Liste der Kulturdenkmale in Mudau
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In der Liste der Kulturdenkmale in Mudau sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Mudau im Neckar-Odenwald-Kreis in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
- Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Donebach
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Sog. Riesenmühle | Im Mühlengrund 1; Oberes Ünglertstal (Karte) |
Mühlenanwesen aus Mühlenhaus, Scheune, Kellerhaus, Brücke, Mühlkanal und Garten mit Einfriedung:
Die sog. Riesenmühle befindet sich im Ünglertsgrund am Zusammenfluss des Mudbachs mit dem Donebach. Der Mühlenstandort lässt sich bis ins Jahr 1272 zurückverfolgen, als die Mühle im Rahmen des Verkaufs der Burg Wildenberg an den Bischof von Mainz erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das heutige Anwesen entstand mit seinen Mühl- und Landwirtschaftsbauten sowie seinen wasser- und verkehrsbaulichen Anlagen im Zeitraum vom 18. bis zum 20. Jahrhundert, wobei das Mühlengebäude wohl 1752 errichtet und 1840 umgebaut wurde. Es dokumentiert zusammen mit den Ökonomiebauten die bäuerlich geprägten Lebens-, Wohn- und Erwerbsverhältnisse der hier seit dem 18. Jahrhundert ansässigen Müller und ihrer Familien. Als letzte in Betrieb befindliche Mühle von ehemals sieben Mühlen im Ünglertsgrund ist das Anwesen zugleich ein wesentliches Dokument für die lokale Versorgungs- und Wirtschaftsgeschichte seit dem 18. Jahrhundert und besitzt angesichts seiner nahezu vollständig überlieferten Mühlenausstattung samt Mühlkanal und Äquadukt technikgeschichtlichen Aussagewert für die Wasserkraftnutzung im Kontext der regionalen Mühlentradition der damaligen Zeit. |
100619257 | ||
| Brücke über den Mudbach | Im Mühlengrund 3 (Karte) |
Einjochige Steinbogenbrücke aus Buckelquadern, Brüstungen aus großen behauenen Werksteinen, errichtet 1884 (i)
Die steinerne Brücke führt am südwestlichen Rand des Mühlenweilers Ünglert über den Mudbach und ist ein aussagekräftiges Zeugnis der historischen Wege- und Straßenführung in und um Mudau. Sie dokumentiert die Verkehrs- und Mobilitätsbedürfnisse des Ünglertgrunds im späten 19. Jahrhundert und bezeugt in ihrer Bauart als einjochige Rundbogenbrücke in Buckelquadermauerwerk die regionalen technischen Verkehrslösungen in der damaligen Zeit. |
100619368 | ||
| Bildstock | Im Mühlengrund (Karte) |
Unregelmäßige Bodenplatte mit vierkantigem Schaft und Nischenaufsatz aus rotem Sandstein, eingeritztes Kreuz in Nische, kleines Kreuz im Giebel, Zickzack-Linie an der Unterkante und ein Fünfstern am Schaft eingeritzt, aufgestellt 15. Jahrhundert
Der Bildstock im Mühlenweiler Ünglert wurde wohl im 15. Jahrhundert errichtet und zeichnet sich durch seine archaisch wirkende Kreuzigungsdarstellung sowie seine eingeritzten Linien aus, die angesichts des Drudenfußes im oberen Drittel des vierkantigen Schafts symbolischen Aussagegehalt aufweisen. Als einer der ältesten überlieferten Bildstöcke im Neckar-Odenwald-Kreis handelt es sich demnach um ein wertvolles Zeugnis für gelebte und bildlich wie zeichenhaft zum Ausdruck gebrachte Frömmigkeit sowie für daran geknüpfte Magiepraktiken des Spätmittelalters in der Region. |
100619316 | ||
| Sog. Scholzenkapelle | Im Mühlengrund (Karte) |
Kapelle, kleiner Sandsteinbau unter Satteldach, Eingangsfassade mit Rundbogenportal und gequaderten Ecklisenen, Wulstgesims an den Längsseiten und der Eingangsseite, zweiflügelige beschnitzte Holztür mit strahlenförmigem Oberlicht, tonnengewölbter Innenraum mit Altartisch und Wandreliefs aus Holz, Maria Hilf, hl. Valentinus (links), hl. Wendelinus (rechts), Inschrift: (Inschriftentafel am Altar) SEBAStIAN / MÜLLER VND EVA SEI= / NE HAVSFRAV HAEN / DIESES BILTHEUSLEIN MA= / CHEN LASEN (in den Ecken) 1-7-7-8, Kapelle errichtet 1778 (i)
Die kleine Kapelle befindet sich im Zentrum des Mühlenweilers Ünglert und wurde 1778 von Sebastian Müller und seiner Ehefrau Eva gestiftet. Der Sandsteinbau zeichnet sich durch seine zurückhaltende Formensprache des Spätbarock sowie seinen original überlieferten Altartisch samt hölzernen Wandreliefs mit Darstellungen der fürsorgenden Muttergottes sowie der hll. Wendelin und Valentin aus und bildet eine Stätte der individuellen Einkehr, an welcher lokale Andachts- und Frömmigkeitspraktiken des späten 18. Jahrhunderts in authentischer Weise nachvollzogen werden können. Als Zeugnis inniger und bildlich wie baulich zum Ausdruck gebrachter Religiosität des Spätbarock besitzt die Kapelle zudem kunstgeschichtliche Relevanz und ist für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft der näheren Umgebung von Mudau bezeichnend. |
100619894 | ||
| Bildstock | Im Mühlengrund (Karte) |
Roter Sandstein, Bildaufsatz zeigt die Kreuzigungsszene mit bekrönendem Engelchen sowie Lamm Gottes in Rocaille-Kartusche, Inschrift: (hinten) ALHIER / ERWARTET DIE / RUFFENDE·STIM·IHRES·GÖTLICHEN /RICHTERS / UREWIGEN·GLICHSEELIGEN·VER / EINIGUNG. DER ENTSEELTE·LEICHNAM / DER WOLEDLEN UND ERSAMEN FRAU / ANNA MARIA GROSIN / GEBORNE·STALIN / GEWESENE·EHEGA / DES·WOHL·EDLEN / UND·ERSAMEN·HERRN / DAVID·GROS·DES·RATHS / IN DEM 66·IAHR·; (usw.) kleines eingerilltes Kreuz über der Inschrift, aufgestellt 1759 (i); (Sockel durch Dorfgemeinschaft erneuert 1998 (i))
Der Bildstock im Zentrum des Mühlenweilers Ünglert ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit katholischer Prägung und bildet eine Andachtsstätte, an welcher der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach Tod vergegenwärtigt wird. Während die Totenkopfdarstellung am Kreuzfuß auf den Ort des Geschehens, die Schädelstätte Golgatha, verweist, wird die Rolle Jesu als triumphierender Erlöser von Tod und Sünde in der Darstellung des Lamm Gottes deutlich. Komplettiert wird dieser zentrale Akt der Passion durch die trauernde Muttergottes und den Apostel Johannes, die bei solchen Kreuzigungsdarstellungen auch als biblische und überzeitliche Heilszeugen fungieren. Angesichts der Inschrift auf der Rückseite ist der Bildaufsatz vor dem Hintergrund einer Beisetzung entstanden und diente wohl ursprünglich als Grabmal. Somit verdeutlicht der Bildstock auch die barocke Begräbniskultur des 18. Jahrhunderts in der Region. |
100620136 | ||
| Brücke über den Mudbach | Im Mühlengrund (Karte) |
Einjochige Steinbogenbrücke mit Brüstungen aus großformatigen Sandsteinblöcken, errichtet 19. Jahrhundert
Die steinerne Brücke führt am östlichen Rand des Mühlenweilers Ünglert über den Mudbach und ist ein aussagekräftiges Zeugnis der historischen Wege- und Straßenführung in und um Mudau. Sie dokumentiert die Verkehrs- und Mobilitätsbedürfnisse des Ünglertgrunds im 19. Jahrhundert und bezeugt in ihrer Bauart als einjochige Segmentbogenbrücke mit Brüstungen aus großformatigen Sandsteinblöcken die regionalen technischen Verkehrslösungen in der damaligen Zeit. |
109338983 | ||
| Sog. Antonismühle | Im Mühlengrund 10 (Karte) |
Mühlenanwesen aus Mühlenhaus, Scheune, Hangkeller, Mühlkanal und Hoffläche:
Die sog. Antonismühle befindet sich im Ünglertsgrund nordöstlich des Mühlenweilers Ünglert. Über den erhaltenen Mühlkanal wurde hier einst die Wasserkraft des Mudbachs genutzt, um Energie für die Mahlvorgänge zu gewinnen, wobei sich im Mühlenhaus zuletzt eine 6 PS Osbergturbine befand, die zwei Mahlgänge, einen Schrotgang und einen Plansichter zur Mehlsiebung antrieb. Das Mühlengebäude selbst wurde 1775 errichtet und dokumentiert zusammen mit den Ökonomiebauten die bäuerlich geprägten Lebens-, Wohn- und Erwerbsverhältnisse der hier einst ansässigen Müller und ihrer Familien. Als eines der ehemals sieben Mühlenanwesen im Ünglertsgrund ist die Antonismühle zudem von wesentlicher Bedeutung für die lokale Versorgungs- und Wirtschaftsgeschichte vom späten 18. bis ins 20. Jahrhundert. |
100621203 | ||
| Pumpenhaus Mudbachgruppe mit Trafohaus | Im Mühlengrund 16 (Karte) |
Bestehend aus:
Um den zunehmenden Wasserbedarf der Gemeinden auf dem Höhenrücken des Odenwaldes zu decken, wurde 1911 der Wasserversorgungsbund Mudbachgruppe ins Leben gerufen, welcher die Orte Donebach, Mörschenhardt, Schloßau, Auerbach, Oberscheidental und Reisenbach angehörten. Die Wasserförderung zu den Hochbehältern der jeweiligen Gemeinden erfolgte über das eigens hierfür konzipierte Pumpenhaus im Ünglertsgrund, in welchem die Hochdruckkolbenpumpen zunächst über zwei Pelton-Turbinen angetrieben wurden. Das Pumpsystem wurde in den 1920er-Jahren durch Elektropumpen ergänzt, welche ihre Energie über das benachbarte Trafohaus von der eigens gebauten Stromleitung erhielten. Damit handelt es sich bei dem Pumpenhaus mit nahezu vollständig überlieferter Ausstattung sowie dem Trafohaus um technikgeschichtliche Dokumente für die Modernisierung der lokalen Wasserversorgung im frühen 20. Jahrhundert. Die nach zeittypischen Prinzipien des Reform- und Heimatschutzstils entworfenen Gebäude besitzen zudem architekturgeschichtlichen Aussagewert für gestalterische Lösungen in der regionalen Ingenieursbaukunst der damaligen Zeit. |
100624176 | ||
| Bildstock „Lenze Bild“ | Odenwaldstraße 1 (Karte) |
Sockel mit Fuß und Abdeckplatte, Blockaufbau mit Nische aus rotem Sandstein, darin Skulptur der Maria Himmelskönigin mit Kind, schulterbogig verdacht, Inschrift: (Giebel) O Maria hilf (Sockel) Gewidmet zu Ehren / der hl. Mutter / Gottes von / Martin Lenz 1886, aufgestellt 1886 (i)
Der Bildstock am südlichen Ortsausgang von Donebach ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Martin Lenz und bildet eine Andachtsstätte, welche der zur Himmelskönigin gekrönten Muttergottes gewidmet ist. Somit handelt es sich um eine aussagekräftiges und kunstgeschichtlich bedeutendes Dokument für die regionale Marienverehrung im späten 19. Jahrhundert, das für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Donebach bezeichnend ist. |
100624327 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Unregelmäßige Bodenplatte, Säule mit vierkantigem Fuß, Kapitell und Nischenaufsatz mit Bekrönungskreuz aus rotem Sandstein, Relief, Pietà, Inschrift: (Kreuz) IHS PETER / WEIMER / 1706 (an Kapitell und Säule), aufgestellt 1706 (i)
Der Bildstock befindet sich südlich von Donebach an der Straße nach Mudau und ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Peter Weimer. Er bildet eine Stätte der Einkehr und der Andacht, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes vergegenwärtigt wird. Als Dokument barockzeitlicher Religiosität ist er folglich bezeichnend für die weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft der näheren Umgebung von Mudau. |
100624223 | ||
| Steinkreuz | (Karte) |
Buntsandstein, niederes Steinkreuz aus einem Block mit langen Kreuzarmen und Kreuzkopf, wohl 16./17. Jahrhundert
Bei dem Steinkreuz südlich von Donebach an der Straße nach Mudau handelt es sich wohl um ein Sühnekreuz, einem charakteristischem Zeugnis spätmittelalterlicher bzw. frühneuzeitlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. und teilweise bis ins 17. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt. |
100624268 | ||
| Bildstock | Nähe Odenwaldstraße 3 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Abschlussplatte, Rundsäule mit Reliefaufsatz und Bekrönungskreuz, Pietà und hl. Valentin, Inschrift: (Säule) JOHNN PHILIVS/FETTIG (Sockel) ANNO 1733 OIHR/ALLE DIE IHR/(VORÜ)BERRGE(HET)AVF(DI)SEM WEG ST(EHET STILL)/(UND MER)(CKE(T) OB AUG E(IN)/(SC)HMERTZEN SEI WIE/DER MEIN(E) (in Klammern ergänzt), aufgestellt 1733 (i)
Der Bildstock am südlichen Ortsausgang von Donebach ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Johann Philius Fettig und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes vergegenwärtigt wird. Die rahmenden Heiligendarstellungen, darunter der hl. Valentin, fungieren dabei gewissermaßen als Adressaten der Andacht und nehmen in diesem Kontext auch eine Rolle als Mittlerfiguren ein. Als mehrschichtiges Dokument barocker Religiosität ist der Bildstock demnach bezeichnend für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Donebach. |
100624412 | ||
| Gasthof Zur Linde mit Gasthaus | Odenwaldstraße 33 (Karte) |
Wohnstallhaus, Scheune, Holzlege und Hoffläche:
Der Gasthof Zur Linde ist seit 1910 als solcher bezeugt und befindet sich in prominenter Lage an der Hauptdurchfahrtsstraße des Orts, worin sich seine Funktion als Unterkunft für Durchreisende ausdrückt. In diesem Kontext ist das ehemalige Gasthausgebäude mit ornamentaler Ziergliederung in hellerem Backstein, rustiziertem Werksteinelementen und Sichtfachwerk ein augescheinlicher Beleg für den gehobenen gestalterischen Anspruch des Gastwirts zu Beginn des 20. Jahrhunderts. So entstand das Gasthaus im Jahr 1908 als neuer repräsentativer Treffpunkt für die Ortsgemeinschaft und ersetzte das zu Beginn des 19. Jahrhunderts als erstes Gasthaus errichtete Wohnstallhaus. Als einziger Gasthof des kleinen Orts bezeugt das Anwesen damit die Wirtshaushaustradition im 19. und 20. Jahrhundert und besitzt folglich sozial- und kommunikationsgeschichtliche Aussagekraft für Donebach. Als landwirtschaftliches Anwesen ist der Gasthof zudem ein anschauliches Dokument für die dortigen Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsverhältnisse bäuerlicher Prägung in der damaligen Zeit. |
100626027 | ||
| Denkmal für die Gefallenen und Vermissten des Ersten und Zweiten Weltkriegs | Odenwaldstraße 40 (Karte) |
Drei grob behauene Findlinge aus rotem Sandstein mit je einer eingelassenen Tafel aus schwarzem Marmor mit den Namen der Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege, der mittlere Findling zusätzlich mit Kreuz und flankierenden Palmblättern verziert, durch Gemeinde aufgestellt 1927, erweitert 1954 (i)
Das Gefallenendenkmal befindet sich unmittelbar vor dem ersten Schulhaus an der Kreuzung von Odenwald- und Reiterstraße und wurde 1927 zunächst für die verstorbenen Soldaten aus Donebach errichtet. 1954 erfolgte die Erweiterung für die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs, welche die ursprüngliche Gestaltung in Form von grob behauenen Findlingen mit schwarzen Marmortafeln fortsetzte. Somit ist das Gefallenendenkmal ein charakteristisches Dokument für regional vorherrschende Gedenk- und Erinnerungspraktiken infolge beider Weltkriege und führt die schmerzhaften Auswirkungen der jeweiligen Kriegshandlungen auf die Ortsbevölkerung von Donebach in demonstrativer Weise vor Augen. |
100626233 | ||
| Zwei Schulhäuser mit Schulhof:
- erstes Schulhaus |
Odenwaldstraße 40, 42 (Karte) |
Kleiner eingeschossiger Sandsteinbau unter Satteldach auf teilrustiziertem Kellersockel, errichtet 1866, bis zum Bau des zweiten Schulhauses 1896 in Betrieb;
Die beiden ehemaligen Schulhäuser befinden sich im Zentrum des kleinen Orts an der Hauptdurchfahrtsstraße. Der kleine Rotsandsteinbau des ersten Schulhauses entstand 1866 und war bis zum Bau des benachbarten zweiten Schulhauses 1896 in Betrieb. Letzteres ist durch seine strenge Schaufassade des Spätklassizismus mit geschossübergreifender Eckbossen- und Lisenengliederung sowie Entlastungsbögen und rotem Backstein als repräsentativer Sonderbau hervorgehoben. Bei den Schulhäusern samt Schulhof handelt es sich somit um elementare Zeugnisse für die Entwicklung und Kontinuität des Donebacher Schulwesens von 1866 bis um 1965. Das jüngere Schulhaus besitzt darüber hinaus architekturgeschichtliche Relevanz für den regional vorherrschenden Volksschultyp der wilhelminischen Zeit unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben des badischen Innenministeriums, welche die großflächigen Fenster zur ausreichenden Belichtung der Klassenräume forderten. |
109363621 | ||
| Kath. Filialkirche St. Joseph | Ünglertstraße 3 (Karte) |
Saalkirche aus rotem Sandstein mit Satteldach, eingezogenem, polygonalem Chor und teilweise ins Langhaus integriertem Westturm auf rechteckigem Grundriss mit Pyramidendach, im Nordosten und Südosten eingeschossige Anbauten mit Walmdächern, 1927 (bez.), Gliederung durch Pilaster und hohe Rundbogenfenster, Westfassade und Seitenportal als Tempelfronten mit Dreiecksgiebeln, Eckpilastern, und Rundbogenöffnungen gestaltet, innen flachgedeckter Saal mit Voutendecke, Westempore auf Holzpfeilern mit Orgel, einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör wie neubarockes Altarretabel und Glasfenster von Emil Wachter, 1975, Kirche errichtet 1927 (i) – 1928
Die katholische Filiakirche St. Joseph befindet sich in vereinzelter Lage am östlichen Ortsausgang und bestimmt mit ihrem kräftigem Westturm bereits auf weite Sicht das Dorfbild. Sie entstand aus dem Wunsch heraus, mehr kirchliche Unabhängigkeit gegenüber der Pfarrei Mudau zu erlangen. Um kleinere gottesdienstliche Versammlungen und Andachten abzuhalten, hatte sich die Gemeinde so bereits 1896 eine Kapelle im alten Schulhaus eingerichtet. Nachdem dieser Raum den Ansprüchen im Hinblick auf Kapazität und angemessener Durchführung der Liturgie nicht mehr genügte, entschied sich die Gemeinde zum ersten eigenen Kirchenneubau, der in den Jahren 1927/28 als Saalkirche mit eingezogenem Polygonalchor und teilweise ins Langhaus integriertem Westturm in regionaltypischem Rotsandstein realisiert wurde. Der traditionell anmutende Bau zeichnet sich durch sein wohlproportioniertes und strenges Erscheinungsbild mit symmetrischen Fassaden und antikisierenden Dekor- und Gliederungselementen wie den monumentalisierenden Pilastern oder den als Tempelfronten gestalteten Portalbereichen aus und verkörpert so ein neuklassizistische Formensprache, die sich bewusst an den badischen Klassizismus des bedeutenden Karlsruher Architekten Friedrich Weinbrenner (1766 bis 1826) anlehnt. Damit handelt es sich bei der Filialkirche um ein architekturgeschichtlich bedeutendes Dokument des neuklassizistischen Sakralbaus der 1920er-Jahre in der Region. Als geistlicher Mittelpunkt der nach Mudau eingepfarrten Filialgemeinde besitzt das Gebäude überdies zentrale Aussagekraft für die jüngere Glaubens- und Siedlungsgeschichte von Donebach seit 1929. Nicht zuletzt sind die ausdrucksstarken Glasfenster des namhaften Karlsruher Malers und Bildhauers Emil Wachter (1921 bis 2012) für die moderne Sakralkunst der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts in Baden-Württemberg von Belang. |
100627764 | ||
| Bildstock | Ünglertstraße 3 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Fuß und Abschlussplatte, darauf vierkantiger Schaft mit Kapitell und reich gegliederter Relieftafel mit Bekrönungskreuz aus Metall, Krönung Mariens und links je ein Bischof (Hl. Valentinus, links), Inschrift: (Schaft) V. P. / 1·735· // 1856 (Sockel) Waß ist das für / eine, welche her für tritt, / wie die auffgehente morgen / röthe, schön, wie der mond, / außerwöhlet wie die Sonne. / Cant: 6. C. V. 9., aufgestellt 1735 (i), überarbeitet 1856 (i)
Der Bildstock unmittelbar vor der Filialkirche St. Joseph ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und bildet eine kombinierte Stätte der Einkehr und Andacht, an welcher einerseits die Krönung der Muttergottes zur Himmelskönigin durch die Dreifaltigkeit vor Augen geführt wird und andererseits die als Rahmenfiguren dienenden Heiligen im Gebet angerufen werden können. Somit handelt es sich um ein bezeichnendes Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Donebach. In seiner filigranen barocken Gliederung mit ausladenden Volutenkonsolen, gekrümmtem Schulterbogen und geflügelten Puttiköpfen besitzt der Aufsatz überdies kunstgeschichtlichen Quellenwert für die regionale Bildhauerkunst der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. |
100627848 | ||
| Friedhofskreuz mit Gedenktafel der im Ersten Weltkrieg Gefallenen | Ünglertstraße 11 (Karte) |
Vierkantiger Sockel mit Basis, Abschlussplatte und lateinischem Kreuz aus rotem Sandstein, Korpus aus Kalkstein, Namen der Gefallenen im Sockel eingemeißelt, Inschrift: (Sockel vorne) „WER MIT CHRISTUS GELITTEN WIRD MIT IHM VERHERRLICHT.“, angefertigt um 1930
Das Friedhofskreuz nimmt als Gedenkstätte zu Ehren der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus Donebach eine essenzielle Rolle innerhalb der örtlichen Gedenk- und Erinnerungskultur ein. Gleichzeitig verdeutlicht es die Verbindung von christlichem Erlösungsglauben und Kriegstod im Kontext solcher Andachtsstätten der Zeit um 1930 in der Region. |
100627974 | ||
| Bildstock | Wildenburgweg 1 (Karte) |
Roter Sandstein, unregelmäßige Bodenplatte mit vierkantigem Schaft und Nischenaufsatz mit Satteldach und Bekrönungskreuz, Tonrelief Pietà, Inschrift: (Schaft) L. P / MARIA / P. S, aufgestellt um 1700
Der Bildstock am nordöstlichen Ortsrand beherbergt eine als Tonrelief gefertigte Pietà und bildet demnach eine Stätte der Einkehr und Andacht, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes vergegenwärtigt wird. Als barockzeitliches Zeugnis gelebter und bildlich zum Ausdruck gebrachter Frömmigkeit ist der Bildstock damit bezeichnend für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Donebach. |
100627731 | ||
| Bildstock | Wildenburgweg 10 (Karte) |
Vierkantiger Schaft mit Bodenplatte, Nischenaufsatz und Bekrönungskreuz aus rotem Sandstein, Herz Jesu, Inschrift: (Kreuz) IHS (Schaft) 1705 / HG / P. S, aufgestellt 1705 (i)
Der Bildstock am nördlichen Ortsausgang ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit katholischer Prägung und bildet eine dem Herzen Jesu gewidmete Stätte der Einkehr und der Andacht. Das durch die Seitenwunde geöffnete Herz Jesu gilt nach dem Johannesevangelium als Quelle der Sakramente sowie als Ursprung der erlösenden Liebe Christi. Solche sakralen Kleindenkmale sind für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft bezeichnend. |
100628040 |
Langenelz
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Bildstock | Alte Straße 5 (Karte) |
Vierkantiger Schaft mit Sockel und Reliefaufsatz mit Bekrönungskreuz aus rotem Sandstein, Pietà, Inschrift: (Schaft) 1704 / MGW (Metalltafel unten am Schaft), angefertigt 1704 (i)
Der Bildstock in der Alten Straße ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes in naiv anmutender Darstellungsweise vor Augen geführt wird. Als Dokument barocker Religiosität ist der Bildstock damit ein bezeichnender Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Langenelz. |
100628853 | ||
| Odenwälder Einhaus | An der Kapelle 4 (Karte) |
Eingeschossiges Traufenhaus unter Satteldach, massiver Stallteil (zu Wohnzwecken umgebaut), Wohnteil aus Fachwerk, mit Langholzschindeln verkleidet, Sandsteintreppe, im Kellersockel Segmentbogenportal mit Jahreszahl und Initialen im Bogenscheitel, errichtet 1810 (i)
Das traufständig ausgerichtete Einhaus ist als Teil der historischen Bebauung von Langenelz von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung. Der durch lokaltypische Langholzschindeln verkleidete Bau vereinigt in seiner Bauart Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach, wobei sich die Nutztierställe im massiven Gebäudeteil befanden. Als charakteristischer Vertreter des mittlerweile selten gewordenen, regionaltypischen Odenwälder Einhauses dokumentiert der Bau somit bäuerlich geprägtes Leben, Arbeiten und Wirtschaften des frühen 19. Jahrhunderts in Langenelz und ist zugleich für die regionale Hausforschung bedeutsam. |
100629516 | ||
| Sog. Bittkapelle | An der Kapelle (Karte) |
Kapelle, kleiner verputzter Massivbau unter Satteldach, Eingangsseite mit Holz verkleidet, im tonnengewölbtem Innenraum einfacher Altarsockel mit Pietà, errichtet 18./19. Jahrhundert
Das kleine Gebäude der sog. Bittkapelle in Oberlangenelz ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich wie baulich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine intime Stätte der Einkehr und der individuellen Andacht, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes in eindrücklicher Weise vor Augen geführt wird. Solche sakralen Kleinstbauten zur Kontemplation sind dabei auszeichnende Bestandteile der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft in und um Mudau.[1] |
100629583 | ||
| Bildstock | Elztalstraße (Karte) |
Vierkantiger Schaft mit Sockel und häuschenähnlichem Nischenaufsatz aus rotem Sandstein, Pietà, Inschrift: (Sockel) Erichtet / Durch / Bardel / Grünwald / 1874, aufgestellt 1874 (i)
Der Bildstock an der Kreuzung von Elztalstraße und An der Kapelle ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Bardel Grünwald und bildet eine Stätte der Einkehr, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes vergegenwärtigt zur kontemplativen Andacht wird. Solche sakralen Kleindenkmale sind für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Langenelz charakteristisch. |
100637557 | ||
| Bildstock | Nähe An der Wanderbahn 10 (Karte) |
Schaft mit Sockel und Reliefaufsatz aus rotem Sandstein, Hl. Familie, Hl. Geist, Gott Vater, (Schaft) St. Wendelin, Barock, Johannes und Agnes Benig, Inschrift: „EX VOTO/IOHANES/BENIG/SCHVLTE/ISVNDAG/NESDESEN/EHEWEIB/?LANGEN/ELZ ANO/1805“, aufgestellt 1805 (i)
Der Bildstock zwischen Mudau und Oberlangenelz ist Zeugneis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Johannes und Agnes Benig und bildet eine vielschichtige Stätte der Einkehr, an welcher die Andacht durch Heiligendarstellungen, hier des hl. Wendelin, oder durch die Visualisierung der Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes angeregt und vertieft werden soll. Als charakteristisches Dokument spätbarocker Religiosität ist der Bildstock somit ein bezeichnender Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft in und um Mudau. |
100629655 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Vierkantiger Sockel mit Schaft und Reliefaufsatz mit Satteldach aus weißem Sandstein, Bildmotiv: Kruzifixus, Inschrift: (Schaft) „gott zu/Ehren/hatt diesen/Bildtstock/aufrichten/lassen./georg Lenz/von hier./1738, 1935: georg henn?“, aufgestellt 1738 (i), überarbeitet 1935 (i)
Der Bildstock im Gewann Eichtrieb zwischen Mudau und Langenelz ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Georg Lenz und bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Als Dokument barockzeitlicher Religiosität ist der Bildstock damit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft in der näheren Umgebung von Mudau. |
100639774 | ||
| Stallscheune | Auerbergstraße (Karte) |
Großer Fachwerkbau auf steinernem Unterbau unter Satteldach, zwei breite Torflügel mit strahlenförmig angeordneten Hölzern im Bogen, seitlich zwei Schmuckpilaster mit Volutenaufsätzen, über dem Torbogenscheitel Schmuckkartusche mit Rocailles, gesimsartigem Abschluss, Namen und Jahreszahlen, Sichtfachwerk mit Rautenmustern, errichtet durch Karl Schäfer, 1915 bis 1922 (i)
Die stattliche Stallscheune bildet einen prägenden Bestandteil der historischen Bebauung von Langenelz und zeichnet sich dabei durch ihre äußerst bemerkenswerte baukünstlerische Gestaltung aus, die sich anhand der neubarocken Inschriftkartusche, dem rautenfrömigem Zierfachwerk, den breiten Torflügeln mit strahlenförmig angeordneten Hölzern im Bogenfeld sowie den flankierenden Schmuckpilastern mit barockisierenden Volutenaufsätzen ablesen lässt. Das Gebäude bezeugt damit den gehobenen Repräsentationsanspruch sowie das ausgeprägte Standesbewusstsein des Bauherren Karl Schäfer und besitzt folglich bautypologischen sowie architekturgeschichtlichen Quellenwert für solche großbäuerlichen Ökonomiebauten des frühen 20. Jahrhunderts in der Region. Darüber hinaus dokumentiert der Bau landwirtschaftliches Arbeiten und Wirtschaften sowie die daran geknüpfte Nutztierhaltung in der damaligen Zeit. |
100629806 | ||
| Bildstock | Auerbergstraße 14 (Karte) |
Vierkantiger Sockel mit vierkantigem Schaft und Relieftafel aus rotem Sandstein, Heilige Familie, Hl. Wendelinus (rechts), Bischof (Valentinus?, links), Inschrift: (Sockel) DIESES/BILD / HAT/MACH / EN/LASEN / VALTIN / BIEMER / UND DESEN / EHFRAU IOSEA / ANNO 1841, angefertigt 1841 (i)
Der Bildstock neben der stattlichen Scheune Auerbergstraße 14 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Valtin Biemer und dessen Ehefrau Iosea und bildet eine der Heiligen Familie gewidmete Andachtsstätte. Solche sakralen Kleindenkmale sind für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Langenelz bezeichnend. |
100629834 | ||
| Kilometer- bzw. Wegweiserstein | Buchener Straße 2 (Karte) |
Roter Sandsteinobelisk mit Richtungs- und Entfernungsangaben: Unter u. Oberscheidental 4,0 bzw. 5,2 km Reisenbach 7,4 km / Buchen 10,9 km Mudau 2,0 km / Unter u. Oberscheidental 4,0 bzw. 5,2 km Reisenbach 7,4 km, aufgestellt nach 1872
Der Kilometer- bzw. Wegweiserstein befindet sich an der Kreuzung von Auerberg- und Buchener Straße. Auf dem Obelisk aus rotem Sandstein sind die Richtungsangaben mit Ortsname und Richtungspfeil sowie die Entfernungen in Kilometer vom Standort des Steins nach Unter- und Oberscheidental, Reisenbach, Buchen sowie nach Mudau eingemeißelt. Die Entfernungsangaben in Kilometer belegen die Aufstellung des Steins nach der verbindlichen Einführung des metrischen Systems im Jahr 1872 im Deutschen Kaiserreich. Der Wegweiserstein ist damit ein wichtiges Dokument für das historische Straßen- und Wegenetz in der Region sowie für das frühere Verkehrs- und Orientierungssystem im damaligen Großherzogtum Baden. Darüber hinaus gibt er Aufschluss über die reichsweite Vereinheitlichung des Messwesens im späten 19. Jahrhundert. |
100630224 | ||
| Bildstock | Buchener Straße 7 (Karte) |
Schaft mit Sockel und Relieftafel mit Bekrönungskreuz, Kruzifixus, angefertigt 18. Jahrhundert (Versetzung des Bildstocks von der gegenüberliegenden Straßenseite an den heutigen Standort aufgrund von Straßenbauarbeiten)
Der Bildstock heute hinter dem Gebäude Buchener Straße 7 befindliche Bildstock ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Solche sakralen Kleindenkmale sind für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Langenelz bezeichnend. |
100630389 | ||
| Schul- und Rathaus (heute Wohnhaus) | Buchener Straße 15 (Karte) |
Zweigeschossiges Traufenhaus unter Satteldach mit Dachreiter, Sandsteinbau mit Sockel- und Sohlbankgesims und achsensymmetrischer Gliederung, Eingang mit rechteckigem Profilgewände und historischem Türblatt, zweiläufige Freitreppe in Trapezform mit Eisengeländer, die großen Fenster im Erdgeschosses markieren das Klassenzimmer und das Ratszimmer, errichtet 1882 (i), bis in die 1960er Jahre in Betrieb
Das traufständig ausgerichtete Schul- und Rathaus ist durch seinen Dachreiter sowie seine achsensymmetrische Schaufassadengliederung mit Sockel- und Sohlbankgesims, zweiläufiger Freitreppe sowie waagerecht verdachtem Profilgewände vor dem Hauptportal als Sonderbau mit Mittelpunktsfunktion gekennzeichnet. Die strenge und teils antikisierende Formensprache des Baus belegt dabei den maßgeblichen Einfluss des Klassizismus beim Entwurf solcher öffentlicher Verwaltungs- und Schulhausgebäude im Großherzogtum Baden des späten 19. Jahrhunderts. Die Zusammenfassung gleich zwei öffentlicher Bauaufgaben spiegelt zugleich den finanziellen sowie organisatorischen Pragmatismus in solchen ländlichen Dorfgemeinden wider. Somit ist das Gebäude von architekturgeschichtlicher Relevanz für den badischen Spätklassizismus und besitzt als zweites Schul- und Rathaus des Dorfs elementare Aussagekraft für die neuere Orts- und Bildungsgeschichte von Langenelz am Ende des 19. sowie in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. |
100630458 | ||
| Bildstock | Einbacher Weg 2 (Karte) |
