Liste der Kulturdenkmale in Osterburken

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In der Liste der Kulturdenkmale in Osterburken sind unbewegliche Bau- und Kunstdenkmale aller Stadtteile von Osterburken aufgeführt. Zur Stadt Osterburken gehören neben der Kernstadt Osterburken noch die Stadtteile Bofsheim, Hemsbach und Schlierstadt. Grundlage für diese Liste ist die vom Regierungspräsidium Karlsruhe herausgegebene Liste der Bau- und Kunstdenkmale.

Diese Liste ist nicht rechtsverbindlich. Eine rechtsverbindliche Auskunft ist lediglich auf Anfrage bei der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Osterburken erhältlich.[Anm. 1]

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
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  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Bau- und Kulturdenkmale der Stadt Osterburken

Osterburken (Kernstadt)

Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in der Kernstadt Osterburken (sowie den zugehörigen Orten Siedlung „Neue Heimat“ und dem Gehöft Marienhöhe, vormals Haide):

Osterburken

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Doppelwohnhaus Am Zehntkeller 7, 9
(Karte)
Sog. Herrenhaus, dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv mit Eckquadern, profilierten Türrahmen und Rundbogenöffnungen (ehem. Kellerzugänge) aus Sandstein, Obergeschoss aus verputztem Fachwerk, Nische mit Christusfigur, auf der Giebelseite um die Gebäudeecken geführtes Dachgesims, spätes 18. Jahrhundert, um zwei Achsen erweitert im 19. Jahrhundert

Aufgrund der Größe und der ehemals repräsentativen Räumlichkeiten kann eine herausragende - vielleicht herrschaftliche - Funktion des Doppelhauses angenommen werden. Daher dürfte auch die tradierte Bezeichnung als „Herrenhaus“ rühren. Später soll das Anwwesen als Gasthaus Zur Kanne gedient haben. Es ist von hoher architektur- und stadtbaugeschichtlicher Bedeutung für Osterburken.

100838269 BW
Empfangsgebäude Osterburken Bahnhofstraße 1
(Karte)
Langgestreckter und symmetrischer, fünfteiliger Komplex,: Mittelbau mit dreibogigem Portikus, flankiert von zwei eingeschossigen Zwischenflügeln, beidseitig abgeschlossen durch zwei zweieinhalbgeschossige Kopfbauten mit Kranzgesimsen und flachen Zeltdächern, Bahnsteigüberdachung (Perronhalle) auf dem Hausbahnsteig an Gleis 1, Pultdach mit Bindern aus Eisenfachwerk auf einer Reihe gusseiserner Säulen, Empfangsgebäude im Auftrag der Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen durch die Großherzogliche Eisenbahn Hochbau Inspektion Heidelberg geplant 1870(a), Bahnsteigüberdachung wahrscheinlich um 1873 bis 1875 100838479 BW
Württ. Bahnverwaltungsgebäude Bahnhofstraße 20
(Karte)
Dreigeschossiger Massivbau unter flachgeneigtem Walmdach, regelmäßig gegliederte Werksteinfassade aus hellem Kalkstein mit bossierten Eckquadern, Fries und Sturzbögen aus Terrakotta, Mittelachse durch Rahmungen und württembergisches Wappen betont, 1880

Das Verwaltungsgebäude ist ein bauliches Zeugnis für die badisch/württembergische Eisenbahngeschichte in Osterburken. Nach dem Bau der württembergischen östlichen Gabelbahn Jagstfeld - Osterburken (1869) wurde eine Dependance der württembergischen Bahnverwaltung in Osterburken eingerichtet. Das unmittelbar gegenüber des badischen Bahnhofs erstellte Verwaltungsgebäude betont mit seiner repräsentativen Fassadengestaltung im Stil der Spätrenaissance und dem aufwendigen Portal mit dem Wappen die württembergische Präsenz im Ort.

100838708 BW
Post Bahnhofstraße 22
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach und profiliertem Dachgesims, im Erdgeschoss plastische Gewänderahmungen und querrechteckige Fensterformate, Obergeschossfenster mit Segmentbögen und Keilsteinen, Gitterwerk mit Postadler über der Eingangstür, errichtet von Postbaurat Beisel, 1931

Bereits 1820 wurde in Osterburken eine eigene Relaispoststation und Extraposthalterei an der Reisepostroute Oberschefflenz - Boxberg eingerichtet. Ab 1822 war mit der Beförderung auch die Briefpost verbunden. Im Jahr 1878 erfolgte der Anschluss an das Reichstelegraphennetz verbunden mit der Einrichtung eines Postamtes im Bahnhof. Seitdem erfolgte der Postverkehr hauptsächlich mit der Bahn. Daneben bestand für den Nahtransport die Kraftpostlinie Osterburken-Adelsheim-Seckach-Buchen-Walldürn-Hardheim. Erst im Jahr 1931 entstand mit dem Gebäude an der Bahnhofstraße ein erstes eigenes Postamtsgebäude in der Osterburkener Postgeschichte. Der Staatsbau zeichnet sich durch eine überdurchschnittliche architektonische Qualität mit repräsentativem Anspruch aus. Expressionistische Details wie die schmiedeeisernen Gitter drücken den Zusammenhang mit dem damals modernen Kommunikationsmedium Telefon aus.

100838748 BW
Postenhaus und Bahnhof der Königlich-Württembergischen Eisenbahn Bofsheimer Straße 2
(Karte)
Eingeschossiger Winkelbau auf hohem Sandsteinsockel mit Mansardwalmdach, um 1910

Das Gebäude dokumentiert die Zeit zweier getrennter - badischer und württembergischer - Bahnverwaltungen mit eigenen Bahnhöfen in Osterburken. Es stellte eine Kombination aus Postenhaus mit Schrankenwärterfunktion für den Bahnübergang und Bahnhof für die württembergische Eisenbahnverwaltung dar. Der zeittypisch in einer Mischung aus Neubarock und Heimatschutzstil gestaltete Bau hat damit eisenbahn- und verkehrsgeschichtliche Bedeutung.

100838930 BW
Dr.-Rudolf-Link-Straße 5
(Karte)
Saalbau aus bossierten Kalksteinquadern mit rechteckigem Choranbau, steiles Satteldach mit Dachreiter, Giebelseiten und Dachreiter verschiefert, 1915 (Schiefer heute durch ähnl. Mat. ersetzt)

Bei dem kleinen Gotteshaus handelt es sich um den ersten eigenständigen Kirchenbau der evangelischen Diasporagemeinde in Osterburken. Im 19. Jahrhundert war der ehemals mainzische Ort noch rein katholisch. Nach dem Bau der evangelischen Kirche 1915 wurden die Gläubigen bis zur Gründung einer eigenständige Gemeinde 1952 von Adelsheim aus betreut. Der Kirchenbau wurde in einem sachlichen Heimatschutzstil mit ausgewogenen Proportionen und unter Verwendung des ortsüblichen Kalksteins errichtet. Durch die solide bauhandwerkliche Ausführung und die bodenständige Architekturauffassung vermittelt er den Eindruck der traditionellen Verwurzelung in der Gemeinschaft.

100839086 BW
Tafelbildstock Friedhofstraße 8
(Karte)
Bez. 1751, gelber Sandstein, vierseitiger Sockel mit Basis und Abdeckplatte, Pfeiler mit fünf Heiligenreliefs, Relieftafelaufsatz mit rahmendem Mantel, fünf Heiligendarstellungen und vier Engelsköpfen, farbig gefasst, heilige Dreifaltigkeit und Marienkrönung, Inschrift: (barocke Kartusche am Sockel) DER H H DREI / FALTIGKEIT UND DER KRÖNUNG MARIA UN DEN / HEILIGEN ZU EHREN HAT / DER EHRSAMME CONRAT / WEBER UND SEIN EHELICH / HAUSFRAW CATHARINA / DISE BILTNUS AUFRICHT/ EN LASSEN DEN / 14ten OCT / Sockelunterkante 1751 (GEEK 6960 bis 30-004)

Der Bildstock ist ein Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft um das einst zum katholischen Erzstift Kurmainz gehörende Osterburken in besonderer Weise prägen. Bei diesem Exemplar handelt es sich um einen besonders aufwendigen barocken Bildstock mit Heiligendarstellungen am Pfeiler und am Tafelaufsatz und einer (restaurierten) Farbgebung. Der gestalterischer Aufwand und die hochwertige kunsthandwerkliche Ausführung heben ihn deutlich über das übliche Maß hinaus.

100839336 BW

Privatkapelle Rüdinger, Schwanenwirtskapelle Friedhofstraße 8
(Karte)
Sog. Schwanenwirtkapelle, kleiner Kalksteinbau mit Dreiseitschluss, Satteldach und kleinem Vordach, hölzernes Dach- und Schräggesims, eisernes Firstkreuz, im Innern Ausmalung, gestiftet von Amalia Frank, Witwe, geb. Heck und Familie Rüdinger, 1917 (i) (GEEK 6960 bis 30-010)

Die kleine Kapelle in der Friedhofstraße ist ein anschaulich überlieferter Vertreter dieser Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in katholischen Gebieten in besonderer Weise prägen. Als Privatkapelle im öffentlichen Raum bezeugt sie eine gesellschaftlich herausragende Stellung des Stifterfamilie, die einen großen Gasthof betrieb, im Ort. Die qualitätvolle Ausmalung im Jugendstil im Innern kündet von deren Besitzerstolz.

100841106
Wohnhaus Galgensteige 3
(Karte)
Zweigeschossiger veputzter Bau mit Mansardhalbwalmdach, Fachwerkbau über massivem Erdgeschoss mit regelmäßiger Gliederung, 1816 (i)

Der ausgewogen proportionierte und regelmäßig gegliederte spätbarocke Bau bildet mit seinem Mansarddach einen markanten Blickpunkt an der Galgensteige. Das Gebäude hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert und dokumentiert vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in Osterburken.

