Liste der Kulturdenkmale in Mosbach

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In der Liste der Kulturdenkmale in Mosbach sind Bau- und Kunstdenkmale der Stadt Mosbach verzeichnet, die im „Verzeichnis der unbeweglichen Bau- und Kunstdenkmale und der zu prüfenden Objekte“ des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg verzeichnet sind. Dieses Verzeichnis ist nicht öffentlich und kann nur bei „berechtigtem Interesse“ eingesehen werden.

Marktplatz mit Haus Palm und Stiftskirche, 2017
Historische Ansicht Mosbachs, Matthäus Merian, 1645

Das Stadtgebiet Mosbachs besteht aus der Kernstadt und den Stadtteilen Diedesheim, Lohrbach, Neckarelz, Reichenbuch, Sattelbach und Waldstadt.

Allgemein

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
  • Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
  • Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale nach Stadtteilen

Mosbach

Gesamtanlage Altstadt Mosbach

Die folgende Liste basiert auf der Historischen Ortsanalyse Stadt Mosbach vom 14. Februar 2013.[1]

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

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Wohnhaus Alter Schulplatz 1 (Flst.Nr. 0-250)
(Karte)
um 1800 Zweigeschossiges, traufseitig erschlossenes Gebäude mit Satteldach in Ecklage; das Erdgeschoss massiv, verputzt, darüber Fachwerkaufsatz; errichtet um 1800, in jüngerer Zeit saniert (Fassade, Fenster, Dachdeckung, Dachausbau). Das traufständige Gebäude veranschaulicht kleinbürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse am Ausgang der Frühen Neuzeit und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte Mosbachs. Mit seinem rein konstruktiven, auf Verputz gearbeiteten Fachwerk ist es charakteristisch für den Wohnbau um 1800.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG
100582027

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Ehemaliges Schulhaus Alter Schulplatz 11 (Flst.Nr. 0-267)
(Karte)
um 1730 An drei Seiten freistehender, zweigeschossiger, verputzter Barockbau mit Mansarddach; massiv über Hanggeschoss mit Rundbogenportal errichtet, die symmetrisch gegliederte Hauptfassade gegen den Marktplatz mit übergiebeltem Mittelrisalit und Pilastergliederung, geohrten Fenstergewänden und Ecknischen (leer) mit Muschelkonchen; seitlich liegender Hauseingang; um 1730. Das stattliche, platzbeherrschende Barockgebäude zeigt eine ungemein aufwendige Architektur und verdeutlicht hierdurch seine Sonderfunktion im Stadtgefüge als Pfarrhaus der lutherischen Gemeinde. Mosbach war seit dem 17. Jahrhundert wie so viele pfälzische Städte trikonfessionell (reformiert, evangelisch-lutherisch, katholisch). Seit 1696 war Mosbach Sitz einer eigenständigen lutherischen Pfarrei mit großem Sprengel. Das stattliche Pfarrhaus bringt das Selbstbewusstsein der Lutheraner deutlich zum Ausdruck und veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse eines protestantischen Stadtpfarrers in der Barockzeit. Der Bau integriert dabei wohl Teile eines mittelalterlichen Vorgängers, der mit einer 1420 an dieser Stelle bezeugten Badstube in Verbindung gebracht wird. Noch um 1800 existierte im Keller des Gebäudes eine Brunnenstube. Das einstige lutherische Pfarrhaus ist Zeugnis der Konfessions- und der Stadtbaugeschichte in der Frühen Neuzeit.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG
100582183

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Wohnhaus, ehem. Badhaus Badgasse 1 (Flst.Nr. 0-245)
(Karte)
1360 Dreigeschossiges Eckgebäude mit Schopfwalmdach; das EG massiv, die OG aus Fachwerk errichtet und im 1. OG und an der Traufseite verputzt, das zweite OG (mit kräftigem Vorstoß) und der Giebel mit Sichtfachwerk; mittelalterliche Keller mit Kreuzgratgewölbe, das Dachwerk (Eiche, geraucht) von 1360 (d) mit nur zwei Kehlbalken und Verblattungen; das Gebäude errichtet 1360, die beiden Wohngeschosse im 18. und 19. Jh. modernisiert, im 20. Jh. Einrichtung eines Gastronomiebetriebs im EG. Im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Mosbach gab es zwei Badstuben. Sie bestanden spätestens seit dem 14. Jahrhundert, denn 1368 ist bereits von der dem Stift gehörigen und von ihm verliehenen oberen Badstube die Rede. Die zweite Badstube, die untere, war im Besitz der Stadt. Sie könnte sich in dem Gebäude Badgasse 1 befunden haben; der Keller des Hauses mit seinem für Mosbach seltenen Kreuzgratgewölbe wird als mögliche Badstube angesehen. Das Gebäude zählt zu den ältesten Wohnbauten Mosbachs und der Umgebung. Hinter einem frühneuzeitlichen Sichtfachwerkgiebel zum Marktplatz besteht das bisher älteste Dachwerk in Mosbach aus dem Jahr 1360. Es handelt sich um ein Sparrendach aus Eichenholz mit nur zwei Kehlbalken, ein seltenes Beispiel der ältesten bekannten Dachkonstruktionen Süddeutschlands. Das Gebäude ist damit nicht nur für die Stadt- und Sozialgeschichte Mosbachs wichtiges, sondern auch von zentraler hauskundlicher und stadtbaugeschichtlicher Bedeutung.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG
Wohnhaus Badgasse 4
(Karte)
Zurückliegende Gebäude, zweigeschossiges Giebelhaus, verputzt, Satteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk, wohl 17. Jahrhundert, Veränderungen im 19. Jahrhundert

Das Giebelhaus veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse in Mosbach und ist wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung in der Altstadt. Es dokumentiert Aspekte der Stadtbaugeschichte.

100584894BW

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Wohnhaus Badgasse 5 (Flst.Nr. 0-246-247)
(Karte)
1750 Giebelständig erschlossenes Eckgebäude mit Satteldach; über tiefem Grundriss, an leicht abfallendem Gelände errichtet, hohes, massives Erdgeschoss mit ehemaligen Stallbereich, darüber Fachwerkaufbau mit regelmäßiger Fenstergliederung; am Kellerbogen bez. 1750, am Fenstergewände bez. 1795, die Erdgeschosszone durch nachträglichen Ladeneinbau verändert, außerdem Dachausbau mit Gauben und Einbau neuer Fenster und Türen. Das giebelständige Eckgebäude veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse in Mosbach. Mit seinem konstruktiven Fachwerk ist es charakteristisch für die auf 1795 datierte Bauzeit. Es hat stadtbaugeschichtliche Bedeutung und ist wichtiger Bestandteil der überlieferten historischen Bebauung in der Altstadt.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG
100584938

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Wohnhaus mit Stallteil Badgasse 14 (Flst.Nr. 0-284, 0-288)
(Karte)
16./17. Jh. Traufständiges, zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach; das Erdgeschoss über Keller massiv errichtet, das Wohngeschoss aus Fachwerk mit Knaggenverriegelung am Giebel; Wohnhaus im Kern 16./17. Jahrhundert. Ebenfalls Teil des Kulturdenkmals ist der traufseitig erschlossene Stall mit seitlicher Tordurchfahrt und Vordach, 19. Jh. Das Anwesen dokumentiert die teil stark landwirtschaftliche Prägung Mosbachs, wobei es gerade im 18. Jahrhundert zu einer zunehmenden Ablösung des vorherrschenden Weinbaus durch andere Formen der Landwirtschaft kam. Das Wohnhaus veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist als wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung im Stadtkern von stadtbaugeschichtlicher Bedeutung.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG
100585284

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Wohnhaus Badgasse 16 (Flst.Nr. 0-289)
(Karte)
An drei Seiten freistehendes, zweigeschossiges und giebelseitig nur zweiachsiges Gebäude mit Satteldach; das EG massiv, darüber Fachwerkaufbau, einfache Putzfassade mit unregelmäßigen Fensteröffnungen; an einem Eckquader bez. 1776 P Nelius, das OG vermutlich 19. Jh.; südlich daran ein ebenfalls zweigeschossiges und in Mischbauweise errichtetes Gebäude mit abgewalmtem Dach anschließend, an der Südfassade teilweise starker Vorstoß sowie verspringende Fensterhöhen; im Kern 18. Jh. oder vielleicht sogar älter, im 19./20. Jh. baulich verändert. Das Wohnhaus bildet zusammen mit Badgasse 18 eine Gebäudeinsel.
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG
Wohnhaus Carl-Theodor-Straße 2, Hauptstraße 84 (Flst.Nr. 0-42, 0-45)
(Karte)
Traufständiges, zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach mit Gauben, das EG massiv, das OG aus Fachwerk errichtet, Fassadengestalt mit regelmäßigen Fensterachsen und seitlichem Hauseingang; im Hausinneren Reste einer renaissancezeitlichen Gestaltung; im 18./19. Jh. errichtet unter Miteinbeziehung eines mittelalterlichen Kellers mit Kreuzgratgewölbe im Bereich der archäologisch überlieferten Stadtmauer. Das Gebäude, ursprünglich direkt hinter der inneren Stadtmauer gelegen, ist mit seinen unterschiedlichen Bau- und Ausstattungsphasen vom Spätmittelalter bis in die Frühe Neuzeit ein anschauliches Dokument der Stadtbaugeschichte. Es illustriert darüber hinaus vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG
100586091BW

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Reformiertes Pfarrhaus (heute Pfarramt, ev. Dekanat) Collekturgasse 1 (Flst.Nr. 0-3, 0-28-31)
(Karte)
Pfarrhaus mit Garten, Schuppen und Einfriedungsmauer (Sachgesamtheit); das Pfarrhaus ein freistehender zweigeschossiger Massivbau mit Walmdach, 18. Jh.; im 20. Jh. umfassend saniert, dabei u.a. Austausch der Fenster und Dachausbau mit Gauben. die Einfriedungsmauer aus Buntsandstein teils älter, teils im 20. Jh. erneuert, an der Maueraußenseite steinernes Wappenbild mit Helmzier des Dekans Diether von Hettingen (um 1390) eingefügt; der Schuppen mit Pultdach, 19. Jh.

Das ehemalige reformierte Pfarrhaus zwischen Kirchplatz und Collekturgasse, auch als früheres evangelisches Dekanatsgebäude bekannt und dann wieder Wohnung des evangelischen Pfarrers, verdeutlicht die Stellung des reformierten Stadtpfarrers in der seit 1560 überwiegend von der calvinistischen Konfession geprägten Stadt, gerade in Abgrenzung zu den seit dem späteren 17. Jahrhundert zugelassenen beiden anderen Konfessionen der Lutheraner und Katholiken. Es ist nicht auszuschließen, dass das Pfarrhaus auf einen der mittelalterlichen Stiftsherrenhöfe zurückgeht. Nach einer auf 1789 datierten Planskizze scheint der Vorgänger des heutigen Baus deutlich größer gewesen zu sein. Das Gebäude veranschaulicht mit dem zugehörigen Garten und Schuppen Wohn- und Lebensverhältnisse des reformierten Stadtpfarrers um 1800 und ist Zeugnis der Stadt- und Konfessionsgeschichte Mosbachs. Der in die Einfriedungsmauer vermauerte Wappenstein der Zeit um 1370 schmückte einst vielleicht eine Pforte des Vorgängerbaus.
Geschützt nach §§ 28 (Sachgesamtheit) DSchG

100586134

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Doppelwohnhaus Collekturgasse 3 und 5 (Flst.Nr. 0-53)
(Karte)
Traufständig erschlossenes, dreigeschossiges Doppelwohnhaus mit Satteldach; das Hanggeschoss mit Kellerbogen (zur Seitengasse) und das erste Wohngeschoss massiv in Naturstein errichtet, hier Eckpfeiler mit Girlande, bez. 1808; darüber Fachwerkaufbau mit trauf- und giebelseitigen Vorstößen und alten Fensterformaten; im Kern bzw. Dachwerk wohl noch 16. Jahrhundert, um 1808 baulich in Teilen umgestaltet, im 20. Jh. das Erdgeschoss durch Ladeneinbau überformt.

Das im Kern spätmittelalterliche Wohnhaus veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in Mosbach und ist wichtiger Bestandteil der überlieferten historischen Bebauung im Stadtkern. Mit seinen verschiedenen Bauphasen im 16. und frühen 19. Jahrhundert dokumentiertes die Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

100588467

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Wohnhaus mit Stall Collekturgasse 4 (Flst.Nr. 0-262)
(Karte)
An drei Seiten freistehendes, traufseitig über Außentreppe erschlossenes Wohnstallhaus mit Satteldach; das Hanggeschoss (mit giebelseitigem Stallzugang) sowie das erste Wohngeschoss massiv errichtet, das OG aus Fachwerk mit Vorstößen, teils auf Konsolen, verputzt; am Türgewände bez. 1823, nachträglich zum Teil baulich verändert (Fenster, Fensteröffnungen, Dachdeckung).
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG

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Wohnhaus Collekturgasse 8 (Flst.Nr. 0-253)
(Karte)
Dreigeschossiges Eckhaus unter Halbwalmdach, das EG massiv, die verputzten Fachwerk-OG mit starken Vorstößen zu alle drei Seiten, teils über Knaggen; gegen die Collekturgasse rundbogiger Kellerzugang und leicht erhöht liegender Hauseingang mit Außentreppe; wohl 16. Jh. oder älter, in jüngerer Zeit das EG freigelegt, Einbau neuer Fenster, Dachausbau mit Dachflächenfenster, neue Dachdeckung.

Das stattliche, hochaufragende Eckgebäude setzt einen markanten Akzent im Straßenbild der Collecturgasse. Seine Kubatur und die Vorkragungen über Knaggen verraten einen im Kern spätmittelalterlichen Bau, der wohl im späteren 15. oder frühen 16. Jahrhundert entstanden sein dürfte. das Gebäude zählt zur ältesten überlieferten Wohnbausubstanz in M0sbach. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in der damals pfälzischen Stadt und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte sowie von hauskundlicher Bedeutung.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100588483

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Wohnhaus Collekturgasse 10 (Flst.Nr. 0-254)
(Karte)
Traufständiges und dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach, Sockel und EG massiv mit Sandsteingewänden, das OG in Fachwerk errichtet, Fassade verputzt; vorgelegte, einläufige Freitreppe, Haustüre des 19. Jh., das Türgewände mit Oberlicht und barockem Scheitelstein; wohl älteres Gebäude um die Mitte des 19. Jh. baulich verändert, nachträgliche Erneuerung der Fenster und der Dachdeckung.

Das traufständige Gebäude veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse des Kleinbürgertums in Mosbach. Es ist wichtiger Bestandteil der überlieferten historischen Bebauung in der Altstadt und hat stadtbaugeschichtliche Bedeutung.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100588721

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Wohnhaus Collekturgasse 12 (Flst.Nr. 0-254-255)
(Karte)
Giebelständiges, zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach, der hohe, baulich mit dem Nachbarhaus Collekturgasse 14 eine Einheit bildende Sockel mit Kellerabgang und zwei Hauseingängen massiv errichtet, darüber Fachwerkaufbau, im Giebeldreieck mit bescheidenen Zierformen; im Kern wohl 17. Jh. mit baulichen Veränderungen des 18. Jh., in jüngerer Zeit in Teilen verändert (u.a. Sockelgeschoss, Türen, Fenster, Dachdeckung).

Das giebelständige Gebäude zeigt ein für das 17. (Giebel) und 18. Jahrhundert (Wohngeschosse) charakteristisches Fachwerk. Die teils naturkrummen Hölzer im Giebel verweisen auf Holzmangel durch Übernutzung der Wälder in der Frühen Neuzeit. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100588793

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Wohnhaus Collekturgasse 14 (Flst.Nr. 0-256)
(Karte)
Giebelständiges, zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach; der hohe, baulich mit dem Nachbarhaus Collekturgasse 12 eine Einheit bildende Sockel (mit Kellerabgang) sowie das erste Wohngeschoss massiv errichtet und verputzt, darüber Fachwerkaufbau mit breitem Eckständer; traufseitiger Hauseingang über gemeinsame Treppenanlage mit Collekturgasse 16 erschlossen; wohl älteres Gebäude im 17./18. Jh. (Fachwerk) baulich verändert, in jüngerer Zeit u.a. Sockel neu verputzt, Austausch der Fenster, Dachdeckung u.a. Am Sockel gegen die Collekturgasse ein mit der Jahreszahl 1744 bezeichneter Sandstein (Fragment) sekundär angebracht.

Das giebelständige Gebäude ist wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung in der Collekturgasse. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist mit seinem Fachwerk ein Zeugnis der frühneuzeitlichen Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100588818

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Wohnhaus, ehemals Zehntscheuer bzw. Collektur mit Stadtmauerresten Collekturgasse 18 (Flst.Nr. 0-258)
(Karte)
1551 Hinter die Baulinie der Collekturgasse zurückspringendes, giebelständiges und dreigeschossiges Gebäude mit Schopfwalmdach; der Sockel und das erste Wohngeschoss massiv, darüber Fachwerkaufbau mit leichten Vorstößen, 1550/1551 (d), breite, regelmäßig durchfensterte Putzfassade, der Giebel des Speicherdaches verbrettert; im Innern Stuckdecken des 18. Jh. erhalten; um 1550 unter Miteinbeziehung der Stadtmauer (Nordost-Seite) errichtet, 1748/49 (d) und um 1830 Umbauten, in jüngerer Zeit leicht überformt (Fenster, Dachausbau u.a.).

Das stattliche giebelständige Gebäude wurde, das rückwärtig gegen die innere Stadtmauer gesetzt ist, wurde in früheren Zeiten als Collektur bezeichnet, weil es mit seiner Funktion als Zehntscheune der Sammlung der Zehntabgaben diente. Der im Kern auf 1551 datierte Bau steht am Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit und ist wichtiges Zeugnis der herrschafts- und Kirchengeschichte Mosbachs. Zeitweise war hier auch die Kanzlei des Kirchenrats untergebracht, im 1. Drittel des 19. Jahrhunderts auch Schulräume, bis das Gebäude 1832 endgültig um Wohnhaus umgewandelt wurde. Mit seinen verschiedenen Bauphasen illustriert es überdies Aspekte der Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach § 2 DSchG

100588843

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Wohnhaus Entengasse 1 (Flst.Nr. 0-222-223)
(Karte)
Giebelständiges, zweigeschossiges Gebäude mit zum Gartenweg abgewalmtem Satteldach, massiv errichtet und verputzt; die dreiachsige Fassade mit steinernen Sohlbänken, gegen die Entengasse leicht erhöht liegender Hauseingang und breitformatiges Werkstattfenster; im Kern wohl 16./17. Jahrhundert, im ersten Viertel des 20. Jh. und nach 1988 (gegen den Gartenweg) umfassend modernisiert, dabei u.a. Ausbau des Dachgeschosses einschließlich Umbau des Halbwalmdaches.

Das äußerlich von einem Umbau 1799 geprägte Gebäude stellt im Kern einen spätmittelalterlichen Bau des frühen 16. Jahrhunderts dar, wie der verblattete Dachstuhl ausweist. Es zählt damit zu den ältesten überlieferten Wohnbauten der Stadt und ist mit seinen verschiedenen Bauphasen von stadtbaugeschichtlicher und hauskundlicher Bedeutung.
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG

100588985
Laden u. Wohnhaus Entengasse 4
(Karte)
Fachwerkbau, 1722, Kellertüre mit Hausmarke 108269215BW

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Wohnhaus Farbgasse 12 (Flst.Nr. 0-143)
(Karte)
Traufständiges, dreigeschossiges Gebäude mit bauzeitlichem Satteldach, das EG massiv, die OG mit leichten Vorstößen in Fachwerk errichtet, einfache Putzfassade mit Sandsteingewänden an Kellerabgang und Hauseingang, in den OG alte Fensterformate; wohl im 18. Jh. zusammen mit dem Nachbargebäude Farbgasse 12 errichtet und im 19. und 20. Jh. leicht überformt.
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG
Wohnhaus Frohndbrunnengasse 9 (Flst.Nr. 0-359)
(Karte)
Zweigeschossiges, freistehendes Gebäude mit Krüppelwalmdach, der Sockel und das EG massiv, verputzt, darüber Fachwerkaufsatz mit Vorstößen, einst mit vollständig verzapfter Dachkonstruktion mit liegendem Stuhl und Ladeluken; Gebäude 1528 (d) errichtet, das EG 1784 (bez.) massiv erneuert, Fassade zwischenzeitlich verputzt, in jüngerer Zeit modernisiert dabei u.a. Austausch der Fenster, neue Dachdeckung u.a.

Das stattliche Gebäude in Ecklage ist mit seinem bereits vollständig verzapften Fachwerk ein anschauliches Zeugnis für den konstruktiven Wandel an der Wende vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit und damit wichtiges Dokument für die Entwicklungen im Fachwerkbau Südwestdeutschlands in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist von stadtbaugeschichtlicher Bedeutung.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

100594089BW

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Sog. Frohndbrunnen Frohndbrunnengasse 13, 29 (Flst.Nr. 0-367-368)
(Karte)
Wandbrunnen mit ursprünglich zwei Wasserspeiern und vorgelegtem rechteckigen Becken aus Sandstein, hinter dem Holzladen bez. Dieser Bronnen ist im Jahr 1586 erbaut / Wurde in diesem Jahr neu renoviert / Mosbach den 15. Ocktober 1834 / Auch ist in diesem Jahr viel und guter Wein gewachsen / Er wog cca 80 bis 90 Grad / Bürgermeister Teibner / Steinhauer Fleischmann.
Geschützt nach §§ 2 (Kleindenkmal) DSchG

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Wohnhaus Frohndbrunnengasse 15 (Flst.Nr. 0-342/5, 0-372)
(Karte)
Zweigeschossiges, zur Gasse hin giebelständig stehendes Gebäude mit Satteldach; das Hanggeschoss und das erste Wohngeschoss massiv, darüber Fachwerkaufsatz mit auskragenden Balkenköpfen und Zierformen des 17./18. Jh., das Gebäude bis auf den Fachwerkgiebel verputzt, das Wohngeschoss über Betontreppe erschlossen (Bestandteil des öffentlichen Fußweges); im Kern 17./18. Jh., im 20. Jh. innen und außen baulich überformt (Fassade, Fenster, Dachausbau, Dachdeckung u.a.).
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG

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Wohnhaus Frohndbrunnengasse 17 (Flst.Nr. 0-373)
(Karte)
Zweigeschossiges, zur Gasse hin giebelständig stehendes Gebäude mit Satteldach, das Hanggeschoss mit rundbogigem Kellerzugang massiv errichtet, darüber Fachwerkaufsatz mit auskragenden Balkenköpfen und profiliertem Rähm an der Traufseite; das Wohngeschoss über Betontreppe erschlossen (Bestandteil des öffentlichen Fußweges);

im Kern 17./18. Jh., im 20. Jh. innen und außen baulich überformt (Fassade, Fenster, Dachausbau, Dachdeckung u.a.). Das Gebäude ist mit seinem Fachwerk charakteristisch für den Mosbacher Wohnbau in der Barockzeit. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG

100594286
Frohndbrunnen Frohndbrunnengasse 29
(Karte)
Wandbrunnen mit urspr. zwei Wasserspeiern (einer abmontiert) und vorgelegtem rechteckigen Becken aus Sandstein, hinter dem Holzladen bezeichnet: „Dieser Bronnen ist im Jahr 1586 erbaut / Wurde in diesem Jahr neu renoviert / Mosbach den 15. Ocktober 1834 / Auch ist in diesem Jahr viel und guter Wein gewachsen / Er wog cca 80 bis 90 Grad / Bürgermeister Teibner / Steinhauer Fleischmann“

Neben Pumpbrunnen vor allem auch in Kellern der Bürgerhäuser haben 14 laufende Brunnen noch Mitte bzw. Ende des 19. Jahrhunderts die Stadt mit gutem und gesundem Trinkwasser versorgt. Das Wasser soll überwiegend aus der Michelsrotquelle gekommen sein. Einige der Brunnen haben sich bzw. ihre Lage bis heute erhalten, so der Frohndbrunnen, der 1834 renoviert wurde. Er ist wichtiges Zeugnis der vormoderne Wasserversorgung Mosbachs sowie der Siedlungsgeschichte.

100594139BW
Wohnhaus Frohndbrunnengasse 30; Schloßgasse 22
(Karte)
Einfriedungsmauer und Gartenstück, zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, nordseitig Kellerportal, hier Hauseingang mit zweiflügeliger Feldertür und vergittertem Oberlicht, gegen Norden vorspringend halbrunder Turm mit zweireihig gesetzten Band aus vermauerten Kanonen- oder Blidenkugeln, im westlich angrenzenden Mauerstück auf den Kopf gestellt, sekundär verwendete Schlüssellochscharte, aus einem Stein geschlagen, Turm und Teile des Erdgeschoss wohl 1. Hälfte 15,. Jahrhundert, sonst wohl 2. Viertel 19. Jahrhundert, übergiebelte Querhäuser auf dem Dach, 19./20. Jahrhundert

Mit der Aufgabe des pfalzgräflichen Schlosses als Sitz der Herrschaft nach dem Übergang Mosbachs an das Großherzogtum Baden wurden im Areal der Vorburg Wohnhäuser erstellt, die Teile der spätmittelalterlichen Vorburgbefestigung integrieren, so auch das Haus Nr. 22, aus dem gegen Norden der einzige überlieferte Flankierungsturm der Schlossanlag hervorspringt. Der einstige halbrunde Schalenturm wird durch einen martialischen Schmuck ausgezeichnet, der in dieser Form weit und breit einzigartig ist: ein Doppelband von steinernen Kugeln, eventuell Bliden- oder aber Kanonenkugeln, umzieht ihn. Solche vermauerten Kugeln waren im Spätmittelalter ein geläufiger Zierrat für Wehrbauten und sollten auf deren Standfestigkeit gegen Beschuss abheben. Es ist sicher kein Zufall, dass ausgerechten der stadtwärts gerichtete Turm diesen Bauschmuck erhielt, da er sicherlich ursprünglich weitaus besser im Stadtbild und auch aus der Ferne wahrzunehmen war als heute. Die martialische Geste ist als Teil der baulichen Repräsentation der Pfalzgrafen von Pfalz-Mosbach zu werten, welche die Mosbacher Burg ab 1411 zu ihrer Residenz ausbauten. Das Gebäude ist damit wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte und veranschaulicht nicht nur Entwicklungen und Gestaltungsaspekte des spätmittelalterlichen Wehrbaus, sondern auch die städtebauliche Entwicklung Mosbachs im einstigen Schlossareal zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

102806573BW
Keller mit Rundbogenportal Frohndbrunnengasse 31 (Flst.Nr. 0-343)
(Karte)
Großer tonnengewölbter Keller mit Stichkappen, erschlossen von der nördlichen Frohndbrunnengasse über ein profiliertes Rundbogenportal mit Scheitelkartusche, bez. 1611.

Der Keller belegt vormoderne Formen der Vorratshaltung und verweist auf die Bedeutung des Weinbaus für die Stadt in früherer Zeit. Er ist darüber hinaus Zeugnis der Siedlungs- und Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 2 (Bauteil) DSchG

100611587BW

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Wohnhaus mit Ladeneinbau Gartenweg 10 (Flst.Nr. 0-212)
(Karte)
Zweigeschossiges Giebelhaus mit Satteldach, das massive Erdgeschoss mit Eckquadern und profilierten Gewänden des 16. Jh., sandsteinerne Eckkonsole in Renaissanceformen, darüber das über Balkenköpfen vorkragende OG und der Giebel aus Fachwerk, am herausragenden Deckenbalken des OG innere Gliederung in Stube und schmalere Kammer ablesbar, im Brüstungsbereich verzapfte Fußstreben, im Giebelfirst Spitzständerstummel; das Gebäude errichtet 1599 (i), nachträglich nur leicht überformt bzw. im EG Ladeneinbau.

Das giebelständige Gebäude dokumentiert den frühneuzeitlichen Hausbau des späten 16. Jahrhunderts in Mosbach. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnise und ist mit seiner Fachwerkkonstruktion von hauskundlichem sowie stadtbaugeschichtlichem Interesse.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

100612915

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Wohnhaus mit rückwärtigem Anbau Gartenweg 38/1 (Flst.Nr. 0-38/3, 0-133/1)
(Karte)
Gegen die Gartenstraße giebelständiges, zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach und rückwärtigem Anbau gegen die Harnischgasse, das breit gelagerte Wohnhaus bis auf das massive Erdgeschoss komplett in Fachwerk errichtet; das Fachwerk gegen die Straße mit vorkragenden Balkenköpfen, an der Südwestecke turmartiger Schmuckerker mit französischer Steilhaube und reichem historisierenden Zierfachwerk; um 1800 erbaut, 1908 um Erker ergänzt, 1921 umgebaut bzw. um rückwärtigen Anbau erweitert, dieser bez. Jos. Spohn 1921.

Das Gebäude setzt mit dem auffälligen Erker einen markanten Akzent im Straßenbild. Es handelt sich um einen charakteristischen Bau der Zeit um 1800 mit einem zeittypischen, rein konstruktiven Fachwerk. Dieses Gebäude erfuhr eine baukünstlerische Aufwertung 1908 durch Anbau des polygonalen Erkers in reichem Zierfachwerk und mit einem charakteristischen steilen Walmdach nachfranzösischem Vorbild. Der Erker greift dabei in zeittypischer Weise sehr bewusst die reichen Formen des renaissancezeitlichen Fachwerks auf, wie sie einige herausragende Mosbacher Bauten diese Zeit, so das sog. Palmsche Haus am Markt, auszeichnen. Das Gebäude ist damit nicht nur Zeugnis der Stadtbaugeschichte, sondern auch des wissenschaftlich geprägten, an einheimischen Formen orientierten späten Historismus zu Anfang des 20. Jahrhunderts.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100612997
Weitere Bilder Wohnhaus Harnischgasse 2 (Flst.Nr. 0-131)
(Karte)
Zweigeschossiges, traufseitig erschlossenes Gebäude mit Satteldach, das EG massiv mit Stichbogenfenster mit Schlussstein, darüber Fachwerkaufsatz mit breiten Eckständern; Gebäude bez. 1842, im Kern wohl älter, im 20. Jh. u.a. Einbau von Garagen, Dachausbau mit Gauben, Erneuerung der Fenster.
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG
BW

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Wohnhaus, ehemals Wohnstallhaus Harnischgasse 6 (Flst.Nr. 0-129)
(Karte)
Traufständiges, dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach mit Gaube, das EG und das erste OG massiv, darüber Fachwerkaufbau, schlichte Putzfassade, im EG ehemaliger Stallbereich erkennbar, mit kleinen Fensterformaten und mittig liegendem Hauseingang mit Scheitelstein (bez. 1806), darüber regelmäßig angeordnete, hochformatige Fenster, das letzte Wohngeschoss mit kleinen Fensterformaten, die Fenster mit Läden; das westliche Drittel des Hauses mit tonnengewölbtem Keller; Gebäude 1806 evtl. über älterem Keller neu erbaut, im 20. Jh. überformt (Fassade, Dachausbau, Fenster).
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG
Wohnhaus Harnischgasse 9
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Traufenbau, Erdgeschoss massiv, Front in dem Bereich mit Sichtbackstein um 1900 erneuert, rückwärtig noch Sohlbänke des 19. Jahrhunderts, zwei sehr niedrige Obergeschosse aus Fachwerk, zwischen ihnen leichte Vorkragung mit Profilierung im Schwellholz, Längsdeckenbalken nicht verkleidet, teils zurechtgebeilt, niedrige Fensterbänder; Dachstuhl, unten liegend, oben stehend, verzapfte Verbindung, durchgehend schwarz geraucht, konstruktiv kaum verändert, Zwischenwände und Giebel teils mit alten Flechtausfachungen, sehr lange Aussteifungshölzer, viele Hölzer mit Wandkante; niedrige Kellertonne mit segmentförmigen Querschnitt, Zugang sowohl von der Straße sowie nachträglich von der Diele, um 1550

Das Wohnhaus wurde ausweislich seiner anschaulich überlieferten Dachkonstruktion und des Hausgerüstes im 16. Jahrhundert errichtet. Die konstruktive Verbindung zeigt eine Frühform der Verzapfung, kurz nach Ablösung von der Verblattungstechnik, das Giebelfachwerk mit Rauchloch und die sehr starke, gleichmäßige Verrußung verweisen auf eine Bauzeit um 1550 (±10 Jahre). Charakteristisch sind auch die sehr niedrigen Obergeschosse und die Grundrisszuschnitte. Aufgrund der Lage in einer schmalen Gasse des Quartiers, der engen Umbauung und den damit verbundenen Rückschlüssen auf den sozialen Stand der Bauherrschaft wurden keine Vorkragungen ausgeprägt und auf reiche Fachwerkfiguren verzichtet. Das Erdgeschoss erhielt um 1900 in der damals üblichen Massivbauweise eine gelbe Backsteinfassade mit Sandsteingliederungen und geschnitzter/gestemmter Haustür. Das Gebäude ist von hauskundlichem Interesse, dokumentiert es doch den Fachwerkbau am Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit. Es ist mit seiner authentische Überlieferung ein eindrucksvolles und wichtiges Dokument der Mosbacher Stadtbaugeschichte und veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse.

110975902BW

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Wohnhaus, sogenanntes Haus Kickelhain, seit 1972 Abteilung des Heimatmuseums Harnischgasse 13 (Flst.Nr. 0-38/2, 0-107)
(Karte)
Kleines, freistehendes und dreigeschossiges Giebelhaus mit steilem Satteldach; das EG massiv, verputzt, darüber Fachwerkaufsatz, gegen Süden zweiachsige Fassade, die Fenster mit Läden, an der westlichen Traufseite Hauseingang mit sekundär verwendeter Türe der alten Cäcilienkirche; errichtet 1590/91 (d) über trapezförmigem Grundriss, seit 1972 Abteilung des Heimatmuseums. Das am nördlich davon fließenden Kandelbach errichtete Gebäude bildet zusammen mit dem ebenfalls giebelständigen Nachbarhaus Nr. 15 eine Baugruppe am platzartig aufgeweiteten Kreuzungsbereich der Harnischgasse mit der Ölgasse.

Das schmale Gebäude wurde unter optimaler Ausnutzung des Grundstücks errichtet und belegt die teils beengten Siedlungsverhältnisse innerhalb der Stadtmauern. Es setzt einen malerischen Akzent im Bild der Harnischgasse und veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse der Frühen Neuzeit. Das dreigeschossige Gebäude, dessen Fachwerk 1928 freigelegt wurde, gilt mit seiner Wohnfläche von nur 56 m², auf drei Etagen verteilt, als eines der kleinsten historischen freistehenden Fachwerkhäuser Deutschlands. Es ist heute Teil der Städtischen Sammlung. Als Haustür diente ein Türblatt der im 16. Jahrhundert abgetragenen alten Cäcilienkirche mit Eisenbeschlägen aus spätgotischer Zeit. Sie sicherte nach der Reformation über lange Jahre die die Arrestzelle im Rathausturm. Das Gebäude hat stadtbaugeschichtliche Bedeutung, das Türblatt hat als spätmittelalterliches Stück Seltenheitswert und illustriert die damalige Handwerkskunst in Mosbach.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

100616631

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Wohnhaus, sog. Haus Paschke Harnischgasse 15 (Flst.Nr. 0-38/2, 0-108)
(Karte)
Freistehendes, zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach; das EG massiv, verputzt, darüber ein zur westlichen Traufseite (Hauptseite) vorkragendes Fachwerk-OG; im Kern 17./18. Jh., im 19. Jh. umgebaut, ehemals mit jüngerem Vorbau, seit 1980 zugehörig zum Heimatmuseum.

Das kleine Gebäude veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse von Kleinbürgern und Handwerkern in Mosbach. Es ist mit seinem Fachwerk charakteristisch für den frühneuzeitlichen Wohnbau und Zeugnis der Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100616751

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Wohnhaus Hauptstraße 11 (Flst.Nr. 0-224-225)
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger Massivbau mit Mansarddach mit übergiebelten Gauben, neunachsige Putzfassade mit regelmäßig angeordneten Stichbogenfenstern mit Sandsteingewänden mit Scheitelstein; um 1780 unmittelbar am alten Zwinger errichtet, in jüngerer Zeit umfassend saniert, dabei Dachneueindeckung, Entfernung der hölzernen Fensterläden und Umbau des EG.

Das stattliche barockzeitliche Gebäude veranschaulicht mit seinen Dimensionen eindrücklich ein großes städtisches Gasthaus der Frühen Neuzeit in verkehrsgünstig bester Lage direkt am südlichen Stadteingang, wo sich das Untertor befand. Ein Gasthaus Goldener Ochse ist an diesem Platz schon für das 16. Jahrhundert nachgewiesen. Der bestehende Bau dürfte um 1780 entstanden ein. Er ist als früheres Gasthaus wichtiges Zeugnis der Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte Mosbachs in der Vormoderne und hat stadtbaugeschichtliche Bedeutung.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101554643

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Gasthaus Goldener Hirsch Hauptstraße 13 (Flst.Nr. 0-227-228)
(Karte)
Traufständiges, dreigeschossiges Gebäude mit steilem Halbwalmdach, über Gewölbekeller massiv errichtetes EG, die Obergeschosse aus Fachwerk, das Dachwerk von 1479/80 (d) mit Überblattungen; sechsachsige Putzfassade des 18. und 19. Jh., die Fenster mit hölzernen Läden, an der Fassade vergoldeter Hirschkopf; an der Südostecke des Hauses: Bossenquadermauerwerk mit Abfassung (wohl ehemals Torpfeiler der gemeinsamen Zufahrt mit Hauptstraße 15); errichtet im 15. Jh., mit nachträglichen Umgestaltungen des 18./19. Jh., in jüngerer Zeit leicht überformt (u.a. neue Dachdeckung, Herstellung einer zusätzlichen Gaube, Umgestaltung EG).

Das traufständige Gebäude gehört mit seinem 1480 aufgeschlagenen Dachwerk zum ältesten, noch spätmittelalterlichen Hausbestand Mosbachs. Eine Gasthaus ist hier seit dem 17. Jahrhundert fassbar, wobei die Schildgerechtigkeit Zum Goldenen Hirsch erst im 19. Jahrhundert durch Kauf hierher wanderte (ursprünglich in Schlossgasse 12). Das Gebäude ist damit nicht nur ein wichtiges Zeugnis der Konstruktions- und Stadtbaugeschichte im Mittelalter, sondern als traditionsreiches Gasthaus an der Hauptdurchgangsstraße der alten Stadt von wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Bedeutung.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

101555490

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Wohnhaus mit zwei Rückgebäuden Hauptstraße 15 (Flst.Nr. 0-229)
(Karte)
Dreigeschossiges verputztes Giebelhaus, teils aus Fachwerk; Vorderhaus im Kern aus zwei älteren Gebäuden bestehend: straßenseitig im Kern auf die Zeit um 1370 zurückzuführen, der rückwärtig anschließende Hausteil 1. H. 15. Jh. erbaut; 1. OG im frühen 19. Jh. umgebaut, 2. OG und Dachstuhl um 1920 erneuert; an der Südwestecke Buckelquader des 14. Jh.; rückwärtig zur Kronengasse hohes Speichergebäude des 18./19. Jh. mit Fachwerkaufsatz.

Das Anwesen zwischen Hauptstraße und Kronengasse veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in der Stadt, wobei der rückwärtige hohe Speicherbau auf landwirtschaftliche Funktionen verweist. Das Vorderhaus gehört mit seiner auf 1370 datierten Kernkonstruktion zu den ältesten Wohnbauten Mosbachs und der Region. Es ist damit von besonderer Bedeutung für die Hauskunde und die Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

101555731

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Wohn- und Gasthaus Zum Schwert Hauptstraße 17 (Flst.Nr. 0-233)
(Karte)
Giebelständiges, dreigeschossiges Fachwerkhaus mit Satteldach, das EG massiv, die teils über Knaggen vorkragenden Fachwerk-OG mit Zierfiguren, darunter Fußbüge, Fußstreben und eingezapfte, wandhohe überkreuzende Diagonalstreben; in der 1. H. 16. Jh. errichtet, im 20. Jh. u.a. das EG (Gastronomie) baulich verändert.

Das stattliche giebelständige Gebäude ist wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung in der Hauptstraße, die von großen Wohn- und Wirtshäusern gesäumt wird. Es ist mit seinem bereits verzapften Gefüge ein anschauliches Beispiel für den Mosbacher Fachwerkbau an der Wende vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit, im Giebel zeigt sich noch die Tradition des mittelalterlichen Spitzständerbaus, die sich bis in die Frühen Neuzeit hinein fortsetzte. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist wichtiges Zeugnis des regionalen Hausbaus wie auch der Stadtbaugeschichte. Nicht zuletzt hat es als traditionsreiches, erstmals 1632 hier bezeugtes Gasthaus (jetzt Eiscafe) stadt- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101555792

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Wohnhaus mit Laden Hauptstraße 19 (Flst.Nr. 0-234)
(Karte)
Giebelständiges, dreigeschossiges Fachwerkhaus mit Schopfwalmdach, das EG massiv, die teils stark vorkragenden Fachwerk-OG mit Zierfiguren, darunter gebogene Andreaskreuze und Fußstreben sowie wandhohe gekreuzte Diagonalstreben, im rückwärtigen Bereich Turm verbaut; im Kern 1616 (an einem trapezförmigen Fenster bez. MDCXIV), im EG baulich verändert (Ladeneinbau), 1996 (bez.) renoviert dabei u.a. Austausch der Fenster.

Das stattliche Gebäude ist wichtiger Bestandteil der überlieferten giebelständigen Bebauung in der Hauptstraße und dokumentiert mit seinen Dimensionen die Bedeutung derselben als Hauptdurchgangsstraße Mosbachs in Mittelalter und Früher Neuzeit. Vor allem der Giebel zeigt noch ein für die Entstehungszeit 1614 charakteristisches Zierfachwerk, während die Wohngeschosse im 18. oder frühen 19. Jahrhundert für Fensterumbauten und einen Verputz verändert wurden. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse in Mosbach und ist Zeugnis der Haus- und Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101556063

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Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 20 (Flst.Nr. 0-397/1)
(Karte)
An drei Seiten freistehendes, zweigeschossiges Giebelhaus unter Halbwalmdach, das am leicht abfallendem Gelände errichtete EG massiv und gegen die Hauptstraße in korbbogige Arkaden gegliedert; evtl. unter Verwendung eines Vorgängerbaus im 18./19. Jh. errichtet und im späten 20. Jh. insgesamt baulich überformt (Ladeneinbau, Dachausbau mit Gauben, Dachneueindeckung, Einbau neuer Fenster u.a.).
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG

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Wohnhaus Hauptstraße 21 (Flst.Nr. 0-235)
(Karte)
das massive EG, die Traufwände und die Rückwand von dem Steinwerk des 14. Jh. erhalten, Torweg mit spitzbogigem Gewände gegen den Hofraum, vorkragende Fachwerk-OG, die hofseitigen Fenstergewände mit Abfasung, das Dachwerk 1575/1576 (d) neu aufgesetzt, die Fassade gegen die Hauptstraße um 1900 im Sinne des Jugendstils neu gestaltet. Das einstige Hinterhaus wird heute unter der Adresse Hauptstraße 23 geführt.

Das straßenseitig als Fachwerkbau erscheinende stattliche giebelständige Gebäude, dessen Fachwerkfassade um 1900 historisierend überarbeitet wurde, bildet mit seinen Rückseiten im Kern einen mittelalterlichen Steinbau, der vielleicht in Adels- oder Kirchenbesitz gewesen sein könnte. Das Dachwerk wurde 1576 abgezimmert. Das Gebäude ist mit seiner spätmittelalterlichen Substanz ein wichtiges Zeugnis für die ältere Siedlungsstruktur Mosbachs sowie der Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101556809

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Rest der Stadtbefestigung, Zwingermauer mit Schalenturm Hauptstraße 22, (Flst.Nr. 0-396) und entlang Flstnr. 397/1 & 397
(Karte)
Aus groben Sandsteinblöcken errichteter Mauerzug, parallel zum alten Stadtgraben bzw. zum heutigen Schmelzweg; im Nordwesten bis knapp zur Hauptstraße hinunterreichend, im Südosten der ehemalige Wachtturm (Schalenturm) in den Mauerverband integriert; der Turm selbst über polygonalem Grundriss errichtet und das Obergeschoss durch jüngere Außentreppe erschlossen.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG
Weitere Bilder Wohnhaus, ehemals Hinterhaus von Nr. 21 Hauptstraße 23 (Flst.Nr. 0-237)
(Karte)
Giebelständiges, dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach; das EG massiv, an beiden Seiten scharrierte Eckquader und rundbogige Tordurchfahrten, bez. 1616, im EG urspr. Halle mit vier Stützen (von der heutigen Passage aus sichtbar); die Fachwerk-OG gegen die Kronengasse freiliegend (jedoch im EG durch eingeschossigen Anbau teilweise verdeckt) und gegen Süden (gegen den Hof) verputzt; im frühen 17. Jh. errichtet, im 20. Jh. das EG durch Passageneinbau verändert.