Vierkantiger Schaft mit stärkerem Fuß und Nischenaufsatz mit Bekrönungskreuz aus rotem Sandstein, Hl. Familie aus Ton, Inschrift: (Schaft) diesen bi / ltt stock h / auff / richten / lasen ha / nß adam / friedel 7 von lan / geneltz / anno / 1750 (Bekrönungskreuz) INRI, angefertigt 1750 (i) (Bildstock wurde auf die andere Seite des Wohnhauses Nr. 2 versetzt)
Der Bildstock im Einbacher Weg ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Adam Friedel und bildet eine der Heiligen Familie gewidmete Andachtsstätte, welche der individuellen Kontemplation und Einkehr dient. Als Dokument barockzeitlicher Religiosität besitzt der Bildstock somit bezeichnenden Wert für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Langenelz. |
100636396 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Monolith bestehend aus einem vierkantigen, Sockel, einem vierkantigen Schaft und Nischenaufsatz aus rotem Sandstein, Maria Himmelskönigin, Inschrift: (Schaft) GOT ZV / LON VND / EHR HAT / BARTHEL / BÄRBERIG / VON LA / NGENELZ / DIESEN / BILDSTO / CK MACH / EN LASEN / ANNO / 1763, aufgestellt 1763 (i)
Der Bildstock befindet sich am Alten Einbacher Weg südöstlich von Langenelz und ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Barthel Bärberig. Er bildet mit seiner kleinen Marienskulptur eine Stätte der Einkehr und Andacht, an welcher die zur Himmelskönigin gekrönte Muttergottes verehrt werden kann. Als Dokument barockzeitlicher Religiosität ist der Bildstock damit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft um Langenelz. |
100640398 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Vierkantiger Schaft Bodenplatte, Sockel und Nischenaufsatz, Pietà, Inschrift: (Schaft) DIESEN / BILDSTOCK / HAT MAC: / HEN LASE / EN HANS / ADAM ROS / VON AVE / RBACH / ZVR GE / DÄCHTN / VS SEIN / ER DOCH / TER WEIL / SIE HIER / IST VOM / BAVM / ERSCHLA / GEN WO / RDEN / ANNO / 1763, aufgestellt 1763 (i)
Der Bildstock befindet sich am bewaldeten Rand des Alten Einbacher Wegs und ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität seitens des Stifters Adam Ros aus Auerbach. Der Bildstock entstand dabei zum Gedenken an die hier von einem Baum erschlagene Tochter des Stifters, womit es sich um eine Stätte der Einkehr und der Totenerinnerung handelt, die mit der Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes, ein hierfür bezeichnendes Trauermotiv aufweist. Als aussagekräftiges Dokument barockzeitlicher Frömmigkeits- und Andachtspraktiken ist der Bildstock somit ein ausdrucksstarker Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft um Langenelz. |
100640520 | ||
| Bildstock | Einbacher Weg 14 (Karte) |
Roter Sandstein, Sockel mit Schaft, Nischenaufsatz und Bekrönungskreuz, Herz Jesu und zwei Engel, Inschrift: (Sockel) /1743 / DIESN / BILTSTEO / CK/HAT / VALTIN / TROM / VND KA / THARINA / SEIN HAVS / FRAV GOT / ZV EHEREN / AVFRICHE / LASEN, aufgestellt 1743 (i)
Der Bildstock im Einbacher Weg ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Valtin Trom und seiner Ehefrau Katharina und bildet angesichts seiner kleinen Skulpturen eine dem Herzen Jesu gewidmete Stätte der Einkehr und Andacht. Das durch die Seitenwunde geöffnete Herz Jesu gilt nach dem Johannesevangelium als Quelle der Sakramente sowie als Ursprung der erlösenden Liebe Christi. Als sprechendes Beispiel barockzeitlicher Religiosität besitzt der Bildstock somit bezeichnenden Wert für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Langenelz. |
100636733 | ||
| Brunnenanlage aus Brunnenhaus und längsrechteckigem Wasserbecken | Elztalstraße 24 (Karte) |
Nach hinten geneigtes Pultdach aus einer Sandsteinplatte (in zwei Teile gebrochen), erstellt im 18./19. Jahrhundert
Die Brunnenanlage, bestehend aus kleinem Brunnenhaus mit Pultdach und längsrechteckigem Trog, ist ein aussagekräftiges Zeugnis für die Wasserverosrgung des 18./19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Langenelz. Als Viehtränke und Löschwasserspeicher veranschaulicht die Anlage zudem dörfliche Gemeinschaftsaufgaben und bildete zugleich einen gesellschaftlichen Treffpunkt der Ortsbevölkerung, kam man hier doch bei der Brauchwasserabholung ins Gespräch mit den anderen Einwohnern. |
109376293 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Vierkantiger Schaft mit Kapitell auf einem Sockel und Relieftafel mit Bekrönungskreuz aus rotem Sandstein, Pietà, Hl. Geist, unten Rosette, Inschrift (Sockel) Dieses bild / hat machen / lasen / Mic / hael / benig / und Marga / reha sein haus / frau 1770, aufgestellt 1770 (i), überarbeitet 198? (i)
Der Bildstock an der Straße Richtung Scheidental ist Zeugnis gelebter und bildlich zum Ausdruck gebrachter Religiosität seitens der Stifter Michael und Margaretha Benig und bildet eine Stätte der Einkehr und der Andacht, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes vergegenwärtigt wird. Als Dokument spätbarocker Frömmigkeit ist der Bildstock somit ein bezeichnendes Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft in der näheren Umgebung von Mudau. |
100639535 | ||
| Parallelgehöft aus Wohnstallhaus | Hirtengasse 1 (Karte) |
Scheune, Kellerhaus und Hoffläche:
Die Hofanlage ist als Teil der historischen Bebauung von Langenelz von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und setzt sich aus den parallel zueinander ausgerichteten Gebäudes des Wohnstallhauses und der Scheune sowie dem quer angeordneten Kellerhaus zusammen. Das in lokaltypischen Rotsandsteinquadern errichtete Wohnstallhaus vereinigt in seiner quergeteilten Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach, wobei sich die hofseitig über eine breite Rampe erschlossenen Nutztierställe in der westlichen Gebäudehälfte untergebracht sind. Als geschlossen überlieferte Hofanlage besitzt das Parallelgehöft somit hauskundlichen sowie bautypologischen Quellenwert für solche landwirtschaftlichen Anwesen des 19. Jahrhunderts in der Region und dokumentiert zugleich bäuerlich geprägte Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsverhältnisse der damaligen Zeit in Langenelz. |
100637632 | ||
| Bildstock | Hirtengasse (Karte) |
Sockel mit vierkantigem Schaft und Bildaufsatz mit Kreuzdach und Bekrönungskreuz, Kreuzigungsszene mit Putto, Inschrift: (Schaft) ANNO / 17010 / DIESE / FIUR GO / TT B (spiegelverkehrt) UEH / REN / MICHEL / GRÜN / WALD / ANA MA / RIA SEIN / HAUS / FRAUW (im Relief) INRI, Kartusche mit nach oben gerichteter Pflugschar, angefertigt 1701 bzw. 1710 (i) (Versetzung von nahegelegener Pferdekoppel an den heutigen Standort)
Der in lokaltypischem Rotsandstein gefertigte Bildstock befindet sich im Bereich des Gebäudes Hirtengasse 2 und ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der bäuerlichen Stifter Michel Grünwald und seiner Ehefrau Anna Maria. Er bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Als sprechendes Beispiel barockzeitlicher Religiosität nimmt der Bildstock eine bezeichnende Rolle innerhalb der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Langenelz ein. |
100636574 | ||
| Wegkreuz | (Karte) |
Vierkantiger, zweistufiger Sockelaufbau mit Abschlussplatte aus rotem Sandstein, filigran gestaltetes Kruzifix mit hohem Fuß aus Metall, Inschrift: (Sockel) Zum Andenken an unseren am / 15. Mai 1938 hier im Alter von 48 / Jahren tötlich verunglückten / lieben Gatten und Vater / Karl Bauer / Erbhofbauer von Langenelz. / Mein Jesus Barmherzigkeit! / gestiftet von seiner Ehefrau / Anna Bauer geb. Friedel, aufgestellt 1938 (i)
Das Wegkreuz im Gewann Burig südöstlich von Langenelz ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität seitens der Stifterin Anna Bauer. Das Wegkreuz entstand dabei zum Gedenken an ihren hier tödlich verunglückten Gatten Karl Bauer, womit es sich um eine Stätte der Einkehr und der Totenerinnerung handelt. Vor diesem Hintergrund verweist das filigran gestaltete Metallkruzifix auf den christlichen Glauben an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod. Als gehaltvolles Dokument für Frömmigkeits- und Andachtspraktiken der 1930er-Jahre ist das Wegkreuz somit ein ausdrucksstarker Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft um Langenelz. |
100640218 | ||
| Bildstock | Nähe Hirtengasse 2 (Karte) |
Weißer und roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Schaft und häuschenähnlichem Nischenaufsatz, Figur der Muttergottes mit Kind (ehemals Relieftafel mit Kruzifix), Inschrift: nur noch Buchstabenfragmente erkennbar, Zeichen am Schaft unterhalb der Inschrift, aufgestellt wohl 1750 (i)
Der Bildstock im Bereich des Gebäudes Hirtengasse 2 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und bildet angesichts der kleinen Marienskulptur eine Stätte der Einkehr, an welcher der zur Himmelskönigin gekrönten Muttergottes gedacht werden soll. Solche sakralen Kleindenkmale sind für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Langenelz bezeichnend. |
100637681 | ||
| Bildstock | Laudenberger Straße 9 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Abschlussplatte, abgefaster Schaft und Relieftafel mit Einberg und Hl. Dreifaltigkeit, Inschrift: (Sockel) Erichtet im Jahre / 1875 durch J. Joseph Mechler / und seine / Ehefrau Josefa / zur Ehre Gottes, 1875 (i)
Der Bildstock neben dem Gebäude Laudenberger Straße 9 ist Zeugnis einer innig gelebeten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter J. Joseph Mechler und seiner Ehefrau Josefa und bildet eine der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmete Stätte der Einkehr und Andacht, an welcher die Wesenseinheit Christi mit Gottvater und dem Heiligen Geist vergegenwärtigt wird. Als sprechendes Dokument für die ländliche Religiosität des späten 19. Jahrhunderts ist der Bildstock somit ein bezeichnender Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Langenelz. Anhand des Aufsatzes mit Voluten, flankierenden Pilastern, abschließender Krone und geflügeltem Puttokopf lassen sich darüber hinaus neubarocke Gestaltungsmerkmale in der lokalen Sakralkunst der damaligen Zeit ablesen. |
100639474 | ||
| Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs | Nähe Laudenberger Straße (Karte) |
Rechteckiger Unterbau mit hoher Bodenplatte und gegliedertem Sockel mit Inschriftentafeln und Bildfeldern, darin Schwertreliefs, Sockel mit flammenbekrönten Kugelaufsätzen, eingelassene Inschriftentafeln aus schwarzem Marmor, Obelisk mit Inschrift, Kriegsattributen (Lorbeer, Fahne, Stahlhelm) und bekrönendem Eisernem Kreuz, aufgestellt durch Militärverein, 1926, erweitert für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs und an heutigen Standort versetzt 1965/67
Das Gefallenendenkmal befindet sich in markanter Lage unmittelbar vor dem Friedhof an der Gabelung von Neckar- und Laudenberger Straße. Es wurde 1926 vom örtlichen Militärverein zu Ehren der im Ersten Weltkrieg verstorbenen Soldaten aus Langenelz aufgestellt und verkörpert in seinem monumentalen Aufbau als Obelisk auf altarartigem Sockel sowie durch seine Kriegsattribute (Eisernes Kreuz, Fahnen-, Lorbeer-, Stahlhelm- und Schwertreliefs) zeittypische Formen des nationalpatriotisch gefärbten Soldatengedenkens. Dabei werden die Soldaten als gefallene Kriegshelden gewissermaßen sakralisiert. Somit ist das Gefallenendenkmal, welches 1965/67 für die verstorbenen Soldaten des Zweiten Weltkriegs erweitert wurde, ein zentraler Bestandteil der örtlichen Gedenk- und Erinnerungskultur infolge beider Weltkriege und verdeutlicht charakteristische Ausdrucksweisen der militaristisch geprägten Kriegsbewältigung zur Zeit der Weimarer Republik. |
100637968 | ||
| Bildstock | Struthäcker 1 (Karte) |
Vierkantiger Schaft mit Sockel und Nischenaufsatz aus rotem Sandstein, Bildmotiv fehlt (Marienskulptur sekundär), Inschrift: (Sockel) Errichtet / durch / Geog / Adam / Henn / 1871, aufgestellt 1871 (i)
Der Bildstock gegenüber dem Gebäude Struthäcker 2 ist Zeugnis einer gelebten Frömmigkeit seitens des Stifters Georg Adam Henn und bildet eine Stätte der Einkehr und der Andacht. Solche sakralen Kleindenkmale sind für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Langenelz charakteristisch. |
100629753 | ||
| Bildstock | Struthäcker 21 (Karte) |
Roter und weißer Sandstein, vierkantiger Sockel mit einem aus zwei Hälften zusammengesetzten Schaft und ein Nischenaufsatz, Marienskulptur, Inschrift: (DIE)S(E) / (BILD)S(TO)C / KH(A)T / AUFRI / CHTEN / LASEN / IAM / NS/M / P 1857, aufgestellt 1857 (i)
Der Bildstock am Elzübergang unmittelbar südlich von Oberlangenelz ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet angesichts ihrer kleinen Marienskulptur eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche der Muttergottes gewidmet ist. Als sprechendes Beispiel für die Marienverehrung in der Mitte des 19. Jahrhunderts ist der Bildstock somit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Langenelz. |
100636820 |
Mörschenhardt
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Tafelbildstock | Ernsttaler Straße 2 (Karte) |
Roter Sandstein, Mineros, vierkantiger, nach oben verjüngender Schaft, Relieftafel und Bekrönungskreuz, Pietà (Aufsatz), Hl. Wendelinus (am Schaft), Inschrift: (Schaft) EX VOTO / MICHAEL / STEIN V / ANASTAS / IA DESEN / EHEWEIB / ANO 1803, 1803 (i)
Der Bildstock am südöstlichen Ortsrand ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Michael Stein und dessen Ehefrau Anastasia und bildet eine durch spätbarocke Zierformen ausgezeichnete Stätte der Einkehr, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes zur kontemplativen Andacht vor Augen geführt wird. Die Darstellung des hl. Wendelin am Schaft erzeugt eine zweite Andachtsebene, womit es sich auch um ein sprechendes Beispiel der lokalen Heiligenverehrung zu Beginn des 19. Jahrhunderts handelt. Solche sakralen Kleindenkmale, hier mit spätbarocken Dekorelementen, sind die für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Mörschenhardt charakteristisch. |
100641101 | ||
| Wegkreuz | (Karte) |
Grüner Sandstein, Marmor, Bodenplatte, Sockel mit Fuß und Abschlussplatte, lateinisches Kreuz mit gelappten Balkenenden, Basis und Corpus, Inschrift: (Marmortafel) Vater vergib Ihnen/denn Sie wissen nicht/was Sie tun./Es ist vollbracht! (Sockelfuß) Gestiftet von Andreas Müller/und dessen Ehefrau Margaretha/geb. Lenz von Mörschenhardt 1925, 1925 (i)
Das Wegkreuz an der Straße nach Donebach ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der aus Mörschenhardt stammenden Stifter Andreas Müller und dessen Ehefrau Margaretha und bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Als Dokument der lokalen Religiosität der 1920er-Jahre ist das Wegkreuz ein bezeichnender Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Mörschenhardt. |
100650835 | ||
| Schul- und Rathaus | Ernsttaler Straße 15 (Karte) |
Zweigeschossiger Sandsteinbau unter Satteldach mit Glockentürmchen, Fassaden mit achsensymmetrischer Gliederung und Sohlbankgesims zum Obergeschoss, die großen Fenster im Erdgeschosses markieren das Klassenzimmer und das Ratszimmer, zweiläufige Freitreppe in Trapezform, segmentbogiges Hauptportal, errichtet 1882
Das ehemalige Schul- und Rathaus ist durch seinen Dachreiter sowie seine achsensymmetrische Schaufassadengliederung in zurückhaltenden Formen des Spätklassizismus als Sonderbau ausgezeichnet und besitzt anschaulichen Quellenwert für die Bautypologie des dörflichen Volksschulhauses der wilhelminischen Zeit im damaligen Großherzogtum Baden unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben des badischen Innenministeriums, welche die großflächigen Fenster zur ausreichenden Belichtung der Klassenräume im Erdgeschoss forderten. Gleichzeitig ist das Gebäude ein beredtes Zeugnis der ländlichen Kommunalverwaltung in der damaligen Zeit, wobei die Vereinigung von Bildungsaufgaben und Gemeindeverwaltung aus finanziellen und organisatorischen Gründen erfolgte und für den dörflichen Pragmatismus charakteristisch ist. Somit nimmt das Schul- und Rathaus einen elementaren Stellenwert innerhalb der Orts-, Bildungs- und Sozialgeschichte vom späten 19. bis in die 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts ein. |
100641133 | ||
| Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs | Ernsttaler Straße 15 (Karte) |
Roter Sandstein, drei Steinquader auf getrepptem Podest, mittlerer Quader mit Kreuz, Inschrift: DIE TOTEN MAHNEN, flankierende Steinquader mit den Namen der Gefallenen, errichtet durch die Gemeinde 1967/68
Das Gefallenendenkmal neben dem ehemaligen Schul- und Rathaus erinnert an die aus Mörschenhardt stammenden Soldaten, die im Rahmen der Kampfhandlungen des Ersten und Zweiten Weltkriegs zu Tode kamen. Es nimmt daher eine zentrale Rolle innerhalb der modernen Erinnerungs- und Gedenkkultur von Mörschenhardt ein und führt die schmerzhaften Auswirkungen der beiden Weltkriege auf die Ortsbevölkerung in unmittelbarer Weise vor Augen. |
109250681 | ||
| Steinkreuz | Nähe Ernsttaler Straße 30 (Karte) |
Weißer Sandstein, unregelmäßige Bodenplatte, hohes Steinkreuz in lateinischer Form, Inschrift (in der Vierung) 168I (unten) renovirt / 1904, 1681 (i), renoviert 1904 (i)
Bei dem Steinkreuz bei dem Gebäude Ernsttaler Straße 32 handelt es sich wohl um ein Sühnekreuz, einem charakteristischem Zeugnis spätmittelalterlicher bzw. frühneuzeitlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. und teilweise bis ins 17. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt. |
100641195 | ||
| Bildstock | (Karte) |
100650744 | |||
| Bildstock | (Karte) |
100651688 | |||
| Bildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, unregelmäßige Bodenplatte, vierkantiger Schaft, Nischenkopfteil, Lourdesmadonna, 19. Jahrhundert
Der Bildstock nördlich von Mörschenhardt ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck Frömmigkeit und bildet eine der Madonna von Lourdes gewidmete Andachtsstätte, womit es sich um einen charakteristischen Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft des Orts handelt. |
100643377 | ||
| Bildstockfragment | (Karte) |
Roter Sandstein, unregelmäßige Bodenplatte, Säule mit vierkantigem Fuß- und Abschlussteil, Bildmotiv fehlt, 18. Jahrhundert
Das Bildstockfragment südlich von Mörschenhardt ist Zeugnis einer gelebten Lokalfrömmigkeit. |
100651810 | ||
| Bildstock | (Karte) |
100650955 | |||
| Tafelbildstock | Preunschener Straße (Karte) |
Roter Sandstein, Sockel, vierkantiger Schaft mit Hl. Valentinus, Reliefaufsatz mit Pietà-Darstellung, Bekrönungskreuz aus Metall, Inschrift: (Schaft) EX VOTO/ANDREAS/GRAMLICH/SCHVLTEIS/CLARA des/en Ehe weib/von/mörsch/enhart ANO/1801/renoviert/1903, 1801 (i), renoviert 1903 (i)
Der Bildstock am Gebäude Preunschener Straße 17 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter, des ehemaligen Schultheißen Andreas Gramlich und dessen Ehefrau Clara und bildet eine durch spätbarocke Zierformen ausgezeichnete Stätte der Einkehr, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes zur kontemplativen Andacht vor Augen geführt wird. Die Darstellung des hl. Valentin am Schaft erzeugt eine zweite Andachtsebene und, wodurch es sich auch ein sprechendes Beispiel der lokalen Heiligenverehrung zu Beginn des 19. Jahrhunderts handelt. Solche sakralen Kleindenkmale sind für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Mörschenhardt bezeichnend. |
100643569 | ||
| Bildstock | Preunschener Straße 25 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Schaft, Nischenaufsatz mit bekrönendem Kreuz, Inschrift: (Schaft) MR 1776, 1776 (i)
Der Bildstock an der Straße nach Preunschen (Bayern) ist Zeugnis einer gelebten Frömmigkeit und daher ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Mörschenhardt. |
100643486 | ||
| Bildstock | Nähe Preunschener Straße 25 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Schaft, häuschenförmiger Aufsatz, Nische mit Kreuzrelief, Inschrift: (Dachkante) INRI (Unterkante des Kopfteils) 1625 (Schaft) SIMION(S=spiegelverkehrt) / SCHÖFER (S=spiegelverkehrt) / ZV/MÖRS ENT (S=spiegelverkehrt), 1625 (i)
Der Bildstock an der Straße nach Preunschen (Bayern) ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine dem christlichen Kreuzestod gewidmete Stätte der Einkehr und Andacht. Als sprechendes Beispiel der lokalen Religiosität der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts ist der Bildstock somit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Mörschenhardt. |
100643513 | ||
| Votivkapelle | Preunschener Straße 25 (Karte) |
Kleiner eingeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, traufseitig Halbkreisfenster, im Inneren Holztonnendecke, ausgemalter Innenraum, Altar mit Inschriftstein, einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör, errichtet anstelle des Vorgängerbaus von 1875 (i) durch J. J. Gramlich mit Anna geb. Giebel, 1928 (i) (erneuert durch K. Gramlich mit Rosemarie geb. Damm, 1998)
Die kleine Kapelle an der Straße nach Preunschen (Bayern) wurde im Rahmen der Einlösung eines Gelübdes der Bauernfamilie Gramling errichtet: Falls die drei an Rachitis erkrankten Kinder von ihrem Leid erlöst werden sollten (ob durch Heilung oder Tod), gelobten die Eltern F. K. Gramling und dessen Ehefrau M. Rosa ein kleines Bethäuschen zu errichten. Nach dem Tod der drei Säuglinge wurde die Kapelle als Votivgabe 1875 erbaut und 1928 durch den heutigen Bau ersetzt, der wiederum durch Mitglieder der Familie Gramling, hier J. J. Gramling und dessen Ehefrau Anna gestiftet wurde. Das kleine Gebäude bildet eine Stätte der Einkehr, an welcher der ursprüngliche Stiftungsanlass in Form der authentisch überlieferten Ausstattung mit ausgemaltem Innenraum und eigens angefertigten Heiligenfiguren bis heute erlebbar und nachfühlbar ist. Es handelt sich somit um ein ausdrucksstarkes sowie kunstgeschichtlich bedeutendes Zeugnis lokaler Frömmigkeits-, Andachts- und Votivpraktiken der 2. Hälfte des 19. bzw. 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts in Mörschenhardt. In diesem Kontext ist die Votivkapelle ein elementarer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft des Orts.[2] |
100646181 | ||
| Tafelbildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, schlanker Sockel, vierkantiger Schaft, Relieftafel und Bekrönungskreuz, Hl. Dreifaltigkeit - Krönung Mariens, Inschrift: (Aufsatz) H/drey (geflüg. Engelskopf) faltigkeit (Schaft) diesen bild / stock hat ma / chen lasen / Maria ca / tharina / gramlerin / in mersch / enhart / 1755 (Sockel) reno / viert / 1908, 1755 (i), renoviert 1908 (i)
Der Bildstock an der Straße nach Donebach ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der aus Mörschenhardt stammenden Stifterin Maria Catharina Gramlerin und bildet eine Stätte der Einkehr, an welcher die Krönung der Muttergottes durch die Heilige Dreifaltigkeit zur kontemplativen Andacht vor Augen geführt wird. Als sprechendes Beispiel barockzeitlicher Religiosität ist der Bildstock ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Mörschenhardt. |
100651050 | ||
| Steinkreuz | (Karte) |
Einritzung in Form einer Lanze, wohl 16./17. Jahrhundert
Bei dem Steinkreuz an der Straße von Ernsttal in Richtung Schloss Waldleiningen handelt es sich wohl um eine Sühnekreuze, einem charakteristischem Zeugnis spätmittelalterlicher bzw. frühneuzeitlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. und teilweise bis ins 17. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt. |
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| Poststelle mit Scheune:
- Poststelle |
Siegfriedstraße 2, 4 (Karte) |
Eineinhalbgeschossiges Traufenhaus unter flachem Satteldach, roter Sandstein, zur Straße Zwerchgiebel, im Kniestock querrechteckige Fenster, im nördlichen Giebelfeld Okuli, errichtet durch die badische Postverwaltung, 1895;
Die Poststelle befindet sich in verkehrsgünstiger Lage an der 1808 errichteten Straße von Eberbach nach Amorbach und wurde 1895 durch die badische Postverwaltung erbaut. Sie setzt sich aus dem eigentlichen Stationsgebäude in lokaltypischem Rotsandstein sowie der zugehörigen Stallscheune mit Langholzschindelverkleidung zusammen und ersetzte die vormalige Poststation im 1844 errichteten Gasthaus Zum Prinzen Ernst der Fürstlich Leiningenschen Forstdomäne Ernsttal. Demnach ist die Poststelle ein aussagekräftiges Zeugnis für das lokale Post- und Kommunikationswesen des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts und besitzt angesichts des nach spätklassizistischen Entwurfsprinzipien gegliederten Stationsgebäudes bautypologischen Quellenwert für solche Gebäude der öffentlichen Infrastruktur im damaligen Großherzogtum Baden. |
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| Wasserbecken | Siegfriedstraße 5 (Karte) |
Dreistufiges rundes Becken aus rotem Sandstein, angelegt wohl 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Das runde Wasserbecken fungierte als Wasserabfluss für die 1928 stillgelegte Brauerei, welche die Fürsten zu Leiningen als Teil ihrer Forstdomäne in Ernsttal betrieben. Es zeugt somit von den dortigen Arbeits- und Produktionsbedingungen im 19. und frühen 20. Jahrhundert und ist zugleich für den Ausbau der Fürstlich Leiningenschen Domäne Ernsttal in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts bedeutsam. |
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| Fürstlich Leiningensche Forstdomäne Ernsttal aus Rentamt | Siegfriedstraße 1, 5, 6, 7, 9 (Karte) |
Gasthaus Zum Prinzen Ernst, Wohnhaus des Braumeisters und Lagerhallen der Brauerei:
1.) Fürstlich Leiningensches Rentamt mit Stallgebäuden, Wohnhaus, Remise, Nebengebäude und Hangkeller:
2.) Gasthaus Zum Prinzen Ernst mit Oberförsterei und Nebengebäuden:
3.) Wohnhaus des Brauereiverwalters mit Nebengebäude, errichtet Mitte 19. Jahrhundert:
4.) Lagerhallen der Fürstlich Leiningenschen Brauerei mit Wohnhaus, Kelleranlage und Eisweiher:
5.) Laufbrunnen, Brunnenstock aus Sandstein mit flach pyramidenförmigem Abschluss und Kugelaufsatz, rechteckiger Wassertrog, 19. Jahrhundert Die Fürstliche Leiningensche Forstdomäne entstand mit dem Erwerb des ehemaligen Dorfs Neubrunn und der darauf folgenden Umbenennung des Orts in Ernsttal durch die Fürstlich Leiningensche Verwaltung im Jahr 1837. Zuvor hatten die 1779 in den Reichsfürstenstand erhobenen Grafen zu Leiningen im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 Besitzungen im Odenwald zwischen Main und Neckar als Entschädigung für ihre linksrheinischen Güter erhalten und unweit von Ernsttal das Jagdschloss Waldleiningen errichtet, dessen heutiger Bau bis 1866 bzw. 1873 fertiggestellt wurde. Vor diesem Hintergrund wurde Ernsttal ab den 1840er-Jahren zur Leiningenschen Domäne, d. h. zu einem herrschaftlichen Landwirtschaftsanwesen mit Rentamt (Sitz der Finanzverwaltung), Brauerei (Brauereigebäude abgebrochenen), Gasthaus samt Poststation sowie Oberförsterei ausgebaut, wobei sich die Domäne an der 1808 errichteten Straße von Eberbach nach Amorbach befindet. Abgesehen vom abgegangenen Brauereigebäude stechen die beiden nach Entwürfen des Fürstlich Leiningenschen Baumeisters Karl Brenner (Schloss Waldleiningen) errichteten Gebäude des Gasthauses Zum Prinzen Ernst und des Rentamts samt angeschlossenen Stallflügeln als repräsentative Elemente hervor, die durch ihre streng gegliederten, klassizistischen Schaufassaden den gehobenen Stellenwert der Fürstlich Leiningenschen Finanzverwaltung bzw. des durch die Fürsten unterhaltenen Gasthauses widerspiegeln. Als Poststation nahm das Gasthaus neben seiner Funktion als Unterkunft für Durchreisende sowie als Knotenpunkt des geselligen Beisammenseins auch eine wichtige Rolle innerhalb des badischen Kommunikationswesens bis zur Errichtung der separaten Poststelle südlich des Gasthauses im Jahr 1895 ein. Angesichts der durch Elemente des Schweizerhausstils ausgeschmückten Lagerhallen und des Eisweihers der bis 1928 betriebenen Brauerei wird zugleich die Nutzung der Domäne als Wirtschaftsbetrieb deutlich, der das ringsum anfallende Holz verwertete und den Gerste- und Haferabsatz der umliegenden Dörfer förderte. Der Unterhalt einer Brauerei war im 19. Jahrhundert eine weit verbreiterte Erwerbs- und Einnahmequelle für die mediatisierten Adelsfamilien der damaligen Zeit. Somit ist die Forstdomäne Ernsttal ein wesentliches Dokument für die lokale Erwerbs-, Kommunikations-, Wirtschafts- und Verwaltungsgeschichte im Kontext des infrastrukturellen Ausbaus durch die Fürsten zu Leiningen im 19. Jahrhundert. |
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Weitere Bilder |
Schloss Waldleiningen in weitläufigem Parkgelände mit Marstallgebäude und Forsthaus | Schloß-Waldleiningen/Ernsttal; Waldleiningen 8, 18 (Karte) |
Bestehend aus:
Der überaus stattliche und weitläufige Schloss- und Parkkomplex von Schloss Waldleiningen in der einsamen, bisher völlig ungestörten Waldlandschaft des Odenwaldes geht auf die Einrichtung eines Wildparks samt Jagdhaus durch die 1779 in den Reichsfürstenstand erhobenen Grafen zu Leiningen zurück, die im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 Besitzungen im Odenwald zwischen Main und Neckar als Entschädigung für ihre linksrheinischen Güter erhielten. So wurde die erste Jagdschlossanlage bis 1810 unter Fürst Emich Karl zu Leiningen (1763 bis 1814) errichtet und war durch ihre gotisierenden Scheinruinen und ihre strohgedeckten Nebengebäude in Fachwerk mit der Parkanlage des sog. Englischen Dörfles von Schloss Hohenheim bei Stuttgart vergleichbar. Nach dem Tod Emich Karls verfiel die Anlage kontinuierlich, bis sie 1827 beinahe vollständig einstürzte bzw. schon 1825 teilweise auf Abbruch verkauft wurde. Die heutige Schlossanlage bildet demnach den Nachfolgebau dieses ersten Jagdschlosses. Zentraler Bauherr war hier der Sohn Emich Karls, Fürst Carl Emich zu Leiningen (1804 bis 1856), unter welchem das eigentliche Schlossgebäude 1828 – um 1840 realisiert wurde. Der Baukomplex muss dabei als Gemeinschaftsleistung des entwerfenden Hofmalers Sebastian Eckardt, des ausführenden Baumeisters Karl Brenner und des Bauherren selbst angesehen werden, der sich mit dem Schloss eine romantisch-verklärte Sichtweise des deutschen Mittelalters erschuf. Die Aura dieser in der mittelalterlichen Vergangenheit schwelgenden Scheinwelt wird maßgeblich durch die neugotischen Dekor- und Gliederungselemente mit Maßwerk sowie Spitz- und Tudorbögen wie auch durch das burgenartige Gepräge mit Zinnenbekrönung, Staffelgiebeln, hochaufragendem Fahnenturm und Wehrhaftigkeit suggerierenden Ecktürmen samt Schlüssellochscharten getragen. Diese neugotisch geprägte Entwurfssprache setzt sich in der authentisch überlieferten Innenausstattung aus der Bauzeit fort und belegt auch den vorbildhaften Einfluss englischer Landsitze, die Carl Emich bei seinen mehrjährigen Englandaufenthalten zusammen mit seinem Hofmaler und Kunsterzieher Eckardt gesehen und rezipiert hatte. Den krönenden Abschluss des Schlossausbaus bildete die Errichtung der Schlosskapelle mit fürstlicher Grablege unter Fürst Ernst zu Leiningen (1830 bis 1904). Für deren Entwurf wurde der Nürnberger Heideloff-Schüler Georg Hutzelmeier hinzugezogen. Unter der Zusammenarbeit von Karl Brenner und Hutzelmeier entstand so ein ebenso an englischen Vorbildern orientierter Kapellenraum, der durch sein mehrteiliges Rippen- und Sterngewölbe mit Stichkappen und hängenden Schlusssteinen sowie seine filigran gearbeitete Ausstattung als idealisierende Wiederbelebung gotischer Sakralbaukunst verstanden werden sollte. Somit handelt es sich bei Schloss Waldleiningen um ein architektur- und kunstgeschichtliches Hauptwerk des neugotisch-romantischen Schlossbaus des 19. Jahrhunderts in Baden-Württemberg. Es dokumentiert die damalige Lebens-, Wohn-, Frömmigkeits-, Jagd- und Residenzkultur des fürstlichen Hochadels zur Zeit des Deutschen Bunds und spiegelt dabei auch das vergangenheitsbezogene Selbstdarstellungsideal der Fürsten zu Leiningen wider. Samt umgebender, parkähnlich gestalteter Landschaft besitzt die Anlage eine eindrucksvolle und selten anschaulich überlieferte Solitärlage, welche für die Nutzung eines fürstlichen Jagdschlosses charakteristisch und denkmalprägend ist und welche auch in der Namensgebung „Waldleiningen“ augenscheinlich zum Ausdruck kommt. Mit seiner harmonischen Einbettung in die dünn besiedelte Odenwaldlandschaft ist Schloss Waldleiningen ein in höchstem Maße raumwirksames Kulturdenkmal.[3] |