100841538 BW
Friedhof [§ 2] Nähe Galgensteige 8
(Karte)
Terrassierte Anlage mit zentraler Allee und Ummauerung mit Torgitter, nach Aufgabe des alten Kirchhofs bei St. Kilian neu angelegt, nach 1815; Kreuzigungsgruppe [§28] mit Maria und Johannes auf seitlich angefügten Konsolen, 1710 (i); Grabmal Grabmal Carolina Catharina und Margaretha Josefa [§ 2], Tabernakelpfeiler mit Ecksäulchen, krabbenbesetzten Spitzgiebeln und zentraler Fiale, einseitig Nische mit betender Marienfigur, 1862 (i) (GEEK 6960 bis 30)

Der Friedhof von Osterburken überliefert anschaulich erhalten eine Friedhofsanlage aus der 1. Hälfte 19. Jahrhundert, einer Zeit, in der vielerorts die Begräbnisplätze um die Kirchen vor allem aus Platz- und hygienischen Gründen aufgelassen und zahlreiche neue Friedhöfe außerhalb der Ortskerne angelegt wurden. Das vom alten Kirchhof um die Kilianskirche hierher versetztes Friedhofskreuz von 1710 weist als Zeichen der Kontinuität auf die Verlegung hin. Der Friedhof hat ortsgeschichtliche Bedeutung und ist Zeugnis der Bestattungskultur.

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Gefallenendenkmal Nähe Hagerstraße 9
(Karte)
U-förmige Sandsteinmauer mit seitlichen Podesten, vorgelagerter Treppe und Inschrifttafeln der Gefallenen des Ersten Weltkriegs, von Gutmann im Römerkastell unten am Hang errichtet, 1937, um Tafeln mit den Gefallenen des Zweiten Weltkriegs und Kreuztafel anstelle des früheren Soldatenreliefs ergänzt, 1956

Im Gegensatz zu dem hochaufragenden Denkmal, das zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 oben am Hang aufgestellt wurde, ist das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges für die Entstehungszeit in den späten 1930er Jahren zurückhaltend gestaltet. Die schlichte Wand und die seitlichen Podeste als Würdemotive machen es zu einem monumentalen Mahnmal, besonders seit das zeittypische Relief eines knienenden Soldaten mit Schwert und Fahne 1945 entfernt wurde. Das Denkmal ist ein wichtiges Dokument des Totengedenkens im Zusammenhang mit den beiden Weltkriegen wie auch der Ortsgeschichte.

108019042
Wohnhaus Julius-Hofmann-Straße 5
(Karte)
Zweigeschossiger Eckbau mit Mansarddach über hohem Sockelgeschoss, Materialmix aus bossiertem Kalkstein, rotem und gelbem Backstein und bemaltem Zierfachwerk, im Inneren Brüstungspaneele, Treppen teilweise mit Staketengeländer, 1911

Die Gestaltung des Wohnhauses durch Architekturelemente des Späthistorismus und des Jugendstils bezeugen den kultivierten Anspruch und die gesellschaftliche Stellung des Bauherrn. Das Gebäude veranschaulicht so eindrücklich die Ansprüche an eine repräsentative Wohnkultur des Bürgertums zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

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Mühlkanal und Kirnau-Wehr Nähe Kapellenstraße 10
(Karte)
Zweiteiliges Wehr mit Holzwinden, Einfassungsmauern und Bogenbrücke aus Sandstein, wohl Mitte 19. Jahrhundert

Mühlkanal und Wehr stellen die letzten sichtbaren Reste des im Spätmittelalter angelegten, von der Kirnau abgeleiteten Grabensystems - bestehend aus Mühl-, Stadt-, Brunnen- und Froschgraben - zur Be- und Entwässerung des Ortes dar. Im Bereich oberhalb der Stadtmühle war das Grabensystem mit Sandsteinmauern befestigt und mit dem noch vorhandenen Wehr zur Zuflussregulierung versehen. Spätestens seit 1654 war die Stadtmühle mit dem zufließenden Mühlkanal im Besitz der städtischen Bürgerschaft. Das Wehr hatte in seiner zusätzlichen Funktion als Brücke auch die Aufgabe einer Wegeverbindung von Osten her zur Stadtmühle und erschloss die am nördlichen Ortsrand gelegenen Gärten und Wiesen. Kanal und Wehr sind wichtige Zeugnisse der vormodernen Wasserver- und -entsorgung von Osterburken.

100845425 BW

Weitere Bilder
Kath. Kapelle SS. Wendelin und Kilian Kapellenstraße 16
(Karte)
Verputzter Achteckbau mit Zeltdach, Laterne mit Glockenhaube und schlichtem Doppelkreuz, zwei Eingänge mit profilierten Rahmungen axial angelegt, in den Diagonalen hierzu vier große Rundbogenfenster, zwei Oktogonwände mit kleinem Lanzettfenster bzw. Kreisfenster (darunter im Innern der Altar), im Innern Rokoko-Altar und Muttergottes, um 1700, Kapelle errichtet als bürgerschaftliche Stiftung 1747 (i)

Die Kapelle wurde 1747 als bürgerschaftliche Stiftung unter Bischof Johann Bernhard von Würzburg auf dem Gelände eines Armenfriedhofs errichtet. Das Innere zeichnet sich durch eine feine Schablonenbemalung von 1898 sowie einen wertvollen Tabernakelaltar des Rokoko aus. Bei der Kapelle handelt es sich nicht nur um ein seltenes Beispiel eines frühneuzeitlichem Gotteshauses mit oktogonalem Grundriss, sondern auch um den einzigen barocken Neubau in Osterburken.

100843000

Weitere Bilder
Gehäuse eines Schöpfbrunnens Kapellenstraße 16
(Karte)
1601 (bez.) im Brunnenviertel an der Brunnengasse mit einem rechteckigen Becken angelegt, 1956 an den heutigen Standort transloziert und mit neuen Becken versehen, urspr. durch eine Tür abschließbare Sandsteintonne mit beiderseits ausladendem Aufsatz und Muschellünette, darin Wappen mit Mainzer Rad und Inschrift: 1601 NICKELAVS / WILT DER ZEIT ZEN / TGROF, im Bogen weitere Namen der beiden Bürgermeister und der Ratsherren, ein zweiter, rundbogiger Aufsatz modern, bez.1956 (GEEK 6960 bis 30)

Mit der Aufstellung an heutiger Stelle wird an den ersten öffentlichen Brunnen in der Brunnengasse erinnert. Die Bedeutung wird durch die Inschrift (mit Mainzer Rad) des damaligen Zentgrafen Nikolaus Wild hervorgehoben. Noch am Ende des 19. Jahrhunderts war dies der einzige Laufbrunnen neben 14 Pumpbrunnen, die sich bei den Gasthäusern, am Bahnübergang, am Bahnhof und beim Pfarrhaus befanden. Mit seiner Gestaltung in originellen Renaissanceformen ist der Brunnen ein wichtiges ortsbildprägendes Element. Zudem ist er ein Zeugnis der historischen Wasserversorgung vor Einführung der öffentlichen Wasserleitungsnetze.

100843038

Hl. Nepomuk Kapellenstraße 16
(Karte)
Lebensgroße Figur von 1728 aus rotem Sandstein auf vierkantigem Sockel mit Putto auf Wolkenkranz, farbig gefasst nach Befund, bez. 1728 (Chronogramm heute unleserlich), ursprünglicher Standort auf der nahen Brücke (Nordseite) über die Kirnau (GEEK 6960 bis 30)

Die Figur stand zunächst auf der Nordseite alten Kirnau-Brücke, seit dem Bahnbau 1867 auf der Südseite. Dies war ein für den Heiligen charakteristischer Standort, löste doch Johannes Nepomuk seit seiner Heiligsprechung 1729 den bis dato üblichen Brückenheiligen Nikolaus in dieser Funktion zunehmend ab. Die Verbindung zu Brücken erklärt sich aus dem Martyrium des Heiligen. Der Priester Johannes Nepomuk war im 14. Jahrhundert auf Befehl des böhmischen Königs Wenzel von der Prager Karlsbrücke in die Moldau geworfen und ertränkt worden war, weil er sich geweigert hatte, das Beichtgeheimnis zu lüften. Der Putto mit dem Schweigegestus und dem Palmwedel ist als Hinweis auf die Wahrung des Beichtgeheimnisses und den Märtyrertod zu verstehen. Die Figurengruppe ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten spezifisch katholischen Frömmigkeit in der Frühen Neuzeit.

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Teil der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung: Wand hinter Mühlenstraße 19 Kastellstraße 2; Marktplatz 1
(Karte)
Rückseitige Wand des Wohnhauses Kastellstraße 2, Wand hinter Turmstraße 6 (früher Hofstraße)

Die Stadtmauer, die Osterburken einst in Form eines relativ regelmäßigen Vierecks umgab, ist heute nur noch in kleinen Resten obertägig sichtbar. Diese sind ein wichtiges bauliches Zeugnis der Entwicklung der im frühen 15. Jahrhundert erstmals als Stadt bezeichneten Siedlung und damit der Stadtgeschichte von Osterburken. Der Bau der Stadtmauer geht in das ausgehende 14. Jahrhundert zurück, zuvor dürfte der Ort nur mit hölzernen Palisaden befestigt gewesen sein. Nach der Zerstörung Osterburkens durch Pfakzgraf Ruprecht II. 1380 dürften diese durch Mauern ersetzt worden sein. Die Stadtmauer diente nicht nur der Verteidigung der Stadt, sondern grenzte sie auch als eigenständigen Rechtsbezirk zum Umland ab und war sichtbarer Ausweis der Stadtrechte.