Das stattliche Hinterhaus zu Nr. 21 ist laut Datierung 1616 errichtet worden. Es besaß ursprünglich eine große offene Erdgeschosshalle, die von der Durchfahrt aus erschlossen wurde. In der Durchfahrt sind die verzierten Pfosten mit Knaggen deutlich erkennbar, welche die Hallendecke tragen. Das Gebäude veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse. Es ist beispielhaft für den Hausbau zur Zeit der Renaissance und Zeugnis der Mosbacher Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101557712BW

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Doppelwohnhaus mit Seitenflügel (Sachgesamtheit) Hauptstraße 24 und 26 (Flst.Nr. 0-389-390, 0-394-395)
(Karte)
Traufständiges, dreigeschossiges Gebäude mit Mansarddach; das EG massiv, die verputzten Fachwerk-OG vorkragend, bei Gebäude Nr. 26 über gebogenen Kopfbügen (Knaggen); im Innern bis zum 1. OG erhaltenes, spätmittelalterliches Hausgerüst von 1434 (d), 1609 (d) das 2. OG erbaut oder umgebaut, 1781/1784 (d) das Mansarddach aufgebracht, der Seitenflügel 1769 (d) errichtet, im 20. Jh. das EG durch Ladeneinbau überformt, die Fassade, die Fenster, die Dachdeckung samt Gauben ebenfalls jüngeren Datums.

Mit seinem überlieferten spätmittelalterlichen Kernbestand ist das traufständige Doppelhaus wichtiges Zeugnis der älteren Wohnbebauung Mosbachs. In seinen verschiedenen Bauphasen spiegelt sich eindrücklich die Stadtbaugeschichte wider. das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist wichtiger Bestandteil der weitgehend geschlossen überlieferten historischen Bebauung in der Hauptstraße.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101557806

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Wohnhaus, Haus Dudelsack, „Alte Münz“ Hauptstraße 27 (Flst.Nr. 0-239/1)
(Karte)
Schmales, dreigeschossiges und giebelständiges Gebäude mit Satteldach, massiv errichtet, mit hohem Sockelgeschoss mit Kellerhals, symmetrisch gegliederte Putzfassade mit farbig abgesetzten, segmentbogigen Gewänden, im EG breites Schaufenster mit Sprossengliederung, im 3. Geschoss konsolenartiger, polygonaler Erker; um 1900 errichtet, in jüngerer Zeit Fenster stilecht erneuert.
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG

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Doppelwohnhaus Hauptstraße 28 und 30 (Flst.Nr. 0-385-389)
(Karte)
Giebelständiges, dreigeschossiges und breit gelagertes Gebäude mit Satteldach, das EG und das 1. OG massiv errichtet, das 2. OG über Balkenköpfen vorkragend mit Zierfachwerk des 17. Jh., im Kern 16./17. Jh., Giebel 1968 nach Brand weitgehend erneuert (abweichend vom Vorgänger), wohl im 19. Jh. die beiden ersten Geschosse massiv erneuert, im 20. Jh. v. a. im EG durch Ladeneinbau baulich überformt.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG
101558137

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Ehemals Gasthaus Zur Krone Hauptstraße 29 (Flst.Nr. 0-242)
(Karte)
Gegen die Hauptstraße schmaler, dreigeschossiger Massivbau unter Walmdach, einfache Putzfassade mit regelmäßig angeordneten Fensteröffnungen mit Läden, an der Südostecke Wappen mit Krone tragendem Löwen von 1942, die Nordostecke abgerundet und durch Fenster akzentuiert; 1840 errichtet, 1976 Umnutzung für die Stadtverwaltung, dabei Innenstruktur und EG-Öffnungen verändert und Herstellung einer baulichen Verbindung zum alten Rathaus.

Das Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für den klassizistischen Wohnbau der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es ersetzte das 1838 abgebrochene ältere Gasthaus Krone, das sich seit dem 16. Jahrhundert an diesem Standort nachweisen lässt. Die Krone war im 19. und 20. Jahrhundert eines der renommierten Gasthäuser der Stadt. Der rat besaß eine eigene Stube im Erdgeschoss, die bis heute noch ihre Ausstattung aus der Zeit des Umbaus 1942 besitzt. Als einstiger Hotelgasthof hat das seit 1976 zum Rathaus gehörige Haus wichtige Bedeutung für die Kultur- und Wirtschaftsgeschichte der Stadt.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

101558240

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Rathaus Hauptstraße 29 (Flst.Nr. 0-242)
(Karte)
Monumentaler, dreigeschossiger Massivbau mit Staffelgiebel und eingezogenem Turm, an der Südseite zweiläufige Freitreppe, die Fassaden und der Turm jeweils verputzt und durch farblich abgesetzte Eckquaderung, Fenstergewände und Ortgang akzentuiert; 1554–1559 unter Verwendung von Teilen der St.-Cäcilia-Kirche als Rathaus errichtet, dabei den um 1300 entstandenen, 1566 erhöhten Kirchturm integriert, ebenso die Kreuzgewölbe der Halle; 1919 Umbauten, 1926 Instandsetzung, 1976/77 das benachbarte Gasthaus Krone in den Verwaltungsbetrieb einbezogen und baulich mit diesem verbunden.

Das Rathaus bildet mit seinem hohen Turm, einst Glockenturm der infolge der Reformation 1554 abgebrochenen Cäcilienkirche, einen herausragende Dominante im Stadtbild und prägt wesentlich den Raum des Markplatzes mit. Der Rathausbau wurde möglich, nachdem Kurfürst Ottheinrich dem Rat der Stadt die alte Kirche zum Abbruch überlassen hatte. Sie bildete die ältere Pfarrkirche Mosbachs und wurde in ihrer Funktion von der Kirche St. Juliana abgelöst. Von der hochmittelalterlichen Kirche des 13. Jahrhunderts wurden erhebliche Teile in den Rathausneubau übernommen, eventuell auch Reste eines älteren Steinbaus, der zuvor als Rathaus diente. Ein Rathaus ist erstmals 1456 für Mosbach bezeugt. Der 1559 fertiggestellte monumentale Steinbau steht noch ganz in spätmittelalterlicher Tradition. Im Erdgeschoss befanden sich ursprünglich Verkaufsläden der Bäcker und Metzger, im 1. Obergeschoss die große Ratsstube, im 2. Obergeschoss Rüstkammer und Tanzsaal und im Dachraum ein Getreidespeicher. Damit ist das Mosbacher Rathaus ein für spätmittelalterliche Kommunalbauten charakteristischer Multifunktionsbau, der vom Selbstbewusstsein und Bürgerstolz der kurpfälzischen Stadtgemeinde zeugt. Es ist eines der herausragenden Zeugnisse der Siedlungs- und Stadtbaugeschichte und als Sitz der Stadtverwaltung sowie mit seinem Standort anstelle der älteren Mosbacher Pfarrkirche ein wichtiges bauliches Dokument der Stadt- und Kirchengeschichte.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG


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Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 31 (Flst.Nr. 0-202)
(Karte)
In Ecklage zur Kronengasse errichtetes, dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach; das EG massiv errichtet, mit segmentbogigen Schaufensteröffnungen, darüber Fachwerkaufsatz (traufseitig verputzt) mit regelmäßig platzierten Stichbogenfenster mit breiten Gewänden und Scheitelsteinen; 18. Jh. mit nachträglichen Überformungen (u.a. Ladeneinbau, Fenstererneuerung).

Das stattliche Giebelhaus in Ecklage zeigt ein für seine Entstehungszeit im 18. Jahrhundert charakteristisches Fachwerk. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse in Mosbach und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte im 18. Jahrhundert.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101558417

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Renaissancearkatur, 1600 (bez.) Hauptstraße 33 (Flst.Nr. 0-201)
(Karte)
Renaissancearkatur bestehend aus vier abgefasten und mit bauzeitlichem Dekor versehenen Sandsteinbögen, die Gebäudeecken zusätzlich durch Sandsteinquader betont; die Arkaturbez. 1600, nach 1986 als Relikt des vormaligen Hauses Kapferer (1986 abgebrochen) in den Neubau integriert. Das neue Gebäude, ein viergeschossiges Giebelhaus unter Halbwalmdach mit rekonstruierter Fachwerkfassade. Die Arkatur aus Rotsandstein ist als Relikt des abgegangenen Hauses Kapferer ein Zeugnis für die gehobene soziale Stellung seines Bauherrn und ein Dokument für die Steinmetzkunst der Zeit um 1600.

Die Renaissancearkatur überliefert ein repräsentatives Element des bürgerlichen Hausbaus der Renaissancezeit in Mosbach und hat stadtbaugeschichtliche Bedeutung.
Geschützt nach §§ 2 (Bauteil) DSchG

103709467

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Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 36 (Flst.Nr. 0-366)
(Karte)
In Ecklage stehendes, dreigeschossiges Gebäude mit Halbwalmdach; das EG mit innen liegender Stahlkonstruktion und umlaufenden Glasfronten, darüber die beiden verputzten Fachwerk-OG mit kräftigen Vorstößen (teils über Knaggen) zur Hauptstraße und zur Löwenbrunnengasse; im Kern frühes 17. Jh., um 1960 bauliche Veränderung u.a. des EG, Dachausbau mit Gauben; damals wohl auch Entfernung des Löwenbrunnens. Der Rücktrakt zweigeschossig, mit massivem Hanggeschoss und verputztem Fachwerkobergeschoss, das Dach zur Frohndbrunnengasse abgewalmt; im Kern wohl 18. Jh./19. Jh., nachträglich v. a. im Hanggeschoss leicht überformt. Der aus zwei Einzelgebäuden bestehende Komplex erstreckt sich auf tiefer Parzelle entlang der gesamten Löwenbrunnengasse.

Das stattliche Gebäude in Ecklage dürfet im Kern ein spätmittelalterlicher Bau sein, wie die kräftigen Vorkragungen über teils langen Knaggen vermuten lassen. Es ist anzunehmen, dass es für den hier angesiedelten Gasthof Löwen im frühen 16. Jahrhundert errichtet wurde. Es bestand hier bis ins 19. Jahrhundert und war eines von mehreren großen Wirtshäusern in der Hauptstraße. Wie üblich, wurde das Fachwerkgefüge im Lauf des 18./19. Jahrhunderts umgebaut und verputzt. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in Mosbach und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte sowie als einstiges Gasthaus der Wirtschafts- und Sozialgeschichte.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101565628

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Doppelwohnhaus Hauptstraße 37, Kesslergasse 2 (Flst.Nr. 0-150, 0-151/1)
(Karte)
Dreigeschossiges Giebelhaus unter Satteldach (teils aufgeschoben), das EG massiv, verputzt, darüber siebenachsige Zierfachwerkfassade mit Mannfiguren, abschnittsweise getrennt abgezimmert, die linke Gebäudehälfte mit Resten eines vierachsigen Erkers, die rechte Hälfte kragt über dem EG stark vor; um 1580 bis 1610 errichtet; nachträglicher Ladeneinbau, in jüngerer Zeit u.a. Fenster erneuert.

Das Gebäude ist als Doppelhaus charakteristisch für die Mosbacher Siedlungsstruktur, innerhalb derer mehrfach Doppelhäuser unter einem gemeinsamen Giebel existieren. Eine dendrochronologische Untersuchung leg nahe, dass das Gebäude zwischen ca. 1550 und 1570, in jedem Fall vor 1600 entstanden ist. Dazu passt auch das Fachwerk mit den langen gebogenen Fußstreben. Das Haus veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in Mosbach und ist ein eindrucksvolles Zeugnis der Haus- und Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101565945

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Doppelwohnhaus mit Ladeneinbau Hauptstraße 40 (Flst.Nr. 0-364-365)
(Karte)
Dreigeschossiges, breit gelagertes Giebelhaus mit Halbwalmdach, das EG massiv mit spätbarockem Sandsteinportal, darüber (gegen die Hauptstraße verputzter) über Steinkonsolen vorkragender Fachwerkaufsatz mit regelmäßiger Fenstergliederung, die Fenster mit Läden, im Giebel Fensterband; um 1760 wohl über älterem Kern weitgehend neu errichtet, nach 1968 Portal aus der Mitte versetzt und Herstellung eines Schaufensters samt Anbringung einer Fassadenverkleidung, in jüngerer Zeit Fenster erneuert und Errichtung einer hölzernen Außentreppe gegen den Synagogenplatz.

Das stattliche Gebäude ist wichtiges Bestandteil der weitgehend giebelständigen historischen Bebauung in der Hauptstraße. Es ist mit seiner Kubatur und Bauweise charakteristisch für den Wohnbau des 18. Jahrhunderts und integriert dabei vielleicht Teile des Vorgängers. Zeittypisch für das spätere 18. Jahrhundert ist die Ornamentierung des Portals mit Festons und Girlanden. Das Gebäude veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101566024

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Wohnhaus, vermutlich ehemals Salzlager Hauptstraße 42 (Flst.Nr. 0-362)
(Karte)
An drei Seiten freistehendes, nur zweiachsiges und dreigeschossiges Giebelhaus mit steilem Satteldach, das EG massiv aus Rotsandstein errichtet (ersetzte den urspr. Holzbau), die beiden Fachwerk-OG mit teils kräftigen Vorstößen, die Giebel zeigen die Spitzständerkonstruktion des Daches mit durchlaufendem Firstständer an; am Türpfosten des traufseitigem Hauseingangs sog. Mesusa erhalten (= Einkerbung für Schriftkapsel); 1424/1425 (d) errichtet, wohl im 18. Jh. EG massiv erneuert, in jüngerer Zeit modernisiert (Fenster, Dachdeckung, Ladenlokal). Das zentral gelegene Fachwerkgebäude ist von hohem exemplarischem Wert als ehemaliges Händlerhaus. Die Mesusa ist von hohem Zeugniswert für die von 1297 bis 1938 mit Unterbrechung in Mosbach bestehende jüdische Gemeinde. Unweit dieses Gebäudes lag außer der Synagoge eine Reihe weiterer Häuser jüdischer Händler (u.a. Textilgeschäft Hauptstraße 25, Neubau 1960er Jahre).

Das spitzgiebelige Gebäude zählt zu den ältesten überlieferten Profanbauten der Stadt und ist ein herausragendes Zeugnis für den spätmittelalterlichen Fachwerkbau und seine Konstruktionsprinzipien in Mosbach und der Region. Die Giebel zeigen die Spitzständekonstruktion des Daches mit durchlaufenden Firstständern an, vortretende Pfetten verweisen auf ein einstiges Freigespärre, wie es für die Region im 15. Jahrhundert mehrfach belegt ist. Das Gefüge dokumentiert dabei bereits früh den Übergang von der verblatteten zur verzapften Bauweise. Das Gebäude ist anschauliches Zeugnis vormoderner Bautechniken und Lebensverhältnisse und eines der wichtigen baulichen Dokumente der Stadtgeschichte. Spätestens seit dem 17. Jahrhundert als Salzhaus in städtischem Besitz ist es darüber hinaus von Bedeutung für die Wirtschaftsgeschichte Mosbachs.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101566232

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Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 43 (Flst.Nr. 0-145)
(Karte)
In Ecklage stehendes, zweigeschossiges Giebelhaus mit Satteldach, das EG massiv aus Rotstein, die Wohngeschosse in Fachwerk errichtet mit Diagonalstreben, Andreaskreuzen und K-Streben; errichtet wohl im 17. Jh., 1747 Umbau, um 1900 Umbau der Ladenzone (Sandstein) in Formen des Jugendstils, 1985 Abbruch des rückwärtigen Hausteils, in jüngerer Zeit in Teilen überformt (Fenster, Dachausbau mit Gauben, Dachdeckung u.a.).

Das Wohnhaus ist wichtiger Bestandteil der überwiegend giebelständigen historischen Bebauung in der Hauptstraße und veranschaulicht frühere Wohn- und Lebensverhältnisse in der Stadt. Es zeigt ein für das 17. und 18. Jahrhundert charakteristisches Fachwerk, während der repräsentativen Ausbau des Erdgeschosses zum Ladengeschäft in Jugendstilformen zu Anfang des 20. Jahrhunderts die zunehmende Umnutzung der Erdgeschosse für Gewerbezwecke dokumentiert. Das Gebäude hat damit auch stadtbau- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung für Mosbach.
Geschützt nach § 2 DSchG

101566686

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Gasthaus Zur Pfalz (heute Wohn- und Geschäftshaus) Hauptstraße 44 (Flst.Nr. 0-353)
(Karte)
Dreiseitig freistehendes, viergeschossiges Traufenhaus mit einem angewinkelten Seitentrakt zum Synagogenplatz, das EG (Betonkonstruktion von 1969) und das 1. OG (mit Fenstergliederung des 19. Jh.) massiv, darüber Fachwerkaufbau mit reich profilierten Schwellbalken, Mann-Figuren und Eckständer; errichtet 1621 (bez.), im 19./20. Jh. in Teilen umgestaltet (Rundbogenarkaden, 1. OG) zudem Erneuerung der Fenster, neue Dachdeckung u.a.

Das stattliche Gebäude in verkehrsgünstiger Ecklage zum Marktplatz war ursprünglich eines von mehreren großen Gasthäusern in der Hauptstraße. Es ist seit 1697 als Gasthaus nachgewiesen und wurde nach dem Übergang Mosbachs an Baden 1806 in Zähringer Hof umbenannt. Der vordere Teil des Gebäudes zeigt ein für die Entstehungszeit 1621 charakteristisches Gefüge mit langen Fußstreben, ornamentierten Kopfdreiecken und reich profilierten Schwellbrettern. Deutlich ablesbar ist anhand des einfacheren Fachwerks im Westteil die Erweiterung des Gebäudes im 18. oder frühen 19. Jahrhundert, in deren Zusammenhang wohl auch das 1. Obergeschoss massiv ausgebaut wurde. Das Gebäude ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte und als einstiges großes Gasthaus auch der Wirtschafts- und Sozialgeschichte Mosbachs.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101566738

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Wohnhaus mit Seitenflügel zur Hospitalgasse Hauptstraße 45 (Flst.Nr. 0-138-139)
(Karte)
Giebelständiges, dreigeschossiges Gebäude mit Halbwalmdach, das EG massiv, darüber Fachwerkaufbau, die Putzfassade mit regelmäßig platzierten Stichbogenfenstern, die Gewände mit Schlusssteinen; wohl über altem Kern im 18. Jh. weitgehend neu errichtet, Ladenzone seit den 1940/50er Jahren aufgebrochen, in jüngster Zeit Gebäude an der Hauptstraße saniert (Fassade, Fenster u. a.). Dreigeschossiger Seitenflügel zur Hospitalgasse bis auf das EG aus verputztem Fachwerk errichtet, die OG über spätmittelalterlicher Sandsteinkonsole auskragend, das Allianzwappen aus Sandstein stark verwittert; im Kern wohl 16./17. Jh. mit baulichen Veränderungen des 18. Jh. ff. (u.a. Schopfwalmdächer, Fassade, Öffnungen).

Das im Kern spätmittelalterliche Gebäude erfuhr im 18. Jahrhundert einen weitgehenden Neubau und präsentiert sich heute mit einer für diese Zeit charakteristischen Kubatur. Mit seinen älteren Bauteilen sowie dem Allianzwappen (Hinweis auf Adelsbesitz?) ist es wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte. Nicht zuletzt veranschaulicht das Haus vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in Mosbach.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101566764

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Wohnhaus, sog. Palm’sches Haus Hauptstraße 46, 48 (Flst.Nr. 0-6)
(Karte)
In Ecklage zum Marktplatz stehendes, viergeschossiges Gebäude mit steilem Walmdach mit Gauben, das EG massiv mit Rundbogenarkatur und profilierter Eckkonsole, darüber dreigeschossiger Eckerker, der Erker und die drei Obergeschosse mit leichten Vorstößen und variationsreichen Zierformen (Mannfigur, Rauten, genaste und gebogene Vierkreishölzer) und reichem Schnitzwerk (Rosetten, Pilaster); 1610 (bez.) für die Familie Schragmüller errichtet, um 1900 Herstellung der Arkatur, 1981/1982 Gebäuderestaurierung.

Der stattliche Eckbau setzt mit seiner Kubatur und seinem polygonalen Eckerker einen markanten städtebaulichen Akzent am Marktplatz. Das nach einem späteren Besitzer, Anton Palm, sog. Palm’sche Haus gilt zu Recht als eines der schmuckreichsten Fachwerkhäuser in Baden bzw. in Südwestdeutschland und verrät in seinem enormen Schmuckreichtum sowie dem Eckerker den Repräsentationsanspruch des Bauherrn, des kurpfälzischen Beamten Johann Schragmüller und seiner Frau. Mit seinem Formenreichtum zählt das Gebäude zu einem der Höhepunkte des Fachwerkbaus in der Zeit der Spätrenaissance und gibt Zeugnis von der hohen Qualität des Zimmermannshandwerks vor dem Dreißigjährigen Krieg. Das Gebäude veranschaulicht mit seinen historischen Ausstattungselementen die gehobene Wohnkultur der bürgerlichen Eliten Mosbachs und ist eines der wichtigen Zeugnisse der Stadtbaugeschichte Mosbachs. Als zeitweiliges katholisches Rektorat im 18. Jahrhundert hat es darüber hinaus stadt- und konfessionsgeschichtliche Bedeutung.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101566825

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Wohnhaus, vielleicht Doppelwohnhaus Hauptstraße 47 (Flst.Nr. 0-138)
(Karte)
Dreigeschossiges Gebäude in Ecklage mit Krüppelwalmdach, das Erdgeschoss massiv, verputzt, darüber die OG in Fachwerk errichtet mit breitem Giebel gegen die Hauptstraße, die Wohn- und die Giebelgeschosse über profilierten Schwellen leicht vorkragend, fußzonige und kopfzonige Figuren (Mann, gebogene Brüstungshölzer mit Nasen, Andreaskreuze), zweigeschossiger Eckerker über Steinkonsole; zur Hospitalgasse Kellerhals, darüber ein Schmuckstein (bez. 1799); Anfang des 17. Jh. errichtet. Gegen die Hospitalgasse dreigeschossiger Seitentrakt, ebenfalls mit massivem Erd- und Fachwerkobergeschossen errichtet, wohl Ende 18./Anfang 19. Jh.

Das stattliche Gebäude in Ecksituation setzt mit seinem Erker einen markanten Akzent in der Bebauung der Hauptstraße. Die Zierformen des Fachwerks weisen auf eine Entstehung im frühen 17. Jahrhundert hin und dokumentieren das Zimmermannshandwerk in der Zeit der Spätrenaissance. Der zweigeschossige polygonale Erker verweist auf einen gehobenen Lebensstil der Bauherrschaft und deren Repräsentationsanspruch. Das Gebäude ist damit anschauliches Zeugnis der Stadtbau- und Sozialgeschichte Mosbachs in der Frühen Neuzeit.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

01566862

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Wohn- und Geschäftshaus, ehemals Spitalkapelle (vgl. Spital, Hospitalgasse 4) Hauptstraße 49
(Karte)
Die ehem. Kapelle mit schmalem Langhaus mit dreiseitig geschlossenem Chor und zeltdachartigem Dach über dem ehem. Chorraum; massiv errichtet, verputzt, an der westlichen Giebelseite spitzbogige Fenstergewände, die nachträglich hergestellten Fensteröffnungen mit spätbarocken Gewänden; im Chor Wandmalereien (Passionsszenen) aus der Mitte des 15. Jh. erhalten (1960 freigelegt); errichtet in der 1. H. 15. Jh., wohl schon im späten 18. Jh. profaniert und der ehem. Chorbereich als Treppenhaus genutzt, gegen die Hauptstraße Herstellung eines Torbogens, daneben Jahreszahl 1603, Ende 19./Anfang 20. Jh. Umnutzung als Geschäftslokal dabei u.a. Herstellung eines Schaufensters und im EG bauliche Zusammenlegung mit Hauptstraße 51.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

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Doppelwohnhaus Hauptstraße 50 und 52
(Karte)
Traufständiges, viergeschossiges Gebäude mit Satteldach, bis auf das EG aus Fachwerk errichtet, verputzt, das 2. OG stark vorstoßend und durch ein Gurtgesims vom 3. OG getrennt, dieses wiederum von einem reich profiliertem Traufgesims abgeschlossen; im 1. Viertel des 17. Jh. errichtet, im 18. Jh. überarbeitet und im 20. Jh. das EG durch Ladeneinbau baulich verändert.

Das hoch aufragende traufständige Gebäude ist ein Beispiel eines frühen, viergeschossigen Reihenhauses in Mosbach. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Haus- und Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

101566998

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Wohnhaus, später auch Gasthaus Hauptstraße 51 (Flst.Nr. 0-120)
(Karte)
Anwesen aus drei Häusern bestehend: an der Hauptstraße liegend das giebelständige, dreigeschossige Vorderhaus mit Satteldach, das EG massiv, darüber Fachwerkaufbau mit Verblattungen und Verzapfungen von 1509/10 (d); das zweigeschossige Hinterhaus von 1548/49 (d) in jüngerer Zeit weitgehend modernisiert; wiederum an der Hauptstraße liegend das dreigeschossige Traufenhaus mit nachträglich ausgebautem Satteldach, err. 1356/57 (d) als giebelständiges Haus, die in klassizistischen Formen gestaltete Gaststube 1992 aufgegeben; die Gebäude gg. die Hauptstraße mit Sandstein-Ladenzone in jüngerer Zeit neu gestaltet.

Der Gebäudekomplex veranschaulicht mit sei9nen verschiedenen Bauphasen Entwicklungen im mittelalterlichen Wohnbau sowie die älteren Stadtbaugeschichte. Ältester teil ist das westliche traufständige Gebäude, das zu den ältesten Fachwerkbauten Mosbachs und der Region überhaupt zählt und im Kern in das Jahr 1356/57 datiert werden kann. Die beiden anderen Gebäude stammen aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts, wobei das giebelständige Vorderhaus ebenso eine für Mosbach seit dem 15. Jahrhundert belegte und charakteristische Kombination aus verzapften und verblatteten Hölzern wie auch die Konstruktion des sog. Spitzständerbaus zeigt. Bei letzterer ruhen die Sparren des Daches auf einer von Firstständern getragenen Mittelpfette. Die Gebäude dokumentieren vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse sowie die Zimmermannskunst des Spätmittelalters. Sie sind wichtige Zeugnisse für die historische Hauskunde mit bauhistorisch herausragender Bedeutung über Mosbach hinaus.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101567017

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Wohnhaus Hauptstraße 53 (Flst.Nr. 0-118-119)
(Karte)
In Ecklage zur Ölgasse stehendes, dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach mit zweifach stehendem Dachstuhl mit verblatteten Verbindungen; das EG massiv, die OG in Fachwerk errichtet, verputzt, das 2. OG über Knaggen vorstoßend, Giebel zur Hauptstraße urspr. vorkragend und unter Beibehaltung des bauzeitlichen Gerüsts nachträglich zurückgesetzt; der vordere Hausteil 1497 (d) errichtet, der rückwärtige 1727/28 (d), im 20. Jh. das EG durch Ladeneinbau baulich verändert, zudem Fassade, Fenster und Dach (Herstellung Gaubenband) überformt.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

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Wohnhaus Hauptstraße 54 (Flst.Nr. 0-11)
(Karte)
Giebelständiges, dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach, das EG massiv, die OG und Giebel aus Fachwerk errichtet, verputzt, mit leichten Vorstößen und durch Schindeln verkleidet, die hohen Rechteckfenster mit Klappläden, urspr. zwischen 1. und 2. OG abgestützter Aborterker an der rechten Traufseite; im späten 18. Jh. errichtet, im 19. und 20. Jh. Umbauten unter anderem im EG.

Das stattliche Gebäude ist wichtiger Bestandteil der überwiegend giebelständigen historischen Bebauung in der Hauptstraße. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Hau- und Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

101567902

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Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 55 (Flst.Nr. 0-116)
(Karte)
In Ecklage zur Ölgasse stehender, dreigeschossiger Massivbau mit turmartig überhöhtem Eckbau und zweigeschossigem Erker; EG und Erker mit Rustizierung (plastisch und gemalt), Eckaufsatz in Jugendstil-Fachwerk mit geschweiftem Pyramidendach; errichtet um 1900 in historistischen Formen.

Das stattliche Eckgebäude wurde 1902 nach dem Brand des Vorgängerbaus über älteren Gewölbekellern neu errichtet. Das städtebaulich wirksam platzierte Wohn- und Geschäftshaus spiegelt die malerische Architekturauffassung des Späthistorismus wider. Markant ist der quadratische Turmaufsatz aus Zierfachwerk, der das Gebäude architektonisch und städtebaulich heraushebt. Im Innern haben sich Fußleisten, Lambris, Holzböden, Fenster samt Rollladenkästen und – um den unteren Teil beschnitten – die Haupttreppe erhalten. Die Kellerräume sind mit Kreuzgratgewölben und Tonnengewölben überfangen und datieren mindestens ins 18. Jahrhundert. Das Gebäude veranschaulicht bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse um 1900 und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

103724710

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Wohnhaus Hauptstraße 57 (Flst.Nr. 0-115)
(Karte)
Giebelständiges, dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach; das EG massiv, über zwei Steinkonsolen Fachwerkgeschosse ohne Vorsprünge mit symmetrisch angeordneten Figuren (Andreaskreuze, Streben), die geschwungenen Hölzer im Giebel vom Jugendstil beeinflusst; 1791 (i) errichtet, Ladenzone Ende 19. Jh. eingebaut mit gusseiserne Säulen als Eingangsportal, Giebel um 1900 verändert, in jüngerer Zeit Fenster erneuert.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

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Wohn- und Gasthaus Lamm Hauptstraße 59 (Flst.Nr. 0-38/1, 0-100)
(Karte)
In Ecklage zur Harnischgasse stehendes, breit gelagertes und dreigeschossiges Giebelhaus mit Satteldach; massives EG, darüber kräftig vorstoßende Fachwerk-OG über Knaggen mit symmetrisch angeordneten Schwelle-Ständer-Streben; errichtet in der 1. H. 16. Jh., das Dach wohl mit baulichen Veränderungen des 17. Jh., im 20. Jh. Neugestaltung der Ladenzone, Dachausbau, Erneuerung der Fenster, Installation des Auslegers (1980er Jahre) u.a.

Der stattliche Bau ist wichtiger Bestandteil der weitgehend giebelständigen historischen Bebauung in der Hauptstraße und war eines von zahlriechen Gasthäusern an der Hauptverkehrsachse durch Mosbach. Die Fachwerkformen und Knaggen weisen auf eine Entstehung in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts hin, wobei das Gefüge bereits vollständig verzapft ist. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Huas- und Stadtbaugeschichte. Als früheres Gasthaus hat es darüber hinaus stadt- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung für Mosbach.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101568244

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Wohnhaus (Färberhaus) Hauptstraße 61
(Karte)
In Ecklage zur Harnischgasse stehendes, breit gelagertes und dreigeschossiges Giebelhaus mit Halbwalmdach; das Hang- und das Erdgeschoss massiv, verputzt, mit Steinkonsolen und Kellerhals gegen die Gasse, ebenfalls traufseitig angebracht ein Wappenstein mit Brezel (bez. 1545), die vorstoßenden OG mit typischen Figuren des 16. Jh. (Mann, Andreaskreuze), das 1. OG urspr. mit durchlaufendem Fensterband; am Buckelquader bez. 1529, errichtet 1545 (d) unter Einbezug älterer Bauteile, der östliche Hausteil in der 2. H. des 19. Jh. entstanden, im 20. Jh. Herstellung der Ladenzone im EG.

Das stattliche, breit gelagerte Gebäude könnte mit seinen Eckbuckelquadern im Erdgeschoss ursprünglich ein Adels- oder Beamtwohnsitz gewesen sein. Der Um- und Ausbau des 1529 erstellten Gebäudes im Jahr 1545 - nach Ausweis des Hauzeichens für einen Bäckermeister - ist ein äußerst frühes Beispiel für ein renaissancezeitliches Zierfachwerk. Deutlich am Außenbau ablesbar ist eine saalartige Stube, vielleicht eine Wirtsstube, unterhielten doch manche Bäcker auch Wirtshäuser, sofern sie das Schankrecht hatten. Das Gebäude ist wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte an der Wende vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit und dokumentiert vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101568673

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Wohnhaus Hauptstraße 64 (Flst.Nr. 0-18)
(Karte)
Traufständiges, dreigeschossiges Gebäude mit Mansardgiebeldach mit kleinen spitzgiebeligen Gauben; das EG massiv, mit seitlichem Hauseingang und ehem. Tordurchfahrt, darüber verputzter Fachwerkaufbau mit leichtem Vorstoß zwischen dem 1. und 2. OG; neben dem korbbogigen Torbogen herzförmiger Wappenstein mit Inschrift, Handwerkszeichen und Baudatum; 1818 für den Handelsmann, Konditor und Bürgermeister Franz Isaac Deetken (bez.) errichtet, im 20. Jh. Ladeneinbau in das EG, dabei Durchfahrt zugesetzt.

Das traufständige Gebäude, errichtet im frühen 19. Jahrhundert, tradiert mit seinem Korbbogenportal Bauformen des 18. Jahrhunderts. Bauherr war der Handelsmann, Konditor und Bürgermeister Franz Isaac Deetke, der ab 1827 auch Müller war (vgl. Alte Neckarelzer Straße 2). Das Gebäude veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse der städtischen Elite am Ausgang der Frühen Neuzeit und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101568757

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Wohn- und Gasthaus Zum Odenwald Hauptstraße 65 (Flst.Nr. 0-1075-1076)
(Karte)
Zweigeschossiges Traufenhaus mit Halbwalmdach; das massive EG von Eckpilastern eingefasst, mittig charakteristisches Portal des „Louis Seize“ mit Zopfgirlanden, die Rechteckfenster in Sandsteingewänden, das verputzte Fachwerk-OG schlicht durch regelmäßige Fensterachsen gestaltet; ebenfalls zur Sachgesamtheit zugehörig ist die Einfriedungsmauer; laut Denkmalliste errichtet im späten 18. Jh., wohl nach 1900 Herstellung des seitlichen, eingeschossigen Anbaus, im 20. das Gebäude insgesamt leicht überformt (Fassade, Fenster, Dachdeckung).

Das Gebäude am nördlichen Stadtausgang an der Ausfallstraße in den Odenwald dokumentiert mit seinen Eis- und Bierkellern die historische Gasthauskultur Mosbachs. Mit seiner Kubatur ist es charakteristisch für den Wohnbau des späteren 18. Jahrhunderts in der Region, das Eingangsportal zeigt charakteristische und zeittypische Zierformen des Louis-seize. Das Anwesen hat stadt- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung und veranschaulicht die frühe Bebauung außerhalb der Stadtmauern.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101568806

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Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 66 und 68 (Flst.Nr. 0-19-20)
(Karte)
Giebelständiges, dreigeschossiges und über zwei Parzellen errichtetes Giebelhaus mit Satteldach; über dem massiven EG die Fachwerkgeschosse vorstoßend, mit Zierfiguren (wandhohe Diagonalkreuze, geschweifte Brüstungshölzer); errichtet 1514 (d), im 20. Jh. Ladeneinbau im EG, in jüngerer Zeit die Fenster in den Wohngeschossen in einer dem Bestand angepassten Weise erneuert.

Das stattliche Gebäude zeigt eine frühe beidseitige Verzapfung des Winkelholzes. Es dokumentiert anschaulich den Fachwerkbau und die Zimmermannskunst am Ausgang des Mittelalters in Mosbach und ist dabei ein besonders frühes Beispiel eines Zierfachwerks. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Haus- und Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101568834

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Obere Torhäuser Hauptstraße 67 und 94 (Flst.Nr. 0-798, 0-1074)
(Karte)
Zwei gegenüberliegende Massivbauten von zwei Geschossen unter Satteldach mit kräftigem, kassettiertem Traufgesims und urspr. mit durchlaufendem Fußwalm; den Trauffassaden jeweils ein über dorischen Säulen stehender, verglaster Altan vorgesetzt, zudem gliederndes, glattes Gurtgesims und symmetrische Fensteranordnung (ehem. mit Klappläden), im nördlichen Torhaus Doppelfenster; um 1830 nach Einlegung des alten Stadttores errichtet.

Die beiden gleichartigen Gebäude markierten den nördlichen Stadtausgang nach Niederlegung des 1823/25 abgetragenen Obertores. Sie sind mit ihrer zurückhaltenden Gestaltung und den Säulenportiken charakteristische Zeugnisse für die klassizistische Architektur im Großherzogtum Baden unter dem Einfluss des 18926 verstorbenen Hofbaumeisters Friedrich Weinbrenner. Die Gebäude haben darüber hinaus Bedeutung für die städtebauliche Entwicklung Mosbachs in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts und belegen die immer noch gewünschte Kontrolle der Stadtein- und -ausgänge in der Epoche des Vormärz.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101568916
Stadtapotheke Hauptstraße 69
(Karte)
Zweigeschossiges verputztes Traufenhaus unter Satteldach mit umlaufendem Fußwalm und kräftigem Konsolgesims, regelmäßig angeordnete Rechteckfenster mit Sandsteinrahmung, gartenseitig Risalit mit Rundbogenöffnungen, um 1830

Die 1830 errichtete Stadtapotheke dokumentiert den Ausbau Mosbachs in nördlicher Richtung nach Abbruch des Obertors 1823/25. Sie ist mit ihrer Architektur ein charakteristischer Vertreter der maßgeblich von der Architektenpersönlichkeit Friedrich Weinbrenners geprägten klassizistischen Architektur im Großherzogtum Baden im 1. Drittel des 19. Jahrhunderts.

101569167BW
Denkmal für den aus Mosbach stammenden Humanisten Nicolaus Kistner (1529 bis 1583) Hauptstraße 69
(Karte)
Rektor der Universität Heidelberg und Richter am Reichskammergericht zu Speyer, Sandstein-Pfeiler mit dem Kurpfälzer Löwen, vor dem Rathaus aufgestellt, 1936 (a), nach dem Zweiten Weltkrieg vor Hauptstraße 69 versetzt

Das Denkmal erinnert an den kurpfälzischen Humanisten Nicolaus Kistner/Cisner(us) (1525 bis 1583), der als Sohn eines Mosbacher Kaufmanns geboren wurde. Er erwarb für Kurfürst Ottheinrich wertvolle Handschriften aus französischen Bibliotheken und amtierte 1562 bis 1564 als Rektor der Universität zu Heidelberg. Ab 1566 gehörte er für über 13 Jahre dem Reichskammergericht in Speyer an, der neben dem Reichshofrat höchsten juristischen Instanz im Reich. Cisnerus trat u. a. als neulateinischer Lyriker hervor. Das 1936 aufgestellte Denkmal hält die Erinnerung an diese für pfälzische Kulturgeschichte der Renaissancezeit wichtige Persönlichkeit wach und hat stadtgeschichtliche Bedeutung.

101569190BW

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Wohnhaus, Gasthaus Zur Traube Hauptstraße 70 (Flst.Nr. 0-20-21)
(Karte)
Giebelständiges, dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach; das EG massiv, darüber das 1. und 2. Fachwerk-OG mit leichten Vorstößen, profilierten Schwellen und einer streng symmetrischen Anordnung von K-Streben und Andreaskreuzen, die dicht gereihten Fenster mit vorgesetzten Rahmen; Querhaus mit Durchgang zum Kirchplatz; das Wohnhaus samt Querhaus errichtet 1732 (i), im 20. Jh. Einbau eines Ladens bzw. eines Cafés ins EG, in jüngerer Zeit die Fenster in den Wohngeschossen in einer dem Bestand angepassten Weise erneuert.

Das stattliche Gebäude in Ecklage ist wichtiger Bestandteil der weitgehend giebelständigen historischen Bebauung in der Hauptstraße. Es soll einst als Gasthaus Zur Traube errichtet worden sein, wobei 1789 hier der katholische Glöckner wohnte, was sich aber auf den hinteren Gebäudeteil beziehen könnte. Das Haus zeigt ein für die Entstehungszeit charakteristisches Fachwerk und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. Nicht zuletzt veranschaulicht es frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse in Mosbach.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101569242

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Doppelwohnhaus Hauptstraße 72 (Flst.Nr. 0-22)
(Karte)
Giebelständiges, dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach; das EG massiv, das 1. und 2. Fachwerk-OG mit kräftigen Vorsprüngen über Balkenköpfen, geschnitzte Knaggen, im Giebel gebogene Hölzer, die Ladenfassade aus Sandstein mit Pilastergliederung und profilierter Portalrahmung; vermutlich unter Einbeziehung älterer Bauteile 1737 errichtet, im 20. Jh. die Ladenfassade wohl in Teilen überarbeitet, in jüngerer Zeit die Fenster und die Dachdeckung erneuert.

Das stattliche Gebäude ist wichtiger Bestandteil der überwiegend giebelständigen historischen Bebauung in der Hauptstraße. Die langen beschnitzten Knaggen weisen auf eine Entstehung im Spätmittelalter, wohl noch in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts hin, während das Gefüge sonst von einem durchgreifenden Umbau 1737 geprägt ist. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Huas- und Stadtbaugeschichte Mosbachs.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101571374

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Wohnhaus mit Laden Hauptstraße 76 (Flst.Nr. 0-24)
(Karte)
Großes dreigeschossiges Traufeneckhaus mit Halbwalmdach; das EG massiv mit bauzeitlicher rundbogiger Tordurchfahrt und Ladenfenster zur Schwanengasse, am Portal Hausmarke bez. 1656, die Fachwerk-OG auf großen Steinkonsolen stark vorkragend, das 2. OG über Balkenköpfen zur Schwanengasse vorkragend, zeittypische Mann-Figuren und Andreaskreuze; 1656 errichtet, wohl im 18. Jh. Herstellung des Halbwalmdaches, im 20. Jh. EG durch Ladeneinbau weitgehend verändert, nach 1976 Dachausbau mit Gauben, in jüngerer Zeit Austausch der Fenster.

Das stattliche Eckgebäude datiert in die Jahre nach dem dreißigjährigen Krieg und zeigt ein für die Mitte des 17. Jahrhunderts charakteristisches Fachwerk, dessen Gefüge im 18./19. Jahrhundert wie üblich umgebaut wurde. Es veranschaulicht bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse in der Frühen Neuzeit und ist Zeugnis der Haus- und Stadtbaugeschichte Mosbachs.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101572888

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Wohnhaus und ehem. Bäckerei, ehem. Stifts-, Herren- oder Pfaffenmühle Hauptstraße 78 (Flst.Nr. 0-37)
(Karte)
Giebelständiges, viergeschossiges Haupthaus mit Satteldach; das EG massiv mit genuteten Eckpfosten mit Hausmarke mit Brezel (bez. 1861), das 1. und 2. Fachwerk-OG mit Zierfiguren des 16. Jh., das 3. OG urspr. reines Lagergeschoss; verzapfter großteils liegender Dachstuhl mit Verwendung älterer Hölzer von 1432/33 (d); das Gebäude in seiner heutigen Gestalt errichtet 1592/1593 (d), das EG und die Fenster erneuert. Das dazugehörige rückwärtige, zweigeschossige Traufenhaus mit Satteldach, das EG massiv errichtet mit Tordurchfahrt (bez. 1764), Kellerbogen und zugesetzter Fensteröffnung mit renaissancezeitlichem Gewände, darüber verputzter Fachwerkaufbau (wohl 1764).

