Haupthaus gestellt, eingeschossiger Bau mit Pultdach
  • Verbindungshaus mit Torfahrt und Satteldach

Die Hofanlage im historischen Ortskern Daudenzells unweit des Rathauses überliefert den Bautypus eines geschlossenen Vierseithofs, zu dem charakteristischerweise Toreinfahrten zählten. Das barocke Haupthaus sticht durch seine große Kubatur, dem Walmdach sowie dem Eckpilaster und den Rahmungen der Öffnungen in rotem Sandstein von der Bebauung der Gemeinde hervor. Auch die barock gestaltete Türrahmung lässt auf den Wohlstand der Erbauer schließen. Das Haus wurde neben Wohnzwecken als Gasthaus genutzt und folgt mit der Lage an einer der Hauptdurchgangsstraßen der Gemeinde dem gängigen Standort ländlicher Gasthäuser. Die mit dem Haus verbundenen Wirtschaftsgebäude sowie die Toreinfahrt bilden ein wichtiges Dokument der Ortsbaugeschichte in der Region des Kleinen Odenwalds.

100030215BW
Hofanlage Wasseräckerweg 3
(Karte)
Mitte 19. Jahrhundert, bestehend aus:
  • Wohnhaus, zweigeschossiges verputztes Fachwerktraufenhaus mit Hochkeller, Obergeschoss massiv
  • Scheune, eingeschossiger Bau, zum Teil massiv, teilweise in Fachwerk, mit Satteldach, Quereinfahrt

Das Winkelgehöft von Daudenzell steht unmittelbar neben der Pfarrkirche. Stattlich ist das Wohnhaus gestaltet und zeugt neben der großen Kubatur auch mit spätklassizistischem Formenvokabular vom Wohlstand der Erbauer. Die westlich angebaute Scheune sticht wie das zugehörige Wohnhaus anhand der Größe in der Ortsbebauung hervor. Die Anordnung folgt dem traditionell am gängigsten Typus einer landwirtschaftlichen Bebauung, dem Haken- oder Winkelgehöft, das auch im Kleinen Odenwald gängig war. Die Hofanlage ist zudem ein anschaulich erhaltenes Dokument der Lebens- und Arbeitsweisen von Landwirtschaftsfamilien seit der Mitte des 19. Jahrhunderts.

100030229BW

Bahnwärterhaus um 1870 Wasseräckerweg 11
(Karte)
Kleines eingeschossiges Typenhaus, Holzverkleidung evtl. später, Lattenzaun

Das kleine Gebäude ist charakteristisch für die Bahnwärterhäuser entlang der Strecke der Badischen Odenwaldbahn, an die Aglasterhausen im Jahr 1862 Anschluss bekommen hatte. In regelmäßigen Abständen wurden damals kleine Bahnwärterhäuser zur Überwachung eines Streckenabschnitts errichtet, in denen ein Bediensteter dauerhaft wohnte. Der kleine Typenbau ist daher ein sprechendes Zeugnis der Eisenbahn- und Verkehrsgeschichte.

100058181
Friedhof mit Umfassungsmauer Wasseräckerweg 18
(Karte)
Torpfeilerpaar, flankiert von zwei Linden, vermutlich ehem. mit Wegekreuz, 19. Jahrhundert, in Friedhofsfläche Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege in Form einer sandsteinerner Mauer mit Inschrifttafel und am Boden davor liegendem eisernen Kriegshelm, nach 1945

Der Friedhof von Daudenzell wurde außerhalb der Ortschaft errichtet und folgt damit einer jahrhundertelangen Tradition, Tote aus hygienischen Gründen fern von bewohnten Häusern zu bestatten. Die Anlage zeigt mit den klassizistischen Pfeilern des Friedhofmauereingangs einen gehobenen ästhetischen Anspruch der Gemeinde. Sie ist gemeinsam mit dem Gefallenendenkmal beider Weltkriege ein Dokument christlicher Erinnerungs- und Bestattungskultur. Das Kriegsdenkmal mahnt zudem an die Auswirkungen beider Weltkriege und erinnert an große historische Ereignisse.

100030256BW
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Michelbach

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Gefallenendenkmal des Ersten Weltkrieges Am Rotenberg 2
(Karte)
Sandsteinpfeiler mit Sockel und kronenähnlichem Aufsatz, Inschrift mit Architekten/Künstlernamen, erweitert mit Namen des Zweiten Weltkrieges, erstellt 1920er Jahre

Das Gefallenendenkmal ist nicht nur ein zeittypischer Vertreter der Steinmetzkunst, sondern auch ein charakteristisches Beispiel für die lokale Erinnerungskultur. Es erinnert an den Ersten Weltkrieg als ein großes historisches Ereignis und macht zugleich Ortsgeschichte anschaulich.

102776185BW
Pfarrhof Bürgermeister-Wagner-Straße 5
(Karte)
Bestehend aus:
  • Pfarrhaus, zweigeschossiger verputzter Bau mit Krüppelwalmdach, 1831 (i)
  • Remise, kleiner Backsteinbau mit Pultdach, Ende 19. Jahrhundert
  • Einfriedung
  • Pfarrgarten

Das stattliche Gebäude des Pfarrhauses bildet zusammen mit der angrenzenden Pfarrkirche eine ortsbauliche Dominante. Es belegt schon durch seine Dimensionen und die besondere Dachform eines Krüppelwalmdachs die herausgehobene Stellung des evangelischen Pfarrers in der Gemeinde. Das Pfarrhaus und die zugehörige, östlich frei stehende Remise haben wichtigen Zeugniswert für die Kirchen- und Ortsbaugeschichte von Michelbach. Der Pfarrhof dokumentiert anschaulich die Wohn- und Lebensverhältnisse einer evangelischen Pfarrfamilie im 19. Jahrhundert.