100843122 BW
Kellereigebäude Kellereistraße 6, 8/1
(Karte)
Schmaler zweigeschossiges Bau aus Fachwerk mit steilem Satteldach, auf freier Traufenseite Vorkraungen mit geschnitzten Knaggen und markante Aufschieblinge am Dachansatz, Keller zum ehemaligen Zehntspeicher gehörend, 1581 (i); Zehntspeicher, zweigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach

In seiner Funktion als Kellereigebäude mit Zehntspeicher, also als Lagerhaus für die von der Bevölkerung an die Grundherren abzuliefernden Naturalabgaben, ist der Bau ein Dokument des Abgabewesens der Feudalzeit sowie ein Zeugnis der Wirtschaftsgeschichte in Osterburken. Er zählt zu den ältesten überlieferten Profanbauten der Gemeinde und ist wichtiges Dokument des spätmittelalterlichen Fachwerkbaus.

100843182 BW
Wegkreuz Limesstraße 40
(Karte)
1858, gelber Sandstein, vierkantiger Sockel mit zweistufiger Basis und Abdeckplatte, hohes lateinisches Kreuz mit trauernder Maria und Corpus, Inschrift: (Sockel) In der Welt / werdet ihr Drangsale erleben, / aber seid getrost / ich habe die Welt überwunden. / Ioh: XVI.33. / Errichtet / im Jahre des Herrn 1858. / Benedikt Ehmann. (GEEK 6960 bis 30-006)

Das qualitätvoll ausgeführte Kreuz bezeugt durch seine anschauliche Überlieferung beispielhaft die bildhauerische Gestaltung solcher im 19. Jahrhundert vielerorts neu aufgestellten Kreuze und ist ein wichtiger Vertreter dieser Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die vom Katholizismus geprägte Region und ihre Kulturlandschaft prägen. Die Kombination des Kreuzes mit der Figur der trauernden Maria allein kommt vergleichsweise eher selten vor, in der Regel besteht eine Kreuzigungsgruppe aus Christus mit Maria und dem Jünger Johannes.

100844988 BW
Marienstatue einer Mariensäule Marktplatz 4
(Karte)
Sandstein, Maria Himmelskönigin mit Jesuskind und Szepter, auf Mondsichel stehend, 18. Jahrhundert; bis zum Abriss des alten Rathauses in einer dortigen Wandnische, jetziger achteckiger Pfeiler erstellt um 1975 (GEEK 6960 bis 30-008)

Die bis zum Abriss des alten Rathauses neben der St.-Kilianskirche in einer dortigen Wandnische angebrachte Marienstatue ist ein ausgesprochen qualitätvolles Zeugnis der Bildhauerei des 18. Jahrhunderts. Zudem belegt sie die lokale Frömmigkeit, insbesondere die hohe Marienverehrung in der gesamten Region im 17. und 18. Jahrhundert nach dem Dreißigjährigen Krieg. Als Fürsprecherin in Notzeiten nahm Maria im katholischen Glauben eine bedeutende Funktion ein.

108152260 BW
Doppelwohnhaus Mühlenstraße 21, 23
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit seitlicher Hofeinfahrt und Satteldach, das erste Obergeschoss bis zur Hofeinfahrt auf Bügen überstehend, 1711 (d); im Hof Scheune, Fachwerkbau mit Satteldach, 1849

Das von Anfang an als Doppelhaus konzipierte Gebäude stellt mit der überbreiten Auskragung eine außergewöhnliche Ausprägung des städtischen Wohnhaustyps dar und entfaltet dadurch eine eindrucksvolle Präsenz in der Gasse. Das Anwesen ist nicht nur für die Hauskunde interessant, sondern belegt zusammen mit der rückwärtigen Scheune auch das Wohnen und Wirtschaften in der Frühen Neuzeit.

100845713 BW

Weitere Bilder
Wiesenbewässerungsanlage (Kandel) in den „11 Morgen-Wiesen“ (ursprünglich zum Hofgut des Klosters Seligenthal gehörend) mit Wasserbrücke über den Rinschbach (Karte) Hölzernen Stauwehren, Gräben und Stellfallen, Wasserbrücke aus insgesamt 18 Sandsteinrinnen, von denen 13 auf Pfeilern ruhen, unter Leitung des fürstlich-leiningischen Baumeisters Friedrich Brenner anstelle eines hölzernen Aquädukts errichtet, 1834

Die einst weit verbreitete traditionelle Wiesenwässerung ist ein Element historischer Kulturlandschaften in Mitteleuropa, die ihre Höhepunkte im späten Mittelalter und zwischen dem Ende des 18. und der Mitte des 20. Jahrhunderts hatte. Um eine stark anwachsende Bevölkerung mit genügend Nahrungsmitteln zu versorgen, war die Wiesenwässerung zusammen mit den damals umfangreich durchgeführten Meliorationen der Flusstäler im 19. Jahrhundert ein von staatlicher Seite stark gefördertes Instrument. Heute sind fast alle Wiesenwässerungsgebiete bereits aufgelassen oder befinden sich in Auflassung. Die 1834 unter Leitung des fürstlich-leiningischen Baumeisters Friedrich Brenner anstelle eines hölzernen Aquädukts errichtete Wiesenbewässerungsanlage bei Schlierstadt stellt den Überrest der ersten von Mühlen unabhängigen Wässerungseinrichtungen des Baulands dar. Die landschaftsprägende Anlage dokumentiert bauliche Maßnahmen der Obrigkeit zur systematischen Ertragssteigerung bei der Heuernte und ist damit ein wichtiges Zeugnis der Kulturgeschichte.

107586693
Hofanlage Schafstraße 5
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach, verputzt, 1797 (i); Scheune, parallel zum Wohnhaus angeordneter Fachwerkbau mit Satteldach und Gewölbekeller

Die Hofanlage vermittelt ein anschauliches Bild der Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse in Osterburken im späten 18. und 19. Jahrhundert. Sie hat darüber hinaus ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

100845881 BW
Einfirsthof Schafstraße 9
(Karte)
Ehem. Schafhaus, eingeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, bergseits kleinerer Tonnenkeller, im Straßengiebel Halbrundfenster, im talseitigen Scheunenbereich z. T. Eichenholz, 1. H. 19. Jahrhundert

In dem Gebäude lebte einst der von der Dorfgemeinschaft bestellte Schäfer, der auch anderes Vieh hüten musste und in dem Haus Wohnrecht hatte. Da das Anwesen für ein reines Schäfer-Wohnhaus ungewöhnlich groß und stattlich ist, verweist es darauf, dass die Schäfersfamilie zusätzlich zu der Hütetätigkeit auch eine eine eigene Landwirtschaft betrieb. Es belegt die Wohn- und Lebensverhältnisse in der Vormoderne und hat wirtschafts- und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

100846094 BW
Nischenbildstock Nähe Schulstraße 23
(Karte)
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel, achtseitiger Schaft mit häuschenförmigem Nischenkopfteil (Monolith), Relief mit Kruzifixus, 1559 (i) (GEEK 6960 bis 30-001)

Der an der Wegkreuzung Schlierstadter Weg - Buchener Weg nordwestlich der Stadt aufgestellte Bildstock ist ein Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft um das einst zum katholischen Erzstift Kurmainz gehörende Osterburken in besonderer Weise prägen. Er gehört einer zahlenmäßig nicht sehr reich überlieferten frühen Entwicklungsphase dieser Andachtsmale.

107996923 BW
Pfarrhaus Turmstraße 2
(Karte)
Zweigeschossiger Kalksteinbau mit regelmäßiger Gliederung, gekoppelten Fenstern und Walmdach, Tür- und Fenstereinfassungen, Simse, Rundbögen im Obergeschoss und Rundbogenfries aus Sandstein, zur Turmstraße übergiebelter Mittelrisalit, 1889/90, Kleeblattkreuz über Risalitgiebel neu

Der stattliche freistehende Bau neben dem Pfarrturm an der Nordostecke der einst ummauerten Stadt wurde von Pfarrer Julius Christophel initiiert. Der wohlproportionierte Baukörper setzt sich durch eine klare Gliederung und hochwertiges Baumaterial deutlich von der damals vorherrschenden Scheunen-Bebauung in der Umgebung ab. Die Wahl der romanischen bzw. frühgotischen Formensprache für die Architekturglieder nimmt einerseits Elemente des mittelalterlichen Stadtturms auf, andererseits entspricht sie einer gewissen Vorliebe innerhalb der Stilrichtung des Historismus in der Zeit um 1900.

100846152 BW

Weitere Bilder
Stadtturm Turmstraße 2
(Karte)
Sog. Pfarrturm oder Diebsturm, Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung, Rundturm aus Bruchsteinmauerwerk mit spitzbogiger Einstiegsöffnung auf der Stadtseite, wohl im Kontext mit der Stadtmauer entstanden im 14. Jahrhundert, der untere Eingang und das durch ein Bogenfries abgesetzte historisierende Obergeschoss mit vier Fensteröffnungen und stumpfem Kegeldach ergänzt nach 1900

Die Stadtbefestigung, die Osterburken einst in Form eines relativ regelmäßigen Vierecks umgab, ist heute nur noch in kleinen Resten obertägig sichtbar. Der Bau der Stadtmauer geht in das ausgehende 14. Jahrhundert zurück, zuvor war der Ort wohl nur mit hölzernen Palisaden befestigt. Nach der Zerstörung Osterburkens durch Pfakzgraf Ruprecht II. 1380 dürften diese durch Mauern ersetzt worden sein. Der Pfarrturm verstärkte die besonders überhöhte Südostecke der Stadtmauer. Als letzter bedeutsamer Rest der Stadtbefestigung belegt er den Bürgerstolz und die Fähigkeit zur eigenen Verteidigung. Zusammen mit den erhaltenen Stadtmauerresten ist er ein wichtiges bauliches Zeugnis der Entwicklung der im frühen 15. Jahrhundert erstmals als Stadt bezeichneten Siedlung und damit der Stadtgeschichte von Osterburken.

