Liste der Kulturdenkmale in Fahrenbach
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In der Liste der Kulturdenkmale in Fahrenbach sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Fahrenbach im Neckar-Odenwald-Kreis in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
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- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Fahrenbach
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Ev. Pfarrkirche | Adolf-Weber-Straße 2 (Karte) |
Rechteckiger Sandsteinbau mit Tempelfront und Portikus, zweigeschossige Fassadengliederung mit Segment- und Bogenfenstern, auf dem First ein kräftiges Turmgeschoss mit Giebeln und steiler Dachpyramide, flachgedeckter Saal mit zentraler Kanzel sowie Westempore mit Orgel, vom fürstlich leiningischen Baumeister Karl Brenner errichtet, 1826
Die bis ins Mittelalter zurückreichende Jakobuskirche in Fahrenbach wurde 1707 nach vielfachen Konfessionswechseln als Filiale von Lohrbach den Katholiken zugeteilt. Nachdem die reformierten Gläubigen von Fahrenbach bereits 1717 ein erstes provisorisches Gotetshaus errichtet hatten, entstand 1826 ein dauerhafter evangelischer Kirchenneubau nach Plänen des fürstlich leiningischen Baumeister Karl Brenner. Die im Zentrum des alten Ortskerns gelegene Pfarrkirche hat als Werk aus der Schule von Friedrich Weinbrenner (1766-1826), der als Oberbaudirektor vorbildhaft war für die Architektur des Klassizismus im Großherzogtum Baden, wichtigen ortsbaugeschichtlichen Wert. Sie ist ein anschauliches Beispiel eines klassizistischen Kirchenbaus auf dem Land und hat hohe Bedeutung für die Orts-, Siedlungs- und Kirchengeschichte von Fahrenbach. |
100273277 | ||
| Laufbrunnen | Adolf-Weber-Straße 2 (Karte) |
Brunnenstock aus Gusseisen in historistischen Formen mit flach pyramidenförmiger Haube, langrechteckiger Wassertrog aus Sandstein, vor 1879
Der im Zentrum von Fahrenbach stehende Laufbrunnen dokumentiert den Ausbau der örtlichen Wasserversorgung im späten 19. Jahrhundert. Nach der Übernahme der Quelle in den Seewiesen 1876 war im Jahr darauf mit dem Bau der örtlichen Wasserleitung begonnen worden. 1879 bestanden dann neun öffentliche Laufbrunnen und fünf Privatleitungen längs der Dorfstraße. |
100273299 | ||
| Evang. Pfarrhaus mit Einfriedung und Hausgarten (Sachgesamtheit); eingeschossiger Sandsteinbau über hohem Sockel mit Satteldach | Adolf-Weber-Straße 12 (Karte) |
1890 in historistischen Formen errichtet, Fassaden durch Risalite, Simse und Eckbossen gegliedert, geschnitzte Sparrenköpfe und Kopfwinkelhölzer | 100273375 | ||
| Bildstock | Adolf-Weber-Straße 13 (Karte) |
Pfeiler mit Bandelwerk, Kopf mit Hl. Blut, Datierung und Text am Fuß des Pfeilers, unter dem Erdreich Sockelstein, 1754 (i)
Der Bildstock ist ein Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in katholischen Gebieten in besonderer Weise prägen. Das Relief stellt das in der Basilika St. Georg in Walldürn verehrte Korporale, eine mittelalterliche Altardecke mit dem Bild des Gekreuzigten, dar. Im Jahr 1330 stieß der Walldürner Priester Heinrich Otto aus Unachtsamkeit den bereits konsekrierten Messkelch um. Der vergossene Wein nahm auf dem Tuch die Gestalt des Gekreuzigten und elf einzelner Häupter Christi mit Dornenkrone an. Nachdem der erschrockene Priester das Tuch 50 Jahre hinter einem Stein des Altars versteckt gehalten hatte, erleichterte er auf dem Sterbebett sein Gewissen. Nachdem das Leinentuch an der von ihm genannten Stelle gefunden wurde, erlangte das wundersame Blutbild eine große Bekanntheit und Verehrung, sodass Walldürn seit dem 15. Jahrhundert zu einem beliebten Wallfahrtsort avancierte. |
100273569 | ||
| Quellfassung | Am Berg (Karte) |
Am Fuß eines kleinen Hangs niedrige Stützmauer mit steinerner Zulaufrinne und Zuleitungsrohr, Einfassung des Zuleitungsrohrs in Form einer Ädikula, davor ein aus Sandstein gearbeiteter Brunnentrog, 19. Jahrhundert
Die steinerne Quellfassung erfüllte die für das Dorf wichtige Funktion als Brunnen und Viehtränke. Als Gemeinschaftsaufgabe, deren Instandhaltung zu den Aufgaben der Dorfbewohner zählte, wie auch als örtliches Kommunikationszentrum belegt sie das Leben und die Infrastruktur auf dem Land in früheren Zeiten. |
100273114 | ||
| Hofanlage | Adolf-Weber-Straße 71 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus mit Stallteil unter einem Dach, eingeschossiges, verputztes Fachwerkhaus unter Satteldach, Mitte 18. Jahrhundert; Scheune, Sandsteinbau mit Eckquadern, Satteldach, 19. Jahrhundert