100031250BW

Weitere Bilder
Ev. Pfarrkirche Bürgermeister-Wagner-Straße 7
(Karte)
Verputzter Bau, 1783 (i giebelseitiges Portal), spätmittelalterlicher Turm, im Inneren zahlreiche Ausstattung, u.a. Sakramentsnische, 1481, im kreuzgewölbten Altarraum Wandmalereien, um 1440

Die ev. Pfarrkirche von Michelbach bildet gemeinsam mit dem angrenzenden Pfarrhof das religiöse Zentrum der Gemeinde im Kleinen Odenwald. Der gotische Kirchturm bildet die vertikale Dominante im Ortsbild, die spätmittelalterliche, qualitätvolle Kirchenausstattung bezeugt anschaulich die vorreformatorische Kunst- und Kirchengeschichte des Ortes. Die Kirche ist zudem ein wichtiges Zeugnis der Religions- und Konfessionsgeschichte von Michelbach.

100031278
( Wikidata)
Zweiseithof Bürgermeister-Wagner-Straße 10
(Karte)
Bestehend aus:
  • Wohnhaus, zweigeschossiges Fachwerkgiebelhaus mit Satteldach, 1712 (i)
  • Scheune, Massivbau mit Krüppelwalmdach, 1827 (i), Platte mit Inschrift, 1826(i)

Die Hofanlage von Michelbach ist ein wichtiges Dokument bäuerlicher Arbeits- und Lebensweise im Kleinen Odenwald und anhand der Fachwerkbauweise des Wohnhauses und der offen aneinander gebauten zugehörigen Scheune ein anschaulich erhaltenes Zeugnis lokaler Zimmermannskunst. Der Winkelhof ist für die Ortsbaugeschichte der Vormoderne bedeutend.

100031305BW
Stundenstein Friedhofstraße 5
(Karte)
Sandsteinstele mit Inschrift: Nach Reichartshausen 1/2 Stunde nach der Landstraße

Der Distanzstein zeugt von einer Entfernungsausschilderung am südlichen Ortsausgang Michelbachs zu dem circa zwei Kilometer südlich liegenden Reichartshausen. Der Stundenstein ist ein Zeugnis des Verkehrswesens.

100031368BW
Friedhof mit Umfassungsmauer und Torhäuschen Friedhofstraße 12; Schulstraße 1 a
(Karte)
Sandsteinpfeiler am Eingang durchs Torhaus, 1824 (i), Friedhofserweiterung nach Süden, 1975/80

Der südlich des Ortskerns von Michelbach gelegene Friedhof überliefert anschaulich erhalten eine ländliche Friedhofsanlage aus der Zeit, in der die Begräbnisplätze vor allem aus Platz- und hygienischen Gründen um die Kirchen aufgelassen und zahlreiche neue Friedhöfe außerhalb der Ortskerne angelegt wurden. Er dokumentiert Bestattungs- und Erinnerungskultur des christlichen Glaubens und ist zudem ein wichtiges Zeugnis der Ortsgeschichte von Michelbach mit der Friedhofserweiterung des letzten Drittels des 20. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit. Das zur Einfriedung baulich zugehörende Torhaus ist ein für Friedhöfe selten überliefertes Dokument der Baugeschichte.

100031354BW
Winkelhofanlage Lindenstraße 2 a
(Karte)
Bestehend aus:
  • Wohnhaus, eingeschossiges Fachwerkgiebelhaus mit Satteldach, 1799 (i Treppe)
  • Fachwerkscheune mit Satteldach, um 1800

Der Zweiseithof von Michelbach ist ein anschaulich erhaltenes Dokument der traditionell häufigsten Form der Gebäudestellung einer Hofanlage. Die Fachwerkausführung von Wohnhaus und Scheune ist zudem ein lokales Zeugnis von Zimmermannskunst. Der Hakenhof von Michelbach ist ein wichtiges Zeugnis der Ortsbaugeschichte Michelbachs und der Arbeits- und Lebensweise einer Bauernfamilie im Kleinen Odenwald.

100032761BW
Wohnhaus Schönbrunner Straße 2
(Karte)
Eingeschossiges Fachwerkgiebelhaus mit Satteldach und Hochkeller, teilweise verputzt, 1834 (i Sturz)

Das Gebäude am nördlichen Ortsrand von Michelbach belegt mit der Ausführung in Fachwerk lokale Zimmermannskunst und ist ein anschaulich erhaltenes Dokument der Ortsbaugeschichte im nordbadischen Kleinen Odenwald.

100032803BW
Stundenstein Schwanheimer Straße 1
(Karte)
Kleiner Sandsteinobelisk, nach Schwanheim

Der Distanzstein zeugt von einer Entfernungsausschilderung an einer Abzweigung in dem Dorf Michelbach zu dem circa drei Kilometer nördlich liegenden Schwanheim. Der Stundenstein ist ein Zeugnis des Verkehrswesens.

100058304BW
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Einzelnachweise

Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.

Commons: Kulturdenkmale in Aglasterhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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