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Weitere Bilder
Turm der kath. Pfarrkirche St. Kilian Turmstraße 11
(Karte)
16. Jh, 1731, 1845, 1971–1972 Aus hammerrechtem Bruchstein mit Eckquadern aufgeführt, 1588 (i), das obere Geschoss und die welsche Haube mit Laterne ergänzt 1731 (i), heute als Solitär in den modernen Baukomplex von 1971/72 integriert

Die katholische Pfarrkirche St. Kilian wurde in den Jahren 1970 bis 1974 nach den Plänen des Erzbischöflichen Bauamtes Heidelberg unter Manfred Schmitt-Fiebig neu errichtet. Der als Solitär vor dem Neubau stehende Turm des Vorgängerbaus von 1588 weist auf die lange Tradition des Kirchenstandortes bis in das 8. Jahrhundert hin und hat zentralen Zeugniswert für die Kirchen- und Siedlungsgeschichte von Osterburken.

Katholische Pfarrkirche St. Kilian, Turm einer Vorgängeranlage des späten 16. Jahrhunderts, Oberteil von 1731, Langhausneubau von 1845 durch modernen Neubau von 1971/72 ersetzt. Mit Ausstattungsteilen des 18. und 19. Jahrhunderts.[1][2]

100845133
Schulhaus Turmstraße 25
(Karte)
Zweigeschossiger Kalksteinbau, Walmdach mit Kranzgesims, Eckquader und Simse aus Sandstein, bossierte Quader im Sockel, schmaler Mittelrisalit mit Dachreiter über Stadtwappen mit Mainzer Rad und Eichenlaub, von Bezirksbauinspekteur Haufe errichtet, 1875 (i)

Das 1875 an der heutigen Turmstraße für 210 Schüler neu errichtete Schulhaus ist ein bauliches Zeugnis für die Entwicklung des Osterburkener Schulwesens. 1770 war ein erstes Schulhaus am Marktplatz neben der Kirche erbaut worden, 1823 erfolgte ein Volksschul-Neubau an derselben Stelle. Dieser wurde nach 1875 als Rathaus genutzt und in den 1970er-Jahren beim Bau der neuen Kirche abgebrochen. Durch die zurückhaltend aber nobel gestaltete Werksteinfassade und den aufwendigen Mittelrisalit wird deutlich zum Ausdruck gebracht, einen wie hohen Stellenwert die Zeitgenossen dem Schulunterricht und damit der Bauaufgabe „Schule“ zumaßen. Als Monument des Bürgerstolzes hebt sich der Bau durch seine Größe, die streng axiale Anordnung und hochwertiges Baumaterial deutlich von der umgebenden Wohnbebauung ab. Mit seinen historistischen Architekturelemente in Formen der Renaissance wie auch der Spätgotik sollte er als geschmackliches Erziehungsmittel sowohl für Schüler als auch Erwachsene dienen.

100846233 BW

Weitere Bilder
Denkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 Wemmershöfer Straße 5
(Karte)
Obelisk aus roh bearbeiteten Sandsteinquadern mit bekrönendem Reichsadler, auf der Vorderseite Inschriftmedaillon für Großherzog Friedrich I., auf allen vier Seiten Tafeln mit den Namen der Gefallenen, im Römerkastell oben am Hang errichtet, 1896 (i)

Als eines der zahlreichen in ganz Deutschland nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 zur Erinnerung an die Kriegsteilnehmer aufgestellten Gefallenendenkmale ist der Obelisk mit dem bekrönenden Reichadler nicht nur Ausdruck des lokalen Totengedenkens, sondern auch der ausgeprägten Affinität des 19. Jahrhunderts zum Denkmal. Es ist ein selbstbewusstes Zeichen des Nationalstolzes auch auf lokaler Ebene nach dem siegreichen Krieg gegen Frankreich. Ein weiteres Zeichen dieser stolzen Haltung ist die Platzierung an der höchsten Stelle des oberen römischen Kastells des 2. Jahrhunderts.

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Wohnhaus Bahnhofstraße 7
(Karte)
um 1900 Wohnhaus, traufständiger zweigeschossiger zweifarbiger Ziegelbau mit Satteldach über grauem Sandsteinsockel, rote Sandsteingliederungselementen und rote Ecklisenen aus Ziegelmauerwerk, an der Traufseite Zwerchgiebel, gruppierte Fenster und Balkon in der Mittelachse, originaler Hauseingang an der Giebelseite mit vorgelagerter zweiläufiger Treppe, um 1900.[3] BW
Geologisch-Paläontologisches Museum Hemsbacherstraße 24
(Karte)
Geologisch-Paläontologisches Museum im GTO. Der Grundstock des im Ganztagsgymnasium Osterburken eingerichteten naturkundlichen Museums bildet die von Karl Türschel zusammengetragene Sammlung mit Fossilien und Mineralien des Muschelkalks. Die Ausstellung zeigt unter anderem einen Stammbaum der Ceratiten (Kopffüßer), Darstellungen zur Schichtenkunde des Muschelkalks und regionale Fossilienfunde aus dem jüngsten Erdzeitalter des Quartär. Darüber hinaus wird die Entwicklung der Kopffüßer, Armfüßer, Muscheln und Schnecken anschaulich gemacht. Im Freibereich der Schule befindet sich das größte Exponat in Form eines über fünf Tonnen wiegenden Gesteinsbrocken, ein Muschelriff aus dem Oberen Muschelkalk von Jagsthausen.[4] BW
Rathaus, Heimatstube Hausdorf Marktplatz 3
(Karte)
Rathaus. Heimatstube Hausdorf. Die seit 1975 bestehende heimatkundliche Sammlung zeigt Trachten, Handarbeiten, das Modell eines Bauernhofes, Urkunden, Fotos sowie Literatur zur ehemaligen Gemeinde Hausdorf/Sudetenland.[5] BW

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Römermuseum Osterburken Römerplatz 2, Römerstraße 4
(Karte)
Römermuseum in Osterburken.[6]

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Kastell Osterburken (Karte) Kastell Osterburken

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Limes in Osterburken (Karte) Limes in Osterburken. Original erhaltene und rekonstruierte Teile. Südlich von Osterburken steht am Standort des früheren Wachturms WP 08/32 Förstlein ein 1:1 Nachbau, der besichtigt und als Aussichtsturm bestiegen werden kann.[7]

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Mühle ehemalige Mühle in Osterburken, Mühlrad, Mauerreste.

Brücke historische Brücke

Bildstock Schulstraße 33 (bei), Schlierstädter Straße
(Karte)
Bildstock
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Bofsheim

Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Bofsheim:

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Hofanlage Brückenstraße 22
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, dreigeschossiger verputzter Bau mit Mansard-Halbwalmdach Fachwerkbau mit regelmäßiger Gliederung und aufgeputzten Eckpilastern, hoher massiver Kellersockel mit Steinschiebefenstern und Kellerbogen, vorgelegte zweiläufige Sandsteintreppe, 1817 (i); Scheune, Fachwerk- und Massivbau mit Satteldach, im Torbogen 1818 (i)

Die stattlichste Hofanlage von Bofsheim wurde 1817/18 von Johann Matthias Geiger, einem der reichsten Bauern der Gegend errichtet. Das regelmäßig und symmetrisch gegliederte spätbarocke Wohnhaus mit hohem Sockelgeschoss, entsprechend dimensionierter Freitreppe und Mansarddach ist ein für dörfliche Verhältnisse außergewöhnlich repräsentativer Bau. Die Hofanlage belegt, auch wenn die die zweite Scheune, mehreren Nebengebäude (mit Backofen) und eine Göpelanlage mit Rundgang und Dreschplatz heute nicht mehr erhalten sind, die Arbeits- und Lebensumstände auf einem großbäuerlichen Anwesen in der Frühen Neuzeit.

100825631 BW

Hofanlage Kirchweg 4
(Karte)
Bestehend aus: zweigeschossiges Wohnhaus aus Fachwerk mit vorkragendem Obergeschoss und steilem Satteldach, am Eingang zweiläufige Sandsteintreppe mit Balustergeländer, am südwestlichen Eckpfosten 1761 (i), im Kern älter, freie Giebelseite oberhalb des Erdgeschosses verschiefert 1869; östlich direkt angegliedert traufseitig erschlossene Fachwerkscheune mit Satteldach und Stallteil aus Sandstein, vor 1683, später verlängert

Das Anwesen entspricht dem Typus des Streckgehöftes. Es zeigt einen charakteristischen Aufbau mit Fachwerkwohhaus und rückwärtig angebauter Scheune. Es ist ein anschaulich überliefertes Beispiel dieses ländlichen Bautyps und belegt die Arbeits- und Lebensumstände auf einem landwirtschaftlich genutzten Anwesen in früherer Zeit.

100826645
Ev. Pfarrhaus Kirchweg 12
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau unter Walmdach mit kurzem First, Erdgeschoss und Hochkeller massiv mit Ecklisenen, Obergeschoss Fachwerk, Fenster- und Türgewände im Erd- und talseitigen Kellergeschoss aus rotem Sandstein, gewölbter Keller mit rundbogigem Zugang, 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Pfarrhaus befindet sich in historisch-charakteristischer Lage nahe der Pfarrkirche und steht mit der typischen Raumaufteilung mit der Pfarrwohnung im Hauptgeschoss sowie Lagerräumen im Sockelgeschoss beispielhaft für den Typus eines Pfarrhauses auf dem Lande. Der stattliche Bau mit seinem Walmdach setzt sich dominant von der dörflichen Bebauung ab und belegt so die herausgehobene Stellung des Pfarrers innerhalb des örtlichen Sozialgefüges.