Die Hofanlage vermittelt ein anschauliches Bild der ländlichen Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse im 18. und 19. Jahrhundert. Charakteristisch sind die traufseitige Erschließung des Wohnhauses und die im rechten Winkel dazu stehende Scheune, die einen stattlichen Massivbau darstellt. |
100273715 | ||
| Eis- und Bierkeller | Akazienstraße (Karte) |
In den Hang getrieben, zur Hauptstraße Stützmauer mit eingezogenem, rundbogigem Zugang, die Räumlichkeiten bestehend aus einem zweiteiligen, langgestreckten Gang mit Tonnengewölbe von 20 m Länge als Bierlager und einem kreisförmigen Raum mit gemauerter Kuppel von fünf Metern Durchmesser als Eislager, durch den Wirt des Gasthauses Zur Krone angelegt, 1874
In den Fels getriebene Lagerkeller, in denen durch gleichmäßige Kühle und Feuchte ein konstantes Klima herrscht, bezeugen alte Methoden zur Lagerhaltung von Lebensmitteln. Sie waren über Jahrhunderte hinweg sowohl bei Gasthäusern als auch bei Privatleuten gebräuchlich, wenn die topographischen Voraussetzungen gegeben waren. Mit der Einführung von Kältemaschinen am Ende des 19. Jahrhunderts verloren die Hangkeller allmählich ihre Bedeutung und sind bis auf wenige Beispiele verschwunden. Daher genießen die immer rarer werdenden Exemplare heute Seltenheitswert, zumal wie in diesem Fall mit separatem Eislager. Dieser Keller bezeugt zudem zusammen mit dem Gasthaus Krone (Hauptstraße 30, mit abgängiger Brauerei) die Geschichte des Brauwesens und der Gasthaustradition im in Fahrenbach. |
100274227 | ||
| Bahnhof | Bahnhofstraße 29 (Karte) |
Bestehend aus: Empfangsgebäude zweigeschossiger Putzbau unter Satteldach, Gliederung durch Geschossgesims und Eckbossen; nach Norden angebauter Güterschuppen, eingeschossiger Holzbau unter Satteldach, an der Zweigstrecke von Mosbach der badischen Odenwaldbahn errichtet, um 1905
Die Schmalspurstrecke von Mosbach nach Mudau war die einzige Schmalspurbahn des ehemaligen Großherzugtums Baden und bis zu ihrer Stilllegung 1973 die letzte 1000 mm-Bahn der Deutschen Bundesbahn auf dem Festland. Die 1905 eingeweihte Bahn wurde von einem Privatunternehmen (Vering & Waechter) im Auftrag des Staates gebaut und auch betrieben, bis die Deutsche Reichsbahngesellschaft 1931 den Betrieb der Strecke übernahm. Die Schmalspurbahn verlief einige Kilometer parallel zur Hauptstrecke nach Würzburg. Auf dieser Bahnstrecke wurde als einziger ab 1928 der Rollwagenbetrieb praktiziert. Auf den wichtigsten Bahnhöfen waren Normalspurgleise mit einer Rollwagenrampe vorhanden, um die wenigen Rollwagen nicht zu lange dem Betrieb zu entziehen. Der Bahnhof in Fahrenbach ist zusammen mit den Bahnhöfen Lohrbach, Limbach und Laudenberg an der Strecke ein anschauliches Beispiel für eine kostensparende Typenbauweise und belegt die Verkehrserschließung des Odenwaldes. |
100274113 | ||
| Hofanlage | Hauptstraße 20 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus mit Schmiede, urspr. eingeschossiges Eckhaus unter Satteldach, Erdgeschoss aus Sandsteinquadern, Obergeschoss verputzt mit Sandsteingliederung, originale Haustür und Fenster erhalten, 1852, erweitert und neu gestaltet um 1900; angewinkelte, quer erschlossene Scheune mit Bauschlosserei, Sandsteinbau unter Satteldach, frühes 20. Jahrhundert
Das Anwesen vermittelt anschaulich die Lebens- und Arbeitsverhältnisse in einem Handwerksbetrieb mit angegliederter Landwirtschaft im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Das 1852 erbaute Wohnstallhaus wurde in dieser Zeit umgestaltet und eine separate Scheune errichtet. Mit dieser Vergrößerung und Erweiterung der Landwirtschaft sowie mit der belegten Nutzung als Schmiede und Tankstelle ist die Hofanlage ein wichtiges Zeugnis des Wirtschaftslebens von Fahrenbach. |
100274261 | ||
| Kath. Pfarrhaus | Hauptstraße 38 (Karte) |
Freistehender zweigeschossiger Putzbau unter Walmdach, die vier Fassaden mit symmetrischer Gliederung, als erstes Pfarrhaus der neu errichteten Pfarrei Fahrenbach erbaut, 1896
