Zeckendorf (Scheßlitz)
Stadtteil von Scheßlitz
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Zeckendorf ist ein Gemeindeteil der Stadt Scheßlitz im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern.[2] Die Gemarkung Zeckendorf hat eine Fläche von 2,922 km². Sie ist in 661 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4421 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Giechburg, Gügel und Schrautershof.[4]
Zeckendorf Stadt Scheßlitz | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 58′ N, 11° 3′ O |
| Höhe: | 380 m ü. NHN |
| Einwohner: | 223 (30. Sep. 2025)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 |
| Postleitzahl: | 96110 |
| Vorwahl: | 09542 |

Geografie
Das Dorf liegt am Nordosthang des Schloßberges (530 m ü. NHN), einer Erhebung, die zu den Ausläufern der Fränkischen Alb zählt. Im Westen liegt das Burgholz. Durch den Ort fließt der Zeckendorfer Bach, ein linker Zufluss des Seierbachs. Die Staatsstraße 2187 führt nach Scheßlitz (2,5 km nordwestlich) bzw. nach Ludwag (2,4 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Demmelsdorf (1,2 km nördlich). Ein Anliegerweg führt zur auf dem Schloßberg befindliche Giechburg (0,7 km südwestlich).[5]
Geschichte
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Zeckendorf aus 46 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Scheßlitz aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Scheßlitz. Grundherren waren
- das Amt Scheßlitz: 1 Hof, 19 Sölden, 1 Sölde mit Schmiede, 1 Schenkstatt mit Brauhaus, 4 Erbschenkstätten, 1 Mühle, 1 Schäferei, 1 Judenschule mit Wohnung des Vorsingers, 4 Judenhäuser, 1 Synagoge;
- Maria-Magdalena-Pfründe Burgellern: 1 Sölde, 1 Haus;
- Kloster Langheim: 3 Söldengüter;
- die Freiherren von Aufseß: 2 Gütlein, 2 Häuslein;
- die Freiherrn von Künßberg zu Thurnau: 2 Sölden;
- die Gemeinde: 1 Gemeindehaus, 1 Schmiede.[6]
Im Jahre 1802 kam Zeckendorf an das Kurfürstentum Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts wurde 1811 das Steuerdistrikt Zeckendorf gebildet. Zu diesem gehörten Demmelsdorf, Giechburg, Gügel und Schrautershof. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Zeckendorf mit den Orten Giechburg, Gügel und Schrautershof. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Scheßlitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheßlitz (1919 in Finanzamt Scheßlitz umbenannt, ab 1928 Finanzamt Bamberg-Land). Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Bamberg I für die Verwaltung zuständig, mit dessen Auflösung im Jahr 1929 ist es das Bezirksamt Bamberg (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Scheßlitz (1880 in Amtsgericht Scheßlitz umbenannt, seit 1932 Amtsgericht Bamberg).[7] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 2,962 km².[8]
Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Zeckendorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Scheßlitz eingegliedert.[9][10]
Baudenkmäler
In Zeckendorf gibt es sechs Baudenkmäler:[11]
- Jüdischer Friedhof
- Kruzifix
- Talstraße 18: Wohnhausanbau mit abgewalmten Dach
- Talstraße 37 und 37: Bauernhäuser
- Talstraße 44: Kleinbauernhaus
Bodendenkmäler
In der Gemarkung Zeckendorf gibt es sieben Bodendenkmäler.[11]
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Zeckendorf
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 289 | 347 | 316 | 298 | 276 | 264 | 297 | 277 | 267 | 277 | 278 | 271 | 282 | 274 | 272 | 254 | 241 | 235 | 229 | 289 | 330 | 314 | 272 | 242 |
| Häuser[12] | 38 | 60 | 58 | 55 | 57 | 50 | 47 | 49 | ||||||||||||||||
| Quelle | [7] | [13] | [13] | [13] | [14] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [13] | [21] | [13] | [22] | [13] | [23] | [24] | [24] | [24] | [25] | [24] | [8] | [26] |
Ort Zeckendorf
Religion
Zeckendorf ist römisch-katholisch geprägt und nach St. Kilian (Scheßlitz) gepfarrt.[6][8] Zeckendorf hatte bis 1938/42 – wie der Nachbarort Demmelsdorf – eine starke jüdische Gemeinde, deren Entstehung in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurückgeht. 1861 war die Hälfte der Bevölkerung jüdisch,[14] es gab auch eine Synagoge. Der jüdische Friedhof kann bis heute besichtigt werden.
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Zeckendorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 518 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Zeckendorf. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 65 (Digitalisat).
- Hildegard Weiß: Stadt- und Landkreis Bamberg (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 21). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1974, ISBN 3-7696-9884-3 (Digitalisat).
Weblinks
- Ortsteile > Zeckendorf. In: schesslitz.de. Abgerufen am 25. Dezember 2025.
- Zeckendorf in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 23. Dezember 2024.
- Zeckendorf in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 25. Dezember 2025.
- Zeckendorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 25. Dezember 2025.