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Wilfersdorf (Niederösterreich)

Marktgemeinde im Bezirk Mistelbach, Niederösterreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Wilfersdorf ist eine Marktgemeinde mit 2102 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich.

Schnelle Fakten Marktgemeinde, Wappen ...
Marktgemeinde
Wilfersdorf
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Wilfersdorf
Wilfersdorf (Niederösterreich) (Österreich)
Wilfersdorf (Niederösterreich) (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mistelbach
Kfz-Kennzeichen: MI
Fläche: 30,47 km²
Koordinaten: 48° 35′ N, 16° 39′ O
Höhe: 190 m ü. A.
Einwohner: 2.102 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 69 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2193
Vorwahl: 02573
Gemeindekennziffer: 3 16 54
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Marktplatz 12–16
2193 Wilfersdorf
Website: www.wilfersdorf.gv.at
Politik
Bürgermeister: Josef Tatzber (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(21 Mitglieder)
14
4
3
14 4 3 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Wilfersdorf im Bezirk Mistelbach
Lage der Gemeinde Wilfersdorf (Niederösterreich) im Bezirk Mistelbach (anklickbare Karte)AltlichtenwarthAsparn an der ZayaBernhardsthalBockfließDrasenhofenFalkensteinFallbachGaubitschGaweinstalGnadendorfGroßengersdorfGroßebersdorfGroßharrasGroßkrutHausbrunnHerrnbaumgartenHochleithenKreuttalKreuzstettenLaa an der ThayaLadendorfMistelbachNeudorf im WeinviertelNiederleisOttenthalPillichsdorfPoysdorfRabensburgSchrattenbergStaatzStronsdorfUlrichskirchen-SchleinbachUnterstinkenbrunnWildendürnbachWilfersdorf (Niederösterreich)Wolkersdorf im WeinviertelNiederösterreich
Lage der Gemeinde Wilfersdorf (Niederösterreich) im Bezirk Mistelbach (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Marktplatz mit Blick Richtung Norden und der Pfarrkirche im Hintergrund
Marktplatz mit Blick Richtung Norden und der Pfarrkirche im Hintergrund
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Geografie

Wilfersdorf liegt im Weinviertel im nördlichen Niederösterreich an der Brünner Straße, einer alten Straßen- und Postverbindung zwischen Wien und Brünn. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 30,45 km², wovon 2,23 Prozent bewaldet sind.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst vier Ortschaften, die zugleich Katastralgemeinden sind (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2026[1]):

Am 1. Jänner 1967 erfolgte die Eingemeindung von Hobersdorf nach Wilfersdorf[2], am 1. Jänner 1971 die Eingemeindung von Bullendorf und Ebersdorf an der Zaya.[3]

Nachbargemeinden

Eibesthal Erdberg Bullendorf (Gemeinde Wilfersdorf)
Mistelbach Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Maustrenk
Ebendorf Hobersdorf Kettlasbrunn

Geschichte

Auf dem Gemeindegebiet wurde eine Besiedlung in der frühen Bronzezeit und in der Römerzeit (2. bis 4. Jahrhundert n. Chr.) nachgewiesen. Die erste urkundliche Erwähnung von Wilfersdorf ist aus dem 12. Jahrhundert überliefert, als das Dorf im Besitz der Maissauer war. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ging die Herrschaft auf die Kuenringer über. In einer Urkunde von 1371 werden wieder die Maissauer genannt und 1436 das Haus Liechtenstein.[4] Das Marktrecht von Wulfenstorf wurde erstmals in einem Urbar von 1514 genannt.[5]

1705 wurde der Ort durch einen Einfall der Kuruzzen in Mitleidenschaft gezogen.[4]

1822 schreibt Joseph von Steinius im Topographischen Verzeichnis noch von 123 Häusern[6]. Bereits 1835 schreibt Franz Xaver Schweickhardt in Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, von 158 Häusern.[7]

1884 gründeten 34 Männer die Freiwillige Feuerwehr Wilfersdorf.[8]

