Liste der Kulturdenkmale in Ravenstein
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In der Liste der Kulturdenkmale in Ravenstein sind die Kulturdenkmale der Stadt Ravenstein im Neckar-Odenwald-Kreis in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
- Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Ballenberg
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Verglaste Wandnische mit Jesusfigur | Alemannenweg 1 (Karte) |
Typus des Kreuzschleppers aus Ton , über dem Eingang eines Wohnhauses, 19. Jahrhundert
Der Kreuzschlepper, eine Darstellungsform Jesu, der das Kreuz zum berge Golgatha trägt und unter der Last zusammenbricht, findet sich selten als Hausfigur wie hier, sondern überwiegend als Großskulptur an Straßen. Die aus Ton gearbeitete Skulptur ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität im überwiegend katholisch geprägten Ballenberg. |
100872847 | ||
Weitere Bilder |
Pfarrkirchenkomplex St. Johannes Baptist | Bischof-Gerlach-Straße 1 (Karte) |
Bestehend aus:
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103117949 ( | |
| Kath. Pfarrhaus | Bischof-Gerlach-Straße 3 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau unter Mansardwalmdach, Kalksteinsockel, Fassaden mit Putzgliederung und Sandsteingewänden, Dachgesims mit Hohlkehle, Zwerchhaus mit Schweifgiebel, im Gebäudewinkel Eingang mit Freitreppe, 1912 (a); nach Süden terrassierter Pfarrgarten mit Einfriedung
Das Pfarrhaus ist zusammen mit der katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist, dem Kirchhof, dem Frühmesserhaus und der Laurentiuskapelle geistlicher Kristallisationspunkt der bis ins 20. Jahrhundert hinein rein katholisch geprägten Stadt. Das villenartige Gebäude ersetzte 1910 den frühneuzeitlichen Vorgängerbau und ist mit seinen Putzfassaden, den zurückhaltend neubarocken Gliederungselementen und seiner charakteristischen Kubatur beispielhaft für den Einfluss der Reformarchitektur auf das Bauen im frühen 20. Jahrhundert. |
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| Sog. Falkenberger Haus | Bischof-Gerlach-Straße 8 (Karte) |
Wohn- und Amtsgebäude des Zehntschultheißen, stattliches, dreigeschossiges Giebelhaus, Erdgeschoss und 1. Obergeschoss massiv mit dekorativer Rustikabemalung, 2. Obergeschoss und Giebel aus Fachwerk mit zeittypischen Zierformenn u. a. geschweifte Andreaskreuze und Streben, profiliertes Rundbogenportal mit Wappenschlussstein, zur Talseite massives Kellergeschoss, im Innern Wendeltreppe aus Sandstein in älterem Mauerturm der Stadtbefestigung, errichtet 1598 (i); parallel angeordnete Fachwerkscheune unter Satteldach, zur Talseite massives Kellergeschoss, an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet für Stadtschreiber Götzinger, 1857 (i), zur Kirche hin erweitert, 1911 (i)
Das ungemein stattliche Gebäude, das die Fernansicht von Ballenberg bestimmt und sich auf dem Burg- und Kirchneger auf der Stadtmauer erhebt, steht im alten Herrschaftszentrum des Ortes, eventuell im einstigen Burgareal. Der gewaltige Bau markiert zumindest die Herrschaftstradition am Ort, saßen hier doch als Vertreter des Landesherrn die Zehntschultheißen. Entsprechend seiner Funktion wurde der Bau repräsentativ ausgestaltet. Erd- und 1. Obergeschoss ziert eine Quaderbemalung, darüber erhebt sich ein für die Spätrenaissancezeit charakteristisches, reich gestaltetes Fachwerk, das Gefügeumbauten der Barockzeit erkennen lässt. Das Gebäude veranschaulicht die Zimmermannskunst des späten 16. Jahrhunderts und ist als einer der ältesten Fachwerkbauten der Gegend wichtiges Zeugnis der Stadtbau- und Herrschaftsgeschichte Ballenbergs. |
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| Frühmesserhaus | Bischof-Gerlach-Straße 10 (Karte) |
Zweigeschossiges Giebelhaus unter Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, darüber Fachwerkkonstruktion mit Andreaskreuzen und profilierten Zierbohlen, giebelseitige Erschließung, Erdgeschossfenster mit profilierten und gekehlten Gewänden, Hauseingang mit bogenförmigem Oberlicht, erbaut 1616, Erdgeschoss teilweise und Rückseite des Obergeschosses massiv erneuert, 18. Jahrhundert
Das Frühmesserhaus ist mit der katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist, dem Kirchhof, dem Pfarrhaus und der Laurentiuskapelle Kristallisationspunkt der bis ins 20. Jahrhundert hinein rein katholisch geprägten Stadt. Ein Frühmesser ist erstmals 1464/65 belegt, das heutige Wohnhaus desselben wurde 1616 errichtet und im 18. Jahrhundert erneuert. Das Fachwerk ist mit seinen Zierformen charakteristisch für die Entstehungszeit. Das Haus zählt zu den ältesten überlieferten Wohnbauten Ballenbergs und veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse eines katholischen Geistlichen. |
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| Bildstockhäuschen mit Nepomukfigur des 19. Jahrhunderts | Bundschuhstraße 10 (Karte) |
Der Bildstock mit dem seit dem 18. Jahrhundert in katholischen gebieten beliebten Heiligen Johannes von Nepomuk ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in dem mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Stadtgebiet Ballenbergs. | 100870659 | ||
| Doppelwohnhaus | Georg-Metzler-Straße 12 (Karte) |
Zweigeschossiges Giebelhaus unter Satteldach, über Stallkeller zwei Wohngeschosse aus Fachwerk, das untere verputzt, zeittypische Zierformen wie profilierte Schwellhölzer, geschweifte Andreaskreuze und gebogene Fußstreben, an der Traufseite Glastabernakel mit Hausmadonna, Giebelseite von Nr. 12 massiv in Sandstein und Backstein umgebaut, Außentreppe am Eingang von Nr. 10, errichtet 1561 (d)
Das stattliche Doppelhaus erhebt sich in markanter Lage am Fuß des einst ummauerten Stadtbergs. Es zählt mit seiner dendrochronologisch gesicherten Datierung auf 1561 zu den ältesten überlieferten Wohnbauten der Stadt und dokumentiert mit seinen Zierformen den Fachwerkbau in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts. |
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| Wohnhaus | Georg-Metzler-Straße 16 (Karte) |
Eingeschossiges Giebelhaus über hohem massivem Hang- bzw. Kellergeschoss, Satteldach mit Aufschiebling, am traufseitigen Eingang Außentreppe, leicht spitzbogiges Kellerportal, 1697 (i), zwei Außenwände massiv in Backstein und Sandstein erneuert, Ende 19. Jahrhundert
Das Gebäude in Hanglage an einem Aufgang zur befestigten Oberstadt dokumentiert historische Wohn- und Lebensverhältnisse in Ballenberg. Es ist mit seinen verschiedenen Bauphasen sprechendes Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
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| Wohnhaus | Georg-Metzler-Straße 27 (Karte) |
Zweigeschossiges Giebelhaus unter Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss aus verputztem Fachwerk, Giebelfachwerk mit Andreaskreuzen, traufseitiger Eingang mit geohrtem Profilgewände, errichtet 1711 (i), umgebaut 1834 (i)
Das freistehende Gebäude dokumentiert die Bebauung der unbefestigten Unterstadt und veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse, Mit seiner Bauweise und seinem Fachwerk ist es charakteristisch für das 18. Jahrhundert und Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
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| Barockfigur Maria Himmelskönigin | Georg-Metzler-Straße 29 (Karte) |
Vermtlich 1865 mit baldachinartiger Nische (i) in Eckständer von 1688 (i) eingesetzt, nach Befund gefasst
Der Eckpfosten zeigt eine kunsthandwerklich besonders aufwändige Art der Dekoration: eine Figur der Maria als Himmelskönigin in einer eingesetzter, baldachinartigen Figurennische. Sie wurde offenbar knapp 200 Jahre nach der Erbauung des Hauses in den auf 1688 datierten Eckpfosten eingearbeitet, wie das Datum 1865 ausweist, und ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität in der katholisch geprägten Stadt. |
100873275 | ||
| Wegkreuz | Georg-Metzler-Straße 45 (Karte) |
Roter und weißer Sandstein, vierkantiger Sockel mit Abdeckplatte, lateinisches Kreuz mit hohem Fuß, Korpus, 19. Jahrhundert
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in dem mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Stadtraum Ballenbergs. |
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| Friedhof mit Einfriedungsmauer | St. Laurentius Kapelle (Karte) |
Eingänge mit zweiflügeligen, schmiedeeisernen Toren, nach Aufgabe des alten Kirchhofs bei St. Johannes Baptist neu angelegt, 1837 (a), darauf Friedhofskreuz, roter Sandstein, auf vierkantigem Sockel hohes Kruzifix, Inschrift: (vorne auf dem Sockel) Wen ich werde / von der Erde erhöht / sein, so werde ich al- / les mit Liebe an mich / ziehen, (auf der Rückseite) Aufgerichtet 1846 / durch / Math. Bopp, am Sockel links ein Anker, am Sockel rechts Herz-Symbol (nach 1985 vom Zentrum des Friedhof an den heutigen Standort versetzt)
Wie in vielen Gemeinden und Städten wurde auch in Ballenberg der alte Friedhof u die Pfarrkirche noch in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgelassen und aus Platz- und vor allem Hygienegründen an den Rand der Siedlung, hier auf die Anhöhe gegenüber der Stadt bei der sog. Bergkapelle verlegt. Zeittypisch ist die regelmäßig-rechteckige Anlage. Das 1846 aufgestellte Friedhofskreuz gemahnt die Gläubigen, dass der Opfertod Jesu für die Sünden der Menschheit Voraussetzung für das ewige Leben ist. Die Anlage ist Zeugnis der Siedlungs- und Stadtgeschichte. |
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Weitere Bilder |
Lorenzkapelle | Georg-Metzler-Straße 50 (Karte) |
Sog. Bergkapelle, urspr. dem hl. Michael (1664/65), seit 1746 dem hl. Laurentius geweihtunverputzter Saalbau aus Bruchsteinmauerwerk mit dreiseitigem Chorschloss und Querhaus, hohes Satteldach und Dachreiter; westlich kleine verputzte Vorhalle unter Pultdach, am Querhaus dorische Eckpilaster, Rundbogenportal mit Sandsteingewänden und Oberlicht, im Kämpfer Wappen, im Kern spätmittelalterlich, erneuert und um Querhaus vergrößert, 1846 (i), erneute Wiederherstellung mit Vorhalle, 1906 (a)
Die sog. Bergkapelle ist neben der Pfarrkirche mit Kirchhof, Pfarrhaus und Frühmesserhaus seit dem Mittelalter Kristallisationspunkt des bis ins 20. Jahrhundert hinein rein katholischen geprägten Ortes. Sie wurde vermutlich im Spätmittelalter errichtet. Sie diente mit ihrer landschaftlich herausgehobenen Lage auf der Anhöhe gegenüber der befestigten Stadt wohl auch als Wallfahrtsort. Ursprünglich dem hl. Michael geweiht, ist sie seit 1746 dem hl. Laurentius gewidmet. Wohl schon seit 1837, spätestens aber seit der Erneuerung von 1846 wird das Gotteshaus als Kapelle für den neben ihm neu angelegten Ballenberger Stadtfriedhof genutzt. Der Sakralbau dokumentiert so Aspekte der Ballenberger Kirchen- und Glaubensgeschichte vom Spätmittelalter bis in die Neuzeit. |
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| Tafelbildstock | Georg-Metzler-Straße 50 (Karte) |