Das stattliche Anwesen ist das Wohnhaus mit Nebengebäude der einstigen Stifts-, Herren o. a. Pfaffenmühle. 1332 schenkten der Mosbacher Bürger Hartmut Osterbecher und seine Tochter u. a. „unßer müll und das backhuß, das daran gelegen ist“ zu einem Seelgerät bei lebenslanger Nutzung als Leibgeding an das Mosbacher Stift, das sie in den folgenden Jahrhunderten an immer wieder wechselnde Beständer ausgab, z. B. 1498 an Hans Becker von Siglingen und seine Frau Barbara. Ein Erblehenrevers ist z. B. auch von 1681 überliefert. Ob die mittelalterliche Verbindung von Mühle und Bäckerei sich ungebrochen durch die Jahrhunderte gehalten hat, ist nicht gesichert. Das 1764 datierte Zunftzeichen im Torbogen des Nebengebäudes in der Schwanengasse bzw. des heutigen rückwärtigen Hausteils weist darauf hin. Der Mühlenbetrieb, der sich in diesem hinteren Teil des Gebäudekomplexes in der Schwanengasse befunden haben soll, wurde um 1890 aufgegeben. Im Vorderhaus wurde noch 1958 ein in der Stadtgeschichtsschreibung als „modern“ gerühmter Bäckereiladen eingerichtet. Es ist mit seinen Zierformen und den langen gebogenen Fußstreben sowie den Fenstererkern ein charakteristisches Zeugnis für den Fachwerkbau des späten 16. Jahrhunderts. Das Anwesen ist von zentraler Bedeutung für die Wirtschafts- und Siedlungsgeschichte Mosbachs. Das repräsentative Gebäude veranschaulicht dabei den Repräsentationsanspruch wie auch die gehobenen Wohn- und Lebensverhältnisse des Stiftsmüllers.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101573008

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Wohnhaus mit Laden Hauptstraße 80 (Flst.Nr. 0-40)
(Karte)
An zwei Seiten freistehendes, giebelständiges und dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach; das EG massiv, die nicht vorkragenden Fachwerk-OG und der Giebel von einer dichten, symmetrischen Anwendung von Andreaskreuzen geprägt, Fassade gegen die Hauptstraße regelmäßig durchfenstert; errichtet um 1800, das EG in jüngerer Zeit massiv erneuert mit segmentbogigen Öffnungen, zudem Austausch der Fenster.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG
Städtisches Amtsgebäude Hauptstraße 81, 83
(Karte)
Später Polizeidirektion, dreigeschossiger verputzter Massivbau unter flach geneigtem Walmdach, achsensymmetrische Gliederung mit zwei Eingangsachsen, Balkonen und Flankenrisaliten, errichtet kurz vor 1839; zugehörig Torfahrt

Das langgestreckte Gebäude entstand als städtischer Behördensitz und ist teil jenes Behördenviertels das nach 1830 um das einstige, zum badischen Amtshaus umfunktionierte Franziskanerkloster erwuchs. Das Gebäude dokumentiert so die städtebauliche Entwicklung Mosbachs in nördlicher Richtung in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mit seiner einfachen, strengen Gestaltung ist es charakteristisch für die Architektur des Klassizismus im einstigen Großherzogtum Baden. Es ist darüber hinaus Zeugnis der Verwaltungsgeschichte Mosbachs in der Zeit des Vormärz und Biedermeier.

101574318BW

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Wohnhaus mit Laden, ehem. Gasthaus Engel Hauptstraße 82 (Flst.Nr. 0-41)
(Karte)
Giebelständiges, dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach; das EG massiv mit Sandsteinverkleidung in Jugendstilformen, darüber kräftig vorkragende OG aus Fachwerk mit einfachen Figuren, mittig ein polygonaler Erker mit gedrechselten Eckpfeilern, vermutlich im späten 19. Jh. ergänzt; errichtet im 18. Jh., das EG um 1900 neu gestaltet, in jüngerer Zeit u.a. Austausch der Fenster.

Das Giebelhaus ist mit seinem konstruktiven Fachwerk charakteristisch für den Wohnbau Mosbachs im 18. Jahrhundert. Ein Gasthaus Zum Engel ist hier erstmals 1797 bezeugt. Teile der Fassadengestaltung datieren allerdings erst in die Zeit nach des Gasthausnutzung, so der verzierte Erker, die Fensterrahmungen und der Ladeneinbau, die wohl um 1900 zu datieren sind. Das Haus ist Zeugnis der Wirtschafts- und der Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

101574435

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Wohnhaus mit Geschäftslokal Hauptstraße 84 (Flst.Nr. 0-42)
(Karte)
Giebelständiges, dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach; das EG und das 1. OG massiv errichtet und verputzt, Öffnungen im EG mit Sandsteinrahmungen, die Fenster darüber mit Klappläden, im 2. OG und am Giebel vorgeblendete Zierfachwerkfront in Jugendstilformen; errichtet im 19. Jh. bzw. um 1900, das Erdgeschoss durch Einbau einer Bankfiliale modern (wenn auch in angepasster Form) überformt.

Das Gebäude dürfte im Kern frühneuzeitlichen Ursprungs sein, präsentiert sich heute aber weitgehend als Bau des 19. Jahrhunderts bzw. mit seiner Ladenfront sowie dem reichen vorgeblendeten Zierfachwerk der Zeit um 1900. Die geschwungenen Streben verweisen dabei auf Einflüsse des Jugendstils. Das Haus, wichtiger Bestandteil der überwiegend giebelständigen historischen Bebauung in der Hauptstraße, ist damit ein bemerkenswertes Zeugnis der Haus- und Stadtbaugeschichte Mosbachs.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

101574563
Bezirksamt (jetzt Polizeigebäude) Hauptstraße 85
(Karte)
Qualitätvoller Werkstein-Klinkerbau mit Mittel- und Seitenrisaliten, Volutengiebel u.a. Ziergliedern, 1896 bis 1898 (a); zugehörig Torfahrt

Der langgestreckte Baukomplex ist mit seinen Neurenaissanceformen charakteristisch für die Verwaltungsbauten des späten Historismus im Großherzogtum Baden. Er dokumentiert den Ausbau des Behördenviertels entlang der Hauptstraße nördlich der Altstadt seit den 1830er-Jahren. Die Anlage solcher von Verwaltungsbauten geprägten Stadtteile ist in vielen badischen Bezirksstädten des 19. Jahrhunderts zu beobachten und veranschaulicht deren städtebauliche Entwicklung, so auch in Mosbach. Die Behördenbauten bilden die Eckpfeiler der politischen Entwicklung nach der Eingliederung der ehemaligen kurpfälzischen Stadt in den Staat Baden. Seit 1803 gewann Mosbach als Verwaltungsstandort der ländlichen Region zentrale Bedeutung. Sichtbarer Ausweis dieses Bedeutungszuwachses sind die Behördenbauten, die sich an der Verlängerung der Hauptstraße in Richtung Norden in repräsentativer Alleinstellung aneinanderreihen und die städtebauliche Entwicklung Mosbachs signifikant prägen. Maßgebliche Prinzipien ihrer Architektur sind Ordnung, Symmetrie, ausgewogene Proportionen, Sorgfalt in der Gesamtkomposition sowie im Detail. Die sogar den First überragenden, mehrgeschossigen Schweifwerkgiebel sind dem Schlossbau der deutschen Renaissance entlehnt. Die Stilwahl erfolgte nicht nur aufgrund der reichen, gestalterisch sehr ansprechenden Formensprache, die eine große Kunstfertigkeit des Handwerks ebenso vermittelt wie die Großzügigkeit und den Schönheitssinn des Auftraggebers, sondern auch wegen des Bedeutungstransfers der hoheitlichen Funktion. Die Assoziation zu der herrschaftlichen Funktion von historischen Schlössern und Herrensitzen war gewollt und wurde als Teil der staatlichen Repräsentation verstanden. Dabei ging es um eine Nobilitierung der behördlichen Aufgabe und um eine würdige Vertretung des Staates und seiner Regierungsdependancen. Die als Ausdruck von Landesherrlichkeit konnotierte Neurenaissance-Architektur spiegelt in besonderem Maße das Selbstverständnis der Bauherren wider, so dass eine besondere Entsprechung von Form und Inhalt zu konstatieren ist.

101574735BW

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Wohnhaus mit Laden Hauptstraße 86 (Flst.Nr. 0-39, 0-43-44)
(Karte)
In Ecklage stehendes, dreigeschossiges Giebelhaus mit Satteldach; das EG massiv in Bruchstein errichtet mit glatten, blockhaften Fenstergewänden, die aufgehenden Fachwerk-OG im älteren 1. OG mit konstruktivem Fachwerk, das 2. OG und der Giebel (nach 1908) mit Zierfachwerk im Sinne des Jugendstils gestaltet; im 2. OG rückwärtiger, dreiachsiger Erker; Gebäude unter Einbeziehung eines Turmes im 18./19. Jh. errichtet und nach 1908 um ein Geschoss aufgestockt, in jüngerer Zeit die Fenster erneuert u.a.

Das Gebäude dokumentiert die städtebauliche Entwicklung Mosbachs im Zuge der Niederlegung der großen Torbefestigungen in den 1820er-Jahren. Das 2. Obergeschoss weist auf eine Aufstockung um 1900 und zeigt ein für diese Zeit charakteristisches reiches Zierfachwerk des späten Historismus mit Jugendstileinflüssen. Das Gebäude ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte wie auch der Renaissance des Zierfachwerkbaus seit dem späteren 19. Jahrhundert.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

101575634
Doppelgebäude für die Großherzogliche Kulturinspektion und die Großherzogliche Wasser- und Straßenbauinspektion Hauptstraße 87, 89
(Karte)
1939 Sitz der Kreisleitung (heute Hochbauamt und Staatsanwaltschaft), freistehender zweigeschossiger Massivbau mit aufwendiger Werksteinverzierung, gestreckte Quader, durch zwei identische Querhausrisalite mit Schweifgiebeln gegliedert, von den Stirnseiten erschlossen, an der nördlichen Durchfahrt Torpfeiler, errichtet nach Plänen von K. O. Hartmann, 1893/94 (a), straßenseitige Gauben und rückwärtiges Zwerchhaus, 1919 (a)

Das langgestreckte Gebäude ist mit seinen Neurenaissanceformen ein charakteristisches Beispiel für den historistischen Verwaltungsbau im Großherzogtum Baden im späten 19. Jahrhundert. Maßgebliche Prinzipien der Architektur sind Ordnung, Symmetrie, ausgewogene Proportionen, Sorgfalt in der Gesamtkomposition sowie im Detail. Die sogar den First überragenden, mehrgeschossigen Schweifwerkgiebel sind dem Schlossbau der deutschen Renaissance entlehnt. Die Rustika-Motive deuten Wehrhaftigkeit an. Die Stilwahl erfolgte nicht nur aufgrund der reichen, gestalterisch sehr ansprechenden Formensprache, die eine große Kunstfertigkeit des Handwerks ebenso vermittelt wie die Großzügigkeit und den Schönheitssinn des Auftraggebers, sondern auch wegen des Bedeutungstransfers der hoheitlichen Funktion. Die Assoziation zu der herrschaftlichen Funktion von historischen Schlössern und Herrensitzen war gewollt und wurde als Teil der staatlichen Repräsentation verstanden. Dabei ging es um eine Nobilitierung der behördlichen Aufgabe und um eine würdige Vertretung des Staates und seiner Regierungsdependancen. Der für viele Staatsbauten geltende Anspruch hat in diesem Fall einen besonderen Stellenwert, präsentiert sich in dieser Architektur doch eine für das staatliche Bauwesen zuständige Behörde selbst. Die Bauherrschaft musste davon ausgehen, dass ihr Behördensitz als Ausweis ihrer Tätigkeit betrachtet würde und strebte ein hinsichtlich Qualität und Gestaltung vorbildliches Bauwerk an. Die als Ausdruck von Landesherrlichkeit konnotierte Neurenaissance-Architektur spiegelt in besonderem Maße das Selbstverständnis der Bauherren wider, so dass eine besondere Entsprechung von Form und Inhalt zu konstatieren ist. Das Doppelgebäude für die Großherzogliche Kulturinspektion und die Großherzogliche Wasser- und Straßenbauinspektion spiegelt anschaulich die Funktion Mosbachs als badische Amtsstadt wider. Die Behördenbauten bilden die Eckpfeiler der politischen Entwicklung nach der Eingliederung der ehemaligen kurpfälzischen Stadt in den Staat Baden. Seit 1803 gewann Mosbach als Verwaltungsstandort der ländlichen Region zentrale Bedeutung. Sichtbarer Ausweis dieses Bedeutungszuwachses sind die Behördenbauten, die sich an der Verlängerung der Hauptstraße in Richtung Norden in repräsentativer Alleinstellung aneinanderreihen und die städtebauliche Entwicklung Mosbachs signifikant prägen.

101576266BW
Wohnhaus mit Gastronomie, evtl. ehem. Doppelhaus Hauptstraße 90 (Flst.Nr. 0-71)
(Karte)
Zweigeschossiges, breit gelagertes Giebelhaus unter Halbwalmdach mit großem Zwerchhaus gegen Norden; das EG massiv, darüber Fachwerkaufbau mit Vorstößen und symmetrisch angeordneten Fachwerkfiguren (K-Streben, Andreaskreuze); errichtet wohl in der 2. Hälfte des 19. Jh., 1970 Herstellung der breiten EG-Öffnungen, in jüngerer Zeit die Fenster in einer dem Bestand angepassten Weise erneuert.

Das Gebäude dokumentiert die zunehmende Bebauung des breiten Stadtzwingers im Norden im 18. Jahrhundert. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und zeigt ein für die Entstehungszeit charakteristisches Fachwerk.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101576292BW

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Wohnhaus mit Ökonomie Heissensteingasse 1 (Flst.Nr. 0-296)
(Karte)
Traufständiges, zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach; das EG massiv, darüber Fachwerk-OG, einfache Putzfassade mit alten Fensterformaten im OG, im Sockel Schiebestein am Kellerfenster; das Gebäude wohl in Teilen noch aus dem 16. Jh. stammend, jedoch nachträglich überformt (Fassade, Fenster, Eingangstüre u.a.). Das nach Südwesten anschließende eingeschossige Ökonomiegebäude massiv in rotem Bruchsandstein errichtet, mit breitem Scheunentor, quadratischem Steingewändefenster mit eisernen Gitterstäben (16. Jh.?) und breitem Traufgesims; evtl. zusammen mit dem Haupthaus errichtet und im 19./20. Jh. in Teilen verändert.
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG

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Wohnhaus Heissensteingasse 4 (Flst.Nr. 0-302)
(Karte)
Traufständiges, zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach mit breitem Zwerchhaus gegen die Gasse; das Kellergeschoss massiv errichtet, mit Kellerzugang, darüber verputzter Fachwerkaufbau mit einstigem, leichtem Vorstoß zwischen dem 1. und 2. OG und seitlicher Knagge, abschließend breites Traufgesims, erschlossen über einläufige Außentreppe; im Kern wohl 17./18. Jh., im 19. Jh. Dachausbau, im 20. Jh. überformt (Fassade, Fenster, Dachdeckung u.a.).
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG

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Wohnhaus Heissensteingasse 6 (Flst.Nr. 0-303)
(Karte)
Traufständiges, zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach; das Kellergeschoss und das 1. OG massiv, Kellergeschoss mit Kellerzugang und kleinem Rechteckfenster, das 2. OG in Fachwerk errichtet, die Fassade verputzt, abschließend profiliertes Traufgesims, der Wohnbereich über einläufige Außentreppe erschlossen; rückwärtig Schuppenanbau unter Schleppdach; Wohngebäude bez. 1786, im 20. Jh. leicht überformt (Fassade, Fenster, Dachdeckung u.a.).
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

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Wohnhaus, ehemals Wohnstallhaus Heissensteingasse 7 (Flst.Nr. 0-293)
(Karte)
Traufständiges, zweigeschossiges und schmales Gebäude mit Satteldach; gegen die tiefer liegende Badgasse das Hanggeschoss aus großen Sandsteinquadern massiv errichtet, hier Oberlichtportal mit Hausmarke, bez. 1799; das erste Wohngeschoss ebenfalls massiv, das 2. OG in Fachwerk errichtet, verputzt und gegen die Badgasse leicht vorstoßend; errichtet 1799, im 19./20. Jh. in Teilen überformt (Fassade, Fenster, Eingangstüre, Dachausbau mit Gaube u.a.).
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG

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Wohnstallhaus Heissensteingasse 9 (Flst.Nr. 0-292)
(Karte)
Traufständiges, zweigeschossiges und schmales Gebäude mit Satteldach mit nachträglicher Gaube; das Hanggeschoss mit Stallbereich gegen die Badgasse sowie der Sockel und Teile des ersten Wohngeschosses massiv, sonst in Fachwerk errichtet und nachträglich verkleidet, der Nordgiebel verbrettert, gegen die Heissensteingasse schmaler Hauseingang, die Fenster in beiden Geschossen mit alten Formaten; wohl im späten 18. Jh. errichtet und im 20. Jh. die Fassade überformt, zudem Dachausbau mit Gaube und Erneuerung der Fenster.
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG

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Wohnhaus Heissensteingasse 10 (Flst.Nr. 0-307)
(Karte)
Kleines, in starker Hanglage stehendes Gebäude mit auffälligem Spitzgiebel und zweigeschossigem Vorbau unter Walmdach mit kleiner Gaube; der Sockel massiv errichtet, die Wohngeschosse aus konstruktivem Fachwerk, die Seitenfassade zur Heissensteingasse weitgehend fensterlos, an der zweiachsigen Stirnseite des jüngeren Vorbaus Hauseingang unterhalb des Gassenniveaus, daneben Hausmarke aus Sandstein; errichtet um 1600, der Vorbau wohl 18./frühes 19. Jh., im 20. Jh. Fenster, Haustüre sowie das Fachwerk erneuert (stark vereinfacht).

Das mit seinem spitzen Giebel malerisch erscheinende Wohnhaus erhebt sich in einer städtebaulich markanten Situation im einstigen Stadtmauerbereich. Es veranschaulicht mit seiner Randlage und seinen Dimensionen die Wohn- und Lebensverhältnisse der kleinen Leute in der Frühen Neuzeit und ist Zeugnis der Haus- und Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101579190

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Wohnhaus mit Stall Heissensteingasse 12 (Flst.Nr. 0-306)
(Karte)
In Hanglage stehendes Traufenhaus mit Satteldach, gegen den östlichen Abschnitt der Heissensteingasse (in Richtung der ehem. Stadtmauer) eingeschossig, gegen den westlichen Abschnitt dreigeschossig; das Hang- und das Sockelgeschoss massiv, darüber Fachwerkaufbau, einfache Putzfassade mit unterschiedlichen Fensterformaten und Gewänden (teils 19. Jh.); wohl im 18. Jh. errichtet und im 19. und 20. Jh. in Teilen überformt (Fassade, Öffnungen, Dachausbau mit Gauben).

Das Gebäude steht in markanter Lage direkt angrenzend an das kleine Spitzgiebelhaus Nr. 10. Das Wohnstallhaus hat ein hohes Alter, worauf Dachstuhl und Blockstufentreppe im Innern verweisen. Seine kleinen Abmessungen dokumentieren die beengten Lebensverhältnisse eines Handwerkers oder Tagelöhners mit wenig Vieh etc. Die Platzierung im Stadtgefüge - am Rand, nahe der Stadtmauer - ist charakteristisch; alle Bewohner der Heißensteingasse lebten in „kleinen“ Verhältnisse. Nr. 10 und 12 schließen die Gasse zur Stadtbefestigung ab. Sie markieren das soziologisch von Handwerkern und Kleinbürgern geprägte Viertel um Badgasse, Heugasse und Heißensteingasse auch städtebaulich. Die markante Ansicht der beiden windschiefen Häuser ist im Gedächtnis der heimischen Bevölkerung verankert und besitzt mittlerweile einen hohen Gefühls- und Erinnerungswert.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

101579232

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Wohnhaus Heugasse 1 (Flst.Nr. 0-285)
(Karte)
Giebelständiges, dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach; das Sockelgeschoss mit Kellerhals sowie das erste Geschoss massiv, mit klassizistischer Haustüre mit Oberlicht; darüber jeweils über (Stein-)Konsolen vorstoßend der verputzte Fachwerkaufbau mit symmetrisch angeordneten, gekoppelten Fensteröffnungen; 1584 (i) errichtet und 1862 (i) umgebaut, in jüngerer Zeit Fenster ausgetauscht bzw. die Öffnung im EG verändert.

Das Gebäude spiegelt die kleinbürgerlichen Wohn- und Lebensverhältnisse im Areal der Bad-, Heißenstein- und Heugasse wider. In diesem Viertel nahe der Stadtmauer siedelten Handwerker und Tagelöhner. Das Gebäude ist mit seiner inschriftlichen Datierung von Bedeutung für die Stadtbau- und Sozialgeschichte Mosbachs.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101579264

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Wohnhaus Heugasse 3
(Karte)
Giebelständiges, dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach; das EG massiv, darüber die Fachwerk-OG einmal vorkragend, die Fenstergruppierung verweist auf eine Stube-Kammer-Teilung; einfache Putzfassade, im EG Rundbogengewände und Türgewände aus Sandstein; wohl bestehendes Gebäude 1767 (bez.) in Teilen neu errichtet, im 19./20. Jh. umgebaut.
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG

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Wohnhaus Heugasse 5
(Karte)
Giebelständiges, zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach, das EG massiv, das OG in Fachwerk errichtet; einfache Putzfassade mit breitem Hauseingang mit historistischer Eingangstüre und bandartig angeordneten, annähernd quadratischen Fensteröffnungen; wohl 18./19. Jh., nachträglich die Nordfassade verkleidet und Austausch der Fenster.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

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Wohnhaus Heugasse 13
(Karte)
An drei Seiten freistehendes und gegen die Heugasse giebelständiges, zweigeschossiges Gebäude mit Halbwalmdach; das Sockel- und das Erdgeschoss massiv, mit kleiner Luke zum Keller und giebelseitigem Eingang, das OG und der Giebel jeweils vorstoßend; um 1513 (d) errichtet, das Dach vollständig erneuert, ebenso die innere Gebäudestruktur (wohl 1. Hälfte 20. Jh.), in jüngerer Zeit Fenster ausgetauscht, Dachneueindeckung.

Das Gebäude vermittelt mit seiner Kubatur ein anschauliches Bild eines spätmittelalterlichen Kleinbürgerhauses in Mosbach. Es erhebt sich in einem Viertel. das von Handwerkern und Tagelöhnern bewohnt war. Das Gebäude ist Zeugnis der Sozial- und der Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

101582317

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Altes Hospital mit ehem. Ökonomie, heute Heimatmuseum Hospitalgasse 4, Hauptstraße 49 (Flst.Nr. 0-122, 0-122/1)
(Karte)
Traufständiges, dreigeschossiges Gebäude mit dreigeschossigem Satteldach; über einem hohen, massiven Sockel- bzw. Erdgeschoss die Fachwerk-OG aufsitzend, das Fachwerk von symmetrisch angeordneten, angeblatteten Fußbändern mit herausstehenden Holznägeln geprägt, im Giebel Freigespärre, 1464/65 (d) errichtet; im 20. Jh. Umnutzung für Stadtbücherei und Heimatmuseum; zugehörig die Durchfahrtsscheune zur Ölgasse, die Torpfeiler zur Hospitalgasse, der Fachwerkübergang zur Spitalkapelle sowie diese selbst); die Durchfahrtsscheune mit massivem EG und Aufsatz aus konstruktivem Fachwerk (weitgehend 19. Jh.).

Das Mosbacher Spital wird erstmals 1417 erwähnt und ging vier Jahre später auf die Stadt über. Seine Gründung ist vielleicht im Zusammenhang mit dem Ausbau Mosbachs zur Residenz einer pfälzischen Seitenlinie zu sehen. Der bestehende Komplex reicht mit seinen ältesten teilen, Kapelle und Spitalgebäude, in die Mitte bzw. das 3. Viertel des 15. Jahrhunderts zurück. Der mächtige und quartierprägende Spitalbau ist ein anschauliches und qualitativ hochwertiges Zeugnis des spätmittelalterlichen Fachwerkbaus in Mosbach, der in zeittypischer Weise eine Kombination aus verblatteten und verzapften Elementen zeigt und dessen Gestaltung einen repräsentativen Anspruch an die Bauaufgabe verrät. Charakteristisch für den Hausbau jener Zeit in der Region ist das Freigespärre des Giebels. Die seit dem 20. Jahrhundert als Ladenlokal genutzte Kapelle ist ein zweischiffiger Bau. Die seit 1913 bekannten Wandmalereien im Chor wurden 1960 freigelegt und zeigen Szenen aus der Passion Jesu. Sie sind wichtige Zeugnisse der vorreformatorischen Kunst in Mosbach und dokumentieren die farbige Ausgestaltung spätgotischer Sakralräume sowie des religiösen Kunstschaffens in der pfalzgräflichen Residenz. Das Portal im Chorscheitel mit der Jahreszahl 1603 belegt eine Profanierung des Gotteshauses in den Jahren nach der Reformation und die Umnutzung für Ökonomiezwecke. Im 18. Jahrhundert diente es, wie die zweigeschossige Fenstereinteilung bezeugt, als Wohnhaus, das wohl zum Spital gehörte. Die Eigenversorgung und Spitalwirtschaft dokumentiert die große Durchfahrtsscheune im Norden des Areals. Der Komplex ist von zentraler Bedeutung für die Bau- und Siedlungsentwicklung der spätmittelalterlichen Stadt und ein anschauliches und charakteristisches Zeugnis einer christlich geprägten Sozialfürsorge in der Vormoderne.
Geschützt nach §§ 28 (Sachgesamtheit) DSchG

103867307

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Wohnhaus mit Laden Hospitalgasse 5 (Flst.Nr. 0-175)
(Karte)
An drei Seiten freistehendes, dreigeschossiges Traufenhaus mit weit auskragendem Walmdach; das EG und das 1. OG massiv, darüber Fachwerkaufbau mit weit unter dem Dach sitzenden Fenstern, einfache Putzfassade mit gleichmäßiger Fensteranordnung, die Fenster mit kräftigen Sohlbänken und Holzläden, am Dachwalm zur Hospitalgasse Aufzugsgaube; errichtet Mitte des 19. Jahrhunderts, in der 2. Hälfte des 20. Jh. Herstellung der vitrinenartigen Schaufenster.
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG

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Wohnhaus mit rückwärtigem Ökonomiegebäude Hospitalgasse 6 (Flst.Nr. 0-127, 0-127/1)
(Karte)
Das Wohnhaus, ein dreigeschossiges, giebelständiges Gebäude mit Satteldach; das EG massiv mit gekoppeltem Fenster mit gekehltem Gewände und Rundbogenportal (bez. 1609), darüber Zierfachwerkaufsatz mit leichten Vorstößen bzw. mit K-Streben und reichen Brüstungsmustern; errichtet wohl 1609, das Fachwerk-OG 1767 (bez. im Eckständer) erneuert, im 20. Jh. das EG zum Teil modern überformt. das ehem. Ökonomiegebäude, ein zweigeschossiges, zum Hof des alten Hospitals traufständiges Gebäude mit Satteldach, das EG massiv mit Hauseingang, darüber Aufsatz aus konstruktivem Fachwerk, 19. Jh.

Das zweiphasige Gebäude dokumentiert die frühneuzeitliche Huas- und Stadtbaugeschichte Mosbachs. Während das Erdgeschoss charakteristische Formen der Renaissance zeigt, sind die Obergeschosse von einem für die Barockzeit typischen Zierfachwerk mit repräsentativem Anspruch geprägt. Das Gebäude veranschaulicht darüber hinaus vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101583642

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Wohnhaus, ehemals Handwerkerhaus Hospitalgasse 10 (Flst.Nr. 0-128)
(Karte)
Dreiseitig freistehendes, dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach, das EG massiv, die OG aus verputzten Fachwerk, das 1. OG auf profilierten Steinkonsolen, das 2. OG und die Giebeletagen auf Knaggen jeweils leicht vorstoßend; einfache Putzfassade, im EG zwei Eingänge, einer davon mit Hausmarke (Stiefel), bez. 1781 (Umbaudatum), die Fenster mit starken Sohlgesimsen, die Fenster in den Wohngeschossen annähernd quadratisch und an der südöstlichen Ecke (Stubenteil) gekoppelt; im 16. Jh. errichtet, 1781 umgebaut, im 20. Jh. Fassade, Fenster und Dach (Herstellung eines Dachhauses) überformt.

Das Gebäude das im Kern ins ausgehende Mittelalter datiert, wie die Geschossvorkragungen über Knaggen am Außenbau belegen, wurde 1781 für einen Schuhmacher umgebaut. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

101583655

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Doppelwohnhaus Hospitalgasse 12 und 14 (Flst.Nr. 0-134-135)
(Karte)
Breit gelagertes, längs geteiltes und zweigeschossiges Giebelhaus mit dreigeschossigem Schopfwalmdach; bis in das 1. OG hinein massiv errichtet, darüber verputzter Fachwerkaufbau; im EG zur Hospitalgasse zwei abgefaste Spitzbogenportale, an der südlichen Kante Buckelquader und Konsole (verweist auf ehem. Vorkragung des OG); im Kern mittelalterlich, die Nordwesthälfte im 18. oder frühen 19. Jh. stark erweitert und mit Schleppdach versehen zudem zahlreiche Veränderungen an der Fassade.

Das mit breiter Giebelfront zur Hospitalgasse ausgerichtete Bauwerk zeichnet sich durch ein massives Erdgeschoss mit zwei spitzbogig geschlossenen Sandsteinportalen und markanten Eckbuckelquadern sowie einer stark vorkragenden Konsole an der Südostkante aus, die auf eine Entstehung im 15. Jahrhundert verweisen. Die Obergeschosse aus Fachwerk stammen ausweislich des in der östlichen Haushälfte vollständig überlieferten, gerauchten Dachstuhls aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Damit gehört das Bauwerk zu den spätmittelalterlichen Profanbauten der Stadt Mosbach. Die Position im Stadtraum, nahe der Stadtmauer am ehemaligen sogenannten Käfer-Törle, und die äußerst seltene Ausprägung spitzbogiger Portale lassen eine historische Sonderfunktion vermuten, eventuell einen Burgmannen- bzw. Adelssitz. Die westliche Haushälfte wurde in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, vielleicht im Zuge der Stadtmauerschleifung, zu Ökonomiezwecken erweitert. Das Gebäude ist wichtiges Zeugnis der spätmittelalterlichen Stadtbaugeschichte und veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse. Dabei dokumentiert es als Doppelhaus einen Typus, der in Mosbach seit dem Mittelalter öfter anzutreffen ist.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101583679
Ehemals katholisches Pfarrhaus, heute Wohnhaus Kirchplatz 1
(Karte)
Über hohem Sockel massiv errichtetes, zweigeschossiges Traufenhaus unter Mansarddach mit Gauben; Putzfassade mit regelmäßig platzierten Rechteckfenstern mit Fensterläden, gliederndes Gurtgesims und abschließend profiliertes Traufgesims; 1789 auf einem Teil der Fläche eines abgebrochenen, älteren Stiftspfarrhofes errichtet, in jüngerer Zeit umfassend modernisiert samt Dachausbau; südwestlich davon das kleine, zweigeschossige Nebengebäude liegend, ein verputzter Massivbau mit einseitig abgeschlepptem Walmdach, dessen Schmalseite sich gegen den Kirchplatz orientiert, wohl ebenfalls Ende des 18. Jh. errichtet und nachträglich modernisiert.

Der einstige katholische Pfarrhof, der 1789 einen Vorgänger ersetzte, ist eine spätbarocke Anlage aus dem eigentlichen Wohn- und Verwaltungsgebäude und einem Wohn- und Ökonomiegebäude. Er veranschaulicht die Wohn- und Lebensverhältnisse des katholischen Stadtgeistlichen in der mehrkonfessionell geprägten Stadt im späteren 18. Jahrhundert. Als Sitz der katholischen Pfarrei hat das Anwesen konfessions- und stadtgeschichtliche Bedeutung und dokumentiert nicht zuletzt die komplexe Stadtbaugeschichte im engeren Umfeld der Stifts- und Pfarrkirche.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

101584668BW
Wohnhaus mit Laden Kirchplatz 2 2 (Flst.Nr. 0-244)
(Karte)
Ein aus zwei Einzelgebäuden bestehendes Wohngebäude: der „Kernbau“ ein dreigeschossiges, traufständiges Gebäude mit trapezförmigem Satteldach, das EG massiv und vollständig als Ladenzone genutzt, darüber verputzte Fachwerkobergeschosse mit paarweise angeordneten Fenstergruppen mit einfachen, farblich abgesetzten Gewänden; wohl im 18. Jh. evtl. unter Verwendung ältere Teile errichtet und in der 2. Hälfte des 19. Jh. um zweigeschossigen Anbau erweitert, in den 1960er Jahren das gesamt EG des Kernbaus sowie der Anbau umgebaut. Das nördlich angrenzende Eckhaus zur Badgasse ebenfalls dreigeschossig mit Satteldach, massives Erd- und verputztes Fachwerkobergeschoss (urspr. zugehörig zu Badgasse 5/1, Flstnr. 247/1 gehörig), wohl 19. Jh.
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG
BW

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Evangelische Stadtkirche und katholische Pfarrkirche St. Juliana, ursprüngliche Stiftskirche Kirchplatz 5 und 7 (Flst.Nr. 0-1-2)
(Karte)
Urspr. Stiftskirche, seit 1556/57 (a) Pfarrkirche, dreischiffige verputzte Basilika mit langem, eingezogenem Polygonalchor, daran südlich und nördlich Seitenkapellen und Anräume sowie Sakristei, im Süden hoher Viereckturm mit spitzem Helm, Eckquaderungen und spitzbogige Maßwerkfenster, Mittelschiff mit Kreuzrippengewölbe, ebenso Chor und Seitenkapellen, Seitenschiffe flach gedeckt, Mittelschiffswände mit Spitzbogenarkaden über einfachen Rundpfeilern, Baldachinlettner mit Maßwerkbrüstung, umgebaut zu Orgelempore Mitte 19. Jahrhundert, Wandmalereien des späten 14. und des 15. Jahrhunderts, reiche Ausstattung, darunter Kanzel, 1468 (i), zahlreiche Grabplatten (zugehörig die Grabplatten, die heute bei der Gutleutkapelle, Kapellenweg 5, stehen), als einschiffiger Saal mit 5/8-Chor und seitlichem Chorturm anstelle eines 1295 bezeugten Vorgängers errichtet, um 1370 bis 1410 (i), Langhaus dreischiffig erweitert und zum Marktplatz verlängert, ab 1390, durch Scheidwand hinter Lettner als Simultankirche geteilt, 1708 (a), Chorseitenjoche ergänzt 1732 (a), Einwölbung Mittelschiff im 19. Jahrhundert; einschließlich Zubehör

Die ehemalige Stiftskirche von Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) ist eine mittelalterliche Basilika. Der Kirchenbau wurde bereits 1370 bis 1410 als einschiffiger Saal mit 5/8-Chor und seitlichem Chorturm über Vorgängerbauten des 8. und 13. Jahrhunderts errichtet. Das Langhaus erweiterte man um 1468 zu einem dreischiffigen Baukörper, der in Richtung des Marktplatzes verlängert wurde. Diese Erweiterung der mittelalterlichen Kirche bezeugt die Bedeutung des Stifts, das aus einem um 825 erstmals genannten Kloster entstanden war. Diese Bedeutung der Kirche, auch als Grablege der Pfalzgrafenlinie Mosbach, ist ebenso an Ausstattungselementen wie den Wandmalereien des späten 14. und des 15. Jahrhunderts, einer Kanzel von 1468 sowie zahlreichen Grabplatten ablesbar geblieben. Besonders bemerkenswert ist hierbei das Bronzeepitaph für die 1444 verstorbene Pfalzgräfin Johanna, welche auch den Neubau der Gutleutkapelle (s. Kapellenweg 1) stiftete. Mit der Einführung der Reformation in der Kurpfalz durch Kurfürst Ottheinrich entstand 1564 eine neue Kirchenordnung für Mosbach. Die ehemalige Stiftskirche diente bereits seit Abbruch der älteren Pfarrkirche Str. Cäcilien für den Rathausneubau 1556/57 als Pfarrkirche dem lutherischen Gottesdienst. Seit 1583 war Mosbach calvinistisch. Ab 1698 entstand im Zuge der Rekatholisierung der Kurpfalz durch kurfürstliche Verordnung eine simultane Nutzung des Kirchenraums, dies jedoch nicht ohne Konflikte zwischen den Konfessionen. Am 30. Mai 1706 verfügte Kurfürst Johann Wilhelm daher, dass die Katholiken den Chor nutzen durften und den Evangelischen das Kirchenschiff zugesprochen wurde. Mit dem Bau einer Trennmauer auf dem Lettner wurde im Jahr 1708 der evangelische vom katholischen Gemeindebau getrennt und die simultane Nutzung der Kirche sprichwörtlich in Stein gehauen. Beide Räume unterschieden sich bis heute in ihrer Ausstattung. Der Chor zeigt eine charakteristisch reiche barocke Einrichtung mit einer weiteren Kanzel und einem Hochaltar, der reformierte-evangelische teil blieb hingegen weitgehend schmucklos. Die Stifts- und Pfarrkirche ist eines der herausragenden Zeugnisse der Stadt- und Architekturgeschichte Mosbachs vom Mittelalter bis in die Barockzeit. Darüber hinaus ist sie als eine der wenigen überlieferten historischen Simultankirchen in Südwestdeutschland von zentraler Bedeutung für die kurpfälzische Landes- und Kirchengeschichte in nachreformatorischer Zeit.
Geschützt nach §§ 28 (Sachgesamtheit) DSchG

101588443

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Reformiertes Rektorat Kirchplatz 6 (Flst.Nr. 0-252)
(Karte)
Zweigeschossiges massives Traufenhaus unter Satteldach; die Fassaden durch symmetrisch angeordnete, sandsteingerahmte Rechteckfenster mit Klappläden und stark profilierter Widerkehr gegliedert; errichtet Ende des 18. Jh., im 20. Jh. Dachausbau mit Gauben, Anbau Treppenhaus an der Rückfassade, Erneuerung der Fenster.

Das im Stiftshof südlich der Kirche gelegene reformierte Rektorat schloss sich, vom Eingang in die Collekturgasse unterbrochen, an das reformierte Pfarrhaus an. Im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wird es auch als das „zweite Pfarrhaus“ bezeichnet. Der bestehende Bau dürfte noch Ende des 18. Jahrhunderts entstanden sein. Dabei wurde gegenüber dem Vorgänger die Front offenbar ein Stück zurückgenommen. Das Gebäude hat als Sitz des reformierten Rektorats wichtige Bedeutung für die Stadt- und Kirchengeschichte der mehrkonfessionell geprägten Stadt in der Frühen Neuzeit. Seine einfache Architektur ist bezeichnend für die Entstehungszeit.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

101590419

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Katholische Stiftsschaffnei der Geistlichen Administration Kirchplatz 11 (Flst.Nr. 0-25)
(Karte)
Massiv errichtete, zweigeschossige und vollständig unterkellerte Dreiflügelanlage unter Walmdach mit vorgelagertem Hof und gemauerter Einfriedung; verputzte Fassaden mit regelmäßiger Gliederung mit großen Rechteckfenstern mit Sandsteinrahmen und Klappläden, an der Zufahrt klassizistischer Torpfeiler, im Südflügel urspr. mit Stallung; errichtet 1743 (a), der Altananbau am Westflügel aus dem späten 19. Jh., in jüngerer Zeit leicht überformt (Fassade, Fenster, Dachdeckung).

Die vom Pfarrhof durch den freien Kirch- oder Stiftsplatz, von dem aus ein schmaler überbauter Gang eine direkte Verbindung zur Hauptstraße bzw. zum Eingang der Hospitalgasse ermöglichte, getrennte katholische Stiftsschaffnei der Gemeinschaftlichen Geistlichen Administration wurde 1743 erbaut. Die zweigeschossige Dreiflügelanlage soll zuvor die Dechanei gewesen sein, also wohl auf den 1368 als frei bestätigten „dechans hoff“ zurück gegangen sein, den Sitz des Dekans, der die Leitung des Stifts (als Vertreter des in der Regel nicht in Mosbach residierenden Propstes) innehatte. Der barockzeitliche Gebäudekomplex diente der Verwaltung von Stiftsgütern und der Zehnteinnahmen, nachdem seit 1698 die einstige Stifts- und nunmehrige Pfarrkirche zwischen Reformierten und Katholiken zur gemeinsamen Nutzung aufgeteilt worden war. Die Bauten haben damit wichtige Bedeutung für die Konfessionsgeschichte Mosbachs, aber auch die Stadtbaugeschichte im 18. Jahrhundert, als im einstigen Stiftbezirk diverse bauliche Veränderungen vorgenommen wurden.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101588598

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Wohnhaus mit Hofmauer Kronengasse 3 (Flst.Nr. 0-239)
(Karte)
Giebelständiges, dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach; das EG massiv, darüber verputzter Fachwerkaufsatz, die EGFassade mit Bossenquadern, OG mit leichten Vorstößen und Putzspiegel in den Brüstungszonen, große Fensterformate; errichtet 1542 (bez. im Portalgewände), die OG und der Giebel im 18. Jh. erneuert bzw. neu gestaltet, in jüngerer Zeit Fassade und die Fenster renoviert. Westlich an das Wohnhaus schließt die Hofmauer mit rechteckiger Toröffnung und Ochsenauge an, wohl ebenfalls 18. Jh., in den 1980er Jahren Hofraum als Teil der Passage zur Hauptstraße umgestaltet.

Das stattliche Giebelhaus dokumentiert in seinem historischen Bestand die Stadtbaugeschichte am Ausgang des Mittelalters und in der Frühen Neuzeit. Es veranschaulicht darüber hinaus vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und zeigt mit seiner barockisierenden Fassadengestaltung einen gestalterischen Anspruch.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

101591237

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Wohn- und Geschäftshaus Kronengasse 4
(Karte)
Zweigeschossiges Eckhaus mit Halbwalmdach mit Gaube, das Dach mit dem Eckerker baulich verbunden; EG aus Werksteinquadern mit korbbogigen Öffnungen, das OG, der Kniestock und der Giebel aus Zierfachwerk in Jugendstilformen, der zweigeschossige, polygonale Fachwerkerker mit Majolikakacheln in den Brüstungen; um 1900 in historisierenden Formen errichtet, in der 2. Hälfte des 20. Jh. die Ladenzone und die Fenster in den Wohngeschossen erneuert.

Die von Sandstein und Zierfachwerk geprägte Fassade mit ihrem aufwendigen Eckerker, dem vorkragenden Obergeschoss und Kniestock und vor allem der keramischen Dekoration/Inschrift besitzt einen hohen Aussagewert als Zeugnis des Historismus, des Jugendstils und der beginnenden Heimatschutzbewegung.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

101591311

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Wohnhaus Kronengasse 14 (Flst.Nr. 0-209/1)
(Karte)
Dreigeschossiges Giebelhaus unter Satteldach mit Ladeluken; das EG massiv, die Fachwerkobergeschosse mit Vorstößen, die Fachwerkfassade gegen die platzartige Straßenaufweitung mit Andreaskreuzen und Schwelle-Ständer-Streben; im 16. Jh. errichtet, um 1980 20. Jh. die Ladenzone komplett erneuert und die Trauffassade wohl zum Teil massiv erneuert.

Das giebelständige Wohnhaus dokumentiert den frühneuzeitlichen Fachwerkbau in Mosbach und ist Zeugnis historischer Lebensverhältnisse sowie der Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

101591446

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Wohnhaus und Metzgerei Kronengasse 16 (Flst.Nr. 0-209/1, 0-210)
(Karte)
Zweigeschossiges Giebelhaus unter Satteldach; das EG massiv, darüber Fachwerkaufbau mit geschnitztem und farbig gefasstem Eckständer mit Inschrift von 1710, profilierte Schwellen, das Fachwerk insgesamt schlicht, unterhalb des Stubenfensters über Konsole eine Nepomukfigur, bez. 1759; das Gebäude lt. Inschrift errichtet von dem Wundarzt und Scharfrichter Johann Martin Wiedmann 1710, Mitte des 20. Jh. das EG durchgängig erneuert.

Das Gebäude veranschaulicht den Fachwerkbau im 1. Viertel des 18. Jahrhunderts und bezeugt die damalige Zimmermannskunst in Mosbach. Die Giebelscheibe wartet mit charakteristischen Zierfachwerkfiguren der Bauzeit um 1710 auf, neben Andreaskreuzen und Raute auch eine Eckständersäule mit Inschrift. Die beiden Stuben im 1. Dachgeschoss sind mit vergleichsweise aufwendigen Stuckdecken und Ofennischen ausgestattet. Die Stuben, nicht lange nach Fertigstellung des Hauses eingerichtet, bezeugen die gesellschaftliche Stellung des Bauherrn, Scharfrichter und Wundarzt Johann Martin Wiedmann, und seiner Familie. Die Platzierung im Dachgeschoss ist ungewöhnlich und verweist auf ein einst insgesamt sehr hohes Ausstattungsniveau. Die konkav-konvex geschwungenen Plafondfiguren markieren die Bemühungen der Bauherren um eine städtische oder gar höfische Wohnkultur, wie sie in Mosbach äußerst selten auftrat. Dass das hohe Niveau hinsichtlich Repräsentation und Ausstattung noch länger beibehalten wurde, bezeugt die künstlerisch anspruchsvolle Nepomuk-Figur von 1759.
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG

101591524

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Wohnhaus mit Laden, ehemals Rosenberger Hof Marktplatz 1 (Flst.Nr. 0-7)
(Karte)
Viergeschossiges Traufenhaus aus Fachwerk mit zweigeschossigem Eckerker und Mansarddach; das Fachwerk mit Zierfiguren des 17. Jh. (genaste und gebogene Andreaskreuze, 2/3-Streben), err. Anfang des 17. Jh., vielleicht unter Einbezug von Resten des 1368 erwähnten Rosenberger Hofes; das Gebäude im 19. Jh. gegen Nordosten um einen zweigeschossigen Fachwerkanbau mit Satteldach erweitert, dieser bis 1920 nochmals um zwei Geschosse erhöht, mit einem Pultdach versehen und gegen Norden, über dem neuen Ladengeschoss mit einem damals noch offenen Erker versehen (vgl. Fotos); das gemeinsame EG Mitte des 20. Jh. durch Ladeneinbau baulich verändert.