100826739 BW
Wohnhaus mit Stallung Kirchweg 15
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach in Ecklage, massives Kellergeschoss, darüber Fachwerk, über Knaggen vorkragend, giebelseitig bez. 1570, rückwärtiger Hausteil jünger

Das im 16. Jahrhundert errichtete Gebäude gehört zum ältesten Baubestand in Bofsheim. Mit dem von außen zugänglichen Keller und dem großen Speicherdach vereint es Wohnnutzung und Vorratshaltung unter einem Dach. Es verdeutlicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

100826839 BW

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Ev. Pfarrkirche Kirchweg 18
(Karte)
Saalbau mit Walmdach, Rechteckchor, westlich vorgestellter, kreisrunder Turm mit oktogonalem Glockengeschoss, Kuppeldach und Spitzhelm, im Inneren Grabstein u.a. von 1779, Fresken und Glasfenster, erbaut um 1410 (d), Erweiterung nach Osten und Turmoberteil, 1777 (i)

Eine Pfarrei Bofsheim ist seit 1333 urkundlich belegt. Nach Ausweis einer dendrochronologischen Untersuchung wurde die Kirche um 1410 als quadratische Wehrkirche erbaut, in deren bergfriedähnlichen Turm sich die Bevölkerung bei feindlichen Überfällen zurückziehen konnte. 1777 wurde das Kirchenschiff verlängert und der Turm um das achteckige Turmoberteil erhöht. Das Gotteshaus ist als ältestes überliefertes Gebäude von Bofsheim wichtiges Zeugnis der Orts- und lokalen Kirchengeschichte.

100827134
Hofanlage Rinschbachstraße 21
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger Fachwerkbau in Ecklage mit Krüppelwalmdach, im Eckständer 1776 (i); Stallscheune, verputzter Fachwerkbau mit Ziegelausfachung und Satteldach

Die Hofanlage vermittelt einen Eindruck der Wohn- und Lebensverhältnisse der bäuerlichen Bevölkerung im 18. Jahrhundert und hat siedlungs- sowie ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert für Bofsheim.

100827282 BW
Gasthaus Zum Ross Rinschbachstraße
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau, Mansarddach mit Schopfwalm, am linken Eckständer 1778 (i), erweitert 1854 (i), schmiedeeisernes Wirtshausschild

Der stattliche Barockbau des Gasthauses wurde 1778 errichtet. An seiner Stelle befand sich schon zuvor ein Gasthaus Zum Ross, dem 1728 die Schildgerechtigkeit verliehen wurde. Das in charakteristischer Lage an der zentralen Ortsdurchfahrt stehende Ross ist wichtiges Zeugnis für das Gasthauswesen und die Wirtschaftsgeschichte von Bofsheim in der Frühen Neuzeit. Zudem belegt es wie zahlreiche andere Gasthöfe bis heute den Verlauf der alten Land- und Poststraßen durch die Dörfer.

100827384 BW
Schulhaus Sindolsheimer Straße 4
(Karte)
Zweigeschossiger Kalksteinbau mit abgewinkeltem Kopfbau und Satteldach, Gliederung durch Fensterrahmungen, Keilsteine, Simse und versetzte Eckquader aus Sandstein, die Fensterreihe mit abgesetzten Bogenfeldern und die Doppelfenster markieren die Lage der Klassenräume, großer Kellertorbogen, 1878 (i)

Das Schulhaus von Bofsheim ist ein anschauliches Beispiel einer Volksschule der wilhelminischen Zeit, die unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben des badischen Innenministeriums (z. B. große, gruppierte Fenster der Klassenräume und Lehrerwohnung im Gebäude) errichtet wurde. Durch seine Größe, die streng axiale Fassadengliederung der einzelnen Baukörper und die Verwendung von hochwertigem Baumaterial hebt es sich deutlich von der umgebenden Wohnbebauung ab und dokumentiert damit, welch hoher Stellenwert dem Schulunterricht und damit der Bauaufgabe „Schule“ zugemessen wurde.

100827636 BW
Grabmal für russische Gefangene des Ersten Weltkriegs Sindolsheimer Straße
(Karte)
Sandsteinstele mit Volutenaufsatz und eisernem Bekrönungskreuz, auf der eingelassenen Tafel die Namen der fünf Verstorbenen, nach 1918

Die neugotische Grabstele aus Sandstein mit klassizistischem Volutenaufsatz und eisernem Bekrönungskreuz erinnert an fünf russische Gefangene des Ersten Weltkriegs, die in Bofsheim im Oktober 1918 verstarben. Sie ist Dokument des Totengedenkens im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg wie auch der Ortsgeschichte.

100828493 BW

Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs Nähe Sindolsheimer Straße 10
(Karte)
Durch halbrunde Mauer hinterfangene schlichte Sandsteinstele über quadratischem Grundriss, die Stele auf leichter Geländeanhebung, die drei Stufen von zwei Sandsteinkugeln flankiert, auf der Oberseite der Stele drei aufgesetzte Eisenkreuze, Vorderseite mit Reliefbüste eines Soldaten und Inschrift, auf dem Friedhof angelegt nach 1918, Erweiterung der Anlage durch 29 Tafeln auf der Mauer mit Namen der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs, nach 1945

Das auf dem Friedhof von Bofsheim errichtete Gefallenendenkmal ist nicht nur ein qualitätvolles Beispiel für die Handwerkskunst der Zwischenkriegszeit, es ist auch Dokument für die Formenvielfalt der nach dem Ersten Weltkrieg angelegten Ehrenmale. Es zeichnet sich durch seinen kulturgeschichtlich interessanten Bildinhalt aus, der im Sinne der damaligen Heldenideologie die Pflichterfüllung über das persönliche Schicksal stellt. Das Denkmal ist ein wichtiges Dokument des Totengedenkens im Zusammenhang mit den beiden Weltkriegen wie auch der Ortsgeschichte.

108014978
Wasserhochbehälter Waldstraße 16
(Karte)
Quadratischer Bau aus Kalksandsteinquadern, Ecklisenen, Sims und barockisierendes Ohrenportal aus Sandstein, 1914 (i)

Der Hochbehälter ist ein Zeugnis der Einrichtung einer modernen Wasserversorgung in Bofsheim im frühen 20. Jahrhundert. Jenseits seiner Funktion wurde das Eingangsbauwerk als Staffage in der Kulturlandschaft in neubarockem Stil errichtet, wobei die Gestaltung der Bedeutung entspricht, die die erstmals gesicherten, gleichmäßigen Versorgung kommunalen Wasserversorgung zugemessen wurde.

108033835 BW
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Hemsbach

Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Hemsbach:

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Tafelbildstock Mauritiusstraße 5
(Karte)
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Abdeckplatte, Säule mit Fuß, umrankte Tafel mit Abschlusskreuz, heiliger Wendelin und zwei Schafe, bez. auf barockem Sockel 1741 (Inschrift sonst unleserlich) (GEEK 6960 bis 32-003)

Der in direkter Sichtbeziehung zur Mauritius-Kirche stehende Bildstock ist ein Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft um das einst zum katholischen Erzstift Kurmainz gehörende Osterburken in besonderer Weise prägen. Er zeigt im Relief die Figur des Hl. Wendelin - des Schutzpatrons der Hirten und Bauern - die zu den beliebten Darstellungen an Bildstöcken des 18. Jahrhunderts in der Region zählt.

100834720 BW

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Kath. Kirche St. Mauritius kleiner Mauritiusstraße 6
(Karte)
Verputzter Saalbau mit Satteldach, nordöstlich vorgestellter Chorturm mit Eckquadern und Pyramidendach, hölzerner Außenzugang zur Westempore, im Chor und Langhaus Fresken des 14./15. Jahrhunderts, mit Innenausstattung, u.a. Muttergottesfigur aus Terracotta um 1445, Wandtabernakel Ende 15. Jahrhundert, zwei Seitenaltäre und Kanzel um 1760, Turm im Kern 12. Jahrhundert, Sakristeianbau und Langhaus 14. Jahrhundert, am Westportal (1611), Fachwerkobergeschoss des Turms 17. Jahrhundert; Kirchhof und Umfassungsmauer

Mit dem im Kern romanischen Chorturm ist die Mauritiuskirche eines der ältesten Kirchenbauwerke der Region. Eine erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1281. Obwohl die Kirche dem hl. Mauritius geweiht ist, wurden hier auch die „Drei Jungfrauen“ verehrt, die vor allem bei Seuchen und bei Rückenschmerzen als Fürbitter angerufen wurden. Im 14. Jahrhundert avancierte Hemsbach nach einer überwundener Pestepidemie zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Auf einem 1594 erwähnten Altar der „Drei Jungfrauen“ sollen sich drei Statuen befunden haben, die in Kleider aus Kattun gewandet waren. Im 17. Jahrhundert bezeichnete ein Pfarrer Link die Wallfahrt nach Hemsbach als die berühmteste weit und breit vor dem Aufkommen der Wallfahrt zum Blutwunder von Walldürn. Nachdem Wallfahrten im Großherzogtum Baden im 19. Jahrhundert verboten worden waren, gingen die Jungfrauenstatuen verloren. Erhalten haben sich hingegen bedeutende Wandmalereien des 14. und 15. Jahrhunderts, die als „Armenbibel“ Szenen aus dem Alten und Neuen Testament darstellten. Eine vermutlich um 1350 entstandene Darstellung der Schöpfungsgeschichte erstreckt sich vom Chorbogen aus über die gesamte rechte Wand des Kirchenschiffs. Weitere Malereien zeigen Szenen aus dem neuen Testament, u. a. die Anbetung der Hirten, die Flucht nach Ägypten, den Einzug in Jerusalem, das letzte Abendmahl, den Judaskuss sowie eine Krönung Mariens und das Weltgericht. Die Mauritiuskirche ist ein anschauliches Beispiel einer mittelalterlichen Wallfahrtskirche mit bedeutender Ausstattung und hat neben ihrem kunstgeschichtlichen Wert zentralen dokumentarischen Charakter für die Hemsbacher Kirchengeschichte.