1712 aufgestellt, roter Sandstein, kleiner Sockel, Säule mit Kapitell, Relieftafelaufsatz, Bekrönungskreuz, Heilig Blut, Inschrift am Aufsatz unten: 1712/HAT/MARGRETA / KABRIN/HAT/DISE/DIELT / NVS/GOTT/ZV/EHRN/LASEN / MAC(H)EN
Der barocke Tafelbildstock vertritt einen in der Region weit verbreiteten Typus des Andachtsbildes. Er ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft um das überwiegend katholisch geprägte Ballenberg. |
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| Denkmal für die Veteranen des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 | Georg-Metzler-Straße 50 (Karte) |
Sandsteinobelisk über gerundetem Stufensockel mit Eisernem Kreuz als Relief und Kronenaufsatz, auf drei Seiten die Namen der Gefallenen und Veteranen, aufgestellt 1912, nach 1918 auch den Gefallenen des Ersten Weltkriegs gewidmet
In vielen badischen Gemeinden wurden zu Ende des 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts von Veteranenvereinen und den Kommunen Ehrenmäler aufgestellt, welche der Teilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 gedenken. Dabei wurden nicht nur der Gefallenen gedacht, sondern aller Soldaten aus der jeweiligen Gemeinde. Sie sind auch Erinnerung an die Reichseinigung unter preußischer Führung und stellen dabei den badischen Anteil heraus. Das Denkmal ist daher wichtiges Zeugnis des Nationalpatriotismus im Kaiserreich. Das als Obelisk - traditionsreiches Symbol des ewigen Ruhmes - gestaltete Denkmal wurde nach 1918 auch den Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus Ballenberg gewidmet und hat damit ortsgeschichtliche Bedeutung. |
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Weitere Bilder |
Brauerei Spall | Germanenweg 7 (Karte) |
Bestehend aus:
Der stattliche Baukomplex der 1883 gegründeten Brauerei Spall dominiert mit seiner Hanglage über dem Hasselbach das Stadtbild gegenüber der Altstadt. Er ist ein anschaulich überliefertes Zeugnis für Herstellung, Lagerung und Vertrieb von Bier in einem kleinstädtischen Brauereibetrieb um 1900. Er bezeugt die Entstehung und Entwicklung der Brauerei. Am Hauptgebäude, dem Sudhaus mit Malzlager, finden sich zurückhaltende Gliederungs- und Schmuckformen, die das zeittypische Bestreben zum Ausdruck bringen, Zweckarchitektur in eine ästhetische Form zu bringen. Zusätzlichen Schmuck bringen eine Wandnische mit der Darstellung Jesu am Ölberg sowie ein barockes, in Zweitverwendung vermauertes Bildstockrelief, welche das katholische Glaubensfundament des Brauereibesitzers deutlich zum Ausdruck bringen. |
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| Pumpenhäuschen | Germanenweg (Karte) |
Achteckiges Gebäude unter Zeltdach, gelbes Ziegelmauerwerk, Sandsteingewände, innen historische Pumpe erhalten, 1zur Wasserversorgung der Stadt Ballenberg errichtet, 1911 (i)
Das kleine achteckige Funktionsgebäude dokumentiert die Schaffung einer ersten modernen Wasserversorgung in Ballenberg und hat mit seiner überlieferten Ausstattung technikgeschichtliche Bedeutung. |
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| Wohnhaus | Kurmainzstraße 2 (Karte) |
Zweigeschossiges, verputztes Torfahrthaus unter Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss aus Fachwerk, Traufenseite mit axialsymmetrischer Fassadengliederung, Zahnschnittfries und Schleppgaube, Torfahrt mit korbbogigem Sandsteingewände, in der Durchfahrt Eingang mit Oberlicht, Profilgewände und kassettierter Füllungstür aus der Erbauungszeit, im Inneren historische Treppe, 1820 (i)
Das Gebäude ist ein anschaulich überlieferter Vertreter eines in der Region wenig vertretenen Torfahrthauses mit typischem, über die Torfahrt indirekt erschlossenem Treppenhaus und Längsflur im Obergeschoss. Die klare Gliederung und Details von städtischem Gepräge wie Korbbogen, Eingang, oder Zahnschnittfries zeugen zusammen mit Inschriften von Wohlstand, Ansehen und Bürgerstolz des Bauherrn. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
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| Wohnhaus | Kurmainzstraße 4 (Karte) |
Zweigeschossiges Traufenhaus unter Satteldach, Erdgeschoss aus Naturstein, traufseitiges Obergeschoss aus Ziegelmauerwerk mit Sandsteingewänden, Giebel und Rückseite aus Fachwerk, traufseitige Erschließung, Ende 18. Jahrhundert, teils massiv erneuert für Alb. Schenkel, 1926 (i)
Das traufständige Wohnhaus dokumentiert mit seinen verschiedenen Bauphasen anschaulich Ballenberger Haus- und Stadtbaugeschichte und ist mit seinem Fachwerk im Obergeschoss charakteristisch für den Wohnbau des 18. Jahrhunderts. |
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| Tafelbildstock | Kurmainzstraße 4 (Karte) |
Gelber Sandstein, über Sockel sich verjüngender Schaft mit Kapitell, Reliefaufsatz mit Anbetung der drei Könige, Mitte 18. Jahrhundert
Das aufwendig und sehr qualitätvolle gearbeitete spätbarocke Tafelbildstock vertritt mit seiner Relieftafel auf Säule einen für die Region seit dem Spätmittelalter fassbaren Typus des steinernen Andachtsbildes. Er dokumentiert die regionale Bildhauerkunst um die Mitte des 18. Jahrhunderts und ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in dem mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Stadtraum des katholisch geprägten Ballenbergs. |
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| Gasthaus Zur Sonne | Stadtstraße 1 (Karte) |
Stattliches, dreigeschossiges Giebelhaus unter flach geneigtem Satteldach, Erdgeschoss und 1. Obergeschoss massiv und verputzt, darüber Zierfachwerk, besonders reich im Giebel, leichte Vorkragungen mit profilierten Schwellen, beschnitzter Eckständer, giebelseitige Erschließung, großes profiliertes Rundbogenportal mit Kurmainzer Wappen und Initialen im Scheitelstein, im Innern kassetttierte Stuckdecken, Treppen, Fußböden und Türblätter des 17. und 18. Jahrhunderts, erbaut 1604 (i), umgebaut 1674 (i), hoher, zweigeschossiger Dachstuhl aufgegeben, erneuert und Giebelfassade an die flachere Neigung angepasst, 1910 (a)
Das ungemein stattliche Gebäude setzt einen markanten Akzent an der Abzweigung der Straße von der Unter- in die Oberstadt. Es zählt zu den besonders anschaulich überlieferten großen Gasthäusern der Frühen Neuzeit nicht nur Ballenbergs, sondern auch der weiteren Region. Das Fachwerk ist mit seinen Figuren zeittypisch für die Spätrenaissance. Seltenheitswert besitzen die spätrenaissancezeitlichen Stuckdecken, die Kassettendecken imitieren. Solche Decken sind nicht häufig erhalten geblieben. Sie bezeugen neben weiteren historischen Ausstattungselementen den Komfort des Gasthauses wie auch den Wohlstand der Wirtsfamilie, die ein Gasthaus in bester Lage führte. Das kurmainzische Wappen im Scheitelstein des Tores dürfte darauf verweisen, dass der Gasthof in landesherrlichem Besitz war und von diesem in Erbpacht vergeben wurde. Das Anwesen ist ein wichtiges Zeugnis der Gasthaustradition von Ballenberg, ist es doch eins der ältesten Wirtshäuser der Stadt. Schon für das Jahr 1295 gibt es einen Hinweis auf ein erstes Gasthaus in Ballenberg. Das einstige Gasthaus Zur Sonne ist ein bemerkenswertes Zeugnis frühneuzeitlichen Hausbaus in Ballenberg und der Umgebung und hat wichtige Bedeutung für die Stadtbau- sowie die Wirtschafts- und Sozialgeschichte. |
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| Gerberei | Stadtstraße 3 (Karte) |
Zweigeschossiges, weitgehend verputztes Giebelhaus mit Satteldach, massives Erdgeschoss über niedrigem Hangkeller, darüber Fachwerk, im Giebel freiliegend mit Zierelementen, im Inneren bauzeitliche Türen, 1625 (d), Umbau des Erdgeschosses zu Halle, 1727 (d), Erneuerung des Erdgeschosses mit Massivwänden, 1862 (a, i)
In der Unterstadt von Ballenberg siedelten sich wegen des Hasselbaches Gewerke an, welche vom Wasser abhängig waren, so Färber und Gerber. Das einstige Gerberhaus ist ein Zeugnis für die Wirtschafts- und Handwerksgeschichte der Stadt in der Vormoderne. Es zeigt dabei mit seinem freiliegenden Fachwerkgiebel ein für die Region und Bauzeit charakteristisches Zierfachwerk. Die überlieferten Ausstattungselemente illustrieren die Wohn- und Lebensverhältnisse der Gerberfamilie in der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Mit seinen späteren Umbauten dokumentiert das Gebäude darüber hinaus anschaulich die Haus- und Stadtbaugeschichte |
100882375 | ||
| Gehöft | Stadtstraße 2, 4 (Karte) |
Bestehend aus:
Das Anwesen dokumentiert Arbeits- und Lebensweise eines Handwerkers mit Zweiterwerb durch eine eigene Landwirtschaft. Es ist wichtiger Hinweis auf örtliches Färberhandwerk, das bereits in frühneuzeitlichen Quellen ausdrücklich erwähnt wird. Das Gehöft überliefert charakteristische lokale Bauweisen und belegt mit den naturkrummen Hölzern am Scheunenbau die Übernutzung der Wälder bis ins 19. Jahrhundert, so dass gutes Bauholz rar und teuer war. |
100882124 | ||
| Wegkreuz | Stadtstraße 6 (Karte) |
1892 aufgestellt, heller Sandstein und Kalksandstein (?), vierkantiger Sockel mit Basis und Abdeckplatte, lateinisches Kreuz, Kruzifixus, Inschrift: (Sockel) Er erniedrigte sich selbst und / ward gehorsam bis zum Tode ja / bis zum Tode am Kreuze / -.- / Schütze o Herr dein Volk durch / das Zeichen des hl. Kreuzes von / den Nachstellungen aller Feinde / Imhof Mergentheim (rechts unten), (links:) Gestiftet / von Jos. Anton Vilk u. dessen / Ehefrau Maria Anna Volk / 1892 | 100882460 | ||
Weitere Bilder |
Rathaus | Stadtstraße 17 (Karte) |
Zweigeschossiges Traufenhaus unter Halbwalmdach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss teils aus Fachwerk mit verblatteten doppelten Streben, teils massiv, Eingangsportal mit Diamantquadergewände und gefeldertem, zweiflügeligem Türblatt, im Scheitelstein Wappen des Mainzer Kurfürsten Sebastian von Heusenstamm (oder Wolfgang von Dalberg?), daneben ornamentiertes Rundbogentor der Feuerspritzenremise, Kellerpforte mit Segmentbogen und spätmittelalterlichem Türblatt mit Eisenbändern, kleiner Keller, im Inneren Holzsäule, historische Treppen, Fachwerk wohl 2. Hälfte 15. Jahrhundert, massiver Ausbau Erdgeschoss 159(5) (i), Umbau mit Remisentor, 1914 (i)