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Nicht in der Denkmaldatenbank enthalten:
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Kapelle | Ernsttaler Straße 38 | 1754 | Kapelle, 1754, Mauerwerk aus Buntsandstein, Holzstatue, kleines, begehbares Gebäude aus Sandsteinmauerwerk, rechteckiger Grundriss, Satteldach, Altar, Statue der Muttergottes mit Kind, Inschrift: (Türsturz) IOHAN ADAM BICHLER / SCHULTHDEIS DAHR 1754 (Zeichen).[4] |
Mudau (Hauptort)
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Bildstock | Am Pfarrwald 3 (Karte) |
1894 (bez.) aufgestellt, roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Fuß und Abschlussplatte, Häuschenaufbau mit Bedachung, Hl. Antonius, Inschrift: (Sockel vorne) Hl. Antonius v. Padua / bitte für uns. / Erichtet durch Famielie / Hofmann. (unten rechts) 1894·, aufgestellt 1894 (i)
Der in lokaltypischem Rotsandstein gefertigte Bildstock befindet sich am heutigen östlichen Ortsausgang an der Straße nach Rumpfen und ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifterfamilie Hofmann. Er bildet eine dem hl. Antonius von Padua gewidmete Andachtsstätte, der hier mit seinem bezeichnendem Attribut, dem Jesuskind auf seinem Arm, dargestellt ist. Als sprechendes Beispiel der lokalen Heiligenverehrung des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist der durch Steinreliefs ornamentierte Bildstock damit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Mudau. |
100716082 | ||
| Bildstockfragment | (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Fuß und Abdeckplatte, Säule mit Kapitell, Bildmotiv fehlt (ehemals Mater dolorosa, vgl. Dr. Th. Humpert), Inschrift (Sockel): (Gott und der)/Schmerz hatte M--/ter zu ehren hatt der/ehrsame h Sebastian Schaffer/des Gerichts Als sen(.ior) Cent=/schöst und Bruter meister/Der S: Anna dise Biltnus/auf Richten Lassen/ihm Jahr 1755, aufgestellt 1755 (i)
Das Bildstockfragment an der Straße nach Rumpfen ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Sebastian Schaffer und besitzt als Dokument barockzeitlicher Religiosität bezeichnenden Wert für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Mudau. |
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| Bildstock | Nähe Am Wasserrad 1 (Karte) |
Eckiger Sockel mit Schaft, Bildaufsatz und Bekrönungskreuz aus rotem Sandstein, Christus am Kreuz, Inschrift: 1709 / HAT LENZ / MÜLLER·DE / R ALTE / DIESE·BIED / NUS / GOTT IN·EHREN / HIE·HER·LA / N MACHEN / L MR (mit Handwerkzeichen eines Hammers), aufgestellt 1709 (i)
Der Bildstock am Mudbach südwestlich des Mühlenweilers Ünglert ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des ehemals als Müller tätigen Stifters Lenz Müller. Er stiftete den Bildstock zum Gedenken an sein Enkelkind, das unter einem Pferdefuhrwerk zu Tode gekommen war, womit es sich um eine Stätte der Einkehr und der Totenerinnerung handelt. In diesem Kontext verdeutlicht die Reliefdarstellung des Gekreuzigten den christlichen Glauben an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod. Als sprechendes Beispiel barockzeitlicher Religiosität nimmt der Bildstock somit eine bezeichnende Rolle innerhalb der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft der näheren Umgebung von Mudau ein. |
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| Ehrenmal für die Teilnehmer des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 | Amorbacher Straße 2 (Karte) |
Roter Sandstein, hoch aufgesockelter Obelisk mit Porträtmedaillon des Großherzogs Friedrich I. und Adler-Aufsatz, Obelisk-Basis mit Eichenlaubfestons, großherzoglich-badischem Wappen, Kriegsattributen und Eisernem Kreuz, Sockel mit Inschriften, errichtet durch Veteranen- und Kriegerverein, 1895 (i)
Das Ehrenmal befindet sich in markanter Ecklage gegenüber dem ehemaligen Schulhaus und erinnert an die aus Mudau stammenden Soldaten, die an den Kampfhandlungen des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 beteiligt waren. In seiner monumentalen Obeliskform mit bekrönendem Reichsadler, Eichenlaubfestons, Kriegsattributen und Eisernem Kreuz spiegelt es die lokale, nationalpatriotisch gefärbte Erinnerungs- und Gedenkkultur infolge der aus dem Krieg resultierenden Gründung des Deutschen Kaiserreichs wider und verdeutlicht zeittypische Ausdrucksformen der heroisierenden Soldatenverehrung am Ende des 19. Jahrhunderts im deutschen Südwesten. Vor diesem Hintergrund zeichnen sich solche Gedenkmäler im ehemals badischen Territorium oftmals durch die Verehrung des badischen Großherzogs Friedrich I. aus, der nicht nur seine Truppen persönlich ins Feld führte, sondern auch eine wichtige Rolle im Zuge der Ausrufung des preußischen Königs Wilhelm I. zum deutschen Kaiser im Spiegelsaal von Versailles spielte. Damit ist das Ehrenmal auch Erinnerung an die militärisch forcierte Reichseinigung unter preußischer Führung und verkörpert überdies die deutschnationale Monarchenverehrung sowie den gesellschaftsprägenden Militarismus im damaligen Großherzogtum Baden. |
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| Bildstock | Amorbacher Straße 3 (Karte) |
Vierkantiger Schaft mit ionischem Kapitell und Kreuzdachaufsatz, Pietà-Darstellung und Kruzifix, roter Sandstein, aufgestellt 18. Jahrhundert
Der Bildstock neben dem Gebäude Amorbacher Straße 3 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine gestalterisch ausgezeichnete Stätte der Einkehr, an welcher einerseits der Kreuzestod Christi und andererseits die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes zur kontemplativen Andacht vor Augen geführt wird. Als sprechendes Beispiel barockzeitlicher Religiosität ist der Bildstock somit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Mudau. |
100653456 | ||
| Fabrikantenvilla | Amorbacher Straße 5 (Karte) |
Eingeschossiger verputzter Massivbau mit hohem Mansardsatteldach und Eckquaderung auf hohem rustiziertem Kellersockel, traufseitig Zwerchhäuser mit Rundfenstern, zur Straße halbrunder Vorbau mit Halbsäulengliederung, traufseitiges Hauptportal mit vorgelagerter hölzerner Laube, einschließlich weitreichend überlieferter, ortsfester historischer Ausstattung, wohl im Zusammenhang mit dem abgegangenen Sägewerk Link errichtet 1927; Garten
Die Fabrikantenvilla wurde wohl im Zusammenhang mit dem ehemals benachbarten und heute abgegangenen Sägewerk Link errichtet und zeichnet sich durch sein barockisierendes Mansarddach, seine traufseitigen Zwerchhäuser sowie durch seinen akzentuierenden Vorbau mit Halbsäulengliederung zur Straße aus. Die Entwurfssprache ist dabei einerseits durch die Rückbesinnung auf traditionelle Wesensmerkmale des regionalen Spätbarocks um 1800 und andererseits durch klassizistische Reminiszenzen geprägt, wodurch der Bau einen repräsentativen und zugleich lokalverwurzelten Charakter erhält. Damit ist die Villa ein architekturgeschichtlich bedeutender Vertreter des neuklassizistischen Heimatschutzstils der 1920er-Jahre in der Region und dokumentiert zusammen mit dem Garten sowie der weitreichend überlieferten, ortsfesten Innenausstattung die Wohn- und Lebenskultur des gehobenen Bürgertums im Mudau der Weimarer Republik. Darüber hinaus verdeutlicht das Anwesen den sinnstiftenden Zusammenhang mit dem zwischenzeitlich abgebrochenem Sägewerk als Überrest der 1840 von Johann Michael Link gegründeten badischen Klenganstalt im Ort. |
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| Brücke über den Mudbach | Nähe Amorbacher Straße 57 (Karte) |
Zweijochige Brücke aus Sandsteinplatten und -pfeiler, Sandsteinplatten teilweise durch Beton ersetzt, errichtet 19. Jahrhundert
Die steinerne Brücke führt seitlich der Amorbacher Straße zwischen Mudau und dem Mühlenweiler Ünglert über den Mudbach und ist ein beredtes Zeugnis der historischen Wege- und Straßenführung in und um Mudau. Sie spiegelt die lokalen Verkehrs- und Mobilitätsbedürfnisse im 19. Jahrhundert wider und veranschaulicht in ihrer Bauart als zweijochige Brücke aus Sandsteinplatten und -pfeilern die regionalen technischen Verkehrslösungen der damaligen Zeit. |
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Weitere Bilder |
Bahnhof Mudau | Bahnhofstraße 3 (Karte) |
Empfangsgebäude, zweigeschossiger Massivbau mit Walmdach, zentralem Zwerchgiebel und seitlich angegliedertem Turmbau, Putzfassade mit rustizierter Eckquaderung, umlaufendem Gesimsband zum Obergeschoss und profilierten Fenster- und Portalgewänden, im Erdgeschoss teils gekuppelte Rundbögen mit Keilsteinen, oberstes Turmgeschoss teilweise holzverschindelt und teilweise in Sichtfachwerk mit geschweiften Streben und Backsteinausfachung, Eingang mit historischem Türblatt, im Inneren ortsfeste historische Ausstattungsdetails wie Treppe, Lambrien, Schalter und Fenster, als Endbahnhof der Zweigstrecke von Mosbach nach Mudau errichtet 1905
Das Empfangsgebäude wurde als Endbahnhof der im Jahr 1905 eröffneten Schmalspurbahn von Mosbach nach Mudau (Meterspur, 1973 stillgelegt) errichtet und ist als ehemaliger Betriebsmittelpunkt der Strecke durch seine repräsentative Formensprache im Sinne des zeittypischen Heimatschutzstils als solcher ausgezeichnet. So strahlt der Bau durch seine Werksteingliederung in lokaltypischem Rotsandstein, seine asymmetrische Eingangsfassade, sein Walmdach sowie seinen akzentuierenden Eckturm mit teilverschindeltem Fachwerkaufsatz einen betont ländlichen und traditionell verwurzelten Charakter aus, durch welchen sich das Empfangsgebäude harmonisch in die bestehende Baukultur einfügt und zugleich die Wesensart der schmalspurigen Nebenbahn unterstrichen werden soll. Damit besitzt das anschaulich überlieferte Empfangsgebäude architekturgeschichtlichen sowie bautypologischen Quellenwert für solche Kleinbahnhöfe des frühen 20. Jahrhunderts im damaligen Großherzogtum Baden. Es ist zudem ein wesentliches Dokument für die infrastrukturelle Vernetzung des Orts mit der Umgebung und nimmt daher eine elementare Rolle innerhalb der neueren Verkehrs-, Mobilitäts- und Eisenbahngeschichte des Odenwalds im 20. Jahrhundert ein.[5] |
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| Bildstock | Nähe Bahnhofstraße 17 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Schaft mit herausgearbeitetem Kapitell und Wulst, Nischenaufsatz, Inschrift: Errichtet / Durch / Catha= / rina / Kerber / 1871, aufgestellt 1871 (i)
Der Bildstock am heutigen südlichen Ortsausgang ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifterin Catharina Kerber und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht. Solche sakralen Kleindenkmale sind für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Mudau bezeichnend. |
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| Bildstock | Birkenweg 1 (Karte) |
Roter Sandstein, nach oben verjüngender Schaft mit Nischenaufsatz und Bekrönungskreuz, Kruzifixus, Inschrift: (Aufsatz) 1630 (Sockel) DIESES/BILT / HAT: MACH / EN/LASEN / VALTIN/SCHOLI / U/S/EHE/F/U / D/M/BRUDER / 18/43, Aufsatz 1630 (i), erneuert 1843 (i)
Der Bildstock an der Kreuzung von Donebacher Straße und Birkenweg ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen im Angesicht des naiv anmutenden Kruzifixes der Kreuzestod Christi und damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Die Schädeldarstellung am Kreuzfuß verweist dabei auf den Ort des Geschehens, die Schädelstätte Golgatha und fungiert zugleich als Symbol für irdische Vergänglichkeit sowie für die christliche Erlösungshoffnung. Als Dokument für die Religiosität der 1. Hälfte des 17. bzw. der Mitte des 19. Jahrhunderts ist der Bildstock somit ein wesentlicher Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Mudau. |
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| Tafelbildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Säule, Kapitell und Reliefaufsatz, Hl. Antonius, Inschrift: (Sockel) 17 / 83 (Aufsatz) S / Andonius OBN, 1783 (i)
Der Bildstock an einer Abzweigung des Bödigheimer Wegs südöstlich des Orts ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine dem hl. Antonius gewidmete Stätte der Einkehr und der Andacht. Solche sakralen Kleindenkmale sind für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Mudau charakteristisch. |
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| Bildstock | (Karte) |
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| Tafelbildstock | Donebacher Straße 4 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Schaft mit Relieftafel und Bekrönungskreuz, Pietà-Darstellung, Hl. Nepomuk (links), Hl. Wendelinus (rechts), um 1800
Der Bildstock neben dem Gebäude Donebacher Straße 6 zeichnet sich durch seine spätbarocke Dekorsprache mit Voluten, geflügeltem Puttokopf und Rocailles aus und bildet so eine gestalterisch ausgezeichnete Stätte der Einkehr, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes zur kontemplativen Andacht vor Augen geführt wird. Begleitet wird dieses Andachtsmotiv durch die Darstellung der hll. Nepomuk und Wendelin, die hier gewissermaßen als Mittler für das Erbetene auftreten. Als Zeugnis gelebter und bildlich zum Ausdruck gebrachter Frömmigkeit ist der Bildstock somit bezeichnend für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Mudau. |
100657436 | ||
| Tafelbildstock | Donebacher Straße 14 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit sich verjüngendem Schaft und Relieftafel, Heilige Familie, Inschrift: (Schaft) DIESEN / BILDST / OCK HAT / MACHEN / LASEN /MICHEL / (S)CHEUER / (M)AN IN / (MU) (MU) DAW 175, 1751 (i)
Der Bildstock an der Straße nach Donebach ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Michel Scheuer und bildet eine Stätte der Einkehr, welche angesichts der naiv anmutenden Darstellung der Heiligen Familie zur Andacht anregen soll. Als Dokument barockzeitlicher Religiosität besitzt der Bildstock somit bezeichnenden Wert für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Mudau. |
100715311 | ||
| Altarbildstock | Gartenweg (Karte) |
Roter Sandstein, Bodenplatte mit vierkantigem Sockel und Häuschenaufsatz, Bekrönungskreuz, Hl. Theresia, Inschrift: O heilige Theresia vom / Kinde Jesu bitte für uns!, angefertigt im Zweiten Weltkrieg
Der Bildstock neben dem Gebäude Gartenweg 9 wurde zu Ehren der hl. Thérèse von Lisieux errichtet und bildet eine ihr gewidmete Stätte der Einkehr, Andacht und Fürbitte. Die 1925 durch Papst Pius XI. heiliggesprochene Thérèse von Lisieux (1873 bis 1897) war eine ehemalige Schwester des dortigen Karmeliter-Ordens und verpflichtete sich in ihrem strengen und durch Stillschweigen bestimmtem Klausurleben der glühenden Hingabe an Gott wie auch der Seelenerretung ihrer Mitmenschen, wodurch sie für zahlreiche Gebetserhörungen insbesondere von Fürbittengebeten verantwortlich sein soll. So ist der Bildstock ein ausdrucksstarkes Zeugnis für die Verehrung der nach ihrem Ordensnamen auch als Theresia vom Kinde Jesu bezeichneten Heiligen im Kontext der hoffnungslosen Eindrücke und schmerzhaften Erlebnisse des Zweiten Weltkriegs in Mudau, womit es sich ebenso um ein frömmigkeitspraktisches Dokument für die Zuflucht im Glauben in Kriegstagen handelt. |
100657772 | ||
| Bildstock | Goethestraße (Karte) |
Roter Sandstein, hohe Bodenplatte, vierkantiger Sockel mit Fuß und Abschlussplatte, Häuschenaufbau mit Bedachung, Bildmotiv: Maria Himmelskönigin, Inschrift: (Sockel vorne) O Maria Königin/des Himmels/bitt für uns. (Aufbau) Erichtet von/August Ziegler/und dessen Ehefrau/Jochana Ziegler/im Jahre/1891, 1891 (i)
Der Bildstock an der Kreuzung der Goethestraße mit dem Bödigheimer Weg ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter August Ziegler und dessen Ehefrau Jochana und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welcher der zur Himmelskönigin gekrönten Muttergottes gewidmet ist. Als sprechendes Beispiel der Marienverehrung des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist der Bildstock damit ein bezeichnender Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Mudau. Die farbig gefasste Skulptur der gekrönten Muttergottes mit Kind besitzt in ihrer qualitätvollen Ausführung überdies kunstgeschichtlichen Quellenwert. |
100658122 | ||
| Bildstock | Hauptstraße 2 (Karte) |
Roter Sandstein, breiter Schaft mit vorspringendem unteren Teil, Aufsatz mit Kreuzdach und Reliefs nach 3 Seiten, Bekrönungskreuz, Kreuzigungsdarstellung auf geflügeltem Puttokopf, 1629 (i)
Der Bildstock vor dem Gebäude Hauptstraße 2 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Als Dokument der lokalen Religiosität der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts besitzt der Bildstock somit bezeichnenden Wert für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Mudau. |
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| Doppelgehöft aus zwei Wohnhäusern und Doppelscheune | Hauptstraße 8, 10, 12, 14 (Karte) |
Achsensymmetrisch angeordnet, bestehend aus:
Das Doppelgehöft an der Hauptstraße ist durch sein inschriftlich nachvollziehbares Alter von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und bildet eine markante, achsensymmetrisch aufgebaute Hofanlage, bestehend aus der mittigen Doppelstallscheune und den flankierenden Wohnhäusern. Das in lokaltypischem Rotsandstein errichtete Anwesen belegt durch seinen symmetrischen Aufbau den gestalterischen Einfluss des Spätklassizismus, der sich auch in der zurückhaltenden Dekor- und Gliederungssprache der Wohnhäuser bemerkbar macht. So verdeutlicht die Hofanlage den gehobenen repräsentativen Anspruch der beiden Bauherren Gustav Burkardt und Andreas Knapp und besitzt daher hauskundlichen sowie architekturgeschichtlichen Quellenwert für solche zweigeteilten landwirtschaftlichen Anwesen des späten 19. Jahrhunderts in der Region. Gleichzeitig dokumentiert das Doppelgehöft bäuerlich geprägtes Leben, Arbeiten und Wirtschaften der damaligen Zeit in Mudau. |
100659681 | ||
Weitere Bilder |
Altes Rathaus (heute Sparkasse) | Hauptstraße 24 (Karte) |
Zweigeschossiger, verputzter und traufständiger Massivbau unter Halbwalmdach mit Dachreiter, giebelseitig Spitzbogentor mit Inschrift und Jahreszahl im Bogenscheitel, darüber Wappen des Mainzer Erzbischofs und Kurfürsten Berthold von Henneberg, 1503 (i), Rechteckfenster teilweise mit gekehlten Werksteingewänden, auf der südlichen Traufseite Wappen des Mainzer Erzbischofs Dietrich Schenk von Erbach (reg. 1434 bis 1459), im Inneren ortsfeste historische Ausstattung wie Eichenholzstützen, Brüstungspaneele, Eisengeländer, Keilstufentreppe erhalten, ehemalige Arrestzelle im nordwestlichen Eckraum des Erdgeschosses, errichtet Mitte 15. Jahrhundert bzw. 1434 (i), durchgreifender Umbau mit starken Veränderungen wie Einziehung einer Geschossdecke 1503 (i), Umbau mit Dachstuhlerneuerung und Einbau des Gewölbekellers um 1700, weiterer Umbau mit Fenstervergrößerungen Ende 19. Jahrhundert
Das Alte Rathaus bildet einen prägenden Bestandteil der historischen Bebauung im Ortskern und ist durch seinen Dachreiter, sein stattliches Halbwalmdach sowie seine Baudetails wie den teils gekehlten Fenstergewänden, den Wappensteinen sowie dem Spitzbogenportal an der westlichen Giebelseite als Sonderbau mit Mittelpunktsfunktion hervorgehoben. Letzteres entstammt ausweislich der Jahreszahl im Bogenscheitel der ursprünglichen Erbauungsphase des Gebäudes unter der Ortsherrschaft des Mainzer Erzbischofs Dietrich Schenk von Erbach (reg. 1434 bis 1459), dessen Wappen sich heute an der südlichen Traufseite wiederfindet. Der in seiner Kubatur überlieferte Ursprungsbau der Spätgotik erfuhr bereits 1503 unter Erzbischof und Kurfürst Berthold von Henneberg (1441/42–1504) einen durchgreifenden Umbau, der das Einziehen der Geschossdecke und den möglichen Einbau einer Hauskapelle im nordwestlichen Eckraum des Erdgeschosses beinhaltete und durch welchen so die veränderten Nutzungsanforderungen an das Rathaus im 16. Jahrhundert deutlich werden. Weitere bauliche Veränderungen erfolgten um 1700 (Dachstuhlerneuerung und Gewölbekeller) und am Ende des 19. Jahrhunderts, woraus das heutige Erscheinungsbild hervorging. Damit handelt es sich bei dem Gebäude um einen architekturgeschichtlich sowie hauskundlich bedeutsamen Vertreter des spätmittelalterlichen Rathausbaus in der Odenwaldregion. Als einstiger kommunaler Verwaltungsmittelpunkt der 1468 erstmals urkundlich erwähnten Gemeinde (Ort bereits 1271 urkundlich erwähnt) sowie als Zeugnis für die ehemalige herrschaftliche Zugehörigkeit zum Hochstift Mainz besitzt das Rathaus zudem herausragende Bedeutung für die Mudauer Ortsgeschichte wie auch für die lokalen Territorialverhältnisse im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit. |
100660357 | |
| Hotel Engel | Hauptstraße 26 (Karte) |
Zuvor Gasthaus, zweigeschossiges, massives Traufenhaus mit Mansardwalmdach auf steinsichtigem Kellersockel, nordöstlich zweigeschossiger Anbau mit abgeschrägten Ecken und Walmdach, regelmäßig gegliederte Putzfassaden mit Geschossgesimsen und rechteckigen Portal- und Fensteröffnungen, Balkone mit Eisengländern auf geschweiften Steinkonsolen, Dachausbau mit holzverschindelten Bandgauben, Dachloggien samt Holzstützen sowie holzverschindelten Zwerchhäusern, errichtet nach Ortsbrand für Oswald Sax, 1850 (i), Ersetzung des ehemaligen Satteldachs durch Mansarddach mit Dachausbau sowie Errichtung der Balkone um 1920
Das stattliche Gebäude des ehemaligen Hotels Engel wurde ursprünglich als Gasthaus Engel in reizvoller Ortslage an der Hauptstraße gegenüber dem Alten Rathaus infolge des verheerenden Großbrands 1849 für den Bauherren Oswald Sax errichtet, wobei die Schildwirtschaft Engel bereits für 1729 im Ort belegt ist. Die verkehrsgünstige Lage verweist auf die einst elementare Funktion des Gasthauses als Unterkunft für Durchreisende. Gleichzeitig bildete der Engel einen gesellschaftlichen Treffpunkt der Dorfbevölkerung, die sich hier zum geselligen Beisammensein sowie zu offiziellen Zusammenkünften oder Festen einfand. Mit dem zunehmenden touristischen Besucherandrang im Odenwald wurde das Gasthaus während der 1920er-Jahre in das Hotel Engel umgewandelt. Infolgedessen wurde das spätklassizistische Gasthausgebäude durch Umbauten und Erweiterungen verändert, um den Gästen einen bestmöglichen Komfort zu liefern. So wurde das einstige Satteldach durch das heutige barockisierende Mansarddach mit Dachausbauten ersetzt, während die Gästezimmer im Obergeschoss Balkone erhielten. Angesichts der Holzschindelverkleidung der Zwerchhäuser sowie der Holzstützen und Kopfwinkelhölzer der Dachloggien wird hier das Bewusstsein für traditionelle Gestaltungsformen und Handwerkstechniken deutlich, was für den Heimatschutzstils der 1920er-Jahre charakteristisch ist. So erhält der Hotelbau einen bewusst ländlichen sowie behaglichen Charakter und passt sich harmonisch in die lokale Baulandschaft ein. Damit zeugt das 1933 geschlossene und 1968 wiedereröffnete Hotel von stilistischen Strömungen der regionalen Reformarchitektur zur Zeit der Weimarer Republik und ist überdies ein aussagekräftiges Dokument für das örtliche Wirtshaus- und Hotelwesen des 19. und 20. Jahrhunderts. |
100660522 | ||
| Mariensäule | Hauptstraße 31 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Basis und Abdeckplatte, toskanische Säule mit Plinthe, Basis und Kapitell, darauf farbig gefasste Freifigur Maria Immaculata, Inschriften auf dem Sockel und auf dem Säulenschaft, 1736 (i)
Die Mariensäule befindet sich inmitten des historischen Dorfkerns an der Kreuzung von Kirchbrücke und Hauptstraße gegenüber dem Alten Rathaus. Sie wurde 1736 wohl infolge der 1000-Jahr-Feier des Klosters Amorbach errichtet, dessen zwischenzeitliche Vögte, die Edelherren von Dürn, bis zum Verkauf des Orts 1271 an das Erzstift Mainz die Vogtsherrschaft über Mudau ausübten. Es handelt sich um eine architektonisch ausgezeichnete Stätte der Einkehr und Andacht, die der Maria Immaculata, der jungfräulichen Muttergottes als Mittlerin zwischen Himmel und Erde sowie Siegerin über das Böse gewidmet ist. Vor diesem Hintergrund bildet die Mariensäule den Versammlungsort für das allabendliche Bildbeten in den Sommermonaten sowie für die örtlichen Maiandachten, womit sie ein ausdrucksstarkes und zugleich identitätsstiftendes Dokument der barockzeitlichen Frömmigkeit im Ort darstellt. Sie besitzt wesentlichen Assoziationswert für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Mudau und ist überdies ein qualitätvolles Beispiel der regionalen Steinmetz- und Bildhauerkunst der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. |
100661195 | ||
| Scheune | Hauptstraße 33 (Karte) |
Großer Bruchsteinbau mit Sandsteingewänden und Satteldach, segmentbogiges Scheunentor, errichtet wohl nach dem Ortsbrand von 1848 auf alten Parzellen, möglicherweise auch auf alten Fundamenten im 19. Jahrhundert
Die stattliche Scheune wurde wohl nach dem örtlichen Großbrand von 1849, möglicherweise auf älteren Fundamenten in lokaltypischem Rotsandstein errichtet und besitzt daher ortsbaugeschichtliche Bedeutung. Die unmittelbare Nähe zum Pfarrhaus weist auf eine ehemalige Sonderfunktion als Pfarrscheune hin. Gleichzeitig könnte es sich zusammen mit der ähnlich konzipierten Scheune Hauptstraße 35 um einen Ökonomiebau des Zentgrafen handeln, dessen Besitz nachweislich an den des Pfarrhofs angrenzte. Somit ist die Scheune für die Mudauer Orts- bzw. Kirchengeschichte relevant und dokumentiert bäuerlich geprägte Wirtschafts- und Vorratshaltungsverhältnisse der Mitte des 19. Jahrhunderts im Ort. Darüber hinaus handelt es sich um ein hauskundlich sowie architekturgeschichtlich aussagekräftiges Dokument der regionalen Bautypologie solcher Massivscheunen. |
112295354 | ||
| Scheune | Hauptstraße 35 (Karte) |
Großer Bruchsteinbau mit Sandsteingewänden und Satteldach, segmentbogiges Scheunentor, errichtet wohl nach dem Ortsbrand von 1848 auf alten Parzellen, möglicherweise auch auf alten Fundamenten im 19. Jahrhundert
Die stattliche Scheune wurde wohl nach dem örtlichen Großbrand von 1849, möglicherweise auf älteren Fundamenten in lokaltypischem Rotsandstein errichtet und besitzt daher ortsbaugeschichtliche Bedeutung. Zusammen mit der ähnlich konzipierten Scheune Hauptstraße 33 könnte es sich um einen Ökonomiebau des Zentgrafen handeln, dessen Besitz nachweislich an den des Pfarrhofs angrenzte. Somit ist die Scheune für die Mudauer Ortsgeschichte relevant und dokumentiert bäuerlich geprägte Wirtschafts- und Vorratshaltungsverhältnisse der Mitte des 19. Jahrhunderts im Ort. Darüber hinaus handelt es sich um ein hauskundlich sowie architekturgeschichtlich aussagekräftiges Dokument der regionalen Bautypologie solcher Massivscheunen. |
112295324 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 38 (Karte) |
Zweigeschossiges Traufenhaus unter Satteldach, Sandsteinbau mit versetzter Eckquaderung, rechteckiges Hauptportal mit profiliertem und ornamentiertem Gewände sowie Dreiecksgiebel, im Tympanon Name und Jahreszahl, errichtet nach Ortsbrand für Mathias Bingler, 1850 (i)
Das kleine, traufständig ausgerichtete Wohn- und Geschäftshaus wurde infolge des verheerenden Großbrands 1849 in lokaltypischem Rotsandstein für den Bauherren Mathias Bingler errichtet und besitzt daher ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert. Durch sein spätklassizistisches Giebelportal mit ornamentiertem Gewände belegt es den Kunstsinn und Besitzerstolz des Bauherren. Gleichzeitig dokumentiert der Bau ländliche Lebens-, Wohn- und Erwerbskultur der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Mudau. |
100661441 | ||
| Gasthaus Ochsen | Hauptstraße 43 (Karte) |
Zweieinhalbgeschossiges Traufenhaus unter Satteldach auf steinsichtigem Kellersockel, Putzfassade mit Mezzanin, achsensymmetrischer Gliederung und Geschossgesimsen, profiliertes Türgewände mit waagerechter Gesimsverdachung über geschweiften Konsolen, rückwärtiger Queranbau, errichtet nach Ortsbrand für Franz Sachs, 1850 (i)
Das traufständig ausgerichtete Gasthaus Ochsen wurde in prominenter Lage gegenüber dem ehemaligen Hotel Engel infolge des verheerenden Großbrands 1849 für den Bauherren Franz Sachs errichtet und zeichnet sich durch seine strenge und achsensymmetrisch gegliederte Schaufassade des Spätklassizismus aus. Das Hauptportal mit Konsolen- und Gesimsverdachung sowie das erweiternde Mezzaningeschoss zeichnen das Gasthaus als Sonderbau an der Hauptstraße aus, diente das Gebäude doch auch als Unterkunft für Durchreisende. Wie der gegenüberliegende Engel bildete auch der Ochsen einen gesellschaftlichen Treffpunkt, an welchem die Dorfbevölkerung zum geselligen Beisammensein sowie zu Festen zusammenkam. Damit ist das ehemalige Gasthaus ein sozialgeschichtlich aussagekräftiges Zeugnis für das örtliche Wirtshauswesen der 2. Hälfte des 19. und 20. Jahrhunderts und besitzt überdies architektur- sowie ortsbaugeschichtliche Relevanz. |
100662804 | ||
| Bildstock | Industriestraße 2 (Karte) |
Roter Sandstein, über schlankem Sockel sich verjüngender Schaft, häuschenförmiger Aufsatz mit Reliefdarstellung, Inschrift: (Schaft) Jesum / dem gecr / eützigten / heiland zu / ehren hab / en diesen / bildstock h / uffrichten / lassen die / ehrsahmne / burger und / metzger / (f)ranciscus / Johannes / und georg / ziegler / 3 gebrüder / in mudau / ANNO 1737, angefertigt 1737 (i) (nach 1989 an den heutigen Standort versetzt nach 1989)
Der Bildstock an der Kreuzung von Industrie- und Scheidentaler Straße ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Franciscus, Johannes und Georg Ziegler und bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Als sprechendes Beispiel barockzeitlicher Religiosität ist der Bildstock somit ein bezeichnender Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Mudau. |
100663191 | ||
| Tafelbildstock | Nähe Industriestraße 9 (Karte) |
Roter Sandstein, abgesetzter Sockel mit vierkantigem Schaft, Relieftafelaufsatz mit Pietà in Rocaille-Rahmung, Inschrift: (Schaft) DIESEN / BILDSTO / CK HAT / MACHEN / LASEN / FRANZ H / OF UND / THERESIA / SEINE HAU / SFRAU / ZU EHREN / DER SCH / MERZHA / FDE MUTTER / 1758, 1758 (i)
Der Bildstock bei dem Gebäude Industriestraße 9 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Franz Hof und dessen Ehefrau Theresia und bildet eine gestalterisch ausgezeichnete Stätte der Einkehr, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes zur kontemplativen Andacht vor Augen geführt wird. Als sprechendes Beispiel barockzeitlicher Religiosität ist der Bildstock somit ein bezeichnender Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Mudau. |
100663139 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche St. Pankratius mit Kirchhof (aufgelassen) | Kirchbrücke 1 (Karte) |