St.-Mauritius-Kirche Hemsbach. Ehemalige Wallfahrtskirche, die bereits 1281 erstmals urkundlich erwähnt wurde. In der denkmalgeschützten Kirche sind Wandmalereien aus dem 14. und 15. Jahrhundert erhalten.[8]

100834897
Mariensäule Mauritiusstraße
(Karte)
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel, sich nach oben verjüngende Säule, Maria Himmelskönigin mit Jesuskind, 18. Jahrhundert

Der in direkter Sichtbeziehung zur Mauritius-Kirche stehende Bildstock ist ein Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft um das einst zum katholischen Erzstift Kurmainz gehörende Osterburken in besonderer Weise prägen. Bemerkenswert ist die außergewöhnliche Interpretation einer Mariensäule in einer für die Zeit des Barock ungewöhnlich archaischen Form.

100858227 BW
Kreuzdachbildstock Osterburkener Straße 2
(Karte)
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel, vierkantiger Schaft in oberer Hälfte abgefast, Aufsatz mit Kreuzdach und Bekrönungskreuz, 16. Jahrhundert, in Nische eingestellte Pietà von 1988 (GEEK 6960 bis 32-001)

Der im Osten von Hemsbach aufgestellte Bildstock ist ein Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in der einst überwiegend zum katholischen Erzstift Kurmainz gehörenden Region in besonderer Weise prägen. Er besitzt durch sein außergewöhnlich hohes Alter einen gewissen Seltenheitswert, wenn auch die Pietà in der Nische eine Zutat der 1980er-Jahre darstellt.

100835843 BW
Güterhalle des großherzoglich-badischen Bahnhofs Adelsheim-Nord in Seckach-Zimmern Osterburkener Straße 34
(Karte)
Verschalte Holzkonstruktion mit Zierelementen z. T. im Schweizerhausstil, flach geneigtes Satteldach mit weitem Überstand (Teil der Sachgesamtheit Bahnhof Adelsheim-Nord in Seckach-Zimmern, Osterburkender Straße 1, Flstnr. 813) 100836226 BW
Großherzoglich badischer Bahnhof Adelsheim-Nord an der am 25. 8. 1866 eröffneten Teilstrecke der Odenwaldbahn von Mosbach nach Osterburken Osterburkener Straße 1, 34, 39
(Karte)
Sog. Badischer Bahnhof, bestehend aus Empfangsgebäude, zugehörigen Nebengebäuden in Holzbauweise auf Hemsbacher Gemarkung der Gemeinde Osterburken, Güterhalle Osterburkener Straße 34 (Flstnr. 2422) und Nebengebäude Osterburkener Straße 39 (Flstnr. 2419/2) (Sachgesamtheit) 104314939 BW
Wegkreuz (Karte) 1922, roter Sandstein, vierkantiger gestufter Sockel, Schaftfuß und Kreuzenden ausgeformt und Kanten betont, Inschrift: (Sockel) Es ist vollbracht, / Vater in deine Hände / empfehle ich meinen / Geist! / Errichtet von Heh. Hauck / =und seiner Ehefrau= / 1922 (GEEK 6960 bis 33-004)

Das Wegkreuz zeichnet sich durch eine in der Region singuläre künstlerische Ausformung mit ausgeformten und erhaben betonten Kreuzenden aus. Es ist ein anschaulich überliefertes Zeugnis der in ländlichen katholischen Gebieten weit verbreiteten Tradition Wegekreuze aufzustellen und somit ein Dokument der Frömmigkeit.

100846248 BW
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Schlierstadt

Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Schlierstadt (mit dem Dorf Schlierstadt und dem Gehöft Seligental, auch Selgental):

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Tafelbildstock Am Krummebach 2
(Karte)
1708, gelber und roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Basis und Abdeckplatte, sich nach oben verjüngende Säule mit Basis, Schaft und Kapitell, Relieftafelaufsatz mit aufgebogener Bedachung, in Kreismedaillon Kreuzigungsszene, Rückseite unbearbeitet, Inschrift: (Sockel) IOHAN / EBEL VON / SCHLIERST / AT 1708 (GEEK 6960 bis 33-002)

Der Bildstock ist ein Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft um das einst zum katholischen Erzstift Kurmainz gehörende Osterburken in besonderer Weise prägen. Bei diesem Exemplar handelt es sich um ein Zeugnis lokaler Frömmigkeit von überdurchschnittlicher bildhauerischer Qualität, dessen Reliefdarstellung - eine Kreuzigungsgruppe - inhaltlich zu einem der am häufigsten vertretenen Motive zählt.

100850651 BW
Tafelbildstock Birkenhöhe 1
(Karte)
Roter Sandstein und Kunststein, Pietà und Hl. Wendelin, Anfang 19. Jahrhundert (GEEK 6960 bis 33-011)

Der Bildstock ist ein bildlicher Ausdruck der Frömmigkeit und ein charakteristischer Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in katholischen Gebieten in besonderer Weise prägen.

100865828 BW
Backhaus Geisbergstraße 1/1
(Karte)
Eingeschossiger Bau aus groben Kalksteinquadern, versetzte Eckquaderung und Tür- und Fenstereinfassungen aus rotem Sandstein, flaches, weit überstehendes Satteldach mit Verzierungen, Ende 19. Jahrhundert

Das Backhaus ist ein anschaulich erhaltener Vertreter eines insbesondere im 19. Jahrhundert verbreiteten Bautyps, als obrigkeitliche Verordnungen aus Gründen des Brandschutzes offene Feuerstätten in baulichem Zusammenhang mit Wohnhäusern untersagten. In charakteristischer Weise wurde das Backhaus als feuerfester Massivbau am Ortsrand mit Sicherheitsabstand zur übrigen Dorfbebauung errichtet. Die verhältnismäßig aufwendige Gestaltung mit Materialwechsel und Eckquaderung sowie Dachverzierung im Schweizerhausstil zeichnen es als öffentlichen Funktionsbau aus.

100851994 BW
Hofanlage Geisbergstraße 10
(Karte)
Bestehend aus: eingeschossiges giebelständiges Wohnhaus, verputzt, hohes steiles Satteldach;, kleine traufständige Fachwerkscheune auf hohem Steinsockel; Stall in Fachwerk, 17. Jahrhundert

Das anschaulich überlieferte Anwesen gehört zu den ältesten erhaltenen Bauten in Schlierstadt. Das ungewöhnlich kleines Grundstück und die kleine Ökonomie legen eine Nutzung als Tagelöhnerhaus nahe. Die Bewohner gehörten wohl einst der weitgehend landlosen bäuerlichen Unterschicht an, die ihren Lebensunterhalt im Wesentlichen durch Tagelöhnerarbeit verdiente und allenfalls wenig (Klein-)Vieh besaß. Damit ist die Hofanlage ein wichtiges Zeugnis der Sozial- und Ortsbaugeschichte.

100852131 BW

Altarbildstock (Heiligenhäuschen) Geisbergstraße 17
(Karte)
Verputzt, Sockel mit Basis und Abdeckplatte, Häuschen mit Satteldach, Darstellung Herz Mariens, zwei flankierend gepflanzte Linden, 18. oder 19. Jahrhundert (GEEK 6960 bis 33-015)

Der an einer markanten Weggabelung aufgestellte und von zwei Linden malerisch gerahmte Bildstock ist ein Dokument der Frömmigkeit und ein wichtiger Vertreter dieser Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die vom Katholizismus geprägte Region und ihre Kulturlandschaft prägen.

100852215
Grenzstein entlang der Grenze Schlierstadt - Fürstlich Leiningenscher Wald Geisbergstraße
(Karte)
Flache Rotsandsteinstele, auf der abgerundeten Kopffläche Rille des Grenzverlaufs, auf der dem Ortskern zugewandten Seite das Mainzer Rad und Jahreszahl 1747

Schlierstadt gehörte in der Mitte des 18. Jahrhunderts zum Erzstift Mainz. Der Stein veranschaulicht den historischen Grenzverlaufs auf der örtlichen Gemarkung. Als charakteristische Vertreter dieser ortsgebundenen Rechtsurkunden, die geschichtliche Herrschaftsgrenzen dokumentierten, sind Grenzsteine wichtige Zeugnisse der Regionalgeschichte.

100851946 BW
Pfarrhof Kirchstraße 6
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiges verputztes Pfarrhaus mit Satteldach und regelmäßiger Gliederung, im Giebel Thermenfenster; quer gestellte Scheune aus Fachwerk; Remise aus Fachwerk mit Satteldach; Hof- und Gartenfläche sowie teilweiser Ummauerung, frühes 19. Jahrhundert

Das stattliche Anwesen befindet sich in historisch-charakteristischer Lage neben der Pfarrkirche und ist ortsbildprägender Bestandteil der Bebauung im alten Ortskern von Schlierstadt. Das Pfarrhaus entspricht durch eine schlichte, regelmäßige Fassadengliederung und das Thermenfenster im Giebel dem Stilempfinden des Klassizismus zur Zeit der Erbauung Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Scheune ist ein charakteristischer Bestandteil eines Pfarrhofs, wurden doch hier die Naturalien als Teil der Besoldung der Pfarrstelle gelagert.