Das traufständige stattliche Gebäude bildete das Rathaus der Stadt Ballenberg und ist wichtiges Zeugnis für die örtliche Stadtgeschichte und Kommunalverwaltung. 1306 erhielt Ballenberg erstmals das Schwäbisch Haller Stadtrecht mit Zehntgericht und Markt. Das Stadtrecht wurde nach 1528 neu verliehen, weil sich Ballenberg im Neunstädtebund am Bauernkrieg 1525 beteiligt und infolgedessen seine Rechet verloren hatte. Nach erneuter Aberkennung während der Zeit des Nationalsozialismus wurde Ballenberg das Stadtrecht 1956 zum dritten Mal verliehen. Bis in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts diente das historische Rathaus als Verwaltungssitz der Kommune. Das verblattete Fachwerk mit den verdoppelten langen Querstreben - eine in dieser Form selten Konstruktion - weist auf eine Entstehung im Spätmittelalter, wohl in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts, hin. Das Wappen an dem aufwendig gestalteten Renaissanceportal des Haupteingangs verweist auf den Mainzer Erzbischof und Kurfürsten Sebastian von Heusenstamm (reg. 1554 bis 1555), widerspricht allerdings der überlieferten, heute nur noch teilweise erhaltenen Datierung 1595. Möglicherweise verwechselte der Steinmetz das Wappen mit dem des zur Bauzeit regierenden Wolfgang von Dalberg (1582 bis 1603), das verhältnismäßig ähnlich aussieht. Dabei weist das Wappen jedenfalls auch darauf hin, dass das Rathaus eine einer kurmainzischen Landstadt eine herrschaftliche Bauaufgabe war. Eine dritte Bauphase belegt das große Rundbogentor, das dem Renaissanceportal stilistisch angeglichen wurde: hier entstand 1914 offensichtlich eine Remise für eine Feuerspritze. Das Gebäude ist damit ein zentrales Zeugnis der Stadtgeschichte. Es ist der wohl älteste überlieferte Profanbau Ballenbergs und veranschaulicht beispielhaft den Rathausbau einer kurmainzischen und später badischen Landstadt. |
100882746 ( | |
| Stadtbefestigung | Stadtstraße 27 (Karte) |
Angelegt im späten 13. oder frühen 14. Jahrhundert, bestehend aus Resten der Stadtmauer, z. T. noch obertägig erhalten entlang der Grundstücke der Bischof-Gerlach-Straße, der Pfützengasse, westlich und südlich der Kirche und entlang der Grundstücke der Stadtstraße, Reste eines runden Mauerturmes in der Bischof-Gerlach-Straße 8, wohl spätmittelalterlich, eingebaut als Treppenturm 1598
Ballenberg wurde wohl noch im Lauf des 13. Jahrhunderts von den Grafen von Eberstein zur Stadt ausgebaut, welche Ballenberg seit 1250 besaßen. 1306 erfolgte die förmliche Stadterhebung durch die Verleihung der Rothenburger Stadtrechte von Seiten König Albrechts. In diesem Zuge wurde die an die Burg (im Areal der Pfarrkirche) angelehnte Siedlung wohl schon im späten 13. Jahrhundert, spätestens aber nach 1306 befestigt. Reste der Mauern haben sich erhalten, ebenso ein als Treppenturm in ein Wohngebäude einbezogener Rundturm. Die Befestigungsreste sind wichtige Zeugnisse der Siedlungs- und Stadtgeschichte Ballenbergs, waren sie doch äußerlicher Ausweis der Stadtrechte. |
103173437 | ||
| Schafstall | Stadtstraße 35 (Karte) |
Eingeschossiger Massivbau unter Walmdach, großes Rundbogenportal mit Sandsteingewände hinter hölzernem Schiebetor, Dacherker mit Ladeöffnung, 18. Jahrhundert
Der Bruchsteinbau in charakteristischer Ortsrandlage zeigt sich als anschauliches Beispiel traditioneller Zweckarchitektur in der Formensprache der Entstehungszeit. Das Innere ist dreizonig aufgeteilt, der Dachstuhl wird von freistehenden kräftigen Ständern mit abgefasten Kanten und langen Unterzügen getragen. Die bei großer Grundfläche vergleichsweise geringe Höhe ist typisch für die Schafhaltung. Das Gebäude dokumentiert die ursprünglich herrschaftliche, erstmals 1545 belegte, spätestens ab dem 18. Jahrhundert von der Gemeinde betriebene und von dieser im 19. Jahrhundert als Eigentum erworbene Schäferei. Sie wurde im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts zugunsten der Stadtkasse verpachtet. Das Gebäude ist an dieser Stelle seit Mitte 18. Jahrhunderts nachweisbar. Schafscheune wie diese, die ehemals kennzeichnend für die Landwirtschaft im Bauland waren, sind aufgrund der seit den 1960er-Jahren zunehmenden Aufgabe der Schäferei nur noch selten überliefert. |
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| Wasserhochbehälter | Stadtstraße 46 (Karte) |
Sandsteinbau über quadratischem Grundriss mit seitlichen Wangen, rundbogige Eisentür, Aufsatz mit eiserner Luke, Teil eines Systems zur örtlichen Wasserversorgung, um 1900
Der Hochbehälter dokumentiert den Ausbau der örtlichen Wasserversorgung und ist Teil eines Systems mit 1899 fertiggestellter Hochdruckwasserleitung. Er hat stadt- und infrastrukturgeschichtliche Bedeutung. |
109753741 | ||
| Tafelbildstock | Stadtstraße 50 (Karte) |
Gelber Sandstein, Sockel, leicht gebauchte, sich nach oben verjüngende Säule mit Kapitell, Relieftafelaufsatz, Kreuzigungsszene, Inschrift am Aufsatz vorn unten: „SR hatt“, aufgestellt im 18. Jahrhundert
Der barocke Tafelbildstock vertritt einen in der Region weit verbreiteten Typus des Andachtsbildes. Er ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft um das überwiegend katholisch geprägte Ballenberg. |
100887396 | ||
| Relieftafel eines Bildstocks | (Karte) |
1612, weißer Sandstein, Relieftafel mit Kreuzigungsszene, Inschrift entlang der Nischenkante: - HAT DEN / B---ST--- E - SO- / V: LOB VND SV EHR -; Kreuz im Relief: INRI
Die Relieftafel eines renaissancezeitlichen Bildstocks entspricht einem in der Region in dieser Zeit gängigen Typus. Sie ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten katholischen Religiosität. |
100887508 | ||
| Bildstock | L515 (Karte) |
Stein und Eisen
Der Bildstock ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft um das überwiegend katholisch geprägte Ballenberg. |
100884449 | ||
| Bildstock | (Karte) |
Stein | 100887706 |
Erlenbach
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Hofanlage | Blumenstraße 4 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiges Giebelhaus unter hohem Satteldach, Erdgeschoss in Bruchstein, darüber verputztes Fachwerk mit profilierten Schwellhölzern und Balkenvorstößen im Giebel, nördliche Traufwand massiv, am Eck rundbogige Heiligennische, wohl 18. Jahrhundert, massiver Umbau Erdgeschoss und Aufmauerung einer Traufseite, 1897 (i); versetzt angeordnete Scheune unter Satteldach, Fachwerkbau über steinernem Unterbau, im Giebel gebogene Streben, wohl 18. Jahrhundert
Die zweiseitige Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Erlenbachs. Sie dürfte ausweislich des Fachwerks im 18. Jahrhundert entstanden sein, wobei der Giebel der Scheune eine auffällige und ungewöhnliche Gestaltung mit nach außen gebogenen Querstreben aufweist. Das Haupthaus wurde 1897 erneuert und dabei das Erdgeschoss und die nördliche Traufseite des Obergeschosses massiv erneuert. Von der katholischen Prägung der Bevölkerung zeugt die Heiligennische für eine Schutzfigur am Eck. |
100891810 | ||
| Rathaus | Blumenstraße 11 (Karte) |
Zweigeschossiges, teilverputztes Giebelhaus unter Satteldach mit verschiefertem, gestuftem Uhren-Dachreiter, massives Erdgeschoss, Obergeschoss und Giebel aus Fachwerk mit leichten Vorkragungen und Zierformen wie profilierte Bohlen, geschweiften Andreaskreuzen, Rauten und gekreuzte Ellipsen, gekoppeltes Erdgeschossfenster in gekehltem Gewände, Eingang mit profiliertem Rundbogen, errichtet 1600 (i), erneuert 1808 (i), Dachreiter erneuert 1824 (a)
Das stattliche freistehende Gebäude im Zentrum des Ortes ist ein anschauliches Beispiel für einen ländlichen Rathausbau der Renaissancezeit. Entsprechend seiner Funktion als Zentrum der bis 1958 hier befindlichen Kommunalverwaltung zeigt das Haus eine aufwendige und damit repräsentative Gestaltung mit einem reiche, für die Zeit um 1600 charakteristischen Zierfachwerk. Es belegt die Zimmermannskunst vor dem Dreißigjährigen Krieg in der Region. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis der Ortsgeschichte und hat als besonders qualitätvoller Fachwerkbau in der Region bau- und architekturgeschichtliche Bedeutung. |
100892064 | ||
| Bildstock | Blumenstraße 20 (Karte) |
Schaft und Aufsatz an der straßenseitigen Giebelfront eingemauert, Kreuzigungsszene und hl. Georg dargestellt, Schaft floral verziert, Bauernwappen, 1626 (i)
Der in eine Hauswand vermauerte, originell gestaltete renaissancezeitliche Bildstock vertritt einen in der Region weit verbreiteten Typus des Andachtsbildes. Er ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten katholischen Religiosität. |
100892124 | ||
| Lourdesgrotte | Nähe Blumenstraße 30 (Karte) |
Aus unregelmäßigen Kalksteinen errichtet, offenes Tonnengewölbe, innen zwei gestufte Flächen (erneuert), Statuen der Lourdesmadonna und der Bernadette, um 1885
Die zumeist zu Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts errichteten Lourdesgrotten stellen die Beziehung zum wichtigen katholischen Wallfahrtsort Lourdes her, wo 1858 dem Bauernmädchen Bernadette die unbefleckt empfangene Jungfrau Maria erschienen sein soll. Lourdesgrotten auf Kirchhöfen oder als Flurdenkmal an einer Wegkreuzung, am Feldrand oder im Wald sind somit wichtige Objekte lokaler Wallfahrten. Kleinere, von Privatpersonen (vielfach in Eigenleistung) errichtete Lourdesgrotten entstanden häufig aufgrund privater Gelübde, oft in Verbindung mit einer Wallfahrt nach Lourdes und erfolgter Heilung von Krankheit, aber auch z. B. als Dank für unbeschadete Heimkehr aus dem Krieg oder Rettung aus Gefahr. |
100893349 | ||
| Wegkreuz | Geranienstraße (Karte) |
1908 aufgestellt, heller Sandstein, vierkantiger Sockel mit Basis und Abschlusselement, Kreuz mit Fuß, Corpus, Kruzifixus, Inschrift: (Sockelmittelteil) Es ist / vollbracht! / Vater, / in deine Hände / empfehle ich / meinen Geist. (Sockelbasis) Errichtet / von Matheus Beck u. Ehefrau / Maria Anna geb. Steinbrener / 1908 (Kreuzkopf) I. N. R. I.
Das in neugotischen Formen gestaltete Wegkreuz dokumentiert die sakrale Bildhauerkunst des späten Historismus. |
100892339 | ||
| Tafelbildstock | Nähe Geranienstraße (Karte) |
Gelber Sandstein, gebauchter Sockel mit Basis und Abdeckplatte, Säule mit Plinthe und Kapitell, Relieftafelaufsatz, Kreuzigungsszene, 2. Hälfte 18. Jahrhundert | 100893930 | ||
| Steinkreuz aus gelbem Sandstein | Nähe Gladiolenweg 34 (Karte) |
Wohl Sühnekreuz, in Einfriedungsmauer des aufgelassenen Kirchhofs eingemauert, wohl 16. Jahrhundert
Sühnekreuze wie dieses sind charakteristische Zeugnisse der mittelalterlichen Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Die Setzungen der Totengedächtnissteine wurden zwischen Schädiger und Angehörigen des Geschädigten zur Wiederherstellung des Rechtes vertraglich ausgehandelt. Nachdem mit Erlass der Peinlichen Gerichtsordnung durch Kaiser Karl V. 1532 derartige Rechtsfälle der staatlichen Gerichtsbarkeit unterstellt worden waren, kam die regionalem Privatrecht unterliegende Aufstellung von Sühnekreuzen gegen Ende des 16. Jahrhunderts zum Erliegen. |
100891589 | ||
| Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege | Gladiolenweg 34 (Karte) |
Nach 1945 auf dem alten Kirchhof aufgestellt, roter und weißer Sandstein, Sockel mit Abdeckplatte, Kreuz mit Korpus, zwei Mal je ein Sockel mit Abdeckplatte und Statue, Inschrift: (Sockel des Kreuzes) Wenn ich von der Erde erhöht bin / werde ich alles an mich zeihen. / Joh. 12.32. (Sockel der Johannesstatue) Unseren Gefallenen 1914 bis 18 / Jos. Steinbrenner 1890 bis 1914 / Julius Stang 1890 bis 1914 / Jos. Hennegriff 1883 bis 1914 / Hermann Volk 1887 bis 1915 / Ludwig Steinbrenner 1888 bis 1915 / Karl Jos. Kempf 1891 bis 1915 / usw.