Zwei Grabsteinen, Bildstockfragment, Teilen der Einfriedungsmauer und Treppenanlage: Saalkirche aus rotem Sandstein mit Satteldach, leicht eingezogenem Polygonalchor und seitlichem Westturm (ursprünglich verputzt), dieser auf rechteckigem Grundriss mit polygonal abgeschlossenem Spitzhelm, spitzbogige Schallöffnungen mit Maßwerkgliederungen, im Südwesten Sakristeianbau mit Walmdach, Nordfassade mit Pilastergliederung, vorgeblendetem Dreiecksgiebel und abschließendem geschweiftem Giebel samt Obeliskaufsätzen, im Giebelfeld Rundbogennische mit farbig gefasster Skulptur des hl. Pankratius, rechteckiges Hauptportal mit profiliertem Gewände und waagerechter Gesimsverdachung, Turmerdgeschoss mit Spitzbogenportal, Rundbogenfenster mit Keilsteinen und Okulus im Chorscheitel, im Inneren weiträumiger Saal mit flacher Hohlkehlendecke, profilierte Stuckrahmungen mit ornamentalen und skulpturalen Elementen, an der Chordecke Taube des Heiligen Geists mit Strahlenkranz, Wandflächen durch Stuckrahmungen gegliedert, einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör wie Emporeneinbau, drei Altäre, Kanzel und Orgel sowie Taufstein von 1586 aus dem Vorgängerbau, Turm errichtet im 15. Jahrhundert, aufgestockt 1510 (i), Langhaus und Chor anstelle des spätmittelalterlichen Vorgängerbaus neu errichtet 1791 (i); am Chor Grabstein 1571 (i), an der Westfassade Grabstein 1629 (i), in der westlichen Einfriedungsmauer eingemauertes Bildstockfragment 1687 (i)
Die katholische Pfarrkirche St. Pankratius befindet sich in leicht erhöhter Lage im südöstlichen Ortskernbereich und bildet durch ihren seitlichen Westturm eine weithin sichtbare und daher ortsbildprägende Dominante. Der in lokaltypischem Rotsandstein errichtete und ursprünglich verputzte Sakralbau geht auf einen Kapellenbau zurück, der mindestens seit dem 14. Jahrhundert bestand und 1426 unter der Patronatsherrschaft des Klosters Amorbach zur Pfarrkirche erhoben wurde. Von dieser spätmittelalterlichen Pfarrkirche stammt noch der Turm, der im Kern noch aus dem 15. Jahrhundert stammt und 1510 unter der Ortsherrschaft des Mainzer Erzbischofs und Kurfürsten Uriel von Gemmingen durch eine Aufstockung sein heutiges Erscheinungsbild mit spätgotischem Schneuß- und Fischblasenmaßwerk erhielt. Mit seinem Spitzbogenportal und seiner Vorhalle im Erdgeschoss bildete der Turm auch den ursprünglichen Zugang in den Kirchenraum des Vorgängers. Dieser wurde 1791 durch die heutige, mit dem Chor nach Süden ausgerichtete Saalkirche ersetzt. Sie zeichnet sich durch ihre teils spätbarock und teils frühklassizistisch beeinflusste Formensprache aus, die sich äußerlich anhand der nördlichen Schaufassadengliederung mit monumental wirkenden Pilastern, vorgeblendetem Dreiecksgiebel und abschließendem geschweiftem Giebel samt Obeliskaufsätzen ablesen lässt. Im Inneren überwiegt die spätbarocke Dynamik und Zierfreude der filigran gearbeiteten Stuckdecken mit charakteristischen Hohlkehlen sowie der als Kleinarchitekturen gestalteten Altäre und der Kanzel. Somit handelt es sich bei der Pfarrkirche um ein herausragendes und eindrucksvolles Zeugnis des spätgotischen bzw. spätbarock-frühklassizistischen Sakralbaus des 15. und 16. bzw. ausgehenden 18. Jahrhunderts in der Region. Zusammen mit dem ehemals als Friedhof dienendem Kirchhof, den historischen Grabsteinen und dem Bildstockfragment besitzt sie zentrale Aussagekraft für die örtliche Glaubens-, Siedlungs-, Herrschafts- und Begräbnisgeschichte seit dem Spätmittelalter und ist als Pfarrkirche für die vielen umliegenden Filialen ebenso für die lokale Religionsgeschichte von Belang.[6] |
100663412 | |
| Kath. Pfarrhaus | Kirchbrücke 2 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach auf Kellersockel, nördliche Hauptfassade mit symmetrischer Gliederung, rechteckiges Hauptportal mit waagerechter Gesimsverdachung auf Konsolen, im Inneren tonnengewölbter Keller, errichtet 1845
Das katholische Pfarrhaus befindet sich am südwestlichen Ortskernrand unweit der Pfarrkirche. Die Errichtung eines Pfarrhauses ist in Mudau für das Jahr 1556 bezeugt. Dieser Vorgängerbau wurde nach einem Brand 1591 erneuert und 1845 durch das heutige Gebäude in zurückhaltenden Formen des Spätklassizismus ersetzt. Es spiegelt den damaligen Repräsentationsanspruch der Ortsgeistlichen wider und dokumentiert zugleich deren eng verflochtene Lebens-, Wohn- und Arbeitsverhältnisse seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Damit besitzt das Pfarrhaus wesentliche Bedeutung für die jüngere Kirchen- und Ortsgeschichte von Mudau und verdeutlicht überdies bautypologische Gesichtspunkte solcher geistlichen Amts- und Wohnbauten des 19. Jahrhunderts im damaligen Großherzogtum Baden. |
100663503 | ||
| Kreuzdachbildstock | Kirchbrücke 12 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Schaft mit Kreuzdachaufsatz und Bekrönungskreuz, Blattrelief, Inschrift: (Schaft) GOTT / ALLEIN / DIE EHR / 1629 / VBPZM, 1629 (i)
Der Bildstock am Gebäude Kirchbrücke 10/1 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine gestalterisch ausgezeichnete Stätte der Einkehr und Andacht, die für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Mudau bezeichnend ist. |
100663558 | ||
| Villa mit Garten und Schuppen: zweigeschossiges Giebelhaus unter Satteldach auf steinsichtigem Kellersockel | Langenelzer Straße 19 (Karte) |
Verputzter Massivbau mit gekehlten Sandsteingewänden, gekuppelten und hochovalen Fenstern, straßenseitig angesetzter, risalitartiger Schaugiebel auf abgerundeten Konsolen, Eingang mit Freitreppe unter Terrassenvordach, traufseitig Zwerchhaus, errichtet für Dr. Glaser, 1905 (i); rückwärtiger Schuppen mit Satteldach
Das Villenanwesen mit umgebendem Garten und rückwärtigem Schuppen befindet sich in Sichtweite des ehemaligen Mudauer Bahnhofs und ist als Teil der nach Süden ausgreifenden Ortserweiterung von ortsbaugeschichtlicher Relevanz. Ausweislich des inschriftlich bezeichneten Eckquaders vor dem Hauptportal wurde die Villa 1905 für den Bauherren Dr. Glaser errichtet und zeichnet sich durch ihre asymmetrischen Fassadenansichten mit unterschiedlichen Fensterformaten sowie konsolengestütztem Schaugiebel zur Straße aus. Die Dekor- und Gliederungselemente sind angesichts der hochovalen Fensteröffnungen und der abgerundeten Konsolen einer reduziert-barockisierenden Formensprache des Jugendstils zuzuordnen, durch welche der zeitgemäße Kunstsinn und der gestalterische Anspruch des Bauherren deutlich wird. Somit zeugt das Anwesen von architektonischen Strömungen des regionalen Reformstils zu Beginn des 20. Jahrhunderts und dokumentiert die gehobene Wohn- und Lebenskultur des akademischen Bürgertums während der damaligen Zeit in Mudau. |
100663707 | ||
| Bildstockfragment | (Karte) |
Roter Sandstein, unregelmäßige Bodenplatte, vierkantiger Sockel und Stumpf eines Schaftes, um 1800
Das Bildstockfragment befindet im bewaldeten Gebiet des Gewanns Mudauer Neuhof nordwestlich des Orts und zeugt von lokalen Frömmigkeits- und Andachtspraktiken der ausgehenden Barockzeit. Solche sakralen Kleindenkmale sind für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft in und um Mudau bezeichnend. |
100628126 | ||
| Wegkreuz | Neuhofstraße 2 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit schlankem Schaft und Kreuz mit Corpus, Inschrift: (Schaft) ADAM·SCH / OLL·SCHVL / THEIS·ZV / MVDAW·VN / MARGARETA / SEIN HAVSFR: /, 18. Jahrhundert
Das Wegkreuz bei dem Gebäude Neuhofstraße 1 ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter, des ehemaligen Mudauer Schultheißen Adam Scholl und dessen Ehefrau Margareta. Es bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Als sprechendes Beispiel barockzeitlicher Religiosität ist das Wegkreuz somit ein bezeichnender Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Mudau. Darüber hinaus besitzt der im Dreinageltypus dargestellte Korpus kunstgeschichtliche Aussagekraft für die regionale Bildhauerkunst des 18. Jahrhunderts. |
100663734 | ||
| Bildstock | (Karte) |
100717013 | |||
| Bildstock | Neuhofstraße 40 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Fuß und Abdeckplatte, Häuschenaufbau mit Bedachung, Bekrönungskreuz aus Beton, Statue (Muttergottes mit Kind), Inschrift: (Sockel) Errichtet durch / Albin Dambach / 1886 (Häuschen) O Maria hilf (Sockel der Statue) St:M·, 1886 (i)
Der in lokaltypischem Rotsandstein gefertigte Bildstock vor dem Gebäude Neuhofstraße 40 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität seitens des Stifters Albin Dambach und bildet eine der fürsorglichen Muttergottes gewidmete Stätte der Einkehr und Andacht. Als sprechendes Beispiel der regionalen Marienfrömmigkeit am Ende des 19. Jahrhunderts ist der Bildstock damit ein bezeichnender Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Mudau. |
100663765 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Kunststein, zweistufiger Sockel, Häuschenaufbau mit Satteldach und Nische, Bekrönungskreuz, Statue des Hl. Josef, Inschrift: (Sockel) Hl. Josef / bitte für uns, um 1935
Der Bildstock unweit der Hasselklinge am nordwestlichen Ortsausgang ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr, Andacht und Fürbitte, die dem hl. Josef gewidmet ist. Der Bildstock belegt die nach 1870 ansteigende Josefsverehrung, nachdem Papst Pius IX. den hl. Josef zum Schutzpatron der katholischen Kirche erklärt und Papst Leo XIII. dessen Verehrung in einer Enzyklika besonders gewürdigt hatte und ist als sprechendes Beispiel der lokalen Religiosität in den 1930er-Jahren ein bezeichnender Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Mudau. |
100716376 | ||
| Tafelbildstock | (Karte) |
1740/1909 (bez.), roter Sandstein, quaderförmiger Sockel, vierkantiger Schaft und Tafelaufsatz, Bildstock 1909 erweitert, Aufsatz 1991 gestohlen (GEEK 6933 bis 80-008) | 100716719 | ||
| Bildstock | Pfaffengasse 13 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Fuß und Abschlussplatte, Häuschenaufbau mit Bedachung, Kugel und Bekrönungskreuz, Marienstatue, Inschrift: (Sockel hinten) Gestiftet von / Helena Müssig / 1888 (unten am Sockel hinten) Vallmer (Sockel vorne) O Maria / Du Zuflucht der Sünder / Bitt für uns, 1888 (i)
Der in lokaltypischem Rotsandstein gefertigte Bildstock bei dem Gebäude Pfaffengasse 13 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität seitens der Stifterin Helena Müssig und bildet eine der Muttergottes gewidmete Stätte der Einkehr und Andacht, die hier in ihrer Rolle als zentrale Fürbitterin der Christenheit verehrt wird. Als sprechendes Beispiel der regionalen Marienfrömmigkeit am Ende des 19. Jahrhunderts besitzt der Bildstock somit bezeichnenden Wert für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Mudau. |
100663810 | ||
| Friedhof | Scheidentaler Straße (Karte) |
Bestehend aus:
Der Friedhof befindet sich südwestlich des historischen Ortskernbereichs und wurde im Zuge des Neubaus von St. Pankratius 1791 an der heutigen Stelle neu angelegt, wobei sich der alte Friedhof im Kirchhof des spätmittelalterlichen Vorgängers der Pfarrkirche befand. Zusammen mit der aus lokaltypischem Rotsandstein und französischem Kalksandstein gefertigten Kreuzigungsgruppe von 1847 ist der Friedhof ein zentrales Dokument für die jüngere Begräbnistradition im Ort und belegt dahingehende Frömmigkeits- und Andachtspraktiken christlich-katholischer Prägung seit dem 19. Jahrhundert. Darüber hinaus befindet sich auf dem Friedhof das 1931 durch die Gemeinde errichtete Denkmal für die aus Mudau stammenden Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Es wurde als offener Tempelbau auf sechseckigem Grundriss in Anlehnung an antike Monopteroi (offene Rundtempel ohne geschlossenen Innenraum) konzipiert und fungiert so gewissermaßen als sakral ausgezeichnetes Heiligtum, in dessen Zentrum sich eine Pietà (Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes) mit einem davor kniendem und in andächtige Versenkung gefallenem Soldaten befindet. Das Gefallenendenkmal verkörpert so die nationalpatriotische und gleichsam religiöse Überhöhung des Opfergedenkens, womit es sich um ein ausdrucksstarkes Zeugnis für die christlich-national gefärbte Kriegsbewältigung der Spätzeit der Weimarer Republik in der Region handelt. In diesem Kontext führt das Gefallenendenkmal ebenso die Verflechtung von heroisiertem Kriegstod und christlichem Heilsverständnis vor Augen. Als Ausweis der schmerzhaften Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf die Ortsbevölkerung nimmt das Gefallenendenkmal damit eine elementare Rolle innerhalb der örtlichen Erinnerungs- und Gedenkkultur ein. |
109250798 | ||
| Feuerwehrgerätehaus mit Wohnung im Dachgeschoss | Rathausplatz 4 (Karte) |
Über rustiziertem Sandsteinsockel verputzter und eingeschossiger Massivbau unter Satteldach mit zwei Walmgauben, regelmäßige Fassadengliederung mit halbrunden Fenstern und traufseitig drei hohen Einfahrten (eine davon erneuert), hofseitiges Hauptportal mit historischem Türblatt, Freitreppe und Eisengeländer, errichtet 1912
Das Feuerwehrgerätehaus befindet sich nördlich des ehemaligen Schulhauses und bildet einen Mehrzweckbau, der im Erdgeschoss das Magazin für die Feuerwehrgeräte und -maschinen und im Dachgeschoss Wohnraum beherbergt. Der zurückhaltend gestaltete Bau zeichnet sich durch seine regelmäßig gegliederten Fassadenansichten aus, die durch ihre halbkreisförmigen Thermenfenster und ihre strengen Symmetrien das Fortleben klassizistischer Entwurfsprinzipien im frühen 20. Jahrhundert belegen. Gleichzeitig dokumentiert das Gebäude die Entwicklungsgeschichte der örtlichen Feuerwehr, die 1866 nach dem verheerenden Großbrand von 1849 gegründet wurde und zur Unterbringung ihrer Feuerspritzen im Jahr 1912 dieses Gerätehaus erhielt. Damit ist das Gebäude von bautypologischer bzw. architekturgeschichtlicher Relevanz für solche Gerätehäuser der Feuerwehr während der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Region und besitzt elementaren Quellenwert für damalige Formen der Brandbekämpfung auf dem Land. |
100709004 | ||
| Tafelbildstock “Zum Hl. Blut v. Walldürn” | Schloßauer Straße 2 (Karte) |
Roter Sandstein, gemauerter Sockel mit Abdeckplatte, nach oben breiter und tiefer werdender Schaft, Relieftafel mit Bekrönungskreuz, Hl. Wendelinus (links), Hl. Familie (rechts), aufgestellt 1805 (i)
Der in lokaltypischem Rotsandstein gefertigte Bildstock befindet sich vor dem ehemaligen Schulhaus. Er bildet eine Andachtsstätte, die das Blutwunder von Walldürn vergegenwärtigt. Bei diesem handelt es sich um die Ursprungslegende der Walldürner Wallfahrt, bei welcher ein Priester im Jahr 1330 oder 1408 einen konsekrierten Kelch mit gewandeltem Wein aus Achtlosigkeit umwarf. Der sich auf dem Altartuch verteilende Wein soll sich zu einer Darstellung des Gekreuzigten mit elf weiteren Häuptern Christi entsprechend dem Schweißtuch der Veronica formiert haben. Die Entdeckung dieses Altartuches löste die Wallfahrt in Walldürn im 15. Jahrhundert aus. Somit handelt es sich bei dem gestalterisch ausgezeichnetem Bildstock, der zusätzlich der Heiligen Familie und dem hl. Wendelin gewidmet ist, um ein aussagekräftiges Zeugnis für die lokale Frömmigkeits-, Andachts- und Wallfahrtspraxis der ausgehenden Barockzeit.[7] |
100710781 | ||
| Schulhaus (seit 1982 Rathaus) | Schloßauer Straße 2 (Karte) |
Stattlicher zweigeschossiger Zweiflügelbau unter Walmdach, über hohem rustiziertem Sandsteinsockel Putzfassaden mit regelmäßiger Gliederung und Ecklisenen, dichte Reihen großer Fenster kennzeichnen die Lage der Klassenzimmer, hofseitig eine zweiflügelige Holztüre mit Ovalscheiben und Girlanden, ursprünglich am alten Hauptportal zur Raiffeisenstraße, dort Profilgewände und Holzüberdachung, im Ostflügel ein Nebentreppenhaus mit Holzgeländer, errichtet 1912, nach Kriegszerstörung 1945 wiederaufgebaut 1946 bis 1950 (Umbau zum Rathaus mit neuem Hauptportal und Freitreppe zur Schloßauer Straße sowie Umgestaltung des alten Hauptportals 1982); Schulhofeinfriedung zur Amorbacher Straße
Das ehemalige Schulhaus (seit 1982 Rathaus) befindet sich in ortsbaulich exponierter Stelle am westlichen Ortskernrand. Es wurde als stattlicher und schlossartig anmutender Zweiflügelbau in zurückhaltenden Formen des Neuklassizismus mit regelmäßig gegliederten Schaufassaden, geschossübergreifenden Ecklisenen und großflächigen Fensteröffnungen zur ausreichenden Belichtung der Klassenzimmer errichtet. Die zweiflügelige Konzeption geht wohl auf die Trennung der Geschlechter zurück, wobei der Bau eine gewisse Monumentalität mit reduzierter Ornamentik aufweist. Das Schulhaus besitzt somit architekturgeschichtlichen Quellenwert für regionale Strömungen der Reformarchitektur im frühen 20. Jahrhundert, für welche u. a. die Rückbesinnung auf lokale Bautraditionen sowie auf spätbarocke Grundformen der Zeit um 1800 bezeichnend ist. In diesem Kontext nimmt das Gebäude auch eine aussagekräftige Rolle innerhalb der Bautypologie solcher Schulhausbauten der damaligen Zeit im Großherzogtum Baden ein. Darüber hinaus ist das Schulhaus für die jüngere Bildungsgeschichte des Orts im 20. Jahrhundert bedeutsam. |
100710763 | ||
| Bildstock | Schloßauer Straße 2 (Karte) |
Ursprünglich Totenleuchte, roter Sandstein, flacher Sockel, vierkantiger, abgefaster Schaft, auf drei Seiten durchbrochener Aufsatz, Bekrönungskreuz, Inschrift: (Schaft) ADSR / ANNO / 1718, angefertigt 1718 (i) (Aufstellung im Rathaus seit 1985)
Der heute im neuen Rathaus befindliche Bildstock wurde ursprünglich als Totenleuchte angefertigt und diente demnach als schützendes Gehäuse für eine Lichtquelle, welche an die Seelen der Verstorbenen erinnerte. Die ehemals am Friedhofseingang stehende Totenleuchte ist damit ein beredtes Zeugnis barockzeitlicher Gedenk- und Andachtspraxis und bildet in ihrer Umnutzung zum Bildstock eine dem hl. Valentin gewidmete Stätte der Einkehr. Die wohl durch den aus Mudau stammenden Bildhauer und Maler Nikolaus Hooff geschaffene Skulptur des heiligen Bischofs besitzt in ihrer qualitätvollen Ausführung kunstgeschichtlichen Quellenwert für die regionale Sakralkunst des 18. Jahrhunderts. |
100709366 | ||
| Tafelbildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, Kunststein, vierkantiger Sockel mit rundem Schaft, Kapitell und Relieftafel, Pietà, bekrönendes Kreuz auf dem Einberg, Inschrift (Schaft): EX VOTO/FRANZ HIL/BERT VND/MARIA ANA/DESEN EHE/WEIB VON/MVDAV ANO/1805, aufgestellt 1805 (i)
Der Bildstock am westlichen Ortsausgang an der Straße nach Schloßau ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Franz Hilbert und dessen Ehefrau Maria Anna und bildet eine gestalterisch ausgezeichnete Stätte der Einkehr, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes zur kontemplativen Andacht vor Augen geführt wird. Als sprechendes Beispiel für die lokale Religiosität der ausgehenden Barockzeit ist der Bildstock somit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Mudau. |
100710705 | ||
| Parallelgehöft aus Wohnhaus | Untermudauer Straße 3 (Karte) |
Scheune und eingefriedeter Hoffläche, errichtet im 19. Jahrhundert:
Das Parallelgehöft ist als Teil der historischen Bebauung im Siedlungsteil Untermudau von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und setzt sich aus dem giebelständig ausgerichtetem Wohnhaus, der stattlichen Scheune im rückwärtigen Bereich sowie der eingefriedeten Hoffläche zusammen. Neben dem Rotsandstein weist das Wohnhaus mit seiner Langholzschindelverkleidung gleich zwei Wesensmerkmale des lokaltypischen Hausbaus auf und belegt durch sein ornamental beschnitztes sowie architektonisch gegliedertes Türblatt den gestalterischen Anspruch der Bauherrschaft. Als geschlossen überlieferte Hofanlage besitzt das Anwesen somit hauskundlichen Quellenwert und dokumentiert bäuerlich geprägte Lebens-, Wohn- und Erwerbsverhältnisse des 19. Jahrhunderts in Mudau. |
100712543 | ||
| Bildstock | Wallstraße 3 (Karte) |
Roter Sandstein, rote Keramik, vierkantiger breiter Schaft mit abgefasten Kanten, Aufsatz mit Satteldach, durchbrochen durch eine große und zwei kleine Nischen, Pietà, Inschrift: (Schaft) 16 Z0/IOHANN/ESCHEIDT/ZENTGRAE/ZV MVDAW, 1620 (i)
Der Bildstock beim Gebäude Wallstraße 5 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes zur kontemplativen Andacht vor Augen geführt wird. Solche sakralen Kleindenkmale sind für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Mudau charakteristisch. |
100712730 | ||
| Brunnenanlage | Nähe Wiesental 12 (Karte) |
Anlage aus Brunnenhaus mit breiter Rundöffnung, gemauerter Brunnenumrandung mit drei Treppenstufen und abgetrenntem Becken als Viehtränke, errichtet 1737 (i), verändert 1830 (i)
Die Brunnenanlage, bestehend aus Brunnenhaus mit breiter Rundöffnung, gemauerter Umrandung mit drei Treppenstufen und abgetrenntem Trog, ist ein aussagekräftiges Zeugnis für die Wasserverosrgung des 18./19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Mudau. Als Viehtränke und Löschwasserspeicher veranschaulicht die Anlage zudem dörfliche Gemeinschaftsaufgaben und bildete zugleich einen gesellschaftlichen Treffpunkt der Ortsbevölkerung, kam man hier doch bei der Brauchwasserabholung ins Gespräch mit den anderen Einwohnern. |
100715230 | ||
| Wohnhaus mit Ökonomie | Wiesental 14, 16 (Karte) |
Eingeschossiges Traufenhaus unter Satteldach, Straßenseite und westliche Giebelseite in Buntsandstein, Rückseite Fachwerk, rechteckiges Hauptportal mit historischem Türblatt, östlicher Gebäudeteil verputzt, errichtet durch Richard Schill, 1865 (i)
Das langgestreckte Einhaus ist als Teil der historischen Bebauung im Siedlungsteil Untermudau von ortsbaugeschichtlichem Zeugniswert und wurde 1865 durch den Bauherren Richard Schill errichtet. In seiner quergeteilten Bauart vereinigte es ursprünglich Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach, wobei der ehemalige Stallteil im östlichen Gebäudeteil nachträglich zu Wohnzwecken umgebaut wurde. Mit seinem kassettiertem und ornamental beschnitztem Türblatt belegt der Bau zudem den gestalterischen Anspruch der Bauherrschaft und veranschaulicht bäuerlich geprägtes Leben, Arbeiten und Wohnen der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Mudau. Nicht zuletzt besitzt das Einhaus als solches bautypologischen Quellenwert. |
100715244 | ||
| Bildstock | Wiesental 30 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Schaft mit häuschenförmigem Nischenaufsatz, Maria Himmelskönigin, 20. Jahrhundert
Der Bildstock am nördlichen Ortsrand ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welcher der zur Himmelskönigin gekrönten Muttergottes gewidmet ist. Als sprechendes Beispiel für die lokale Marienfrömmigkeit des 20. Jahrhunderts ist der Bildstock somit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Mudau. |
100715266 |
Kreuzweg:
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Kreuzweg | Pfarrer-Ackermann-Straße / Kreuzweg | 1967 | Ein vierzehn Stationen umfassender Kreuzweg von 1967.[8] | ||
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1. Kreuzwegstation | Kreuzweg | 1967 | 1. Kreuzwegstation eines vierzehn Stationen umfassenden Kreuzwegs. | |
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2. Kreuzwegstation | Kreuzweg | 1967 | 2. Kreuzwegstation eines vierzehn Stationen umfassenden Kreuzwegs. | |
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3. Kreuzwegstation | Kreuzweg | 1967 | 3. Kreuzwegstation eines vierzehn Stationen umfassenden Kreuzwegs. | |
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4. Kreuzwegstation | Kreuzweg | 1967 | 4. Kreuzwegstation eines vierzehn Stationen umfassenden Kreuzwegs. | |
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5. Kreuzwegstation | Kreuzweg | 1967 | 5. Kreuzwegstation eines vierzehn Stationen umfassenden Kreuzwegs. | |
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6. Kreuzwegstation | Kreuzweg | 1967 | 6. Kreuzwegstation eines vierzehn Stationen umfassenden Kreuzwegs. | |
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7. Kreuzwegstation | Kreuzweg | 1967 | 7. Kreuzwegstation eines vierzehn Stationen umfassenden Kreuzwegs. | |
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8. Kreuzwegstation | Kreuzweg | 1967 | 8. Kreuzwegstation eines vierzehn Stationen umfassenden Kreuzwegs. | |
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9. Kreuzwegstation | Kreuzweg | 1967 | 9. Kreuzwegstation eines vierzehn Stationen umfassenden Kreuzwegs. | |
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10. Kreuzwegstation | Kreuzweg | 1967 | 10. Kreuzwegstation eines vierzehn Stationen umfassenden Kreuzwegs. | |
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11. Kreuzwegstation | Kreuzweg | 1967 | 11. Kreuzwegstation eines vierzehn Stationen umfassenden Kreuzwegs. | |
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12. Kreuzwegstation | Kreuzweg | 1967 | 12. Kreuzwegstation eines vierzehn Stationen umfassenden Kreuzwegs. | |
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13. Kreuzwegstation | Kreuzweg | 1967 | 13. Kreuzwegstation eines vierzehn Stationen umfassenden Kreuzwegs. | |
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14. Kreuzwegstation | Kreuzweg | 1967 | 14. Kreuzwegstation eines vierzehn Stationen umfassenden Kreuzwegs. | |
| Fatima-Kapelle | Kreuzweg | 1850/1967 | Fatima-Kapelle am Ende eines vierzehn Stationen umfassenden Kreuzwegs. Ursprünglich vom Färber Wilhelm Mai um 1850 errichtet, wurde die Kapelle 1967 an den heutigen Standort am Rand des „Pfarrwaldes“ verlegt. Im gleichen Jahr entstand dort auch ein Kreuzweg, der von der Siedlung bis zur Kapelle führt. Alljährlich feiert die Kolpingsfamilie Mudau hier eine Maiandacht. Die Kolpingsfamilie hat auch die Patenschaft für die Kapelle übernommen.[8] |
Reisenbach
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Hofanlage aus Wohnhaus | Eduardstaler Straße 1 (Karte) |
Scheune, Schweinestall, Backhaus und Hoffläche:
Die Hofanlage ist als Teil der historischen Bebauung in Reisenbach von ortsbaugeschichtloicher Bedeutung und setzt sich aus den jeweils traufständig ausgerichteten Gebäuden des Wohnhauses und der Scheune, dem Backhaus, dem Schweinestall und der teils mit historischen Steinplatten ausgelegten Hoffläche zusammen. Sie dokumentiert bäuerlich geprägte Lebens-, Wirtschafts- und Versorgungsverhältnisse des ausgehenden 18. und 19. Jahrhunderts in Reisenbach und besitzt in ihrem geschlossenen Erhaltungszustand hauskundlichen Quellenwert für solche landwirtschaftlichen Anwesen der damaligen Zeit. |
100717423 | ||
| Rathaus mit Feuerwehrgerätehalle und Scheune:
- zweigeschossiges Giebelhaus unter hohem Satteldach |
Gaimühler Straße 19 (Karte) |
Über dem Erdgeschoss aus Bossenquadern ein verputztes Obergeschoss mit Sandsteingewänden, Giebel mit Holzschindeln verkleidet, großes korbbogiges Tor der Gerätehalle, Schmuckportal mit gesprengtem Giebel, Wappenstein samt Jahreszahl und historischem Türblatt, errichtet 1914 (i);
Das giebelständig ausgerichtete Rathaus entstand unter Einbezug der bereits 1905 errichteten Scheune in prominenter Lage an der Hauptdurchfahrtsstraße und beherbergt neben Sitzungs- und Arbeitsräumen der ehemaligen Gemeindeverwaltung auch die Gerätehalle der um 1900 gegründeten Ortsfeuerwehr. Der Bau ersetzt das frühere Schul- und Rathaus von 1876 und zeichnet sich durch seine traditionell anmutende Formen- und Materialsprache mit bossiertem Rotsandsteinmauerwerk und Holzschindelverkleidung aus. Er fügt sich so harmonisch in die bestehende Baulandschaft ein und veranschaulicht Gestaltungsprinzipien des zeittypischen Heimatschutzstils, einer konservativen Strömung der Reformarchitektur, durch welcher den Bauten gewissermaßen ein vertrautes Gesicht verliehen werden sollte. Durch sein Schmuckportal mit gesprengtem Dreiecksgiebel ist das Rathaus zudem als repräsentativer Mittelpunkt der einstigen kommunalen Selbstverwaltung gekennzeichnet. Damit besitzt das Gebäude architekturgeschichtlichen Quellenwert für solche ländlichen Verwaltungsbauten des frühen 20. Jahrhunderts in der Region ist zugleich von zentraler Bedeutung für die jüngere Ortsgeschichte von Reisenbach. Darüber hinaus vermittelt es einen anschaulichen Einblick in das damalige Brandschutzwesen sowie in die daran geknüpften Einsatz- und Arbeitsbedingungen der Feuerwehr. |
100718212 | ||
| Wegkreuz | Nähe Hardstraße 23 (Karte) |
Grüner Sandstein, hoher Sockel mit Fuß und Abschlussplatte, lateinisches Kreuz, Corpus fehlt, Inschrift auf Marmortafel: (Sockel vorne) „Christ kom hieher/und betrachte mich/dan gehe nach hause/und bekehre dich./süßes Herz Jesu, gib, dass ich immer/mehr Dich lieb!/300 Tage Ablaß.“ (unten) „Errichtet/zur/Ehre Gottes“, aufgestellt 1. Viertel 20. Jahrhundert
Das Wegkreuz im Gewann Hard nordwestlich des Orts ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Als Dokument der lokalen Religiosität des frühen 20. Jahrhunderts ist das Wegkreuz ein bezeichnender Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Reisenbach. |
100722486 | ||
| Kath. Pfarrkirche St. Josef mit Kirchhof (aufgelassen) | Kirchstraße 1 (Karte) |
Einfriedungsmauer und Treppenanlage: Saalkirche aus rotem Sandstein mit Satteldach, Dreiecksgiebel und großem Dachreiter samt Pyramidendach, eingezogener Polygonalchor mit Rundfenstern, nordöstlich Sakristeianbau mit Walmdach, Fassade mit großen Rundbogenfenstern und versetzten Eckbossen, Eingangsseite mit Blendfenstern und übergiebelter Vorhalle, halbkreisförmiges Oberlicht mit profiliertem Gewände und Keilstein, im Inneren flache Hohlkehlendecke, einschließlich historischer Ausstattung und Zubehör, errichtet 1926 (i) – 1928, geweiht 1929
Die katholische Pfarrkirche St. Josef entstand von 1926 bis 1928 als erster eigener Kirchenneubau inmitten des Ortskerns, nachdem sich die Gemeinde bereits seit 1907 um ein eigenes Gotteshaus bemüht hatte. Der als genordete Saalkirche mit eingezogenem Polygonalchor und großem Dachreiter ausgeführte Sakralbau wurde 1929 geweiht und zeichnet sich durch seine strenge sowie ausgewogene Gesamtkomposition mit symmetrischen Fassaden aus. Dabei ist die Portalfassade nach Süden mit ihren antikisierenden Dreiecksgiebeln in der Art einer zweistufigen Tempelfront gestaltet und verleiht dem Bau eine in sich ruhende Feierlichkeit, welche der Funktion der Kirche als gottesdienstliche Versammlungsstätte und Andachtsort in angemessener Weise gerecht werden soll. Gleichzeitig lehnt sich der Bau so bewusst an den badischen Klassizismus des bedeutenden Karlsruher Architekten Friedrich Weinbrenner (1766 bis 1826) an. Somit ist die Pfarrkirche ein architekturgeschichtlich bedeutendes Zeugnis für den neuklassizistischen Sakralbau der 1920er-Jahre in der Region. Als geistlicher Mittelpunkt der Gemeinde besitzt das Gebäude überdies zentralen Aussagewert für die jüngere Siedlungs- und Glaubensgeschichte von Reisenbach seit 1928. |
100721666 | ||
| Tafelbildstock | Kirchstraße 1 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Schaft mit abschließender Wulst, Relieftafel mit bekrönendem Kreuz, Muttergottes mit dem Kind und 16 Bilder aus dem Leben Jesu, Hl. Joseph, Inschrift: (Schaft, eine Zeile überarbeitet, stattdessen) R / VALENTIN / HEMBERGER / AGNES desen / Eheweib / ANO 1799, angefertigt 1799 (i) (an heutigen Standort versetzt nach 1930)
Der Bildstock an der Kirche ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Valentin und Agnes Hemberger und bildet eine Stätte der Einkehr, an welcher Episoden aus dem Leben und der Passion Christi zur kontemplativen Andacht vor Augen geführt werden. Gleichzeitig ist der Bildstock der fürsorgenden Muttergottes gewidmet, die hier auch als Heilsbringerin verehrt wird. Als sprechendes Beispiel spätbarocker Religiosität der Zeit um 1800 ist der Bildstock somit charakteristisch für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Reisenbach. |
