Dobry (Godkowo)
Dorf in Polen
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Dobry (deutsch Döbern) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Gmina Godkowo im Powiat Elbląski.
| Dobry | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Ermland-Masuren | |
| Powiat: | Elbląg | |
| Geographische Lage: | 54° 7′ N, 19° 56′ O | |
| Einwohner: | 237 (2021[1]) | |
| Postleitzahl: | 14-407 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 55 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NEB | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | Podągi–Nowe Wikrowo–DW 513–Łępno ↔ Spędy/DW 509 | |
| Tatarki → Dobry | ||
| Dąbkowo → Dobry | ||
| Eisenbahn: | kein Bahnanschluss | |
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |
Geographische Lage
Dobry liegt im Nordwesten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 19 Kilometer nordöstlich der Stadt Pasłęk bzw. 31 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Elbląg.
Geschichte
Das Kirchdorf Dobrin mit einer Wassermühle wurde 1354 erstmals urkundlich erwähnt,[2] doch liegt seine Ortsgründung bereits vor 1334.[3] Nach 1465 hieß das Dorf Debern, und 1785 wurde dann Döbern als ein adliges Gut und Dorf mit Kirche und zehn Feuerstellen erwähnt.[4] Im Jahre 1820 zählte Döbern bei 43 Feuerstellen bereits 357 Einwohner.
In Döbern gab es Fundstellen mit Keramikfragmenten, deren Datierung bis zum 5. und 11. Jahrhundert reichten.[4]
Am 28. Mai 1874 wurde Döbern Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland innerhalb des Regierungsbezirks Königsberg.[5] Ihm waren anfangs vier, am Ende noch drei Orte zugeordnet:
| Deutscher Name | Polnischer Name | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Döbern | Dobry | |
| Klein Quittainen | Kwitajny Małe | 1899 nach Schlodien im Amtsbezirk Schlodien umgegliedert |
| Lomp | Łępno | |
| Schönaich | Dąbkowo |
Die Zahl der Einwohner Döberns stieg bis 1885 auf 777 und belief sich im Jahre 1910 auf 559.[4]
Am 30. September 1928 wurde das Nachbardorf Spanden – allerdings ohne das Vorwerk Bernhardshof – nach Döbern eingemeindet.[5] Die Einwohnerzahlen beliefen sich im Jahre 1933 auf 695 und im Jahre 1939 auf 685.[6]
Als 1945 das gesamte südliche Ostpreußen in Kriegsfolge an Polen fiel, erhielt Döbern die polnische Namensform „Dobry“. Das Dorf ist heute eine Ortschaft innerhalb der Gmina Godkowo im Powiat Elbląski, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 lebten dort 237 Menschen.[1]
Religion
Kirchengebäude
Eine Kirche stand in Döbern bereits im 14. Jahrhundert. Das jetzige Bauwerk entstand Anfang des 15. Jahrhunderts. Sein westlicher Teil des Mauerwerks aus Feldsteinen und Ziegeln wurde 1505 als reiner Backsteinbau nach Osten hin erweitert.[7] 1717/18 wurde das Gebäude mit einem massiven Turm versehen.[8] Ein früherer Turm scheint aus Holz gewesen zu sein.[7]
Der Kircheninnenraum ist mit einer flachen Holzdecke überzogen.[8] 1544 wurde seitlich vom Altar die Gutsempore eingebaut, wobei man allerdings den Triumphbogen beseitigte. Das Schnitzwerk des bäuerlichen Barockaltars stammt von 1687,[2] das Kreuzigungsgemälde wurde erst 1850 eingefügt.[8] Die Kanzel stammt aus dem 17. Jahrhundert.
Die Orgel ist ein Werk Adam Gottlob Casparinis und wurde 1737 angefertigt.[2], sie wurde 1912 erneuert. Das Geläut bestand einst aus vier Glocken. Eine von ihnen wurde bereits im Mittelalter gegossen, die anderen 1518, 1749 und 1817.[7] 1704 fertigte Johann Poertzel in Königsberg (Preußen) aus Sandstein das Grabdenkmal für den bereits 1674 verstorbenen Elias von Kanitz, kurbrandenburgischer Obist und Hauptmann von Balga, an.[2]
Von der Reformation bis 1945 war die Kirche in Döbern ein evangelisches Gotteshaus. Heute wird sie – nach entsprechenden baulichen Veränderungen – von der römisch-katholischen Kirche genutzt und ist „Unserer lieben Mutter Gottes, der Königin von Polen“ (Kosciół Matki Boskiej Królowej Polski) gewidmet.