Das Gefallenendenkmal hat ortsgeschichtliche Bedeutung, erinnert es doch an zwei auch für die badische Landgemeinde Erlenbach einschneidende historische Ereignisse. In für katholische Gemeinden charakteristischer Weise ist das Denkmal als Kreuzigungsgruppe deutlich christlich geprägt, zumal sich ein christlicher Bezug gerade nach dem Zweiten Weltkrieg wegen seiner politisch Unverfänglichkeit anbot. |
109822163 | ||
| Wasserhochbehälter | Rosenweg 12 (Karte) |
Kleines, in den Hang eingelassenes Gebäude aus Kalk- und Sandstein, Sandsteingewände, tempelartiger Aufbau mit Säulen, Gebälk und Giebel, Eingang mit Rundbogen, Wappenschlussstein und eisenbeschlagener Tür, Teil eines Systems zur örtlichen Wasserversorgung, erbaut 1913 (i)
Das kleine Gebäude dokumentiert die Einrichtung einer modernen Wasserversorgung für den Ort Erlenbach im frühen 20. Jahrhundert. Das Eingangsbauwerk des Hochbehälters ist dabei mit seiner klassizisierenden dorischen Tempelarchitektur als Landschaftsstaffage inszeniert, wie es für solche Funktionsbauten üblich war. Durch die Architektur wird dabei auf die Bedeutung der Wasserversorgung abgehoben. Das Gebäude fügt sich so aber auch im Sinne des Heimatschutzgedankens in die umgebende Kulturlandschaft ein. |
100892439 | ||
| Schulhaus mit Kaplanei | Tulpenstraße 1 (Karte) |
Zweigeschossiger Werksteinbau unter flach geneigtem Walmdach, Hochkeller und Schichtenmauerwerk aus Kalkstein, Geschossgesimse, Kranzgesims und Profilgewände aus Sandstein, symmetrische Fassadengliederung, die hohen Fenster im Erdgeschoss bezeichnen die Lage des Schulsaals und des Kaplaneizimmers, 1877 (i)
Das örtliche Volksschulhaus erhebt sich in charakteristischer Nachbarschaft zur Pfarrkirche. Es diente auch als Büro des Kaplans. Das Schulhaus ist mit seiner kubischen Form und strengen Architektur ein charakteristischer Vertreter des öffentlichen Schulhausbaus auf dem Land in der Gründerzeit und tradiert - wie in der Region vielfach zu finden - noch klassizistisches Formengut. Es ist wichtiges Zeugnis für die Entwicklung des Erlenbacher Schulwesens. Bis zur 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts war das Gebäude erste Bildungsstätte des Ortes. Es war der dritte Schulhausbau des Ortes, eine erste Schule befand sich 1720 e im damaligen Mesnerhaus bei der alten Kirche. Der bestehende Bau war bis 1966 in Betrieb. |
103536286 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Filialkirche St. Margareta | Tulpenstraße 3 (Karte) |
Massive verputzte Saalkirche mit eingezogenem, halbrundem Chor und Dachreiter, südlich Sakristeianbau, im Westen und Süden profilierte Stichbogenportale mit Reliefdekor, im Innern Flachdecke über Voute, Westempore, Dreialtargruppe, Hochaltar von 1901, Kanzel und Kreuzwegstationen, errichtet nach Entwurf von Johann Georg Bayer, 1796/97 (a, i), Vergrößerung Sakristeianbau 1936 (a)
Das einfach gehaltene Gotteshaus ist mit seiner Grundform charakteristisch für die Filialkirchen kleinerer Gemeinden. Es dokumentiert dabei den Sakralbau im Kurfürstentum Mainz am Übergang vom Barock zum Klassizismus. Teile der Ausstattung sind bauzeitlich, der Hochaltar in barock-klassizistischen Formen wurde hingegen erst 1901 geschaffen und ist damit ein Werk des Historismus, wobei er sich an charakteristische kurmainzische Altararchitekturen des 18. Jahrhunderts anlehnt. Die Filialkirche ersetzte einen wohl mittelalterlichen Vorgänger und ist zentrales Zeugnis der Erlenbacher Siedlungs- und Glaubensgeschichte. |
100893463 ( |
Hüngheim
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Hof der Freiherren von Berlichingen | Beethovenstraße 3 (Karte) |
Zweiseithof, bestehend aus:
Die großzügige, erhöht im Zentrum des kleinen Dorfes gelegene Hofanlage gehörte, wie das Wappen und die Initialen am Wohnhaus ausweisen, den Freiherren von Berlichingen. Diese waren seit dem 15. Jahrhundert Orts- und die einzigen Grundherren gleichermaßen über Hüngheim. Die Hofanlage diente der Verwaltung ihres Besitzes und wohl auch als herrschaftliches Absteigequartier bei Aufenthalten am Ort. Der bezeichnete Stände im Obergeschoss des Wohnhauses stammt entweder von einem Vorgängerbau oder das Gebäude selbst ist älter als das im Sturz der Haustür angegebene Baudatum. Denn der Ständer weist eine etwas unklare Datierung auf, die sich mit 1654 entschlüsseln lassen könnte. Die darüber befindlichen Initialen HRvB beziehen sich jedenfalls auf einen Angehörigen des Hauses Berlichingen. Entsprechend der Funktion weist die Hofanlage eine große, hier winkelförmige Zehntscheune auf, in welcher die bäuerlichen Abgaben an die Orts- und Grundherrschaft gesammelt und gelagert wurden. Der Stallbau ist hingegen deutlich jünger und datiert erst ins 19. Jahrhundert. |
100894713 | ||
| Wegkreuz | Beethovenstraße 7 (Karte) |
1896 aufgestellt, heller Sandstein, Bodenplatte, vierkantiger Sockel mit Basis und Abdeckplatte, lateinisches Kreuz mit Fuß, Corpus, Cruzifixus, Inschrift: (Sockel) So sehr hat Gott die Welt / geliebt, dass Er Seinen / Eingeborenen Sohn / dahin gab. Joh. 3,16 Errichtet von Fr. Jak. Thren / Landwirt hier u. dessen / Ehefrau Theresia geb. Henninger / 1896
Das große Wegkreuz Wegkreuz dokumentiert die Sakralkunst im späten 19. Jahrhundert. Es ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in dem mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten, katholisch geprägten Dorf. Mit seiner Stifterinschrift erhält es orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
100895725 | ||
Weitere Bilder |
Kapelle St. Antonius mit schattenspendender Baumpflanzung | Brahmsstraße 6 (Karte) |
Kleiner, giebelständiger Massivbau unter Satteldach, verputzt, Altaraufbau mit Statue des hl. Antonius, Inschrift am Sockel der Statue: Hl. Antonius / du grosser Wunderthäter / bitte für uns!, 18. Jahrhundert
Das kleine Gotteshaus ist Zeugnis einer baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und wichtiger Bestandteil der Sakraltopographie des katholisch geprägten Dorfes Hüngheim. |
100895970 ( | |
| Hausmadonna im Glastabernakel | Mozartstraße 11 (Karte) |
Holzhäuschen mit Trichterkonsole, Skulpturmotiv Lourdesmadonna, an der Traufseite eines Wohnhauses, um 1900
Hausfiguren wie diese sind charakteristisch für die Bauernhöfe und Wohnhäuser katholischer Landgemeinden. Sie dienen als Schutzpatrone und veranschaulichen eine gelebte und bildlich zum Ausdruck gebrachte Frömmigkeit in der überwiegend katholisch geprägten Region. |
100901315 | ||
| Schulhaus (heute Bürgerhaus) | Mozartstraße 17 (Karte) |
Stattliches, eingeschossiges Traufenhaus unter Mansardhalbwalmdach, weitgehend verputzter Massivbau über Hochkeller aus Muschelkalkstein, symmetrische Gliederung mit Ecklisenen und hohen Fenstern der Klassenräume, um die Ecken geführte Traufgesimse, steile Dachflächen mit breiter Schleppgaube und Zwerchhaus mit Dreiecksgiebel besetzt, am Haupteingang breite Pilasterrahmung und zweiflügelige, hölzerne Tür mit rautenförmiger Sprossengliederung, erbaut nach Entwurf von Architekt F. Herold, 1914 (a)
Das Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für einen Volksschulbau im frühen 20. Jahrhundert. Er zeigt mit seiner Gestaltung charakteristisches Elemente der Reformarchitektur, die im Sinne des Heimatschutzes gerade im ländlichen Bereich u. a. auf Motive des Spätbarock und Frühklassizismus um 1800 zurückgriff. Das Gebäude bezeugt die Entwicklung des Schulwesens in Hüngheim, für das seit dem 16. Jahrhundert ein Schulbetrieb unter dem Patronat der reichsfreiherrlichen Ortsherrschaft nachweisbar ist. Das Schulhaus von 1914 war der erste eigenständige Schulbau der Gemeinde. |
100901352 | ||
| Figuraler Postamentbildstock | Richard-Wagner-Straße 1 (Karte) |
Urspr. Wegkreuz mit trauernder Muttergottes, 1905 aufgestellt, gelber Sandstein, Bodenplatte, vierkantiger Sockel mit Basis und Abdeckplatte, Statue (Maria, die Betende) mit Basis, Inschrift: (Sockel vorne) Christ komm hierher b / und betrachte mich, / dann geh’ nach Haus / und bekehre dich! // (Sockel links) Wenn dich des Lebens / Sorgen drücken, / Tu’ mutig auf zum / Kreuze blicken. / Es fliesst von dorten / Trost dir zu / Für deines Herzens / Seelenruh. (Sockel rechts) Errichtet zur Ehre / Gottes / von J. A. Gramling / 1905. (Pfeiler hinten) Fr. Spindler / Heilbron
Das von Fr. Spindler in Heilbronn geschaffene Werk ist mit seiner Anlehnung an spätgotische Skulptur ein charakteristisches Zeugnis historistischer Bildhauerkunst. Heilbronn war damals ein Zentrum für religiöse Kunst und belieferte weitere Teile des westlichen Franken u. a. mit Bildstöcken und Wegkreuzen. |
100896984 | ||
| Wohnhaus | Richard-Wagner-Straße 7 (Karte) |
Aber 1868 Rathaus, zweigeschossiges Traufenhaus unter Satteldach, über Hochkeller verputzter Fachwerkbau, profilierter Traufgesims, Eingang mit breitem, profiliertem Türgewände und zweiflügeliger Holztür, 1841 (i), Umbau 1868 (a)
Das Gebäude bezeugt die Entwicklung des kommunalen Selbstverwaltung in Hüngheim. Das Schultheißenamt wurde ursprünglich durch die berlichingische Ortsherrschaft in eigenem Amtshaus ausgeübt. Erst seit seit badischer Zeit 1806 existierte eine Amtsstube im Wohnhaus des jeweiligen Bürgermeisters, 1848 eine Ratsstube im Schulhaus bei der Kirche. Erst durch Ankauf des 1841 erbauten Wohnhauses 1868 erhielt die Gemeine ein eigenes Gebäude, das bis 1984 die Kommunalverwaltung beherbergte. Das Gebäude, ursprünglich ein für die Region charakteristisches Bauernhaus mit massivem Hochkeller und Wohngeschoss aus Fachwerk, ist damit Zeugnis der Bau- und Ortsgeschichte Hüngheims. |
100908546 | ||
| Nischenbildstock | (Karte) |
1563, roter Sandstein, achtkantiger Schaft, vierkantig endend, Häuschenkopfteil mit flacher Nische und Relief, Kreuzigungsszene, Inschrift: (Schaft oben) LARENS / SANCTV / 1563 (Relief) INRI
Der Bildstock zählt mit seiner Datierung zu den ältesten in der Region. Er ist ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft in der überwiegend katholisch geprägten Gegend. |
100911845 | ||
| Figuraler Postamenbildstock | Nähe Richard-Wagner-Straße 13 (Karte) |
1867, Christus als guter Hirte, weißer Sandstein, zweistufiger Sockel mit Basis, Statue mit Basis, Bedachung, Inschrift: (Sockel oben) IESUS / DER GUTE HIRTE (Sockel unten) Gestiftet / zur Ehre Gottes / von / Ludwig Keilbach / Schäfer / 1867 (ganz unten) ausgef. v. I. Zartman / Nekarsulm
Der hohe Postamentbildstock zeigt Christus als guten Hirten, eine Thematik, die sicher auch aufgrund der ländlichen Umgebung gewählt wurde. Geschaffen wurde die Figur von der weithin bekannten Kunstwerkstätte Zartmann in Heilbronn, die mit qualitätvoll gearbeiteter Sakralkunst den katholischen Markt bediente. |
100908593 | ||
| Kilometerstein um 1800 | (Karte) |
100916106 | |||
Weitere Bilder |
Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs | Schubertstraße 1 (Karte) |
Nach 1918 gestiftet, nach 1945 erweitert und auch den Gefallenen des Zweiten Weltkriegs gewidmet, begehbares Podest mit dreiteiligem Kalksteindenkmal aus pyramidenförmigem Obelisken und zwei Kreuzen, auf dem Pyramidensockel Relief Hl. Georg und die Namen der Gefallenen des Ersten Weltkriegs, auf den flankierenden Kreuzen die Namen der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. | 100908697 ( | |
| Sog. Valentinus-Heim | Schubertstraße 2 (Karte) |
Pflegeheim und Kindergarten (heute Kindergarten), eingeschossiges Traufenhaus unter Krüppelwalmdach, Kalksteinsockel, Fassade aus gelbem und rotem Backstein, stichbogige Sandsteingewände mit Konsolscheitelsteinen, symmetrische Gliederung, großes Zwerchhaus mit Voluten, Eingang mit zweiflügeligem Türblatt und Oberlicht, 1903 (i)