100721720 | ||
| Bildstock | Gaimühler Straße (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Schaft mit Nischenaufsatz, Inschrift: „1764/HAT/MARTIN/SCHÖFFER/DIESEN/BILTSTOCK/MACHEN/LASEN“, angefertigt 1764 (i) (an heutigen Standort versetzt nach 1989)
Der Bildstock an der Kreuzung von Kirch- und Gaimühler Straße ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Martin Schöffer und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, die heute der Muttergottes gewidmet ist. Als Dokument barockzeitlicher Religiosität ist der Bildstock somit charakteristisch für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Reisenbach. |
100721132 | ||
| Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs | Kohlhofstraße (Karte) |
Kalksteinfigur Erzengel Michael, links und rechts Tafeln mit den Namen der Gefallenen beider Weltkriege, errichtet 1929, erweitert 1957
Das Gefallenendenkmal wurde 1929 unmittelbar vor der Pfarrkirche St. Josef errichtet, wofür man die die Südostecke der Kirchhofmauer nachträglich abschrägte. Zusammen mit seiner Erweiterung von 1957 erinnert es an die aus Reisenbach stammenden Soldaten, die im Rahmen der Kampfhandlungen des Ersten und Zweiten Weltkriegs zu Tode kamen. Es führt so die schmerzhaften Auswirkungen der beiden Weltkriege auf die Ortsbevölkerung in unmittelbarer Weise vor Augen und nimmt daher eine zentrale Rolle innerhalb der jüngeren Gedenk- und Erinnerungskultur von Reisenbach ein. Durch die Kalksteinfigur des drachentötenden Erzengels Michael werden die Soldaten zudem mit unheilabwehrenden Kriegern gleichgestellt, was der Gedenkstätte eine feierlich-sakrale Würde verleiht. |
100721787 | ||
| Tafelbildstock | Kohlhofstraße (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Schaft mit Kapitell, Relieftafel mit Bekrönungskreuz auf einem Einberg, Pietà, Inschrift: (Schaft) EX VOTO / ANTONI / SCHNEI / DER VND / MARGARE / TA DESEN / EHEWEIB / ANO 1804, aufgestellt 1804 (i)
Der Bildstock bei dem Gebäude Kohlhofstraße 2 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Antonius und Margareta Schneider und bildet eine durch spätbarocke Dekorelemente ausgezeichnete Stätte der Einkehr, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes zur kontemplativen Andacht vor Augen geführt wird. Als sprechendes Beispiel spätbarocker Religiosität des beginnenden 19. Jahrhunderts ist der Bildstock damit ein bezeichnender Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Reisenbach. |
100721925 | ||
| Hofkapelle | Kohlhofstraße (Karte) |
Kleines Gebäude unter Satteldach, Rundbogentür mit Gewändepilastern aus rotem Sandstein; innen ein mehrteiliger Altar von 1791 in bäuerlichen Barockformen, Holzrelief: Maria Hilf, Inschrift: (Medaillon oben am Altar) EX VOTO / PETER GEIER / VND AGNES DE / SEN HAVSFRAV / ANO 1791, errichtet 1775 (i) (abgetragen und einige Meter versetzt wiederaufgebaut 1958)
Die Hofkapelle entstand als Votivgabe des bäuerlichen Hofherren, der gelobte, nach Gesundung mindestens eines seiner vier todkranken Kinder eine Kapelle zu errichten. Der kleine Bau zeichnet sich durch seine spätbarocke Portalgestaltung mit gequaderten Gewändepilastern und Putti aus und bildet zusammen mit dem 1791 durch Peter und Agnes Geier gestifteten Altar eine Stätte der Einkehr, des Gebets und der Andacht, die angesichts des Holzreliefs auf dem Altar der fürsorgenden Muttergottes gewidmet ist. Es handelt es sich somit um ein beredtes Zeugnis einer gelebten und bildlich wie baulich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit katholischer Prägung in Reisenbach. In seiner zeittypischen Dekorsprache des Spätbarock besitzt der Altar zudem kunstgeschichtlichen Quellenwert für die regionale Bildhauer- und Holzschnitzkunst des ausgehenden 18. Jahrhunderts.[9] |
100722066 | ||
| Bildstock | Nähe Kohlhofstraße 10 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel, sich verjüngender Schaft mit Kapitell und Relieftafel, Bildmotiv: Maria Immaculata, Inschrift: (Relieftafel) Gott zu Ehr / en hatt der / Ehrsame Herr / Adam Schüssler / und Maria G / ?? Seine ha / us Frau Diesen bilt / ??? machen lassen / 1774, aufgestellt 1774 (i) (Sockel mit Kunststein umfangen um 1975)
Der Bildstock hinter dem Gebäude Kohlhofstraße 10 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Adam und Maria Schüssler und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, die der Maria Immaculata, der jungfräulichen Muttergottes gewidmet ist. Maria wird dabei durch einen Reigen aus geflügelten Putti gerahmt und durch den obersten Putto gekrönt, was die sakrale Würde der Andachtsstätte in barock-theatralischer Manier unterstreicht. Als sprechendes Beispiel barockzeitlicher Religiosität ist der Bildstock damit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Reisenbach. |
100722129 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Schaft mit Kapitell und Relieftafel mit Bekrönungskreuz, Maria Himmelskönigin, Inschrift: (Schaft) simmon hem / berger schu / ltheis zv / Reisenbach / ANNO / 1774 (Relieftafel) Ihm Jahr Chrsti ANO 1773 / usw., Sockel aufgestellt 1774 (i), Reliefaufsatz aufgestellt 1773 (i)
Der Bildstock östlich des Orts ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters, des Reisenbacher Schultheißen Simon Hemberger. Er bildet eine durch barocke Zierformen ausgezeichnete Stätte der Einkehr und Andacht, welche der zur Himmelskönigin gekrönten Muttergottes gewidmet ist. Als sprechendes Beispiel barockzeitlicher Religiosität ist der Bildstock somit ein bezeichnender Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Reisenbach. |
100722568 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, Bodenplatte mit Sockel, vierkantiger Schaft mit Nischenaufsatz und Bekrönungskreuz, Bildmotiv fehlt, Inschrift: (Schaft) DIESEN / BILDSTOCK / HATMA / CHEN LAS / EN SIMON SCHNE / IDER ZEN / DSCHIPF / VND AN / NA MAR / IA SEINE / HAVS / FRAV / ANNO / 1773, aufgestellt 1773 (i)
Der Bildstock östlich des Orts ist Zeugnis einer gelebten Frömmigkeit seitens der Stifter Simon und Anna Maria Schneider und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Reisenbach charakteristisch ist. |
100722531 | ||
| Bildstock | Reisenbergweg 15 (Karte) |
Grüner Sandstein, Muschelkalkkunststein, vierkantiger Sockel mit Fuß, abgefaster Schaft mit abgesetztem Reliefaufsatz, Pietà-Darstellung, Inschrift: (Kapitell) „O schmerzhafte/Mutter Gottes/bitte für uns.“ (Sockel) „Gewidmet von/Albert Galm/und Ehefrau/geb. Schork/1906“, aufgestellt 1906 (i)
Der Bildstock östlich des Orts ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Albert Galm und dessen Ehefrau und bildet eine Stätte der Einkehr, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes zur kontemplativen Andacht vor Augen geführt wird. Als aussagekräftiges Beispiel für die lokale Religiosität des frühen 20. Jahrhunderts ist der Bildstock somit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Reisenbach. |
100722595 |
Rumpfen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wegkreuz | Nähe Am Eichwald 1 (Karte) |
Roter Sandstein, französischer Kalkstein, vierkantiger Sockel mit gestufter Basis und Abdeckplatte, lateinisches Kreuz mit Corpus, Inschriften: 1906/Wer mein Jünger sein/will, der verleugne sich/selbst, nehme sein Kreuz/auf sich und folge mir/nach. Mein Jesus Barmherzigkeit/Errichtet von Fr. Karl Schwing/Man bittet des Stifters sowie aller Verstorbenen in Gebeten zu gedenken./ Mission 1907/ Bernhard, Buchen, aufgestellt 1906 (i)
Das Wegkreuz am westlichen Ortsausgang ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Fr. Karl Schwing und bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an einer erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Der im geläufigen Dreinageltypus dargestellte Korpus ist zudem ein kunstgeschichtlich aussagekräftiges Dokument für die regionale und teils seriell nach Vorlagen fertigende Bildhauerkunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. |
100725882 | ||
| Hofanlage aus Wohnhaus mit Scheune | Am Hoffeld 5 (Karte) |
Stall, eingefriedeter Hoffläche und Gartenterrasse mit Mauer:
Die Hofanlage am nördlichen Dorfrand ist als Teil der historischen Bebauung in Rumpfen von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung, wobei das Alter des giebelständig zur Straße ausgerichteten Wohnhauses inschriftlich überliefert ist. So wurde es 1914 für bzw. durch den Bauherren Wilhelm Schwing errichtet und ist durch seine neubarocke Dekor- und Gliederungssprache mit straßenseitigem Kastenerker, volutengeschmücktem Korbbogenportal und traufseitigen Ovalfenstern, auch Ochsenaugen genannt, repräsentativ ausgezeichnet. Das Wohnhaus belegt demnach das ausgeprägte Standesbewusstsein sowie den Kunstsinn des wohlhabenden bäuerlichen Bauherren, aus dessen Familie bereits Rumpfener Schultheißen hervorgingen. Gleichzeitig zeugt das Gebäude von architektonischen Strömungen des Reformstils zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Region und veranschaulicht zusammen mit den Ökonomiebauten sowie den ebenso repräsentativ eingefriedeten Hof- und Gartenflächen großbäuerlich geprägte Lebens-, Wohn- und Arbeitskultur des frühen 20. Jahrhunderts in Rumpfen. |
100724403 | ||
| Bildstock | Am Hoffeld 5 (Karte) |
Roter Sandstein, hoher Sockel mit Abschlussplatte und Inschrift, Säule mit Plinthe, Basis und Kapitell, Reliefaufsatz mit Darstellung des Heiligen Wandels und der Taube des Heiligen Geists, Metallkreuz, Inschrift: (Sockel) „Dieses bield/hat machen las/sen Valendin Schwing/Schultheis und mar/gereta Seine Hausfrau/von Rumpfen/1769“ (Aufsatz) „JESU/MARIA/JOSEPH“, aufgestellt 1769 (i)
Der Bildstock vor der Hofanlage Am Hoffeld 5 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter, des Rumpfener Schultheißen Valentin Schwing und dessen Ehefrau Margareta und bildet eine durch zeittypische Zierformen des Spätbarock ausgezeichnete Stätte der Einkehr und Andacht, an welcher der Heilige Wandel, also die Rückkehr der Heiligen Familie aus ihrem Exil in Ägypten vergegenwärtigt wird. Begleitet wird das Andachtsmotiv von der Taube des Heiligen Geists, die das Christuskind zum zukünftigen Weltenherrscher krönt. Als sprechendes Beispiel der lokalen Religiosität in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts ist der Bildstock somit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholischen geprägten Kulturlandschaft von Rumpfen. |
100724935 | ||
| Brunnenhaus | (Karte) |
Hügelartiger, in das Erdreich eingelassener Gewölbebau, über ein halb liegendes Rundbogenportal mit Eisentür erschlossen, Teil eines Systems zur örtlichen Wasserversorgung, errichtet um 1905
Das Brunnenhaus wurde um 1905 als hügelartiger, in das Erdreich eingelassener Gewölbebau mit halb liegendem Rundbogenportal nördlich des Dorfs errichtet und ist ein sprechender Beleg für die Einrichtung einer modernen Wasserversorgung zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Rumpfen. Die zweiflügelige Eisentür mit Beschlag und vegetabilen Rosetten gibt Auskunft über die damalige Handwerkskunst der Schmiede. |
109307730 | ||
| Schul- und Rathaus | Am Hoffeld 8 (Karte) |
Kleines eingeschossiges Traufenhaus aus Sandstein unter Satteldach mit Dachreiter, teils vergrößerte Rechteckfenster, errichtet 1895, bis Anfang 1960er-Jahre in Betrieb
Das kleine Schul- und Rathaus wurde 1895 in äußerst zurückhaltenden Formen errichtet ist durch seinen charakteristischen Dachreiter als Sonderbau innerhalb der Dorfstruktur gekennzeichnet. Wie für solche ländlichen Schul- und Rathausbauten der damaligen Zeit üblich, vereinte es einst Bildungsaufgaben und Gemeindeverwaltung aus finanziellen und organisatorischen Gründen unter einem Dach, wobei der Schulsaal mit vergrößerten Rechteckfenstern auch für die Ratssitzungen verwendet wurde. Gleichzeitig befand sich im Gebäude auch der Ortsarrest, womit es sich um einen charakteristischen Vertreter solcher öffentlichen Multifunktionsbauten auf dem Land im damaligen Großherzogtum Baden handelt. Das Schul- und Rathaus besitzt damit bautypologischen Quellenwert und ist zugleich ein zentrales Dokument für die Rumpfener Bildungs-, Justizvollzugs- und Verwaltungsgeschichte von 1895 bis in die 1960er-Jahre. |
100725054 | ||
| Steinkreuz | (Karte) |
Roter Sandstein, aus einem Block gefertigt, am Kreuzstamm plastisch herausgearbeiteter Schuhabdruck und Pflugschar, wohl 16. Jahrhundert
Bei dem Steinkreuz nordöstlich von Rumpfen handelt es sich wohl um ein Sühnekreuz, einem charakteristischem Zeugnis spätmittelalterlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Ausweislich der Pflugschar gehörte der oder die Erschlagene wohl dem bäuerlichen Stand an. Da er oder sie ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. bis ins 16. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt. |
100725696 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Kalkstein, Sockel mit Inschrift, Bildaufsatz mit Figurennische, mit Voluten verzierter Abschluss und Bekrönungskreuz, zum Gedenken an den 1952 verunglückten Walter Peter aus Steinbach errichtet nach 1953
Der neubarock gestaltete Bildstock nordöstlich des Orts entstand zum Gedenken an den hier am 11. Oktober 1952 verunglückten Walter Peter aus Steinbach, womit es sich um eine Stätte der Einkehr und der Totenerinnerung handelt, die der Muttergottes als Königin des hl. Rosenkranzes gewidmet ist. Als authentisches Dokument für lokale Frömmigkeits-, Andachts- und Gedenkpraktiken der 1950er-Jahre ist der Bildstock somit ein wesentlicher Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Rumpfen. |
100726255 | ||
| Steinkreuz | (Karte) |
Roter Sandstein, aus einem Block gehauen, lateinische Form, eingeritztes Messer, wohl 16. Jahrhundert
Bei dem Steinkreuz mit eingeritzter Dolchdarstellung an der Straße nach Unterneudorf handelt es sich wohl um ein Sühnekreuz, einem charakteristischem Zeugnis spätmittelalterlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. bis ins 16. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt. Zugleich sind mit solchen Steinkreuzen zahlreiche volkstümliche Überlieferungen bezüglich der Tathergänge verknüpft, womit sie auch identitätsstiftenden Wert für die ansässige Ortsbevölkerung besitzen. |
100725936 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Roter und weißer Sandstein, achtkantiger, sich verjüngender Schaft mit Kapitell, häuschenähnlicher Aufsatz mit tiefer Nische und Relief, Kreuzigungsszene, aufgestellt 16. Jahrhundert
Der Bildstock zwischen den beiden Steinkreuzen an der Straße nach Unterneudorf ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an einer erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Als sprechender Beleg für lokale Religiosität des ausgehenden Spätmittelalters ist der Bildstock damit ein wesentlicher Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Rumpfen. |
100726050 | ||
| Steinkreuz | (Karte) |
Roter Sandstein, aus einem Block gefertigt, Bildmotiv: Männchenzeichnung wohl eines Hirten mit Kuhhorn und Hirtenstecken, wohl 16./17. Jahrhundert
Bei dem Steinkreuz mit eingeritzter Männchenzeichnung an der Straße nach Unterneudorf handelt es sich wohl um ein Sühnekreuz, einem charakteristischem Zeugnis spätmittelalterlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. und teilweise bis ins 17. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt. Zugleich sind mit solchen Steinkreuzen zahlreiche volkstümliche Überlieferungen bezüglich der Tathergänge verknüpft, womit sie auch identitätsstiftenden Wert für die ansässige Ortsbevölkerung besitzen. So verweist die Männchenzeichnung wohl eines Hirten mit Kuhhorn und Hirtenstecken auf die Sage der Schäfer aus Steinbach, Hollerbach und Unterneudorf, die sich gegenseitig tot schlugen. |
100726125 | ||
| Wegweiserstein | (Karte) |
Sandsteinstele, zweiseitig mit Richtungs- und Entfernungsangaben beschriftet: Nach Steinbach 1,5 km; Nach Buchen 5,5 km / Nach Mudau 3,6 km, aufgestellt nach 1872
Der Wegweiserstein befindet sich an der Straße von Rumpfen nach Unterneudorf. Auf der Stele aus rotem Sandstein sind die Richtungsangaben jeweils mit Ortsname und Richtungspfeil sowie die Entfernungen in Kilometer vom Standort des Steins nach Steinbach, Buchen sowie nach Mudau eingemeißelt. Die Entfernungsangaben in Kilometer belegen die Aufstellung des Steins nach der verbindlichen Einführung des metrischen Systems im Jahr 1872 im Deutschen Kaiserreich. Der Wegweiserstein ist damit ein wichtiges Dokument für das historische Straßen- und Wegenetz in der Region sowie für das frühere Verkehrs- und Orientierungssystem im damaligen Großherzogtum Baden. Darüber hinaus gibt er Aufschluss über die reichsweite Vereinheitlichung des Messwesens im späten 19. Jahrhundert. |
100726214 | ||
| Steinkreuz | (Karte) |
Roter Sandstein, aus einem Block gefertigt, Inschrift: (in der Vierung) 1655 (etwas in den rechten Kreuzarm verschoben), aufgestellt 1655 (i)
Bei dem Steinkreuz in einer Waldzone südöstlich von Rumpfen handelt es sich wohl um ein Sühnekreuz, einem charakteristischem Zeugnis spätmittelalterlicher bzw. frühneuzeitlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. und teilweise bis ins 17. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt. |
100726328 | ||
| Hofanlage aus Wohnhaus | Unterneudorfer Straße 2 (Karte) |
Stallscheune und Hoffläche:
Die Hofanlage inmitten des Dorfs ist als Teil der historischen Bebauung in Rumpfen von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und wurde für bzw. durch ein Mitglied der Familie Schwing errichtet. Das traufständig zur Straße ausgerichtete Wohnhaus zeichnet sich durch seine historistisch beeinflusste Formensprache aus, wobei die Straßenseite durch den Mittelrisalit mit Ziergiebel als repräsentative Schaufassade hervorgehoben ist. Es belegt folglich das ausgeprägte Geltungsbewusstsein sowie den Kunstsinn des wohlhabenden bäuerlichen Bauherren, aus dessen Familie bereits Rumpfener Schultheißen hervorgingen. Bei dem Bau handelt es sich damit um einen architekturgeschichtlich aussagekräftigen Vertreter des ländlichen Späthistorismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Region. Zusammen mit der stattlichen Stallscheune und der Hoffläche dokumentiert er überdies großbäuerlich geprägte Lebens-, Wohn- und Erwerbskultur am Anfang des 20. Jahrhunderts in Rumpfen. |
100725182 | ||
| Hofanlage aus Wohnhaus | Unterneudorfer Straße 5 (Karte) |
Stallscheune, Scheune, Stall und Hoffläche:
Die stattliche Hofanlage inmitten des Dorfs ist als Teil der historischen Bebauung in Rumpfen von ortsbaugeschichtlichem Zeugniswert und wurde für bzw. durch Mitglieder der Familie Schwab errichtet. Das traufständig zur Straße ausgerichtete Wohnhaus entstand dabei unter der Bauherrschaft von Franz Schwab und zeichnet sich durch seine zwischen Historismus und frühem Reformstil schwebende Formen- und Materialsprache aus, für welche die gekehlten Rechtecköffnungen mit gequaderten Überfangbögen, die spitzen Eckbossen sowie die Fachwerkgiebel mit lokaltypischer Holzschindelverkleidung bzw. Zierelementen bezeichnend sind. Der Bau belegt augenscheinlich den repräsentativen sowie gestalterischen Anspruch des wohlhabenden bäuerlichen Bauherren und verdeutlicht architektonische Strömungen des ländlichen Späthistorismus bzw. des Reformstils zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Region. Zusammen mit den Ökonomiebauten und der Hoffläche vermittelt das Wohnhaus überdies einen authentischen Einblick in großbäuerlich geprägte Lebens-, Wohn- und Arbeitskultur des 19. und 20. Jahrhunderts in Rumpfen. |
100725219 | ||
| Bildstock | Nähe Unterneudorfer Straße 5 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Abschlussplatte, Säule mit Plinthe und Kapitell, Relieftafel, Bildmotiv: Marienkrönung, Inschrift: (Fragmente auf der Relieftafel) h - eit (Heilige Dreifaltigkeit), aufgestellt 3. Viertel 18. Jahrhundert
Der Bildstock bei der Hofanlage Unterneudorfer Straße 5 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine durch zeittypische Zierformen des Spätbarock ausgezeichnete Stätte der Einkehr und Andacht, an welcher die Körnung der Muttergottes durch die Dreifaltigkeit, bestehend aus Christus, Gottvater und dem Heiligen Geist, vor Augen geführt wird. Als Dokument für die lokale Religiosität der Barockzeit ist der Bildstock damit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Rumpfen. |
100725311 | ||
| Wasserhochbehälter | (Karte) |
Pylonenartiger Bau aus grob behauenen Sandsteinbossen, kastellartige Bekrönung mit Zinnen und Ecktürmchen, Türgewände aus Spiegelquadern, Holztür mit Eisenbeschlägen (Teil eines Systems zur örtlichen Wasserversorgung), errichtet 1913 (i)
Der Wasserhochbehälter an der Straße nach Unterneudorf wurde 1913 errichtet und ist in seinem wehrhaft anmutenden Burgenstil mit grob behauenen Sandsteinbossen, kastellartiger Zinnen- und Ecktürmchenbekrönung sowie altertümlich wirkender Holztür samt Eisenbeschlägen ein ausdrucksstarkes Dokument für die Einrichtung einer modernen Wasserversorgung am Anfang des 20. Jahrhunderts in Rumpfen. Als sprechendes Beispiel des gesteigerten künstlerischen Anspruchs im regionalen Ingenieurbau der damaligen Zeit bringt der Hochbehälter auch den Stolz der ansässigen Ortsbevölkerung bzw. der Gemeinde auf ihr Wasserversorgungssystem zum Ausdruck. |
100725141 |
Scheidental
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Bildstock | Bergstraße 10 (Karte) |
Roter Sandstein, Bodenplatte mit Sockel, hoher, sich verjüngender Schaft mit Reliefaufsatz, Fragment eines Einbergs mit Bekrönungskreuz, Hl. Blut (Relief vorne), Pietà (Schaft), Hl. Wendelinus (rechts), Hl. Antonius (links), Inschrift: EX VOTO / VALEN / TIN SCH / ÖFFER / MARGE / RETA DE / SEN EHE / WEIB / ANNO / 1803, angefertigt 1803 (i) (in Rasenfläche am neuerstellten Wohnhaus aufgestellt, vermutlich nicht originaler Stellplatz)
Der Bildstock bei dem Gebäude Bergstraße 10 wurde durch Valentin und Margereta Schöffer gestiftet und bildet primär eine durch zeittypische Dekorformen des Spätbarock ausgezeichnete Andachtsstätte, die das Blutwunder von Walldürn vergegenwärtigt. Bei diesem handelt es sich um die Ursprungslegende der Walldürner Wallfahrt, bei welcher ein Priester im Jahr 1330 oder 1408 einen konsekrierten Kelch mit gewandeltem Wein aus Achtlosigkeit umwarf. Der sich auf dem Altartuch verteilende Wein soll sich zu einer Darstellung des Gekreuzigten mit elf weiteren Häuptern Christi entsprechend dem Schweißtuch der Veronica formiert haben. Die Entdeckung dieses Altartuches löste die Wallfahrt in Walldürn im 15. Jahrhundert aus. Die Darstellung der Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes am oberen Ende des Pfeilerschafts sowie die seitlich am Aufsatz befindlichen Darstellungen der hll. Wendelin und Antonius erzeugen weitere Ebenen der Einkehr und Andacht, womit es sich bei dem Bildstock um ein vielschichtiges Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität des beginnenden 19. Jahrhunderts in Unterscheidental handelt. Er gibt zudem Auskunft über die mit Walldürn verknüpfte Wallfahrtspraxis der damaligen Zeit. |
100727327 | ||
| Brunnenstube mit Wasserbecken | Nähe Brunnenweg 9 (Karte) |
Viereckiger gemauerter Sockel aus Feldsteinen mit Holztürchen als Zugang, davor rechteckiges Wasserbecken aus langen Feldsteinen, errichtet 19./20. Jahrhundert
Die Brunnenstube mit Wasserbecken am südwestlichen Ortsrand von Oberscheidental ist ein wesentliches Dokument für die dörfliche Wasserversorgung im 19./20. Jahrhundert. Hier konnten die Einwohner ihr Brauchwasser besorgen und ihr Vieh tränken, wodurch die Anlage auch einen gesellschaftlichen Treffpunkt darstellt. |
100727559 | ||
| Kath. Pfarrhaus mit Garten und Einfriedung:
- Pfarrhaus |
Eberbacher Straße 1 (Karte) |
Zweigeschossiger villenartiger Bau aus Rotsandstein unter Walmdach, westliche Hälfte der Straßenfassade risalitartig hervortretend, Fensterstürze im Obergeschoss mit Vorhangbögen, rechteckige Fenster- und Portalöffnungen mit gekehlten Gewänden, errichtet 1904 (i);
Das katholische Pfarrhaus entstand mit der Erhebung Scheidentals zur Pfarrkuratie im Jahr 1904 und bildet mit der gegenüberliegenden Kirche eine ortsbauliche Dominante. Der in lokaltypischem Rotsandstein errichtete Bau zeichnet sich durch sein zurückhaltendes Erscheinungsbild aus, das durch die gotisierenden Akzente der vorhangbogigen Fensterstürze im Obergeschoss belebt und so als kirchlicher Sonderbau gekennzeichnet wird. Zusammen mit dem Garten und der in Form eines eisernen Staketenzauns ausgeführten Einfriedung verdeutlicht das villenartige Gebäude das gehobene gesellschaftliche Ansehen der hier einst ansässigen Ortsgeistlichen. Zugleich veranschaulicht das Anwesen deren eng verflochtene Lebens-, Arbeits- und Versorgungsverhältnisse im frühen 20. Jahrhundert und besitzt zugleich bautypologischen Aussagewert für solche späthistoristischen Pfarrhäuser im damaligen Großherzogtum Baden. |
104154107 | ||
| Vierseithof aus Wohnhaus | Eberbacher Straße 7 (Karte) |
Scheune, Hoftor und Hoffläche:
Der stattliche Vierseithof bildet einen prägenden Bestandteil der historischen Bebauung in Oberscheidental und setzt sich aus dem regelmäßig gegliederten Wohnhaus auf L-förmigem Grundriss, der zweiflügeligen Scheune, dem repräsentativen Hoftor in Triumphbogenform sowie der Hoffläche zusammen. Das Anwesen belegt das ausgeprägte Standesbewusstsein der bäuerlichen Bauherren und besitzt in ihrem geschlossenen Erhaltungszustand bautypologischen Aussagewert für solche in der Region selten vertretenen Vierseithöfe des 19. und 20. Jahrhunderts. Gleichzeitig dokumentiert die Hofanlage großbäuerlich geprägtes Leben, Arbeiten und Wohnen am Ende des 19. bzw. in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts in Oberscheidental. |
100727869 | ||
| Bildstock | Nähe Eberbacher Straße 19 (Karte) |
Roter Sandstein, Bodenplatte mit vierkantigem Sockel und Schaft, Hausaufsatz mit Nische und Bekrönungskreuz, Lourdesmadonna, Inschrift: (Sockel) Erichtet / Valentin / Zimerman / 1912, aufgestellt 1912 (i)
Der Bildstock südlich von Oberscheidental ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Valentin Zimerman und bildet eine der Madonna von Lourdes gewidmete Stätte der Einkehr und Andacht, welche für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Scheidental bezeichnend ist. |
100740080 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, Bodenplatte, vierkantiger Schaft, Aufsatz mit Nische und Bekrönungskreuz, Bildmotiv fehlt, Inschrift: (Schaft) Hier / Ist / Gest= / orben / Josef / Scheier= / man / Von / Ober / Scheit / ental / 1864, aufgestellt 1864 (i)
Der Bildstock im Gewann Stockbrunnenwiese südlich von Oberscheidental entstand zum Gedenken an den hier verunglückten Josef Scheiermann. Es handelt sich somit eine Stätte der Einkehr und der Totenerinnerung und folglich um ein aussagekräftiges Dokument für lokale Frömmigkeits-, Andachts- und Gedenkpraktiken der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. |
100743594 | ||
| Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs in kleiner umgebender Grünanlage | Eberbacher Straße (Karte) |
Auf grob gearbeitetem Sockel Findling aus rotem Sandstein mit eingelassener Gedenktafel und Kriegsattributen, Helm-, Lorbeer- und Dolchrelief, weitere Gedenktafel für den Zweiten Weltkrieg angelehnt an den Sockel, errichtet durch Gemeinde, 1929, erweitert nach 1945
Das Gefallenendenkmal wurde 1929 durch die Gemeinde zusammen mit der kleinen umgebenden Grünanlage in zentraler Lage neben dem Schul- und Rathaus und der Pfarrkirche zunächst für die im Ersten Weltkrieg verstorbenen Soldaten aus Oberscheidental errichtet. In Kombination mit der nachträglichen Erweiterung für die aus dem Ort stammenden Gefallenen des Zweiten Weltkriegs nimmt das als Findling mit heroisierenden Kriegsattributen gestaltete Denkmal eine zentrale Rolle innerhalb der jüngeren Gedenk- und Erinnerungskultur des Dorfs ein und führt die schmerzhaften Auswirkungen der beiden Weltkriege auf die Ortsbevölkerung in eindrücklicher Weise vor Augen. |
100730996 | ||
| Friedhofskreuz | Kastellstraße 6 (Karte) |
Roter Sandstein, Metallguss, Sockel mit Bodenplatte, zweistufiger Basis und Abschlussplatte, lateinisches Kreuz mit Korpus, Inschrift: (Sockel) Bei dem Herrn ist / Barmherzigkeit und bei ihm ist über= / reiche Erlösung / Ps. 129,7 // 1913 (rechts unten am Sockel) Fr. Bernhard / Buchen, aufgestellt 1913 (i)
Das Friedhofskreuz ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine mit dem Bestattungsplatz verknüpfte Andachtsstätte, an welcher der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an einer erlösende Auferstehung nach dem Tod vor Augen geführt wird. Es nimmt daher eine wesentliche Rolle innerhalb der Scheidentaler Erinnerungs- und Begräbniskultur ein. |
100729145 | ||
| Bildstock | Kastellstraße 13 (Karte) |
Roter Sandstein, schlanker Sockel mit sich verjüngendem Schaft, Nischenaufsatz mit bekrönendem Kreuz, Pietà-Figürchen, Inschrift: .(Sockel) Erichet / Johan / Joseph / Münch / 1810, Wappen mit IHS, aufgestellt 1810 (i)
Der Bildstock zwischen Ober- und Unterscheidental ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Johan Joseph Münch und bildet einer Stätte der Einkehr und Andacht, die für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Scheidental bezeichnend ist. |
100740762 | ||
| Bildstock | Neckarstraße (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel, sich verjüngender Schaft mit kleinem Kapitell, Relieftafel mit Pietà, Hl. Wendelinus (am Schaft), Inschrift: (Schaft) EX VOTO/IOHANES/und VALEN/TIN BREN/EISEN und/BARBARA auch/ANA MARIA/deßen Ehewe/ibern in unt/erscheidental/ANO 1796, aufgestellt 1796 (i)
Der Bildstock beim Gebäude Neckarstraße 2 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Johannes und Valentin sowie Barbara und Anna Maria Breneisen. Er bildet eine durch zeittypische Zierformen des Spätbarock ausgezeichnete Stätte der Einkehr, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes zur kontemplativen Andacht vor Augen geführt wird. Die Darstellung des hl. Wendelin am oberen Ende des Pfeilerschafts erzeugt eine zweite Andachtsebene, womit es sich um ein sprechendes Beispiel für die lokale Religiosität des ausgehenden 18. Jahrhunderts in Unterscheidental handelt. |
100729558 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger, schlanker Sockel mit sich verjüngendem Schaft und Relieftafel, Pietà-Darstellung, Mineros (Aufsatz), Inschrift: (Schaft) EX VOTO / dieses bild / haben die / galmische (vorher wohl eher: galmschen) / Kinder von / unterscheit / enthal ma / chen lasen / wegen ihr / vater der / da sein Leben / verloren hat / aNNO 1810, aufgestellt 1810 (i)
Der Bildstock südlich von Unterscheidental entstand zum Gedenken an den Vater der Galmschen Kinder aus Unterscheidental, der hier sein Leben verloren hat. Es handelt sich somit eine Stätte der Einkehr und der Totenerinnerung, an welcher bezeichnenderweise die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes zu kontemplativen Andacht vor Augen geführt wird. Als aussagekräftiges Dokument für lokale Frömmigkeits-, Andachts- und Gedenkpraktiken des frühen 19. Jahrhunderts ist der Bildstock somit ein wesentlicher Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Scheidental. |
100743689 | ||
| Schul- und Rathaus mit Vorgarten und Einfassung:
- Schul- und Rathaus |
Reisenbacher Straße 2 (Karte) |