Die Erbauung des Pfarrhauses markiert die Erhebung der Kuratie Fahrenbach, bis dahin Filiale der Pfarrei Lohrbach, in den Stand einer eigenen Pfarrei im Jahr 1897. Dies war Voraussetzung für die Statuserhebung. Der Neubau repräsentiert den Zuwachs der katholischen Bevölkerung in Fahrenbach und den daraus resultierenden Aufstieg im Dekanat Mosbach. Mit ihm war also ein besonderer Anspruch verbunden, der sich in der zeitbezogen modernen, städtisch definierten Architektur und in der gehobenen Ausstattung widerspiegelt. Die Platzierung gegenüber der kath. Pfarrkirche veranschaulicht den funktionshistorischen Bezug. Als erstes Gebäude im Dorf war das Pfarrhaus als freistehende Villa mit Garten konzipiert, ein Gebäudetypus, bei dem das Wohnen erkennbar im Vordergrund steht, nicht die landwirtschaftliche Funktion, wie bei den ortstypischen Hofanlagen. Die Kath. Schaffnei und die Gemeinde waren sehr stolz auf ihr repräsentatives und haustechnisch fortschrittliches Pfarrhaus. Im Realschematismus des Erzbistums Freiburg (1910 und 1939) wird der Bau als „zweistöckiger Steinbau gut, sonnig, trocken, 7 Zimmer mit Ofenheizung, Anschluß für Elektroheizung, trockene Gewölbekeller“ angepriesen. Zusammen mit der Pfarrkirche ist das Pfarrhaus wichtiges Zeugnis der lokalen Kirchengeschichte. |
100275006 | ||
| Kreuz | Hauptstraße 44 a (Karte) |
Gelber Sandstein, vierkantiger Sockel mit Basis und Abdeckplatte, lateinisches Kreuz mit gestuftem Fuß, Korpus in Relief, Inschrift: (Sockel) Verleihe o Jesu mir ein seliges Ende, / Nim meinen Geist auf in deine Hände, / Aus Liebe littest du für mich den Tod / Verlaß mich nicht in meiner letzten Noth. // Gestiftet v. der Familie Ludwig Haas / von Fahrenbach 1876, alter Standort Friedhofsmitte, nach 1992 versetzt (GEEK 6951-85-005)
Im Jahr 1830 wurde der alte Kirchhof bei St. Jakobus d.Ä. geschlossen und ein neuer Friedhof im Norden von Fahrenbach angelegt. Das durch eine private Stiftung finanzierte Kreuz war ursprünglich etwa in der Mitte des Friedhofs aufgestellt. Das Steinkreuz gemahnt nicht nur an die Vergänglichkeit, sondern vor allem die Auferstehung, die nach christlicher Auffassung durch den Kreuzestod Christi ermöglicht wurde. Das Kreuz ist damit bildlicher Ausdruck gelebter Frömmigkeit und der Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. |
100275131 | ||
| Kath. Pfarrkirche St. Jakobus d. Ä. | Hauptstraße 51 (Karte) |
Saalkirche mit Chor im 5/8-Schluss, Querschiff, östlich des Langhauses Glockenturm mit Zeltdach, im Innern das Fragment eines romanischen Sargdeckels verbaut, barocke Seitenaltäre, Taufbecken 17. Jahrhundert, spätbarocke Orgel, Maria mit Kind 16. Jahrhundert, im Kern mittelalterlicher Bau, Langhaus neu errichtet 1790, Chor und Querschiff neu gebaut 1898/99
Aus einer im Kern spätromanische Kapelle entstand im 16. Jahrhundert (um 1530) ein größerer Kirchenbau in Fahrenbach. Aus dieser Zeit hat sich das romanische Turmerdgeschoss mit gotisierendem Gewölbe erhalten. Ursprünglich gehörte Fahrenbach als Filiale zu Neckargerach, ab 1527 dann zu Lohrbach. Im Jahr 1707 wurde die Kirche nach vielfachen Konfessionswechseln den Fahrbacher Katholiken zugesprochen. Nachdem das Langhaus schon 1725 verlängert und erhöht worden war, erfolgte 1790 ein Neubau des Kirchenschiffs in Nord-Süd-Richtung. Nach der Erhebung zu eigenen Pfarrei erhielt das Gotteshaus 1899/99 einen neuen Chor und ein Querschiff sowie die in neuromanischer Formensprache gestaltete Eingangsfassade. Die Kirche ist aber nicht nur ein anschauliches Dokument der Sakralbaugeschichte vom Mittelalter bis in die jüngere Vergangenheit im ländlichen Raum, sondern durch ihre Ausstattungsstücke - darunter das Fragment eines romanischen Sargdeckels, barocke Seitenaltäre oder eine Madonna mit Kind aus dem 16. Jahrhundert - ebenfalls ein viele Jahrhunderte illustrierendes kunstgeschichtliches Zeugnis. |
100275043 | ||
| Tafelbildstock | Hauptstraße 56 (Karte) |
1764 (bez.) aufgestellt, roter Sandstein, Kunststein: Mineros, vierkantiger, sich nach oben verjüngender Schaft, Relieftafelaufsatz, Bekrönungskreuz, Heilig Blut, Inschrift: (Schaft oben) IOHANNES / BAVR / BURGER / ZV FAHR / ENBACH / 1764 (darunter innerhalb des Ornaments) VK/M(?) IK (Aufsatz) DAS H BLVT / HER IESSV / CHRIST (GEEK 6951-85-002)
Der Bildstock ist ein Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in katholischen Gebieten in besonderer Weise prägen. Das Relief stellt das in der Basilika St. Georg in Walldürn verehrte Korporale, eine mittelalterliche Altardecke mit dem Bild des Gekreuzigten, dar. Im Jahr 1330 stieß der Walldürner Priester Heinrich Otto aus Unachtsamkeit den bereits konsekrierten Messkelch um. Der vergossene Wein nahm auf dem Tuch die Gestalt des Gekreuzigten und elf einzelner Häupter Christi mit Dornenkrone an. Nachdem der erschrockene Priester das Tuch 50 Jahre hinter einem Stein des Altars versteckt gehalten hatte, erleichterte er auf dem Sterbebett sein Gewissen. Nachdem das Leinentuch an der von ihm genannten Stelle gefunden wurde, erlangte das wundersame Blutbild eine große Bekanntheit und Verehrung, sodass Walldürn seit dem 15. Jahrhundert zu einem beliebten Wallfahrtsort avancierte. |