Das Gebäude Zeugnis für eine soziale Einrichtung als Pflegeheim und Kindergarten durch eine private Initiative in der Gründerzeit. Es wurde als Haus für die Stiftung des aus Hüngheim gebürtige Prof. Franz Christian Stockert (1838 bis 1912) errichtet, die als Schwesternhaus den Alten, Kranken und Kleinkindern im Ort zugute kommen sollte. Der Name Valentinusheim wurde der Einrichtung zu Ehren des Vaters Valentin Stockert (1809 bis 1884), Hauptlehrer in Hüngheim, verliehen. Der von einem Pforzheimer Architekten entworfene Bau zeigt einen für diese Bauaufgabecharakteristischen hohen gestalterischen Aufwand durch unterschiedliches Baumaterial und Formen der Neurenaissance. |
100908786 | ||
| Wegkreuz | Schubertstraße 2 (Karte) |
Um 1900, grüner und weißer Sandstein, Sockel mit Basis und Abschlusselement, lateinisches Kreuz mit Corpus, Inschrift: (Sockel) Trag du dein Kreuz / so trägt es dich / Zur besseren Heimat / sicherlich. (Inschriftentafel am Kreuzkopf) I. N. / R. I. (Sockelbasis) ----g F. Oed / - Mergentheim | 100908845 | ||
| Hofanlage | Schubertstraße 11 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnstallhaus, zweigeschossiges Traufenhaus, verputzter Bau unter Krüppelwalmdach, im 18. Jh. errichtet, Erdgeschoss massiv, das Obergeschoss weitgehend aus Fachwerk, Traufseite im späteren 19. Jahrhundert in Backstein erneuert, breiter Eingang mit Profilgewände und zweiflügeligem Türblatt, wohl spätes 18./frühes 19. Jahrhundert; Stallscheune, Fachwerkbau über steinernem Unterbau Keller mit Rundbogen und Steinschiebefenstern, 1798 (i)
Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Hüngheims. Sie veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Arbeitsverhältnisse der bäuerlichen Bevölkerung und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte. Das Wohnstallhaus ist mit seiner Kubatur charakteristisch für die Entstehungszeit und Region um 1800. |
100909269 | ||
| Wohnstallhaus | Schubertstraße 16 (Karte) |
Zweigeschossiges, verputztes Traufenhaus unter hohem Mansard-Krüppelwalmdach, Fachwerkbau mit massivem Stallgeschoss bzw. Hochkeller, rundbogiges Kellerportal, Eingang mit geohrtem Profilgewände und Türblatt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, erbaut 1798 (i) | 100909332 | ||
Weitere Bilder |
Pfarrkirchenkomplex St. Gertrud | Schubertstraße 19 (Karte) |
Bestehend aus:
Die de der heiligen Getrud geweihte katholische Pfarrkirche ist das einzige Gotteshaus dieses Patroziniums in der heutigen Diözese Freiburg. Sie ist ein weitgehend einfach gehaltener Barockbau von 1753, der einen bis ins Mittelalter zurückreichenden Vorgänger ersetzt. Sie ist als Mittelpunkt seit dem 15. Jahrhundert auf betreiben der Ortsherrschaft bestehenden Pfarrei wichtiges Zeugnis der Orts- und Kirchengeschichte. Bemerkenswert ist die barockzeitliche Ausstattung des Inneren, die vor allem mit dem aufwendig gestalteten Hochaltar von einem gewissen Anspruch der Patronatsherrschaft an eine angemessen Einrichtung ihrer Kirche zeugt. Das Gotteshaus wird bis heute von seinem alten Kirchhof mit Begräbnisplatz umgeben. Ortsgeschichtliche Bedeutung hat u. a. das Grabmal des Franz Christian Stockert, Stifter des Valentinus-Heims in Hüngheim (vgl. Schuberstraße 2). |
109814053 ( | |
| Schulhaus | Schubertstraße 21 (Karte) |
Bis 1868 auch Rathaus, zweigeschossiges, verputztes Traufenhaus unter Krüppelwalmdach, über Stallkeller massives Erdgeschoss, das Obergeschoss aus Fachwerk, regelmäßige Fenstergliederung, Eingang mit Profilgewände, 18. Jahrhundert, umgebaut 1848
Die Sonderfunktion des Gebäudes als Schulhaus drückt sich durch Größe, Bauweise und die zentrale Platzierung im Ortsgefüge aus. Es bezeugt die Entwicklung des Schulwesens in Hüngheim. Schulbetrieb ist wohl schon seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar, ein Volksschullehrer erstmals 1707 erwähnt. Das Schulhaus beherbergte bis 1868 auch die Ratsstube und wurde zum Bau des neuen Schulhauses 1914 als Unterrichtsgebäude genutzt. |
100909964 | ||
| Steinskulptur | Schubertstraße (Karte) |
Josef mit dem Kind, im späteren 19. Jahrhundert aufgestellt, heller Sandstein, Kunststein, gemauerter Sockel, Statue mit kleiner Basis, darauf Inschrift: Gebet zu Josef | 100909116 | ||
| Tafelbildstock mit Relief des Heilig-Blut-Wunders zu Walldürn | Nähe Silcherstraße 8 (Karte) |
1729, roter Sandstein, schlanker, vierkantiger Sockel, sich nach oben verjüngender Schaft, Relieftafelaufsatz, Bekrönungskreuz, Inschrift: (Aufsatz) das H/BLVT/ /JeSV/CHRISTI/ // (Sockel) ANO (1)729 / GOT / VND/SEIN / EM/h/BLV / ZV/EHRR / HAT/DIESE / BILDSTOCK / H/S/ADEL / MAN AVF / RICHE/LASE
Der barocke Tafelbildstock vertritt einen in der Region weit verbreiteten Typus des Andachtsbildes. Er ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft in der überwiegend katholisch geprägten Gegend. Er verweist auf das Heilig-Blut-Wunder zu Walldürn und markiert wohl einen der alten lokalen Wallfahrtswege zu dem überregional ausstrahlenden Pilgerzentrum. |
100911783 |
Merchingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Untere Mühle | Akazienstraße; Untere Mühle (Karte) |
Mühlgehöft des 18. Jahrhunderts, bestehend aus:
Die Untere Mühle ist ein prägendes Element in der Kulturlandschaft des Kessachtals. Die bestehenden Gebäude gehen ins 18. Jahrhundert zurück; der Mühlenstandort ist vermutlich älter. Die Hausteile des Mühlengebäudes veranschaulichen in authentischer Weise ihre historische Funktion. So bewahrt der Mahlteil die gewachsene technische Ausstattung aus der Zeit des 19. bis 20. Jahrhundert, mit der die Mühle bis 1972 betrieben wurde. Während der Mahlteil entsprechend den technischen Anforderungen baulich erweitert wurde, ist der Wohnteil fast unverändert überliefert. Wichtig ist dabei u. a. die große Stube im Obergeschoss. Sie zeigt eine hüfthohe Vertäfelung und zwei handgeformte Stuckdecken, die ins 18. Jahrhundert zu datieren sind. Der in seinem ursprünglichen Kontext erhaltene Bestand hat Seltenheitswert. Die Grundrissstruktur ist beinahe unangetastet. Funktionshistorisch zugehörig sind Hangkeller und Stallungen. Der Hangkeller stammt ausweislich eines Schlusssteins aus dem Jahr 1768 und gehört damit zum barocken Baubestand des Gehöfts. Jeder Müller pflegte eine eigene Landwirtschaft. Die bestehenden Stallungen wurden zwar 1954 und 1959 durchgreifend erneuert. nehmen jedoch die Position der Vorgängerbauten, ihre Größe und in etwa auch ihre Kubatur ein und sind damit fähig, den Eindruck eines Mühlgehöftes zu vervollständigen. Das Mühlanwesen ist aufgrund seiner authentischen, sowohl Organisation als auch Gerätschaften umfassenden Überlieferung fähig, das traditionsreiche, heute fast ausgestorbene Müllerhandwerk anschaulich zu überliefern. Die Wohnräume dokumentieren die spätbarocke Wohnkultur der ländlichen, sozial besser gestellten Bevölkerung des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Darüber hinaus hat die Untere Mühle siedlungs- und technikgeschichtliche Bedeutung. |
100916930 | ||
Weitere Bilder |
Jüdischer Friedhof | (Karte) |
Ummauert, an der Straße nach Ballenberg angelegt, 1810 (a), ummauert um 1900, mit Grabsteinen des 19. und 20. Jahrhunderts, erste Beisetzung 1810, letzte Beisetzung 1938
Der jüdische Friedhof von Merchingen entstand erst in badischer Zeit 1810. Zuvor hatten die Merchinger Juden ihre Toten in Bödigheim und 1769 bis 1773 zwischenzeitlich in Hüngheim beisetzen müssen. Der große Friedhof an der Straße nach Ballenberg wurde bis 1938 belegt. Er ist neben der Synagoge (Buchenweg 15) das wichtigste Zeugnis jüdischer Kultur und Geschichte Merchingens, dessen Gemeinde um die Mitte des 19. Jahrhunderts mit 325 Personen ihren Höchststand erreichte. Sie ging mit der Deportation der letzten drei jüdischen Einwohner des Ortes in die Todeslager im Osten 1940 unter. |
96951119 ( | |
| Wohnhaus | Buchenweg 2 (Karte) |
Zweigeschossiges Eckgebäude auf spitzwinkligem Grundstück unter Satteldach, Hochkeller aus Kalkstein, die Wohngeschosse aus teils verputztem Fachwerk, Geschossüberstand mit profilierten Balkenköpfen, Satteldach mit steilerem Frontgiebel, Kniestock und Zwerchhaus, bauzeitliche Eingangstüren mit Oberlichtern, Fenster im Obergeschoss mit spitzen, satteldachartigen Stürzen, um 1850/60
Das Gebäude ist eine anschauliche materielle Quelle für die Ortsbaugeschichte im 19. Jahrhundert und aufgrund der exponierten Stelle ortsbildprägend und mit identitätsstiftender Wirkung. Es weist eine gelungene Eckhauslösung auf spitzwinkligem Grundriss auf. Mit abgeschrägter Ecke zeigt es eine von Heinrich Hübsch (und letztendlich von Friedrich Weinbrenner) in Karlsruhe mit den dortigen, typischen Spitzgrundstücken des Fächergrundrisses beeinflusst Form. |
100917047 | ||
Weitere Bilder |
Ehem. Synagoge (seit 1951 kath. Kirche) | Buchenweg 15 (Karte) |
Zweigeschossiger, giebelständiger Massivbau unter Mansard-Krüppelwalmdach, verputzt, urspr. Wohnhaus, nach Erwerb durch die jüdische Gemeinde 1737 (a) umgebaut, Umbau 1850 (a), im Inneren zerstört, 1938 (a), Umbau zur Kirche und Glockenturm angefügt, 1951 (a)
Wie durch ein Wunder überstand die Merchinger Synagoge die Zeit des Nationalsozialismus: sie wurde zwar in der Reichspogromnacht 1938 im Inneren verwüstet und geplündert, aber nicht niedergebrannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das leerstehende jüdische Gotteshaus zur katholischen Kirche ausgebaut. Im kern handelt es sich um ein barockzeitliches Wohnhaus, das 1737 von der jüdischen Gemeinde erworben und zum Betsaal umgebaut wurde. Zusammen mit dem jüdischen Friedhof bildete das Gebäude das Zentrum der Gemeinde, die seit dem 17. Jahrhundert in dem reichsritterlichen Dorf entstanden war. Ihr Betsaal bildete seit 1827 die Bezirkssynagoge mit insgesamt 19 zugehörigen Gemeinden. Die Merchinger Gemeinde selbst erreichte 1849 mit 325 Angehörigen ihren Höchststand. Die Synagoge blieb bis 1880 Sitz des Bezirksrabbinats. Das Gotteshaus bildet eine charakteristische Variante des Synagogenbaus in der christlichen Diaspora ohne eigenen Synagogenstil, sondern in der Orientierung an der allgemeinen Architekturgeschichte mit zeittypischen Elementen des Barocks. |
100917247 ( | |
| Dörnishof | Dörnishof 1 (Karte) |
Längsrechteckig angelegter Gutshof der Freiherren von Berlichingen (seit 1947 in bürgerlichem Besitz), bestehend aus:
nordöstliche Traufenwand der abgängigen Scheune, Kalksteinquader und Sandsteinrahmungen, 19. Jahrhundert;
Die stattliche Hofanlage ist ein charakteristisches Beispiel für einen großen herrschaftlichen Gutshof in Adelsbesitz. Er gehörte der Ortsherrschaft, d. h. den Freiherren von Berlichingen, welche den landwirtschaftlichen teil des ausgedehnten Hofgutes seit dem 19. Jahrhundert bis 1947 verpachteten. Die Anlage dokumentiert Leben und Arbeiten auf einem großen Gutshof im 19. Jahrhundert und ist - gelegen anstelle des abgegangenen Weilers Bensenweiler - von siedlungsgeschichtlicher Bedeutung. Die Bauten dokumentieren allesamt ländliche Wohn- und Funktionsgebäude im 19. Jahrhundert. Das langgestreckte Gutshaus steht dabei mit seiner Bauweise und Gestaltung noch ganz in der Tradition bäuerlicher Wohnbauten des 18. Jahrhunderts. |
100917310 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Eichenstraße 2 (Karte) |
Zweigeschossiges Traufenhaus unter Mansarddach, verputzter Massivbau, Erdgeschossöffnungen mit profilierten und gebogenen Stürzen, in der Ladenzone wellenförmig zusammengefasst, bauzeitliche Eingangstür mit gesprosstem Glasfeld, Anfang 20. Jahrhundert
Das Gebäude zeigt mit seiner Ladenzone im Erdgeschoss eine im ländlichen Umfeld bemerkenswerte baukünstlerische Gestaltung in Jugendstilformen. Es veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse zu Anfang des 20. Jahrhunderts und ist mit seiner Kubatur und den einfachen Putzfassaden ein charakteristisches Beispiel für die Reformarchitektur der Zeit mit Bedeutung für die Ortsbaugeschichte. |