Das Gebäude setzt mit seiner verschachtelten Kubatur und dem zweigeschossigen polygonalen Erker einen malerischen Akzent am Marktplatz. Es spiegelt in seinen verschiedenen Bauphasen die neuzeitliche Stadtbaugeschichte Mosbachs sowie Entwicklungen des Fachwerkbaus bis zum Historismus wider und veranschaulicht frühere Wohn- und Lebensverhältnisse. Als Nachfolgebau des mittelalterlichen Rosenberger Hofes, eines Adelssitzes bzw. Stiftsherrenhauses, hat das Gebäude darüber hinaus siedlungs- und stadtgeschichtliche Bedeutung.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101593075

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Haus Lindenlaub, Wohn- und Geschäftshaus Marktplatz 2 (Flst.Nr. 0-277)
(Karte)
An drei Seiten freistehendes, viergeschossiges Giebelhaus mit Halbwalmdach; bis auf das EG aus Fachwerk errichtet, die Fassade zum Platz sehr repräsentativ mit reichen, symmetrisch angeordneten Zierfiguren (geschwungene, genaste Andreaskreuze, sog. Mann-Figuren) und leichte Vorstöße mit profilierten Schwellen, die Ladenzone mit Pilastergliederung; errichtet 1589 (bez.), die Ladenzone 19. Jh.; das dazugehörige Hinterhaus, zweigeschossig unter Mansarddach, mit massivem EG und Fachwerkaufbau, 18. Jh.

Das stattliche Gebäude gehört zu den platzbildprägenden Bauten rund um den Marktplatz. Es veranschaulicht mit seinen Dimensionen und seinem reichen Zierfachwerk die renaissancezeitliche Zimmermannskunst sowie den Repräsentationsanspruch der Bauherrschaft. Das Haus dokumentiert gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse in der Frühen Neuzeit und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101593091
Wohnhaus Marktplatz 3 (Flst.Nr. 0-8)
(Karte)
Vom Platz zurückgesetztes, zweigeschossiges Traufenhaus unter Satteldach, einseitig mit Kopfwalm; das EG massiv, das Fachwerk-OG traufseitig mit angeblatteten Aussteifungshölzern, im rauchschwarzen Eichendach stehende Stühle mit angeblatteten Steigbändern (quer) und tief ansetzenden Kopfbändern (längs), urspr. Freigespärre nachweisbar; 1430 (d) errichtet, mehrfach umgebaut.

Das stattliche Fachwerkhaus wurde 1430 errichtet. Seine einstige Zugehörigkeit zum Stift ergibt sich aus der Lage. Es gehörte vermutlich zu Marktplatz 1, dessen Vorgängerbau mit dem 1368 erwähnten Rosenberger Hof zu identifizieren ist. Der westliche Giebel zeigt in größeren Abschnitten das bauzeitliche Fachwerk mit Verblattungen und dem Ansatz eines ehemaligen Freigespärres. Dieses ist eine Besonderheit des Hausbaus im Oberrheingebiet und seinen Ausläufern: Ein dem geschlossenen Giebeldreieck vorgelagertes Sparrenpaar, das auf den giebelseitigen Längshölzern des Dachgerüstes und des Fachwerkunterbaus aufgelagert ist, täuscht eine Giebelauskragung vor. Eine weitere hauskundliche Besonderheit ist die frühe Verwendung eines stehenden Stuhls, der die vorherige Konstruktion eines Sparrendaches mit innenliegenden Sparrenbindern und Spitzständern ablöste. In der Altstadt von Mosbach, die zu den am besten überlieferten Ortskernen im Rhein-Neckar-Raum zählt, gehört das Haus Marktplatz 3 zu den ältesten erhaltenen Profanbauten. Der imposante Gewölbekeller mit seiner Gusstonne gehört mit einer Mauerstärke von 1,2 Metern und einer Scheitelhöhe von 3,5 Meter zu den stärksten und höchsten Kellern in Mosbach. Der Glücksfall, dass hier ein datierter Oberbau und eine mittelalterliche Gusstonne zusammenfallen, ist ein wichtiger Befund für die Kellerforschung im Rhein-Neckar-Raum. Das Gebäude ist damit wichtiges Zeugnis der spätmittelalterlichen Stadtbau- und Siedlungsgeschichte im Stiftsareal.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

101593106BW

Haus Brauß, Wohnhaus mit Laden Marktplatz 6 (Flst.Nr. 0-243)
(Karte)
Dreigeschossiges, an drei Seiten freistehendes Giebelhaus mit Krüppelwalmdach mit Bandgaube; das EG massiv, verputzt, die beiden Fachwerk-OG und der Giebel über Balkenköpfen vorkragend und mit zeittypischen Zierfiguren versehen (geschwungene Andreaskreuze, sog. Mann-Figuren); errichtet um 1600, um 1904 Dachausbau mit Gaube, Mitte des 20. Jh. der Laden in seiner heutigen Form erneuert.

Das stattliche Gebäude zählt zu den prägenden bauten am Marktplatz und dokumentiert den Fachwerkbau in der Zeit um 1600, wobei das Gefüge charakteristische Umbauten des 18. Jahrhunderts aufweist. Das Gebäude veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

101594174

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Wohn- und Geschäftshaus Ölgasse 1 (Flst.Nr. 0-123-124)
(Karte)
Dreigeschossiges Giebelhaus mit Satteldach; das Erd- und das erste Wohngeschoss massiv errichtet, darüber Fachwerkaufsatz mit Zierformen der Zeit um 1900; die Fassade durch neogotische Werksteingliederung und polygonalem, teils massivem, teils hölzernem Eckerker gestalte; in der Brüstungszone des Erkers Stadtwappen, figürliches Relief, Baudatum und Metzgerwappen; errichtet 1902 wohl über bestehendem Keller, 2002 (i) renoviert.

Das stattliche, aufwendig gestaltete Eckgebäude dokumentiert den Repräsentationsanspruch des Bauherrn, eines Metzgers, der es 1902 inmitten der Mosbacher Altstadt errichten ließ. Dabei wird die markante Ecklage des steilgiebeligen Baus in zeittypischer Weise durch einen Eckerker städtebaulich betont. Mit dem reich gestalteten Zierfachwerk, das in der Zeit des Historismus wieder aufkam, knüpfte der Bauherr an die Bautraditionen Mosbachs an. geschweifte und gebogene Hölzer lassen dabei den Einfluss des Jugendstils anklingen. Das Gebäude veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse eines Handwerksmeisters in der wilhelminischen Kaiserzeit und dokumentiert den innerstädtischen Ausbau um 1900, wobei sich der Neubau geschickt in seine Umgebung einfügt.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

102794536

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Wohnhaus Ölgasse 2 (Flst.Nr. 0-115)
(Karte)
Traufseitig erschlossenes, dreigeschossiges Gebäude mit tlw. verändertem Mansarddach; über bossiertem Sockel glatt verputzte Obergeschosse mit Eckerker und Werksteingliederung in zurückhaltenden historisierenden Formen, die Fenstergewände des Erkers mit Stabwerk, im EG und im 1. OG je ein Hauszugang; um 1900 errichtet, möglicherweise als Hinterhaus zu Hauptstraße 57, in der 2. Hälfte des 20. Jh. in Teilen leicht verändert (Dach, Hauszugänge, Fenster).
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG

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Wohnhaus mit Laden Ölgasse 8
(Karte)
Traufständiges, dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach mit kleinen Gauben; das EG massiv mit Ladeneinbau, darüber konstruktiver Fachwerkaufsatz mit regelmäßig angeordneten Fensterachsen, die Fenster mit hölzernen Läden; 18./19. Jh. mit nachträglichen Überformungen (EG-Öffnungen, Fenster, Dachdeckung).
Geschützt nach §§ Prüffall DSchG

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Wohnhaus mit Laden Schloßgasse 2 (Flst.Nr. 0-352)
(Karte)
Viergeschossiges Giebelhaus mit Satteldach; das EG aus Sandsteinquadern mit profiliertem Renaissanceportal und Seitenportal bzw. zugesetzter Rundbogenöffnung gg. die Seitengasse; das Fachwerk-OG leicht vorkragend mit profilierten Schwellen, symmetrische Anordnung von Zierfiguren (Andreaskreuze, sog. Mann-Figuren), im 1. und 2. OG dichte Fensterreihung über die gesamte Hausbreite, Giebel mit kleinen Lichtluken und Restspitzständer; errichtet 1615 (bez.), Anfang des 20. Jh. Ladeneinbau, das Fachwerk 1972 (i) freigelegt, die Fenster in jüngerer Zeit in einer dem Bestand angepassten Weise erneuert.

Das stattliche giebelständige Gebäude zählt zu den gehobenen bürgerlichen Wohnbauten der Renaissancezeit in Mosbach. Es zeigt charakteristische Formen des damaligen Fachwerkbaus und dokumentiert die Zimmermannskunst des frühen 17. Jahrhunderts. Das aufwendig und anspruchsvoll gestaltete Gebäude ist Zeugnis der Haus- und Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

102799676

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Wohnhaus bzw. Gasthaus „Alte Brauerei Wehrlein“ Schloßgasse 6 (Flst.Nr. 0-351)
(Karte)
Dreigeschossiges Giebelhaus mit Satteldach; das EG massiv mit Eckquaderung, Sandsteingewänden und erhöht liegendem Hauseingang, die Fachwerk-OG über Steinkonsole vorkragend mit zeittypischen Zierfiguren (Andreaskreuze, 2/3-Streben), an der Grundstücksgrenze zu Schloßgasse 8 zweigeschossiger Erker aus Fachwerk; 1520 (bez.) errichtet, das EG im 19. oder frühen 20. Jh. tlw. erneuert, in jüngerer Zeit u.a. Fenster in einer dem Bestand angepassten Weise erneuert.

Das Giebelhaus gehört im Kern an den Ausgang des Mittelalters. Es zeigt einen für die Frühe Neuzeit charakteristischen Gefügeumbau zum Einsatz neuer Fensterformate. Der Erker wiederum ist eine Zutat des späten Historismus. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Haus- und Stadtbaugeschichte vom Spätmittelalter bis in die Zeit um 1900.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

102804002

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Doppelwohnhaus Schloßgasse 7 und 9 (Flst.Nr. 0-281-282)
(Karte)
Breit gelagertes, zweigeschossiges Giebelhaus mit dreigeschossigem Satteldach; bis auf das massive EG die Wohngeschosse in Fachwerk errichtet, eine Putzfassade mit annähernd symmetrischer Gliederung mit zu Gruppen zusammen gefassten Fenstern und zwei Hauseingängen; im 18. Jh. wohl unter Verwendung älterer Bauteile errichtet, im 19./20. Jh. im Detail baulich verändert (Laden, Fenster, Fassade).

Das Gebäude zählt zu einer ganzen Reihe von Doppelhäusern, die in Mosbach überliefert und charakteristisch für das Siedlungsgefüge der Stadt sind. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Haus- und Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

102805420

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Wohnhaus bzw. Gasthaus „Zum Schwanen“ Schloßgasse 8 (Flst.Nr. 0-349)
(Karte)
Dreigeschossiges Giebelhaus mit Satteldach; das EG massiv mit großen bossierten Eckquadern und Kellerabgang, die Fachwerk-OG über Balkenköpfen vorkragend, mit Brüstungsstreben, im 2. OG dichte Fensterreihe, im Giebel symmetrische 2/3-Streben; um 1500 errichtet, das EG im 19. oder frühen 20. Jh. tlw. erneuert, in jüngerer Zeit u.a. Fenster in einer dem Bestand angepassten Weise erneuert.

Das stattliche Giebelhaus in Ecklage datiert, wie die Knaggen ausweisen, im Kern ins Spätmittelalter. In zeittypischer Weise wurden zum Einbau neuer Fensterformate die Gefügestrukturen im 18. Jahrhundert verändert. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Haus- und Stadtbaugeschichte Mosbachs.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

102805542

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Wohnhaus Schloßgasse 10 (Flst.Nr. 0-349)
(Karte)
Zweigeschossiges Traufenhaus mit Satteldach; das EG massiv, mit Natursteingewänden und mittig liegendem Eingang mit Oberlicht, das OG in Fachwerk errichtet, verputzt und ebenfalls durch regelmäßige Fensteröffnungen gegliedert; 1636 errichtet, laut Inschrifttafel mit Baudatum und Angaben zur Teuerung, im 19. Jh. umgebaut und ab 1929 zu Schlossgasse 8 funktional zugehörig.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

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Wohnhaus Schloßgasse 11 (Flst.Nr. 0-284)
(Karte)
Zweigeschossiger, schmaler und auf tiefer Parzelle stehender Barockbau mit einem zur Straße hin abgewalmten Satteldach; der hohe Kellersockel mit rundbogigem Zugang und das EG massiv mit Ohrenfenstern und Oberlichttür, die OG aus verputztem Fachwerk ebenfalls mit Ohrenfenstern; 1743/1744 (bez.) im Auftrag eines Schreiners (Hausmarke mit Initialen I A S sowie Hobel und Winkel) errichtet, im 20. Jh. die Fenster und die Eingangstüre ausgetauscht, neue Dachdeckung.

Das zur Schloßgasse orientierte Gebäude wurde ausweislich zweier Hausmarken 1743/44 errichtet. Der durch einen barocken Abgang erschlossene Gewölbekeller ist vermutlich älteren Datums; die Bebauung der Schloßgasse geht selbst im überlieferten Bestand bis ins frühe 15. Jahrhundert zurück. Bauherr war ein Schreiner, der sich mit Initialen A I S und Handwerkerzeichen im Schlussstein des Portals und in der Brüstungszone der Fassade stolz repräsentiert. Das Hausgerüst samt Gewölbekeller und Dachstuhl und die Binnenstruktur sind weitgehend authentisch überliefert. Der Grundriss spiegelt den Standard eines innerstädtischen Bürgerhauses der Frühen Neuzeit wider. Das Wohngebäude weist eine repräsentative Barockfassade zur Gasse auf, die von einer sehr dichten Reihe großer Rechteckfenster in barocken Ohrengewänden geprägt ist. Das Gliederungskonzept umgreift die gesamte Front, so sind auch der rundbogige Kellerabgang und das begleitende Fenster im Sockel mit geohrter bzw. profilierter Schmuckrahmung versehen. Die Traufstellung, die sich von der tradierten Giebelstellung der Schloßgasse absetzt, und die massive Bauweise, die in der Fachwerkstadt Mosbach eine Ausnahme darstellt, sind charakteristische Merkmale eines Barockgebäudes. Zeittypisch ist auch die Größe der Fenster, die beinahe die Front auflösen und viel Licht ins Haus holen. Die Schmalheit der Fassade ist auf die mittelalterliche Parzelle zurückzuführen, mit der sich Bauherr und Architekt zufrieden geben mussten. Der Bauherr vertrat mit dem dezidiert modernen Gebäude einen hohen architektonischen Anspruch und dokumentiert seine gehobene soziale Stellung in der frühneuzeitlichen Stadtgemeinde.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

102805745

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Wohnhaus, heute zum Pfalzgrafenstift Mosbach gehörig Schloßgasse 13 (Flst.Nr. 0-330)
(Karte)
In Ecklage stehender, neunachsiger Barockbau unter Mansard-Giebeldach mit bauzeitlichen Gauben; Massivbau mit rundbogigem Kellerabgang und v. a. an der breiten Trauffassade mit zeittypischer Gliederung aus regelmäßig platzierten Segmentbogenfenstern mit Schlussstein, mittig aufwendig profiliertes Portal mit Oberlicht und Wellengiebel sowie Rokoko-Schlussstein; in der 2. Hälfte des 18. Jh. errichtet, im Kern älter (rückseitig Renaissanceportal aus der Zeit um 1600, bez. 1706), in jüngerer Zeit in einer dem Bestand angepassten Weise renoviert.

Das stattliche Eckgebäude ist ein charakteristischer Bau der Barockzeit. Dabei setzt das Eingangsportal einen repräsentativen Akzent und zeugt vom gestalterischen Anspruch der Bauherrschaft. Er veranschaulicht mit seinen überlieferten Ausstattungen gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse der Frühen Neuzeit und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

102805831

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Wohnhaus mit Werkstattgebäude Schloßgasse 14 (Flst.Nr. 0-348)
(Karte)
Sehr schmales, dreigeschossiges Giebelhaus mit Satteldach, das EG massiv, die OG und der Giebel aus Fachwerk mit Vorstößen, profilierten Schwellen und seitlichen Knaggen; im Kern wohl 16./17. Jh., 1822 (bez. am Türgewände) wohl das EG massiv erneuert oder das Gebäude in Teilen umgebaut. Östlich davon das schmale, lange Ökonomiegebäude liegend, zweigeschossig mit breiter Toreinfahrt und Satteldach mit Aufzugsgaube, wohl 19./20. Jh.

Das schmale Wohngebäude veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse der Handwerkerschicht im frühneuzeitlichen Mosbach. Es zeigt eine - wenn auch im Gefüge wohl 1822 umgebautes - zeittypisches Fachwerkgerüst, das in die Zeit des späten 16. oder frühen 17. Jahrhunderts weist. Das Anwesen hat darüber hinaus haus- und stadtbaugeschichtliche Bedeutung.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

102805928

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Wohnhaus, jetzt Teil des Pfalzgrafenstifts (Seniorenheim) Schloßgasse 15 (Flst.Nr. 0-330)
(Karte)
Dreigeschossiger Winkelbau mit Walmdach; das hohe, verputzte EG massiv errichtet mit Eckquaderung und teils mit spätmittelalterlichen Gewänden sowie rundbogigem Kellerabgang (bez. 1585); das OG aus Fachwerk errichtet und an der auskragenden Westfassade von zwei Sandsteinsäulen gestützt (an der linken Säule Hausmarke, bez. 1585); im Inneren Halle mit Brunnen, hofseitig Renaissancespindel, im straßenseitigen OG frühbarocke und rokokozeitliche Ausstattung; unter Einbezug spätmittelalterlicher Reste 1585 errichtet, in den frühen 1980er Jahren in den Neubaukomplex des Pfalzgrafenstifts integriert und im Zuge dessen in Teilen modernisiert.

Das stattliche Gebäude am Aufgang zum pfalzgräflichen Schloss fällt einerseits durch sein winkelhakenförmige Anlage auf, welche in städtebaulich wichtiger Weise einen Platzraum vor dem einstigen Schlosszugang bildet, zum anderen durch seine Gestaltung mit dem über hohen, schlanken Rundpfeilern vorkragenden Fachwerkbau. Zu den Besonderheiten im Inneren zählen ein hauseigener Pumpbrunnen und die renaissancezeitliche Spindeltreppe. Zusammen mit den barockzeitlichen Stuckdecken und weiteren Ausstattungsdetails belegen sie gehobene Wohn- und Lebensverhältnisse der Frühen Neuzeit und weisen eventuell auf kurpfälzische Beamte als Bewohner hin. Das Gebäude ist wichtiges Zeugnis der Haus- und Stadtbaugeschichte Mosbachs.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

102806021
Stadtbefestigung Nähe Schloßgasse 20
(Karte)
Obertägig überlieferte Substanz (als Bodendenkmal vgl. Denkmalliste der Archäologie), bestehend aus: Eckturm, dreiviertelrunder Schalenturm, zweigeschossig, Erdgeschoss mit Schießscharten, im Kern wohl 15. Jahrhundert, im 18./19. Jahrhundert als Gartenhaus der Landschreiberei genutzt, Obergeschoss als Belvedere aufgesetzt, 19./20. Jahrhundert; Abschnitte der inneren und äußeren Zwingermauer mit innenliegenden Zwingergärten, Bruchstein, teils mit rondellartigen Vorsprüngen, wohl nicht vor 1. Viertel 15. Jahrhundert, einschließlich Reparatur- und Fortschreibungsphasen im 18./19. Jahrhundert

Dier genaue Zeitpunkt der Befestigung Mosbachs ist ungeklärt. Zwar ist Mosbach bereits 1241 wohl Stadt im Rechtssinne, erschient aber erst 1291 eindeutig als „oppidum“ und damit als befestigter Platz in den Quellen. In diese Zeit gehörte die innere Stadtmauer, die wohl im Zuge der Stadtgründung aus der älteren Siedlung heraus durch die Staufer im Zuge ihrer Reichslandpolitik im Umfeld der Pfalz Wimpfen errichtet wurde und nicht nur der Verteidigung, sondern auch als äußerer Ausweis der Stadtrechte und ihres Rechtsbezirkes diente. Einbezogen in den Mauerring war die Burg (Schloßgasse 22, 24 u. 28) am höchsten Punkt der Stadtanlage, wobei unklar ist, ob diese von Anfang an Bestandteil der Befestigung war. Erst im Spätmittelalter wurde diese durch Zwingeranlagen mit Flankierungstürmen verstärkt, und zwar wohl noch unter Otto I. von Pfalz-Mosbach, nachdem dieser 1410/11 die Herrschaft übernommen hatte und Mosbach zu seiner Residenzstadt ausbaute. Die überlieferten Baureste sind wichtige Zeugnisse der Siedlungs- und Stadtbaugeschichte Mosbachs und veranschaulich Entwicklungen im mittelalterlichen Wehrbau.

101556887BW

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Wohnhaus Schloßgasse 20
(Karte)
Dreiseitig freistehendes Traufenhaus mit Halbwalmdach zwischen Schloß- und Frohndbrunnengasse im Areal der einstigen Vorburg, Giebelstirn mit Wiederkehr, dorischem Säulenportikus und Altan als Front ausgeprägt, massive Geschosse, gegliedert durch regelmäßig gereihte Rechteckfenster mit Klappläden, um 1810/1820, möglicherweise mittelalterliche Reste verbaut

Das Gebäude in Kopflage springt durch seine herausgehobene Gestaltung der Giebelseite mit einem vorgelegten dorischen Säulenportikus ins Auge. Es veranschaulicht so Gestaltungsprinzipien des Klassizismus, wie er in Baden von Friedrich Weinbrenner und seinen Schülern im 1. Viertel des 19. Jahrhunderts vertreten wurde. Das Gebäude dokumentiert darüber hinaus Wohn- und Lebensverhältnisse am Ausgang der Frühen Neuzeit. Es besetzt die Nordostecke der Vorburg des einstigen pfalzgräflichen Schlosses und ist damit ein Zeugnis des innerstädtischen Ausbaus in diesem Areal nach dem Übergang Mosbachs an das Großherzogtum Baden und der Aufgabe des Schlosses in seiner Funktion als Herrschaftsgebäude.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

102806560
Turmrest oder Burgmauerrest Nähe Schloßgasse 20
(Karte)
Angeblich im 1984 erstellten Bau des Pfalzgrafenstiftes (Seniorenheim) integriert; äußerlich bzw. obertägig nichts sichtbar 102799531BW

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Wohnhaus des frühen 19. Jh. mit integriertem Befestigungsturm des 15. Jh. Schloßgasse 22
(Karte)
Zwischen Schloß- und Frohndbrunnengasse, am abfallenden Gelände errichtetes, zweiseitig freistehendes und zweigeschossiges Traufenhaus mit Satteldach mit übergiebelten Querhäusern des 19./20. Jh., das EG massiv, die OG aus Fachwerk errichtet, im ersten Geschoss des dreigeschossigen Turms eingemauerte Schleuderkugeln, im angrenzenden Mauerstück Schießscharte erhalten; die Putzfassade durch regelmäßig angeordnete Fensterachsen gegliedert, die Gewände im ersten Wohngeschoss jeweils mit Steingewänden versehen; errichtet im frühen 19. Jh. unter Miteinbeziehung eines mittelalterlichen Befestigungsturmes, im 20. Jh. v. a. im Dachbereich überformt, die Fenster erneuert.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

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Sogenanntes Altes Schloß samt Garten und Einfriedung Schloßgasse 24 (Flst.Nr. 0-336)
(Karte)
In erhöhter Lage situierter, zwei- bzw. dreigeschossiger Massivbau unter einem zur Südwestseite hin abgewalmten Satteldach, zur Schloßgasse spätgotischer Staffel- und Glockengiebel mit renaissancezeitlichem Kugel- und Lünettenbesatz (rechts im Bild); östl. davon ein quadratisches Staffelgiebelhaus anschließend, dieses über mittelalterlichem Turmstumpf errichtet und 1898 mit historistischem Aufbau versehen (einschließlich Erker); zur Anlage gehört außerdem der Vorgarten samt Einfriedung; parallel zur Stadtmauer erstreckt sich außerdem ein erhaltenswertes Nebengebäude; im Kern Ministerialensitz des 12./13. Jh., ab 1411 für Residenznutzung erweitert und ab dem 16. Jh. mehrfach verändert, der Gebäudekomplex 1898 von L. Schaefer für Rudolf Montigel historisierend umgebaut. Das wohl als staufischer Ministerialsitz errichtete Alte Schloss ist mit seiner eng mit der Stadterhebung und der damit einhergegangenen Stadtbefestigung verbundenen Baugeschichte von hohem Zeugniswert, neben seiner Bedeutung als städtebauliche Dominante.

Die Ursprünge der Mosbacher Burg sind nicht genau geklärt. Erstmals erwähnt wird sie 1406. Sie befand sich ursprünglich in Königs- bzw. Reichsbesitz und diente Ministerialen als Wohnung. 14411 wurde sie zur Residenz des Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach, der hier eine bis 1499 bestehende Nebenlinie der Kurfürsten von der Pfalz begründete. Das sog. Alte Schloss stellt den wohl ältesten Bauteil der Burg dar und könnte im kern in die Stauferzeit zurückreichen. Das Gebäude wurde unter Pfalzgraf Otto ausgebaut und diente später als Amtshaus. Mit dem Ende der pfälzischen Herrschaft wurden die Schlossgebäude privatisiert. Das Alte Schloss ließ 1898 Rudolf Montigel durch den Architekten Ludwig Schaefer in späthistoristischer Weise im altdeutschen Stil, einer Mischung aus spätgotischen und renaissancezeitlichen Elementen zur Villa ausbauen und erfüllte sich so den zeittypischen Traum vom Bürgerschloss. Das Gebäude prägt seither nicht nur durch seine erhöhte Lage, sondern auch mit Treppengiebeln, Dachaufbauten und Fachwerktürmchen bis heute das Stadtbild mit. Es ist als einstige Reichsburg und spätmittelalterliches Residenzschloss des Hauses Pfalz-Mosbach das zentrale Zeugnis der Herrschafts- und Landesgeschichte in Mosbach und veranschaulicht dabei auch siedlungs- und stadtbaugeschichtliche Aspekte.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

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Sogenanntes Neues Schloß, 1748 als Amtshaus überliefert Schloßgasse 28 (Flst.Nr. 0-335)
(Karte)
Über Hanggeschoss stehender, zweigeschossiger Massivbau mit Halbwalmdach, schlichte Putzfassade mit regelmäßig angeordneten Rechteckfenstern mit Klappläden, umlaufendem Gurtgesims und profiliertem Traufgesims mit Widerkehr; der Haupteingang an der östlichen Traufseite gelegen und über Außentreppe von der Schlossgasse erschlossen; im jüngeren Nordteil Durchfahrt erhalten; weiters zugehörig der Garten und die Stützmauer; der Kernbau geht auf die 1410 als „neues Haus“ begonnene Residenz zurück (an der Südseite Buckelquader), 1753 Instandsetzungsarbeiten, 1834 prägende Aus- und Umbauten.

Das sog. Neue Schloss präsentiert sich heute weitgehend in der Gestalt, die es im 18. und vor allem in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts erhalten hat. Es bildet im kern jenes Neue Haus, das als teil des Ausbaus der Mosbacher Burg zur Residenz des Pfalzgrafen Otto nach 1410/11 zu sehen ist. 1444 war im Gebäude eine Kapelle im Bau, mit der sich ein gewölbter Raum im Haus in Verbindung bringen lässt. Nach dem Ende der Linie Pfalz-Mosbach wurde das Mosbacher Schloss kurfürstlicher Verwaltungssitz und diente als Amtshaus. Das Gebäude ist als Teil des spätmittelalterlichen Residenzschlosses zentrales Zeugnis der Landes- und Herrschaftsgeschichte und hat wichtige stadtbau- wie siedlungsgeschichtliche Bedeutung.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

102820928

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Wohnhaus, ehemals Bestandteil der Pfaffenmühle Schwanengasse 1 (Flst.Nr. 0-37/1)
(Karte)
Zweigeschossiges, traufständiges Torfahrthaus mit Satteldach, das EG massiv mit korbbogiger Einfahrt und seitlichem Hauseingang, das OG aus Fachwerk errichtet mit einfachen Zierformen und paarweise zusammengefassten Fenstergruppen; errichtet 1810 (bez.) wohl unter Einbezug älterer Keller (Parzelle war bis Mitte des 19. Jh. Teil der Pfaffenmühle, Hauptstr. 78), in jüngerer Zeit Dachausbau mit Gauben und Erneuerung der Fenster und Eingangstüre bzw. des Tores.

Das traufständige Gebäude ist mit seinen Bauformen charakteristisch für die Entstehungszeit im frühen 19. Jahrhundert, wobei mit der Korbbogeneinfahrt barocke Bauformen tradiert werden. Es entstand anstelle eines Gebäudeteiles der einstigen Herren- o. a. Pfaffenmühle, die sich im Besitz des Stifts Mosbach befand, und dokumentiert das Baugeschehen in Mosbach nach dem Übergang der Stadt an das Großherzogtum Baden, der auch für eine Veränderung von Besitz- und Herrschaftsverhältnissen sorgte.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

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Wohnhaus Schwanengasse 3 (Flst.Nr. 0-36)
(Karte)
Dreigeschossiges Eckgebäude unter Satteldach, der Kellersockel und das EG massiv, urspr. sowohl traufseitig als auch giebelseitig über Eingänge erschlossen, das Fachwerk-OG über Balkenköpfen vorkragend, auf langen Kopfbändern polygonaler Erker aufsitzend; im 17. Jh. errichtet, im 20. Jh. Ladeneinbau im Erdgeschoss, dieser in jüngerer Zeit neu gestaltet samt Herstellung eines verglasten und überdachten Zugangs an der Schwanengasse, nachträglich auch Dachausbau mit Gaube und Erneuerung der Fenster.

Das Eckhaus setzt mit seinem Erker einen markanten Akzent im Bild der Schwanengasse und ist ein anschauliches Beispiel für den frühneuzeitlichen Wohnbau in Mosbach. Es dokumentiert vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Mosbacher Haus- und Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

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Wohnhaus Schwanengasse 5 (Flst.Nr. 0-34)
(Karte)
Zweigeschossiges Giebelhaus mit spitzem und hohem Satteldach, das EG massiv mit schmaler Rundbogenpforte (bez. 1721) gegen die Schwanengasse, das Fachwerk-OG zum Kirchplatz weit vorkragend mit erheblicher Schiefstellung, der östliche Gebäudeteil einseitig aufgestockt, im Giebel durchgesteckte Pfetten; älteres Gebäude wohl 1721 (bez.) in Teilen neu bzw. über älteren Kellern errichtet und 1746 nochmals umgebaut, Mitte des 20. Jh. Dachausbau mit Bandgaube und Ladeneinbau ins EG.

Das giebelständige Eckhaus dokumentiert das Baugeschehen im Mosbach des 18. Jahrhunderts. Es ist Zeugnis frühneuzeitlicher Wohn- und Lebensverhältnisse sowie der Haus- und Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

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Wohnhaus Schwanengasse 11 (Flst.Nr. 0-51)
(Karte)
Über Kellersockel stehendes, zweigeschossiges Giebelhaus mit Satteldach, der Kellersockel und das EG massiv mit giebelseitigem Kellerzugang, im Wohngeschoss Steingewändefenster sowie gekoppeltes Fenster, darüber OG aus Fachwerk mit Fenstererker, der Giebel über Knaggen vorkragend, die Wohnetagen von der südlichen Traufseite her erschlossen; errichtet im 16. Jh., nachträglich nur leicht überformt.

Das giebelständige Gebäude veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse der Vormoderne. Mit seinem Fachwerk und den Vorkragungen über Knaggen dokumentiert es den Hausbau am Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit. Der für die Entstehungszeit charakteristische Fenstererker markiert deutlich sichtbar die Lage der Stube als Hauptwohnraum im Hausgefüge. Das Gebäude ist Zeugnis der Haus- und Stadtbaugeschichte Mosbachs.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

102827888

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Wohnhaus Schwanengasse 13 (Flst.Nr. 0-35)
(Karte)
In Ecklage stehendes, dreigeschossiges und verputztes Gebäude mit Satteldach (mit überblattetem Eichendachstuhl), der Keller (mit kleinem Tonnengewölbe), das EG und die Straßenfront des 1. OG massiv errichtet, sonst aus Fachwerk, die Fassade bis auf große Diagonalkreuze in der Giebelwand des 2. OG und den Giebel selbst verputzt, an der Traufseite regelmäßige Fensteröffnungen mit Läden und gliederndes Gurtgesims sowie Hauseingang mit Sandsteingewände; im Kern 16. Jh., im 19. Jh. die Fassade in Teilen umgestaltet, 1983 saniert dabei unter anderem das EG verändert.

Das Gebäude datiert nach Ausweis des verblatteten Dachstuhls in den Ausgang des Mittelalters. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Haus- und Stadtbaugeschichte Mosbachs.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

102828099
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Außerhalb der Gesamtanlage

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Bäckerstein
(Karte)
Großer Rotsandsteinblock am Rand eines Waldwegs von Fahrenbach nach Weisbach, seit mindestens 19. Jahrhundert als „Bäckerstein“ in den historischen Karten verzeichnet, die zugehörige Waldabteilung mindestens seit 1837 nach ihm benannt; verschiedene Einmeißerlungen nicht abschließend gedeutet 113227698BW

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Alte Mälzerei Alte Bergsteige 7, 11
(Karte)
Um 1910 für Bauherrn Heinrich Hübner errichtet, Architekt Carl Schweikert 100580494

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Brauerei Hübner Alte Bergsteige 3, 10, 12
(Karte)
Bestehend aus:
  • Villa Hübner (Alte Bergsteige 3), repräsentativer zweigeschossiger Werksteinbau unter Mansardwalmdach, durch einen übergiebelten Mittelrisalit mit Säulenaltan und Freitreppe ausgezeichnet, qualitätvolle bauzeitliche Raumausstattung, erbaut nach Plänen von Architekt Hartmann, 1900 bis 1902 (a);
  • Alte Mälzerei (seit 1997 Kultur- und Kongresszentrum, Alte Bergsteige 7, 11), großer Sichtziegelbau mit Darreturm, Schweifgiebel, bossiertem Natursteinsockel und geschossübergreifender Lisenengliederung, errichtet für Heinrich Hübner nach Entwurf von Architekt Carl Schweikert, 1908 bis 1910 (a);
  • Eiskeller (Alte Bergsteige 10), ebenerdig weite Rechteckräume mit gusseisernen Stützen und preußischen Kappen, die mit der darüberliegenden „Fassscheune“ in Verbindung stehen, eine Ebene tiefer weitere Räume und ein überkuppelter Eiskeller als Kühlzelle, angelegt um 1900;
  • Eiskeller (Alte Bergsteige 12), weit verzweigtes Netz von tonnengewölbten breiten Gängen für die Lagerung der Biere, tief im Berg ein großer hoher Raum mit Kappendecken, angelegt 1884 (i), zu Luftschutzkellern aufgerüstet und mit Notausgängen versehen, 1943/44 (a);

Die Brauerei Hübner war die größte und wirtschaftlich erfolgreichste Brauerei in Mosbach. Seit ihrer Ansiedlung in Mosbach 1878hat sie das Brauereiwesen der Stadt Mosbach bis 1983 wesentlich geprägt. Die überlieferten Gebäude und Eiskeller dokumentieren den Brauereibetrieb sowie die Wohnverhältnisse eines erfolgreichen Unternehmers im frühen 20. Jahrhundert. Die Villa Hübner ist ein hervorragendes und selten anschaulich überliefertes Beispiel einer anspruchsvollen Unternehmervilla. Sie wurde 1900 bis 1902 für den Firmengründer Heinrich Hübner in exponierter Lage oberhalb der Altstadt, am Fuß der Alten Bergsteige, nach Plänen des Architekten Hartmann inmitten eines weitläufigen Parks errichtet. Der gänzlich mit teils aufwendig gemeißelten Sandsteinelementen verkleidete Bau bedient sich dem Formenrepertoire spätbarocker Palast- oder Schlossarchitektur. Die Innenausstattung folgt mit Boiserien und fein modellierten Stuckaturen Vorbildern des französischen Rokoko. Umfangreich erhalten sind die historischen Eis- und Bierkeller der Brauerei. Sie bestehen aus zwei Kellersystemen, die in mehreren Etappen realisiert wurden. Beide Kellersysteme sind von ungewöhnlicher Größe und authentisch überliefert. Dabei dokumentieren und veranschaulichen nicht nur die Form und die bautechnische Ausführung die historische Nutzung und ihre wirtschafts- und baugeschichtliche Bedeutung, sondern auch die Ausdehnung und die Kombination der verschiedenen Kellertypen. Aufgrund der starken Nachfrage und der Temperaturempfindlichkeit von untergärigen Biersorten stieg in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts die Notwendigkeit, große Bierlagerkeller mit gleichbleibend niedriger Temperatur über das ganze Jahr bereit zu halten. Die Erfindung der Kältemaschine durch Carl von Linde um 1878 eröffnete zwar neue technische Möglichkeiten, jedoch wurden Eiskeller bis weit in das 20. Jahrhundert als verlässliches und wirtschaftliches Kühlsystem genutzt. Auch für die große Brauerei Hübner waren die Eis- und Lagerkeller von existenzieller Bedeutung. Ihre Situierung am anstehenden Hang der Alten Bergsteige bot mehrere Vorteile. Es handelt sich um einen leicht nach Westen verschwenkten Nordhang, der sonnengeschützt und daher vergleichsweise kühl ist. Die in den Hang gebauten Kellerröhren konnten fast ebenerdig mit Fässern beliefert werden. Die Brauerei hat mit ihren Bestandteilen wichtige Bedeutung für die Geschichte des Brauereiwesens im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert und ist von stadt- und wirtschaftsgeschichtlicher Bedeutung für Mosbach.

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Stallgebäude des ehem. Gehöfts des Stadtschäfers Volk (heute Architekturbüro) Alte Bergsteige 17
(Karte)
Traufständiger Massivbau aus rotem Bruchsandstein mit großem Satteldach, quer erschlossen über eine stichbogige Torfahrt und einer Tür, 1897/98 (a)

Das Gebäude veranschaulicht die Eigenwirtschaft des Stadtschäfers zu Ende des 19. Jahrhunderts und hat orts- sowie agrargeschichtliche Bedeutung.

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Sudhaus der Brauerei von Luise Häffner Schumacher und Ludwig Schumacher Alte Bergsteige 25
(Karte)
Dreigeschossiger, teilverputzter Massivbau mit Krüppelwalmdach, teils bossiertes Mauerwerk, im 1. Obergeschoss Sudhalle mit großen Rundbogenfenster, errichtet 1997 (i), dem Sohn Johann Wilhelm Häffner überlassen, 1908 (a), seitdem unter Häffner geführt, Betrieb eingestellt, 1952 (a), danach Nutzung als Kino und Lager (in den 1990er-Jahren Teilabbruch und Umbau)

Das wuchtig aufragende Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für einen auch ästhetischen Ansprüchen genügenden Industriebau des späteren 19. Jahrhunderts. Das Sudhaus dokumentiert das reiche Brauereiwesen, welches das Mosbacher Erwerbsleben seit dem späteren 19. Jahrhundert mitprägte, und hazt stadtbaugeschichtliche Bedeutung.

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Eiskeller Alte Bergsteige 25
(Karte)
Aus großen Sandsteinquadern gemauerter Zylinder mit kuppelartiger Überdeckung, im Gewölbescheitel Einlassöffnung, erschlossen über einen gewölbten Kellerhals mit Portalrahmung und Sandsteintafel zur Alten Bergsteige, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Der Eiskeller im hang der Alten Bergsteige ist ein anschauliches Zeugnis für die Bedeutung des Brauereigewerbes für Mosbach in der damaligen zeit. Seine Form erklärt sich aus seiner Funktion, denn als wirksamste Raumform für Eiskeller galt damals der über einem kreisrunden Grundriss hochgemauerte Zylinder, der idealerweise mit einem Kuppelgewölbe abschließt. Er weist das beste Verhältnis von Oberfläche und Inhalt auf und besitzt die notwendigen statischen Voraussetzungen, um dem seitlichen Erddruck standzuhalten. Das Kuppelgewölbe gewährleistete die größtmögliche Stabilität hinsichtlich der Übererdungslast und bot zudem klimatische Vorteile. Der zylindrische und überkuppelte Mosbacher Eiskeller hat ein erhebliches Fassungsvermögen. Ein großes Raumvolumen war von Bedeutung, da sich die Eisschmelze in kleinen Eiskellern um ein Vielfaches beschleunigt. Die Mosbacher Lager- und Eiskeller dokumentieren in eindrucksvoller Weise ein historisches Kühlsystem aus vorindustrieller Zeit, das allein durch die Anwendung von Bautechnik, Materialwahl und das Ausnutzen physikalischer Eigenschaften zuverlässig seine Funktion erfüllte. Sie veranschaulichen exemplarisch die spezifische Kombination von Bier- und Eiskellern, wie sie von Brauereien und Gasthäuser während des 19. Jahrhunderts verwendet wurde. Hinsichtlich seiner Zeitstellung und der angewandten Bauweise mit zylindrischen Kuppeleiskellern stellt das Mosbacher System einen Typus dar, wie er in Baden-Württemberg nur in dieser Region überliefert ist. Vergleichbare Kelleranlagen sind aus Haßmersheim, Fahrenbach und Eberbach bekannt, während jenseits von Odenwald und Neckartal der Typus keine Verbreitung gefunden hat. Aber auch in dieser Region kam diese aufwendige Form ausschließlich im professionellen Kontext zur Ausführung.

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Wegkreuz Alte Bergsteige 140
(Karte)
Lateinische Form mit historischem Korpus, Muschelkalk, Kunststein, quaderförmiger Sockel

Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der teilweise katholisch geprägten Region.

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Mühlengehöft Deetken (heute Tagungszentrum) Alte Neckarelzer Straße 2
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Bau mit Mansardwalmdach, massives Erdgeschoss darüber Fachwerk, 1804 (i), für die Mühlenfunktion großer, viergeschossiger Ergänzungsbau mit Treppengiebel und Satteldächern, Massiv- und Fachwerkbau, erstellt 1871 (a); weitere Nebengebäude beiderseits des von der Elz abgezweigten Mühlkanals, Fachwerk- und Massivbauten mit Satteldächern, 19. Jahrhundert; Brunnen

Die große Mühlenanlage dokumentiert das historische Mühlengewerbe entlang der Elz. Es veranschaulicht Lebens- und Arbeitsverhältnisse eines Müllers und ist Zeugnis der Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte sowie der Nutzung der Wasserkraft durch den Menschen.

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Städtisches Elektrizitätswerk Am Henschelberg 6
(Karte)
Anspruchsvoller asymmetrischer Werksteinbau mit Satteldächern und Giebelaufsätzen, hoher schlanker runder Treppenturm mit Laternenaufsatz, im Nordgiebel des Hauptgebäudes bezeichnet, 1899, errichtet im Auftrag der „Gesellschaft für elektrische Industrie“, 1899/1900 (i, a), eröffnet am 21.7.1900 eröffnet, seit 1920 in Eigentum der Stadt

Die stattliche Baugruppe ist ein anschauliches Beispiel wie technische Funktionsbauten um 1900 repräsentativ und aufwendig gestaltet wurden. Mit dem hohen schlanken Treppenturm erhält das Verwaltungsgebäude des Elektrizitätswerkes einen schlossartigen Charakter. Vorbildhaft wirkten, wie es charakteristisch ist für den Späthistorismus dieser Phase, nordeuropäische Renaissancearchitekturen. Das Gebäude dokumentiert die Elektrifizierung Mosbachs um 1900 und ist wichtiges Zeugnis der Technik und Infrastrukturgeschichte der Stadt.