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs kam es in der Gemeinde Wilfersdorf zu Kämpfen zwischen der Wehrmacht und der Roten Armee. Am 15. April 1945 wurden mehrere Gebäude durch einen Luftangriff zerstört. Im Zuge der Bodenkämpfe gelang es einer kleinen deutschen Panzereinheit drei Mal, die Sowjets über die Zaya zurückzuwerfen. In weiterer Folge stand der Ort drei Tage lang unter Artilleriebeschuss, wobei 35 % des Gebäudebestandes zerstört und zwei Zivilisten getötet wurden. Am 19. April 1945 marschierte die Rote Armee in Wilfersdorf ein. In Hobersdorf fielen bei Kampfhandlungen zwischen 17. und 19. April insgesamt 27 deutsche Soldaten, 11 Gebäude wurden durch Brand zerstört. In Bullendorf fielen bei Infanteriegefechten 25 Soldaten der Waffen-SS, sechs Rotarmisten und drei Zivilpersonen. Am 20. April besetzten die sowjetischen Soldaten Bullendorf. Es kam zu Plünderungen, schweren Übergriffen und Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung. Vergewaltigungen sind über einen Zeitraum von fast einem halben Jahr nach Einmarsch der Sowjets in Bullendorf bezeugt. Männer, welche die Verstecke von Frauen nicht verraten wollten, wurden erschossen. Durch die schlechte Versorgungslage brach der Typhus aus und forderte weitere Todesopfer. Erst im Herbst 1945 begann sich die Lage zu normalisieren.[9][10]

1971 wurden die Gemeinden Wilfersdorf, Bullendorf und Ebersdorf an der Zaya zur Marktgemeinde Wilfersdorf vereinigt.[11]

Im August 2016 wurden beim Bau der Nord Autobahn (A5) bei Bullendorf zwei mit 2,5 m Länge ungewöhnlich lange Stoßzähne und Wirbelknochen eines Ur-Mammuts geborgen. Die Fossilien werden auf eine Million Jahre alt geschätzt.[12]

Einwohnerentwicklung

1835 schreibt Franz Xaver Schweickhardt in Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens: Hier leben im 207 Familien, 421 männliche, 441 weibliche Personen und 120 schulfähige Kinder. Der Viehstand beträgt 105 Pferde, 166 Kühe, 820 Schafe und. 70 Schweine.[7]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 2.037 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 1.829 Einwohner, 1981 hatte sie 1.906 Einwohner und im Jahr 1971 2.086 Einwohner.

Wilfersdorf: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
 
2.103
1880
 
2.225
1890
 
2.236
1900
 
2.263
1910
 
2.344
1923
 
2.156
1934
 
2.061
1939
 
2.068
1951
 
2.138
1961
 
2.048
1971
 
2.086
1981
 
1.906
1991
 
1.829
2001
 
2.037
2011
 
2.124
2021
 
2.106
2026
 
2.102
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Schloss Wilfersdorf
Pfarrkirche Wilfersdorf
  • Schloss Wilfersdorf: Das Schloss ist das Stammhaus des Hauses Liechtenstein und seit 1436 in ihrem durchgehenden Besitz. Es beherbergt eine Dauerausstellung zur Geschichte der Familie Liechtenstein – von Hugo von Liechtenstein (Mitte des 12. Jhdts.) bis zu Hans-Adam II., dem regierenden Fürsten von und zu Liechtenstein – einem Spiegelbild österreichischer und europäischer Geschichte.
    • Heimatmuseum Wilfersdorf: In einem Seitentrakt des Schlosses
  • Katholische Pfarrkirche Bullendorf Maria Königin
  • Katholische Pfarrkirche Wilfersdorf hl. Nikolaus

Sport

Der FC Wilfersdorf wurde 1950 gegründet. Der Verein spielte in der Saison 2018/2019 in der 2. Klasse Weinviertel Nord. Der größte Erfolg gelang 1996/97 mit dem Meistertitel in der Unterliga. Sonstige Meistertitel: 1952/53 Meister in der 2. Klasse Erdölgebiet, 1983/84 und 1989/90 Meister in der 2. Klasse Zayatal.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Jahr 2001 gab es 72 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten. Bei der Erhebung von 1999 gab es zudem 84 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort lag nach der Volkszählung 2001 bei 986. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 50,07 Prozent.

Öffentliche Einrichtungen

In Wilfersdorf befinden sich zwei Kindergärten und eine Volksschule.[13]

Politik

Das Gemeindeamt in Wilfersdorf

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder.

Bürgermeister

  • Oktober 2000 bis April 2012: Anton Döltl (ÖVP)
  • seit 2012: Josef Tatzber (ÖVP)

Wappen

Blasonierung: „In Gold ein roter Schräglinksbalken, belegt mit einem schreitenden silbernen Wolf.“

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Manhartsberg. 7 von 34 Bänden. 7. Band: Sebarn bis Zwingendorf. Mechitaristen, Wien 1835, S. 216 (WilfersdorfInternet Archive; mit einem Nachtrag zum 6. Band: Schloßhof; c) Sebarn).
Commons: Wilfersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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