100917390 | ||
| Doppelwohnhaus | Erlenweg 5 (Karte) |
Zweigeschossiges, verputztes Giebelhaus unter einseitigem Krüppelwalmdach, rdgeschoss massiv, Obergeschoss aus Fachwerk, Haupteingang mit profiliertem Oberlichtportal, 1815 (i)
Das Gebäude tradiert mit seiner Kubatur und Bauweise die ländliche Architektur des 18. Jahrhunderts. Es gibt mit seiner platz- und kostensparenden Bauweise als Doppelhaus Hinweise auf die Lebensweise ärmerer Bevölkerungsschichten der Kleinbauern und Tagelöhner und damit auf die Sozialstruktur des Ortes. |
100918378 | ||
Weitere Bilder |
Schulhaus | Lindenplatz 1 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau mit Mittelrisalit unter flachem Satteldach, Fassade aus Kalkstein mit Simsen und Gewänden aus Sandstein, axialsymmetrische Gliederung mit großen Fenstern der Schulsäle im Erdgeschoss, vier der Hanglage folgend höhenversetzt angeordnete Kellertore, Eingang mit Profilgewände und Verdachung, im Kniestock kleine Rundfenster, 1880/81 (a)
Das stattliche Gebäude am hauptplatz des Ortes in unmittelbarer Nachbarschaft zur evangelischen Pfarrkirche ist bauliches Zeugnis für die Entwicklung des Merchinger Schulwesens, das seine Anfänge im 16. Jahrhundert hat. 1685wurde ein erstes eigenes Schulhaus von der Gemeinde errichtet, das 1880/81 durch den bestehenden Schulhausneubau ersetzt wurde. Er dient bis heute als Grundschule. Die Bedeutung, die der Bauaufgabe durch die Gemeinde zugemessen wurde, und der Bürgerstolz drücken sich in der Größe, der streng axialen Anordnung der Fassaden einem und guten Baumaterial aus, mit dem sich das Schulhaus deutlich von der umgebenden Wohnbebauung absetzt. Mit diesen Merkmalen ist es ein charakteristischer Schulbau der Gründerzeit. |
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| Ehrenmal für den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 | Lindenplatz 1 (Karte) |
Aufgetsellt 1873, Sandstein, Obelisk über Stufenaufbau und Sockel mit Abschlussplatte, auf Vorder- und Rückseite Löwenköpfe, auf dem Obelisk Schwerter und Blätter, Inschrift: (Vorderseite Obelisk) Zu Erinnerung / an den / Glorreichen Krieg / 1870 bis 71, (Rückseite) DEUTSCHLAND`s / TAPFEREN SÖHNEN / MDCCCLXXIII
In vielen badischen Gemeinden wurden zu Ende des 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts von Veteranenvereinen und den Kommunen Ehrenmäler aufgestellt, welche der Teilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 gedenken. Dabei wurden nicht nur der Gefallenen gedacht, sondern aller Soldaten aus der jeweiligen Gemeinde. Sie sind auch Erinnerung an die Reichseinigung unter preußischer Führung und stellen dabei den badischen Anteil heraus. Das Merchinger Denkmal ist ein besonders frühes Beispiel und lehnt sich mit seinen klassizisierenden Formen an antike Grab- und Ehrenmäler an. Geschaffen wurde es laut Inschrift am Sockel von der seinerzeit renommierten Kunstwerkstätte Zartmann in Heilbronn, die nicht nur zahlreiche religiöse Skulpturen herstellte, sondern offensichtlich auch weltliche Denkmäler wie dieses. |
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Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs | Lindenplatz 2 (Karte) |
Gestuftes Postament mit ionischem Kapitell, am Sockel Relieftafeln, an beiden Seiten Marmortafeln mit den Namen der im Ersten Weltkrieg Gefallenen, zwei freistehende Stelen mit Marmortafeln, darauf die Namen der im Zweiten Weltkrieg Gefallenen und Vermissten, von der Gemeinde Merchingengestiftet, nach 1918 (i), erweitert und auch den Gefallenen des Zweiten Weltkriegs gewidmet, nach 1945
Das Gefallenendenkmal erhebt sich am Hauptplatz des Ortes direkt vor dem Schloss. Es dokumentiert die Erinnerung an zwei kriegerische Großereignisse, welche auch das Leben in der badischen Landgemeinde nachhaltig beeinflusste. |
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Schloss Merchingen (oder auch Schloss Berlichingen) | Lindenplatz 2, 4, 6 (Karte) |
Gegründet durch Hans von Aschhausen, 1564 bis 1566 (a, i), ausgebaut durch die Freiherren von Berlichingen im 18. Jahrhundert, bestehend aus:
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Ev. Pfarrkirche | Lindenplatz 3 (Karte) |
Dreischiffige Emporenkirche mit eingezogenem Polygonalchor und Westturmfassade, teilverputzter Massivbau, Gliederung durch hohe Spitzbogenfenster und gestufte Strebepfeiler, Haupt- und Seitenportale mit Schulterbögen und Wimpergen, achteckiges Turmobergeschoss mit Spitzhelm, im Langhaus Kreuzgewölbe, im Chor Rippengewölbe, oktogonale Kanzel und bauzeitliches Gestühl, 1853 bis 1855 (a, i)
Die evangelische Pfarrkirche definiert zusammen mit dem benachbarten Schulhaus und dem ausgedehnten Schlosskomplex die Merchinger Ortsmitte. Sie ist ein besonders frühes Beispiel eines neugotischen Kirchenbaus in baden. Dabei zeigt die Außengestaltung noch eine gewisse Einfachheit und Strenge Zusammen mit dem Friedhof ist die Kirche das geistige Zentrum des seit dem 16. Jahrhundert lutherischen Merchingens. Ein Pfarrer ist erstmals für das Jahr 1222 belegt. Der Neubau ersetzte den mehrfach umgebauten und wehrhaften mittelalterlichen Vorgänger. Als Emporenkirche ist das Gotteshaus charakteristische für den protestantischen Kirchenbau für den evangelischen Sakralbau um die Mitte des 19. Jahrhunderts und ist programmatisch für den direkteren Zugang der Gemeinde zum gesprochenen Wort von der Kanzel. Die Architektur zeigt ausgewogene Proportionen, einen lebhaften Materialwechsel von Kalkstein und gelbem Sandstein und eine reiche Portalgestaltung. |
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| Friedhof mit Pilgerstandbild und Einfriedung | Nähe Weidenweg 2 (Karte) |
Eingang mit zweiflügeligem Eisengittertor; Sandsteinfigur eines ruhenden Pilgers mit Kreuz an der Aussegnungshalle, nach Aufgabe des alten Kirchhofs bei der Ev. Pfarrkirche neu angelegt, 1843 (a)
Wie in vielen Gemeinden , so wurde auch in Merchingen der alte Begräbnisplatz um die Pfarrkirche in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgegeben und 1843 aus Platz- und vor allem Hygienegründen an den Ortsrand verlegt. Das schuf zugleich Platz für den wenige Jahre später errichteten Neubau der Kirche. |
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Oberwittstadt
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
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| Speicherbau | Benno-Rüttenauer-Straße (Karte) |
Kleiner, zweigeschossiger Bau unter Satteldach, Fachwerkkonstruktion mit stockwerkshohen Streben und sichtbaren Deckenbalken, 18. Jahrhundert
Das zweigeschossige Fachwerkgebäude ist Zeugnis einer bestimmten Form der Vorratshaltung auf einem landwirtschaftliche genutzten Anwesen früherer Zeit. Es ist als eigenständiger Speicherbau eine relative Besonderheit, da die Vorratsfunktion sonst im Wohnhaus oder Stallgebäude untergebracht wurde. Mit seiner Konstruktion ist das Gebäude charakteristisch für Fachwerkbauweise im 18. Jahrhundert. |
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| Tafelbildstock | Nähe Brentanostraße 11 (Karte) |
Sog. Skapulierbild, Sandstein, vierkantiger Sockel, nach oben verjüngter Pfeiler, Tafelaufsatz mit Voluten und Bekrönungskreuz, Relief Fegefeuer und Muttergottes mit Skapulier, 1748 (i) | 109837073 | ||
| Tafelbildstock | Brentanostraße 13 (Karte) |
1717 aufgestellt, heller Sandstein, vierkantiger Sockel mit Basis und Abschlusselement, Säule mit Plinthe und Kapitell, Relieftafelaufsatz mit Bekrönungskreuz, Christus auf dem Ölberg, Inschrift am Sockel vorne: HENR / ICH/HN / EL/1717 | 100922180 | ||
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St. Bonifatius-Kapelle o. a. Vierzehn-Nothelfer-Kapelle | Brentanostraße 13 (Karte) |
Wallfahrtskapelle zwischen zwei schattenspenden Bäumen, Sandsteinbau unter steilem Satteldach, dreiseitiger Chorschluss, über dem Eingang kreisrundes Vierpassfenster, längsseitig Spitzbogenfenster, im Innern Spitztonnengewölbe, Gemälde der vierzehn Nothelfer, um 1800, errichtet im 13. Jahrhundert, Umbau Mitte 15. Jahrhundert, Dachreiter erneuert, 1858 (a), Kapelle erneuert 1877 (a)
Die gotische Bonifatius-Kapelle, auch Vierzehn-Nothelfer-Kapelle genannt, erhebt sich weithin sichtbar über dem Ort und ist eine charakteristische mittelalterliche Wallfahrtskapelle. Sie ist zusammen mit der örtlichen Pfarrkirche St. Peter und Paul, dem Pfarrhaus und dem Friedhof Zeugnis der Geschichte des bis ins 20. Jahrhundert überwiegend katholischen Orts Oberwittstadt und war ein einst sehr besuchter Wallfahrtsort. |
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| Wegkreuz | (Karte) |
1881, roter Sandstein, Marmor, vierkantiger Sockel mit Basis und Abdeckplatte, lateinisches Kreuz mit hohem Fuß, Korpus, Inschrift auf Marmortafel: Gestiftet von Johann / Martin Waker’s Eheleute / 1881. Im Kreuz allein ist Heil. | 101087749 | ||
| Sühnekreuz | Eichendorffstraße 1 (Karte) |
Kalkstein, einelementiges, niederes Steinkreuz mit großflächiger Balkenansicht, Beilmotiv, 15./16. Jahrhundert
Sühnekreuze wie dieses sind charakteristische Zeugnisse der mittelalterlichen Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Die Setzungen der Totengedächtnissteine wurden zwischen Schädiger und Angehörigen des Geschädigten zur Wiederherstellung des Rechtes vertraglich ausgehandelt. Nachdem mit Erlass der Peinlichen Gerichtsordnung durch Kaiser Karl V. 1532 derartige Rechtsfälle der staatlichen Gerichtsbarkeit unterstellt worden waren, kam die regionalem Privatrecht unterliegende Aufstellung von Sühnekreuzen gegen Ende des 16. Jahrhunderts zum Erliegen. |
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| Doppelwohnhaus | Hauptmannstraße 12, 14 (Karte) |
Zweigeschossiges, teilverputztes Traufenhaus unter Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss und Giebel aus Fachwerk mit profiliertem Traufgesims, an Nr. 14 freiliegend, zwei verzierte Oberlichtportale mit Keilsteinen, 1814 (i)
Das Doppelhaus veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse der Landbevölkerung am Ausgang der Frühen Neuzeit. Es ist mit seiner Bauweise (massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk) charakteristisch für den ländlichen Wohnbau in der Region. Auffällige Akzente setzen die verhältnismäßig aufwendig gestalteten Oberlichtportale der Hauseingänge. Die Initialen in den stark stilisierten Rocaillekartuschen der beiden Türstürze weisen zwei unterschiedliche Bauherren aus, die sich offenbar aus Kostengründen zusammentaten, um das Doppelhaus gemeinsam erstellen zu können - ein in den Dörfern der Region immer wieder zu beobachtendes Vorgehen. |
100922400 | ||
| Steinkreuz | Hauptmannstraße (Karte) |
Wohl Sühnekreuz, gelber Sandstein, einelementiges Steinkreuz im Sockel der Scheune eingemauert, Verputz ausgespart, 16./17. Jahrhundert
Bei dem in das Erdgeschoss eines Hauses vermauerten Sandsteinkreuz dürfte es sich um ein spätmittelalterliches Sühnekreuz handeln. Sühnekreuze wie dieses sind charakteristische Zeugnisse der mittelalterlichen Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Die Setzungen der Totengedächtnissteine wurden zwischen Schädiger und Angehörigen des Geschädigten zur Wiederherstellung des Rechtes vertraglich ausgehandelt. Nachdem mit Erlass der Peinlichen Gerichtsordnung durch Kaiser Karl V. 1532 derartige Rechtsfälle der staatlichen Gerichtsbarkeit unterstellt worden waren, kam die regionalem Privatrecht unterliegende Aufstellung von Sühnekreuzen gegen Ende des 16. Jahrhunderts zum Erliegen. |
100922445 | ||
| Kreuzschlepper | Hauptmannstraße 21 (Karte) |
Ende 18. Jahrhundert aufgestellt, heller Sandstein, Sockel mit Abschlusselement, zweitverwendeter Pfeiler mit Kapitell, Inschrift: (im Sockel) Wer / sein Creutz nit / tragt, / und mir nit / nach folgt... (Schaft) Er trage / sein Creutz / Joh. 19 Cap.