Evangelische Kirche
Kirchengeschichte:
Im ersten Quartal des 16. Jahrhunderts fand die lutherische Lehre der Reformation in Döbern ihren Platz. 1720/1725 war die Gemeinde Teil des Erzpriestertums Preußisch Holland,[9] 1789 der Kirchenprovinz Oberland, 1854 der Inspektion Preußisch Holland, und bis 1945 des Kirchenkreises Preußisch Holland in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union[10]. Das Kirchenpatronat oblag dem Burggrafen und Grafen zu Dohna-Schlodien. 2.216 Gemeindeglieder waren im Jahre 1925 der Pfarrei Döbern zugehörig, verteilt auf die Wohngebiete von 16 Dörfern und Ortschaften:
Kirchspiel:
| Deutscher Name | Polnischer Name | Deutscher Name | Polnischer Name | |
|---|---|---|---|---|
| Adlig Wickerau 1928–1931: Klein Wickerau | Nowe Wikrowo | Klein Quittainen | Kwitajny Małe | |
| Alken | Olkowo | Podangen | Podągi | |
| Bernhardshof | Broniewo | Schönaich | Dąbkowo | |
| Döbern | Dobry | Schönborn | Szymbory | |
| Krickehnen | Krykajny | Schwöllmen | Swędkowo | |
| Lomp | Łępno | Spanden | Spędy | |
| Nektainen | Niekwitajny | Spitzen | Tatarki | |
| Peiskam | Piskajny | Wusen | Osetnik |
An der Döberner Pfarrkirche amtierten bis 1945 als evangelische
Pfarrer:[11]
- Georg Hoffmann, 1554
- Johann Geblerus, 1567
- Friedrich Geisler, 1588
- Michael Harmer, bis 1589
- Joachim Lümcke
- Johann Barstorph, 1610
- Johann Angermüller, 1632
- Ludwig Mehlführer, 1639–1665
- Theophilus Wegner, 1665–1685
- Johann Friedrich Spilner, 1683–1725
- Johann Gottfried Sandhoff, 1726–1741
- Johann Schumacher, 1741–1756
- Friedrich Hartwich, ab 1757
- Gottlieb Theodor Weber, 1781–1810
- Ernst Gustav Schultz, 1810–1812
- Daniel Theodor Weber, 1812–1866
- Otto Herm. Rud. Gorsall, 1866–1898
- Georg Künstler, 1898–1915
- Heinrich Jamrowski, 1916–1931
- Alfred Böttcher, 1931–1945
Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung im Krieg und in der Nachkriegszeit brachten die evangelische Gemeinde in Döbern zum Erliegen. Heute hier lebende evangelische Christen gehören zur St.-Georgs-Kirche der Stadt Pasłęk, einer Filialkirche der Pfarrei in Ostróda innerhalb der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Römisch-katholische Kirche
Döbern war vor 1945 kein katholisches Kirchdorf. Die zuständige Pfarrei war die in der Stadt Preußisch Holland. Nach 1945 ist das bisher evangelische Gotteshaus eine katholische Kirche der zur Pfarrei Wilczęta zugehörigen Filialgemeinde Dobry. Sie gehört zum Dekanat Pasłęk I im Bistum Elbląg.
Verkehr
Straße
Dobry liegt an einer Nebenstraße, die von Podągi und die Woiwodschaftsstraße 513 querend bis nach Spędy an der Woiwodschaftsstraße 509 verläuft. Andere Straßen verbinden die Nachbarort Tatarki und Dąbkowo mit Dobry.
Schiene
Seit dem Zweiten Weltkrieg besteht für Dobry keine Bahnanbindung mehr. Von 1925 bis 1945 war das Dorf Bahnstation (bis 1945 „Döbern (Ostpr.)“, 1945 kurzzeitig „Dobry Pomorski“ genannt) an der Bahnstrecke (Elbing–) Schlobitten–Wormditt (–Allenstein), die nicht mehr existiert.[12]