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Landhaus mit Vorgarten und Einfriedung (Stützmauer und Eisengitter) Am Henschelberg 34
(Karte)
Zweigeschossiger gestaffelter Baukörper unter weit vorkragenden Sattel- und Walmdächern, verbretterter Schwebegiebel, Altan mit Balustrade; im Innern originale Treppe mit Bemalung, Vertäfelungen und Stuck, errichtet nach Entwurf von Philipp Fleischmann für Bauunternehmer August Wagner, Mosbach, 1902 (a)

Das am Südhang liegende Wohnhaus fällt durch seine schlanken Proportionen, die asymmetrische, malerische Baumassenverteilung und das weit überstehende Dach auf. Die Gliederung der Putzflächen erfolgt durch rote Sandsteinwerkstücke in den Formen des Historismus. Prägend wirkt die Dachgestaltung, die mit geschnitzten Konsolen und Sparrenköpfen und einem verbretterten Freigespärre den Maßgaben des Heimatstils folgt. Diese um 1900 beliebte architektonische Ausrichtung orientiert sich an tradierten ländlichen Hausformen wie dem Schweizer Haus oder dem Schwarzwaldhaus und übersetzt sie in eine zeitgemäße Wohnarchitektur. Das „Landhaus“ Am Henschelberg 34 veranschaulicht exemplarisch die Wohnkultur der gehobenen Mittelschicht, die sich um 1900 mit einer bewusst „ländlich“ konnotierten Architektur außerhalb der Ortskerne in landschaftlich bevorzugter Lage ansiedelte. Errichtet wurde es von einem Bauunternehmer, der offenbar auf kaufkräftige Kundschaft hoffen durfte - ein in den rasch wachsenden Städten um 1900 übliches Vorgehen. Das Gebäude dokumentiert so auch das städtebauliche Wachstum Mosbachs.

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Landhaus mit Vorgarten und Einfriedung Am Henschelberg 42
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Fachwerk-Zwerchhaus und übereck platziertem Standerker aus Werkstein sowie großem Holzbalkon, errichtet im Auftrag von Luise Weiner von Architekt Philipp Fleischmann, 1904 (a)

Bei dem Wohnhaus Weiner handelt es sich um eine am Hang frei stehende Villa, die von einem hohen Krüppelwalmdach überfangen wird. Eine individuelle Prägung erfährt es durch das dreigeschossige Zwerchhaus samt vorgespanntem Balkon und flankierenden Dachgauben und einem übereck platzierten Erker in der Straßenfront. Bauherrin und Architekt haben sich für den Typus des „Landhauses“ entschieden, eine Variante der vorstädtischen Villa, der durch „ländliche“ d. h. aus der ländlichen Architektur gewonnene Motive einen Bezug zur umgebenden Topografie und heimatverbundenen Bautradition herzustellen sucht. Das reiche Zierfachwerk im Zwerchhaus rekurriert auf den – gerade in Mosbach ausgeprägten - Fachwerkbestand aus Spätmittelalter und Renaissance, die über geschnitzten Pfetten und Sparren weit vorkragenden Dachtraufen und der breite Holzbalkon mit Konsolhölzern und Brettbalustern auf typische Bauernhäuser aus dem Schwarzwald. Die Sandsteinelemente des Massivbaus spielen hingegen mit historistischen Motiven auf die städtische Baukultur der Deutschen Renaissance an. Der Standerker, der Ziergiebel mit Balkon und der reich geschnitzte Portalvorbau wie auch die schwere Haustür bedienen einerseits die historisierende Schmuckfreude um 1900 und weisen den Bau als zeitgemäße Repräsentationsarchitektur aus. Andererseits befriedigen sie die Ansprüche des modernen Wohnkomforts mit Freisitzen und durchlichteten Räumen. Die Detailausbildung wird vom Jugendstil bestimmt, was besonders am kunsthandwerklich qualitätvollen Schmiedeeisenzaun der Einfriedung zum Ausdruck kommt. Das „Landhaus“ Am Henschelberg 42 veranschaulicht exemplarisch die Wohnkultur der gehobenen Mittelschicht, die sich um 1900 mit einer bewusst „ländlich“ konnotierten Architektur in der landschaftlich bevorzugten Vorstadt ansiedelte.

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Villa Baumann mit Garten (inzwischen beschnitten) Am Rosenberg 17
(Karte)
Außenschwimmbecken und Garage, eingeschossiger massive rund verputzter Flachdachbau aus zueinander verschobenen Baukörperm in Hanglage, große Aussichtfenster und Balkon zum Tal, tlw. Natursteinverkleidung, nach Plänen des Stuttgarter Regierungsbaumeisters Karl Ellsässer errichtet, 1951/52 (a)

Das Wohnhaus der Familie Baumann spiegelt wichtige Leitmotive des Neuen Bauens nach dem Zweiten Weltkrieg wider: die enge Wechselbeziehung bzw. Verzahnung von Wohnraum und Landschaft, der Flachbau, der sich dieser anzupassen vermag und darüber hinaus einen offenen Grundriss und eine starke Rhythmisierung der Baukörper erlaubt, und nicht zuletzt die neue Hierarchisierung der Raum- und Fenstergrößen, die den modernen Wohnbedürfnissen gehorcht. Besonders bemerkenswert ist die frühe Artikulierung dieser Maximen, die 1955 eine seltene Ausnahme darstellte. Zwar sind im anspruchsvollen Wohnungsbau der 1950er-Jahre vielfach moderne Tendenzen auszumachen, die eine Rezeption der genannten Leitbilder erkennen lassen, jedoch bleiben gerade in der formalen Gliederung Bezüge aus der konservativen Vorkriegsarchitektur relevant. Der Entwurf Karl Ellsässers zeugt hingegen von einer konsequenten Anwendung der modernen Prinzipien und von einer qualitätvollen Umsetzung. Ursprünglich eher konservativ inspiriert, führte die lange Beschäftigung mit dem internationalen Fabrikbau Ellsässer zu einer modernen Formensprache und Bautechnik, die auch im profanen Wohnbau zum Ausdruck kam. Das Wohnhaus Baumann nimmt nicht nur innerhalb seines Lebenswerkes eine hervorragende Stellung ein. Auch aus architekturhistorischer Sicht ist das Gebäude ein ausgezeichnetes Beispiel des modernen Bauens in Deutschland in dieser Zeit.

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Untere Bachmühle (bisweilen auch mit der Oberen Bachmühle verwechselt) An der Bachmühle 4, 6
(Karte)
Als Mühlenstandort bis ins frühe 17. Jahrhundert zurückzuverfolgen, nach Brand 1755 (a) neu errichtet, umgebaut und Scheune errichtet, 1868/69 (a), zum städtischen Wasserwerk umgebaut, 1891 (a), stillgelegt 1977 (a), winkelförmige Anlage, bestehend aus: eingeschossiges, lang gestrecktes Mühlgebäude über hohem Sockel, massiv und verputzt, Satteldach mit Gaubenbändern, traufseitige Erschließung; große Scheune mit Satteldach und Fachwerkgiebel

Die sog. Untere Bachmühle ist wichtiges Zeugnis des historischen Mühlengewerbes an der Elz sowie der Mosbacher Siedlungsgeschichte. Die mit drei Mahlgängen ausgestattete Mühle war noch im 18. Jahrhundert in Besitz der Landesherrschaft und wurde von dieser in Erbbestand vergeben. Im späten 17. Jahrhundert wurde in der Unterbachmühle vorübergehend der katholische Gottesdienst gehalten. 1891 wurde sie zum städtischen Wasserwerk umgebaut, dann als Bauhof benutzt. Die Anlage ist anschauliches Dokument der Stadtgeschichte und dokumentiert die durch die Jahrhunderte wechselnde Nutzung der Wasserkraft zur Energiegewinnung.

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Maschinen- und Lokomotiven-Werk Steinmetz & Gmeinder KG Anton-Gmeinder-Straße 9, 20
(Karte)
1913 gegründet, seit 1919 Anton Gmeinder & Cie., bestehend aus:
  • Verwaltungsgebäude und Produktionshalle, zwei - bis dreigeschossiger Backsteinbau über bossiertem Sockel, Verwaltungsteil mit Manswardwalmdach, Produktionshalle mit flach geneigtem Satteldach, Gliederung durch Lisenen, große querformtige Rechteckfenster, im Giebel der Produktionshalle Korbbogenfenster, erbaut nach Entwurf von Architekt Otto Reiss, Mannheim, 1920/21 (a),
  • in der Bauflucht der Produktionshalle nach Südosten anschließend Erweiterungsbau in Eisenkonstruktion, 1935 (a);
  • Einmannbunker für die Brandwache, zwischen 1940 und 1943
  • Stahlgerüst der dreischiffigen Montagehalle des 1951 bis 1953 (a) erbauten Produktionsgebäudes mit den beiden Kränen aus der Bauzeit und der Wagendrehscheibe;
  • in allen Hallen Brückenkräne aus der jeweiligen Bauzeit;
  • Garagentrakt, eingeschossiger verputzter Massivbau mit Pult-Flugdach, 1959 (a), einschließlich des gepflasterten Vorplatzes

Die Maschinen- und Lokomotiven-Fabrik Gmeinder gehört zu den wichtigsten Industriegründungen von Mosbach und der Region. Der Gründer, Anton Gmeinder (1880–1942), war eine der großen Unternehmerpersönlichkeiten und prägte nachhaltig das Mosbacher Wirtschafts- und Sozialleben. Gegründet wurde das Werk 1913 durch August Steinmetz und Anton Gmeinder als „Steinmetz & Gmeinder Kommandit Gesellschaft“. In Zusammenarbeit mit dem Berliner Maschinenbauingenieur Hugo Lentz entwickelte das Unternehmen 1921 die erste deutsche Diesellokomotive, die auch im Bahnbetrieb einsetzbar war. Auf Basis dieser Innovation gründete Gmeinder 1921 die „Badischen Motor-Lokomotivwerke Aktien-Gesellschaft“ und errichtete das bis heute bestehende Verwaltungs- und Produktionsgebäude in der Ebene des damals noch unbebauten Brühls. Der Entwurf stammt vom Mannheimer Architekten Heinrich Reiss, der auch für Gmeinders gleichzeitig erbautes Wohnhaus (Pfalzgraf-Otto-Straße 21) verantwortlich zeichnet. Mit der im Auftrag der Deutschen Reichsbahn entwickelten Diesellokomotive vom Typ Köf I avancierte Gmeinder zum Hauptlieferanten der Standard-Rangierlokomotive der Reichbahn. In diese Phase fällt die Erweiterung der Produktionshalle auf die doppelte Größe. In der Nachkriegszeit knüpfte Gmeinder & Co. mit dem Großauftrag der Deutschen Bundesbahn für 50 Rangierlokomotiven des Typs Köf II an die Vorkriegserfolge an. Der Verwaltungsbau und die Produktionshallen von 1920/21 und 1935 besitzen eine gesteigerte gestalterische Qualität und sind beispielhafte Zeugnisse der Industriearchitektur der Zwischenkriegszeit. Ihre Architektur verbindet eine selbstbewusste, stilsichere Unternehmenspräsentation durch den barockklassizistischen Kopfbau mit den baustofflichen und konstruktionstechnischen Errungenschaften der Epoche, die in den Produktionshallen realisiert sind. Archivbunker und der Einmannbunker der Brandwache bezeugen die „kriegswichtige“ Funktion der Gmeinderwerke als Lieferant von Heeres-Feldbahn-Lokomotiven während des Zweiten Weltkriegs. Der charakteristische Garagenzug mit Flugdach von 1959 war die architektonische Visitenkarte der Firma, die mit ihr auf ihren besonderen Erfolg in der frühen Nachkriegszeit und die Innovationsfähigkeit des traditionsreichen Unternehmens hinwies. Die Fabrik gehört zu den wenigen substantiell und anschaulich überlieferten Zeugnissen der Maschinenbaubranche und ist für die Technikgeschichte Baden-Württembergs von großer Bedeutung. Neben den im Ganzen authentisch erhaltenen Produktionshallen von 1920/21 und 1935 (samt Brückenkran und Referenzstücken) spiegeln auch die Eisenkonstruktion der 1951 bis 1953 erbauten Montagehalle, die Brückenkräne und die mittlerweile überaus seltene Wagendrehscheibe diese Bedeutung wider. Die vollständig erhaltene Aufzugsmechanik der Garagenanlage aus der Zeit um 1959 ist von Bedeutung für die Entwicklung des Bautyps, mittlerweile überdies von großer Seltenheit und bezeugt exemplarisch den technischen Stand der frühen Nachkriegszeit.

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Sog. Brennhaus Dorfstraße 7
(Karte)
Wohnhaus, giebelständiges zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, darüber konstruktives Fachwerk mit naturkrummen Hölzern, Gewölbe- und Balkenkeller, 18./19. Jahrhundert (rückwärtiger Teil 1990)

Das kleine Vorderhaus an der Straße zeugt mit seinen naturkrummen Streben vom Mangel an geeignetem Bauholz durch Übernutzung der Wälder in der Frühen Neuzeit bzw. von den beschränkten finanziellen Möglichkeiten der Bauherrschaft. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem Land und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Laufbrunnen Dorfstraße 15
(Karte)
Brunnenpfeiler mit Wassertrog aus Sandstein, kapitellartiger Aufsatz des Brunnenpfeilers, Brunnenstock und neu gesetzte Steine des Brunnenbeckens aus Sandstein, bezeichnet J. G. AB 1843

Der Laufbrunnen mit klassizistischem Brunnenstock ist ein anschauliches Zeugnis der vormodernen Wasserversorgung des Dorfes Nüstenbach. Der längliche Trog diente als Viehtränke, am Brunnenauslauf holten die Haushalte ihr Wasser.

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Jüdischer Friedhof Nähe Dresdener Straße 1
(Karte)
Außerhalb der Stadtmauern gelegener, umfriedeter Begräbnisplatz, erstmals erwähnt 1559 (a), in der Zeit des Nationalsozialismus geschändet und verwüstet, 73 Grabsteine erhalten, nach dem Zweiten Weltkrieg Gedenkstein für die Opfer der Shoa gesetzt

Jüdische Einwohner in Mosbach sind erstmals für das 13. Jahrhundert belegt. Immer wieder waren sie Verfolgungen und Ausweisungen ausgeliefert. Eine größere Gemeinde erwuchs erst seit dem 17. Jahrhundert wieder, wobei der jüdischen Begräbnisplatz selber älter ist und bereits 1559 in den Quellen erscheint. Er diente auch den Hochhausener Juden als Friedhof. Die jüdische Gemeinde wurde in der Zeit des Nationalsozialismus zerschlagen, von den 1933 noch 134 jüdischen Einwohnern Mosbachs wurden 38 ermordet. Der Friedhof wurde geschändet und teilweise verwüstet. Doch stehen noch zahlreiche Grabsteine. Ein nach 1945 gesetzter Gedenkstein erinnert an die Opfer des Holocaust. Der Friedhof ist wichtiges Zeugnis der jüdischen Kultur und Geschichte Mosbachs und dokumentiert die vierte Konfession, welche das Leben in der Stadt bis ins frühe 20. Jahrhundert mitprägte.

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Kath. Pfarrkirche St. Cäcilia auf dem Berge Franz-Roser-Platz 1
(Karte)
Monumentaler Saalbau mit hohem Chorturm und ausladendem Westquerbau, verkleidet mit bossierten Handquadern aus rotem und gelbem Sandstein, flach geneigte Satteldächer, am Südwesteck Sandsteinrelief der Heiligen Pirmin, Gregor und Bonifatius, dreifigurige Portalwandgestaltung von Willy Oeser, innen großer Saal mit dreischiffig gestufter Decke, hohe Blendarkaden an den Seitenwänden, Chor als geschossübergreifender Torraum mit Columbarien-Fenstern, Fresken des Karlsruhers Schilling, Mosaiken von Berthold Müller-Oerlinghausen, bauzeitliche Ausstattung von Emil Sutor, Friedrich Hugel, Adolf Giesin, E. Mürrle und Hermann Kramer, unter dem Langhaus Krypta mit Nachbildung des Grabs der hl Cäcilia in Trastevere von Bildhauer Kramer, Ausmalung von Schilling, errichtet nach Plan von Regierungsbaumeister Hans Herkommer, 1934/35 (a); im Außenbereich der Vorplatz

Nachdem über lange Zeit die mittelalterliche Stadtpfarrkirche Mosbachs von Evangelischen und Katholiken gemeinsam genutzt wurde, erhielt die angewachsen katholische Gemeinde mit St. Cäcilia vom Berge erstmals ein eigenständiges großes Gotteshaus. Es entstand nach einem Entwurf des renommierten Architekten Hans Herkommer (1887 bis 1956), der auf katholischen Sakralbau spezialisiert war und hier neben Dominikus Böhm und Hans Schwarz zu den Hauptvertretern in Südwestdeutschland zählt. Zu seinen Hauptwerken zählt die katholische Frauenfriedenskirche in Frankfurt, die 1927 bis 1929 entstand und von der sich Motive mit den hohen schmalen Rundbögen gerade im Innenraum der Cäcilienkirche wiederfinden lassen. Herkommer war ein Vertreter der neuen Sachlichkeit, wobei sich in seinem Werk starke Einflüsse der zeitgenössischen expressionistischen Strömung ebenso finden wie auch der konservativen Richtung der Moderne. All dies scheint auch in seiner Mosbacher Kirche durch. Herkommers Gotteshäuser der Zwischenkriegszeit sind dabei alle durch eine gewissen Monumentalität gekennzeichnet, wie sie auch die Cäcilienkirche prägt. Anklänge an frühchristliche Architektur sind hier ebenso auszumachen wie mit dem wuchtigen Turm und der Kubatur auf romanische Bauten angespielt wird. Ähnlich einer romanischen Kirche gibt es auch in St. Cäcilia eine Krypta, in der eine Nachbildung des Grabmals der Heiligen aus Santa Cecilia in Rom, Trastevere, steht. Das saalartige Langhaus mit der gestuften Decke ist dabei charakteristisch für die Kirchenarchitektur der 1930er-Jahre und variiert Herkommers Längsbinderbauten in Holz statt wie zuvor in Stahl, womit der Innenraum zeitbedingt stärker den Ideen der konservativen, am handwerklichen ausgerichteten Architekturströmung entspricht. Das gilt auch für das gegenüber früheren Kirchenbauten deutlich konservativer gehaltene Äußere, das nun gewünscht war. Zeitgeschichtlich bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Auswahl von vier deutschen Heiligen, die das Kenotaph der hl. Cäcilie umgeben wie auch für das Relief am Außenbau. Die Cäcilienkirche ist eines der wichtigen Werke im Sakralbauschaffen Herkommers und charakteristisch für die Formensprache des katholischen Sakralbaus in den 1930er-Jahren. Bis heute wird ihr Innenraum von der qualitätvollen bauzeitlichen Ausstattung geprägt, die von verschiedenen, teils namhaften Malern und Bildhauern aus Baden geschaffen wurde. Das Gotteshaus ist darüber hinaus ein zentrales Zeugnis für die Konfessions- wie auch die Stadtbaugeschichte Mosbachs im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts.

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Kath. Gemeindehaus St. Cäcilia Franz-Roser-Platz 2
(Karte)
Langgestreckter, zweigeschossiger Werksteinbau mit flach geneigtem Satteldach, bossiertes Mauerwerk, Stirnseite mit monumentaler Freitreppe und Eingangsarkaden, Nische mit Heiligenfiguren, 1950/51 (a)

Das stattliche, langgestreckte Gemeindehaus, das verssetzt vor der Kirche errichtet wurde und deren Vorplatz nach Westen abschließt, greift die Materialität und Steinbearbeitung die Architektur des Gotteshauses auf. Ebenso wird ein enger Bezug zur Architektur Herkommers durch die hohe Dreierarkade an der Stirnseite hergestellt, welche über eine monumentale Freitreppenanlage erschlossen wird. Das Gebäude verdeutlicht dabei die Tradierung der Bauformen der konservativen Ausrichtung der Moderne in den unmittelbaren Nachkriegsjahren. Als katholisches Gemeindehaus das Gebäude Bedeutung für die Geschichte der Kirchengemeinde in Mosbach im 20. Jahrhundert, die durch den Zustrom von Flüchtlingen aus dem Osten nach dem Zweiten Weltkrieg bedeutend anwuchs.

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Wegkreuz Nähe Hardhof 3
(Karte)
1821, heller Sandstein, schlanker, vierkantiger Sockel mit Basis und Abdeckplatte, kleines, flächiges Kreuz mit Corpus in Hochrelief, Inschrift: (Sockel vorne) DISEN·STEIN / NICHT·BEDE AN / SONDERN DEN / DER / FIR UNS·IST / GESTORWE-/-N. DRAN / 1821 (Kreuzkopf) IN / RI

Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der teils katholisch geprägten Region. Es dokumentiert die sakrale Bildhauerkunst im 1. Viertel des 19. Jahrhunderts.

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Hofanlage Hardhof 8
(Karte)
Einst im Besitz der Freiherren von Gemmingen, bestehend aus: Quereinhaus, massiv und verputzt, mit Fachwerkgiebel und Krüppelwalmdach, bezeichnet auf dem Torbogen der Scheuneneinfahrt, 1807; Scheune im rechten Winkel hierzu, Fachwerkbau mit Satteldach, 19. Jahrhundert

Das stattliche Quereinhaus variierte einen charakteristischen Bauernhaustyp in Massivbauweise und verweist mit dieser zumindest auf einen relativ vermögenden Bauherrn. Das Anwesen soll sich im Besitz der Freiherren von Gemmingen befunden haben. Mit seiner Kubatur und dem Korbbogenportal der Scheune tradiert das Gebäude dabei Bauformen des 18. Jahrhunderts. Die Hofanlage ist Bestandteil des Weilers Hardhof. Der später gelegentlich auch Schifferleshof genannte Hof ist seit dem späten Mittelalter als Besitz der Stadt nachweisbar, die ihn in Erbbestand vergab. Im 18. Jahrhundert entwickelte er sich zu einem kleinen Weiler, der 1779 acht und 1802 zehn Hofbauern zählte. Die Hofanlage Nr. 8 ist Zeugnis der Siedlungs- und Ortsgeschichte und illustriert in ihrem Bestand vormoderne Lebens- und Arbeitsverhältnisse auf dem Land.

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Heiligenstatue Nähe Hardhofweg 5
(Karte)
Hl. Christophorus mit Jesuskind, Standfigur aus gelbem Sandstein, 19./20. Jahrhundert, Fußplatte eingelassen in einen quaderförmigen Sockel aus Beton

Die an spätgotischen Vorbildern orientierte Figur des Heiligen Christopherus, welcher das Jesuskind auf seinem Arm hält, ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten katholischen Frömmigkeit. Er dokumentiert darüber hinaus die sakrale Bildhauerkunst des Historismus.

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Wegkreuz
(Karte)
Lateinisches Kreuz mit Christus-Korpus, auf Kunststeinbasis quaderförmiger Sandsteinsockel mit profilierten Kanten, darin das schlichte Kreuz verankert; Korpus untersetzt mit auffälliger Dornenkrone, 19./20. Jahrhundert

Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der teils katholisch geprägten Region.

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Wegweiserstein
(Karte)
Kleiner heller flach pyramidenförmiger Sandsteinpfeiler, Stundenangaben nach Mosbach, Lohrbach, Reichenbuch, wohl 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Der Stein in Obeliskform gehört zu einer ganzen Reihe solcher Wegweiser, die in großherzoglich-badischer Zeit zur Ausweisung des lokalen Verkehrsnetzes gesetzt wurden. Die Entfernungsangaben in Stunden belegt eine Entstehung vor der reichsweiten Einführung des metrischen Systems nach 1871. Der Wegweiserstein hat Bedeutung für die Verkehrs- und Infrastrukturgeschichte in Baden.

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Bahnwärterhäuschen mit freistehendem Stall oder Schuppen Haubenstein 1
(Karte)
Sandsteinbau mit vorkragendem Kniestock und eingeschossigem Anbau unter Schleppdach aus Holz, Schild mit „Nr. 54“ an der Seite der Bahngleise, um 1878 [vgl. Unterm Haubenstein]

Das kleine Gebäude ist charakteristisch für die Bahnwärterhäuser entlang der Strecke der Odenwald-Bahn. In regelmäßigen Abständen wurden damals kleine Bahnwärterhäuser zur Überwachung eines Streckenabschnitts errichtet, in denen ein Bediensteter dauerhaft wohnte. Stall und Schuppen belegen die damals noch übliche Nebenerwerbslandwirtschaft zur Eigenversorgung der Beamten. Der kleine Typenbau ist damit ein sprechendes Zeugnis der Eisenbahngeschichte.

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Brunnenstube Haubenstein 24
(Karte)
Rundbogiger Eingang am Hang mit seitlichen Schildmauern, im Inneren stollenartiger, teils gewölbter Raum mit längsrechteckigem Brunnenbecken, 1691 (i)

Die frühneuzeitliche Brunnenstube ist wichtiges Zeugnis der vormodernen Wasserversorgung Mosbachs und hat siedlungs- und stadtgeschichtliche Bedeutung.

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Engel-Apotheke Hauptstraße 6
(Karte)
Wohn- und Geschäftshaus, zweigeschossiger Massivbau mit Eckrisaliten, Walmdach mit Zwerchgiebeln unter vorkragenden Krüppelwalmen, Erdgeschoss in Werkstein, darüber polychrome Backsteinfassaden mit Werksteingliederungen, 1889 (a)

Das Gebäude ist mit seiner verschiedenfarbigen Materialvielfalt und der reichen Gestaltung charakteristisch für den Wohn- und Geschäftsbau des späten Historismus. Zeittypisch ist die Anlehnung an Formen der nordischen Renaissance, während die weit vorkragenden Krüppelwalme der Risalite Elemente des Schwarzwald- bzw. Schweizerhausstils darstellen. Damit ist das Gebäude ein für den späten Historismus charakteristisches Stilkonglomerat. Es dokumentiert die Erweiterung bzw. des städtebauliche Wachstum in der Gründerzeit in Richtung des Bahnhofs.

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Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs 1914 bis 1918 Hauptstraße 107
(Karte)
Rauher findlingsähnlicher Rotsandsteinfelsen mit Adler und Kriegstrophäen, von der Stadt erstellt, 1927 (a); nach dem Zweiten Weltkrieg um Gedenktafeln mit den Gefallenen von 1939 bis 1945 ergänzt, dabei wohl auch Neuaufstellung vorgenommen und mit eingefriedeten Soldatengräbern und Mauern kombiniert

Das Denkmal hält die Erinnerung an zwei historische Großereignisse der deutschen Geschichte wach, welche auch die damalige badische Bezirksamtsstadt betrafen. Es veranschaulicht das Gedenken an die Kriegstoten und hat stadtgeschichtliche Bedeutung.

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Franziskanerkloster Hauptstraße 110
(Karte)
Aufgehoben 1802 bzw. 1808 (a), Abbruch der Klosterkirche 1809 (a), ab 1814 (a) Amts- und Landgericht mit Amtsgefängnis, bestehend aus:
  • Klausur des Klosters, zweigeschossige Vierflügelanlage, verputzte Massivbauten mit Ecknutungen, errichtet 1686 bis 1696 (a), erweitert um zwei Flügel 1768 bis 1770 (a), durch Landbaumeister Wilhelm Frommel umgebaut, 1814 (a); im nördl. Eck des Innenhofs achteckiger Taufstein, Sandstein, wohl aus der Klosterkirche;
  • Nebengebäude, zwei eingeschossige verputzte Massivbauten über Winkelhakengrundriss mit Walmdächern, um 1840 (das nördl. ein Ersatzbau in alten Formen);
  • Amtsgefängnis [P] aus roten Sandsteinquadern mit heller Werksteingliederung und Ummauerung, 1850 (a);
  • begrünter Vorplatz;
  • Einfriedung;
  • Brunnen, querrechteckiger Brunnentrog mit zwei abgerundeten Ecken mit Brunnensäule, Kopie eines aufgefundenen Pinienzapfen 1978 aufgesetzt, bezeichnet 1706 oder 1711, teilweise unleserliche Inschrift;
  • großer zurückgelegener Garten mit Einfriedungsmauer

Nördlich der ummauerten Stadtanlage wurde 1686 das Franziskanerkloster angelegt, dessen Gründung im Zusammenhang mit den mehr oder minder offenen Rekatholisierungsmaßnahmen der katholischen Linie der kurpfälzischen Wittelsbacher seit dem späteren 17. Jahrhundert in der Pfalz zu sehen ist. Entsprechend dem Armutsgebot des Bettelordens ist die Architektur sehr einfach und zurückhaltend gehalten. Noch im Juli 1686 wurde der Grundstein für die Kirche gelegt und ein dreiflügeliges Konventsgebäude in den Jahren bis 1696 erbaut. Der erste Bauabschnitt, ein Gebäudetrakt mit Kapelle, war 1689 fertiggestellt. Die 1698 vollendete Klosterkirche wurde 1700 geweiht. 1768 bis 1770 wurde das Kloster mit zwei Flügelanbauten für ein Noviziat erweitert. Nachdem der Konvent bereits 1802 einmal vorübergehend aufgelöst worden war, erfolgte 1808 seine endgültige Aufhebung. Damit begann die Umnutzung des Gebäudekomplexes. 1809 wurde die als baufällig angesehene Klosterkirche St. Josef abgebrochen. Der Konventbau wurde durch den badischen Landbaumeister Wilhelm Frommel (1759 bis 1837) ab 1814 zum Bezirksamt und Amtsgericht um- und ausgebaut. 1840 kamen noch Nebengebäude hinzu. Das Kloster wandelte sich damit zum Verwaltungsmittelpunkt des neu geschaffenen badischen Bezirksamtes Mosbach, um den herum bis ins späte 19. Jahrhundert ein Behördenviertel erwuchs, wie es viele einstige großherzogliche Bezirksamtsstädte prägt. Der Baukomplex ist damit nicht nur ein wichtiges Zeugnis der Religions- und Konfessionsgeschichte Mosbachs und der Pfalz, sondern auch der badischen Verwaltungs- sowie der Stadtgeschichte.

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Villa mit Nebengebäude Hauptstraße 124
(Karte)
Garten und Einfriedung, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdachch und Querhausrisaliten, zinnenbewehrte Staffelgiebel sowie reiche Werksteinzier am Altan und in den Fensterumrahmungen, eingeschossiger Standerker mit Austritt, im Inneren bauzeitliche Ausstattungselemente, u. a. Kachelofen, um 1900

Das stattliche Gebäude ist folgt mit seiner Kubatur und seiner Gliederung der Baukörper den von malerischen Gesichtspunkten geprägten Prinzipien des späten Historismus. Die Architekturformen orientieren sich dabei im weitesten Sinne an spätgotischen und renaissancezeitlichen Bauformen, um so das damals vom Bürgertum gewünschte altdeutsche Erscheinungsbild zu schaffen. Die Ausstattung im Inneren dokumentiert die gehobenen bürgerlichen Wohn- und Lebensverhältnisse. Ein Nebengebäude, der Garten und die Einfriedung runden das Bild einer für die Zeit um 1900 typischen Villa ab. Das Gebäude ist von sozial- und stadtbaugeschichtlicher Bedeutung.

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Grenzsteine und Bildstöcke Heinrich-von-Kleist-Straße
(Karte)
18. und 19. Jahrhundert, im Garten des Anwesens Haas 101579013BW
Grenzsteine und Bildstöcke Heinrich-von-Kleist-Straße
(Karte)
18. und 19. Jahrhundert, im Garten des Anwesens Haas 101579013BW
Wegweiser
(Karte)
Klassizistische Stele aus roten Werksteinquadern, schwere Kopfplatte mit Inschrift: (links) Reichenbuch 2,3 km / Mosbach km 4,35; (rechts) Nüstenbach 1,0 km, wohl 3. Viertel 19. Jahrhundert

Der Wegweiserstein gehört zu einer ganzen Reihe solcher Wegweiser, die in großherzoglich-badischer Zeit zur Ausweisung des lokalen Verkehrsnetzes gesetzt wurden. Die Entfernungsangaben in Kilometern weisen auf eine Aufstellung nach der Reichsgründung 1870/71 hin, nachdem das metrische System 1872 flächendeckend in ganz Deutschland übernommen worden war. Der Wegweiserstein hat Bedeutung für die Verkehrs- und Infrastrukturgeschichte in Baden.

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Evangelische Kirche mit eingefriedetem Kirchhof Im Weiler 4
(Karte)
Massiver verputzter Saalbau mit polygonalem Chorschluss und Dachreiter, 1759 (am Portal bezeichnet) errichtet, am Sakristeianbau Gedenktafel für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs; im Innern stuckierte Decke, historische Orgel und Farbglasfenster im Chor aus der Zeit um 1900, historische Glocke; an der Nordostseite des Kirchhofs Reste der Einfriedung mit Sandsteinpfeilern und Ziergittern; in der Nordostecke Grabstein, 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Der Weiler Nüstenbach verfügte ursprünglich über kein eigenes Gotteshaus, die Reformierten wie auch die wenigen katholikenbesuchten die Gottesdienste in Mosbach oder Neckarelz, lag doch der Ort direkt auf der Grenze zwischen beiden Pfarreien. Erst 1759 kam es zum Bau einer kleinen Barockkirche durch die Reformierten, der mit seiner Grundrissform an einen tradierten, zur Zeit der Gotik entwickelten Typus des Kapellenbaus anknüpft, wie er für kleinere Ortschaften und Weiler charakteristisch ist. Er entstand auf dem seit 1596 existenten eigenen Friedhof des Ortes. Das Gotteshaus ist Zeugnis der Orts- und Kirchengeschichte Nüstenbachs.

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Friedhof mit teilweise erhaltener Mauer und Sandsteinpfeilern am Eingang Im Weiler 27
(Karte)
Eingangshof, wohl 19. Jahrhundert

Bereits 1596 erhielt das damals noch kirchenlose Dorf Nüstenbach einen eigenen Friedhof, bei dem es sich aber wohl um den späteren Kirchhof handelt. Der Friedhof außerhalb der Siedlung dürfte im 19. Jahrhundert neu angelegt worden sein, als man aus Platz- und vor allem Hygienegründen die Begräbnisorte vor die Ortschaften verlegte. Er ist Zeugnis der Siedlungsgeschichte und der Friedhofskultur.

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Gefallenendenkmal In der Hohl 3
(Karte)
Stufensockel mit pyramidenförmiger Stele mit Inschrift, Granit, für Gefallene des Ersten Weltkriegs, schwarze Steintafel dahinter in Mauer eingelassen für Gefallene des Zweiten Weltkrieges, mit Brunnen, 1567 (i) und 1929 (i), und zwei Wassertrögen gemeinsame Platzgestaltung und Ummauerung

Das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs ist teil einer in diesem Zusammenhang geschaffenen Platzgestaltung mit historischen Brunnenbecken in der Ortsmitte. Es erinnert zusammen mit der in der rückseitigen wand eigelassenen Gedenktafel an zwei historische Großereignisse der deutschen bzw. europäischen Geschichte, die mit gefallenen Soldaten aus Nüstenbach auch Auswirkungen auf die kleine badische Landgemeinde zeitigten. Das Denkmal ist Zeugnis der Ortsgeschichte.

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Sog. Gutleuthaus Kapellenweg 1, 3, 5
(Karte)
Siechenhausanlage, erstmals erwähnt 1418 (a), bestehend aus:
  • Gutleuthaus (Kapellenweg 1), später städt. Armen- und Siechenhaus, stattlicher zweigeschossiger Fachwerkbau unter Walm- bzw. Krüppelwalmdach, Obergeschoss über profilierte Schwellen und über Balkenköpfen vorkragend, südliche Giebelwand massiv und verputzt, 16. Jahrhundert;
  • Elendshaus (Kapellenweg 3), urspr. sog. kalte Herberge für Fremde, später städtisches Armen- und Siechenhaus, stattlicher zweigeschossiger Wohnbau unter Krüppelwalmdach, Erdgeschoss und südl. Giebelwand massiv und verputzt, Obergeschoss in Fachwerk, zur nördl. Giebelseite über Knaggen und Balkenköpfen vorkragend, große Diagonalkreuze, in der Traufwand Wappen der Anshelm von Eycholzheim, 1550 (i), Erdgeschosswand und südl. Giebelwand massiv erneuert, 1. Hälfte 19. Jahrhundert;
  • Gutleutkapelle (Kapellenweg 5), kleiner Saalbau in Bruchstein, mit dreiseitigem Chorschluss, Satteldach mit dreiseitig abgewalmtem Dach, Eckquaderung und Maßwerkfenster, im Inneren Sargdeckel-Decke und kleine Empore, umfangreiche Wandmalereien, an der nördl. Seitenwand Passionszyklus, 1496 (i), an der Südwestwand hl. Christophorus, an der Südostwand Martyrium der Zehntausend, zu Seiten des Triumphbogens Kreuzigung und Madonna mit Heiligen, im Chor Rippengewölbe mit Evangelistensymbolen und Rankenmalerei, als Stiftung der Pfalzgräfin Johanna von Bayern-Landshut errichtet anstelle eines Vorgängers, um 1430/1440, erstmals erwähnt 1479 (a), Langhaus errichtet um 1490 bis 1494, spitzbogiges Portal mit Stabwerk, 1509 (i), Emporenzugang (heute zugesetzt), Maßwerkfenster und Chorgewölbe Anfang 16. Jahrhundert;
  • zugehörige Hoffläche mit Baumbestand und gemauerter Einfriedung

Das nördlich vor der Stadt gelegene sog. Gutleuthaus, das einstige Siechen- und Armenhaus der Stadt, ist mit seiner Lage wie auch seinem Gebäudebestand ein beispielhaft überlieferter Hospizkomplex der Vormoderne. war für die Aufnahme Aussätziger und anderer ansteckend Kranker bestimmt. In späterer Zeit war der erste Stock des Elendhauses Herberge für Fremde, während der zweite Stock und das Gutleuthaus Mosbacher Armen vorbehalten war. Die Anfänge des Gultleuthauses, das als Siechen- und Armenhaus, aber auch der Aufnahme von Fremden vor den Toren der Stadt diente, dürften im 14. oder frühen 15. Jahrhundert liegen, erstmals genannt ist es 1418. Die Schlusssteine mit Wappendarstellungen im Chor der für solche Komplexe charakteristischen Kapelle weisen auf eine Stiftung des zugehörigen Gotteshauses durch die Pfalzgräfin Johanna um 1420 bis 1430 hin, während das Langhaus offenbar erst im späten 15. Jahrhundert errichtet wurde. Die Kapelle ersetzte dabei einen älteren Vorgänger, der vielleicht die frühere Dorfkapelle des abgegangenen Weilers Butersheim war. Die überlieferte reiche Ausmalung aus der Spätgotik, vor allem ein großer Bildteppich mit u. a. zwölf Passionsszenen, weiterhin Jagd- und Kampfdarstellungen sowie ornamentale Malereien, offenbar gestiftet von dem damaligen Mosbacher Fauth Anselm von Eicholzheim, veranschaulicht die Farbigkeit mittelalterlicher Sakralräume. Die bestehenden Wohnbauten, errichtet 1550 und um 1560 veranschaulichen die Wohn- und Lebensverhältnisse der früheren Insassen des Siechen- und Armenhauses und gehören in die Übergangszeit vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit. Sie zeigen beide ein für das 16. Jahrhundert zeittypisches Fachwerkgefüge. Das Gutleuthaus ist ein herausragendes Zeugnis der mittelalterlichen Kranken- und Armenfürsorge und hat für Mosbach wichtige siedlungs- und stadtgeschichtliche Bedeutung.

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Grabdenkmale auf dem christlichen Friedhof Kapellenweg 5
(Karte)
Zum einen eine Reihe von ca. 17 Grabdenkmalen, 18.-19. Jahrhundert, vereinzelt auch aus dem frühen 20. Jahrhundert, die von ihren Grabstätten versetzt wurden, zum andern vier Grabsteine nahe dem Chor der Gutleutkapelle, 19. Jahrhundert, auf den zugehörigen Begräbnisstellen, zwei von ihnen mit einem metallenen Staketengeländer eingefriedet, einer von ihnen mit einem Eisengeländer eingefriedet

Die Grabdenkmale illustrieren anschaulich die Entwicklung der Grabmalkunst vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert und haben mit ihren Inschriften familien- und stadtgeschichtliche Bedeutung. Darunter ist auch die abgezäunte Grablege der Familie Wilhelm.

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Kalkofen
(Karte)
18./19. Jahrhundert

Der Ofen dokumentiert die vor- bzw. frühindustrielle Produktion von kalk als Grundstoff zum Bauen. Er hat technik- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung.

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Streckenwärterhäuschen Limbacher Straße 1
(Karte)
Kleiner Massivbau aus roten Sandsteinquadern unter weit vorkragendem Satteldach, eingeschossig mit Kniestock, im Zuge des Baus der Odenwaldbahn errichtet, um 1862 bis 1866

Das kleine Gebäude ist charakteristisch für die Streckenwärterhäuser entlang der Odenwaldbahn. In regelmäßigen Abständen wurden damals kleine Bahnwärterhäuser zur Überwachung eines Streckenabschnitts errichtet, in denen ein Bediensteter dauerhaft wohnte. Der kleine Typenbau ist daher ein sprechendes Zeugnis der Eisenbahngeschichte.

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Villa mit Garten (jetzt ev. Dekanat und Gemeindehaus/Martin-Luther-Haus) Martin-Butzer-Straße 3
(Karte)
Zweigeschossiger asymmetrisch gegliederter und verputzter Massivbau mit Werksteingliederungen, im Auftrag eines wohlhabenden Arztes als Wohnhaus mit Praxis errichtet, Anfang 20. Jahrhundert

Das stattliche freistehende Gebäude ist ein anschauliches und qualitätvolles Zeugnis für den villenbau des Späthistorismus zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Er kombiniert Elemente des Tudorstils mit Formen der deutschen Renaissance und Spätgotik. Das Gebäude, das auch eine Arztpraxis umfasste, veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse eines Mediziners und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte der Jahre um 1900.

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Doppelwohnhaus Martin-Butzer-Straße 6; Renzstraße 8
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau am Hang über hohem Sockel, Satteldach mit Zwerchhaus, reiche Werksteingliederung, malerische asymmetrische Anordnung mit Eckturm, Schaugiebeln, Balkonen, Loggien und Schmuckerker, um 1900; Garten, Gartenhaus und Einfriedung

Das Doppelhaus ist ein für die Entstehungszeit charakteristischer Bau in Stilformen des Späthistorismus mit Anleihen aus der Spätgotik und der Renaissance, um so den gewünschten altdeutschen Charakter zu erzielen. Das qualitätvoll gestaltete Gebäude richtete sich an eine gehobene Mittelschicht und dokumentiert die städtebauliche Entwicklung Mosbachs in den Jahren um 1900.

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Wohnhausgruppe mit Vorgarten und Einfriedung Martin-Butzer-Straße 7, 9
(Karte)
Dreigeschossige Giebelhäuser mit mehrgeschossigen Standerkern, links unter Satteldach, rechts mit Altan, Fassaden verputzt und mit Werksteingliederungen, Giebelflächen verschiefert, erbaut nach Plänen von Architekt Kunst aus Heidelberg, um 1900

Das Doppelhaus zeigt zeittypische späthistoristische Formen mit Anklängen an den Heimatschutzstil (verschieferte Giebel) und veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse im wilhelminischen Kaiserreich. Die beiden Häuser dokumentieren dabei auch die städtebauliche Entwicklung Mosbachs in den Jahren um 1900.

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Gefallenendenkmal Martin-Butzer-Straße 7
(Karte)
Großer Steinkubus aus unterschiedlich bossierten Quadern auf flach gestuftem Sockel, hangseitig Inschrift: Den Opfern der Landsturmbataillone Mosbach 1914 bis 18, an den Seiten je ein Eisernes Kreuz, vermutlich bald nach 1918 errichtet

Das Denkmal erinnert an die im Ersten Weltkrieg(1914 bis 1918) gefallenen Soldaten der Mosbacher Landsturmbataillone. Es ist Zeugnis der lokalen Erinnerung an ein historisches Großereignis der europäischen Geschichte, von dem auch die badische Bezirksamtsstadt betroffen war und hat stadtgeschichtliche Bedeutung.