100274152 | ||
| Tafelbildstock | Hauptstraße 61 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Abdeckplatte, Säule, Relieftafelaufsatz mit Heilig Blut, Bekrönungskreuz, Inschrift: (Sockel) FRANCISCUS EPEL / BURGER DAHIER UND / MARIA MAGDALENA M / EIN EHELICHES WEIB / HABEN DIESEN BILDST / OCK GOT UND DEM H / BLUD ZU EHREN MA= / CHEN LASSEN 1759, urspr. Standort vor dem Gehöft des ehem. Bürgermeisters Ludwig Bopp, vor 1976 versetzt; (GEEK 6951-85-001)
Der ursprünglich am Platz vor der Einfahrt zum Gehöft des ehemaligen Bürgermeisters Bopp aufgestellte Bildstock war eine von vier Stationen bei den Fronleichnamsprozessionen. Sie wiesen den Wallfahrern nach Walldürn den Weg und erinnerten an das dortige Wunder. Das Relief stellt das in der Basilika St. Georg in Walldürn verehrte Korporale, eine mittelalterliche Altardecke mit dem Bild des Gekreuzigten, dar. Im Jahr 1330 stieß der Walldürner Priester Heinrich Otto aus Unachtsamkeit den bereits konsekrierten Messkelch um. Der vergossene Wein nahm auf dem Tuch die Gestalt des Gekreuzigten und elf einzelner Häupter Christi mit Dornenkrone an. Nachdem der erschrockene Priester das Tuch 50 Jahre hinter einem Stein des Altars versteckt gehalten hatte, erleichterte er auf dem Sterbebett sein Gewissen. Nachdem das Leinentuch an der von ihm genannten Stelle gefunden wurde, erlangte das wundersame Blutbild eine große Bekanntheit und Verehrung, sodass Walldürn seit dem 15. Jahrhundert zu einem beliebten Wallfahrtsort avancierte. |
100273313 | ||
| Friedhofskreuz | Hauptstraße 73 (Karte) |
Roter Sandstein, Sockel mit zweistufiger Basis und Abschlusselement, Kreuz lateinischer Form, Korpus, Inschrift: (Sockel) O ihr alle, / die ihr vorübergehet, merket auf und schauet / ob ein Schmerz gleich sei / meinem Schmerze. Jerem. Klagelieder 13.12., auf dem erweiterten Teil des Friedhofs aufgestellt, 1902; (GEEK 6951-85-004)
Im Jahr 1830 wurde der alte Kirchhof bei St. Jakobus d.Ä. geschlossen und ein neuer Friedhof im Norden von Fahrenbach angelegt, der 1902 erweitert werden musste. Das Kreuz ist bildlicher Ausdruck gelebter Frömmigkeit und der Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. |
100275085 | ||
| Denkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 | Hauptstraße 73 (Karte) |
Grauer Granit, Obelisk über gestuftem Sockel, Bronzemedaillon mit Relief Großherzogs Friedrich I., bekrönender Bronzeadler, Inschriftentafeln mit den Namen der Kriegsteilnehmer, vom Militärverein und der Gemeinde gestiftet 1910, auch den Gefallenen der beiden Weltkriege gewidmet 1923 und nach 1945; (GEEK 6951-85-00a)
Das heute auf dem Friedhof stehende Denkmal befand sich ursprünglich vor der evangalischen Kirche. Das spätklassizistische Obeliskenmonument in qualitätvoller Steinmetzarbeit erinnert an die Teilnehmer des siegreich beendeten Deutsch-Französischen Krieges 1870/71, der die deutsche Einigung unter preußischer Führung gebracht hatte. Mit dem später auch zum Gedenkort für die Toten des Ersten und Zweiten Weltkriegs erweiterten Denkmal wurde nicht nur der Toten gedacht, sondern auch den für die damaligen Menschen herausragenden zeithistorischen Ereignissen. |
100275175 | ||
| Neue Mühle | Neue Mühle (Karte) |
Bestehend aus: Mühlenhaus, zweigeschossiger, traufständiger Fachwerkbau auf hohem Sockelgeschoss, Satteldach mit Quergiebel, Vorderseite mit Backsteinmauerwerk, Radhaus mit Mühlrad, erhaltene, auch technische Innenausstattung, errichtet 1817, erweitert 1924 und 1936; eingeschossiges Stallgebäude aus Sandsteinquadern unter Satteldach; Mühlkanal, etwa 400 m nördlich vom Trienzbach abgezweigt
Mit der erhaltenen technischen Mühlenausstattung ist das Anwesen ein wichtiges Zeugnis der Fahrenbacher Mühlentradition. Mit der Erwähnung einer Mühle am Trienzbach reicht diese zumindest bis in das Jahr 1561 zurück. Als alter Mühlenstandort und als eine für die Versorgung der umliegenden Orte wichtige Einrichtung hat die Mühle orts- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung. |
99758587 |
Robern
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Steinkreuz | Am Bildstock 14 (Karte) |
Roter Sandstein, einelementiges, massiges Kreuz, wohl 17. Jahrhundert; (GEEK 6951-86-003)
Das am östlichen Ortsrand von Robern befindliche Kreuz wurde wohl als Sühnekreuz errichtet. Es stellt damit ein Dokument der Rechtsgeschichte dar: Sühnekreuze sind ein Teil des in Mittelalter und Früher Neuzeit praktizierten Brauchs der Totschlagsühne. Sie wurden - als fester Bestandteil der Strafe - nach begangener Mordtat am Tatort als Sühnezeichen und Mahnmal aufgestellt. |