Die Figur des Kreuzschleppers, des Christus, de runter der Last des Kreuzes auf dem Weg zu seiner Hinrichtungsstätte auf dem Berg Golgatha zusammenbricht, war ein beliebtes Thema für Bildstöcke. Hier erscheint die Figur auf einem hohen, reich verzierten Pfeiler. |
100923462 | ||
| Sog. Haus Zenkel | Hebelstraße 6 (Karte) |
Wohnstallhaus, seit Ende 19. Jahrhundert Kindergarten, eingeschossiges Giebelhaus unter Krüppelwalmdach, Stallsockel mit drei profilierten und geohrten Türgewänden, Wohngeschoss und Giebel aus Fachwerk, massiver verputzter Anbau unter Walmdach mit großen Fenstern des Kinderschulsaals, Traufgesims aus mehreren Backsteinlagen, 18. Jahrhundert, Erweiterung Ende 19. Jahrhundert
Das Gebäude ist in seinem Kern ein für die Region charakteristisches Wohnstallhaus mit zentraler Erschließung des Wohnteils und flankierenden Stalltüren,. Mit seinen geohrten Türgewänden und dem konstruktiven Fachwerk dokumentiert es den ländlichen Wohnbau des 18. Jahrhunderts. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse der Landbevölkerung. im späten 19. Jahrhundert kam es zu einer Funktionsänderung. Eine 1888 als Stiftung testamentarisch durch Eduard Zenkel verfügte Einrichtung einer Kleinkinderbetreuung führte zum Anbau eines Kinderschulsaal. Bis 1954 erfolgte die Betreuung des Kindergartens durch die Würzburger Schwestern der „Kongregation der Töchter des Allerheiligsten Erlösers“. 1961 wurde die Stiftung aufgelöst und von der Gemeinde Oberwittstadt übernommen. Bis heute dient das Gebäude als Kindergarten und ist für fast alle Oberwittstadter daher ein wichtiger Identifikationsort. Das Haus ist damit auch ein bemerkenswertes Zeugnis der Fürsorge- und Sozialgeschichte auf dem Land, wussten doch die Familien ihre kleinen Kinder während der Feldarbeit tagsüber betreut und versorgt. |
100923501 | ||
| Kath. Pfarrhaus mit Garten und Einfriedung | Herderstraße 4 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau unter schiefergedecktem Walmdach, Fassaden aus hellem Kalkstein, Sockel, Fenster- und Türrahmungen aus rotem Sandstein, Risalit mit klassizistischem Dreiecksgiebel und seitlichem Eingang, dekorativer Eckerker im Stil der Neurenaissance aus Sandstein mit verschiefertem Spitzhelm, 1880 (i)
Das katholische Pfarrhaus bildet zusammen mit der Pfarrkirche St. Peter und Paul, dem Friedhof und der Bonifatiuskapelle ein wichtiges Zeugnis der Geschichte des bis ins 20. Jahrhundert überwiegend katholischen Orts Oberwittstadt. Es veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse eines katholischen Landgeistlichen im späteren 19. Jahrhundert und ist der dritte Pfarrhausbau Oberwittstadts. Als Mittelpunkt der1465 neu geschaffenen eigenständigen Pfarrei - zuvor war Oberwittstadt Filiale von Ballenberg - ist das Gebäude von kirchengeschichtlicher Bedeutung. Der repräsentative Bau zeigt, wie der Pfarrhausbau im späteren 19. Jahrhundert vom historistischen Villenbau beeinflusst wurde. Mit seinen Dimensionen und dem Ecktürmchen ist das Haus des Pfarrers deutlich gegenüber der übrigen Bebauung im Ort hervorgehoben und bringt so die gesellschaftliche Stellung des Dorfpfarrers bzw. seines Amts zum Ausdruck. |
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Kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul | Herderstraße 11 (Karte) |
Massive verputzte Saalkirche mit halbrundem Langchor und Ostturm, Langhaus und Chor Gliederung durch hohe Stichbogenfenster, Westportal mit Rundbogen und Sprenggiebel, in Figurennische Maria Himmelskönigin, innen stuckierte Voutendecke, Deckengemälde, doppelstöckige Emporenanlage, barocker Hochaltar und Kanzel von Johann Andreas Sommer aus Künzelsau, um 1756, Seitenaltäre, Ende 18. Jahrhundert, Orgel, 1915, errichtet über älterem Vorgänger nach Entwurf von Johann Baum, Wimpfen, 1755/56 (a, i), Turm errichtet nach Entwurf von Johann Michael Fischer, Würzburg, unter Verwendung von Teilen des Chorturms der Vorgängerkirche, 1780/81 (a, i); zweiläufiger Treppenaufgang; Stützmauer mit eingemauertem Bildstockfragment, roter Sandstein, durchbrochenes Relief, Kreuzigungsszene, Inschrift: LENHARDT / GLADBACH / ANMO DOMINII s 1596 | 100924268 ( | |
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Sog. Heilighaus | Herderstraße 19 (Karte) |
Wohnhaus, ab 1812 Gasthaus Zum Ochsen (heute Museum und Volksbank), zweigeschossiges, herrschaftliches Traufenhaus unter Mansard-Krüppelwalmdach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss aus Fachwerk, verputzt mit aufgemalter Eckquaderung nach Befund, profilierte und geohrte Gewände, Eingangsportal mit Oberlicht und verzierten, vierfeldrigen Türblättern, im Innern historische Stuckdecken, Eichenholztreppe mit geschwungenen Brettbalustern, Türen, Dielenböden, Holzlambris, Tonplattenboden im Dachgeschoss, Tapeten und Schablonenmalerei, 1errichtet an der Stelle eines herrschaftlichen Gebäudes, 1787 (i) | 100924413 ( | |
| Tafelbildstock | (Karte) |
1800 aufgestellt, roter Sandstein, kleiner, vierkantiger Sockel mit Abschlusselement, Pfeiler mit Basis und Kapitell, Relieftafelaufsatz, Bekrönungskreuz, Kreuzigungsszene, Inschrift: (Sockel) Gott dem Allmach / tigen allen Lieben / S--- zu Lob und Ehren / haben Adam Buckberger / und Cathar Iran- / dieses Bild aufrich / ten lassen. (Schaft unten) 1800 | 100931298 | ||
| Sog. Magdalenenschlößchen | Lessingstraße 11 (Karte) |
Villa mit Garten in landschaftsprägender Lage, 1912 bis 1936 Heilbad, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit hohem Walmdach, Fassade mit axialsymmetrischer Gliederung, im Mittelrisalit über dem Eingang konsolengestützter Balkon mit schmiedeeisernem Geländer, Traufgesims mit Friesdekor, erbaut für Magdalena Welz, 1868 (a), 2. Obergeschoss mit Walmdach aufgesetzt Ende 19. Jahrhundert
Das hoch aufragende Gebäude des sog. Magdalkenenschlösschens ist ein ortsbildprägendes Element in Oberwittstadt. Es ist auf das engste verknüpft mit der Geschichte der Leinenwebertocher Maria Magdalena Welz, die ihren Anhängern als „heilige Magdalena“ galt. Sie zählte zu den eifrigsten Anhängerinnen des charismatischen Kaplans Ambros Oschwald (1801 bis 1873), der 1845 bis 1848 in Ballenberg wirkte und die Welt zu verbessern suchte. Er verfasste mystische und prophetisch-endzeitliche Schriften und betätigte sich als Heiler. Daraus entwickelte sich eine christlich-soziale Bewegung und Sekte. Nachdem Oschwald 1854 mit einem Teil seiner Anhängerschaft in die USA ausgewandert war, ernannte sich die schwärmerische Magdalena zu seiner Nachfolgerin. Sie trieb Spendengelde rein, mit denen sie in Oberwittstadt ein repräsentatives Wohnhaus errichten ließ, das in Erwartung des nahen Weltendes den Mittelpunkt einer geplanten christlichen Burg Zion als Vorstufe zum neuen Jerusalem werden sollte. Mit dem Tod Magdalenas 1873 endete das Treiben. Das Gebäude wurde zu Ende des 19. Jahrhunderts aufgestockt. Es ist ein für die frühe Gründerzeit charakteristischer Bau, der noch von klassizistischer Strenge durchdrungen ist und mit seiner axialsymmetrischen Gliederung sowie dem mittigen Balkon wie ein adeliges Landschloss wirkt. |
100924802 | ||
| Wasserhochbehälter | Lessingstraße 15 (Karte) |
Kalksteinbau mit Sandsteingliederung, Eingang mit Profilgewände und achtfeldriger Eisentür, Teil eines Systems zur örtlichen Wasserversorgung, 1936 (i)
Der Hochbehälter dokumentiert die Einrichtung einer modernen Wasserversorgung für Oberwittstadt in den 1930er-jahren. Jenseits der üblichen Architekturtendenzen der Zeit ist die Fassade des Eingangsbauwerks in Neubarockformen gestaltet, entspricht so aber den Idealen der Heimatschutzbewegung. Auch Funktionsbauten sollten sich noch im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts möglichst harmonisch ins Bild der gewachsenen Kulturlandschaft einfügen. |
100924837 | ||
| Hausmadonna an der Traufenseite eines Wohnhauses | Uhlandstraße (Karte) |
Gefasste Gipsfigur der Maria Immaculata in einer spitzgiebeligen Wandnische mit Glastür, 19. Jahrhundert
Die Madonnenfigur ist mit ihrer Orientierung an Bildwerken der Hochgotik ein charakteristisches Beispiel für eine Heiligenfigur des Historismus. |
100930999 | ||
| Tafelbildstock | Lönsstraße 3 (Karte) |
1741 angefertigt, roter Sandstein, über vierkantigem Sockel sich verjüngende Säule mit Plinthe und Kapitell, Relieftafelaufsatz mit Bekrönungskreuz, Heilig Blut, Inschrift: (im Sockel) GOT ZV EHREN HAT / DER EHRBARE MANN / ADAM STAL VND DORADEA / STALIN SEINES VATERS / SELIG ZV EINER GED / ECHNVS DIESEN BILT / STOCK AVFRICHEN / LASEN ANNO / 1741, urspr. Standort Stifterstraße 2, 1936 transloziert | 100925069 | ||
| Lourdesgrotte | Lönsstraße (Karte) |
Aus Bruchstein zusammengefügtes Gewölbe, Bekrönungskreuz, Gipsfiguren der Lourdesmadonna und der Bernadette, Ende 19. Jahrhundert
Die zumeist Ende 19./Anfang 20. Jahrhunderts errichteten Lourdesgrotten stellen die Beziehung zum wichtigen katholischen Wallfahrtsort Lourdes her, wo 1858 dem Bauernmädchen Bernadette die unbefleckt empfangene Jungfrau Maria erschienen sein soll. Lourdesgrotten auf Kirchhöfen oder als Flurdenkmal an einer Wegkreuzung, am Feldrand oder im Wald sind somit wichtige Objekte lokaler Wallfahrten. Kleinere, von Privatpersonen (vielfach in Eigenleistung) errichtete Lourdesgrotten entstanden häufig aufgrund privater Gelübde, oft in Verbindung mit einer Wallfahrt nach Lourdes und erfolgter Heilung von Krankheit, aber auch z. B. als Dank für unbeschadete Heimkehr aus dem Krieg oder Rettung aus Gefahr. Dabei spielte die von Rom geförderte steigende Marienverehrung in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle. Die Oberwittstadter Grotte ist damit ein charakteristisches Zeugnis katholischer Marienfrömmigkeit. |
100925789 | ||
| Wegkreuz | (Karte) |
1875, roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Basis und Abdeckplatte, lateinisches Kreuz mit Fuß, Inschrift: (Sockel) „Vater in deine Hänge empfehle / ich meinen Geist!“ / Hier starb / Joh. Mich. Ziegler / am / 18. Juli 1859, alt 72 Jahre / errichtet / von / F. Wilh. Ziegler Eheleute / 1875. (Kreuzstamm) Es ist / vollbracht. | 100924916 | ||
| Doppelwohnhaus | Mörikestraße 4 (Karte) |
Eingeschossiges, verputztes Giebelhaus unter hohem Satteldach, Erdgeschoss massiv, Fachwerkgiebel mit Balkenvorstößen, wohl 18. Jahrhundert, Nr. 6 zweigeschossig aufgestockt, 19. Jahrhundert, nach hinten verlängert, 1941 (a)
Bäuerliche Doppelhäuser wie dieses sind in der Region keine Seltenheit. Oftmals taten sich Bauherren aus Kostengründen zusammen und errichteten gemeinsam ein Wohnhaus mit zwei Eingängen für ihre Familien. Das Gebäude, das im Zuge des Bevölkerungswachstums im hinteren Teil im 19. Jahrhundert aufgestockt und schließlich sogar noch verlängert wurde, veranschaulicht frühere Lebensverhältnisse und Bauweisen auf dem Land und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
100926377 | ||
| Friedhof | Scheffelweg (Karte) |
Als Ersatz für den alten Kirchhof bei St. Peter und Paul neu angelegt, 1871 (i) bestehend aus:
Wie in vielen Gemeinden, so wurde auch in Oberwittsadt im lauf des 19. Jahrhunderts der alte Begräbnisplatz auf dem Kirchhof aufgegeben, vorzugsweise aus Platz- und Hygienegründen. Hier geschah dies 1871 und damit verhältnismäßig spät. Dabei wurde das alte Friedhofskreuz an den neuen Standort versetzt. Der Friedhof ist damit Zeugnis der Siedlungsgeschichte. Als Erinnerungsort an historische Oberwittstadter Persönlichkeiten wie verschiedene Pfarrer, und die Gefallenen der Weltkriege hat der Gottesacker auch ortsgeschichtliche Bedeutung. Die beiden Pfarrergräber sind dabei qualitätvolle Zeugnisse der Grabmalkunst des späten 19 und frühen 20. Jahrhunderts. |
100927443 | ||
| Wegkreuz | Schollhof (Karte) |
1890 aufgestellt, roter Sandstein, franz. Kalkstein, vierkantiger Sockel mit Basis und Abdeckplatte, lateinisches kreuz, Korpus, Inschrift: (Sockel vorne) Es ist vollbracht / Vater in deine Hände / empfehle ich meinen / Geist. (Sockel hinten) Gestiftet von Michael Joseph Appel 7 und dessen Ehefrau / Katharina Appel 7 v. Schollhof / 1890. (unten an der Basis) Imhof | 100928185 | ||
| Tafelbildstock | Schollhof 14 (Karte) |
1749 aufgestellt, roter Sandstein, Sockel mit Basis und Abdeckplatte, Säule mit Plinthe und Kapitell, Relieftafelaufsatz, Bekrönungskreuz, Maria Himmelskönigin, Jacobus der Ältere (links), Hl. Margareta (rechts), Inschrift: (Gott) Zu / Ehrn hatt der / ehrsame Man Jac- / ob -ill- und Barb= / seine Haus Frau / (diesen) biltstock auf / Richten lassen / 1749 | 100929272 | ||
| Wegkreuz | (Karte) |