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Villa mit Garten und Stützmauer Am Henschelberg; Merianweg 1
(Karte)
Zweigeschossiger malerisch angelegter Massivbau mit überhöhtem Eckbau, weitgehend verputzt, Werksteingliederung und Fachwerkteile, darunter zweigeschossiger Standerker und Giebel in reichen geschweiften Zierfiguren, um 1900

Die Villa veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse um 1900 und ist mit ihrer Architektur charakteristisch für den späten Historismus der Entstehungszeit. Das reich geschweifte Fachwerk zeigt dabei schon deutliche Anklänge an den Jugendstil und zeugt von der Wiederentdeckung des Zierfachwerks im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Darüber hinaus dokumentiert das Anwesen die städtebauliche Entwicklung Mosbachs in den Jahren um 1900.

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Salzscheune Neckarburkener Straße 11
(Karte)
Monumentaler Bruchsteinbau unter Satteldach, die Außenwände von zahlreichen gestuften Strebepfeilern gestützt, im Giebel schmiedeeiserner Anker, im Zuge der Anlage der Mosbacher Saline wohl um 1762 errichtet (Salinenbetrieb 1802 eingestellt)

Die zufällige Entdeckung von Salzquellen im Elztal nördlich von Mosbach in der Nähe des Gutleuthauses 1755 führte zur Bildung eines Konsortiums Mosbacher Bürger, die zunächst 1761 in den Gewannen Knappensprung und Bruch Probebohrungen vornehmen ließen. Diese erbrachten aber nur einen relativ geringen Salzgehalt der Sole. Die Suche und Gewinnung wurde schließlich in landesherrliche Hände übergeben. 1762 wurde mit der Aufstellung der notwendigen Einrichtungen begonnen, der Kurfürst selbst legte den Grundstein zu einem Siedhaus mit vier Pfannen. 1775 waren 92 Arbeiter beschäftigt, darunter 71 Kinder. Da aber die Solequalität und damit die Ausbeute sehr zu wünschen übrig ließ, ging der Betrieb zurück, die Saline wurde 1782 verpachtet bzw. von einer jüdischen Handelsgesellschaft übernommen. 1802 wurde der Betrieb, der zuletzt nur noch sieben Arbeiter beschäftigt hatte, eingestellt. Die mächtige sog. Salzscheune erinnert an diese frühindustrielle Unternehmung in Mosbach und ist Zeugnis der Wirtschafts- und Stadtgeschichte.

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Erziehungs- und Pflegeanstalt für Geistesschwache (heute Johannes-Diakonie) Neckarburkener Straße 78, 82, 84
(Karte)
Bestehend aus:
  • Haus für bildungsfähige Kinder (Haus im Tal), zweigeschossiger Werksteinbau über hohem, bossiertem Sockelgeschoss, Satteldach (mit jüngerem Ausbau), Gliederung durch mittel- und Eckrisalite, Eckquaderungen und Gurtgesimse, erbaut nach Plänen Friedrich Kredell, Wertheim, 1886/87 (a) sowie 1893 (a), Ausbau 1930 (a);
  • sog. Turnhalle, Bossenquaderbau, um 1900;
  • Pflegeheim für Erwachsene (Haus Neckar), viergeschossiger Bau in Bossenquadermauerwerk mit Walm- und Halbwalmdächern, Mittelrisalit und Treppenhausrisalit, errichtet nach Entwurf von Henkenhaf & Ebert aus Heidelberg, 1906 (a);
  • zugehörige Grünflächen

Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts reifte im Großherzogtum Baden der Plan, eine Pflegeanstalt für Schwachsinnige einzurichten. Mit der Einberufung eines Gründungskomitees der 'Anstalt für schwachsinnige Kinder' setzte die Standortdiskussion ein. Nachdem die Entscheidung zugunsten von Mosbach gefallen war, sammelte man Spenden für den Erwerb der Bruckmann’schen Fadenfabrik, die am nordöstlichen Ortsausgang gelegen war. Schon nach wenigen Jahren war eine Erweiterung notwendig, um deren Unterstützung der Verwaltungsrat den Großherzog 1883 bat. Die Pflegeanstalt stand geistig schwachen Kindern, später auch Erwachsenen, jeder Konfession offen. Die Aufgaben wurden von der Versorgung und Erziehung auf die Bildung und Krankenversorgung der Pfleglinge ausgeweitet. Die Zahl der Heimbewohner stieg beständig an, was sich auch in der baulichen Erweiterung der Anlage widerspiegelt. Die 'Erziehungs- und Pflegeanstalt für Schwachsinnige' in Mosbach, aus der die Johannes-Diakonie hervorging, ist anschaulicher Ausdruck der kirchlich-sozialen Bestrebungen des 19. Jahrhunderts, Einrichtungen zur Betreuung behinderter Menschen zu schaffen. 1880 von engagierten Bürgern und Geistlichen begründet, gehört sie zu den ältesten Fürsorgeeinrichtungen in Baden-Württemberg. Von Beginn an stand die rehabilitative Zielsetzung über dem Gedanken einer reinen Verwahranstalt. Leitgedanke war, den Pfleglingen Anleitung und Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten. Der Bildungsansatz spiegelte sich in der zunehmend differenzierten schulischen Organisation wider. Die fortschrittliche Grundhaltung hatte für die Entwicklung der Fürsorgeanstalten in Baden vorbildlichen Charakter. Die hohe Wertschätzung, die die Einrichtung genoss, zeigt sich auch in der Architektur der zwischen 1886 und 1906 errichteten Gebäude. Namhafte, überregional bekannte Architekten wie das Heidelberger Büro Henkenhaf & Ebert sorgten für eine anspruchsvolle Gestaltung mit deutlich repräsentativen Zügen. Die Formensprache orientierte sich, wie bei anderen öffentlichen Gebäuden von Rang, an Vorbildern aus dem herrschaftlichen Wohnbau der italienischen und deutschen Renaissance. Stolz auf die Institution spiegelt auch die Inschrift 'EBEN-EZER 1880 bis 1905' am Pflegehaus für Erwachsene (Haus Neckar) wider, die sich auf die ganze Anlage bezieht. Technische Neuerungen wie Wasserleitung und Telefon fanden selbstverständlich Verwendung. Der baukünstlerische Anspruch entsprach dem ambitionierten Zweck der Einrichtung.

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Zieglers Mühle im Gewann „Äußere Säge“ Neckarburkener Straße
(Karte)
Mühlanwesen, ehem. Getreidemühle und Sägemühle, bestehend aus:
  • Mühl- und Wohngebäude, zweigeschossig mit Krüppelwalmdach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss aus Eichenfachwerk, traufseitige Erschließung, im Kellersturz bezeichnet 1801, im Eckpfosten bezeichnet 1815, nach Süden zweigeschossiger verputzter Anbau mit Satteldach;
  • Scheune, Bruchsteinbau mit Fachwerkgiebel und Satteldach, wohl Anfang 19. Jahrhundert;
  • wasserbaulichen Anlagen mit historischem Mühlkanal und zugehörigen Wehren

Das Mühlenanwesen dokumentiert die Nutzung der Wasserkraft der Elz für das Mühlengewerbe. Der Hauptbau ist mit seiner Kubatur charakteristisch für seine Entstehungszeit im frühen 19. Jahrhundert. Die Mühle veranschaulicht einen vormodernen Wirtschaftsbetrieb und ist Zeugnis der Siedlungs- und Gewerbegeschichte im Elztal.

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Bahnwärterhäuschen Neckarelz-Würzburg
(Karte)
Heute Wohnhaus mit Anbau, eingeschossiger Sandsteinbau mit Kniestock und flach geneigtem Satteldach, wohl um 1868

Das kleine Gebäude ist charakteristisch für die Bahnwärterhäuser entlang der Strecke der in den 1860er-Jahren gebauten Odenwaldbahn. In regelmäßigen Abständen wurden damals kleine Bahnwärterhäuser zur Überwachung eines Streckenabschnitts errichtet, in denen ein Bediensteter dauerhaft wohnte. Der kleine Typenbau ist daher ein sprechendes Zeugnis der Eisenbahngeschichte.

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Wohn- und Geschäftshaus Neckarelzer Straße 1
(Karte)
Großer zweigeschossiger und verputzter Massivbau mit Mansardwalmdach, Gliederung durch Gesimsbänder und Ecklisenen, aufwendige Portalarchitektur mit Nutungen, um 1900, unter Eigentümer Eiermann Ausbau für die Süddt. Diskonto Ges. AG, 1922 (a), Umbau, dabei oberes Walmdach aufgerichtet, rechts Dachturm gekappt, für die Buchdruckerei Eiermann, 1926 (a)

Das stattliche Gebäude weist eine bewegte Baugeschichte auf, die sich mit verschiedenen Veränderungen am Außenbau ablesen lässt. Der späthistoristische Bau wurde in den 1920er-jahren durch einen Umbau in neubarocken Formen nochmals repräsentativ aufgewertet. Er veranschaulicht die städtebauliche Entwicklung Mosbachs um 1900 und dokumentiert Wohn- und Lebensverhältnisse im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts.

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Realgymnasium Neckarelzer Straße 3/1, 5
(Karte)
Erbaut nach Entwurf von Bezirksbauinspektor Schäfer, Emmendingen, 1893/94 (a), bestehend aus:
  • Schulhaus (Nr. 5), dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, viergeschossiger Mittelrisalit in Werkstein, reiche Werksteingliederungen, rustizierter Sockel, im Erdgeschoss Rundbogenfenster;
  • Vorgarten und Einfriedung;
  • Turmhalle (Nr. 3/1), gestreckter Bau aus roten Sandsteinquadern mit Satteldach, im Hallenbereich mit großen Rundbogenfenstern

Das rasche Wachstum der Bevölkerung und der Stadt infolge des Eisenbahnanschlusses machte auch neue Schulbauten in Mosbach notwendig. Bereits 1884 beschloss daher der Gemeinderat den Baufond für eine höhere Bürgerschule, deren Errichtung allerdings erst 1893/904 realisiert werden konnte. Mit seinen italianisierenden Renaissanceformen ist das Gebäude charakteristisch für die städtischen Schulbauten der Zeit. Es veranschaulicht den Repräsentationsanspruch der Kommune und die Bildungsideale des aufstrebenden Bürgertums im wilhelminischen Kaiserreich. Dazu kam eine Turnhalle, die mit ihrer Backsteinarchitektur al einfacher Funktionsbau gestaltet ist. das Turnen nahm als Körperertüchtigung in Vorwegnahme des späteren Wehrdienstes eine wichtige Rolle innerhalb der schulischen Erziehung des späten 19. Jahrhunderts ein. Die Baugruppe ist damit ein anschauliches und aussagekräftiges Zeugnis der Stadt- und Bildungsgeschichte Mosbachs.

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Eiskeller Oberer Mühlenweg 3
(Karte)
Aus hammerrechten Bruchsteinen gemauerter Zylinder mit kuppelartiger Überdeckung, im Gewölbescheitel Einlassöffnung, wohl 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Der Keller zählt zu einer Reihe ähnlicher im 19. Jahrhundert geschaffener Kühlräume. Sie dokumentieren in eindrucksvoller Weise ein historisches Kühlsystem aus vorindustrieller Zeit, das allein durch die Anwendung von Bautechnik, Materialwahl und das Ausnutzen physikalischer Eigenschaften zuverlässig seine Funktion erfüllte. Sie veranschaulichen exemplarisch die spezifische Kombination von Bier- und Eiskellern, wie sie von Brauereien und Gasthäuser während des 19. Jahrhunderts verwendet wurde, und spiegeln die zeitgenössische theoretische Literatur entsprechend wider. Hinsichtlich seiner Zeitstellung und der angewandten Bauweise mit zylindrischen Kuppeleiskellern stellt das Mosbacher System einen Typus dar, wie er in Baden-Württemberg nur in dieser Region überliefert ist. Vergleichbare Kelleranlagen sind aus Haßmersheim, Fahrenbach und Eberbach bekannt, während jenseits von Odenwald und Neckartal der Typus keine Verbreitung gefunden hat. Aber auch in dieser Region kam diese aufwendige Form ausschließlich im professionellen Kontext zur Ausführung.

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Schimmelsmühle Oberer Mühlenweg 11
(Karte)
Mühlgehöft, bestehend aus:
  • Mühlgebäude, zweigeschossig mit Krüppelwalmdach, massives verputztes Erdgeschoss mit sandsteingerahmten Fenstern und Eckrustika, Fachwerkobergeschoss, errichtet 1559 (i), um- bzw. neu erbaut 1806 (i);
  • Scheune aus Fachwerk, teils verputzt, traufseitig über Tenne erschlossen

Die Schimmelsmühle ist eine von mehreren historischen Mühlen im Stadtgebiet von Mosbach. Sie liegt südöstlich der ummauerten Stadtanlage und erhält ihr Wasser aus der Hard- und der Michelsrotquelle, deren Läufe der Elz zuströmen. 1437 kaufte Pfalzgraf Otto von Gerung von Bödigheim das Mühlenanwesen und wurde von der Herrschaft in der Folge verpachtet, bis sie 1803 Eigentum des letzten Pächters wurde. Eine Sandsteintafel mit Datierung 1559 wird als Verweis auf einen Um- oder Neubau interpretiert. Im 18. Jahrhundert sind ein Mahl- und ein Gerbgang belegt; der Müller hatte die Verpflichtung, abends das Wasser zum Schlossgarten abzuleiten. 1803 zerstörte ein Brand offenbar den vorderen Gebäudeteil der auch so genannten Unteren Kandelmühle. Nach der am Eingang angebrachten Jahreszahl dürfte der Schaden 1806 behoben gewesen sein. 1938 wurde der Mahlbetrieb eingestellt. Die Mühle ist Zeugnis der Siedlungs- und Gewerbegeschichte Mosbachs.

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Käsmühle Oberer Mühlenweg 15
(Karte)
Wohnhaus mit Garten und Einfriedungsmauer, dreigeschossiger verputzter Bau in Hanglage mit flach geneigtem Satteldach, axialsymmetrische Fenstergliederung mit Kopfgesimsen in der Giebelwand, im Kern wohl 18. Jahrhundert, umgebaut im 19. Jahrhundert

Die Käsmühle zählt zu jenem Komplex historischer Mühlen, der südöstlich de rummauerten Stadt liegt und dessen Räder von den Quellschüttungen der Hard- und der Michelsrotquelle angetrieben wurden. 1443 ertauschte Pfalzgraf Otto von dem Richter und Bürger Steffan Hamernied neben anderen Gütern auch Käsmühle. Sein Sohn Otto II. verlieh diese 1490 an Ludwig Müller, der bereits auf der Mühle saß. 1699 war die vom Kandel angetriebene Mühle dann als Lohmühle im Besitz der Lohgerber, woher sie auch ihren Namen Käsmühle hat, der auf die Herstellung von Lohkäse für die Gerber verweist. Im 18. Jahrhundert war die Mühle mit einem Mahl- und einem Gerbgang versehen. Damals war auch der Müller verpflichtet, abends das Wasser zum herrschaftlichen Schlossgarten abzuleiten. Das oberschlächtige Mühlrad mit bemerkenswerten 7 m Durchmesser wurde in den 1930er-Jahren aus- und eine Turbine eingebaut. Die auch Obere Kandelmühle genannte Käsmühle stellte den Mahlbetrieb 1935/36 ein. Sie ist Zeugnis der Siedlungs- und der Gewerbegeschichte Mosbachs.

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Ev. Stiftsschaffnei Oberer Mühlenweg 19
(Karte)
Zweigeschossiger, villenartiger Massivbau mit Vorgarten und Einfriedung, malerische Komposition, feine Werksteinarbeiten, Fachwerkelemente, im Innern qualitätvolle Stuckreliefs, errichtet 1905/06 (a)

Die evangelische Stiftsschaffnei, ein Verwaltungs- und Wohnbau, belegt, dass auch kirchliche Gebäude in dieser Zeit im Villenstil errichtet wurden. Es zeigt dabei zeittypische Charakteristika des Späthistorismus mit einer straken Orientierung an Formen der Spätgotik und Renaissance, um so zusammen mit der malerischen Gesamtkomposition den gewünschten altdeutschen Eindruck zu erzielen. Das Gebäude dokumentiert dabei die städtebauliche Entwicklung Mosbachs in den Jahren um 1900 und ist nicht zuletzt ein Zeugnis der die Stadt prägenden Konfessionsgeschichte.

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Wohnhaus mit Vorgarten Pfalzgraf-Otto-Straße 17
(Karte)
Aufgang und Einfriedung, über hohem Sockel eingeschossiges, verputztes Giebelhaus unter Mansarddach, Giebel von vertikalen Streben geprägt, zweigeschossiger polygonaler Standerker mit Altan und Schmuckgeländer vorgelegt, links überhöhter Treppenrisalit unter Walmdach, um 1910/15

Das Wohnhaus ist mit seinen Putzfassaden, seiner Kubatur und der Giebelgestaltung ein charakteristisches Beispiel für die Reformarchitektur in Abkehr vom Späthistorismus. Es veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse zu Anfang des 20. Jahrhunderts und dokumentiert die städtebauliche Entwicklung Mosbachs in dieser Zeit.

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Wohnhaus mit Vorgarten Pfalzgraf-Otto-Straße 19
(Karte)
Aufgang und Einfriedung, später Schulamt, über hohem Sockel zweigeschossiger verputzter Massivbau mit giebelseitig halb abgewalmten Mansarddach, Giebel und seitliche Gauben verschindelt, zur Straße halbrunder Standerker mit Altan, 1912 (a)

Das Gebäude ist mit seiner Kubatur und seinen einfachen Putzfassaden ein anschauliches Beispiel für den Wohnbau der Reformarchitektur und veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Nicht zuletzt dokumentiert es die städtebauliche Entwicklung Mosbachs in dieser Zeit.

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Villa H. Gmeinder Pfalzgraf-Otto-Straße 21
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Werksteingliederung, Mansardwalmdach und zentral platzierten übergiebelten Gauben, seitlich erschlossen, eingeschossiger Standerker mit Altan, erbaut nach Plänen des Mannheimer Architekten Heinrich Reiss, 1922 (a); Garagenbau vollständig in hellem Sandstein gefasst, übergiebelte Torfahrt mit Attika; aufwendige Einfriedung aus Sandsteinpfeilern, Eisenzaun und Eckmauer, Pforte mit Volutenaufsatz; Garten

Die ins strengen Neubarockformen errichtete Villa belegt die konservative Gesinnung des Auftraggebers, der zur bürgerlichen Elite Mosbachs gehörte. In den herrschaftlichen Bauformen drücken sich der Repräsentationsanspruch und das Selbstverständnis einer konservativen Schicht in der Zeit der Weimarer Republik aus. Die Villa veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse, wobei die zugehörige Garage darauf verweist, dass die 1902er-jahre im Zeichen einer zunehmenden Automobilisierung der besseren schichten standen. Das Gebäude dokumentiert darüber hinaus die städtebauliche Entwicklung in diesem von Villen und Einfamlienhäusern geprägten Quartier seit dem frühen 20. Jahrhundert.

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Landkreisselbstverwaltung (heute Landratsamt) Renzstraße 7
(Karte)
Gebäude 2, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit großer Freitreppe, betonter Mittelachse und Mansarddach, Architekt wahrscheinlich Franz Sales Kuhn, 1922 bis 1925 (a)

Der große Verwaltungsbau der Landkreisselbstverwaltung dokumentiert den behördenbau der Zwischenkriegszeit im nun demokratischen Baden. Das badische Landeswappen kennzeichnet die hoheitliche Funktion des Gebäudes ebenso wie dessen neubarocke Architektursprache, die sichtlich Bezug nimmt auf Herrschaftsbauten des 18. Jahrhunderts, um so den Charakter als hoheitlichen Bau herauszustellen. Vorbildhaft wirkten hierbei offenbar Gebäude des pfälzischen Barock. Architekt könnte Franz Sales Kuhn (1864 bis 1938) gewesen sein, der in den 1920er-Jahren konsequent an neubarocken Formen festhielt und auch die Kreishaushaltsschule (Renzstraße 10) entworfen hat. Das Gebäude ist Zeugnis der badischen Behördengeschichte sowie der städtebaulichen Entwicklung Mosbachs in der Zwischenkriegszeit und seiner fortgesetzten Mittelpunktsfunktion und Verwaltungszentrum.

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Kreishaushaltsschule und Altersheim Renzstraße 10
(Karte)
Zeitweise Kreiskrankenhaus (seit 1960 Landratsamt Gebäude 1), langgestreckter zwei- bis dreigeschossiger verputzter Massivbau mit mittlerem Säulenportikus, Mansard- bzw. Walmdach, auf ganzer Länge der Rückseite Säulenkolonnaden, dahinter Stützmauer, erbaut nach Plänen von Franz Sales Kuhn, 1922 bis 1925

Das baukünstlerisch wertvolle Gebäude der einstigen Kreishaushaltsschule ist ein wichtiger Vertreter der Reformarchitektur, die nach Historismus und Jugendstil eine moderne Neuinterpretation spätbarocker Formensprache unternahm. Ablesbar ist das u. a. an der quer gelagerten Kubatur mit seiner repräsentativen, bauplastisch gestalteten Portalanlage, den Mansardwalmdächern, den Risaliten, der rhythmischen Durchfensterung und der städtebaulich wirksamen Inszenierung der Anlage durch die großen Terrassierungen in der Hanglage. Das Gebäude ist ein frühes und exemplarisches Beispiel eines repräsentativ angelegten Hauses des modernen Schulbaus. Es ist ein wichtiges Werk des bedeutenden Heidelberger Architekten Franz Sales Kuhn (1864 bis 1938). Es ist wichtiges Zeugnis der Schul- und Bildungsgeschichte Mosbachs und dokumentiert den sozialen Aufschwung bzw. die Modernisierung der Stadt nach dem Ersten Weltkrieg. Das Schulhaus besitzt deshalb einen im Bewusstsein der Bevölkerung verankerten Aussage- und Assoziationswert.

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Postamt und Eichamt Scheffelstraße 3
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau unter Walmdach, Gliederung mit kolossalen Pilastern beidseitg der Tür, kräftigem Volutengiebel über dem Eingang und Schmuckfenster im 1. Obergeschoss, 1912 (i)

Das Gebäude ist mit dem Aufgreifen barocker Stilformen charakteristisch für die Reformbewegung in der Architektur des frühen 20. Jahrhunderts, die sich u. a. an Vorbildern des 18. Jahrhunderts orientierte. Damit sollte sich der Bau im Sinne des Heimatschutzes in die bestehenden Substanz der Mosbacher Altstadt harmonisch einfügen, zugleich unterstrichen die barocken Formen den Repräsentationsanspruch an ein offizielles Behördengebäude, hier das Post- und Eichamt.

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Wegweiser
(Karte)
Grob behauener pyramidenförmiger Sandstein, Richtungsangaben Neckargerach, Weisbach und Lohrbach, 19. Jahrhundert

Der Stein in Obeliskform gehört zu einer ganzen Reihe solcher Wegweiser, die in großherzoglich-badischer Zeit zur Ausweisung des lokalen Verkehrsnetzes gesetzt wurden. Der Wegweiserstein hat Bedeutung für die Verkehrs- und Infrastrukturgeschichte in Baden.

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Grenzstein
(Karte)
1880, kleiner quadratischer Stein mit abgerundetem Kopf, eingemeißelte Grenzlinie, Inschrift: „1880 / 246“

Der Grenzstein ist Zeugnis der Rechts- und Territorialgeschichte.

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Kreuzigungsgruppe Hauptstraße 87
(Karte)
Kruzifix mit großen Assistenzfiguren, mit Inschrift versehen, Sandstein, großer Sockel, darauf Maria und Johannes sowie mittiges Kreuz mit Christuskorpus, Lendentuch, Dornenkrone und INRI vergoldet, 1825 (i)

Die Kreuzigungsgruppe dokumentiert die seit dem späten 17. Jahrhundert teil katholische Prägung Mosbachs und seiner Umgebung. Die 1825 aufgestellte Bildnisgruppe steht mit ihren Figuren noch ganz in barocker Tradition. Sie ist anschauliches Zeugnis einer bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und der Mosbacher Konfessionsgeschichte.

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Prunkobelisk zum Gedenken an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 Sulzbacher Straße 2/1
(Karte)
Reich verzierter Sockel mit Obelisk, Tafeln mit Namen der Feldzugsteilnehmer, Bildnismedaillons Bismarcks und des Großherzogs Friedrich, Schriftzüge wichtiger Schlachten und Belagerungen, nach Entwürfen des Architekten Karl Hartmann im Auftrag der örtlichen Vereine erstellt und auf dem Marktplatz platziert, 1896 (a), Ende der 1930er-Jahre vor das Bezirksamt versetzt

In vielen badischen Gemeinden wurden zu Ende des 19. Jahrhunderts von Veteranenvereinen und den Kommunen Ehrenmäler aufgestellt, welche der Teilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 gedenken. Dabei wurden nicht nur der Gefallenen gedacht, sondern allen Soldaten aus der jeweiligen Gemeinde. Diese Denkmäler ehren allesamt auch den badischen Großherzog Friedrich I. (1852 bis 1907), der nicht nur seine Truppen persönlich ins Feld führte, sondern auch eine wichtige Rolle im Zuge der deutschen Reichsgründung mit der Ausrufung des preußischen Königs Wilhelm I. zum deutschen Kaiser im Spiegelsaal von Versailles spielte. In Mosbach wird das Andenken noch um ein Medaillon des Reichskanzlers Otto von Bismarck verehrt, der in den bürgerlich-deutschnationalen Kreisen der Zeit als wahrer Held der Reichseinigung galt und tief verehrt wurde. Das Mosbacher Denkmal ist damit auch Erinnerung an die Reichseinigung unter preußischer Führung und stellt nicht zuletzt den badischen Anteil hieran heraus. Es ist daher wichtiges Zeugnis des Nationalpatriotismus und der Monarchenverehrung im Kaiserreich.

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Weitere Bilder
Sog. Loretto-Denkmal Nähe Unterm Haubenstein 7
(Karte)
Gefallenendenkmal, Buntsandsteinfindling, Inschrift: „Zum Gedenken an die Kämpfe d. badischen XIV. A. K. insbesondere des 2. badischen Grenadiersregiments Kaiser Wilhelm I Nr. 110 auf der Höhe der Kapelle Notre Dame de Loret in Nordfrankreich vom März bis Mai 1915“, eingeweiht 1934 (a)

Der sog. Loretto-Stein ist ein Denkmal für die Gefallenen des 2. Badischen Grenadierregiments und entstand im Zuge der Erweiterung des Stadtgartens 1934, der in diesem Areal als Gedenkstätte konzipiert wurde. Der einfach Sandsteinfindling aus der Mosbacher Michelherd sollte an die bei den Kämpfen um den die Höhe der Kapelle Notre Dame de Lorette in Nordfrankreich gefallenen badischen Soldaten, die u. a. aus Mosbach kamen, erinnern. Dabei ist der zeithistorsiche Hintergrund der Entstehung des Denkmals zu sehen, wurden doch die Gefallenen des Ersten Weltkriegs in der Zeit des Nationalsozialismus als Verteidiger des Vaterlandes besonders geehrt. Es sollte einem, wie damalige Kommentatoren verlautbarten, wieder erwachten Gefühls für ein wehrhaftes Deutschland Ausdruck verliehen. Das Denkmal ist damit ein aussagekräftiges Zeugnis der Instrumentalisierung von Geschichte wie auch der Gedenkkultur im nationalsozialistischen Deutschland.

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Städt. Schlachthaus Unterm Haubenstein 9
(Karte)
Betrieb eingestellt 1960 (seit den 1980er-Jahren vom Kunstverein genutzt), eingeschossiger verputzter Massivbau unter Walmdach mit Korbbogentor, 1821 (a), an der Ostseite ein zweigeschossiger Anbau in Fachwerk mit Außentreppen ergänzt, spätes 19. Jahrhundert

Das städtische Schlachthaus wurde laut Schlussstein 1821 erbaut, wohl anstelle oder aber nahe der alten Oberen Mühle. Es ist eines der ältesten eigenständigen Schlachthausgebäude Baden-Württembergs, wurden doch vielerorts solche Funktionsbauten später niedergelegt bzw. es entstanden in den wachsenden Städten große, industriell arbeitende Schlachthöfe im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Auch das Mosbacher Schlachthaus musste zu Ende des 19. Jahrhunderts erweitert werden. Da Gebäude ist Zeugnis der Stadt- und Wirtschaftsgeschichte Mosbachs.

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Sog. Gustavsburg Nähe Waldstraße 56
(Karte)
Felsenkeller und Ruine der Sommerwirtschaft, Felsenkeller vor 1840 in den Fels des Hardbergs getrieben, gekrümmter Stollen mit Lüftungskaminen und gemauerten Trennwänden; der Eingang und Vorplatz 1856 überbaut mit der eigentlichen „Gustavsburg“, Tanzsaal- und Wirtschaftsgebäude, dreigeschossiger Sandsteinbau mit Staffelgiebel und Dreifenstergruppen, nach Vernachlässigung um 1900 zum Teil abgebrochen, heute (gesicherte) Ruine mit Giebelscheibe, äußerem Treppenaufgang und offenem Hof vor dem Felsenkeller

Die Bauzeit des Felsenkellers in der Nordklinge des Hardbergs ist nicht zweifelsfrei zu klären; schon 1843 gehörte er zur Erwerbsmasse, die Bierbrauermeister Friedrich Schifferdecker aus der Hinterlassenschaft seines Vaters Georg ersteigerte. 1856 verkaufte Friedrich die gesamten Immobilien an seinen Vetter Gustav Schifferdecker (1834–1875), ebenfalls Bierbrauermeister. Dieser ließ über dem Felsenkeller eine Sommerwirtschaft errichten, die sog. Gustavsburg. Den Eingang und den anstehenden Felsrücken überbaute er mit einem Tanz- und Festsaal. Die Flächen vor dem Gebäude bzw. Felsenkeller dienten während des Sommers als Biergarten mit Ausschank. Ausweislich historischer Quellen galt die Gustavsburg als gut besuchter Ausflugs- und Vergnügungsort der Mosbacher Bevölkerung. Der eigentliche Keller wurde als Gär- und Lagerkeller genutzt. Schifferdecker begründete die „Brauerei Schwan“, die als erfolgreiches Unternehmen auch andere Gasthäuser belieferte. Einige Jahre nach seinem Tod veräußerte die Witwe 1883 den gesamten Besitz an die aufstrebende Brauerei Hübner, die damit einen wichtigen Grundstein für ihre weitere Entwicklung legte. In den 1890er-Jahren begann der Niedergang der Gustavsburg. Die Baulichkeiten wurden nicht mehr instandgehalten und mussten teils abgetragen werden. Der spätestens in den 1840er-Jahren in den Fels getriebene Felsenkeller der Brauereifamilie Schifferdecker dokumentiert die aufwendige Bauweise eines natürlichen Gär- und Lagerkellers in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts und ist als historisches Kühlsystem und frühes Zeugnis des Bierbrauereiwesens Mosbachs von stadt-, wirtschafts- und baugeschichtlicher Bedeutung. In Mosbach galt er als größter Felsenkeller, der überdies als etwa 80 Jahre lang genutzte Ausflugsgaststätte eine große Bekanntheit erlangte. Die beeindruckenden Überreste der um 1856 erbauten Gustavsburg bezeugen den hohen unternehmerischen und repräsentativen Anspruch, mit dem Gustav Schifferdecker seine Bierbrauerei betrieb, und die Entwicklung einer charakteristischen Sommerfrische des 19. Jahrhunderts, die um den Bierausschank Anlagen für zeittypische Vergnügungen wie Tanz, Speisen und Naturerleben (Mosbach war Luftkurort) anordnete.

111991919BW
Grenzsteinplatte
(Karte)
Großer Lagerstein anstelle der sonst üblichen Hochquader, Vermessungskreuz und andere Einmeißelungen verweisen auf die Grenzsteinfunktion, No. 58 M, No. 46 [Geweih-Symbol], 4 HCOP 1700 u.a. 113227673BW
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Diedesheim

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Winkelgehöft bestehend aus giebelständigem Wohnhaus und quer gestelltem Ökonomieteil (Sachgesamtheit) Alte Brückenstraße 37/1, 37
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Wohnbau mit Satteldach, massives Erdgeschoss und Giebelwand, sonst Fachwerk, traufseitige Erschließung; Scheunentrakt, Bruchsteinbau, Dachstuhl und Hauskasten überliefert; Vorgarten mit Teilen der Einfriedung, bezeichnet im Einfahrtstorpfosten, 1754

Das stattliche Winkelgehöft ist durch einen umzäunten Vorgarten von der Straße getrennt. Die Inschrift „M N R 1754“ auf einem Sandsteinpfosten an der Hofeinfahrt - heute Eckpfosten der Garteneinzäunung - dokumentiert die Namen der damaligen Bauherren und das Baujahr. Die gruppierten Fenster verweisen auf die Ecklage der Stuben. Auffallend ist die abknickende Traufseite, welche die Erschließung zum Wirtschaftstrakt aufnimmt. In dem später stark von der Eisenbahn und ihren industriellen Folgen geprägten Diedesheim ist das Gehöft heute Zeugnis der ursprünglichen agrarischen Lebensweise der Einwohnerschaft im 18. und 19. Jahrhundert. Die repräsentative Größe ist auch Hinweis auf die prominente Lage an der Verkehrsstraße Speyer-Würzburg am alten Fährübergang über den Neckar, der ab 1830 durch eine Brücke ersetzt wurde.

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Wohnhaus Alte Brückenstraße 64
(Karte)
Zweigeschossig, giebelständig und verputzt Fachwerk über Massiverdgeschoss, Satteldach, um 1800

Das giebelständige Gebäude ist Zeugnis der älteren Bebauung dem Neckardorf Diedesheim. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse der Landbevölkerung und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte am Ausgang der Frühen Neuzeit.

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Gasthof Zur Neuen Pfalz Heidelberger Straße 79
(Karte)
Bestehend aus: Gasthaus, zweigeschossiges Gebäude mit Halbwalmdach, Erdgeschoss massiv und verputzt, darüber konstruktives Fachwerk, Korbbogenportal mit gefeldertem und beschnitztem Türblatt; an der Heidelberger Straße Anbauten und rundbogige Toreinfahrt zu den Ökonomiegebäuden, Mitte bis Ende 18. Jahrhundert

Der ausgedehnte Baukomplex ist ein anschaulich überliefertes Beispiel eines großen Landgasthauses an einer überregional wichtigen Fernstraße (Speyer-Heidelberg-Würzburg) und bot Reisenden sowie ihren Reit- und Zugtieren ausreichende Unterkunft,. Das Gasthaus selbst ist ein mit seiner Kubatur charakteristischer Bau der Barockzeit. Sein repräsentativer Charakter wird in der aufwendig gestalteten Eingangstür deutlich, ein selten überliefertes Beispiel eines barockzeitlichen Türblatts, welches die Qualität des lokalen Handwerks im 18. Jahrhundert belegt. Der Gasthof ist Zeugnis der örtlichen Baugeschichte, vor allem aber der Verkehrs- und Wirtschaftsgeschichte Diedesheims.

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Weitere Bilder
Schulhaus Heidelberger Straße 83
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger Massivbau mit Walmsach, verputzt, Sandsteingliederung, Mittelrisalit mit Haupteingang in Kielbogenform und Treppengiebel, an den Schmalseiten und über dem Mittelrisalit Zwerchhäuser, unter dem Kranzgesims des Daches Spitzbogenfries, über dem Eingang Tafel mit Erbauungsdatum, 1901 (i)

Das große Schulgebäude von kleinstädtischem Format dokumentiert das Wachstum der einstigen Landgemeinde in verkehrsgünstiger Lage seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Dieses machte einen neuen, modernen Schulbau unumgänglich, in dessen aufwendiger späthistoristischer Architektur sich auch das bürgerliche Bildungsverständnis und der Repräsentationsanspruch der Gemeinde äußern. In zeittypischer Weise greift die Gestaltung auf spätgotische und renaissance Formen zurück, um so den gewünschten „altdeutschen“ Charakter des 16. Jahrhunderts heraufzubeschwören, das für das protestantische Bürgertum im wilhelminischen Kaiserriech als vorbildhafte und fortschrittliche Epoche wahrgenommen wurde und mit dem man sich identifizierte. Das Gebäude ist wichtiges Zeugnis der Orts- und Bildungsgeschichte Diedesheims und beispielhaft für den Schulbau um 1900 im Großherzogtum Baden.

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( Wikidata)

Weitere Bilder
Ehrenmal für die Teilnehmer am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 aus Diedesheim Heidelberger Straße 83
(Karte)
Obelisk aus Granit mit stufenförmigem Sockel und Inschriftplatte, runde Leerstelle für Bildmedaillon des Großherzogs Friedrich, gestiftet von der Einwohnerschaft, wohl um 1908

In vielen badischen Gemeinden wurden zu Ende des 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts von Veteranenvereinen und den Kommunen Ehrenmäler aufgestellt, welche der Teilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 gedenken. Dabei wurden nicht nur der Gefallenen gedacht, sondern allen Soldaten aus der jeweiligen Gemeinde. Diese Denkmäler ehren allesamt auch den badischen Großherzog Friedrich I. (1852 bis 1907), der nicht nur seine Truppen persönlich ins Feld führte, sondern auch eine wichtige Rolle im Zuge der deutschen Reichsgründung mit der Ausrufung des preußischen Königs Wilhelm I. zum deutschen Kaiser im Spiegelsaal von Versailles spielte. Oftmals wurden diese Denkmäler daher anlässlich des Todes des Großherzoges errichtet. Am Diedesheimer Denkmal fehlt heute das charakteristische runde Reliefmedaillon mit der Darstellung des Landesherrn. Die Ehrenmäler sind damit auch Erinnerung an die Reichseinigung unter preußischer Führung und stellen dabei den badischen Anteil heraus. Das Diedesheimer Denkmal ist daher wichtiges Zeugnis des Nationalpatriotismus und der Monarchenverehrung im Kaiserreich. In zeittypischer Weise steht das Denkmal hier zur Belehrung der Jugend direkt vor dem Schulhaus.

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( Wikidata)
Wohnhaus eines ehemaligen Gehöfts Heidelberger Straße 86
(Karte)
Zweigeschossiges verputztes Gebäude mit Satteldach, Erdgeschoss und Giebelseite massiv, sonst Fachwerkbauweise, traufseitige Erschließung vom Hof, um 1800

Das stattliche Gebäude einer bäuerlichen Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Diedesheims. Es zeigt mit massivem Erdgeschoss und massiver straßenseitiger Giebelwand eine für den Ort charakteristische Bauweise. Das Gebäude veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse am Ausgang der Frühen Neuzeit und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs 1914 bis 1918 Jahnstraße
(Karte)
Großer vierkantiger Sockel mit Inschrift und darauf stehender Soldatenfigur mit Fahne, rückseitig bezeichnet mit Frz. Bernhard, Buchen, 1931

Das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs (1914 bis 1918) ist ein anschauliches Beispiel für jenen Typus von Denkmälern, welche in heroischer Weise den vermeintlichen Opfertod der Soldaten verherrlichen und so dem Sterben einen Sinn zu geben suchen. Das bereits 1931 errichtete Monument des Bildhauers Franz Bernhard aus Buchen nimmt gestalterisch ähnliche Denkmäler in der Zeit des Nationalsozialismus vorweg. Es ist Zeugnis einer Heldenverehrung in der Zwischenkriegszeit, wie sie in weiten Teilen eines nationalkonservativ gestimmten Bürgertums Anklang fand. In zeittypischer Weise steht das Denkmal hier zur Belehrung der Jugend direkt vor dem Schulhaus.

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( Wikidata)
Sog. Hebekreuz
(Karte)
Sühnekreuz, roter Sandstein, einelementiges, niederes Steinkreuz mit Fuß, in Erinnerung an einen Mord an einer Hebamme, wohl 17./18. Jahrhundert

Das Sühnekreuz ist ein charakteristisches Zeugnis spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Das Diedesheimer Sühnekreuz wird mit dem Mord an einer Hebamme in Verbindung gebracht, weshalb es bis heute im Volksmund als „Hebekreuz“ bezeichnet wird. Es ist damit auch Zeugnis der Ortsgeschichte.

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Pumpenhaus Mülbenweg 1
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, Sandsteingewände mit Inschrift „Pumpwerk Diedesheim“, teils noch ursprüngliche Ausstattung, etwa 1910

Das technische Funktionsgebäude ist in der für seine Entstehungszeit charakteristischen Weise als unauffälliger verputzter Bau mit Walmdach ausgeführt, um sich so in die umgebende Kulturlandschaft einzufügen. Dies entsprach dem damaligen Heimatschutzgedanken. Das Portal mit seiner Bauinschrift setzt dabei einen repräsentativen Akzent, der die Bedeutung der Einrichtung für die Gemeinde hervorhebt. Das Innere ist mit seiner überlieferten technischen Einrichtung ein anschauliches Zeugnis für die Geschichte der Wasserversorgung in Diedesheim zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

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Kulturdenkmal (Information im Aufbau) Schreckhof 6
(Karte)
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Brunnenstock mit Becken Schreckhof 9
(Karte)
Sandstein, alter gusseiserner Auslauf, wohl Ende 19. Jahrhundert

Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der historischen Wasserversorgung auf dem Dorf: Hier holten die Haushalte ihr Brauchwasser, an dem langen Trog wurde das Vieh getränkt.

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Wohnhaus eines ehemaligen Gehöftes Schreckhof 12
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, Sandsteintreppe mit gusseisernem Geländer, im Türsturz bezeichnet, 1865

Das Gebäude veranschaulicht frühere Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem Land. Es ist wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung des Weilers Schreckhof und hat siedlungs- und ortsbaugeschichtliche Bedeutung.

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Wappen der Familie Cloos von Neuenburg Schreckhof 31
(Karte)
Über dem Eingang zum Wohnhaus vermauert, 1660 (i)

Die Cloos von Neuenburg waren 1660 bis 1744 Träger des Lehens Schreckhof. Der Wappenstein erinnert hieran und hat orts- sowie herrschaftsgeschichtliche Bedeutung.

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Wohnhaus Steige 9
(Karte)
Seit 1958 Rathaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Zwerchhaus, bioossierter Sockel in Rotsandstein, Fenstergewände mit Konsolen in Schilfsandstein, bauzeitliches Haustürblatt, um 1900

Das Gebäude in kleinstädtischem Format veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse der Zeit um 1900 und dokumentiert die ortsbauliche Entwicklung seit dem späteren 19. Jahrhundert, als das verkehrsgünstig gelegen Diedesheim einen größeren wirtschaftlichen Aufschwung und damit Zuzug erlebte.

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Gasthaus Krone Alte Brückenstraße 5
(Karte)

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Steinsäule Einmündung Heidelberger Straße / Obere Herrenstraße
(Karte)
Jupitergigantensäule
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Lohrbach

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Wegweiser mit Stundenangaben nach Mosbach Nähe Am Flugplatz 9
(Karte)
Reichenbuch, Diedesheim und Lohrbach, kleiner flach pyramidenförmiger Pfeiler, wohl 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Der Stein in Obeliskform gehört zu einer ganzen Reihe solcher Wegweiser, die in großherzoglich-badischer Zeit zur Ausweisung des lokalen Verkehrsnetzes gesetzt wurden. Die Entfernungsangaben in Stunden belegt eine Entstehung vor der reichsweiten Einführung des metrischen Systems nach 1871. Der Wegweiserstein hat Bedeutung für die Verkehrs- und Infrastrukturgeschichte in Baden.

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Tafelbildstock
(Karte)
18. Jh., um 1800 bzw. 1982, roter Sandstein, Mineros, Plinthe, Säule mit Kapitell, Relieftafelaufsatz, Pieta, Inschrift hinten am Schaft: WHUH 1982

Der barocke Tafelbildstock ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten katholischen Religiosität.

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Gedenkstein
(Karte)
1898, roter Sandstein, Schaft mit glockenförmigem Kopfteil, Inschrift: Heinrich Kuhn/Landwirt in Lohrbach/geb. 22. März 1840 wurde/hier am 22. Mai 1897 vom/Blitz erschlagen/Gewidmet von/Kindern Otto Kuhn/Anna/Katharina/Christina/Luise/Frieda/Wilhelm/1898

Der Gedenkstein knüpft an die in der Region weit verbreiteten Bildstöcke an, die mitunter zur Erinnerung an einen Unglücksfall gesetzt wurden, und hat orts- wie familiengeschichtliche Bedeutung.