100275833 | ||
| Steinkreuz | Am Sägewerk 4 (Karte) |
Roter Sandstein, einelementiges, lateinisches Kreuz, 16./17. Jahrhundert; (GEEK 6951-86-002)
Bei dem am Weg von Robern nach Krunbach aufgestellten Steinkreuz handelt sich um ein Sühnekreuz wohl aus dem 16./17. Jahrhundert. Sühnekreuze sind charakteristische Zeugnisse spätmittelalterlicher bzw. frühneuzeitlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. |
100275328 | ||
| Tafelbildstock | Am Sägewerk 4 (Karte) |
Roter Sandstein, unregelmäßige Bodenplatte, schlanker, vierkantiger Fuß und in der Breite nach oben schmaler werdender Schaft, Relieftafelaufsatz, Heilig Blut, Inschrift am Fuß: ANNO 1757 / hat michäl schäll / und PP und / maria elisabetha / seinne ehliche / hausfrau haben / zu gotte lob und / ehr dieen bilt hie her / aufrichten lassen, am Aufsatz in der Kartusche Buchstabenfragmente, 1757 (i); (GEEK 6951-86-006)
Der Bildstock zeigte den Wallfahrern den Weg nach Walldürn und ist damit Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Das Relief stellt das in der Basilika St. Georg in Walldürn verehrte Korporale, eine mittelalterliche Altardecke mit dem Bild des Gekreuzigten, dar. Im Jahr 1330 stieß der Walldürner Priester Heinrich Otto aus Unachtsamkeit den bereits konsekrierten Messkelch um. Der vergossene Wein nahm auf dem Tuch die Gestalt des Gekreuzigten und elf einzelner Häupter Christi mit Dornenkrone an. Nachdem der erschrockene Priester das Tuch 50 Jahre hinter einem Stein des Altars versteckt gehalten hatte, erleichterte er auf dem Sterbebett sein Gewissen. Nachdem das Leinentuch an der von ihm genannten Stelle gefunden wurde, erlangte das wundersame Blutbild eine große Bekanntheit und Verehrung, sodass Walldürn seit dem 15. Jahrhundert zu einem beliebten Wallfahrtsort avancierte. |
100275375 | ||
| Wegweiser | Am Sägewerk (Karte) |
Sandsteinpfeiler mit abgefasten Kanten und flach pyramidalem Abschluss, eingehauen Richtungs- und Entfernungsangaben: Rineck 1/2 Stund, Krumbach 1/4 Stund, Fahrenbach 1/2 Stund, 19. Jahrhundert
Der Wegweiser ist ein Zeugnis der systematischen Verkehrserschließung in der Peripherie des Großherzogtums Baden, die mit der Ausstattung der Straßen mit Wege- und Entfernungszeichen verbunden war. Bis zur Einführung des metrischen Maßes 1872 war die Wegstunde z.B. in Baden ein übliches Längenmaß. |
110087044 | ||
| Tafelbildstock | Mühlenweg 7 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger, schlanker Fuß und hoher, sich verjüngender Schaft, dieser mit kleinem Kapitell, Relieftafelaufsatz, Hl. Mauritius, Inschrift: (Sockel) 1749 hat / Johanneß Ef / finger und / Ellisabetta / seinne ehli / che hauß frau / zu gottes lob / und ehr dies / sen bild stock / auf richten / lassen. (Oberkante des Aufsatzes) S: Mauritziuß, 1749 (i); Sandsteinfigur des Hl. Josef, zu Füßen des Bildstocks, vermutlich später ergänzt (GEEK 6951-86-005; GEEK 6951-86-007)
Der Bildstock ist zusammen mit der Josefsfigur ein bildlicher Ausdruck der Frömmigkeit und ein charakteristischer Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in katholischen Gebieten in besonderer Weise prägen. |
100276868 | ||
| Bildstock | Lindenstraße (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Fuß und sich verjüngender Schaft mit Kapitell, Relieftafelaufsatz, Bekrönungskreuz Motiv der Flucht nach Ägypten, 1745 (i); (GEEK 6951-86-004)
Der Bildstock ist ein Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in katholischen Regionen in besonderer Weise prägen. Bei diesem Exemplar handelt es sich um ein anschaulich überliefertes Beispiel aus dem 18. Jahrhunderts, dessen Darstellung – die Rast der Heiligen Familie auf der Flucht nach Ägypten - inhaltlich zu einem der am seltener vertretenen Motive zählt. |
100275524 | ||
| Steinkreuz | Rathausstraße 1 (Karte) |
Roter Sandstein, einelementig, wohl 16. Jahrhundert; (GEEK 6951-86-001)
Das heute in der Ortsmitte von Robern befindliche Kreuz wurde wohl als Sühnekreuz errichtet. Es stellt damit ein Dokument der Rechtsgeschichte dar: Sühnekreuze sind ein Teil des in Mittelalter und Früher Neuzeit praktizierten Brauchs der Totschlagsühne. Sie wurden - als fester Bestandteil der Strafe - nach begangener Mordtat am Tatort als Sühnezeichen und Mahnmal aufgestellt. |
100377774 | ||
| Rathausbrunnen | Rathausstraße 1 (Karte) |
Brunnenstock eines Laufbrunnens, viereckiger Sandsteinpfeiler, Kanten mit Eckbändern betont, profilierte Deckplatte mit flach pyramidenförmiger Haube, Ende 19. Jahrhundert, jüngeres Becken ergänzt