Zweigeschossiges Gebäude aus rotem Sandstein unter Walmdach auf gequadertem Kellersockel, die Mittelachse durch das segmentbogige Hauptportal mit aufgekröpftem Gesims und zweiläufiger Freitreppe betont, hofseitig ein übergiebelter Mittelrisalit, die großen Fenster im Erdgeschosses markieren das Klassenzimmer und das Ratszimmer, errichtet um 1880
Das Schul- und Rathaus befindet sich inmitten des Oberscheidentaler Dorfkerns und zeichnet sich durch seine achsensymmetrische Schaufassadengliederung mit mittigem Hauptportal samt akzentuierender Freitreppe und aufgekröpftem Gesims als Sonderbau aus. So bildete das Gebäude in seiner strengen und regelmäßigen Formensprache des Spätklassizismus bis zur 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts die zentrale Anlaufstelle der Scheidentaler Bürger sowie die erste Bildungsstätte des Orts, wobei die bauliche Vereinigung von Bildungsaufgaben und Gemeindeverwaltung aus finanziellen und organisatorischen gründen erfolgte und für den zeittypischen Pragmatismus auf dem Dorf charakteristisch ist. Zusammen mit der Einfassung der wohl u. a. als Schulgarten genutzten Grünfläche ist das Schul- und Rathaus von elementarer Bedeutung für die örtliche Bildungs- und Verwaltungsgeschichte vom späten 19. bis ins 20. Jahrhundert und besitzt zugleich bautypologischen Aussagewert für solche öffentlichen Kommunal- und Schulhausbauten im damaligen Großherzogtum Baden. |
100730888 | ||
| Bildstock | Reisenbacher Straße (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit sich verjüngendem Schaft, Tafelaufsatz, Hl. Blut (Relieftafel), Pietà (Schaft), Inschrift: (Schaft) EX VOTO / VALENTIN / SCHORK / CATARINA / VND ANA / DESEH EHE / WEIB VND / MUTTER / V. OBERSCHE / ITEN THAL / ANO 1804, aufgestellt 1804 (i) (vor den Bildstock gesetzter Mauerrest, wohl nachträglich)
Der Bildstock bei dem Gebäude Reisenbacher Straße 5 wurde durch Valentin, Catarina und Anna Schork gestiftet und bildet primär eine durch zeittypische Dekorformen des Spätbarock ausgezeichnete Andachtsstätte, die das Blutwunder von Walldürn vergegenwärtigt. Bei diesem handelt es sich um die Ursprungslegende der Walldürner Wallfahrt, bei welcher ein Priester im Jahr 1330 oder 1408 einen konsekrierten Kelch mit gewandeltem Wein aus Achtlosigkeit umwarf. Der sich auf dem Altartuch verteilende Wein soll sich zu einer Darstellung des Gekreuzigten mit elf weiteren Häuptern Christi entsprechend dem Schweißtuch der Veronica formiert haben. Die Entdeckung dieses Altartuches löste die Wallfahrt in Walldürn im 15. Jahrhundert aus. Die Darstellung der Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes am oberen Ende des Pfeilerschafts erzeugt eine weitere Andachtsebene, womit es sich bei dem Bildstock um ein vielschichtiges Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität des beginnenden 19. Jahrhunderts in Oberscheidental handelt. Er gibt zudem Auskunft über die mit Walldürn verknüpfte Wallfahrtspraxis der damaligen Zeit. |
100732303 | ||
| Sog. Lenzkapelle | Reisenbacher Straße 7 (Karte) |
Kapelle, zwischen zwei Bäumen, kleiner Bau aus rotem Sandstein mit Satteldach, innen Muttergottesaltar, Inschrift über der Tür und auf der Inschriftenplatte; flankierend gepflanzte Bäume, errichtet 1765 (i)
Die sog. Lenzkapelle, benannt nach dem Stifterehepaar, wurde ausweislich der Jahreszahl im Portalbogen 1765 errichtet, wobei die zwei flankierend gepflanzten Bäume zur malerischen Inszenierung des kleinen Bethäuschens beitragen. Der kleine Rotsandsteinbau mit profilierten Traufgesimsen und genuteten Gewändepilastern bildet eine der fürsorgenden Muttergottes gewidmete Stätte der Einkehr, des Gebets sowie der Andacht und ist als authentisches Dokument für die lokale Frömmigkeit des Spätbarocks ein wesentlicher Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Scheidental. |
100732427 | ||
| Milchhäuschen | Reisenbacher Straße 15 (Karte) |
Kleiner verputzter Massivbau unter Walmdach, Sandsteinsockel mit zweiläufiger Podesttreppe, hölzerne Rautentür, dreiteilige Fenster in schmalen Profilgewänden, errichtet um 1930 bzw. 1954
Das ehemalige Milchhäuschen wurde in markanter Freistellung als Kleinarchitektur in sich auf die tradierte Bauweise der Region beziehenden Formen des Heimatschutzstils errichtet, wofür das gut proportionierte Walmdach mit weitem Überstand, der bossierte Sandsteinsockel, die Fensterumrahmungen (ursprünglich mit Schlagläden) und die Tür mit rautenförmiger Aufdoppelung bezeichnend sind. Gleichzeitig ist die doppelläufig zugängliche Rampe ein charakteristisches Merkmal dieses Bautyps. Das Gebäude verknüpft so funktionale Charakteristiken mit einer ansprechenden architektonischen Gestaltung, womit es sich um einen klar ablesbaren Funktionstyp solcher mittlerweile nur noch in wenigen Beispielen überlieferten Milchhäuschen handelt. Diese entstanden auf den Dörfern v. a. in den 1920er- und 1930er-Jahren, mit verstärktem Nachdruck insbesondere infolge des Reichsmilchgesetzes vom 31. Juli 1930 mit obligatorischen Zusammenschlüssen der Milcherzeuger und veranschaulichen als Milchsammelstellen die genossenschaftlich organisierte Milch- und Fettversorgung. Damit besitzt das Scheidentaler Milchhäuschen aussagekräftigen Quellenwert für die örtliche Wirtschafts- und Ernährungsgeschichte des 20. Jahrhunderts und ist als einstiger kommunikativer Treffpunkt der Ortsbevölkerung auch sozialgeschichtlich bedeutsam. |
100869004 | ||
| Bildstock | Nähe Reisenbacher Straße 28 (Karte) |
Roter Sandstein, eckiger Schaft mit hervortretendem Fuß und Nischenaufsatz mit abgeschrägten Dachflächen, Schaft Hl. Wendelinus, Inschrift: (Schaft) EX VOTO / REGINA / LENGINN / VON / OBERSH / EIDENTH / AL 1810, aufgestellt 1810 (i)
Der Bildstock am westlichen Ortsausgang von Oberscheidental ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifterin Regina Lenginn und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Scheidental bezeichnend ist. |
100740351 | ||
| Sog. Hutzelstein | (Karte) |
Roter Sandstein, sich nach oben verjüngender Monolith mit Fuß, eingeritztes Kreuz im oberen Bereich, aufgestellt 15. Jahrhundert
Der sog. Hutzelstein im gleichnamigen Gewann zwischen Oberscheidental und Reisenbach wurde wohl im 15. Jahrhundert als sich nach oben verjüngender Monolith errichtet und zeichnet sich durch seine archaisch wirkende Kreuzdarstellung im oberen Bereich aus. Es handelt es sich wohl um eine Art Bildstock und dementsprechend um eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche dem erlösenden Kreuzestod Christi gewidmet ist. Als einer der ältesten überlieferten Bildstöcke im Neckar-Odenwald-Kreis handelt es sich folglich um ein wertvolles Zeugnis für gelebte und bildlich wie zeichenhaft zum Ausdruck gebrachte Frömmigkeit des Spätmittelalters in der Region. |
100740402 | ||
| Schul- und Rathaus | Schulweg 1 (Karte) |
Ab 1935 Schulhaus, kompakter zweigeschossiger Rotsandsteinbau mit Krüppelwalmdach und Dachreiter auf rustiziertem und teils geschosshohem Kellersockel, giebelseitig eine flache Wandvorlage mit eigener Verdachung, die großen Fenster im Erdgeschoss mit Vorhangbögen bezeichnen die Lage der Klassenzimmer, kunstvoll verzierte eiserne Ankersplinte, errichtet 1907 (i), bis etwa 1965 in Betrieb
Das in lokaltypischem Rotsandstein errichtete Gebäude entstand im Jahr 1907 als Schul- und Rathaus und ist durch seinen Dachreiter sowie seine historistisch beeinflusste Fassadengestaltung mit vorhangbogigen Fensterstürzen, beschnitzten Pfettenkonsolen am Dachüberstand sowie kunstvoll verzierten Ankersplinten als solches ausgezeichnet. Bis zum Zusammenschluss mit Oberscheidental im Jahr 1935 vereinigte der Bau die Bildungsaufgaben und die Gemeindeverwaltung aus finanziellen und organisatorischen Gründen unter einem Dach, was für den zeittypischen Pragmatismus auf dem Dorf charakteristisch ist. Damit ist das ehemalige Schul- und Rathaus von zentraler Bedeutung für die örtliche Bildungs- und Verwaltungsgeschichte von 1907 bis in die Zeit um 1965 und besitzt überdies bautypologischen Quellenwert für solche öffentlichen Kommunal- und Schulhausbauten im Großherzogtum Baden des beginnenden 20. Jahrhunderts. |
100869259 | ||
| Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs mit Kapelle | Schulweg 2 (Karte) |
Gedenksteinen und Baumbestand, angelegt durch die Gemeinde als kleiner Ehrenhain, 1922 (i):
Die Gedenkstätte wurde 1922 durch die Gemeinde als kleiner malerischer Ehrenhain mit Kapelle, Gedenksteinen und Grünanlage samt regelmäßig gepflanztem Baumbestand für die aus Unterscheidental stammenden Soldaten errichtet, die in den Kampfhandlungen des Ersten Weltkriegs zu Tode kamen. Der Ehrenhain bildet so eine sakrale Stätte der Einkehr und Andacht, an welcher die nationalpatriotische und gleichsam religiöse Überhöhung des Opfergedenkens zum Ausdruck kommt, womit es sich um eine eindrucksvolles Zeugnis für die christlich-national gefärbte Kriegsbewältigung zur Zeit der Weimarer Republik in der Region handelt. In diesem Kontext führt die Gedenkstätte ebenso die Verflechtung von verklärtem Kriegstod und christlicher Erlösungshoffnung vor Augen. Als Dokument der schmerzhaften Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf die Ortsbevölkerung nimmt die Gedenkstätte somit eine zentrale Rolle innerhalb der jüngeren Erinnerungs-, Frömmigkeits- und Trauerkultur von Unterscheidental ein. |
100734623 | ||
| Sog. Heckekapelle | (Karte) |
Bildstock, roter Sandstein, Sockel mit hoher Basis und Abdeckplatte, häuschenähnlicher Aufbau mit Abschlussplatte und bedachtem Element, Bekrönungskreuz, Lourdesmuttergottes, Inschrift: (Sockel) O, ihr alle die / - vorübergeht / seht ob ein Schmerz / gleicht meinem Schmerz (hinten) Ericht. / Josefa Heck Wittwe / 1901, aufgestellt 1901 (i)
Der Bildstock der sog. Heckekapelle an der Straße nach Reisenbach ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifterin Josefa Heck und bildet eine der Madonna von Lourdes gewidmete Stätte der Einkehr und Andacht. Als sprechendes Beispiel für die lokale Religiosität der Zeit um 1900 ist der Bildstock damit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Scheidental. |
100730703 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, Bodenplatte, vierkantiger Schaft mit hohem Fuß, Aufsatz mit Nische und Bekrönungskreuz, Inschrift: (Schaft oben) AR·C·M·S· / ANNO / 1·706· / AMBR, aufgestellt 1706 (i)
Der Bildstock im Bereich Sonnenhügel 2 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Scheidental charakteristisch ist. |
100734658 | ||
| Steinkreuz | (Karte) |
Sandstein, aus einem Block gehauen, Kreuzkopf nur als Stumpf vorhanden, aufgestellt 16. Jahrhundert
Bei dem Steinkreuz im Gewann Elzwiesen zwischen Scheidental und Langenelz handelt es sich wohl um ein Sühnekreuz, einem charakteristischem Zeugnis spätmittelalterlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. bis ins 16. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt. Zugleich sind mit solchen Steinkreuzen zahlreiche volkstümliche Überlieferungen bezüglich der Tathergänge verknüpft, womit sie auch identitätsstiftenden Wert für die ansässige Ortsbevölkerung besitzen. So soll hier ein Bauer einen Metzger infolge eines Streits wegen eines durch den Bauern verkauften Ochsen erschlagen haben, woraufhin der Bauer durch den Metzgerhund zerfleischt wurde. |
100740191 | ||
| Steinkreuz | (Karte) |
Roter Sandstein, aus einem Block gehauen, gerillte Oberflächenstruktur, wohl 16./17. Jahrhundert
Bei dem Steinkreuz handelt es sich wohl um ein Sühnekreuz, einem charakteristischem Zeugnis spätmittelalterlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. und teilweise bis ins 17. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt. Zugleich sind mit solchen Steinkreuzen zahlreiche volkstümliche Überlieferungen bezüglich der Tathergänge verknüpft, womit sie auch identitätsstiftenden Wert für die ansässige Ortsbevölkerung besitzen. |
100740286 | ||
| Bildstock | Nähe Sonnenhügel 2 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit sich verjüngendem Schaft, Relieftafel mit bekrönender Kugel, Pietà-Darstellung, Inschrift: (Schaft) EX VOTO/JORG ATA(M)/KUNZ und/desen/EWeib HA/ben (usw.), aufgestellt 1809 (i)
Der Bildstock im Bereich Sonnenhügel 2 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Jörg Adam Kunz und dessen Ehefrau und bildet eine durch zeittypische Zierformen des Spätbarock ausgezeichnete Stätte der Einkehr, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes zur kontemplativen Andacht vor Augen geführt wird. Als sprechendes Beispiel für die lokale Religiosität des ausgehenden Spätbarocks ist der Bildstock somit ein bezeichnender Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Scheidental. |
100735025 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Grauer Kunststein, vierkantiger Sockel, Schaft mit Basis, häuschenähnlicher Aufsatz mit Nische und Bekrönungskreuz, Hl. Antonius und zwei Engel, Inschrift: (Schaft oben) HEILIGER / ANTONIUS / BITTE FÜR / UNS! (Schaft unten) ERNEUERT AUS / DANKBARKEIT / F. K. SCHÄFER / 1932, aufgestellt 1932 (i)
Der Bildstock südwestlich von Oberscheidental ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine dem hl. Antonius von Padua gewidmete Andachtsstätte, an welcher der Heilige in bezeichnender Weise als Franziskanermönch mit dem Jesuskind auf dem Arm dargestellt wird. Als sprechendes Beispiel für die lokale Heiligenverehrung der 1930er-Jahre ist der Bildstock damit ein wesentlicher Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Scheidental. |
100739525 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, Bodenplatte, Sockel, breiter Schaft, Nischenaufsatz mit bekrönendem Kreuz, Bildmotiv fehlt, Inschrift: (Schaft) MICHELL SCH / ÖFFER UND / EVA SEINE / HAUSFRAU / VON OBERSCH / EIDENTHAL / ANNO 1736, aufgestellt 1736 (i)
Der Bildstock südwestlich von Oberscheidental ist Zeugnis einer gelebten Frömmigkeit seitens der Stifter Michell und Eva Schöffer und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Scheidental charakteristisch ist. |
100739706 | ||
| Bildstock | Unterscheidentaler Straße (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Schaft mit herausgearbeitetem Sockelbereich, Nischenaufsatz mit Bekrönungskreuz, Hl. Familie, Inschrift: (Schaft) DISENBI / ltstock / HAt IOHA / NES ME / XIER Z / GOtESS / VALEN / DIN ZV / EHR AV / FRICHt / EN LAS / EN ANO 1713, aufgestellt 1713 (i)
Der Bildstock bei dem Gebäude Unterscheidentaler Straße 4/1 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht. Als sprechendes Beispiel barockzeitlicher Religiosität ist der Bildstock für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Scheidental bezeichnend. |
100735498 | ||
| Bildstock | Unterscheidentaler Straße (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit sich verjüngendem Schaft, Nischenaufsatz, Inschrift: (Sockel) Erichtet von / Franz (Valtin) / und (Ehefrau) / (Josefa Ebert) / von Unter / Scheidenthal / im Jahr 1888, aufgestellt 1888 (i)
Der Bildstock bei dem Gebäude Unterscheidentaler Straße 6 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Franz Valtin und Josefa Ebert und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Scheidental charakteristisch ist. |
100735550 | ||
| Steinkreuz | Unterscheidentaler Straße 11 (Karte) |
Roter Sandstein, aus einem Block gehauen, aufgestellt 16./Anfang 17. Jahrhundert
Bei dem Steinkreuz neben der Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs handelt es sich wohl um ein Sühnekreuz, einem charakteristischem Zeugnis spätmittelalterlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. und teilweise bis ins 17. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt. |
100735578 | ||
| Wegkreuz | Nähe Unterscheidentaler Straße 13 (Karte) |
Sandstein, vierkantiger Sockel mit Fuß und Abschlussplatte, Kreuz, Inschrift nicht lesbar, aufgestellt 1. Viertel 20. Jahrhundert
Das Wegkreuz am östlichen Ortsausgang von Unterscheidental ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an einer erlösende Auferstehung nach dem Tod vor Augen geführt wird. Solche sakralen Kleindenkmale sind für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Scheidental bezeichnend. |
100743732 |
Schloßau
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Laufbrunnen | Alter Weg 1 (Karte) |
Brunnenstock aus Sandstein, acht- und viereckiger Pfeiler mit Wassernase und flach pyramidenförmiger Haube, langrechteckiger Wassertrog mit kleinem Ablaufbecken, angefertigt im 19. Jahrhundert
Der Laufbrunnen ist ein beredtes Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Schloßau und bildete einen sozialen Treffpunkt der dörflichen Alltagskultur, wo die Einwohner ihr Brauchwasser besorgen und ihr Vieh tränken konnten. In seinem anschaulichen Überlieferungszustand mit langrechteckigem Trog und kleinem Ablaufbecken dokumentiert er zudem lokale Brunnenbautechniken der damaligen Zeit. |
100746104 | ||
| Stellsteine | Alter Weg (Karte) |
Große, teils unregelmäßig behauene, vertikal aufgestellte Sandsteinplatten, Begrenzung des Alten Wegs über etwa 20 m für den Schweinetrieb
Die überlieferten Stellsteine am Alten Weg dienten dem Schutz der angrenzenden Grundstücke beim Schweinetrieb in den Wald (Techeln oder Decheln), wo die Nutztiere durch Eicheln und Bucheckern gemästet wurden. Während die Waldweide im 19. Jahrhundert zunehmend durch die Stallfütterung abgelöst wurde, hielt sich die Methode des Grundstücksschutzes durch solche, nur noch vereinzelt überlieferte Stellsteine bis in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Region, womit es sich um ein authentisches Dokument der vormodernen Nutztierhaltung sowie der dahingehenden, landwirtschaftlichen Arbeitskultur in und um Schloßau handelt. |
109298139 | ||
| Bildstock | Alter Weg (Karte) |
Roter Sandstein, schlichter Pfeiler, häuschenähnlicher Aufsatz mit Nische, Bildmotiv fehlt, Inschrift: (Schaft) Hanns / Iörg / Weindel / 1704, aufgestellt 1704 (i)
Der Bildstock am Alten Weg ist Zeugnis einer innig gelebten Frömmigkeit seitens des Stifters Hans Jörg Weindel und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Schloßau charakteristisch ist. |
100745906 | ||
| Sog. Wäijt | Alter Weg 24 (Karte) |
Brunnenanlage, Waschbrunnen und Viehtränke aus Sandstein, Anlage mit rechteckigem Wasserbecken, flach gedeckter Brunnenstube, rundem Schöpfbrunnen und Treppe, im Sturz der Brunnenstube Jahreszahl, geschaffen 1737 (1987 teilrekonstruiert)
Die Brunnenanlage mit flach gedeckter Brunnenstube, rundem Schöpfbrunnen, Waschplatz und Viehtränke ist ein wesentliches Zeugnis für die vormoderne Wasserversorgung lange vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Schloßau und bildete einen wichtigen Treffpunkt der dörflichen Alltagskultur, wo die Einwohner ihr Brauchwasser besorgen, ihr Vieh tränken und ihre Wäsche reinigen konnten. Die Brunnenanlage besitzt somit aussagekräftigen Quellenwert für die Zusammenlegung dörflicher Gemeinschaftsaufgaben im 18. und 19. Jahrhundert und nimmt als örtliches Kommunikationszentrum zugleich eine gewichtige Rolle innerhalb der Schloßauer Sozialgeschichte der damaligen Zeit ein. |
100745680 | ||
| Forsthaus der Fürstlich Leiningenschen Verwaltung mit Scheune:
- Forsthaus |
Am Forsthaus 1 (Karte) |
Zweigeschossiger Sandsteinbau unter Satteldach auf Kellersockel, regelmäßige Gliederung durch symmetrische Fensterachsen, giebelseitig rechteckiges Hauptportal mit vorgelagerter Freitreppe und Hirschgeweih, mittiger Zwerchhausgiebel in der Traufe, ein Giebelfenster als Ladeluke in Türgröße ausgeführt, errichtet wohl 1893;
Das in lokaltypischem Rotsandstein errichtete Forsthaus mit zugehöriger Scheune entstand wohl 1893 bzw. in der Zeit um 1900 als repräsentativer Amtssitz für den standesherrlichen Förster der seit 1803 im Odenwald begüterten Fürsten zu Leiningen. Die ehemals hier ansässigen Förster betreuten den leiningenschen Waldbesitz auf Schloßauer Gemarkung. Das Anwesen dokumentiert somit deren Lebens-, Arbeits- und Versorgungsverhältnisse am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Ort und bezeugt zugleich die Nutzung jenes Waldbesitzes als standesherrliches Forstrevier. Gleichzeitig besitzt insbesondere das Wohngebäude anschaulichen Quellenwert für die Bautypologie solcher Forsthäuser im Großherzogtum Baden der damaligen Zeit. |
100746167 | ||
| Sog. Bäckersbild | Am Forsthaus 1 (Karte) |
Bildstock, roter Sandstein, Schaft mit vierkantigem Sockel und herausgearbeitetem Kapitellbereich, auf dem Fuß ist die Darstellung eines Weck und Vietzle (kleines Brötchen), Inschrift: Peter Ho / ff in mu / dau AN / 1772, Aufsatz mit Voluten und Giebelchen gerahmt, Reliefmotiv: Kreuzigungsgruppe, angefertigt 1772 (i)
Der heute vor dem ehemaligen Leiningenschen Forsthaus aufgestellte Bildstock ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters, des wohl ehemals als Bäcker tätigen Peter Hoffs, der von einem Unwetter überrascht und gerettet wurde. Der Bildstock bildet daher eine durch zeittypische Volutenformen ausgezeichnete Stätte der Einkehr und Andacht, an welcher der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Gleichzeitig verweisen die Reliefdarstellungen eines Wecks und eines Vietzles (kleiner Weck) am Fuß des Bildstockpfeilers auf die Bäckertätigkeit des Stifters. Als sprechendes Beispiel für die lokale Religiosität des Spätbarocks ist der Bildstock somit ein bezeichnender Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Schloßau bzw. Mudau. |
109310959 | ||
| Bildstock | Am Forsthaus (Karte) |
Roter Sandstein, hoher Sockelblock, vierkantiger Schaft, Nischenkopfteil, Bildmotiv: knieender Engel, Inschrift: (Schaft) ANDER / EAS FRANCK / MARGE / RETA / SEINE / HAVS / FRAV / 1775, aufgestellt 1775 (i)
Der Bildstock am südwestlichen Ortsrand ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Andreas und Margereta Franck und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Schloßau charakteristisch ist. |
100746230 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Schaft, Relieftafelaufsatz, Hl. Blut, am Sockel bez. 1848, aufgestellt 1848 (i)
Der Bildstock am Römerweg nordwestlich des Orts bildet eine durch spätbarocke Voluten- und Rocailleformen ausgezeichnete Stätte der Einkehr und Andacht, die das Blutwunder von Walldürn vergegenwärtigt. Bei diesem handelt es sich um die Ursprungslegende der Walldürner Wallfahrt, bei welcher ein Priester im Jahr 1330 oder 1408 einen konsekrierten Kelch mit gewandeltem Wein aus Achtlosigkeit umwarf. Der sich auf dem Altartuch verteilende Wein soll sich zu einer Darstellung des Gekreuzigten mit elf weiteren Häuptern Christi entsprechend dem Schweißtuch der Veronica formiert haben. Die Entdeckung dieses Altartuches löste die Wallfahrt in Walldürn im 15. Jahrhundert aus. Somit handelt es sich bei dem Bildstock um ein beredtes Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit der Mitte des 19. Jahrhunderts in Schloßau. Er gibt zudem Auskunft über die mit Walldürn verknüpfte Wallfahrtspraxis der damaligen Zeit. |
100754665 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Schaft und Aufsatz mit Nische, Lourdesmadonna, Inschrift: (Schaft) diesen bild / stock hat / — friede, — / richten las / en ANN(O) / 1745, aufgestellt 1745 (i)
Der Bildstock im Gewann Birkenbrunnen südlich von Waldauerbach ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet heute eine der Madonna von Lourdes gewidmete Andachtsstätte, welche für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft des Dorfs charakteristisch ist. |
100754310 | ||
| Bildstock | Eichfeld 1 (Karte) |
Roter Sandstein, Monolith bestehend aus einem vierkantigen Schaft und häuschenähnlichem Nischenaufsatz mit Bekrönungskreuz, Pietà (Maria und Jesus mit Krone), Inschrift: (Schaft) DIESER / BILDSTOCK / IST ZV EH / REN DER / HIMMELSKÖNIGIN / MARIA AVF / GERICHTET / WORDEN; / MARTHIN / SCHÖFFER / VON AVR / BACH / ANNO / 1740 (Bekrönungskreuz) INRI, aufgestellt 1740 (i)
Der Bildstock inmitten des Waldauerbacher Dorfkerns ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Martin Schöffer und bildet eine der Muttergottes gewidmete Stätte der Einkehr und Andacht. Als Dokument für die lokale Religiosität der Barockzeit ist der Bildstock somit bezeichnend für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Waldauerbach. |
100746579 | ||
| Bildstock | Eichfeld 5 (Karte) |
Roter Sandstein, Säule mit Kapitell und Nischenaufsatz, Bekrönungskreuz mit Wetterhahn, Muttergottes mit Kind, Inschrift: (Säule) EX VOTO / iohanns (kleines Kreuz im Giebel), aufgestellt im 18. Jahrhundert
Der Bildstock beim Gebäude Eichfeld 5 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Johannes und bildet eine der fürsorgenden Muttergottes gewidmete Stätte der Einkehr und Andacht. Als Dokument für die lokale Religiosität der Barockzeit ist der Bildstock somit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Waldauerbach. |
100746597 | ||
| Bildstock | Eichfeld 9 (Karte) |
Roter Sandstein, Monolith aus einem vierkantigen Schaft mit Sockel und Nischenaufsatz mit bekrönendem Kreuz, Maria Himmelskönigin, Inschrift: (Schaft) DIESE BILD / NUS / IST ZV / EHREN DER / HIMMELSKÖ / NIGIN MARIA / AVFGERICH / TET WORDEN // ANNO / 1737 (Bekrönungskreuz) INRI, aufgestellt 1737 (i)
Der Bildstock im Bereich Eichfeld 9 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welcher der zur Himmelskönigin gekrönten Muttergottes gewidmet ist. Als Dokument für die lokale Religiosität der Barockzeit ist der Bildstock somit ein wesentlicher Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Waldauerbach. |
100746630 | ||
| Bildstock | Eichfeld 20 (Karte) |
Roter Sandstein, Monolith aus vierkantigen Schaft mit Sockel und Nischenaufsatz mit Bekrönungskreuz, Muttergottes, Inschrift: (Unterkante des Kopfteiles) 1752 x (obere Hälfte des Schaftes war beschriftet, ist nicht mehr entzifferbar), aufgestellt 1752 (i)
Der Bildstock bei dem Gebäude Eichfeld 26 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine der Muttergottes gewidmete Stätte der Einkehr und Andacht. Als Dokument für die lokale Religiosität der Barockzeit ist der Bildstock somit ein kennzeichnenden Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Waldauerbach. |
100746646 | ||
| Bildstock | Galmbacher Weg 2/1 (Karte) |
Roter Sandstein, Säule mit vierkantigem Kapitell, Relieftafel mit Bekrönungskreuz, Pietà, Hl. Antonius (links), Hl. Wendelinus (rechts), Inschrift: (Säule) EX VOTO / Michael / Scheuerman / und Marge / retha desen / Ehweib / 1807, aufgestellt 1807 (i)
Der Bildstock am Gebäude Galmbacher Weg 2 ist Zeugnis einer gebrachten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Michael und Margeretha Scheuerman und bildet ein durch zeittypische Zierformen des ausgehenden Spätbarock auszeichnete Stätte der Einkehr, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes zur kontemplativen Andacht vor Augen geführt wird. Als sprechendes Beispiel für die lokale Religiosität zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist der Bildstock damit charakteristisch für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Waldauerbach. |
100746662 | ||
| Bildstock | Galmbacher Weg (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Schaft und Nischenaufsatz, Bildmotiv fehlt, Inschrift: (Schaft) DIESEN / BILTSTO / CK/HAT / MACHEN / LASEN / PETER / MECHLER / ANNO / 1760, aufgestellt 1760 (i)
Der Bildstock am Gebäude Galmbacher Weg 6 ist Zeugnis einer gelebten Frömmigkeit seitens des Stifters Peter Mechler und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Waldauerbach kennzeichnend ist. |
100746678 | ||
| Bildstock | Galmbacher Weg 7 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Schaft und kleinem Kapitell, Relieftafelaufsatz, Bildmotiv: Hl. Familie, Hl. Wendelinus (Schaft) Inschrift: (Schaft) „Zu Ehren/IESV MARIA/und IOSEPH/ist dieses/Bielt hier/auf gerich/tet/worden/von BARTEL/MVLLER und/AGNES des/en Eheliche/hausfrau/von AVERBACH · ANO 1794“, aufgestellt 1794 (i)
Der Bildstock am Gebäude Galmbacher Weg 7 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachtem Frömmigkeit seitens der Stifter Bartel und Agnes Müller und bildet eine durch zeittypische Dekorformen des Spätbarock auszeichnete Stätte der Einkehr und Andacht, an welcher der Heilige Wandel, also die Rückkehr der Heiligen Familie aus ihrem Exil in Ägypten vergegenwärtigt wird. Begleitet wird dieses Andachtsmotiv von der Taube des Heiligen Geists, die wiederum auf das Wesen Gottes als Dreieinigkeit verweist. Die Darstellung des hl. Wendelin am oberen Ende des Pfeilerschafts erzeugt eine sekundäre Andachtsebene, womit es sich um ein mehrschichtiges Dokument für die lokale Religiosität des ausgehenden 18. Jahrhunderts handelt. Solche sakralen Kleindenkmale sind für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Waldauerbach bezeichnend. |
100746760 | ||
| Altarbildstock | (Karte) |
Grüner Sandstein, vierkantiger Sockel, reich gegliederter Nischenaufbau mit bekrönendem Kreuz, Statue, Hl. Josef, Inschrift: (Sockel) Heiliger Joseph Schutzpatron der Glaubenden / bitte für uns / Unserem lieben Sohn und / Bruder Helmut zum treuen Gedenken / (eine Zeile nicht entzifferbar, etwa: in Königsberg beerdigt) 20. Mai 1941 im Alter von 22 Jahren / Errichtet von Familie Martin Friedel, aufgestellt wohl zwischen 1945 und 1950
Der Altarbildstock in neugotischer Formensprache befindet sich westlich von Waldauerbach und entstand für den 1941 im Zweiten Weltkrieg umgekommenen Helmut Friedel. Er bildet damit eine gestalterisch ausgezeichnete Stätte der Einkehr und Totenerinnerung, die seitens der Familie Friedel gestiftet wurde und dem hl. Josef als Schutzpatron der katholischen Kirche gestiftet wurde. Der Bildstock ist damit ein beredtes Zeugnis für lokale Frömmigkeits-, Andachts- und Gedenkpraktiken der unmittelbaren Nachkriegszeit. |
100753937 | ||
Weitere Bilder |
Jagdgedenkstein | (Karte) |
Roter Sandsteinfindling, zwei Gusstafeln, Portrait, Inschrift: (Tafel vorn) EMICH / FÜRST zu LEININGEN / 1866 1939 (Tafel hinten) Jagd vorbei! / Beim Ansitz auf den Rehbock / starb hier / an einem schönen Sommerabend / am 18. Juli 1939 / Emich / Fürst zu Leiningen, aufgestellt 1939 (i)
Der Jagdgedenkstein befindet sich im Gewann Lenzberg südwestlich von Schloßau und wurde für den letzten Fürsten zu Leiningen Emich Eduard Carl (1866 bis 1839) gesetzt, der hier am schönen Sommerabend des 18. Juli 1939 beim Ansitz auf den Rehbock verstarb. Der Sandsteinfindling mit gusseisernem Profilbildnis des Verstorbenen steht dabei in der Tradition der Förster- bzw. Jägersteine, die meist an der Stelle gesetzt wurden, wo der jeweilige Förster bzw. Jäger, hier der Fürst selbst, sein letztes Wild erlegt hatte. Der Gedenkstein ist damit ein traditionsgebundenes Dokument für die adelige Jagdkultur in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Region und nimmt zugleich ein wesentliche Rolle innerhalb der fürstlich-leiningenschen Erinnerungskultur der damaligen Zeit ein, machte sich doch Emich Eduard Carl während der Weimarer Republik auch einen Namen als Wohltäter der Stadt Amorbach (Bayern). |
100755813 | |
| Bildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Schaft, Aufsatz mit Nischen und Kreuzdach, Bildmotiv fehlt, Inschrift: (Schaft vorne) KEIN KIN / D SO LIEB / KEINSCH / MERZ SO / GROSALS / JESV IN / SEINER / MVTER / SCHOS / MICHEL / MÜLLER / VND SA / BINA SEI / NE HAVS / FRAV HA / BEN DIES / EN BILTST / OCK MACH / EN LASEN / 1767, aufgestellt 1767 (i)
Der Bildstock im Waldgebiet östlich von Waldauerbach ist Zeugnis einer innig gelebten Frömmigkeit seitens der Stifter Michel und Sabina Müller und bildet eine Stätte der Einkehr, an welcher einst die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes zur kontemplativen Andacht vor Augen geführt wurde. Solche sakralen Kleindenkmal sind für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Waldauerbach bezeichnend. |