100856381 BW

Schulhaus Hauptstraße 29
(Karte)
1923 Dreigeschossiger Massivbau unter Walmdach, Putzfassade mit kolossaler Pilastergliederung und übergiebelter Mittelachse, von Segmentbogengiebel bekröntes Portal, Sockel aus bossiertem Muschelkalkstein, zweiarmige Freitreppe, 1923

Bei dem Schulhaus an der Hauptstraße handelt es sich um den ersten eigenständigen Schulhausbau in Schlierstadt. In seiner axialsymmetrischen Gestaltung und im Grundriss knüpft der Bau an die Schulhausneubauten des 19. Jahrhunderts an. Der monumentale und repräsentative Bau ist in der Art eines ländlichen Herrensitzes mit an spätbarocke bzw. klassizistische Vorbilder angelehnten Formen gestaltet. Er atmet den Geist der Heimatstilbewegung nach dem Ersten Weltkrieg, die als Ideal die Architektur vor dem Einsetzen der Industrialisierung ansah. Daneben forderte diese Bewegung eine Rückbesinnung auf regionale Bautraditionen und eine klare, wenige überladene Ornamentik als im Historismus.

Ehemaliges Schulhaus, heute Kindergarten, dreigeschossiger Sandsteinputzbau, übergiebelter Mittelteil mit Aufgangstreppe, errichtet 1923.[9]

100852508

Tafelbildstock Heckenstraße 2
(Karte)
Grüner Sandstein, vierkantiger Sockel mit Basis und Abdeckplatte, Pfeiler mit Fuß und Kapitell, Relieftafelaufsatz mit Spitzbogen und Fialen, Vorderseite 14 Nothelfer, Rückseite Pietà, auf dem Sockel christliche Tugenden, Inschrift: (Sockel vorne) Große Helfer in der Noth / Steht mir bei bis in den Tod / Reicht mit eure Gnadenhände / Wan in, 2. Hälfte 19. Jahrhundert (GEEK 6960 bis 33-013)

Der Bildstock ist ein Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft im ehemaligen Erzstift Kurmainz in besonderer Weise prägen. Bei diesem Exemplar handelt es sich um ein qualitätvolles Beispiel des 19. Jahrhunderts, dessen Reliefdarstellungen - das von den 14 Nothelfern umgebene Jesuskind sowie eine Pietà - zu den besonders beliebten Darstellungen zählten.

100852540
Wegweiserstein Heckenstraße 28
(Karte)
Konisch verjüngte Sandsteinstele über quadratischem Grundriss mit stumpfpyramidalem Abschluss, auf den Stirnflächen Zeitangaben: „nach Osterburken 1 Stunde, nach Hemsbach 1 Stunde“, wohl 19. Jahrhundert (GEEK 6960 bis 30)

Der Wegweiser ist ein Zeugnis der systematischen Verkehrserschließung in der Peripherie des Großherzogtums Baden, die mit der Ausstattung der Straßen mit Wege- und Entfernungszeichen verbunden war. Bis zur Einführung des metrischen Maßes 1872 war die Wegstunde z. B. in Baden ein übliches Längenmaß.

107841915 BW

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Seligentaler Hof Hof Seligental 1, 2, 4, 5
(Karte)
1236 Ehem. Zisterzienserinnenkloster Seligental, von Konrad von Dürrn gegründet 1236, infolge der Reformation aufgehoben 1568, als Hofgut weiterbetrieben, Kirche profaniert 1788 und abgebrochen 1924, bestehend aus:
  • Ostflügel der Klausurgebäude, ehem. Dormentgebäude mit Kapitelsaal, eingeschossiger Massivbau mit Satteldach, 13. Jahrhundert, Kapelle/Sakristei mit reicher Architekturausmalung 1594 (i);
  • Westflügel, ehem. Äbtissinnenbau, Obergeschoss teilweise Fachwerk, Satteldach, 1581 (i);
  • von einer Mauer umgrenzter Wirtschaftshof;
  • außerhalb des ehem. Klostergevierts Zehntscheune, Massivbau mit Satteldach, 1625 (i), darin Grabsteine;
  • Rundturm, ohne Dach, angrenzend Tor mit Zugbrückenrahmen;
  • Holzlege, Obergeschoss Fachwerk, Satteldach, 1725 (d)

Das Frauenkloster Seligental wurde 1236 durch Konrad von Dürn gegründet. Die Nonnen lebten nach der Zisterzienserregel. Mitte des 15. Jahrhunderts begannen wirtschaftliche Schwierigkeiten, die sich in den folgenden Jahrzehnten und besonders während der Reformationszeit fortsetzten. 1552 wurde die Anlage in der Fehde zwischen dem Erzstift Mainz und Markgraf Albrecht von Brandenburg schwer in Mitleidenschaft gezoen. Nach der Aufhebung im Zuge der Einführung der Reformation 1568 ging der Klosterbesitz an Kurmainz über und wurde fortan als Hofgut betrieben. Die nicht mehr benutzte baufällige Kirche wurde 1788 profaniert und als Stall und Scheune genutzt, bis sie 1924 abbrannte. Nachdem das Hofgut 1803 im Zuge der Säkularisation zunächst an die Fürsten von Leiningen gekommen war, wurde es 1934 aufgeteilt und an drei Landwirte verkauft. 1995 erwarb die Stadt Osterburken einen Teil der historischen Gebäude. Kloster Seligental ist nicht nur eines der ältesten Bauwerke, sondern auch das einzige romanische Klostergebäude im Neckar-Odenwald-Kreis. Da in ganz Baden-Württemberg nur wenige bauliche Zeugnisse der einst rund 20 Zisterzienserinnenklöster überliefert sind, kommt Kloster Seligental eine besondere Bedeutung zu. Es zeichnet sich durch einige architektonische Besonderheiten sowie durch künstlerisch qualitätvolle Details aus, etwa figurale und ornamentale Malereien. An den erhaltenen Resten ist die über 700 Jahre währende Geschichte des Ortes bis heute ablesbar.

Kloster Seligental, auch Seligentaler Hof, ehem. Zisterzienserinnenkloster Seligental, 1236 von Konrad von Dürrn gegründet, 1568 infolge der Reformation aufgehoben und als Hofgut weiterbetrieben, die Kirche erst 1788 profaniert, heute nicht mehr vorhanden, von den Klausurgebäuden der Ostflügel, ehem. Dormentgebäude mit Kapitelsaal, und Westflügel, ehem. Äbtissinenbau, heute Wohnhaus erhalten, im von einer Mauer umgrenzten Wirtschaftshof Zehntscheune von 1625, Holzlege und Rundturm, mittelalterliche Grabsteine in der Scheune(Sachgesamtheit mit barockem Kruzifix).[10]

Die Begrenzung der „zweimal gebrochenen Weid“ des Klosters Seligental wurde durch Steinkreuze mit dem Symbol einer Schäferschippe im Kopfteil angezeigt. Von diesen Steinkreuzen standen in den 1930er Jahren noch sechs Exemplare. Das letzte dieser Kreuze wurde vor dem Untergang gerettet, indem es bei der St. Sebastian Kirche in Seckach aufgestellt wurde.[11]

100855118
Wegkreuz Nähe Hof Seligental 2
(Karte)
Roter Sandstein, hohe Bodenplatte, vierkantiger Sockel mit Wappen und figürlichen Reliefs, lateinisches Kreuz mit Fuß und Korpus als Hochrelief, Kreuzestitel, Anfang 18. Jahrhundert (GEEK 6960 bis 33-006)

Das Kreuz stammt wahrscheinlich vom ehemaligen Friedhof des Klosters Seligental, wo es vermutlich als Friedhofskreuz gedient hatte. Diese sind charakteristische Ausstattungsstücke historischer Friedhofsanlagen. Sie gemahnen nicht nur an die Vergänglichkeit, sondern auch an die Auferstehung von den Toten, die den Gläubigen nach christlicher Auffassung durch den Kreuzestod ermöglicht wurde. Das Kreuz ist damit bildlicher Ausdruck gelebter Frömmigkeit und der Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod.

100855203 BW
Gedenkkreuz Nähe Hof Seligental 2
(Karte)
Sandstein, Tafel in Kleeblattform mit Voluten am Fuß, Inschrift, Wappen, 1622 (i)

Das Gedenkkreuz erinnert an den Schafhirten Johann Walter Mosbach, der laut Inschrift am 28.10.1622 ermordet wurde, als er versuchte, den Diebstahl seiner Schafe auf dem Waidacher Hof zu verhindern. Es gehört zu einer aus den mittelalterlichen Sühnekreuzen weiterentwickelten Denkmalgattung. Waren die Sühnekreuze Teil der nach mittelalterlicher Rechtsauffassung nach einem Todschlag zu leistenden Bußleistungen, wurden Gedenkkreuze aufgestellt, um die Vorübergehenden zum Gebet für den Verstorbenen anzuleiten, der ohne die Sterbesakramente empfangen zu können, zu Tode kam.