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Steg über den Gänsbach Nähe Holzwiesen 1
(Karte)
1772 (bez.) im Verlauf des Kirchenpfads zwischen Fahrenbach und Lohrbach errichtet, Steinplatten auf Widerlager

Der Steg führt im Zuge des alten Kirchenpfads von Trienz über Fahrenbach nach Lohrbach. Katholiken und Protestanten von Trienz benutzten ihn seit dem 16. Jahrhundert auf ihrem Weg bis nach Lohrbach. Seit 1717, dem Bau der ersten evangelischen Kirche in Fahrenbach, gingen die Protestanten nur noch bis dorthin. Der Steg hat daher Bedeutung nicht nur für die örtliche Wege- und Verkehrsgeschichte, sondern auch die regionale Konfessionsgeschichte.

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Teile einer Hofanlage Kurfürstenstraße 10
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossig, giebelständig, Fachwerk über verputztem Massiverdgeschoss, Satteldach, bezeichnet 1799; Scheune, Fachwerkbau mit Satteldach; Einfriedung

Wohnhaus und Scheune der Hofanlage dokumentieren die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Lohrbachs. Sie veranschaulichen frühneuzeitliche Lebens- und Arbeitsverhältnisse auf dem Land und sind Zeugnisse der Ortsbaugeschichte.

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Wohnhaus Kurfürstenstraße 11
(Karte)
Zweigeschossig, giebelständig, Fachwerk über verputztem Massiverdgeschoss, Satteldach, 1780

Das Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für einen späten Sichtfachwerkbau mit Zierelementen. Die K-Streben und Rauten in den Brüstungsfeldern sind dabei charakteristische Fachwerkformen der Barockzeit. Das Gebäude veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem Land und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Hochkreuz Kurfürstenstraße
(Karte)
1759, roter Sandstein, Basis, Sockel mit Basis und Abschlusselement, Kreuz mit verstärktem Fußbereich, Korpus, Frontplatte des Sockels, Inschrift: (Frontplatte) Steh/hier still Du/O wanders Man/Schau Dieses bild Mit Wund-/er An! Nicht Anbetten/Solst Disen Stein Sondern/Gott Den/Allerhöchn/Mein (Sockel vorne) 17/59

Das barocke Wegkreuz stand ursprünglich vor der katholischen Pfarrkirche (Kurfürstenstraße 75). Es ist ein qualitätvolles Zeugnis der Bildhauerkunst in der Kurpfalz im 18. Jahrhundert und anschauliches Dokument einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten katholischen Religiosität.

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Evangelische Kirche Lohrbach Kurfürstenstraße 20
(Karte)
Massiver verputzter Saalbau mit einseitig abgewalmtem Satteldach, aus der Achse gerückter Chorturm mit flachem Pyramidendach, Gliederung des Langhauses durch Ecklisenen und Rundbogenfenster, Eingangsportale mit dorischen Halbsäulen, Eckstein mit Bauinschrift, im Inneren flach gedeckter Raum mit zweiseitig umlaufender Empore und Kanzel, Turmchor mit Netzrippengewölbe, 1514 (i), und Wandmalereien, 14. Jahrhundert, Overmann-Orgel Turm im Kern 13. Jahrhundert, Langhaus und Turmaufstockung 1818 (i); an der Außenmauer zwei Grabsteine, 1748 (i) und 1779 (i); dazu Teile der Kirchhofmauer und Treppenanlage

Das evangelische Gotteshaus ist eine von zwei Pfarrkirchen in Lohrbach und dabei der im kern ältere Sakralbau, datiert der kräftige, das Ortsbild mitprägende Chorturm doch in seinem Unterbau noch ins 13. Jahrhundert. Das Langhaus stellt hingegen einen Neubau von 1818 dar, der mit seinen Rundbogenfenstern und vor allem den beiden Portalen noch deutlich barocke Formen tradiert. Das Innere zeigt sich als charakteristischer, auf die Kanzel ausgerichteter Predigtraum mit einer Overmann-Orgel des 19. Jahrhunderts. Kunstgeschichtliche Bedeutung hat die reiche, 1951 freigelegte Chorausmalung des 14. Jahrhunderts, die vom 1514 eingezogenen Netzrippengewölbe überschnitten ist. Sie zeigt alt- und neutestamentarische Szenen. Spätestens seit dem 1. Viertel des 14. Jahrhunderts geistlicher Mittelpunkt einer eigenständigen, 1569 reformierten Pfarrei hat das Gotteshaus Bedeutung für die lokale Kirchengeschichte.

Die Evangelische Kirche Lohrbach geht baugeschichtlich ins Mittelalter zurück. Im gotischen Turmuntergeschoss, dem einstigen Chorraum, sind Wandmalereien aus der Zeit um 1450 erhalten. Das dortige Sterngewölbe wurde 1514 eingefügt. An die damalige Erneuerung der Kirche erinnert die älteste Glocke, die 1518 von Bernhard Lachamann aus Heilbronn gegossen wurde. Das Langhaus wurde in den Jahren 1817 bis 1819 erneuert. Die Orgel wurde 1818/1819 von den Brüdern Anton und Wilhelm Overmann aus Heidelberg erstellt.

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Gasthof Goldener Stern Kurfürstenstraße 21
(Karte)
Hofanlage, bestehend aus: Gasthaus, ehemals Wohnhaus, zweigeschossiger, giebelständiger und verputzter Bau mit Krüppelwalmdach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, traufseitige Erschließung, im Türsturz Brezel und Initialen, bezeichnet am Kellerbogen [1]800/3; parallel Scheune, Massiv- und Fachwerkbau mit Satteldach, wohl um 1800

Das stattliche Anwesen ist beispielhaft für einen Landgasthof der ausgehenden Frühen Neuzeit. Das Bäckersymbol über dem Hauseingang verweist darauf, dass hier ein Bäcker auch Schankrechte besaß. Die Anlage ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte,. Mit seiner Lage direkt gegenüber der evangelischen Pfarrkirche bildete er einen der Mittelpunkte des Gesellschaftslebens im, Dorf und hat damit sozial- und kulturgeschichtliche Bedeutung. Das Hauptgebäude ist mit seiner Kubatur charakteristisch für die Wohnbauten der Region im 18. und frühen 19. Jahrhundert.

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Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges Kurfürstenstraße 21
(Karte)
Dreiteiliges Denkmal aus mittlerem Sandsteinepitaph mit Gefallenenliste, darüber Soldatenhelm und Eichenlaub, flankierende kleinere Sandsteintafeln mit Gefallenenlisten, Treppenaufgang, nach 1945

Das Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege ist Zeugnis der lokalen Erinnerung an zwei historische Großereignisse und ihre Auswirkungen auf die badische Landgemeinde. Es steht in charakteristischer Weise naher der Pfarrkirche und hat ortsgeschichtliche Bedeutung.

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Wohnhaus Kurfürstenstraße 29
(Karte)
Zweigeschossig, traufständig, Fachwerk über Massiverdgeschoss mit Eckpilastern und verziertem Eingangsportal mit Nutungen und Kopfgesims, an der rechten Hausecke Medaillon mit Bauinschrift, errichtet für Peter Sigmund, 1808 (i)

Das stattliche traufständige Wohnhaus ist ein anschauliches Beispiel für einen repräsentativen Wohnbau in Lohrbach am Ausgang der Frühen Neuzeit. Es tradiert im Obergeschoss die charakteristische Fachwerkbauweise des 18. Jahrhunderts, während die Details wie das reich verzierte Portal als Ausweis des Besitzerwohlstandes frühklassizistisch gestaltet sind. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Sog. Leierbrunnen Kurfürstenstraße 33
(Karte)
Dorfbrunnen, Brunnenwand in Sandstein mit Hebevorrichtung, daneben Sandsteintrog als Viehtränke, 18./19. Jahrhundert

Der anschaulich überlieferte Ziehbrunnen mit nebenstehenden Trog als Viehtränke ist Zeugnis der vormodernen Wasserversorgung Lohrbachs und hat orts- und siedlungsgeschichtliche Bedeutung.

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Wohnhaus Kurfürstenstraße 33
(Karte)
Zweigeschossig, Fachwerk, Erdgeschoss massiv und verputzt, Krüppelwalmdach, giebelständig, kleiner Anbau unter Pultdach, traufseitige Erschließung, Hauseingang in profiliertem Ohrengewände mit Oberlicht, biedermeierliche Haustür, Türstock und Eckpfosten bezeichnet, 1799

Das stattliche Wohnhaus einer bäuerlichen Hofanlage ist mit seiner Kubatur und Bauweise charakteristisch für die ländlichen Wohnbauten in der Region im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse in Lohrbach und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Hofanlage Kurfürstenstraße 36
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossig, traufständig, verputzt, Fachwerk über Massiverdgeschoss, Krüppelwalmdach, zweiläufige Freitreppe, bezeichnet am Türstock mit Handwerkerzeichen, erbaut für den Bierbrauer Jacob Bauer, 1832 (i); rückwärtig Scheune, am Kellerbogen bezeichnet, 1809

Die Hofanlage mit Wohnhaus zur Straße und rückwärtigen Ökonomiegebäuden ist charakteristisch für die landwirtschaftlichen Anwesen der Region. Sie dokumentiert die von der Agrarwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Lohrbachs und veranschaulicht Lebens- und Arbeitsverhältnisse in der Vormoderne. Das Wohnhaus ist mit seiner Kubatur charakteristisch für den ländlichen Wohnbau der Region seit dem 18. Jahrhundert. Das Handwerkerzeichen im Keilstein des Türsturzes verweist darauf, dass es einem Bierbrauer gehörte. Das Anwesen ist überdies von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung.

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Doppelwohnhaus Kurfürstenstraße 41
(Karte)
Zweigeschossig, traufständig, Fachwerk über verputztem Massiverdgeschoss (zum Teil verändert), Krüppelwalmdach, traufseitige Erschließung, wohl um 1800

Das ehemalige Doppelhaus einer Hofanlage ist mit seiner Kubatur und seiner Bauweise charakteristisch für die Bebauung Lohrbachs im 18. und frühen 19. Jahrhundert und zeigt ein zeittypisches Sichtfachwerk mit K-Streben und Rauten in den Brüstungsfeldern der Fenster. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem Land und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Hofanlage Kurfürstenstraße 56
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, dreigeschossiges, traufständiges, verputztes Gebäude mit Satteldach, Erd- und 1. Obergeschoss massiv, darüber Fachwerk, halbrunde Freitreppe, profiliertes und verziertes Türgewände mit Oberlicht, bezeichnet 1808, im Kern wohl älter; rückwärtig Scheune, Werkstein- und Fachwerkbau mit Satteldach, 1894

Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Lohrbachs und veranschaulicht frühere Lebens- und Arbeitsverhältnisse auf dem Land. Sie ist darüber hinaus Zeugnis der Ortsbau- und Hausgeschichte. Bemerkenswert ist das ungemein hohe Wohnhaus.

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Wohnhaus einer Hofanlage Kurfürstenstraße 57
(Karte)
Zweigeschossig, giebelständig, Fachwerk über verputztem Massiverdgeschoss, Satteldach, einläufige Freitreppe mit Schmiedeeisernem Geländer, am Türsturz bezeichnet, 1812

Das stattliche Gebäude zählt zu einer ganzen reihe von Hausneubauten in der Kurfürstenstraße, die in den Jahren nach der Mediatisierung Lohrbachs durch das Großherzogtum Baden entstanden sind. Es tradiert in charakteristischer Weise die Fachwerkbauweise des 18. Jahrhunderts und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte am Ausgang der Frühen Neuzeit. Nicht zuletzt veranschaulicht es frühere Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem Land.

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Winkelgehöft Kurfürstenstraße 60
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossig mit Satteldach, Fachwerk über verputztem Massiverdgeschoss, traufseitige Erschließung, Küferzunftzeichen im Türsturz, bezeichnet am rechten Eckständer 1739, bezeichnet am Kellersturz 1785, teils um- oder angebaut; quer dazu Fachwerkscheune mit massivem Sockel und Satteldach, teilweise verändert

Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Lohrhauptens. Es veranschaulicht die Wohn- und Lebensverhältnisse eines ländlichen Küfermeisters in der Frühen Neuzeit, wie das Handwerkerziechen im keilstein des Türsturzes ausweist. Bei dem traufständigen Wohnhaus handelt es sich im Kern um einen Fachwerkbau von 1739, der 1785 für Adam Wider erneuert wurde, und illustriert ortsbaugeschichtliche Aspekte.

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Doppelwohnhaus eines Gehöfts Kurfürstenstraße 59, 61
(Karte)
Zweigeschossig, traufständig, Fachwerk über verputztem Massiverdgeschoss, Satteldach, traufseitige Erschließung, Türgewände mit Oberlichten, beide Eingangstüren mit historischem Türblatt, im Türsturz bezeichnet, 1812

Das traufständige Gebäude ist als Doppelhaus Zeugnis der Sozial- und Ortsbaugeschichte Lohrbachs am Ausgang der Frühen Neuzeit. Mit seinem Fachwerk ist es charakteristisch für den Wohnbau im Ort im 18.- und frühen 19. Jahrhundert. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse der bäuerlichen Bevölkerung.

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Scheune (heute Wohnhaus) Kurfürstenstraße 69
(Karte)
Fachwerk über massivem Erdgeschoss mit Sandsteintürgewänden, Satteldach, aufgedoppelte, zweiteilige Holztüre (zum Schlossbereich gehörig), spätes 18. Jahrhundert

Die Scheune zeigt ein für Lohrbach im 18. Jahrhundert charakteristisches Fachwerk und dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur. Der frühere Speicherbau hat ortsbau- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung.

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Kurpfälzisches Wasserschloss Lohrbach Kurfürstenstraße 71, 71/1
(Karte)
Anlage aus grabenumgebener Kernburg und Vorburg, gegründet wohl im 13. Jahrhundert, 1299 im Besitz der Johanniter, damals Wiederaufbau nach Zerstörung durch Eberhard II. von Württemberg, 1413 bis 1802 in kurpfälzischem Besitz, 1576 bis 1602 Witwensitz der Amalie von Mörs, Gemahlin Kurfürst Friedrichs III., bestehend aus:
  • Kernschloss, dreiflügelige Anlage, von Wassergraben umgeben, zwei- bis dreigeschossige verputzte Massivbauten mit Satteldächern, an drei Ecken über Eck gesetzte Vierecktürme mit Schlüssellochscharten, am Südflügel (Fürstenbau) zweigeschossiger runder Eckerker in Werkstein mit Fensterbändern und Welscher Haube, im Südwestzwickel achteckiger Treppenturm mit Welscher Haube, Westflügel mit hölzerner Galerie, am Nordflügel (Alter Bau) runder Treppenturm mit Kegelhelm, Reste der Mauer und des Torbaus, steinernen Grabenbrücke des 18. Jahrhunderts, wohl weitgehende Neuanlage des Spätmittelalters, Ausbau unter Kurfürst Ludwig V. 1514, Ausbau zum Witwensitz unter Kurfürst Friedrich III., 1572 (i), (Wiederherstellung um 1985);
  • Vorburg mit äußerer Ringmauer; im Norden hoher. quadratischer Turm mit Eckbuckelquadern, Rundbogenfries und Schlüssellochscharten, an einem Quader pfälzisches Wappen, wohl errichtet unter Otto von Pfalz-Mosbach, kurz nach 1413; daran anschließend Reste des spitzbogigen Burgtores; östlich mauerbündig anschließend Ökonomiegebäude, zweigeschossiger Bruchsteinbau mit einseitig abgewalmtem Satteldach, teils profilierte Fenstergewände, im Kern wohl spätmittelalterlich, Umbauten 18./19. Jahrhundert; daran anschließend Ruine eines zweigeschossigen Wirtschaftsbaus mit profilierter Rundbogenpforte und Korbbogentor, wohl 2. Hälfte 16. Jahrhundert, Umbau 18. Jahrhundert; steinerne Bogenbrücke, wohl 18. Jahrhundert; Reste des äußeren Wassergrabens

Das einst kurpfälzische Schloss in Lohrbach zählt zu den eindrucksvollsten und am anschaulichsten überlieferten Wasserburgen der Region. Es könnte auf einen staufischen Dienstmannensitz zurückgehen und gelangte um 1270 an die Johanniter. Bei einer Auseinandersetzung mit Graf Eberhard II. von Württemberg wurde die Burg wohl beschädigt. Der heutige Baubestand gehört in die Zeit der Spätgotik und Renaissance und entstand erst, nachdem Lohrbach 1413 an Pfalz-Mosbach gelangt war. Der bisher aufgrund seiner Eckbuckelquader ins 13. Jahrhundert datierte Turm neben dem Tor zur Vorburg gehört mit seinem Rundbogenfries und den Feuerwaffenscharten ganz sicher erst in die frühe pfälzische Ausbauphase. Die Kernburg entstand in ihrer heutigen Form weitgehend als Dreiflügelanlage im 16. Jahrhundert. Ältester Teil ist wohl der als Alter Bau bezeichnete Nordflügel, der eine deutliche Baufuge nach Westen zeigt und einen runden Treppenturm aufweist. Dieser Trakt dürfte unter Kurfürst Ludwig V. um 1514 entstanden sein, während die übrigen Flügel, der sog. Fürstenbau, und wohl auch die über Eck gesetzten Türme mit den Schießscharten auf Grabenniveau zum großzügigen Ausbau unter Friedrich III. 1572 gehören, der Lorhbach zum Witwensitz für seine Gemahlin Amalie von Mörs einrichten ließ. Diese hielt hier nach dem Tod ihres Mannes 1586 bis 1602 Hof. Nach dem Übergang Lohrbachs an das Fürstentum Leiningen und schließlich an Baden diente das Schloss u. a. als Wohnung des Oberförsters und war schon 1906 in argem Verfall begriffen. West- und Nordflügel mussten 1985 gesichert und mit völlig neuen Dächern versehen werden. Die Anlage veranschaulicht eindrücklich Entwicklungen im hochadeligen Wohn- und Wehrbau des Spätmittelalters und ist eines der wenigen kurpfälzischen Schlösser der Renaissance, die nicht im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört wurden. Es ist wichtiges Zeugnis für die Baukultur und die Selbstdarstellung des über Jahrhunderte die Region prägenden Herrscherhauses, das zu den wichtigsten Dynastien im Südwesten Deutschlands zählte. Das Schloss ist darüber hinaus von zentraler Bedeutung für die Siedlungs- und Herrschaftsgeschichte Lohrbachs.

Burg Lohrbach ist eine auf den Fundamenten einer mittelalterlichen Wasserburg errichtete Schlossanlage, 1576 bis 1599 Witwensitz von Kurfürstin Amalie, danach pfälzische Kellerei. Bis 1947 in Besitz der Fürsten von Leiningen, später im Besitz der Johannesanstalten in Mosbach. Ab 1970 in Privatbesitz, 1982 zu Wohnungen umgebaut. Die Alte katholische Kirche Lohrbach wurde 1763 nach Plänen des Baumeisters Rabaliatti durch Umbau der ehemaligen Zehntscheuer beim Wasserschloss errichtet. Unter der Kirche befindet sich noch ein älterer Weinkeller. Bemerkenswert ist auch der in dieser Gegend außergewöhnliche runde Kirchturm, der auf einen ursprünglich zum Schloss gehörenden Turm von 1585 zurückgeht. Nachdem an Heiligabend 1966 ein Teil der Kirchendecke einstürzte, wurde ein Kirchenneubau an anderer Stelle beschlossen. Die alte katholische Kirche wurde säkularisiert und saniert und dient heute Wohn- und Gewerbezwecken.

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Wohnhaus einer Hofanlage Kurfürstenstraße 72
(Karte)
Zweigeschossig, giebelständig, Fachwerk über Massiverdgeschoss, Satteldach, traufseitige Erschließung, um 1800

Das giebelständige Gebäude gehört zu einer ganzen reihe von Wohnbauten, die um 1800 in Lohrbach neu errichtet wurden und hat damit ortsbaugeschichtliche Bedeutung. Es zeigt ein für die Region und Zeitstellung charakteristisches Fachwerk und veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem Land.

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Wohnhaus Kurfürstenstraße 74
(Karte)
Zweigeschossig, traufständig, verputzt, Fachwerk über Massiverdgeschoss, Satteldach, am Kellerbogen bezeichnet 1772, profiliertes Eingangsgewände mit Inschrift und Bezeichnung 1860

Das langgestreckte Wohnhaus einer Hofanlage veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem Land. Das wohl erst nachträglich im Zuge einer Erneuerung des Hauses auf 1860 datierte Portal dürfte bauzeitlich sein und zeigt charakteristische Ornamentformen des 18. Jahrhunderts. Das Anwesen ist wichtiger Bestandteil der weitgehend geschlossen überlieferten historischen Bebauung in der Kurfürstenstraße und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Kath. Pfarrkirche St. Maria (seit 1969 profaniert) Kurfürstenstraße 75
(Karte)
Seit 2003 Ausstellungs- und Festraum BasilicaArtis), Saalbau in Bruchstein mit Walmdach, eingezogener Polygonalchor mit abgewalmtem Dach, nördlich eingeschossiger Sakristeianbau, westlich hoher, schlanker Rundturm mit übergroßer Zwiebelhaube (neu) und verziertem Segmentbogenportal, 1585 (i), Gliederung Segmentbogenfenster, hervorgegangen aus Umbau der kurpfälzischen Zehntscheune von 1585 nach Entwurf von Franz Wilhelm Rabaliatti, 1763/64 (a, i), Choranbau 1908 (a)

Die einstige katholische Pfarrkirche erhebt sich am Nordrand des alten Schlossareals. 1757 schenkte Kurfürst Karl Theodor den Lohrbacher Katholiken die herrschaftliche Zehntscheune, damit sie diese zu ihrem Gotteshaus ausbauen konnten. Seit dem 17. Jahrhundert gab es im 1560 reformierten Lohrbach wieder eine katholische Gemeinde, für die 1688 eine eigene Pfarrei eingerichtet wurde. Lange Zeit waren die Katholiken darauf angewiesen, ihre Messe in einem Raum des Schlosses abzuhalten. Mit der Schenkung der Zehntscheune und dem Umbau derselben durch den kurpfälzischen Hofbaumeister Franz Wilhelm Rabaliatti (1714 bis 1782) erhielt die katholische Kirchengemeinde ihr erstes eigenständiges Gotteshaus seit der Reformation. Vom Altbau wurde in die barocke Kirche der schlanke, hohe Treppenturm übernommen, der ein reich verziertes Renaissanceportal aufweist und auf 1585 datiert ist. Das frühere Gotteshaus ist damit ein zentrales Zeugnis der Lohrbacher Konfessions- und Ortsgeschichte und dokumentiert darüber hinaus mit seinen verschiedenen Bauphasen die Ortsbaugeschichte.

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Gehöft Kurfürstenstraße 81
(Karte)
Bestehend aus: Wohnstallhaus, eingeschossiger verputzter Fachwerkbau über hohem massivem Sockelgeschoss, Satteldach, Zierfachwerk im Giebel, am Kellerportal bezeichnet, erbaut für Johannes Antz, 1790; Schweinekoben, 1786 (i); gegenüberliegend Scheune, Bruchsteinbau mit Satteldach und Fachwerkgiebel

Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Lohrbachs. Sie veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Arbeitsverhältnisse auf dem Land. Das Giebelfachwerk des Wohnstallhauses ist von starken Symmetriebestrebungen und einer Dichte von Ziermotiven geprägt, wie sie für das späte 18. Jahrhundert in Lohrbach charakteristisch sind. Der Komplex ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte im späteren. 18. Jahrhundert.

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Hofanlage Kurfürstenstraße 24; Paulusstraße
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossig, giebelständig, verputzt, Fachwerk über Massiverdgeschoss, Krüppelwalmdach, Türlaibung profiliert, bezeichnet 180? (um 1800); quer dazu Scheune, Massiv- und Fachwerkbau mit Satteldach

Die Hofanlage mit zur Straße giebelständigem Wohnhaus und quer dazu gestellter Scheune im rückwärtigen Teil des Grundstücks bildet eine charakteristische Gehöftform in der Region. Das Anwesen dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Lohrbachs. Es veranschaulicht vormoderne Lebens- und Arbeitsverhältnisse auf dem Land und ist Zeugnis er Ortsbaugeschichte.

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Katholische Pfarrkirche Paulusstraße 3
(Karte)
Gestreckt sechseckiger Betonskelettbau mit Sandsteinverkleidung und separatem Glockenturm, mit eingemauerten Teilen der alten Kirche, u. a. der Renaissancesturz und ein Teil der Laibung, erbaut nach Entwurf des Architekten Ullmann aus Buchen, 1967 (a, i); zugehöriger Brunnen

Die Pauluskirche thront auf einer Hügelkuppe weithin sichtbar hoch über dem Ort. In bewusstem Kontrast zur benachbarten spätmittelalterlichen Kirche, die seit der Reformation den Protestanten dient, wählten der Architekt Ullmann und die Gemeinde 1967 Formen und Materialien der modernen Architektur. Es handelt sich um einen Betonskelettbau mit roter Sandsteinverkleidung, großen Klarglasflächen und schiefergedecktem Satteldach, dem ein freistehender keilartiger Turm zur Seite gestellt ist. Auffällig ist das dickleibige, dunkle Dach, das wie ein Schutzschild oder eine schützende Hand über dem Kirchenschiff zu schweben scheint, ein Motiv, das durch die transparente Verglasung der oberen Wandstücke herausgearbeitet ist. Eine weitere Assoziation ist das Bild des Zeltes, das der ecclesia peregrinans, der fortwährenden Pilgerschaft der Gemeinde auf dem Weg zu Gott, Ausdruck verleihen sollte. Die zeitgenössische Diskussion der 1960er-Jahre – sowohl in der evangelischen als auch in der katholischen Kirche – hatte dem „Zelt“ starken Symbolcharakter zugewiesen und der Realisierung der Bildidee große Aufmerksamkeit geschenkt. Im katholischen Kirchenbau begünstigte die Formidee zudem die Umsetzung neuen Liturgiebestimmungen des Zweiten Vatikanischen Konzils 1964, da die äußere Formgebung des Zelts einen einheitlichen Innenraum hervorbrachte und die traditionelle Trennung von Chorraum und Gemeinderaum damit aufhob. Der in Lohrbach realisierte Quersaal löst die liturgischen Erfordernisse in moderner Weise ein. Die schon für die Außengestaltung wichtige großflächige Verglasung der oberen Wandabschnitte mit Klarglasscheiben besitzt auch prägende Bedeutung für den Innenraum: Es wird ein unmittelbarer Bezug zur Außenwelt hergestellt, das Licht dringt ungefiltert ein und vermittelt den Eindruck von geistiger Transparenz und Nähe zu Gott. Die hellen Materialien des Innenraums unterstützen diese Offenheit. Der Neubau der katholischen Kirche wurde u. a. durch den Zustrom von Heimatvertriebenen motiviert. Dass man sich hier im ländlichen Raum, weit entfernt von den städtischen Zentren, für eine moderne Architektur aussprach, ist ein bemerkenswertes Signal des Neubeginns. Die Verkleidung mit bossierten Rotsandsteinplättchen stellt einen der tradierten Materialität der Stuttgarter Schule geschuldeten Kompromiss dar, während die rauen Ziegel des Innenraums der Modernität des Entwurfs entsprechen.

Die katholische Kirche St. Paulus wurde nach Plänen des Buchener Architekten Ullmann von 1967 bis 1969 beim Friedhof errichtet. Das moderne, zeltartige Kirchengebäude und der 28 Meter hohe freistehende Turm sind aus quadratischen und dreieckigen Elementen konstruiert. Die Giebel der Kirche bestehen aus Buntsandsteinwänden, die seitlich großflächig verglast sind. Das Turmkreuz leuchtet in der Nacht.

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Friedhof mit alter Umfassungsmauer und einigen Gräbern des 19. Jahrhunderts Paulusstraße 4
(Karte)
U. a. Kindergrab von 1893, Grab des Zieglers Müller vom Tannenhof 1919

Wie in vielen gemeinden, so wurde auch in Lohrbach im 19. Jahrhundert der Friedhof im Areal des alten Kirchhofs aufgegeben und aus Platz- und Hygienegründen an den Ortsrand verlegt. Er ist damit Zeugnis der Siedlungsgeschichte und dokumentiert mit den überlieferten historischen Grabsteinen die Entwicklung der Grabmalkunst im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Diese haben wiederum orts- und familiengeschichtliche Bedeutung.

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Ev. Pfarrhof Kurfürstenstraße 27; Rebengärten
(Karte)
Bestehend aus:
  • Pfarrhaus, zweigeschossiger giebelständiger und verputzter Massivbau mit Halbwalmdach, Fenster in Segmentbogengewänden, traufseits Halbrundtreppe und profiliertes Segmentbogenportal mit Oberlicht und bauzeitlichem Türblatt, bauzeitliche Innenausstattung, 1750;
  • parallel hierzu Ökonomiegebäude, schmaler zweigeschossiger Bau mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, Fachwerkobergeschoss und Laubengang;
  • verputzte Hofmauer mit Pfeilertor;
  • im Garten Pflaumendarre, langgestreckter Massivbau mit Satteldach, 1812;
  • Pfarrgarten mit Gartenmauern, an der Ostseite eingemauerte Grenzsteine

Das ausgedehnte Anwesen veranschaulicht mit seinem Garten und den Wirtschaftsbauten eindrücklich Wohn- und Lebensverhältnisse des Ortsgeistlichen und seiner Familie in der Frühen Neuzeit. Das Pfarrhaus ist mit seiner Kubatur ein charakteristisches Beispiel für diesen Bautypus in der Barockzeit, die Hofanlage selbst entspricht dem in der Region verbreiteten Typus des Parallelgehöfts. Die stattliche Anlage stellt dabei die gesellschaftliche Stellung des (damals reformierten) Pfarrers innerhalb der Dorfgesellschaft heraus und ist als Verwaltungssitz der seit dem 1. Viertel des 14. Jahrhunderts bestehenden Pfarrei von orts- und kirchengeschichtlicher Bedeutung.

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Bahnhof aus Empfangsgebäude und Güterschuppen Ringstraße 1
(Karte)
Um 1905 an der Zweigstrecke von Mosbach der badischen Odenwaldbahn errichtet, Empfangsgebäude in Typenbauweise, zweigeschossiger Massivbau unter Satteldach mit Geschossgesims, Sandsteingewänden und Eckbossen; nach Norden angebauter hölzerner Güterschuppen unter Satteldach

Der Bahnhof Lohrbach ist ein anschauliches bauliches Zeugnis der Verkehrserschließung des Odenwaldes und bildete eine Zweigstrecke der badischen Odenwaldbahn. Die Schmalspurstrecke von Mosbach nach Mudau war die einzige Schmalspurbahn des ehemaligen Großherzugtums Baden und bis zu ihrer Stilllegung 1973 die letzte 1000 mm-Bahn der Deutschen Bundesbahn auf dem Festland. Sie wurde von einem Privatunternehmen (Vering & Waechter) im Auftrag des Staates gebaut und auch betrieben (ab 1917 DEBG). Die Einweihung der Strecke erfolgte am 03.06.1905. Die Schmalspurbahn verlief einige Kilometer parallel zur Hauptstrecke nach Würzburg. Auf dieser Bahnstrecke wurde als einziger ab 1928 der Rollwagenbetrieb praktiziert. Auf den wichtigsten Bahnhöfen waren Normalspurgleise mit einer Rollwagenrampe vorhanden, um die wenigen Rollwagen nicht zu lange dem Betrieb zu entziehen. Zusammen mit den Bahnhöfen Fahrenbach, Limbach und Laudenberg ist der Lohrbacher Bahnhof ein anschauliches Beispiel für kostensparende Typenbauweise an der Strecke. Die Bauformen sind charakteristisch für den späten Historismus. Der Bahnhof hat wichtige Bedeutung für die Verkehrs- und Sozialgeschichte Lohrbachs.

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Wohnhaus Schiedstraße 11
(Karte)
Zweigeschossig, Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, darüber Sichtfachwerk, traufseitige Erschließung, bezeichnet am Türstock, 1803

Das stattliche Wohnhaus einer Hofanlage ist mit seiner Architektur und seinem Fachwerk charakteristisch für den Wohnbau in Lohrbach und Umgebung im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Es ist einer von zahlreichen Neubauten, die kurz nach 1800 in Lohrbach entstanden und hat daher ortsbaugeschichtliche Bedeutung. Das Gebäude dokumentiert darüber hinaus Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem Land am Ausgang der Frühen Neuzeit.

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Tannenhof Tannenhof 1
(Karte)
Ehem. mit Ziegelei, bestehend aus:
  • Wohnhaus, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, darüber konstruktives Fachwerk, eingemauerte Relieftafel an jüngerem Anbau, 1790 (i);
  • Scheune (heute Heimatstube), Massivbau mit Fachwerk, einseitig abgewalmtes Satteldach;
  • Scheune. Bruchsteinbau mit Fachwerkgiebel und Satteldach;
  • Stall, zwiegesohssiger Bruchstein- und Fachwerkbau mit Satteldach;
  • Fundamentstein der Ziegelei beim westlichen Ökonomiebau

Der außerhalb des alten Ortskerns in der freien Landschaft gelegen Tannhof, der ursprünglich auch eine Ziegelei umfasste, ist von siedlungsgeschichtlicher Bedeutung. Er dokumentiert mit seinen anschaulich überlieferten Bauten eindrucksvoll vormoderne Lebens- und Arbeitsverhältnisse.

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Ziehbrunnen Gellengasse
(Karte)
Runde Brunneneinfassung aus Sandstein mit Hebevorrichtung, umlaufende Sandsteinplattenfläche, 18./19. Jahrhundert

Der Ziehbrunnen veranschaulicht die vormoderne Wasserversorgung Lohrbachs und hat siedlungs- sowie ortsgeschichtliche Bedeutung.

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Wegkreuz Wannenberg
(Karte)
Roter Sandstein, vierkantiger, schlanker Sockel, unterer Teil des Kreuzstammes mit Nische, Kreuz lateinischer Form, 19. Jahrhundert

Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten katholischen Religiosität.

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Neckarelz

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

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Alter Bahnhof Alter Bahnhofweg 2
(Karte)
Empfangsgebäude, zweigeschossiger Sandsteinquaderbau mit flach geneigtem Walmdach, an beiden Schmalseiten je ein eingeschossiger Anbau, im Erdgeschoss Rundbogenfenster, aufwändiges Zahnschnittgesims, um 186

Das repräsentativ gestaltete Empfangsgebäude des Bahnhofs Neckarales entstand an der am 22.10.1862 in Betrieb genommenen badischen Odenwaldbahn von Heidelberg über Neckargemünd, Meckesheim nach Mosbach. Es ist ein für die Bahnhofsgebäude an dieser Strecke charakteristischer Werksteinbau, der in seiner Gestaltung einen gewissen Aufwand erkennen lässt, handelte es sich doch bei Neckarelz um einen Umsteigebahnhof von der Linien entlang des Neckars gegen Süden. Das Gebäude ist wichtiges Zeugnis der Eisenbahngeschichte im damaligen Großherzogtum Baden sowie für die Verkehrserschließung des Odenwaldes und seiner Anbindung an das Neckartal und die großen Zentren Nordbadens. Dabei hat er auch ortsgeschichtliche Bedeutung für Neckarelz, das mit dem Bahnanschluss wie viele Orte einen gewissen wirtschaftlichen Aufschwung und in der Folge sein Wachstum erfuhr.

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Kulturdenkmal (Information im Aufbau) Torhausstraße 4
(Karte)
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Mutschlers Mühle (1996 Ausbau zur Jugendherberge) Zur alten Mühle
(Karte)
Mühlengehöft an der Elz, bestehend aus:
  • Mühlengebäude, zweigeschossiger verputzter Massiv- und Fachwerkbau mit Satteldach, nach Norden Radhaus, eingeschossiger Bruchsteinbau mit Satteldach, im Kern 1565 (i), Aus- und Neubau 1742 (i);
  • quer dazu Scheune, teilverputzter Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach,. nach Süden Seitenflügel, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, wohl 16./17. Jahrhundert (modern ausgebaut);
  • Pferdestall, Brusteinbau in Rotstandstein mit Satteldach, wohl 19. Jahrhundert;
  • Einfriedungsmauer, daran Schweinestall mit Pultdach, Sandsteinkoben und hochrechteckigen Steinschiebern, wohl 19. Jahrhundert;
  • Streichwehr

Das Mühlengehöft veranschaulicht historische Arbeits- und Lebensverhältnisse auf einer großen Mühle im Elztal. Das bestehende Anwesen lässt sich aufgrund der inschriftlichen Datierung bis 1565 zurückverfolgen und dürfte sich als Bannmühle für die Neckarelzer Bevölkerung ursprünglich in herrschaftlichem Besitz befunden haben. Sie ist Zeugnis der Agrar-, Siedlungs- und Ortsgeschichte und dokumentiert die Wassernutzung in vormoderner Zeit zum Mühlenantrieb. Eine bauliche Besonderheit bilden die Schweineställe an der hohen Einfriedungsmauer mit ihren senkrechten Steinschiebern.

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Eisengießerei Georg Röth Bahnhofstraße 6, 8
(Karte)
Gegründet 1890, bestehend aus:

Gießerei (Bahnhofstraße 6), Gießereihalle, 1891 (a), erweitert um zwei weitere Gießereihallen, 1914 (a);

Wohnhaus;

Bürohaus;

Schlosserei;

Wohn- und Verwaltungsgebäude (Bahnhofstraße 8), zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Sandsteingliederung und Walmdach, Akzent setzender Mittelrisalit, darin Hauseingang, über dem gruppierten Fenster Eisenschild mit der Inschrift „Glück auf Erb. 1909“ und zwei gekreuzte Hämmer

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Neckarelz zu einem bedeutenden Standort der Eisenverarbeitung und des Maschinenbaus. Dazu trug sicher auch die günstige Verkehrslage an der Eisenbahnabzweigung in den Odenwald bei. Der Neckarelzer Hammerschmiedemeister Georg Röth gründete 1890 eine Eisengießerei, für die im Jahr darauf eine erste Werkshalle errichtet wurde. In der Folge wuchs der Betrieb, 1914 mussten zwei weitere Hallen errichtet werden. Die Anlage ist bis heute geschlossen überliefert inklusive eines 1909 errichteten Wohngebäudes für Angestellte. Die Eisengießerei ist wichtiges Zeugnis der Gewerbe- und Industriegeschichte von Neckarelz und ist mit ihren Produktionsgebäuden beispielhaft für die Industriearchitektur im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

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Postamt Bahnhofstraße 23
(Karte)
Zweigeschossiger Sandsteinbau mit Satteldach, akzentsetzender Seitenrisalit mit geschweiftem Giebel und gruppierten Fenstern, um 1900

Das Postamt, in charakteristischer Weise nicht allzu weit vom Bahnhof entfernt, dokumentiert den Ausbau von Neckarelz entlang der Bahnhofstraße seit dem späteren 19. Jahrhundert. es ist Zeugnis der für die wilhelminischen Kaiserzeit charakteristischen, neu eingerichteten Infrastruktur größerer Orte und hat Bedeutung für die Postgeschichte. Das Gebäude ist geprägt von einem zurückhaltenden Historismus mit zeittypischen Neurenaissanceformen.

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Gasthaus Klingenburg Bahnhofstraße 25
(Karte)
1950 bis 1972 Blindenheim (heute Seniorenstift), mehrteiliger Baukomplex, errichtet nach Plänen von Hermann Billing, Karlsruhe, 1898/99 (a), bestehend aus: zweigeschossiger Hauptbau in Werkstein, teils verputzt, teils mit vorkragendem Fachwerkobergeschoss, Walmdach mit Zwerchhaus, Zinnenschmuck, schmaler runder Treppenturm; eingeschossiger Saalbau mit Satteldach und Spitzbogenfenstern; quer dazu verputzter Ökonomietrakt mit Fachwerkkniestock und Krüppelwalmdach

Der Name des ehemaligen Gasthauses, Klingenburg, ist programmatisch zu sehen: wie so manches großes Brauerei- oder Ausflugslokal der Jahre um 1900 ist das Gebäude in Formen einer Burg gestaltet und als malerisch aufgebauter, verwinkelter Komplex entworfen. Ein runder Treppenturm, Treppengiebel und Zinnenschmuck sowie die Spitzbogenfenster des Saalbaus verleihen dem Gebäude den gewünschten burghaften und mittelalterlichen Charakter, wobei sich in der teils strengen Fassadenbehandlung und dem Wert, der auf die Materialwirkung gelegt wird, die Gedanken der Reformarchitektur durchdringen. Entworfen wurde das Gebäude von dem seinerzeit renommierten Karlsruher Architekten Hermann Billing (1867 bis 1946), der zu den wichtigen Architektenpersönlichkeiten Badens in der Zeit des Späthistorismus und des Jugendstils zählt. Sein Neckarelzer Gasthaus veranschaulicht den Ausflugstourismus der Jahre um 1900, als die Eisenbahn dem Städtern den Sonntagsausflug ins Grüne möglich machte. Nahe dem Bahnhof gelegen, ermöglichte es Reisenden die Einkehr.

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Eisenbahnbrücke mit Sandsteinwiderlager über die Elz Erlenweg 16
(Karte)
An dem 1879 eröffneten Streckenabschnitt Eberbach-Mosbach der von der Neckartalbahn abzweigenden Odenwaldbahn, historistische Widerlager von 1879, zwei nebeneinander liegende Stahlfachwerkbrücken von 1906 und 1919

Die Eisenbahnbrücke der Neckar-Odenwald-Bahn über die Elz ist mit ihrem Stahlfachwerk ein charakteristisches Beispiel für den Ingenieurbau in der Zeit der Hochindustrialisierung. Sie ist mit ihren verschiedenen Bauphasen ein anschauliches Zeugnis der technik- und Verkehrsgeschichte im einstigen Großherzogtum Baden im späteren 19. und frühen 20. Jahrhundert.

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Friedhof Friedhofweg
(Karte)
1581 als gemeinsamer Friedhof für Diedesheim, Nüstenbach und Neckarelz angelegt, erweitert 1825 (a), nochmals 1969 (a), bestehend aus:

Einfriedungsmauer mit Spitzbogenportal, 1584 (i);

Gefallenendenkmal für den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 bzw. für den Ersten Weltkrieg 1914 bis 1918, adlerbekrönter, hochgesockelter Obelisk über Postament mit ionischen Eckpfeilern und Inschriften, 1889, um Inschrifttafeln aus dem Rathaus für die Toten des Ersten Weltkriegs erweitert, 1964 (a);

  • Friedhofskapelle, heute Gedächtnisstätte für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs, massiver, teilverputzter Kapellenbau in Form einer offenen Halle mit Walmdach, 19. Jahrhundert, Umbau zur Gedenkstätte nach 1964;
  • an der Kapellenrückwand Friedhofskreuz, Ersatz für den 1945 zerstörten Vorgänger, 1947;
  • historische Grabmäler

Der Neckarelzer Friedhof wurde bereits 1581 außerhalb des Ortes verlegt. Aus seiner Gründungszeit blieben Teile der Einfriedung mit dem Spitzbogentor erhalten. Zahlreiche historische Grabsteine do0kumentieren die Entwicklung der Grabmalkunst bis ins frühe 20. Jahrhundert und haben orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. Zeugnisse der lokalen Erinnerung an historische Großereignisse und ihre persönlichen Folgen für Neckarelzer Familien sind das Gefallenendenkmal des späten 19. Jahrhunderts und die zur Gedenkstätte umgewidmete einstige neugotische Friedhofskapelle. Der Friedhof ist damit wichtiges Zeugnis der Siedlungs- und Ortsgeschichte.

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Wohnhaus Heidelberger Straße 1
(Karte)
Zweigeschossig mit sehr hohem Halbwalmdach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, verputzt, im Kellerbogen (teils überputzt) bezeichnet, 1577, im Türstock 1841

Das stattliche Gebäude in Ecklage datiert im Kern bis in das letzte Viertel des 16. Jahrhunderts zurück und zählt damit zu den ältesten überlieferten Wohnbauten in Neckarelz. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in der bis ins 19. Jahrhundert ländlich geprägten Gemeinde und ist Zeugnis der Ortsbau- und Hausgeschichte.

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Wohnhaus Heidelberger Straße 2
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Halbwalmdach, massiver verputzter Keller mit Eckquaderung, 1581 (i), der aufgehende Hauskasten samt Dachstuhl wohl 18. Jahrhundert, im Innern barocke Stuckdecke

Das stattliche Gebäude zeigt eine für das 18. Jahrhundert charakteristische Kubatur, wobei der Kellerbau deutlich älter ist und ins Jahr 1581 datiert. Das Gebäude veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse in Neckarelz, wobei die Stuckdecke im Innern auf einen gewissen Wohlstand der Besitzer schließen lässt. Der vermauerte Kellerbogen erinnert an die Bedeutung des Weinbaus für das Erwerbsleben in der Region in vormoderner Zeit. Das Gebäude ist Zeugnis der Haus. und Ortsbaugeschichte.