Ca. 1920, roter Sandstein, Eisen, Metallguss, vierkantiger Sockel mit zweistufiger Basis, Kreuz mit Basis, Korpus, Inschrift: (Sockel) Hier starb nach Gottes / hl. Willen, an einem Herzschlag, unser lb. Gatte u. Vater / Kilian Walz / am 5. Juni 1920 im / Alter von 54 Jahren. (obere Stufe der Sockelbasis) O Herr, gib ihm die ewige Ruhe (Sockel rechts) gewidmet von den / dankbaren Angehörigen | 100931719 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Kapelle Hl. Familie | Schollhof 14 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit eingezogenem Rundchor und Dachreiter, über dem Eingang Rundbogennische mit Skulptur des hl. Wendelin, innen stuckierte Flachdecke, neugotischer Dreiflügelaltar, 1899 (i)
Das kleine Gotteshaus ist mit seiner Grundform charakteristisch für die Kapellen von Weilern und großen Einzelhöfen. Mit seiner Errichtung erhielt der Weiler Schollhof sein erstes eigenständiges Kirchengebäude. Die Kapelle ist Filial der Pfarrei Oberwittstadt und von ortsbau- und religionsgeschichtlicher Bedeutung. |
100929178 ( | |
| Wohnhaus | Trenkerstraße 1 (Karte) |
Ursprünglich wohl Verwaltungssitz einer lokalen Grundherrschaft, zweigeschossiges, verputztes Giebelhaus unter Krüppelwalmdach, massives Erdgeschoss mit Heiligennische, darüber Fachwerk mit Auskragungen und vorstehenden Balkenköpfen, Dachgeschoss mit einfach stehendem Stuhl, Verblattungen und Fachwerkfassungen (Sommerstube?), in der Stube balusterförmig geschnitzter Stützpfosten, 1539/40 (d, i), Einbau Gewölbekeller, 1577 (i), Erneuerung Erdgeschoss in Massivbauweise und Anbauten, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Das stattliche Gebäude ist der älteste überlieferte Wohnbau Oberwittstadts und datiert noch an den Ausgang des Mittelalters. Der Dachstuhl zeigt noch Verblattungen. Dimensionen und Qualität der Ausstattung weisen auf eine mögliche Funktion als verwaltungssitz der Grund- und/oder Ortsherrschaft hin. |
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| Bierkeller | Trenkerstraße (Karte) |
In den Hang eingelassener Gewölbebau aus Vor- und Hauptraum, Eingangsportal und Zwischenwand mit Gewände aus Sandstein, bezeichnet im Keilstein, 1834
Über Jahrhunderte hin waren sowohl bei Gasthäusern als auch bei Privatleuten solche in den Fels getriebene Lagerkeller gebräuchlich, wenn die topographischen Voraussetzungen gegeben waren. Da sie heute wegen besserer Lagermöglichkeiten kaum noch gebraucht werden, genießen die immer rarer werdenden Exemplare Seltenheitswert. Die Inschrift „Wendelin Michelbach 1834“ verweist auf den Besitzer der damaligen Brauerei im sog. Heilighaus (Herderstraße 19). Wendelin Michelbach hatte diese 1833 von seinem Vater, Joseph Anton übernommen hatte. Als Bierkeller eines Brauereigasthauses hat die Kelleranlage ortsgeschichtliche Bedeutung. Sie veranschaulicht vormoderne Möglichkeiten der Kühlung von Lebensmitteln, hier Bier. |
100929630 | ||
| Rathaus und Feuerwehrhaus | Uhlandstraße 16 (Karte) |
Zweigeschossiges Traufenhaus unter Satteldach, Erdgeschoss geschlämmter Bruchstein, Obergeschoss aus Fachwerk mit zeittypischen Zierformen, u. a. geschnitzte Eckständer und Kopfwinkelhölzer, profiliertes Schwellholz und Traufgesims, vorstehende Balkenköpfe, Heiligennische mit Gipsfigur Maria Himmelskönigin und Glasabdeckung, Sandsteintafel mit Bauinschrift, innen Stuckdecke, errichtet 1601 (i), nach Brand 1645 wiederhergestellt, umgebaut 1898 (i)
Das traufständige Gebäude bezeugt erster eigenständiger, bis 1903 genutzter Rathausbau der Gemeinde die Geschichte der kommunalen Selbstverwaltung Oberwittstadts. Sein Fachwerk ist charakteristisch für die Entstehung im 17. Jahrhundert und verweist mit den repräsentativen Formen auf die einstige Funktion des Hauses. Mit seiner ausführlichen Bauinschrift von 1601 erhält das Gebäude überdies Bedeutung für die frühneuzeitliche Ortsbaugeschichte. |
100931150 | ||
| Hausmadonna an der Traufenseite eines Wohnhauses | Uhlandstraße (Karte) |
Gefasste Gipsfigur der Maria Immaculata in einer spitzgiebeligen Wandnische mit Glastür, 19. Jahrhundert | 100930999 | ||
| Tafelbildstock | Hasselbach (Karte) |
1730 aufgestellt, roter Sandstein, über vierkantigem Sockel ionische Säule, Relieftafel mit Bekrönungskreuz, Heilige Familie, Inschrift: (Sockel) Gott zu Ehrn / hat der ehrsam Frantz / Kilian und Margretta / Seine haus:Frau=vor / seine Bruder Joseph / Disen Biltnus auff / Richten lasen Ano / 1.7.3.0, (Aufsatz) JesusMar:Joseph | 100931188 |
Unterwittstadt
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Tafelbildstock | Baulandstraße 5 (Karte) |
1804 aufgestellt, roter Sandstein, Sockel mit Abdeckplatte, nach oben verjüngter Schaft mit hohem Fuß und Kapitell, Relieftafelaufsatz, Bekrönungskreuz, Heilig Blut, Inschrift am Sockel: GOTT ZU EHREN / HATT/HERR FRANTZ / STAHL/UND CATHA / RINA/SEINE/EHE RAU / DIESE/BILTNUS / AUFRICHDEN/LASEN / ANNO/DOMINI / 1804 | 101091120 | ||
| Gasthaus Zum Roß | Baulandstraße 8 (Karte) |
Zweigeschossiges, repräsentatives Traufenhaus unter Walmdach, zweifarbiger Klinkerbau mit Sandsteingliederung und Hochkeller aus Kalkstein, Eingang mit bauzeitlichem Türblatt in eingezogener, offener Vorhalle, rundbogige Figurennische mit Pietà und Glasabdeckung, 1906 (i)
Das stattliche Eckgebäude in ortsbildprägender Lage bezeugt die Gasthaustradition des Ortes und ist ein anschauliches Beispiel für ein großes landgasthaus aus wilhelminischer Zeit. Durch gutes Baumaterial und repräsentative Gestaltung von städtischem Gepräge setzt sich das Gasthaus deutlich von der umgebenden Wohnbebauung ab. Das unterstreicht die besondere Bedeutung des Gasthauses innerhalb der Ortsstruktur, auch als ein Mittelpunkt gesellschaftlichen Lebens. Es ist Zeugnis der Sozial- und Ortsgeschichte. |
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| Rathaus | Baulandstraße 10 (Karte) |
Zweigeschossiges Giebelhaus unter Halbwalmdach, verputzter Massivbau mit Sandsteingewänden, hohe, einläufige Außentreppe ins Obergeschoss, unter Verwendung von Teilen des Vorgängerbaus errichtet, frühes 19. Jahrhundert
Das breit gelagerte giebelständige Gebäude bezeugt die Geschichte der Selbstverwaltung des Ortes und diente bis zur 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts als Sitz der Kommunalverwaltung. Mit seiner Kubatur wie auch verschiedenen Details steht das Gebäude noch ganz in barockzeitlicher Bautradition. Es hat wichtige Bedeutung für die Ortsbaugeschichte und ist ein anschauliches Beispiel für einen ländlichen Rathausbau am Ausgang der Frühen Neuzeit. |
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| Tafelbildstock | Baulandstraße 10 (Karte) |
Um 1800 aufgestellt, gelber und roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Basis und Abdeckplatte, dorische Säule, Relieftafelaufsatz, Kreuzigungsszene, Hl. Paulus (links), Hl. Margareta (rechts) Ursula, Inschrift: (Aufsatz) Dis Bild hatt zum MEMORIAL / hier setzen lassen Paulus Stahl / und VRSula sein Ehlich weib / dennen Gott allzeit gnadig bleib. (Sockel) O Jesus usw. | 101091368 | ||
| Schulhaus | Baulandstraße 12 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau unter flachem Walmdach, zweifarbige Klinkerfassade mit Sandsteingliederung über Hochkeller aus Kalkstein, dekoratives Traufgesims mit enggestellten, durchbrochenen Konsolhölzern, seitlich angefügtes, turmartiges Treppenhaus, bauzeitliche Türblätter, um 1906
Das stattliche Gebäude ist ein bauliches Zeugnis für die Entwicklung des Unterwittstadter Schulwesens. Im 19. Jahrhundert ist die erste katholische Schule belegt, die um 1906 den bestehenden Neubau erhielt, welcher bis 1970 in Funktion war. Mit der Wahl eines qualitätvollen Baumaterials und der repräsentativen Gestaltung von städtischem Gepräge mit einer zweifarbigen Klinkerfassade, Eckbossen und reich gestaltetem Kranzgesims sich deutlich von der umgebenden Wohnbebauung ab und verdeutlicht die Bedeutung, welche die bürgerliche Gesellschaft der wilhelminischen Epoche auch auf dem Land der Bauaufgabe beimaß. |
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Weitere Bilder |
Kath. Filialkirche St. Michael | Kirchenäckerweg 2 (Karte) |
Kleine verputzte Saalkirche mit eingezogenem Rechteckchor, Wandgliederung durch hohe, spitzbogige Maßwerkfenster, innen vollständig erhaltene Ausgestaltung und Ausstattung, besonders hervorzuheben stuckierte Kassettendecke mit Beschlagwerk und Reliefmedaillons der Evangelisten sowie Fassungsmalerei der Fenstergewände, um 1600, Haupt- und Seitenaltar, 18. Jahrhundert, unter Verwendung von Teilen des Vorgängerbaus errichtet, 1599 (i), Westachse und Fassade angefügt und Sakristei vergrößert, 1906 (a), Dachreiter aufgesetzt, um 1920; Epitaph des Johannes Thalmüller, aus gelbem Sandstein angefertigt, rechteckige Relieftafel mit beschriftetem Sockel und geschweiftem, reliefiertem Abschluss, Kruzifix mit Adoranten, Inschrift, 1617 (i); Missionskreuz, 1947 aufgestellt, Kunststein, vierkantiger Sockel mit Basis, Kruzifix, Inschrift: (Sockel) RETTE DEINE SEELE / MISSION 1947 / GESTIFTET FAM. LUDWIG SCHMITT; Lourdesgrotte, aus Tuffstein errichtet, zerklüftete Grottenszenerie, zwei Nischen mit Kreuzaltar und Lourdesmadonna, abseits die Statue der Bernadette und ein Opferstock, Inschrift, 1954 (i); Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege, heller Kunststein, Pietà vor lateinischem Kreuz, Inschrift am Sockel der Pietà: UNSEREN / GEFALLENEN DER / BEIDEN WELTKRIEGE, die beiden Tafeln mit den Namen der Gefallenen, um 1950 | 101091589 ( | |
| Brunnenhaus | Nähe Kirchenäckerweg 6 (Karte) |
Hügelartiger, in das Erdreich eingelassener Gewölbebau, über ein halb liegendes Portal mit zweiflügeliger Eisentür erschlossen, Teil eines Systems zur örtlichen Wasserversorgung, Anfang 20. Jahrhundert
Das Brunnenhaus ist Zeugnis der Schaffung einer modernen Wasserversorgung in Unterwittstadt und steht in Zusammenhang mit einer 1907 gebauten Wasserleitung. Es dokumentiert damit ländliche Infrastrukturgeschichte am Beginn des 20. Jahrhunderts. Die zweiflügelige Eisentür mit Beschlag am Zugang dokumentiert die damalige Handwerkskunst der Schmiede. |
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| Weg- und Gedenkkreuz | (Karte) |
1914, roter Sandstein, Eisen, vierkantiger Sockel mit zweistufiger Basis, lateinisches Metallkreuz, Inschrift am Sockel: Am 13. Juni 1914 wurde / hier vom Blitz erschlagen / Joseph Wohlfart / 35 Jahre alt. Ein Mann voll Kraft in schönster Blüte, / Sankst du dahin, dem Tod geweiht, / Der uns beglückt durch Herzensgüte / Beschloß so schnell hier seine Zeit.
Das als Erinnerung an einen Unglücksfall gesetzte Wegkreuz Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. |
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Weitere Bilder |
Friedhof mit Umfassungsmauer | Nähe Raiffeisenweg 2 (Karte) |
Als Ersatz für den alten Kirchhof bei St. Martin neu angelegt, 19. Jahrhundert, Eingangstor mit Sandsteinpfeilern und zweiflügeligem Eisengittertor; Friedhofskreuz, gelber Sandstein, vierkantiger Sockel mit ornamentierter Abdeckplatte, Kruzifix, 19. Jahrhundert; Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, Obelisk mit Reliefs Soldatenhelm und Tatzenkreuz über zweiteiligem Sockel, Marmorplatte mit Namen von vier gefallenen Soldaten, davor neun Marmortafeln für gefallene oder vermisste Soldaten nach 1918 durch die Gemeinde errichtet, nach 1945 auch den Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs gewidmet
Wie in vielen Gemeinden üblich, so wurde auch in Unterwittstadt der Begräbnisplatz aus Platz- und Hygienegründen im Lauf des 19. Jahrhunderts vom Kirchhof an den Ortsrand verlegt. |
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| Tafelbildstock | Raiffeisenweg 5 (Karte) |
1731, erneuert 1803, roter Sandstein, quaderförmiger Sockel, sich nach oben verjüngender Schaft mit Kapitell, Relieftafelaufsatz, Bekrönungskreuz, Kreuzschlepper, Inschrift: (Sockel) Gott zu Ern habe / die Bede ehrsame / Brüder Joseph und / petter Seuffer und ihr / ehlig Weiber Maria / effa und Anna / Margareta diesen / Bildstock AufRicht= / lassen ANO 1731 (Schaft unten) IK / 1803 | 101092977 | ||
| Sog. Sühnekreuz | Baulandstraße (Karte) |
Wegkreuz, 1852 aufgestellt, roter und gelber Sandstein, vierkantiger Sockel mit Basis und Abschlussplatte, lateinisches Kreuz, Korpus, Inschrift: (Sockel vorne) Da Jesus den / Essig genommen hat / te (sp)rach er: Es ist / vollbracht, neigte / sein Haupt und / gab den Geist auf. / Joh. 19.30 (rechts) Errichtet / von / Maria Magdalena / Herold / geb. den 19ten Dez. 1819 / gest. den 21. Juni / 1852 // (hinten mit Farbe) H. W. v. / 20.11. | 101093526 |
Quellen
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.