100855571 BW

Weitere Bilder
Kath. Pfarrkirche St. Gangolf mit Kirchhof (aufgelassen) samt Friedhofskreuz Kirchstraße 5
(Karte)
Zwei Grabkreuzen, Einfriedungsmauer und Treppenanlage (Sachgesamtheit) [rot]

St. Gangolf, historisches Kirchengebäude, im Kern aus dem 18. Jahrhundert. Eine Kirche an jener Stelle ist bereits aus der Zeit um 1100 belegt.[12]

107923123

Heiligblut-Bildstock Kirchstraße 5
(Karte)
Am Sockel bez. 1742, Sandstein, vierkantiger Sockel mit Basis und Abdeckplatte, sich leicht verjüngende Säule mit Fuß und Kapitell erneuert, ebenso Tafelaufsatz mit aufgebogenem Simsabschluss, Relief: Heilig Blut, Gnadenbild von Walldürn, auf unbearbeiteter Rückseite bez. 1949, Inschrift: (Sockel) ANNO 1742 / HAT STEPHAN KOLB / VND MARGARETA / SEINE HAVSFRAV DIE / SEN BILDSTOCK AVF / RICHTEN LASSEN (GEEK 6960 bis 33-007)

Der Bildstock ist ein Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft um der einst überwiegend zum katholischen Erzstift Kurmainz gehörende Region in besonderer Weise prägen. Das Relief stellt das in der Basilika St. Georg in Walldürn verehrte Korporale, eine mittelalterliche Altardecke mit dem Bild des Gekreuzigten, dar. Im Jahr 1330 stieß der Walldürner Priester Heinrich Otto aus Unachtsamkeit den bereits konsekrierten Messkelch um. Der vergossene Wein nahm auf dem Tuch die Gestalt des Gekreuzigten und elf einzelner Häupter Christi mit Dornenkrone an. Nachdem der erschrockene Priester das Tuch 50 Jahre hinter einem Stein des Altars versteckt gehalten hatte, erleichterte er auf dem Sterbebett sein Gewissen. Nachdem das Leinentuch an der von ihm genannten Stelle gefunden wurde, erlangte das wundersame Blutbild eine große Bekanntheit und Verehrung, sodass Walldürn seit dem 15. Jahrhundert zu einem beliebten Wallfahrtsort avancierte.

100856164

Denkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 Kirchstraße 20
(Karte)
Sandstein, vierkantiger Sockel mit Volutenaufsatz, darin ein Porträtmedaillon des Großherzogs Friedrich I., Obelisk mit bekrönendem flügelschwingendem Adler auf einer Kugel, im Sockel eingelassene Inschriftplatten, teils aus Marmor, mit den Namen der Gefallenen, 1898 (i)

Das in prominenter Lage in der Dorfmitte aufgestellte Denkmal ist eines der zahlreichen in ganz Deutschland zur Erinnerung an die Teilnehmer des siegreich beendeten Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 aufgestellten Gefallenendenkmale. Neben seiner ortsgeschichtlichen Bedeutung ist es auch Ausdruck der ausgeprägten Affinität der Entstehungszeit zu Denkmälern im öffentlichen Raum. Mit dem in zeittypisch historisierenden Formen mit beherrschendem Reichsadler auf der Weltkugel als Siegessymbol gestalteten Denkmal wurde nicht nur der Toten gedacht, sondern auch einem für die damaligen Menschen herausragenden Ereignis, das die deutsche Einigung unter preußischer Führung gebracht hatte.

100861414
Hofanlage Kirchstraße 41
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, eingeschossiger verputzter Fachwerkbau auf Hochkeller mit Satteldach, Scheune mit Stallteil firstparallel zur Straße (mit Scheune von Nr. 43 zusammengebaut), 18. Jahrhundert; umgrenzter Garten

Das Anwesen stellt ein besonders anschauliches Beispiel eines Zweiseithofs mit Wohnhaus und über Eck gestellter Scheune mit Stallteil dar. Es belegt die landwirtschaftliche Prägung von Schlierstadt in vergangenen Zeiten und ist ein Zeugnis der Wirtschafts- und Ortsbaugeschichte.

100856977 BW

Tafelbildstock Oberlandstraße bei 8
(Karte)
1721 aus rotem Sandstein gefertigt, vierkantiger Sockel mit Abschlussplatte, viereckiger Pfeiler mit Basis und schlichtem Kapitell, reicher Tafelaufsatz, darin Darstellung der Hl. Familie flankiert von Engeln und Seraphimen, am Schaftfuß Relief mit Darstellung einer Mordtat (Aufstellungsgrund), Inschriften: (Sockel) Dissen Biltstock / hatt Mathias / Bischoff Gott / zu Ehrn auff / richten lasen / 1721, (Schaft) Michel / Bischoff / mit eine / Flinden / erschosen / worden, (Tafelaufsatz) Jesus Maria Joseph / sey mir genädig (GEEK 6960 bis 33-003)

Tafelbildstock, roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Abschlussplatte, viereckiger Pfeiler mit Basis und schlichtem Kapitell, reicher Tafelaufsatz, darin Darstellung der Hl. Familie flankiert von Engeln und Seraphimen, am Schaftfuß Relief mit Darstellung einer Mordtat, 1721

100860983
Wegweiserstein Rathausstraße 6/1
(Karte)
Konisch verjüngter Sandsteinstumpf über quadratischen Grundriss, pyramidaler Abschluss, Vorderseite beschriftet mit Zeitangaben: „nach Zimmern ¾ Stunde, nach Adelsheim 1 ½ Stunde“, wohl 19. Jahrhundert (GEEK 6960 bis 33)

Der Wegweiser ist ein Zeugnis der systematischen Verkehrserschließung in der Peripherie des Großherzogtums Baden, die mit der Ausstattung der Straßen mit Wege- und Entfernungszeichen verbunden war. Bis zur Einführung des metrischen Maßes 1872 war die Wegstunde z. B. in Baden ein übliches Längenmaß.

100861507 BW

Tafelbildstock Rathausstraße
(Karte)
Mitte 18. Jh. aus rotem Sandstein gefertigt, auf einem vierkantigen Sockel mit Inschriftenfront ein hoher Pfeiler mit Basis und schlichtem Kapitell, auf dem relieferten Tafelaufsatz Relieftafelaufsatz Kruzifix mit Arma Christi, Rückseite unbearbeitet, bekrönt von einem eisernen Kreuz, Inschrift: (Sockel) DIESES BILD / HAT GOTT ZU EHREN / AUFRICHTENLASEN / IOHANESGRAMLICH / UND SEINE EHEFRAU / MARJA (--) / DEN 3. AUG ANO (--) (GEEK 6960 bis 33-008)

Der Bildstock ist ein Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in der einst überwiegend zum katholischen Erzstift Kurmainz gehörende Region in besonderer Weise prägen. Das Bildmotiv der Reliefdarstellung stellt als eine ikonographische interessante Variante eine Kombination aus Kruzifix und Arma-Christi-Kreuz mit zwei seitlichen Engelsköpfen dar.

100861546
Hochkreuz Nähe Sonnhalde 20
(Karte)
Muschelkalksteinmasse (Kunststein), lateinisches Kreuz mit Korpus Christi als Weltenherrscher, vermutlich als Friedhofskreuz errichtet, 1938 (i)

Friedhofskreuze wie dieses sind, unabhängig von der konfessionellen Prägung der Gemeinde, charakteristische Ausstattungsstücke historischer Friedhofsanlagen. Sie gemahnen nicht nur an die Vergänglichkeit, sondern vor allem an den Tag der Auferstehung, die nach christlicher Auffassung durch den Kreuzestod und die folgende Auferstehung Jesu von den Toten ermöglicht wurde. Während zumeist das Leiden des Gekreuzigten thematisiert wird, ist die Ikonographie als Weltenherrscher - Christus ist hier in einem triumphaler Duktus mit Krone und waagerecht ausgebreiteten Armen dargestellt - eher ungewöhnlich.

100861360 BW

Weitere Bilder
Kapelle Steige
(Karte)
Kleiner Kalksteinbau mit Satteldach, an Giebelseite als Vordach überstehend, am spitzbogigen Portal 1885 (i), in apsidialer Nische Skulptur Maria Himmelskönigin (GEEK 6960 bis 33-014)

Die nordöstlich von Schlierstadt in der Flur stehende Kapelle ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und architektonisch wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Sie ist wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft in der katholisch geprägten Region.

100863490
Wegkreuz (Karte) 18. Jh., Buntsandstein, viereckiger Betonsockel auf Sandsteinplatte, Corpus als Flachrelief auf lateinischem Kreuz, Inschrift: (Sandsteinplatte im Sockel) Dies Bild hat zur Ehr gottes / Renovieren laßen Frantz Bartel Link / u. Fronica seine ehlich Hausfrau v. / Schlierstadt 1837 (GEEK 6960 bis 33-005)

Das westlich von Schlierstadt in der Feldflur stehende Kreuz ist ein sprechendes Zeugnis der in katholischen Gebieten weit verbreiteten Tradition des Wegkreuzes als Ausdruck der Frömmigkeit. Es ist in einer regional selten vertretener Form des Hochreliefs auf einem Hochkreuz gestaltet.

101490348 BW
Kruzifix (Karte) Im 16./17. Jh. aus hellem Sandstein gefertigt (GEEK 6960 bis 33-001) 100863045 BW
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Nicht in Denkmaldatenbank enthalten:

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

Wegkreuz Heckenstraße 28 (nach)
(Karte)
Wegkreuz
Wegkreuz Obere Talstraße
(Karte)
Wegkreuz BW

Mosaikstandbild des Hl. Gangolf Tannenwäldle Standbild mit Mosaik des heiligen Gangolf. Ursprünglich war dieses Mosaik über dem Portal der Pfarrkirche St. Gangolf angebracht. In den 1970er Jahren wurde es am jetzigen Standort ausgestellt. Es dient heute als Altar bei der jährlichen Gangolfsprozession im Mai.
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Anmerkungen

  1. Diese Liste entspricht möglicherweise nicht dem aktuellen Stand der offiziellen Denkmalliste. Diese kann über die zuständigen Behörden eingesehen werden. Daher garantiert das Vorhandensein oder Fehlen eines Bauwerks oder Ensembles in dieser Liste nicht, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein eingetragenes Denkmal ist oder nicht. Eine verbindliche Auskunft erteilt das Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg.

Siehe auch

Commons: Kulturdenkmale in Osterburken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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