Mit seinem zentralen Aufstellungsort auf dem Dorfplatz ist der Brunnen ein wichtiges ortsbildprägendes Element. Er erinnert an die Zeit, als es noch keine Wasserleitungsanschlüsse in den einzelnen Häusern gab und dokumentiert den Ausbau der Wasserversorgung von Robern in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts. |
100377863 | ||
| Wegkreuz | Rathausstraße 4 (Karte) |
Roter Sandstein, vierkantiger Sockel, hohes lateinisches Kreuz, Korpus aus Metallguss, nschrift: (Sockel) Erichtet / durch / Stephan Schmitt / und Familie / 1884, 1884 (i); (GEEK 6951-86-010)
Das im alten Ortskern aufgestellte Kruzifix ist ein sprechendes Zeugnis der in katholischen Gebieten weit verbreiteten Tradition der Stiftung von Wegkreuzen durch Privatleute. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Christusfiguren nach kunsthandwerklicher Vorlage gegossenen und stellen anschauliche Stücke fabrikmäßiger Kunstproduktion dar. |
100377918 | ||
| Schulhaus | Rathausstraße 6 (Karte) |
Zweigeschossiges Traufenhaus unter Satteldach, teils verschindelter Putzbau mit Hochkeller, hohe Rundbogenfenster im Erdgeschoss, Schmuckportal mit Gewändesäulen und Außentreppe, verschindelter Dachreiter mit Glockenhaube, im 19. Jahrhundert, zum Schul- und Rathaus umgebaut 1888
Nachdem ein erster Schulmeister in Robern um 1800 bezeugt ist, erhielt der Ort im 19. Jahrhundert ein katholisches Schulhaus. Seit 1888 kombiniert der Bau in der Rathausstraße in für Landgemeinden charakteristischer Weise aus finanziellen und organisatorischen Gründen Rathaus- und Schulfunktion unter einem Dach. Dass beim Bau die gesetzlichen Vorgaben des badischen Innenministeriums berücksichtigt wurden, ist z.B. durch die großen Fenster der Klassenräume und den Dachreiter mit Glocke ablesbar. Die Größe des Baukörpers und der gestalterische Aufwand gehen deutlich über das Maß der örtlichen Wohnhausbebauung hinaus und bezeugen damit den hohen Wert, den die kleine Gemeinde der Bauaufgabe zugemessen hat. |
100377957 | ||
| Figuraler Säulenbildstock | Rathausstraße 6 (Karte) |
Roter Sandstein, Eisenkette und -kreuz, vierkantiger Sockel mit Fuß und Abdeckplatte, Säule mit Plinthe und Kapitell, Bildteil bestehend aus der Statue und einer freistehenden Arkade, Bekrönungskreuz (Metall), Christus an der Geißelsäule, Inschrift: (Aufsatz Unterkante) Jesus auf der Säul. (Sockel) Franz Eppel / diese Ehfrau / Margaretha Eppel / 1814. (GEEK 6951-86-008)
Der Bildstock mit der Darstellung der Geißelung Christi ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Die Andachtsstätte, in der eine Station des Leidenswegs Christi vor Augen geführt wird, dient dem kontemplativen Nachvollzug der Passionsgeschichte. Solche sakralen Kleindenkmale sind bezeichnend für die katholisch geprägte Region. |
100377979 | ||
| Wegkreuz | Rathausstraße (Karte) |
Zweistufiger Sockel, Sandsteinkreuz mit verstärktem Fuß, Christuskorpus aus Metall, nschrift: (Sockel) O Mensch steht still u schau mich / an. Denk deine Sünd ist schuld daran / daß ich nebst unerhörten Plagen / Sogar das schwere Kreuz / muß tragen. Errichtet durch / Wilhelm Bi... u. Eh. Katharina, 1868 (i), erneuert 1954 (i), versetzt und auf die Gartenmauer platziert, um 1984
Das heute in eine Gartenmauer integrierte Kreuz ist ein für seine Entstehungszeit charakteristisches Beispiel der in katholischen Gebieten weit verbreiteten Tradition des Wegkreuzes. Der gegossene Korpus entstand nach kunsthandwerklich gearbeiteter Vorlage und zeigt eine barockisierende Formensprache. |
100378065 | ||
| Wasserhochbehälter | Heuacker (Karte) |
Sandsteinbau über schmalem, rechteckigem Grundriss mit schrägen, nach vorn gezogenen Wangen, 1894 (i)
Bis zum Jahr 1884 erhielt Robern ein neues Wasserversorgungssystems, zu dem neben der gefassten Ölwiesenquelle insgesamt fünf öffentliche Brunnen, eine Ortswasserleitung sowie dieser Wasserhochbehälter gehörten. Im Jahr 1950 wurde das Leitungsnetz erneuert und ein zusätzlicher Hochbehälter in ca. 25 m Entfernung in Betrieb genommen. Der Hochwasserbehälter von 1884 dokumentiert die erste Phase des Ausbaus der örtlichen Wasserversorgung. |
110104838 | ||
| Stellsteine | Ringstraße (Karte) |
Große, teils unregelmäßig behauene Sandsteinplatten, die den Rand der gebogenen Ringstraße über etwa 20 m für den Schweinetrieb besetzen
Die Einfassung aus großen, teils unregelmäßig behauenen Sandsteinplatten bezeugt eine bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts in der Region typische Art und Weise, die Schweine auf ihrem Weg zur Mast in den Wald zu leiten um die angrenzenden Grundstücke zu schützen. |
100378107 | ||