100753335 | ||
| Bildstock | Hohebusch/Auerbach (Karte) |
Mauerwerk aus rotem Sandstein, kleines Gebäude auf eckigem Grundriss mit Satteldach, kleiner, Ziegeldach, nicht begehbarer Innenraum, Altartisch mit Inschriftenplatte, Pietà-Statue, Inschrift: (Altar) KEIN KIND / SO LIEB KEIN SCHMERTZ / SO GROS: ALS JESVS AVF / SEINER MVTTER SCHOSS / VALENTIN MVLER SCHVLDEIS / ZV WALDAVERBACH VND / BARBARA SEINE HAVSFRAV / SEC HAIBEN DIESES / MACHEN LASEN (in den Ecken der Inschriftentafel außerhalb des ovalen, tiefer gelegenen Bereichs mit Inschrift: 1 7 6 0), in Anlehnung an eine Kapelle errichtet 1760 (i)
Der Bildstock an der Straße von Mudau nach Scheidental wurde infolge der Stiftung des ehemaligen Waldauerbacher Schultheißen Valentin Müller und dessen Ehefrau Barbara in Anlehnung an einen kleinen offenen Kapellenbau errichtet und bildet eine Stätte der Einkehr und Kontemplation, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes in lebhafter sowie ergreifender Weise vor Augen geführt wird. Als kunstgeschichtlich bedeutendes Dokument für die lokale Frömmigkeit des Spätbarocks ist der kapellenartige Bildstock somit ein ausdrucksstarker Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Waldauerbach.[10] |
100753874 | ||
| Bildstock | Im Fuchseneck 11 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Abschlussplatte, vierkantiger Schaft mit Abschluss, Kapitell, zweiteiliger Aufsatz mit Bekrönungskreuz, Pietà, Inschrift: (Sockel) HANS / G: GALM / V: VRSLA / SEINE . H./ F. (in den Ecken des Sockelvorderteils) 1 / 7 / 6 / 7 (auf dem unteren Abschnitt des Kopfteiles) IESV VND / MARIA / VNS: DIE LIEB:, Fünf-Wunden-Darstellung auf dem Kopfteil: Füße - Hände: um Nische, Herz im Kreuz, aufgestellt 1767 (i)
Der Bildstock bei dem Gebäude im Fuchseneck 11 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Hans und Ursula Galm und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche primär den Wundmalen sowie dem Herz Jesu als Quelle der Sakramente bzw. als Ursprung der erlösenden Liebe Christi gewidmet ist und auf sekundärer Ebene die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes vor Augen führt. Als mehrschichtiges Dokument für die lokale Religiosität des Spätbarocks ist der Bildstock somit ein wesentlicher Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Schloßau. |
100748252 | ||
| Aufsatz des sog. Galmbacher Marienbildes | Kailbacher Straße 2 (Karte) |
Nach 1763 angefertigt, Relieftafel aus rotem Sandstein mit Maria Hilf und Kriegsszene (GEEK 6933 bis 87-007), ursprünglicher Aufstellungsort des gesamten Bildstocks im 1836 aufgelösten Ort Galmbach/ Hessen, heute im Inneren des Wohnhauses | 100748355 | ||
| Wasserhochbehälter | Kailbacher Straße 42 (Karte) |
Werksteinbau über quadratischem Grundriss mit stilisierter Lochattika, Teil eines Systems zur Wasserversorgung aus dem Mudbachtal auf den Höhenrücken des Odenwalds, errichtet 1911 (i)
Um den zunehmenden Wasserbedarf der Gemeinden auf dem Höhenrücken des Odenwaldes zu decken, wurde 1911 der Wasserversorgungsbund Mudbachgruppe ins Leben gerufen, welcher die Orte Donebach, Mörschenhardt, Schloßau, Auerbach, Oberscheidental und Reisenbach angehörten. Die Wasserförderung zu den Hochbehältern der jeweiligen Gemeinden erfolgte über das eigens hierfür konzipierte Pumpenhaus im Ünglertsgrund. Der Schloßauer Hochbehälter dokumentiert so die Modernisierung der lokalen Wasserversorgung im frühen 20. Jahrhundert und führt durch seine auszeichnende Fassadengestaltung mit stilisierter Lochattika und antikisierendem Dreiecksgiebel den künstlerischen Anspruch im regionalen Ingenieurbau der damaligen Zeit vor Augen. |
100745782 | ||
| Wegweiserstein | (Karte) |
Steinzylinder mit abgerundetem Abschluss, auf Basisplatte aufgestellt, Ortsnamen in Fraktur mit Richtungspfeilen: Schlossau/Hesselbach, Kailbach/Eberbach, Ernstthal/Amorbach, aufgestellt im 19. Jahrhundert
Der Wegweiserstein befindet sich an einer Kreuzung der Straße von Schloßau nach Hesselbach (Hessen). Auf dem Steinzylinder mit abgerundetem Abschluss sind die Richtungsangaben jeweils mit Ortsname und Richtungspfeil eingemeißelt und bezeichnen die Strecken von Ernsttal nach Amorbach (Bayern), von Schloßau nach Hesselbach und von Kailbach (Hessen) nach Eberbach. Der Wegweiserstein ist damit ein wichtiges Dokument für das historische Straßen- und Wegenetz in der Region sowie für das frühere Verkehrs- und Orientierungssystem im damaligen Großherzogtum Baden. |
109307194 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Fuß und Schaft, Nischenaufsatz, Muttergottes mit Kind, Inschrift: (Schaft) DIESEN BILT / STOCK/MA / CHEN/LAEH / THOMAS / HES VND / SEINE/EHR / LICHE HA / VS/FRAV / REGINA / HESIN/ZV / EHREN DER / SCHMERZ / HAFTE / MVTER / MARIA / ANNO / 1760, aufgestellt 1760 (i)
Der Bildstock im Gewann Kinzert südwestlich des Orts ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Thomas und Regina Hes und bildet eine der schmerzhaften Muttergottes gewidmete Stätte der Einkehr und Andacht. Als Dokument für die lokale Religiosität der Barockzeit ist der Bildstock somit bezeichnend für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Schloßau. |
100755388 | ||
| Viehwaage | Kirchenweg 21 (Karte) |
Kleines verbrettertes Holzhaus unter Satteldach, einschließlich komplett erhaltener Ausstattung, errichtet im 19. Jahrhundert
Auf solchen öffentlichen Viehwaagen wurde das Gewicht von Nutztieren, meist im Kontext der Schlachtung ermittelt. Der Wägebereich liegt bei dieser Waage zwischen 30 und 1500 Kilogramm. Somit ist die Viehwaage ein sprechender Beleg für die bäuerliche Prägung des Dorfs und dokumentiert mit ihrer vollständig überlieferten Ausstattung die dahingehende Arbeits- und Alltagskultur im 19. und 20. Jahrhundert. Sie besitzt zugleich technikgeschichtlichen Quellenwert für solche landwirtschaftlich genutzten Waagensysteme des 19. Jahrhunderts in der Region. |
109375008 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, Bodenplatte, vierkantiger Sockel mit sich verjüngendem Schaft, Relieftafel, Heilige Familie (Aufsatz), Hl. Wendelinus (am Schaft), Inschrift: (Schaft) EX VOTO / MATHES / GEHER / SCHVL / TEIS IN / KEILBA / CH ANO / 1796, aufgestellt 1796 (i)
Der Bildstock im Gewann Sachsenberg an der heutigen Grenze zu Hessen ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters, des ehemaligen Kailbacher Schultheißen Mathes Geher und bildet eine durch zeittypische Dekorformen des Spätbarock ausgezeichnete Andachtsstätte, welche den Heiligen Wandel, also die Rückkehr der Heiligen Familie aus ihrem Exil in Ägypten vergegenwärtigt. Begleitet wird das Andachtsmotiv von der Taube des Heiligen Geists, die zugleich auf die Dreifaltigkeit Gottes verweist. Die Darstellung des hl. Wendelin am oberen Ende des Pfeilerschafts erzeugt überdies eine sekundäre Andachtsebene, womit es sich um ein mehrschichtiges Beispiel für die lokale Religiosität des ausgehenden 18. Jahrhunderts handelt. |
100755933 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Bodenplatte, vierkantiger Sockel mit sich verjüngendem Schaft, Relieftafel mit bekrönendem Kreuz, Hl. Blut, Hl. Wendelinus (links), Hl. Familie (rechts), Inschrift: (Schaft) EX VOTO / IOHANES / GALM VND / CATAR / INA / DESEN EH / WEIB VON / SCHLOSACH / ANO 1800, aufgestellt 1800 (i)
Der Bildstock im Gewann Sachsenberg unweit der Grenze zu Hessen wurde durch Johannes und Catarina Galm gestiftet und bildet eine durch zeittypische Dekorformen des Spätbarock ausgezeichnete Stätte der Einkehr, welche das Blutwunder von Walldürn vergegenwärtigt. Bei diesem handelt es sich um die Ursprungslegende der Walldürner Wallfahrt, bei welcher ein Priester im Jahr 1330 oder 1408 einen konsekrierten Kelch mit gewandeltem Wein aus Achtlosigkeit umwarf. Der sich auf dem Altartuch verteilende Wein soll sich zu einer Darstellung des Gekreuzigten mit elf weiteren Häuptern Christi entsprechend dem Schweißtuch der Veronica formiert haben. Die Entdeckung dieses Altartuches löste die Wallfahrt in Walldürn im 15. Jahrhundert aus. Die seitlich am Aufsatz befindlichen Darstellungen der Heiligen Familie sowie des hl. Wendelin erzeugen weitere Andachtsebenen, womit es sich bei dem Bildstock um ein mehrschichtiges Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit der Zeit um 1800 in der näheren Umgebung von Schloßau handelt. Er gibt zudem Auskunft über die mit Walldürn verknüpfte Wallfahrtspraxis der damaligen Zeit. |
100756298 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Säule und Kapitell, Nischenaufsatz, Bildmotiv fehlt, Inschrift: (Schaft) DIESEN BILT / STOCK HAT / VALENTIN / MECH / LER UND CUNI / GUNDA SEINE / HAUSFRAU ZU / EHREN DER HEI / LIGEN DREIFAL / DIGKEIT MACH / EN LASEN / 1757, aufgestellt 1757 (i)
Der Bildstock im Gewann Sachsenberg unweit der heutigen Grenze zu Hessen ist Zeugnis einer gelebten Frömmigkeit seitens der Stifter Valentin und Cunigunda Mechler und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft in und im Schloßau charakteristisch ist. |
100756281 | ||
| Bildstock | Nähe Mörschenhardter Straße 6 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel, Säule mit Kapitell, Relieftafel, Heilig Blut, Maria Hilf (Kapitell), Hl. Nepomuk (links) Hl. Wendelin (rechts), Inschrift: EX VOTO / ´FRANTZ / SCHEVER / MAN / ANO / 1806 (Säule), aufgestellt 1806 (i)
Der Bildstock im Bereich des Gebäudes Mörschenhardter Straße 6 wurde durch Frantz Scheuerman gestiftet und bildet eine Andachtsstätte, die das Blutwunder von Walldürn vergegenwärtigt. Bei diesem handelt es sich um die Ursprungslegende der Walldürner Wallfahrt, bei welcher ein Priester im Jahr 1330 oder 1408 einen konsekrierten Kelch mit gewandeltem Wein aus Achtlosigkeit umwarf. Der sich auf dem Altartuch verteilende Wein soll sich zu einer Darstellung des Gekreuzigten mit elf weiteren Häuptern Christi entsprechend dem Schweißtuch der Veronica formiert haben. Die Entdeckung dieses Altartuches löste die Wallfahrt in Walldürn im 15. Jahrhundert aus. Die Darstellung der Muttergottes in der Kapitellzone sowie die seitlichen Darstellungen der hll. Wendelin und Nepomuk erzeugen weitere Ebenen der Einkehr und Andacht, womit es sich bei dem Bildstock um ein vielschichtiges Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität des beginnenden 19. Jahrhunderts in Schloßau handelt. Er gibt zudem Auskunft über die mit Walldürn verknüpfte Wallfahrtspraxis der damaligen Zeit. |
100748553 | ||
| Wegkreuz | Nähe Mörschenhardter Straße 18 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit hohem Fuß und Abschlussplatte, lateinisches Kreuz mit Fuß, Corpus aus Metallguss, Inschrift: (Sockel) Wenn einst die Welt in Trümer / geht / Das Kreuz noch unerschüttert / steht / Und wen im Kampf das Herz / bricht / Herr Jesus crist verlaß / mich nicht, aufgestellt Ende 19. Jahrhundert
Das Wegkreuz am östlichen Ortsausgang ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an einer erlösende Auferstehung nach dem Tod vor Augen geführt wird. Solche sakralen Kleindenkmale sind für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Schloßau bezeichnend. |
100750621 | ||
| Einfirsthof | Mörschenhardter Straße 39 (Karte) |
Zweigeschossiger, giebelständiger Bau mit Frackdach, Erdgeschoss aus Buntsandstein mit verzierten Eckquadern, das Obergeschoss aus Fachwerk mit Holzschindeln am Ostgiebel, Freitreppe, errichtet um 1900; schmale, südlich vorgelagerte Hoffläche mit historischen Wegplatten aus Sandstein
Der Eindachhof ist als Teil der historischen Bebauung in Schloßau von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und vereinigt in seiner Bauart als Einhaus Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach, wobei sich die Nutztierställe im massiven Erdgeschoss wiederfinden. Damit dokumentiert der das Gebäude zusammen mit der historischen Hoffläche bäuerlich geprägte Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsverhältnisse der Zeit um 1900 im Ort und besitzt als anschaulich überlieferter sowie regionaltypischer Eindachhof bautypologischen sowie hauskundlichen Quellenwert für solche landwirtschaftlichen Anwesen im Odenwald. |
100749065 | ||
| Stellsteine | Nähe Mörschenhardter Straße 49 (Karte) |
Große, teils unregelmäßig behauene, vertikal aufgestellte Sandsteinplatten, Begrenzung des Talwegs über etwa 50 m für den Schweinetrieb
Die überlieferten Stellsteine am Talweg hinter dem Gebäude Mörschenhardter Straße 51 dienten dem Schutz der angrenzenden Grundstücke beim Schweinetrieb in den Wald (Techeln oder Decheln), wo die Nutztiere durch Eicheln und Bucheckern gemästet wurden. Während die Waldweide im 19. Jahrhundert zunehmend durch die Stallfütterung abgelöst wurde, hielt sich die Methode des Grundstücksschutzes durch solche, nur noch vereinzelt überlieferte Stellsteine bis in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Region, womit es sich um ein authentisches Dokument der vormodernen Nutztierhaltung sowie der dahingehenden, landwirtschaftlichen Arbeitskultur in und um Schloßau handelt. |
100749088 | ||
| Bildstock | Mörschenhardter Straße 50 (Karte) |
100749136 | |||
| Bildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Schaft mit Fuß und Nischenaufsatz, Muttergottes mit Kind, Inschrift, aufgestellt 1741 (i)
Der Bildstock im Totenweg nordöstlich des Orts ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Schloßau charakteristisch ist. |
100756344 | ||
| Wegkreuz | (Karte) |
Roter Sandstein, Metallguss, vierkantiger Sockel mit Fuß und Abdeckplatte, lateinisches Kreuz mit Korpus, Inschrift: (Sockel vorne) Komm o Mensch! / betrachte mich / Eile fort und bekehre / dich! / -·- (Sockel rechts) Erichtet von Valtin Stuhl= / und dessen - Ehefrau / MDCCCLXXIX, aufgestellt 1879 (i)
Das Wegkreuz am Totenweg nordöstlich des Orts ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Valtin Stuhl und dessen Ehefrau und bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an einer erlösende Auferstehung nach dem Tod vor Augen geführt wird. Solche sakralen Kleindenkmale sind für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Schloßau charakteristisch. |
100754850 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, Pfeiler mit Nischenaufsatz (Monolith), Kreuz, Inschrift am Schaft, aufgestellt 1617 (i)
Der Bildstock im Gewann Nassesfeld nordöstlich des Orts ist Zeugnis einer gelebten und zeichenhaft zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche dem erlösenden Kreuzestod Christi gewidmet ist. Als authentisches Dokument für die lokale Religiosität des frühen 17. Jahrhunderts ist der Bildstock somit ein wesentlicher Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Schloßau. |
100754554 | ||
| Stellsteine | Nähe Mörschenhardter Straße 78 (Karte) |
Große, teils unregelmäßig behauene, vertikal aufgestellte Sandsteinplatten, Begrenzung des Grundstücks über etwa 30 m für den Schweinetrieb
Die überlieferten Stellsteine schräg hinter dem Gebäude Mörschenhardter Straße 76 dienten dem Schutz der angrenzenden Grundstücke beim Schweinetrieb in den Wald (Techeln oder Decheln), wo die Nutztiere durch Eicheln und Bucheckern gemästet wurden. Während die Waldweide im 19. Jahrhundert zunehmend durch die Stallfütterung abgelöst wurde, hielt sich die Methode des Grundstücksschutzes durch solche, nur noch vereinzelt überlieferte Stellsteine bis in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Region, womit es sich um ein authentisches Dokument der vormodernen Nutztierhaltung sowie der dahingehenden, landwirtschaftlichen Arbeitskultur in und um Schloßau handelt. |
100749181 | ||
| Bildstock | Neue Straße 1 (Karte) |
Roter Sandstein, Monolith aus Schaft und Nischenaufsatz, Pietà-Darstellung, Inschrift am Schaft, aufgestellt 1614 (i), renoviert 1795 (i) und 1864 (i)
Der Bildstock am Totenweg nordöstlich des Orts ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes zur kontemplativen Andacht vor Augen geführt wird. Solche sakralen Kleindenkmale sind für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Schloßau bezeichnend. |
100756373 | ||
| Kreuzigungsgruppe und Pfarrergräber auf dem Friedhof | Neue Straße 1 (Karte) |
Kruzifix, roter und grüner Sandstein, vierkantiger Sockel mit Fuß und Abschlussplatte, lateinisches Kreuz, Korpus, Inschrift: (Oberkante des Sockels) RETTE DEINE SEELE (Sockel) HIER RUHT IN GOTT / DER HOCHW. HERR PFARRER U. DEFINITOR / JOHANNES LAHNER / GEB. 7. JAN. 1877 IN OBERWITTIGHAUSEN / PFARRER HIER SEIT 20. JULI 1917 GEST. 13. AUG 1934 / CHRISTUS IST MEIN LEBEN, STERBEN MIR GEWINN / PHILIPPER 1.21; Muttergottes, roter Sandstein, Kunststein, vierkantiger Sockel mit Fuß und Abschlussplatte, Statue mit Basis, Inschrift: (Sockel) HIER RUHT IN GOTT / DER HOCHW. HERR / FRANZ BALLES / PFARRER IN EBERSBERG / GEB. 7. OKT. 1901 / IN WALDAUERBACH / GEST. 7. APRIL 1941; Johannes, roter Sandstein, Kalkstein, vierkantiger Sockel mit Fuß und Abschlussplatte, Statue mit Basis, Inschrift: (Sockel) HIER RUHT IN GOTT / DER HOCHW. HERR / ERICH STADELHOFER / PFARRER IN SCHLOSSAU / VON 1949 bis 1964 / UND IN ANGELTÜRN / GEB. 6. MÄRZ 1914 / IN KARLSRUHE / GEST. 25. JAN. 1986, Kruzifix aufgestellt 1934 (i), Skulptur der Muttergottes aufgestellt 1941 (i), Skulptur des Apostels Johannes aufgestellt 1986 (i)
Die Kreuzigungsgruppe auf dem Schloßauer Friedhof fungiert einerseits als monumentalisierende Stätte der Einkehr und Andacht, an welcher der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube eine eine erlösende Auferstehung nach dem Tod in lebhafter Weise vor Augen geführt wird. Andererseits kennzeichnen das Kruzifix sowie die Begleiterfiguren der Muttergottes und des Apostels Johannes drei Grabstätten von Schloßauer Pfarrern, die 1934, 1941 und 1986 verstarben. Somit handelt es sich bei der Kreuzigungsgruppe um ein eindrucksvolles Dokument für lokale Frömmigkeits- und Begräbnispraktiken des 20. Jahrhunderts in Schloßau. Sie ist zudem für die örtliche Glaubens- und Kirchengeschichte der damaligen Zeit bedeutsam und bildet einen wesentlichen Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft des Dorfs. |
100750583 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Schaft und Nischenaufsatz, Bildmotiv fehlt, Inschrift: (Schaft) Erneuert / von / Famielie / Karl / Büchler / .1911, aufgestellt im 18. Jahrhundert, erneuert 1911 (i)
Der Bildstock an der Straße nach Mudau ist Zeugnis einer gelebten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Schloßau charakteristisch ist. |
100755758 | ||
| Schulhaus | Neue Straße 10 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau aus rotem Sandstein unter Walmdach auf teils geschosshohem Kellersockel, axialsymmetrische Gliederung, mittiges Rundbogenportal mit Freitreppe (Stufen erneuert), profilierte Tür- und Fenstergewände, Sohlbankgesims zum Obergeschoss, die großen Fenster im Erdgeschosses markieren die Klassenzimmer, errichtet 1877
Das in loklatypischem Rotsandstein errichtete Schulhaus befindet sich in markanter Lage gegenüber der Pfarrkirche und ist durch seine strenge, spätklassizistische Schaufassadengliederung mit axialsymmetrisch angeordneten Fenster- und Portalöffnungen, Sohlbankgesims und repräsentativem Rundbogenportal als Sonderbau ausgezeichnet, der über das ortsübliche Niveau der Wohnhäuser hinausreicht. Als anschauliches Beispiel des Volksschultyps der wilhelminischen Zeit unter Berücksichtiung der gesetzlichen Vorgaben des badischen Innenministeriums (großflächige Fenster zur ausreichenden Belichtung der Unterrichtsräume) handelt es sich demnach um ein architekturgeschichtlich aussagekräftiges Dokument für die Bautypologie solcher ländlichen Schulhäuser des späten 19. Jahrhunderts im damaligen Großherzogtum Baden. Gleichzeitig besitzt der Bau elementaren Quellenwert für die jüngere Bildungsgeschichte des Orts von 1877 bis 1970 und veranschaulicht überdies die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der hier einst ansässigen Lehrer. |
100750872 | ||
| Kath. Pfarrkirche St. Wolfgang und kath. Pfarrhaus:
- Kath. Pfarrkirche St. Wolfgang |
Kirchenweg 2; Neue Straße 11 (Karte) |
Saalkirche mit Satteldach aus rotem Sandstein mit eingezogenem Polygonalchor, ausgeschiedener Nordturm auf rechteckigem Grundriss mit polygonalem Spitzhhelm und Dreiecksgiebeln, lanzettförmige Schallöffnungen, Gliederung durch abgetreppte Strebepfeiler und hohe Spitzbogenfenster, im Turmerdgeschoss spitzbogiges Hauptportal mit krabbenbesetzter Archivolte in Kielbogenform sowie flankierenden Fialenvorlagen, im Bogenfeld Darstellung des hl. Wolfgang mit Inschrift, südwestlich und südöstlich Anbauten, im Chor Netzrippengewölbe auf runden Dienstvorlagen mit Kapitellen, geschnitzter Flügelaltar aus dem Erzbischöflichen Konvikt in Tauberbischofsheim, einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör, Langhaus mit Chor errichtet durch Maurermeister Frauenschuh, 1864, Nordturm anstelle der Vorgängerkapelle (1730) errichtet 1898 (i), aufgestockt 1903, Decke im Schiff und Empore erneuert;
Die katholische Pfarrkirche St. Wolfgang und das benachbarte katholische Pfarrhaus bilden eine zentrale raumwirksame Dominante am östlichen Ortsrand. Die Pfarrkirche mit ihrem hochaufragendem Nordturm entstand als Nachfolgebau der im Jahr 1730 errichteten Kapelle St. Wolfgang, die bis zum Bau des Turms 1898 als Vorhalle zur Saalkirche von 1864 weitergenutzt wurde. Diese erste neugotische Bauphase des heutigen Kirchengebäudes zeichnet sich durch eine vergleichsweise klare und regelmäßige Außengliederung mit abgetreppten Strebepfeilern und hohen Spitzbogenfenstern aus. Im Inneren lässt sich anhand des Netzrippengewölbes auf runden Dienstvorlagen der historisierende Rückbezug auf hoch- und spätgotische Vorbilder ablesen. Zusammen mit dem geschnitzten Flügelaltar sollte der Chor so eine als angemessen empfundene, sakrale Würde erhalten, welche durch die programmatische Verknüpfung von gotischen Zier- und Konstruktionselementen mit christlicher Religiosität bedingt wurde. Dieser neugotische Leitgedanke wurde beim Entwurf des Nordturms fortgesetzt, wobei das spitzbogige Hauptportal mit seiner krabbenbesetzten Archivolte in Kielbogenform sowie seinen flankierenden Fialenvorlagen (zugesetzte Nebenportale ähnlich gestaltet) den hoch- und spätgotisch beeinflussten Kompositstil weiterführen. Das Hauptportal ist zudem durch die Darstellung des Kirchenpatrons als solches ausgezeichnet. Damit verdeutlicht die Pfarrkirche kunst- und architekturgeschichtliche Entwicklungslinien des neugotischen Sakralbaus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts im damaligen Großherzogtum Baden und unterstreicht zusammen mit dem Pfarrhaus das selbstbewusste Bemühen der Kirchengemeinde, nach jahrhundertelanger Abhängigkeit eine eigene Pfarrrei anzustreben. Gleichzeitig bilden die Kirche und das Pfarrhaus in seiner Funktion als Wohn- und Amtssitz der Ortsseelsorger das glaubensgeschichtliche Zentrum der seit 1870 bestehenden Pfarrei und besitzen daher auch wesentlichen Aussagewert für die Schloßauer Siedlungsgeschichte seit 1864. |
109369657 | ||
| Lourdesgrotte | Kirchenweg (Karte) |
Künstliche Felssteingrotte mit offenem Tonnengewölbe auf einem Stufensockel, farbig gefasste Gipsfiguren der hl. Bernadette und der Lourdesmadonna, aus unregelmäßigen Kalksteinen an der Südwestseite der Kirche errichtet um 1900, überarbeitet um 1965
Die zumeist Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts errichteten Lourdesgrotten stellen die Beziehung zum wichtigen katholischen Wallfahrtsort Lourdes in Südwestfrankreich her, wo 1858 dem Bauernmädchen Bernadette Soubirous die unbefleckt empfangene Jungfrau Maria erschienen sein soll. Lourdesgrotten sind somit wichtige Objekte lokaler Wallfahrten. Kleinere, von Privatpersonen (vielfach in Eigenleistung) errichtete Lourdesgrotten entstanden häufig aufgrund privater Gelübde, oft in Verbindung mit einer Wallfahrt nach Lourdes und erfolgter Heilung von Krankheit, aber auch z. B. als Dank für unbeschadete Heimkehr aus dem Krieg oder Rettung aus Gefahr. So bildet auch die Schloßauer Lourdesgrotte eine der Marienerscheinung gewidmete Stätte zur persönlichen Einkehr und Andacht und besitzt anschaulichen Quellenwert für lokale Frömmigkeits- und Wallfahrtspraktiken der Zeit um 1900. In diesem Kontext belegt sie auch die erstarkende Marienverehrung in der damaligen Zeit und ist demnach ein wesentlicher Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Schloßau. |
100751431 | ||
| Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs | Neue Straße 11 (Karte) |
Kalkstein, auf Säulen ruhender Rundbogen, darunter Kruzifix, flankiert von Tafeln mit den Namen der Gefallenen des Ersten Weltkriegs, davor weiter rechts und links zwei Tafeln mit den Namen der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs, Inschrift: (Rundbogen) SELIG SIND DIE TOTEN DIE IM HERRN STERBEN (Marmortafel am Kreuzsockel) DEN TAPFEREN / im Weltkrieg 1914 bis 18 / GEFALLENEN HELDEN / Gewidmet von den / SÖHNEN U. TÖCHTERN / SCHLOSSAU’S und / WALD-AUERBACH’S / in AMERIKA, durch in die USA ausgewanderten Schloßauer gestiftet und in einer kleinen Anlage aufgestellt 1921 (i), erweitert nach 1945
Das Gefallenendenkmal befindet sich unmittelbar nordöstlich der Pfarrkirche und wurde durch die in die USA ausgewanderten Schloßauer zu Ehren der aus dem Ort stammenden Soldaten gestiftet, die in den Kampfhandlungen des Ersten Weltkriegs zu Tode kamen. Durch die Darstellung des am Boden liegenden und im Antlitz des gekreuzigten Christus sterbenden Soldaten verkörpert die Gedenkstätte die heroisierende und zugleich christliche Überhöhung des Soldatentodes als kriegerische Auszeichnung, was für die nationalpatriotisch gefärbte Kriegsbewältigung in solchen weitgehend katholisch geprägten Regionen der 1920er-Jahre charakteristisch ist. Gleichzeitig verweist das Kruzifix auf die christliche Erlösungshoffnung nach dem Tod im Kontext des Gefechtstodes. Zusammen mit den Namenstafeln der verstorbenen Soldaten des Zweiten Weltkriegs nimmt das Denkmal überdies eine zentrale Rolle innerhalb der örtlichen Erinnerungs- und Gedenkkultur infolge der schmerzhaften Auswirkungen beider Weltkriege ein. |
100751294 | ||
| Bildstock | Neue Straße 15 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit sich verjüngendem Schaft und kleinem Kapitell, Relieftafel, Hl. Dreifaltigkeit, Hl. Josef (links), Muttergottes mit Kind (?) (rechts), Inschrift: (Schaft) Zur Ehr / Lob und / Danksag / ung Got / tes ist die / ses Bielt / u. IOSEPH / ANTONI / OBERNIZ / U. EVA desen / Ehefrau von / Schlosach·hir / aufgericht / et worden / ANO 1790, aufgestellt 1790 (i) (überarbeitet 1979)
Der Bildstock neben dem Gebäude Neue Straße 15 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Joseph und Eva Oberniz und bildet eine durch zeittypische Dekorformen des Spätbarock ausgezeichnete Stätte der Einkehr, welche der Heiligen Familie sowie der Heiligen Dreifaltigkeit, bestehend aus Gottvater, der Taube des Heiligen Geists und Christus gewidmet ist. Als sprechendes Beispiel für die lokale Religiosität des späten 18. Jahrhunderts ist der Bildstock somit bezeichnend für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Schloßau. |
100752158 | ||
| Bildstock | Neue Straße (Karte) |
Roter Sandstein, über Bodenplatte Säule mit Sockel und Kapitell, Relieftafel mit Einberg, Hl. Dreifaltigkeit, Hl. Franziskus (links), Hl. Wendelinus (rechts), Pietà (Kapitell), Inschrift: (Säule) EX VOTO / FRANTZ IO / SEPH KAEHL / REGINA Desen / Eheweib und / Margaretha / desen Mutter 7 ANO 1808, aufgestellt 1808 (i)
Der Bildstock vor dem Gebäude Neue Straße 34 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Frantz Joseph und Regina Kaehl und bildet ein durch zeittypische Zierformen des ausgehenden Spätbarock ausgezeichnete Stätte der persönlichen Einkehr, die primär der Dreieinigkeit, dem Wesen Gottes, bestehend aus Gottvater, der Taube des Heiligen Geists sowie Christus, gewidmet ist. Die Darstellung der Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes im Kapitell der tragenden Säule sowie die seitlich am Aufsatz befindlichen Darstellungen der hll. Wendelin und Franziskus erzeugen weitere Ebenen der Andacht, womit es sich um ein vielschichtiges Dokument der lokalen Religiosität zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Schloßau handelt. |
100752348 | ||
| Votivkapelle Maria Hilf | Schulstraße 2 (Karte) |
Oktogonaler Bau aus rotem Sandstein unter Zeltdach mit abgesetzter Laterne, rechteckiges Hauptportal mit Jahreszahl im Sturz, einschließlich historischer Ausstattung und Zubehör, gestiftet vom Auerbacher Bürgermeister Valentin Friedel, 1876 (i), hölzernes Missionskreuz an der Nordseite
Die kleine Kapelle befindet sich in malerischer Waldrandlage an der Verbindungsstraße von Waldauerbach und Schloßau und wurde 1876 nach Stiftung des Auerbacher Bürgermeisters Valentin Friedel als oktogonaler Sandsteinbau mit Zeltdach und abgesetzter Laterne errichtet. Der Stiftung ging ein Gelöbnis voraus, wonach die Stifterfamilie bei einer Mission in Schloßau 1872 versprach, für ihr Seelenheil eine Kapelle zu erbauen. An jene Mission erinnert das Kreuz an der Nordseite. Somit ist die Kapelle ein beredtes Zeugnis innig gelebter und bildlich wie baulich zum Ausdruck gebrachter Frömmigkeit seitens des Stifters und seiner Familie. Als Dokument der bürgerlichen Votivpraxis des späten 19. Jahrhunderts sowie als Stätte der Einkehr und Andacht ist sie zugleich bezeichnend für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft der näheren Umgebung von Mudau.[11] |
100752543 | ||
| Bildstock | Nähe Schulstraße 11 (Karte) |
Roter Sandstein, über vierkantigem Sockel sich verjüngende Säule mit Kapitell, Relieftafelaufsatz mit Einberg und Bekrönungskreuz, Hl. Dreifaltigkeit, Hl. Wendelinus (links), Hl. Antonius (rechts), Inschrift: (Säule) EX VOTO / VALENTIN / FRIEDEL / REGINA DE / SEN EHE / WEIB VON / AVERBACH / ANNO / 1807, aufgestellt 1807 (i)
Der Bildstock vor dem Gebäude Schulstraße 11 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Valentin und Regina Friedel und bildet eine durch zeittypische Zierformen des Spätbarock ausgezeichnete Stätte der Einkehr, welche die Dreifaltigkeit Gottes als Gottvater, Christus und Heiliger Geist zur kontemplativen Andacht vor Augen führt. Diese wird angesichts der seitlich am Aufsatz befindlichen Darstellungen der hll. Wendelin und Antonius ausgeweitet, womit es sich bei dem Bildstock um ein mehrschichtiges Dokument für die lokale Religiosität des frühen 19. Jahrhunderts in Waldauerbach handelt. |
100752826 | ||
| Wegkreuz | Schulstraße 13 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit hohem Fußbereich, lateinisches Kreuz mit Corpus aus Metallguss, Inschrift: (Sockel) O, Mensch steh still und schau mich an / Denk deine Sünd ist Schuld daran / daß ich nebst unerhörten Plagen. / Sogar das schwere Kreüz / muß tragen. Errichtet durch / Josepha Schäfer 1868, angefertigt 1868 (i)
Das Wegkreuz vor dem Gebäude Schulstraße 13 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifterin Josepha Schäfer und bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an einer erlösende Auferstehung nach dem Tod vor Augen geführt wird. Solche sakralen Kleindenkmale sind für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Waldauerbach charakteristisch. |
100752865 | ||
| Brunnenanlage aus Brunnenhaus | Schulstraße (Karte) |