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Gasthaus Zum Goldenen Löwen und Posthalterei Heidelberger Straße 10
(Karte)
Wohl erst seit Mitte 17. Jahrhundert Gasthaus, beherbergte am 7. 10. 1815 Goethe auf dem Weg von Heidelbergzweigeschossiger giebelständiger Fachwerkbau unter Krüppelwalmdach, reiches Zierfachwerk, Erkervorbau, Freitreppe, Heiligennische im Obergeschoss, bemerkenswertes Haustürblatt mit rahmendem Holzeinfassung, barockzeitliche Innentreppe, Stuckdecken, errichtet 1551 (i), Umbau 18. Jahrhundert

Das stattliche Gebäude in Ecklage, errichtet 1551, ist eines der ältesten überlieferten Wohnhäuser in Neckarelz und dokumentiert den Haus- und Fachwerkbau am Übergang vom Mittelalter hur Frühen Neuzeit. Das in verkehrsgünstiger Lage stehende Gebäude dient spätestens nachweislich seit dem 17. Jahrhundert als Gasthaus und beherbergte Durchreisende, darunter so prominente Gäste wie den Dichter Johann Wolfgang von Goethe, der hier 1815 von Heidelberg kommend Station machte. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und hat als historisches Gasthaus an einer wichtigen Durchgangsstraße im Neckartal orts- und verkehrs- sowie wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung.

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Brücke mit vier Bögen über den Elzbach in gelbem und rotem Sandstein Nähe Heidelberger Straße 34
(Karte)
Gestaffelte Sandsteinbrüstung, 19. Jahrhundert

Die Bogenbrücke aus Naturstein über den Elzbach ist Zeugnis des vorindustriellen Ingenieurbaus und der lokalen Verkehrsgeschichte.

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Sühnekreuz Herrenwiesenstraße
(Karte)
Roter Sandstein, lateinisches Kreuz, 15./16. Jahrhundert

Sühnekreuze wie dieses sind charakteristische Zeugnisse der mittelalterlichen Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Die Setzungen der Totengedächtnissteine wurden zwischen Schädiger und Angehörigen des Geschädigten zur Wiederherstellung des Rechtes vertraglich ausgehandelt. Nachdem mit Erlass der Peinlichen Gerichtsordnung durch Kaiser Karl V. 1532 derartige Rechtsfälle der staatlichen Gerichtsbarkeit unterstellt worden waren, kam die regionalem Privatrecht unterliegende Aufstellung von Sühnekreuzen gegen Ende des 16. Jahrhunderts zum Erliegen.

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Kreuzbildstock Industriestraße 2
(Karte)
1788, gelber Sandstein, Sockel mit Basis und Abdeckplatte, Kreuz, Inschrift am Sockel: F. I. B/M. E. B//1788; am Kreuzkopf: I. N/R. I

Der Bildstock in Form eines Wegkreuzes ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft um das überwiegend katholisch geprägte Neckaelz.

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Wohnhaus Johannitergasse 6
(Karte)
Verputztes Fachwerkgiebelhaus, Traufseite verändert, giebelseitig vorkragende Geschosse, wohl noch 16. Jahrhundert

Das Wohnhaus eines landwirtschaftlich geprägten Anwesens dokumentiert die ältere Bebauung in Neckarelz und steht unweit des Tempelhauses. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse der teils vom Weinbau lebenden Bevölkerung und hat ortsbau- und hausgeschichtliche Bedeutung.

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Wohnhaus mit Einfriedung Lindengasse 6
(Karte)
Zweigeschossiges Giebelhaus mit Satteldach, im vordere Teil verputztes Erdgeschoss massiv, sonst Fachwerk, charakteristische Zierfiguren wie Diagonalkreuze und Rauten, Vorkragungen auf Knaggen, Reste von Fensterbändern im 1. Obergeschoss, 1604 (d), Umbauten 18. Jahrhundert

Das dendrochronologisch auf 1604 datierte Wohnhaus veranschaulicht mit seinem Sichtfachwerk frühneuzeitliche Bauweisen und dokumentiert historische Wohn- und Lebensverhältnisse. Es ist darüber hinaus ein Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Kath. Pfarrkirche St. Maria Immaculata Marienstraße 4
(Karte)
Flach gedeckter Saalbau unter Satteldach mit eingezogenem Chor, seitlich stehender Turm, über Annex verbunden, Stahlbetonskelettbau mit Rastergliederung, zugehörige Originalausstattung von Edzard Seeger, Franz Bernhard, Otto-Herbert-Hajek und Karl Baur vollständig erhalten, erbaut nach Entwurf von Anton Pichl aus Obrigheim, 1954/55 (a); auf dem Vorplatz bauzeitliche Marienfigur mit Brunnen

Die katholische Pfarrkirche St. Maria Immaculata zeugt vom Bevölkerungswachstum Neckarelz' in der Nachkriegszeit durch den Zuzug katholischer Vertriebener aus den früheren deutschen Ostgebieten. Sie ist ein charakteristisches Beispiel für den Kirchenbau der 1950er-Jahre, der durchaus noch von einer eher konservativen Architektursprache geprägt war. Zeittypisch ist die Auflösung der Chorseitenwände in große Fensterflächen, ebenso das sichtbare Betontraggerüst der Wände. einen markanten Akzent im Quarrtier setzt der hohe, freistehende Turm, auch dieser in seiner Form als Kampanile durchaus charakteristisch für den Kirchenbau der 1950er-Jahre. Durch die Brunnenanlage und die Statue der Maria Immaculata auf dem als Grünfläche gestalteten Vorplatz bildet das Gotteshaus einen städtebaulichen Bezugspunkt innerhalb des Viertels. Die Kirche besitzt aber vor allem Bedeutung aufgrund ihrer qualitativ hochwertigen bauzeitlichen Ausstattung von namhaften Künstlern der Zeit, darunter Otto-Herbert Hajek.

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Gasthaus Zum Hirsch Martin-Luther-Straße 1, 1/1
(Karte)
Zweigeschossiges Traufeneckhaus mit vorgelegter zweiläufiger Treppe unter Krüppelwalmdach, Erdgeschoss massiv und verputzt, Obergeschoss und Giebelseiten aus Fachwerk, im Innern Wirtsstube mit Bandelwerl-Stuckdecken, in Segensinschrift am Auß0enbau bezeichnet, 1763, nach Ausweis der Fachwerkformen erbaut aber wohl schon um 1700

Das Gasthaus Zum Hirsch ist bereits für das 16. Jahrhundert belegt, der bestehende Bau gehört in die Barockzeit und dürfte trotz der Bezeichnung 1763 am Gebäude aufgrund der Fachwerkformen wie auch des Deckenstucks schon einige Jahrzehnte früher entstanden sein. Mit den Stuckdecken in der Gaststube bildet der Hirsch eine weit und breit selten anschaulich überliefertes Wirtshaus der Frühen Neuzeit, das vom Repräsentationsanspruch der Wirtsfamilie zeugt. Neckarelz, gelegen an wichtigen Straßenverbindungen, verfügte über mehrere großen Gasthäuser. So ist der Hirsch ein wichtiges Zeugnis der historischen Wirtshauskultur wie auch der Verkehrs- und Ortsgeschichte.

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Brunnenstock Martin-Luther-Straße 2
(Karte)
Sandsteinsäule mit Neckarelzer Wappen (Fisch), auf dem Kapitell Sandsteinfigur eines Pfälzer Löwen mit farbig gefasstem kurpfälzischem Wappenschild, um 1550 (Brunnenbecken erneuert)

Der für einen Dorfbrunnen ungewöhnlich aufwendig gestaltete Brunnenstock im Zentrum des alten Ortskerns dokumentiert nicht nur die vormoderne Wasserversorgung von Neckarelz, sondern auch die Bedeutung des Fleckens, der sich seit 1499 endgültig im Besitz der Kurpfalz befand. Auf die pfälzische Landesherrschaft verwiest der Löwe, der den Wappenschild der Pfalzgrafen bei Rhein präsentiert, während auf dem Säulenschaft das Wappen von Neckarel, der Fisch, erscheint.

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Wohnhaus Martin-Luther-Straße 7
(Karte)
Giebelständiger verputzter Massivbau von zwei Geschossen mit Halbwalmdach, darunter doppelter, tonnengewölbter Keller, um 1800

Das stattliche Massivgebäude ist mit seiner Kubatur charakteristisch für seine Entstehungszeit. Es veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse in der u. a. vom Weinbau geprägten Gemeinde am Ausgang der Frühen Neuzeit und ist Zeugnis der Haus- und Ortsbaugeschichte von Neckarelz.

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Wohnhaus eines Gehöfts Martin-Luther-Straße 9
(Karte)
Zweigeschossiges Traufenhaus unter Krüppelwalmdach, Fachwerk, verputzt, Geschossvorkragungen, Keller mit Steinschiebefenster, 1629 (i) und 1869 (i im Obergeschoss)

Das stattliche Gebäude veranschaulicht historische Wohn- und Lebensverhältnisse in der ländlich geprägten Gemeinde Neckarelz und ist Zeugnis der frühneuzeitlichen Haus- und Ortsbaugeschichte.

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Alfeldsches Haus Martin-Luther-Straße 10
(Karte)
Gehöft, bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiges Giebelhaus aus Fachwerk mit Krüppelwalmdach, traufseitig Laubengalerie, Geschossvorkragungen über beschnitzten Knaggen, giebelseitig Erker mit Schweifhaube, 1566 (i); Seitenflügel mit rückwärtiger Scheune, Fachwerkbau mit Satteldach und Zierformen, Gefache teils aus Backstein, wohl 2. Hälfte 16. Jahrhundert

Das Anwesen dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte Siedlungsstruktur des Fleckens Neckarelz. Haupthaus und Scheune sind qualitätvolle Beispiel der Zimmermannskunst in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Das Anwesen veranschaulicht vormoderne Lebens- und Arbeitsverhältnisse an der Wende vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit und ist von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung. Die Laube und der polygonale Eckerker am Haupthaus sind ungewöhnliche Elemente im lokalen Hausbau und lassen auf einen finanziell potenten und anspruchsvollen Auftraggeber schließen, möglicherweise einen Ortsschultheißen oder eine andere Person aus der dörflichen Elite. Das Haus ist benannt nach Emil Alfeld (1900 bis 1961), Musiker, Erfinder landwirtschaftlicher Geräte, Träger des Justus-Liebig-Preises 1951, der hier in eine Neckarelzer Bauern- und Bürgermeisterfamilie geboren wurde. Es erhält damit auch ortsgeschichtliche Bedeutung.

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Wohnhaus mit Einfriedung Martin-Luther-Straße 13
(Karte)
Über hohem Keller eingeschossiges massives Giebelhaus mit Halbwalmdach und zwei kleinen Ovalfenstern, Zwerchhaus mit Walmdach später ergänzt, Portal verändert, Ende 18. Jahrhundert; drei Torpfeiler in Sandstein

Das spätbarocke Wohnhaus einer Hofanlage veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse in Neckarelz und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte. Es zeigt mit den beiden Hochovalfenstern eine bemerkenswerte Giebelgestaltung.

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Templer-Amtskellerei-Komplex Martin-Luther-Straße 14
(Karte)
Konventburg des Johanniterordens und kurpfälzische Amtskellerei, 1297 bis 1350 im Besitz der Johanniter mit prägender Bautätigkeit, 1422 an die Pfalzgrafen von Mosbach, ab 1499 an Kurpfalz durch Erbschaft, bestehend aus:
  • sog. Tempelhaus, Burg und Johanniterkommende, erstmals erwähnt 1350, seit 1705 kath. Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt, dreigeschossiger verputzter Massivbau, im Kellergeschoss ehem. Wirtschaftsräume, jetzt Unterkirche, im Obergeschoss Kapitelsaal und Dormitorium, bemerkenswertes Inneres mit kreuzrippengewölbtem Chor, Wandmalereien, u. a. an Südseite des Chores hl. Christophorus, Bildnis Mariä Himmelfahrt, Statue des hl. Cyriakus, Pietà, Kreuz im Chorbogen, Grabmal des Kommendengründers Konrad von Köln, um 1302, errichtet um 1300, Umbau Keller 1606 (i), Umbau Kirche 1731 bis 1734 (a), Turmoberbau und Helm nach 1753 (a), Wiederherstellung von Kapitelsaal und Dormitorium nach Plänen von Hans Rolli und E. Eisele, 1963 bis 1966 (a);
  • Kurpfälzische Amtskellerei, 1803 bis 1872 Leiningsches Rentamt, 1897 an die Pfälzer Kirchenschaffnei verkauft, Seitenflügel 1899 bis 1957 kath. Pfarrhaus, Hauptflügel seit 1926 Exerzitien- und Schwesternhaus, langgestreckter zweigeschossiger und verputzter Massivbau unter steilem Satteldach mit Eckquaderungen, zum Hof zweigeschossiger Anbau mit Satteldach, gekuppelte Fenster und reich dekorierte Torfahrt mit Diamantierung, hofseitig am Anbau pilastergerahmtes Portal mit Dreiecksgiebel, urspr. im Dachraum mit großen Speicherflächen, im Hauptbau gefasste Balkendecken des 17. Jahrhunderts, Stuck des 18. Jahrhunderts, teils anlässlich des Besuchs des Kurfürsten Carl Theodor, erbaut 1602, Querflügel zum Hof umgebaut im 18. Jahrhundert;
  • Einfriedungsmauer;
  • Kapelle Maria Hilf, offener Bruchsteinbau mit aufgesetztem Walmdach und Glockendachreiter, entstanden aus einem spätmittelalterlichen Eckrondell der Ummauerung des Templer-Amtskellerei-Komplexes, vermutlich 20. Jahrhundert;
  • Scheune (Remise?) mit Vorhof und Abgrenzungsmauer, darin Spolien, eingeschossiger Massivbau aus Bruchstein, derzeit unverputzt, unter Satteldach, in der Traufseite breite spitzbogige Torfahrt mit abgefaster Laibung, Giebel aus Fachwerk, bezeichnet 1566 FD;
  • Wegkreuz, später Gefallenendenkmal, Kreuz aus weißem und roten Sandstein, bei der ev. Martinskirche errichtet, 1755 (i), im 20. Jahrhundert als Gefallenendenkmal umgedeutet und transloziert, Sockel mit vorspringender Frontplatte: „Unseren / gefallenen Helden / 1914 bis 1918 / Gewidmet von der kathol. Pfarrgemeinde“, links „Neckarelz / Augustin Emil Halter Heinrich / Augustin Heinrich Heller Heinrich / Bischof Heinrich / Heller Karl / Betsch Rudolf Hettinger Gottf. /Austmann Karl Huster Wilhelm / Fichter Karl Jos. usw.“;
  • Grabkreuz der Auguste Pattberg, lateinisches Kreuz aus rotem Sandstein, Lyra, Inschrift: „Der geliebten Mutter Elisabetha Augusta. / Wittwe des + Hofgerichtsrath Pattberg / geb. von Kettner a. 24. Feb. 1769. gest. a. 4. Juli. 1850. / weihet dieses Denkmal / die kindliche Liebe / und / Dankbarkeit“ (unklar ob Original vom Heidelberger Bergfriedhof oder Kopie von 1980);
  • Standbild des hl. Georg, aus hellem Sandstein gefertigt, Rittergestalt in barocker Rüstung auf einem konkav eingeschwungenen Sockel mit Inschriftenkartuschen, auf der Brüstungsmauer des Templervorplatzes platziert, um 1740;
  • Standbild des hl. Josef, aus hellem Sandstein gefertigt, Figur in bewegtem Gewand auf einer blumenumkränzten Kugel, auf der Brüstungsmauer des Templervorplatzes platziert, Sockelinschrift mit Chronogramm: „DE / PARAE vIRGINIA / SPONSE VIRGOS. IOSEPH /ORAPRONOBIS /VT /AONO VIRGINI CHRISTO/ VI ES ASSO CIEMVS / IN TERRIS. ATqVE ASTRIS“, 1751 (i);
  • Standbild des hl. Johannes Nepomuk, in hellem Sandstein errichtet, reich gewandete Figur mit Talar, Rochette und Almutia, das Kreuz im Arm wiegend, auf der Brüstungsmauer des Templervorplatzes platziert, konkav einschwingender Sockel mit Inschriftenkartusche, darin Chronogramm, 1741;
  • Standbild der hl. Maria Immaculata, in hellem Sandstein errichtet, Figur in reichem Gewand auf einer Mondsichel, die Schlange zertretend, auf der Brüstungsmauer des Templervorplatzes platziert, im konkav geschwungenen Sockel: „CVM. MATREM SINE LABE / COLATTE SANCTIOR ORBIS, / EXPERTEM LABIS QVIS / SINE LABENEGET SCILICET/HVNC NATIMERTS AdSCRIBIS / HONOREM QVOSINE/NEC VIRGO DIGNA / ARENS SVE-ORES“, 1751 (i)

Der Neckarelzer Schlosskomplex aus dem sog. Tempel- oder Templerhaus und dem kurpfälzischen Verwaltungshof ist eines der zentralen Zeugnisse der Herrschafts- und Siedlungsgeschichte. Kern der Anlage ist das Templerhaus, das weithin sichtbar am Neckar steht. Es hat nichts mit dem Orden der Templer zu tun hat und wohl auch nicht, wie lange angenommen wurde, auf eine stauferzeitliche Burg des 12. Jahrhunderts anstelle eines römischen Tempels zurückgeht, sondern zeitweiliger Sitz des Johanniterordens war. Dieser hatte 1297 Besitz in Neckarelz erworben. Die Kommende wurde um 1300 durch Bruder Konrad von Köln gegründet, der hier auch seine letzte Ruhe fand. Die Niederlassung wurde nach dem Vorbild der Konventsburgen des Deutschen Ordens in Preußen als Viereck angelegt, das von hohen Ringmauern gefasst war, wie der Maueransatz am überlieferten Hauptgebäude nahelegt. Der Hauptbau umfasste neben der Kapelle ein Dormitorium, einen Kapitelsaal und ein Refektorium. Der große Gewölbekeller im Untergeschoss diente wohl als Unterkirche. Vergleichbar ist diese Ordensburg lediglich noch mit der ebenfalls von den Johannitern errichteten Konventsburg Biebelried bei Würzburg (Bayern/Reg-Bez. Unterfranken). Im Lauf des 14. Jahrhunderts gelangte die Herrschaft über Neckarelz an die Kurpfalz, 1407 bis 1499 gehörte es zu Pfalz-Mosbach, danach wurde die Burg kurpfälzischer Amtssitz. Zu diesem Zweck entstand im Areal der Vorburg 1602 ein langgestreckter Renaissancebau, der auch als Speichergebäude diente. Seinen Innenräume wurden u. a. im 18. Jahrhundert für einen Aufenthalt des Kurfürsten Carl Theodor repräsentativ in Spätbarockformen ausgestattet. Der mittelalterliche Hauptbau wurde hingegen schon 1705 zu Pfarrkirche der katholischen Gemeinde und für diese 1731 bis 1734 ausgebaut. Das Innere birgt Wandmalereien der Zeit um 1300, so einen großen Christopherus an der Südwand des Chores, und Wappenmalereien in den Fensterlaibungen eines der nördlichen Langhausfenster. Sie zeugen von der künstlerischen Ausgestaltung der Kommende. Die Schlossanlage zu Neckarelz zählt damit zu den herausragenden Zeugnissen des Johanniterordens und seiner Bautätigkeit in Südwestdeutschland und hat darüber hinaus als spätere Pfarrkirche orts- und konfessionsgeschichtliche Bedeutung für das lange Zeit kurpfälzische Neckarelz.

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Tempelhaus Johannitergasse 2
(Karte)
12./13. Jh. Das Tempelhaus ist eine ehemalige Johanniterburg aus dem 12./13. Jahrhundert, die seit dem frühen 18. Jahrhundert bis zum Bau der Marienkirche 1955 als katholische Pfarrkirche genutzt wurde.

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Ehemals Kurpfälzische Amtskellerei, jetzt Bildungshaus Bruder Klaus Heidelberger Straße 14
(Karte)
eigentlich Martin-Luther-Straße 14, langes Gebäude
Gasthof Güldner Anker Martin-Luther-Straße 20
(Karte)
1. Hälfte 18. Jahrhundert, bestehend aus:
  • Gast- und Wohnhaus, mächtiges zweigeschossiges Traufenhaus mit Krüppelwalmdach, verputzt, Erdgeschoss massiv, sonst Fachwerk, im Schild über der Haustür und im Kellertorbogen bezeichnet, 1729;
  • parallel versetzer Remisenflügel, zweigeschossiger verputzter Massivbau unter Walmdach, große Durchfahrt, im Fenstergewände bezeichnet, 1742;
  • rückwärtig zweigeschossiger Saalbau, Erdgeschoss Bruchstein, Obergeschoss Fachwerk, 18. Jahrhundert;
  • Einfriedungsmauer

Die stattliche Baugruppe prägt den nordwestlichen Ortseingang vom Neckarufer her. Sie ist ein anschaulich überliefertes Beispiel für einen großen Dorfgasthof der Frühen Neuzeit an einer wichtigen Verkehrsstraße, der Unterkunft für Reisende bot. Er erhebt sich dabei in verkehrsgünstiger Lage zum Neckar, der mit seinem Unterlauf bereits in der Frühen Neuzeit als wichtiger Verkehrsweg diente. In charakteristischer Weise verfügt der Komplex über einen eigenen Saalbau mit Festsaal für Tanzveranstaltungen und größere Gesellschaften und belegt so auch die soziale Funktion der Gasthöfe als Mittelpunkte des örtlichen Gesellschaftslebens. Die Anlage ist darüber hinaus Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Ev. Pfarrhof Martin-Luther-Straße 25
(Karte)
Bestehend aus:
  • Pfarr- und Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau unter Walmdach mit kurzer Firstlinie, regelmäßige Gliederung mit zentralem Eingang, rückwärtig kurzer Flügel und Fachwerkrisalit, um 1800;
  • Kleintierstall mit Holzlege, aus Backstein mit hölzernem Kniestock und Pultdach;
  • Einfriedungsmauer mit Torpfeilern;
  • Pfarrgarten

Das Anwesen veranschaulicht mit zugehörigem Garten und Kleintierstall für die Eigenversorgung frühere Wohn- und Lebensverhältnisse eines evangelischen Landpfarrers. Das stattliche Pfarrhaus ist mit seiner schmucklosen Architektur charakteristisch für solche Bauten um 1800 und hebt sich durch sein hohes Walmdach als Sonderbau innerhalb der Siedlungsstruktur deutlich ab. Als Sitz der seit dem mittelalter existenten Pfarrei ist das Anwesen von orts- und kirchengeschichtlicher Bedeutung.

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Wohnhaus Martin-Luther-Straße 27
(Karte)
Zweigeschossiges verputztes Fachwerkgebäude mit Halbwalmdach, Firstständerbau, im Innern Längs- und Querverband mit Verblattungen, Geschossriegel und Verzapfungen, dreifach stehende Stuhl des ersten Bauzustandes erhalten, unter südlichem Teil tonnengewölbter Keller, 1454 (d), Dachwerk zu einer Pfettenkonstruktion umgebaut, spätes 19./frühes 20. Jahrhundert

Das Gebäude zählt zu den wenigen überlieferten Firstständerkonstruktionen des Spätmittelalters und ist das älteste überlieferte Haus in Neckarelz. Es ist ein anschauliches Zeugnis für den ländlichen Wohnbau um die Mitte des 15. Jahrhunderts und dokumentiert damalige Bau- und Konstruktionsweisen. Selbst ein historisches Dachgeschossfenster blieb in der südlichen Giebelwand erhalten. Das Gebäude illustriert spätmittelalterliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist ein wichtiges Baudokument für die historische Bauforschung. Nicht zuletzt ist das Wohnhaus Zeugnis der Siedlungs- und Ortsbaugeschichte von Neckarelz.

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Gasthof Zum Schiff Martin-Luther-Straße 35
(Karte)
Bestehend aus:
  • Gast- und Wohnhaus, zweigeschossiges massives Traufenhaus unter Halbwalmdach, verputzt, Stichbogenfenster unregelmäßig (älterer Kern?), an der Ostseite rote Fassungsreste einer Pilasteraufmalung, reiches Türgewände, bezeichnet 1778 F X M und A R M;
  • seitlich Torbogen, bezeichnet H B 1566;
  • Ökonomiegebäude im rückwärtigen Grundstück, zu einer Zeile gereiht

Neckarelz verfügte mit seiner verkehrsgünstigen Lage an den Straßen durch das Neckartal bzw. das Elztal sowie am Neckar, der in seinem Unterlauf schon in der Vormoderne schiffbar war, über verschiedene große Gasthöfe. Im Namen des Gasthofs Zum Schiff klingt bereits die Bedeutung der Neckarschifffahrt zum Rhein an. Hier kamen Schiffe rund Flößer, aber auch Flussreisende unter. Im Kern reicht die Anlage wohl bis ins 16. Jahrhundert zurück, wie der kleine Torbogen neben dem Hauptgebäude ausweist. Letzteres ist wiederum ein stattliche rund charakteristischer Spätbarockbau der 1770er-Jahre. Das Anwesen ist wichtiges Zeugnis der Verkehrs-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte von Neckarelz.

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Gedenktafel für die Dichterin Auguste Pattberg Martin-Luther-Straße 35
(Karte)
In die Umfassungsmauer eingelassene Sandsteintafel mit Inschrift und Relief eines von Eichenblättern geschmückten Horns, wohl im 19. Jahrhundert gestiftet

Die Dichterin Auguste Pattberg (geb. 1769 in Neunkirchen, gest. 1850 Heidelberg) lebte 1788 bis 1822 als Frau des Amtskellers Johann Christian Pattberg in Neckarelz. Das Horn auf der Gedenktafel für die Schriftstellerin erinnert an ihren maßgeblichen Beitrag für die wichtige Liedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“, die in regem Austausch mit Clemens Brentano und Achim von Arnim in Heidelberg stand. Die Gedenktafel erinnert so an Aspekte der literarischen deutschen Romantik und eine ihrer regionalen Vertreterinnen.

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Ev. Pfarrkirche (St. Martin) mit eingefriedetem Kirchhof Martin-Luther-Straße
(Karte)
Dreiachsiger lisenengefasster Saalbau unter gleichschenkligem Satteldach und mit halbrundem Chorschuoss, Gliederung durch Ecklisenen und Rundbogenfenster mit umlöaufendem profiluiertem Kämpferprofil. nördlich Turm mit Eckquadern, Maßwerkfenstern und Spitzhelm, daran zweigeschossiger, kapellenartiger Sakristeianbau, zugesetztes Ostportal mit Segmentbogengiebel und Bauinschrift im Architrav, im Turm Glocken von 1477 (i) und 1511 (i), Kanzel und Orgelprospekt des späten 18. Jahrhunderts, Langhaus errichtet unter Einbezug des Turms und der Sakristei des Vorgängerbaus von 1371 nach Plänen des Heidelberger Baumeisters Pohlens, 1773 (i); Kirchhof bis 1803 konfessionsübergreifend belegt

Die evangelische Pfarrkirche - seit dem Mittelalter der ursprüngliche Mittelpunkt der Pfarrei Neckarelz - prägt mit ihrem hohen spitzen Turmhelm das Ortsbild nachhaltig. Sie stellt einen für die Zeit des Kurfürsten Carl Theodor charakteristischen Spätbarockbau dar, dessen strenge Formen darauf verweisen, dass die Kirche damals allein den Reformierten als Gottesdienstraum zur Verfügung stand, nachdem im Lauf des 16. Jahrhunderts in der Kurpfalz das reformierte Bekenntnis eingeführt worden war. Einbezogen in den Neubau wurden allerdings Turm und Sakristei des hochgotischen Vorgängerbaus. Das Langhaus bildete ursprünglich eine Quersaalkirche, weshalb es Haupteingänge im Westen und Osten gibt. Letzterer trägt die Bauinschrift, ist allerdings seit 1930 zugesetzt, nachdem man die Kirche bei einem Umbau in die traditionelle Längsrichtung umorientiert hat. Die Martinskirche ist neben dem sog. Templerhaus das zweite zentrale Zeugnis der Neckarelzer Siedlungsgeschichte und hat besondere Bedeutung für die Orts- und Konfessionsgeschichte des bis 1803 kurpfälzischen Fleckens.

Die 1773 erneuerte evangelische Martinskirche mit Pfarrhaus und Bildungshaus Bruder Klaus runden das Ensemble nahe dem Tempelhaus ab. An der Gartenmauer des Bildungshauses befindet sich ein Denkmal für Auguste Pattberg, die zeitweilig in diesem Haus gewohnt hat.

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( Wikidata)
Volksschule (heute Clemens-Brentano-Schule) Mosbacher Straße 39
(Karte)
Großer zweigeschossiger Massivbau mit übergiebeltem überhöhtem Mittelrisalit und aufwendigem Hauptportal, verputzt, nach Plänen des Bauingenieurs Friedrich Epp durch Firma Kober erstellt, 1908/09, als Lager für KZ-Häftlinge genutzt, Teilbereich des KZ-Komplexes am Neckar (im Rückgebäude heute Gedenkstätte), 1944/45 (a)

Das stattliche Gebäude ist beispielhaft für die badischen Schulbauten im frühen 20. Jahrhundert unter dem Einfluss der Reformarchitektur, die sich hier in dem großen Walmdach und den Putzfassaden ausdrückt. Barockisierende Formen verleihen dem öffentlichen Gebäude den gewünschten Repräsentationscharakter, der die herausgehobene Funktion des Hauses innerhalb der Baustruktur des Ortes unterstreicht. Es veranschaulicht dabei auch das Bevölkerungswachstum des sich zur Industriegemeinde entwickelnden Fleckens. Zeitweilig wurde ausgerechnet dieser Bildungsort von den Nationalsozialisten 1944/45 als Konzentrationslager genutzt, dessen Insassen Zwangsarbeit im Gipswerk Obrigheim verrichten mussten. Hieran erinnert eine Gedenktafel. Die Schule ist damit ein wichtiges Zeugnis verschiedener ortsgeschichtlicher Aspekte.

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Haus Thiele Obere Milbe 1
(Karte)
Direktorenvilla des Zementwerks Diedesheim-Neckarelz, mehrteiliges Eckgebäude aus Stein-, Putz- und Fachwerkelementen mit Walmdach und Eckturm, errichtet nach Plänen von Hermann Billing, 1899 bis 1900 (a); Garten und Einfriedung

Das Villengebäude diente als Wohnung für die Direktoren des Zementwerks Diedesheim-Neckarelz. Es dokumentiert gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist mit seinen malerischen Gesichtspunkten folgenden Gestaltung charakteristisch für den Villenbau des späten Historismus. Dabei fällt die Kontrastierung von Putzflächen zu Sandsteinmauerwerk auf, wie sie bezeichnend ist für den Karlsruhe Architekten Hermann Billing (1867 bis 1943), bei dem sich hier bereits Elemente der Reformarchitektur bzw. der Stilbewegung zeigen, so. u. a. im strengen Fachwerk des Eckturms. Nicht zuletzt dokumentiert das Anwesen auch die bauliche Entwicklung des zur Industriegemeinde angewachsenen Fleckens Neckarelz in den Jahren um 1900.

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Bismarckturm Nähe Vorderer Hamberg
(Karte)
Gemauerter Turm aus mehrfarbigem Sandstein, die Ecken durch Sandsteinsäulen betont, als Bekrönung eine schmiedeeiserne Feuerschale, 1904/05 im Auftrag des Odenwaldklubs nach Plänen des Mosbacher Architekten Phil. Fleischhauer errichtet

Nach dem Tod des Reichskanzlers Otto von Bismarck setzte eine ungeheure Verehrung seiner Person als Reichseiniger ein, die bevorzugt vom nationalkonservativen Bürgertum getragen wurde. Der 1904/05 nach Plänen des Mosbacher Architekten Philipp Fleischhauer errichtete Neckarelzer Bismarckturm ist als eine Stiftung des Odenwaldklubs ein charakteristisches Zeugnis dieses ausufernden Bismarckkultes. Fleischhauer orientierte sich bei seinem Turmentwurf an jenem Modell, das der Architekt Wilhelm Kreis 1899 entworfen hatte und nach dem 50 gleichartige Türme im Reichsgebiet entstanden. Der Mosbacher Turm folgte Kreis’ letztem Entwurf unter dem Motto „Götterdämmerung“ in verschlankten Formen. Bismarck wird hier nicht in Person dargestellt, vielmehr wird die Verehrung in einem abstrakten politischen Denkmal manifest. Der monumentale Baukörper zeigt mit seinem Quadermauerwerk und vier runden Eckpylonen eine festungsartige, geradezu martialische Form. Sie sollte in Stein quasi für die Ewigkeit Standfestigkeit und Beharrungsvermögen als Charakteristika des Reichskanzlers versinnbildlichen, aber auch die Wehrhaftigkeit des neu geschaffenen deutschen Kaiserreiches zum Ausdruck bringen. Zu festlichen Gelegenheiten wie Bismarcks Geburtstag wurde auf der Plattform eine Feuerschale entzündet, deren Flammen weithin über der Stadt sichtbar waren. In seiner Doppelnutzung ist das Monument sehr zeittypisch: Es ist einerseits ein Geschichtsmonument, das aus bürgerlich-nationalkonservativer Sicht an eine große Zeit und einen großen Mann erinnern soll, andererseits aber auch Aussichtsturm, der zum Blick auf die Landschaft des Odenwaldes und des Neckartales und damit in patriotischem Sinne auf ein Stück Heimat einlädt.

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Rathaus Martin-Luther-Straße 2
(Karte)
Das Rathaus ist ein 1964 erbauter Zweckbau, renoviert 1994, mit Rathausbrunnen von 1990.
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Reichenbuch

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Evangelische Kirche Kirchenstraße 4
(Karte)
1908 Kleiner einschiffiger Saalbau mit seitlich angebautem Westturm und Treppenaufgang, Sandsteinsockel- und -gewände, verputzter und bemalter Innenraum mit Sargdecke, bauzeitliche Glasfenster, errichtet nach Entwurf von Hermann Behaghel, 1908 (a, i)

Mit der evangelischen Kirche erhielt der Weiler Reichenbuch 1908 sein erstes eigenständiges Gotteshaus. Bis dahin waren die Reichenbucher nach Neckargerach eingepfarrt. Der Kirchenbau war dem Bevölkerungswachstum des Ortes geschuldet. Er wurde von dem renommierten Architekten Hermann Behaghel (1839 bis 1921) entworfen, der u. a. auf Sakralbauten spezialisiert war. Er war ein charakteristischer Vertreter des späten Historismus, doch zeigt seine Reichenbucher Kirche, wie sich auch Behaghel zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegenüber den Bestrebungen der Reformarchitektur, der Stilbewegung und des Heimatschutzstils öffnete. Die kleine Kirche dokumentiert das Schaffen des in Staatsdiensten stehenden Architekten zu Anfang des 20. Jahrhunderts, der im Jahr des Kirchenbaus zum Oberbaurat befördert wurde. Sie ist zugleich ein Zeugnis der Orts- und Kirchengeschichte Reichenbuchs.

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Kath. Pfarrkirche Herz Jesu Kirchenstraße 13
(Karte)
1960 Großer hell verputzter Eindachbau mit niedrigen Umfassungsmauern und sehr hohem Satteldach, begleitet von einem ebenfalls sehr hohen freistehenden Glockenturm, im Innern backsteinsichtige Wände und offener Spitzdachraum mit steil aufgerichteten, geleimten Raumbindern und hölzerner Deckenschalung, errichtet unter Leitung von Hans Rolli nach Plänen von Manfred Schmitt, Erzbischöfliches Bauamt Heidelberg, 1959/60 (a);

Die Herz-Jesu-Kirche verfügt über eine kühle sachliche Außenkonzeption und einen eher mystisch angelegten Innenraum. Die Querschnittsfassade wird von schmalen Betonstreben vertikal gegliedert. Der von Beginn an verkleidete Turm steht separat; ein formaler Bezug zur Kirche ist nicht erkennbar. Im Innern überrascht ein in warmen Tönen getauchter Spitzdachraum ohne Unterteilung zwischen Gemeinderaum und Chor. Die Stimmung ist geprägt von gelben kantig-rauhen Backsteinen der Wände (Ludowici), von den farbigen Fensterbändern in den Langseiten von Clara Kreß (Schülerin von Paul Klee; realisiert von der Firma Meysen, Heidelberg) und von den steil ansteigenden geleimten Raumbindern. Die Raumform zeigt sich von Vorbildern aus dem Expressionismus beeinflusst. Abgesehen von diesem allgemeinen Vorbild zeigt sich die Rezeption der Bauten von Otto Bartning. Die geleimten Raumbinder und die Oberlichtbänder gehören zum Konzept der Notkirchen von Bartning. Diese wurden nach 1948 in Serie gebaut (43 realisiert). Sie hatten großen Einfluss auf den Kirchenbau dieser Zeit. So greift auch die Herz-Jesu-Kirche von Schmitt/Rolli in Reichenbuch das Raumbinder-System auf. Schmitt selbst verwendete das System nochmals in Ettlingen (Unsere Liebe Frau, 1962 bis 1964) und in Hirschberg-Großsachsen (Christkönig, 1964/65). Der Bau der Kirche steht dabei auch in Zusammenhang mit zeithistorischen Entwicklungen der Nachkriegszeit. Im ursprünglich evangelisch geprägten Reichenbuch kam es durch die zahlriechen Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten zu einem starken Anwachsen der katholischen gemeinde. Das machte eine eigenständigen Pfarrkirche notwendig.

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Schul- und Rathaus Lindenbrunnenstraße 3
(Karte)
1841 Zweigeschossiges Traufenhaus unter Walmdach mit Dachreiter, massiv und verputzt, mit regelmäßiger Fenstergliederung und Sandsteingewänden, Inschrifttafel mit Mahnspruch, 1841 (i)

Das einfach gehaltene Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel für einen ländlichen kommunalbau im Großherzogtum Baden im 2. Viertel des 19. Jahrhunderts. In der Kombination aus Schul- und Rathaus ist das Gebäude zeittypisch für ländliche Gemeinden. Dabei befand sich die Schulfunktion im Hochparterre, während sich im Obergeschoss wohl u. a. die Lehrerwohnung befand. Der Bürgermeister Heid, unter dem das Gebäude 1841 ausgeführt wurde, versäumte nicht in einer Inschrifttafel eigens unter seinem Namen die Kinder zu Gehorsam gegenüber ihren Lehrern anzuhalten. Das Gebäude, das in markanter und ortsbildprägender Weise eine Straßengabelung besetzt, ist Zeugnis der Orts- und Bildungsgeschichte Reichenbuchs.

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Stundenstein Lindenbrunnenstraße
(Karte)
vor 1872 Richtungsangaben nach Mosbach und Lohrbach, Sandsteinpfeiler mit flach pyramidenförmigem Abschluss. Der Stein in Obeliskform gehört zu einer ganzen Reihe solcher Wegweiser, die in großherzoglich-badischer Zeit zur Ausweisung des lokalen Verkehrsnetzes gesetzt wurden. Die Entfernungsangaben in Stunden belegt eine Entstehung vor der reichsweiten Einführung des metrischen Systems nach 1871. Der Wegweiserstein hat Bedeutung für die Verkehrs- und Infrastrukturgeschichte in Baden. 103014858BW
Laufbrunnen Lindenbrunnenstraße
(Karte)
vor 1899 Brunnenstock aus Sandstein mit zwei Sandsteintrögen, Brunnenstock als Sandsteinpfeiler mit flach pyramidenförmigem Abschluss, 1899 (i). Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der historischen Wasserversorgung auf dem Dorf: Hier holten die Haushalte ihr Brauchwasser, an den beiden langen Trögen wurde das Vieh getränkt. 104769973BW
Friedhofskreuz Lindenbrunnenstraße 14
(Karte)
vor 1787 Pestkreuz, roter Sandstein, vierkantiger Sockel mit Basis und Abdeckplatte, Kreuz mit ovalem Fuß, Corpus in Relief, Inschrift am Sockel und an den Ecken der Frontplatte, 1787 (i) (vom alten Friedhof hierher versetzt). Das spätbarocke Sandsteinkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und stand ursprünglich auf dem 1749 angelegten alten Friedhof (Neckargeracher Straße 4). Als angebliches Pestkreuz erinnert es an einen späten Ausbruch der Seuche in Reichenbuch und dürfte als Votivgabe für einen glimpflichen Verlauf gesetzt worden sein. 103010207BW
Bronzetafel zum Gedenken der Gefallenen beider Weltkriege Neckargeracher Straße 1/1
(Karte)
nach 1972 Wohl nach 1972 nach der Errichtung des neuen Friedhofes. Die künstlerisch anspruchsvoll gestaltete Bronzetafel erinnert an die Gefallenen der beiden Weltkriege aus Reichenbuch und hat damit ortsgeschichtliche Bedeutung. 104787682BW
Friedhof mit Eingangstor Nähe Neckargeracher Straße 4
(Karte)
1749 Rampe und Mauer, Sandsteinpfeiler am Eingang bezeichnet, 1749, an der östlichen Friedhofsmauer Pfeilerbildstock mit Sockel, wohl 19. Jahrhundert. Der Reichenbucher Friedhof wurde wohl 1749 angelegt, spätestens aber in jenem Jahr ummauert. Er diente zuerst allein den Lutheranern als Begräbnisplatz, die Katholiken wurden in Neckargerach beigesetzt. Das auf dem Friedhof befindliche spätbarocke Kreuz als Verweis auf den Opfertod Jesu für das ewige Leben steht heute in der Lindenbrunnenstraße 14. Der Friedhof ist Zeugnis der Siedlungs- und Konfessionsgeschichte. 103013023BW
Wohnhaus Neckargeracher Straße 14
(Karte)
1817 Zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach, verputztes Massiverdgeschoss, darüber Fachwerk, eingeschossiger mit Fachwerkanbau mit Satteldach, bezeichnet im Türsturz, 1817. Das Gebäude mit dem Anbau, der vielleicht als Altenteil zu deuten ist, veranschaulicht ländliche Wohn- und Lebensverhältnisse am Ausgang der Frühen Neuzeit. Das Gebäude tradiert dabei barockzeitliche Konstruktionsweisen im Fachwerkbau und zeigt charakteristische Figuren wie K-Streben. Die Dimensionen sprechen für einen kleinbäuerlichen Bauherrn. Das Anwesen ist Zeugnis der Ortsbau- und Sozialgeschichte. 103013449BW
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Sattelbach

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Wegkreuz Nähe Albert-Schneider-Straße 1
(Karte)
1862, gelber Sandstein, Sockel mit Basis, Kreuz lateinischer Form mit verstärktem Fußbereich, Corpus, schmiedeeisernem Zaun, Inschrift am Sockel: Liebet eure Feinde; thut wohl/denen, die euch hassen./—/Gestiftet/von der Gemeinde Sattelbach/Im Jahr 1862

Das hohe Sandsteinkreuz ist ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und veranschaulicht die sakrale Bildhauerkunst im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts. Als Stiftung der Gemeinde hat das Kreuz ortsgeschichtliche Bedeutung.

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Laufbrunnen Fahrenbacher Straße 3
(Karte)
Brunnenpfeiler mit flach pyramidalem Abschluss und zwei Wassertrögen, Sandstein, 1892 (i)

Der Laufbrunnen ist Zeugnis der historischen Wasserversorgung Sattelbachs. Hier holten die Haushalte ihr Wasser, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt.

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Gefallenendenkmal in Form eines Obelisken Nähe Muckentaler Straße 30
(Karte)
Pyramidenförmiger etwa 2 m hoher Granitstein mit bekrönendem Adler und Inschrift, zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges aufgestellt 1925, erweitert um Inschriften mit Namen der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs, nach 1945

Mit seiner Obeliskenform greift das Gefallenendenkmal ein altes Symbol für den ewigen Ruhm auf. Es ist Zeugnis der Erinnerung an zwei einschneidende historische Großereignisse, die mit Gefallenen aus Satteldach auch Auswirkungen auf das Leben in der kleinen badischen Landgemeinde hatten. Das Denkmal dokumentiert daher einen Aspekt der jüngeren Ortsgeschichte.

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
St. Josef Muckentaler Straße 8
(Karte)
1955 Das bedeutendste Gebäude des Ortes ist die katholische Kirche St. Josef, die 1955 geweiht wurde. BW
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Waldstadt

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

Kirche Solbergallee
(Karte)
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Abkürzungen

(d) dendrochronologisch bestimmt

Siehe auch

Commons: Kulturdenkmale in Mosbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.

Einzelnachweise

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