| Pumpbrunnen | Schulstraße 11 (Karte) |
Handschwengelpumpe mit Wassernase aus Gusseisen, Ende 19. Jahrhundert, jüngeres Steinbecken ergänzt
Der Brunnen verkörpert den Typus der industriell in Serie produzierten Pumpbrunnen, wie sie früher in der Region die Versorgung der Höfe mit Frischwasser sicherstellten. Er zeigt eine von zahlreichen Formvarianten, die auf dem Grundschema einer klassizistisch gebildeten Säule basieren. Während die Ziermotive einen für die Stilphase des Historismus charakteristischen Rückgriff auf Formen der Vergangenheit zeigen, verdeutlicht die Ausbildung die technische Perfektion eines derzeit boomenden Industriezweiges. |
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| Kreuzigungsgruppe | Nähe Wagenschwender Straße (Karte) |
Roter Sandstein, Kruzifix mit Maria und Johannes als Assistenzfiguren, Inschrift: (Kruzifix) Anno / Domini / 1897 (Sockel des Kruzifixes) Es / ist vollbracht! (Sockel der Assistenzfiguren) Zum Gedächtnis / unserer toten Helden von 1914-1918 / Gewidmet / von der Gemeinde / Robern (äußere Gedenktafeln) UNSERE TOTEN HELDEN / 1939 1945, 1897 (i), zu einem Gefallenendenkmal umgestaltet, nach 1918, durch weitere Gedenktafeln für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs ergänzt, nach 1945; (GEEK 6951-86-012)
Die Kreuzigungsgruppe wurde ursprünglich anlässlich der Eröffnung eines eigenen Ortsfriedhofs in Robern im Jahr 1898 aufgestellt. Zuvor wurden die Verstorbenen in Limbach beerdigt. Mit ihrer Umgestaltung und Erweiterung zu einem Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege ist sie ein wichtiges Dokument des lokalen Totengedenkens und dokumentiert die örtliche Beteiligung an einem überregionalen historischen Ereignis und den Umgang mit seinen Opfern. |
100378307 |
Trienz
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Steinerner Steg über den Trienzbach | Obere Krähenstegwiesen (Karte) |
Bestehend aus etwa zehn Sandsteinplatten und drei grob gemauerten Mittelpfeilern, im Verlauf des Kirchenpfads von Trienz nach Fahrenbach errichtet, 18./19. Jahrhundert
Der Steg führt im Zuge des alten Kirchenpfads von Trienz nach Fahrenbach. Katholiken und Protestanten von Trienz benutzten ihn seit dem 16. Jahrhundert auf ihrem Weg bis nach Lohrbach. Seit 1717, dem Bau der ersten evangelischen Kirche in Fahrenbach, gingen die Protestanten nur noch bis dorthin. Bereits 1705 wurde die alte Kirche in Fahrenbach bei der Kirchenteilung den dortigen Katholiken zugeschlagen, die Trienzer Katholiken gingen aber nun nach Limbach. 1903 gingen sie wieder auf dem alten Kirchenpfad nach Fahrenbach, nachdem sie der neugegründeten katholischen Pfarrgemeinde zugeteilt worden waren. Mit dem Bau der eigenen katholischen Kirche in Trienz 1960 und der Errichtung eines evangelischen Kirchensaals wurden diese langen Wege überflüssig und die ursprüngliche Funktion des Kirchenpfads endete. Der Steg ist ein Zeugnis der regionalen Verkehrsverbindungen ebenso wie der konfessionellen Ortsgeschichte. |
110052078 | ||
| Laufbrunnen | Klingenweg (Karte) |
Brunnenstock aus Sandstein, viereckiger Pfeiler, Kanten mit Eckbändern betont, profilierte Deckplatte mit flach pyramidenförmiger Haube, langrechteckiger Wassertrog, 1894 (i)
Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der Wasserversorgung auf dem Dorf. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Der Brunnen belegt als Teil eines 1894 eingeführten Systems mit insgesamt acht Laufbrunnen den Ausbau der Wasserversorgung in Trienz. |
110052174 | ||
| Denkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 | Klingenweg (Karte) |
Sockel mit ionischen Pilastern und Giebeln, darauf Obelisk mit krönendem Adler, am Fuß des Obelisken Relief Großherzogliches Wappen mit Greifen, an den Seiten des Sockels die Namen der Gefallenen des Ersten Weltkriegs, seitlich angefügt zwei Gedenktafeln mit den Namen der Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs, Inschrift: (Sockel) So stehe Stein / und mahne / Der Enkel / Geschlecht / Bleib treu der / heiligen Fahne / Für Vaterland / und Recht (Architrav) Militärverein Trienz, 1901 (i), erweitert nach 1918/1945
Das künstlerisch aufwendig gestaltete spätklassizistische Obeliskenmonument mit krönendem Adler ist ein charakteristisches Zeugnis des kommunalen Gedenkens an die Teilnehmer des siegreich beendeten Deutsch-französischen Krieges 1870/71. Mit ihm wurde nicht nur der Toten gedacht, sondern auch einem für die damaligen Menschen herausragenden zeithistorischen Ereignis, das die deutsche Einigung unter preußischer Führung gebracht hatte. Das Denkmal wurde später - wie in vielen anderen Orten auch - um Gedanktafeln für die Gefallenen der beiden Weltkriege erweitert. Es ist ein wichtiges Dokument des Totengedenkens im Zusammenhang mit den großen Kriegen des 19. und 20. Jahrhunderts wie auch der Ortsgeschichte |