L-förmigem Wasserbecken, seitlicher Begrenzungsmauer und Treppe, Brunnenhaus mit Satteldach aus Sandsteinplatten und segmentbogiger Öffnung, erstellt im 18./19. Jahrhundert
Die Brunnenanlage mit Brunnenhaus, L-förmigem Wasserbecken und seitlicher Begrenzungsmauer ist ein aussagekräftiges Zeugnis für die vormoderne Wasserversorgung lange vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Waldauerbach und bildete einen wichtigen Treffpunkt der dörflichen Alltagskultur, wo die Einwohner ihr Brauchwasser besorgen, ihr Vieh tränken und ihre Wäsche reinigen konnten. Die Brunnenanlage besitzt somit aussagekräftigen Quellenwert für die Zusammenlegung dörflicher Gemeinschaftsaufgaben im 18. und 19. Jahrhundert und nimmt als örtliches Kommunikationszentrum zugleich eine wesentliche Rolle innerhalb der Waldauerbacher Sozialgeschichte der damaligen Zeit ein. |
109330223 | ||
| Schul- und Rathaus | Schulstraße 18 (Karte) |
Zweiflügeliger Sandsteinbau von zwei Geschossen unter Krüppelwalmdach mit Dachreiter auf niedrigem Sockel, regelmäßige Fenstergliederung, umlaufendes Geschossgesims, bossierte Eckquaderung, zwei getrennte Rechteckportale zu Funktions- und Wohnteil mit Freitreppen und historischen Türblättern, errichtet als eingeschossiges Schulhaus, 1881, aufgestockt und um 2. Flügel nach hinten erweitert 1905 (i)
Das Gebäude befindet sich in prominenter Lage an der Hauptdurchfahrtsstraße des Orts und wurde 1881 zunächst als eingeschossiges Schulhaus errichtet. Sein heutiges Erscheinungsbild als zweigeschossiger Sonderbau mit Dachreiter, Querflügel und traditionsorientiertem Krüppelwalmdach erhielt der Bau durch die 1905 erfolgte Erweiterung zum Schul- und Rathaus in zurückhaltenden Formen des Heimatschutzstils, einer konservativen Strömung der zeittypischen Reformarchitektur, für welche der Bezug zur tradierten Bauweise der Region charakteristisch ist. Das Schul- und Rathaus besitzt daher architekturgeschichtlichen sowie bautypologischen Quellenwert für solche dörflichen Multifunktionsbauten des späten 19. bzw. frühen 20. Jahrhunderts im damaligen Großherzogtum Baden und nimmt als zentrale Anlaufstelle der Bürger sowie erste Unterrichtsstätte von Waldauerbach eine elementare Rolle innerhalb der örtlichen Bildungs- und Verwaltungsgeschichte von 1881 bis 1965 ein. |
100752976 | ||
| Bildstock | Nähe Schulstraße 20 (Karte) |
Roter Sandstein, Monolith aus einem vierkantigen Schaft und Nischenaufsatz mit Bekrönungskreuz, Lourdesmuttergottes, Inschrift: (Schaft) DIESEN / BILTSTOK / HAT AVF / RICHTEN / LASEN / IOHANES / FRIETEL / ANNO / 1756 (auf dem Kreuz) INRI, aufgestellt 1756 (i)
Der Bildstock hinter dem Gebäude Schulstraße 20/1 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Johannes Frietel und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Waldauerbach charakteristisch ist. |
100752999 | ||
| Bildstock | Schulstraße 28 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Schaft, häuschenähnlicher Aufsatz mit Nische, Muttergottes mit Kind, Inschrift: (Schaft) ZUM / GEDENKEN / AN UNSERE / LIEBEN / ARTUR LINK / GEF. 6.8.1941 / EDMUND LINK / VERM: 2.1.1942 / IN RUSSLAND, aufgestellt um 1950
Der Bildstock bei dem Gebäude Schulstraße 26 entstand zum Gedenken an den am 6. August 1941 in Russland gefallenen Artur Link sowie den dort verschollenen Edmund Link, womit es sich um eine Stätte der Einkehr sowie Toten- und Vermisstenerinnerung handelt. Als Dokument der lokalen Frömmigkeit infolge der schmerzhaften Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs ist der Bildstock somit ein wichtiger Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Waldauerbach und nimmt zugleich eine elementare Rolle innerhalb der dörflichen Gedenkkultur ein. |
100753196 | ||
| Bildstock | Schulstraße 29 (Karte) |
Roter Sandstein, Säule mit vierkantigem Sockel und vierkantigem Kapitell, Relieftafel mit Bekrönungskreuz, Bildmotiv: Pietà, Hl. Wendelinus (links), Heiliger mit Kind auf dem Arm (rechts), Inschrift: (Säule oben) „EX VOTO/IÖRG ADAM/GEIER VND/MARIA EVA/DESEN EHE/WEIB ANO/1805“, angefertigt 1805 (i)
Der Bildstock zwischen den Gebäuden Schulstraße 27 und 29 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Jörg Adam und Maria Eva Geier und bildet eine durch zeittypische Dekorformen des Spätbarock ausgezeichnete Stätte der Einkehr, an welcher primär die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes zur kontemplativen Andacht vor Augen geführt wird. Die seitlich am Aufsatz befindlichen Heiligendarstellungen erzeugen weitere Ebenen der Andacht, womit es sich um ein mehrschichtiges sowie charakteristisches Dokument der lokalen Religiosität zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Waldauerbach handelt. |
100753225 | ||
| Bildstock | Schulstraße (Karte) |
Schaft mit abgesetztem Fuß und Nischenaufsatz aus rotem Sandstein, die Nische ist leer, Inschrift (Fuß): Erichtet durch Franz Joseph Geier 1877, angefertigt 1877 (i)
Der Bildstock vor dem Gebäude Schulstraße 29 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Franz Joseph Geier und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Waldauerbach charakteristisch ist. |
109377069 |
Nicht in der Denkmaldatenbank enthalten:
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
Weitere Bilder |
Scholzenkapelle | Im Mühlengrund 5 (Karte) |
1778 | Kapelle, 1778 und 1871, Mauwerk aus rotem Sandstein, Holzreliefs, Ziegel, kleines, begehbares Gebäude von rechteckigem Grundriss und mit Satteldach, Altartisch, Wandreliefs, Maria Hilf, Hl. Valentinus (links), Hl. Wendelinus (rechts), mit originalem Türblatt, Inschrift: (Inschriftentafel am Altar) SEBAStIAN / MÜLLER VND EVA SEI= / NE HAVSFRAV HAEN / DIESES BILTHEUSLEIN MA= / CHEN LASEN (in den Ecken) 1-7-7-8.[12] |
Steinbach
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Bildstock | (Karte) |
Vierkantiger Sockel mit Schaft, Kapitell und Relieftafel aus rotem Sandstein, Hl. Sebastian, Inschrift: (Sockel) ANNO1767 / Ist Valentin / Schwob den / h--n Ent= / =schlaffen, aufgestellt 1767 (i)
Der Bildstock im Gewann Schinnhecken nördlich des Orts ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und wurde zum Gedenken an den 1767 verstorbenen Valentin Schwob aufgestellt. Er bildet eine dem hl. Sebastian gewidmete Stätte der Einkehr, Andacht und der Totenerinnerung und ist als sprechendes Beispiel für die lokale Heiligenverehrung der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts ein bezeichnender Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Steinbach. |
100769139 | ||
| Steinkreuz | (Karte) |
Roter Sandstein, Kreuzstamm mit Querbalken aus einem Block gehauen, aufgestellt im 16. Jahrhundert
Bei dem Steinkreuz im Gewann Schinnhecken nördlich des Orts handelt es sich wohl um ein Sühnekreuz, einem charakteristischem Zeugnis spätmittelalterlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. bis ins 16. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt. |
100769071 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Schaft und Nischenaufsatz, Bildmotiv fehlt, Inschrift: (Sockel) Anno 1851... (Fortsetzung im Boden), aufgestellt 1851 (i)
Der Bildstock nordöstlich des Orts ist Zeugnis einer gelebten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Steinbach bezeichnend ist. |
100770494 | ||
| Bildstock | Nähe Lange Gasse 4 (Karte) |
Zweistufige Bodenplatte mit flachem Schaft und Aufsatz mit geneigten Dachflächen aus Kalkstein, Maria Hilf, Inschrift: (Schaft) Die milden Augen / zu uns wend! / Breit über uns / die Mutterhand! / 1950, aufgestellt 1950 (i)
Der Bildstock am nördlichen Ortsausgang ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche der beistehenden und fürsorgenden Muttergottes gewidmet ist. Als sprechendes Beispiel für die lokale Marienverehrung der Mitte des 20. Jahrhunderts ist der Bildstock somit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Steinbach. |
100768716 | ||
| Bildstock | Nähe Mudauer Straße 1 (Karte) |
Roter Sandstein, profillierter Schaft mit häuschenähnlichem Nischenaufsatz aus Sandstein, Nischenrelief zeigt die Kreuzigung, aufgestellt wohl 16. Jahrhundert
Der Bildstock bei dem Gebäude Mudauer Straße 1 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkher und Andacht, an welcher der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an einer erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Angesichts der naiv bzw. altertümlich wirkenden Kreuzigungsdarstellung mit Begleiterfiguren der Muttergottes und des Apostels Johannes handelt es sich dabei um einen der ältesten überlieferten Bildstöcke des Neckar-Odenwald-Kreises. Er ist daher ein ausdrucksstarkes Dokument für die lokale Religiosität des wohl 16. Jahrhunderts. |
100758148 | ||
| Bildstock | Mudauer Straße (Karte) |
Profiliertes Postament mit Abschlussplatte, Säule mit Fuß und ionischem Kapitell, Reliefaufsatz mit Bekrönungskreuz, Bildmotiv: Heilig Blut, Inschrift (Postament): j—8 / DIeS BILD HAT MACHEN / LASEN CASPAR ADAM / HACH x MARIANA / HACHIN, aufgestellt 18?? (i) (das Postament ist z. T im Erdreich eingesunken)
Der Bildstock beim Gebäude Mudauer Straße 19 wurde durch Caspar Adam und Mariana Hach gestiftet und bildet eine durch barockisierende Volutenzier ausgezeichnete Stätte der Einkehr und Andacht, welche das Blutwunder von Walldürn vergegenwärtigt. Bei diesem handelt es sich um die Ursprungslegende der Walldürner Wallfahrt, bei welcher ein Priester im Jahr 1330 oder 1408 einen konsekrierten Kelch mit gewandeltem Wein aus Achtlosigkeit umwarf. Der sich auf dem Altartuch verteilende Wein soll sich zu einer Darstellung des Gekreuzigten mit elf weiteren Häuptern Christi entsprechend dem Schweißtuch der Veronica formiert haben. Die Entdeckung dieses Altartuches löste die Wallfahrt in Walldürn im 15. Jahrhundert aus. Somit handelt es sich bei dem Bildstock um ein beredtes Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit des 19. Jahrhunderts in Steinbach. Er gibt zudem Auskunft über die mit Walldürn verknüpfte Wallfahrtspraxis der damaligen Zeit. |
100759377 | ||
| Bildstock | Mudauer Straße 25 (Karte) |
Vierkantiger Schaft mit häuschenähnlichem Nischenaufsatz und Bekrönungskreuz aus rotem Sandstein, Inschrift (auf dem Kreuz): 1578, Mainzer Rad, aufgestellt 1578 (i)
Der Bildstock beim Gebäude Mudauer Straße 25 wurde ausweislich der Jahreszahl im Bekrönungskreuz 1578 errichtet und verweist durch seine Reliefdarstellung des Mainzer Rads am oberen Ende des Pfeilerschafts auf die damalige Ortshoheit des Erzstifts Mainz. Als einer der ältesten überlieferten Bildstöcke des Neckar-Odenwald-Kreises handelt es sich demnach um ein wertvolles Zeugnis für gelebte Frömmigkeit der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts in der Region. Dabei gibt der Bildstock auch Auskunft über die lokale Herrschaftsgeschichte des ausgehenden Spätmittelalters. |
100759452 | ||
| Bildstock | Mudauer Straße 25 (Karte) |
Säule mit Nischenaufsatz und Kreuzdach aus weißem Sandstein, Christus an der Geiselsäule, Aufsatz links: (Anno) 1683, aufgestellt 1683 (i)
Der Bildstock beim Gebäude Mudauer Straße 25 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr, an welcher die Geiselung Christi als wichtiger Akt der Leidensgeschichte Jesu zur kontemplativen Andacht vor Augen geführt wird. Als sprechendes Beispiel für die lokale Religiosität des späten 17. Jahrhunderts ist der Bildstock somit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Steinbach. |
100761563 | ||
| Bildstock | Mudauer Straße (Karte) |
Breiter Sockel mit Inschriftmedaillon und Säule mit Aufsatz und Bekrönungskruzifix aus rotem Sandstein, Heilig-Blut-Darstellung, Inschrift: GOTT ZU EHRN/ HATT DER EHRSAME MAN/ HANS ADAM FARRENKOPF/ UND MARIA EVA SEINE HAUS FRAU DIESEN BILD/ STOCK AVRICHTEN/ LASEN IM JAHR 1745, angefertigt 1745 (i)
Der Bildstock beim Gebäude Mudauer Straße 33 wurde durch Hans Adam und Maria Eva Farrenkopf gestiftet und bildet eine durch barocke Dekorelemente ausgezeichnete Stätte der Einkehr und Andacht, welche das Blutwunder von Walldürn vergegenwärtigt. Bei diesem handelt es sich um die Ursprungslegende der Walldürner Wallfahrt, bei welcher ein Priester im Jahr 1330 oder 1408 einen konsekrierten Kelch mit gewandeltem Wein aus Achtlosigkeit umwarf. Der sich auf dem Altartuch verteilende Wein soll sich zu einer Darstellung des Gekreuzigten mit elf weiteren Häuptern Christi entsprechend dem Schweißtuch der Veronica formiert haben. Die Entdeckung dieses Altartuches löste die Wallfahrt in Walldürn im 15. Jahrhundert aus. Somit handelt es sich bei dem Bildstock um ein authentisches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit der Mitte des 18. Jahrhunderts in Steinbach. Er gibt zudem Auskunft über die mit Walldürn verknüpfte Wallfahrtspraxis der damaligen Zeit. |
109408473 | ||
| Friedhof mit Stütz- und Einfassungsmauer sowie Friedhofskreuz:
- terrassierte Anlage mit zentralem Erschließungsweg |
Nähe Mühltal 2 (Karte) |
Nach Aufgabe des alten Friedhofs bei der Martinskapelle neu angelegt 1833;
Der Friedhof wurde 1833 nach Aufgabe des alten Bestattungsplatzes bei der Martinskapelle in seiner heutigen Lage am südöstlichen Dorfrand neu angelegt. Zusammen mit dem Friedhofskreuz von 1862 nimmt er eine zentrale Rolle innerhalb der örtlichen Begräbnis-, Erinnerungs- und Trauerkultur von seit der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts ein und bildet so einen elementaren Bestandteil des religiösen Lebens der katholischen Gemeinde Steinbach. |
100761672 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Postament mit häuschenähnlichem Aufsatz und Nische aus grünem Sandstein, Hl. Josef, Inschrift: (Sockel vorne) Heiliger Josef! / Sei unser Schutzpatron im Leben und besonders im Sterben, aufgestellt um 1950
Der Bildstock an der Straße nach Stürzenhardt ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine durch gotisierende Zierformen ausgezeichnete Stätte der Andacht, welche dem hl. Josef als Schutzpatron der katholischen Kirche gewidmet ist. Solche sakralen Kleindenkmal sind für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Steinbach bezeichnend. |
100770665 | ||
| Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs mit Treppenaufgang | Prof.-Albert-Straße 5 (Karte) |
Sockel mit abgesetztem Fuß und zweistufigem Unterbau aus rotem Sandstein mit Eisernem Kreuz, Inschrift und den Namen der Gefallenen des Ersten Weltkriegs, Aufsatz mit Kalksteinrelief und Bekrönungskreuz, Motiv: Hl. Georg, seitlich zwei Sandsteinplatten mit den Namen der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs, Inschrift: (Sockel unten) UNSEREN IM WELTKRIEG GEFALLENEN HELDEN, aufgestellt durch die Gemeinde, 1934, erweitert nach 1945
Das Gefallenendenkmal befindet sich unmittelbar neben der Pfarrkirche St. Martin und wurde 1934 durch die Gemeinde als kleine Anlage mit Treppenaufgang errichtet. Zusammen mit seiner Erweiterung aus der Zeit nach 1945 erinnert es an die aus Steinbach stammenden Soldaten, die im Rahmen der Kampfhandlungen des Ersten und Zweiten Weltkriegs zu Tode kamen. Es führt so die schmerzhaften Auswirkungen der beiden Weltkriege auf die Ortsbevölkerung in demonstrativer Weise vor Augen und nimmt daher eine zentrale Rolle innerhalb der jüngeren Gedenk- und Erinnerungskultur von Steinbach ein. Angesichts des Kalksteinreliefs des mit dem Drachen kämpfenden und stahlhelmtragenden hl. Georg werden die Soldaten zu unheilabwehrenden Kriegern verklärt, was für die religiöse und zugleich nationalpatriotische Überhöhung der Kriegsbewältigung in den 1930er-Jahren charakteristisch ist. |
100762131 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche St. Martin | Prof.-Albert-Straße 5 (Karte) |
Saalkirche mit eingezogenem Polygonalchor, nordöstlicher Chorseitenturm auf rechteckigem Grundriss mit polygonalem Spitzhelm, im Südosten Sakristeianbau mit Walmdach, Gliederung durch abgetreppte Strebepfeiler und hohe Spitzbogenfenster, Langhausfenster dreibahnig gestaffelt, westlich spitzbogiges Hauptportal, schmaler Vorbau mit Spitzbogenöffnung, runde, dienstartige Gewändepfeiler, im Bogenfeld des Hauptportals Darstellung des Titelheiligen, im Langhaus hölzerne Sargdeckeldecke, im Chor Kreuzrippengewölbe auf runden Dienstvorlagen, einschließlich historischer Ausstattung und Zubehör wie Steinkanzel von 1564 (i) aus der Filialkapelle St. Martin und Veit (siehe Prof.-Albert-Straße 11), historische Orgel und originale Holzausstattung mit Gestühl, Beichtstuhl und Westempore, Kirche aus rotem Sandstein errichtet 1897 (i)–1899
Die katholische Pfarrkirche St. Martin befindet sich in leicht erhöhter und solitärer Lage südlich des Dorfkerns und bildet mit ihrem hochaufragendem Chorseitenturm einen ortsbaulichen Akzent mit Fernwirkung. Die in lokaltypischem Rotsandstein errichtete Saalkirche mit eingezogenem Polygonalchor entstand in den Jahren 1897 bis 1899 und zeichnet sich durch ihre neugotische Konstruktions- und Gestaltungssprache aus, durch welche man sich die Schaffung einer angemessenen, christlich-sakralen Atmosphäre versprach. Hierbei spielte der idealisierende und verklärende Rückbezug auf die mittelalterliche Gotik eine entscheidende konzeptionelle Rolle, was sich im Gesamtentwurf vom äußeren Erscheinungsbild bis in die original überlieferte Ausstattung mit Kirchengestühl, Holzempore und Skulpturenprogramm in symptomatischer Weise bemerkbar macht. Die Hinwendung zum gotischen Stil als idealtypische Verkörperung christlicher Religiosität war im speziellen Fall des Steinbacher Kirchenneubaus auch mit der spätgotischen Vorgängerkapelle St. Martin und Veit verknüpft, wodurch eine stilistische Kontinuität hergestellt werden sollte. Somit handelt es sich bei der Pfarrkirche St. Martin um ein eindrucksvolles Zeugnis neugotischer Sakralbaukunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts im damaligen Großherzogtum Baden. Als geistlicher Mittelpunkt der seit 1871 bestehenden Pfarrei besitzt sie zentrale Aussagekraft für die jüngere Religions-, Glaubens- und Siedlungsgeschichte von Steinbach seit 1899. |
100761864 | |
| Schulhaus | Prof.-Albert-Straße 6 (Karte) |
Zweigeschossiges verputztes Traufenhaus unter flachem Satteldach, segmentbogig geöffnete Vorhalle mit Gewänden und konischer Eckstütze aus Bossenquadern in Rotsandstein, große enggestellte Fenster kennzeichnen die Lage der Klassenräume und des Turnsaals, errichtet nach Entwurf von Architekt Bonn, 1950 (i); Schulhof mit Stützmauer nach Westen
Das langgestreckte und traufständig ausgerichtete Schulhausgebäude wurde 1950 in Formen der sog. Stuttgarter Schule errichtet, wofür die zwischen Sachlichkeit und Tradition schwebende Gestaltung mit großflächigen sowie enggestellten Rechteckfenstern und konischen Eckstützen aus bossierten Rotsandsteinquadern bezeichnend ist. Es löste das unmittelbar südlich gelegene Schul- und Rathaus als erste Bildungsstätte des Orts ab. Zusammen mit dem erhaltenen Schulhof bezeugt der Bau so die Entwicklung des Bildungswesens in Steinbach während der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts und besitzt zugleich bautypologischen sowie architekturgeschichtlichen Aussagewert für den ländlichen Schulhausbau der frühen Nachkriegszeit in der Region. |
109349625 | ||
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Schul- und Rathaus mit Nebengebäude:
- Schul- und Rathaus |
Prof.-Albert-Straße 8 (Karte) |
Eingeschossiges Traufenhaus mit Kniestock unter Satteldach auf steinsichtigem Kellersockel, übergiebelter Mittelrisalit, verputzter Massivbau mit Sandsteingewänden, achsensymmetrische Gliederung, zur Straße segmentbogiges Hauptportal, große Fenster kennzeichnen die Lage des Klassenzimmers und der Ratsstube, errichtet 1873;
Das traufständig ausgerichtete Schul- und Rathaus wurde 1873 südlich des Dorfkerns in zurückhaltenden Formen des Spätklassizismus errichtet, wofür die strenge und achsensymmetrische Schaufassade mit akzentuierendem Mittelrisalit sowie regelmäßiger Durchfensterung bezeichnend ist. Der Bau vereinigte aus finanziellen und organisatorischen Gründen die Bildungsaufgaben und die Gemeindeverwaltung unter einem Dach, womit es sich um einen charakteristischen Vertreter des damaligen öffentlichen Schul- und Rathausbaus auf dem Land handelt. Er besitzt somit bautypologischen Quellenwert für solche kombinierten Verwaltungs- und Bildungseinrichtungen des späten 19. Jahrhunderts im damaligen Großherzogtum Baden und nimmt zusammen mit dem rückwärtigen Nebengebäude eine elementare Rolle innerhalb der Steinbacher Orts- und Schulgeschichte von 1873 bis in die 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts ein. |
100762233 | |
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Kath. Filialkapelle | Prof.-Albert-Straße 11 (Karte) |
Kirchhof, Kirchhofmauer, zwei Grabsteine und Steinkreuz:
Die heutige katholische Filialkapelle St. Martin und Veit befindet sich am südlichen Ortsrand unmittelbar neben dem Friedhof und bildet einen prägenden Bestandteil der historischen Bebauung von Steinbach. Die aus lokaltypischem Rotsandstein errichtete Saalkirche mit eingezogenem Polygonalchor und nachträglich ins Langhaus integriertem Westturm geht durch einen Gründungsbrief für eine erste Kapelle bis auf das Jahr 1407 zurück und zeichnet sich durch ihr spätgotisches Erscheinungsbild mit Fischblasenmaßwerk, darin befindlichen Reliefdarstellungen der Titelheiligen, filigranen Stabwerkportalen und Netzrippengewölbe im Chorraum aus. Als ausführender Baumeister wirkte hier Johannes (auch Hans) Eseler aus Amorbach, unter dessen Leitung ein Großteil des Kirchenbaus um das Jahr 1494 ausgeführt wurde. Eseler stammt aus der berühmten Steinmetzfamilie der Eseler von Alzey und war Sohn des Nikolaus Eseler, der lange Zeit für den Erzbischof von Mainz tätig war und u. a. auch die Georgskirche in Dinkelsbühl schuf. Mit dem Hochaltarretabel hat sich das Herzstück der spätgotischen Ausstattung erhalten. Das als Triptychon konzipierte Schnitzwerk entstand dabei um 1510 und stammt von einem Künstler aus dem Umfeld der bedeutenden Schule bzw. Werkstatt des berühmten Bildschnitzers Tilman Riemenschneider. Das Bildprogramm des Retabels setzt sich aus der vollskulpturalen Beweinung Christi im Schrein und vier als Reliefs ausgeführten Episoden des Lebens Christi in den Seitenflügeln zusammen. Bei solchen Altarretabeln der ausgehenden Spätgotik handelt es sich um ausdrucksstarke Zeugnisse der glaubenspraktischen Visualisierung, die streng in die Liturgie eingebunden waren und authentische Einblicke die spätmittelalterliche Frömmigkeits- und Andachtskultur ermöglichen. Die gestalterische Inszenierung jener Frömmigkeitskultur im Barock wird angesichts der flachen Stuckdecke sowie der als tempelartige Kleinarchitekturen konzipierten Seitenaltäre von 1703 deutlich. Somit bildet die Filialkapelle ein kunst- und architekturgeschichtliches Kleinod mit herausragender Bedeutung für die spätgotische bzw. barocke Sakralbautopographie der Region. Zusammen mit dem ummauerten Kirchhof (Nutzung als Friedhof von 1790 bis 1833), den beiden Grabsteinen sowie dem Steinkreuz besitzt sie zentralen Quellenwert für die Steinbacher Glaubens-, Siedlungs- und Ortsgeschichte seit dem frühen 15. Jahrhundert. |
109377418 | |
| Bildstock | Prof.-Albert-Straße 13 (Karte) |
Vierkantiger Schaft mit Sockel, Kapitell und Relieftafel mit Bekrönungskreuz aus rotem Sandstein, Hl.-Blut, Inschrift: (Sockel) „GOTT ZV EHR HAT/EVA KISER/VOR IHREN/MAN FRANZ/KISER 50/1740 GE/STORBEN“, aufgestellt 1740 (i)
Der Bildstock bei dem Gebäude Prof.-Albert-Straße 13 wurde durch Eva Kiser zum Gedenken an ihren verstorbenen Mann Franz gestiftet und bildet eine durch barocke Dekorelemente ausgezeichnete Stätte der Einkehr und Andacht, welche das Blutwunder von Walldürn vergegenwärtigt. Bei diesem handelt es sich um die Ursprungslegende der Walldürner Wallfahrt, bei welcher ein Priester im Jahr 1330 oder 1408 einen konsekrierten Kelch mit gewandeltem Wein aus Achtlosigkeit umwarf. Der sich auf dem Altartuch verteilende Wein soll sich zu einer Darstellung des Gekreuzigten mit elf weiteren Häuptern Christi entsprechend dem Schweißtuch der Veronica formiert haben. Die Entdeckung dieses Altartuches löste die Wallfahrt in Walldürn im 15. Jahrhundert aus. Somit handelt es sich bei dem Bildstock um ein authentisches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit der Mitte des 18. Jahrhunderts in Steinbach. Er gibt zudem Auskunft über die mit Walldürn verknüpfte Wallfahrtspraxis der damaligen Zeit. |
100767537 | ||
| Brunnenstube | Nähe Prof.-Albert-Straße 19 (Karte) |
Gemauertes Sandsteingewölbe mit vorgesetztem rechteckigem Wasserbecken, breiter Rundbogensturz mit Bauinschrift, bündig in neu aufgemauerte Wand eingepasst, errichtet 1736 (i)
Die Brunnenstube ist ein wichtiges Zeugnis für die vormoderne Wasserversorgung des 18. und 19. Jahrhunderts lange vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Steinbach. Sie bildete zugleich einen gesellschaftlichen Treffpunkt der dörflichen Alltagskultur, wo die Einwohner ihr Brauchwasser besorgten, womit ihr auch sozialgeschichtlicher Quellenwert zukommt. |
100767883 | ||
| Brunnenhaus | Nähe Prof.-Albert-Straße 19 (Karte) |
Hügelartiger, in das Erdreich eingelassener Gewölbebau, über ein halb liegendes Portal mit Eisentür erschlossen, Teil eines Systems zur örtlichen Wasserversorgung, gebaut 1905 (i)
Das Brunnenhaus wurde im Jahr 1905 als hügelartiger, in das Erdreich eingelassener Gewölbebau mit halb liegendem Rechteckportal im südlichen Dorfteil errichtet und ist ein sprechender Beleg für die Einrichtung einer modernen Wasserversorgung zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Steinbach. Die zweiflügelige Eisentür mit Beschlag und vegetabilen Rosetten gibt Auskunft über die damalige Handwerkskunst der Schmiede. |
109368475 | ||
| Bildstock | Prof.-Albert-Straße 20 (Karte) |
Vierkantiger Schaft mit häuschenähnlichem Aufsatz aus rotem Sandstein, Pietá, Inschrift: (Schaft) R. I. P., aufgestellt um 1950
Der Bildstock im Gewann Bangerte südwestlich des Orts ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes zur kontemplativen (Toten)andacht vor Augen geführt wird. Als sprechendes Beispiel für die lokale Religiosität der Mitte des 20. Jahrhunderts ist der Bildstock damit ein bezeichnender Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Steinbach. |
100768117 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Hoher Sockel mit vierkantigem Schaft und häuschenähnlichem Nischenaufsatz aus rotem Sandstein, Maria Hilf, Inschrift: (Schaft) ZUM / GEDENK. / A. D. UNF. / K. HOFMAN / 1921 / O MARIA / HILF, aufgestellt 1921 (i)
Der Bildstock im Gewann Bangerte südwestlich des Orts ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und des Gedenkens. Als sprechendes Beispiel für die lokale Marienverehrung der 1920er-Jahre ist der Bildstock somit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Steinbach. |
100768584 | ||
| Bildstock | Prof.-Albert-Straße 29 (Karte) |
Vierkantiger Sockel mit Basis und Abschlussplatte, Säule mit Plinthe, Kapitell und Relieftafel mit Bekrönungskreuz, aus rotem Sandstein, Heilig Blut, Inschrift: (Sockel) ANNO 17.40 / DEN 20. MAY 7 HAT ADAM KAVFMAN / UND MARGARETA SEINE / HAUSFRAU DIESES / BILD AVF RICHTEN / LASEN, aufgestellt 1740 (i)
Der Bildstock vor dem Gebäude Prof.-Albert-Straße 29 wurde durch Adam und Margareta Kaufman gestiftet und bildet eine durch barocke Dekorelemente ausgezeichnete Stätte der Einkehr und Andacht, welche das Blutwunder von Walldürn vergegenwärtigt. Bei diesem handelt es sich um die Ursprungslegende der Walldürner Wallfahrt, bei welcher ein Priester im Jahr 1330 oder 1408 einen konsekrierten Kelch mit gewandeltem Wein aus Achtlosigkeit umwarf. Der sich auf dem Altartuch verteilende Wein soll sich zu einer Darstellung des Gekreuzigten mit elf weiteren Häuptern Christi entsprechend dem Schweißtuch der Veronica formiert haben. Die Entdeckung dieses Altartuches löste die Wallfahrt in Walldürn im 15. Jahrhundert aus. Damit handelt es sich bei dem Bildstock um ein authentisches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit der Mitte des 18. Jahrhunderts in Steinbach. Er gibt zudem Auskunft über die mit Walldürn verknüpfte Wallfahrtspraxis der damaligen Zeit. |
100767758 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Schaft mit häuschenähnlichem Reliefaufsatz, Kreuz-Darstellung, Inschrift: ANNO / - / - / - / -OT /- / - VEH / E KOCH / VON/NVD / AW/DER/SE / LEN/GOT / GENAT, aufgestellt im 17. Jahrhundert
Der Bildstock an der Straße nach Mudau ist Zeugnis einer gelebten und zeichenhaft zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht, welche dem erlösenden Kreuzestod Christi gewidmet ist. Als authentisches Dokument für die lokale Religiosität des 17. Jahrhunderts ist der Bildstock damit ein wesentlicher Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Steinbach. |
100768980 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Schaft mit Fuß, Kapitell und Nischenaufsatz mit Bekrönungskreuz, Pietá, Inschrift: (Schaft) O schmerzhafteste / Mutter / bitte für uns!, aufgestellt 1. Hälfte 20. Jahrhundert
Der Bildstock an der Straße nach Mudau ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der persönlichen Einkehr, an welcher die Beweinung des toten Christus durch die Muttergottes zur kontemplativen Andacht vor Augen geführt wird. Als sprechendes Beispiel für die lokale Religiosität der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts ist der Bildstock somit ein wesentlicher Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Steinbach. |
100768797 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Vierkantiger Sockel mit Schaft, Würfelkapitell und Relieftafel mit Bekrönungskreuz aus rotem Sandstein, Heilig Blut, Inschrift: (Schaft oben) 1891 (Relieftafel) D/H/B/Z/W, aufgestellt 1891 (i)
Der Bildstock im Gewann Dörnig südwestlich des Orts bildet eine durch barockisierende Volutenzier ausgezeichnete Stätte der Einkehr und Andacht, welche das Blutwunder von Walldürn vergegenwärtigt. Bei diesem handelt es sich um die Ursprungslegende der Walldürner Wallfahrt, bei welcher ein Priester im Jahr 1330 oder 1408 einen konsekrierten Kelch mit gewandeltem Wein aus Achtlosigkeit umwarf. Der sich auf dem Altartuch verteilende Wein soll sich zu einer Darstellung des Gekreuzigten mit elf weiteren Häuptern Christi entsprechend dem Schweißtuch der Veronica formiert haben. Die Entdeckung dieses Altartuches löste die Wallfahrt in Walldürn im 15. Jahrhundert aus. Damit handelt es sich bei dem Bildstock um ein beredtes Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit des späten 19. Jahrhunderts in Steinbach. Er gibt zudem Auskunft über die mit Walldürn verknüpfte Wallfahrtspraxis der damaligen Zeit. |
100768661 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Grüner Sandstein, zweistufiges Postament mit Nischenaufsatz und verziertem Dachelement mit Bekrönungskreuz, Herz Mariens, Inschrift: (Sockel vorne) Süßes Herz Mariens / sei meine Rettung (Sockel hinten) A. LANDECK / 1951, aufgestellt 1951 (i)
Der Bildstock an der Straße nach Stürzenhardt ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters bzw. der Stifterin A. Landeck und bildet eine durch barockisierende Zierelemente ausgezeichnete Stätte der Einkehr und Andacht, welche dem Herz der Muttergottes gewidmet ist. Als sprechendes Beispiel für die lokale Marienverehrung der Mitte des 20. Jahrhunderts ist der Bildstock somit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Steinbach. |
100769185 |
Weblinks
- Flurkapellen auf der Website www.mudau.de