100378375 | ||
| Schulhaus | Rainstraße 1 (Karte) |
Stattlicher zweigeschossiger Sandsteinbau unter Walmdach, übergiebelter Mittelrisalit, Sockelgeschoss und Erdgeschoss mit bossierten Sandsteinquadern, ebenso die Kanten des Risalits, Portal mit Profilgewände und Außentreppe, 1914 (i)
Nachdem der Schulunterricht in Trienz lange Zeit in Privathäusern abgehalten worden war, erhielten die Katholiken ebenso wie die Evangelischen des Ortes 1855 je ein eigenes Schulhaus. Nach der Zusammenlegung der Konfessionsschulen 1876 wurde nur noch das katholische Schulhaus beibehalten. Der 1914 errichtete Neubau ist ein charakteristischer Vertreter des damaligen öffentlichen Schulhausbaus auf dem Land, dessen Funktion an den großen Fenster der Schulsäle im Erdgeschoss deutlich ablesbar ist. Mit dem baulichen Aufwand, der deutlich über das ortsübliche Niveau der Wohnhäuser hinausreicht, bezeugt er den hohen Wert, den die kleine Gemeinde der Bauaufgabe zugemessen hat. |
100385647 | ||
| Drei Mühlsteinrohlinge | Römerstraße 8 (Karte) |
Am Fundort Gemeindewald, Distrikt V, offensichtlich für die frühere Mühle im Gewann Roberner Grund gehauen, 19. Jahrhundert
Im Jahr 1813 ist erstmals eine Mühle in Trienz urkundlich erwähnt. Zuvor mussten die Einwohner ihr Getreide in einer der Fahrenbacher Mühlen mahlen lassen. Für diese erste Trienzer Mühle, die 1952 den Betrieb einstellte, könnten die drei Mühlsteine bestimmt gewesen sein. Sie sind offensichtlich an ihrem Fundort im Gemeindewald südöstlich außerhalb des Ortes gehauen worden. Der örtlichen Überlieferung nach soll der Steinhauer verstorben sein, bevor die Arbeit vollendet war. Als Zeugnisse der heute nicht mehr existierenden Trienzer Mühle sind die Steine von Bedeutung für die lokale Wirtschaftsgeschichte. |
100386134 | ||
| Wegkreuz | Römerstraße (Karte) |
Sandstein, unregelmäßig bearbeitete Bodenplatte, vierkantiger Sockel mit Basis und Abschlusselement, Kreuz mit betontem Fuß, Korpus aus Kupfer, Inschrift: (Sockelmittelteil) O, Ihr Alle, die Ihr vo- / rübergehet, habet Acht / und sehet, ob ein Schmerz / gleich sei meinem / Schmerz. (Sockelbasis) Gestiftet zur Ehre Gottes / von den Katholiken in / Trienz 1905, urspr. Standort auf der anderen Straßenseite, etwas näher zum Friedhof, 1986 transloziert (GEEK 6951-87-002)
Das im Nordwesten von Trienz aufgestellte Wegkreuz ist ein anschaulich überliefertes Zeugnis der in ländlichen katholischen Gebieten weit verbreiteten, die Kulturlandschaft prägenden, traditionellen Andachtsformen. |
100386306 | ||
| Wegweiser | Steinmauer (Karte) |
Sandsteinpfeiler mit abgefasten Kanten und flachem, pyramidalem Abschluss, scharrierte Oberfläche, eingehauen Richtungs- und Entfernungsangaben: (Südosten) Krumbach ½ Stund / Limbach ¾ Stund (Südwesten) Robern ½ Stund / Rieneck ¼ Stund, am Limbacher Weg aufgestellt im 19. Jahrhundert
Der Wegweiser ist ein Zeugnis der systematischen Verkehrserschließung in der Peripherie des Großherzogtums Baden, die mit der Ausstattung der Straßen mit Wege- und Entfernungszeichen verbunden war. Bis zur Einführung des metrischen Maßes 1872 war die Wegstunde z.B. in Baden ein übliches Längenmaß. |
100386865 | ||
| Nischenbildstock | Talstraße 19 (Karte) |
1755 (bez.) angefertigt, roter Sandstein, vierkantiger Schaft mit verstärktem Fuß, Nischenaufsatz mit Bekrönungskreuz, Inschrift: (Sockel) ANO 1755 / DISSEN BIL / STOK HAT ES / MAGEN LAS / SEN FRONS / HEFNER UNT / MATTLENA, urspr. Standort vor Nr. 21, vor 1986 versetzt (GEEK 6951-87-001)
Der am Weg von Trienz nach Fahrenbach als private Stiftung aufgerichtete Bildstock ist ein Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in katholischen Gebieten in besonderer Weise prägen. |
100386775 | ||
| Steinerner Steg über den Trienzbach | Trienzgrund (Karte) |
Bestehend aus drei langen Sandsteinplatten und zwei grob gemauerten Mittelpfeilern, im Verlauf einer alten Wegeverbindung von Fahrenbach nach Muckental errichtet, 18./19. Jahrhundert
Der Steg führte im Zuge einer alten Wegeverbindung von Fahrenbach nach Muckental. Wegen des Baus der Kläranlage Fahrenbach musste er 1980 um ca. 400 m flussabwärts an den heutigen Standort versetzt werden. Dennoch belegt er bis heute alte regionale Verkehrsverbindungen. |
100275280 |
Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.