Lesiska
Dorf in Polen
From Wikipedia, the free encyclopedia
Lesiska (deutsch Reichwalde (Ostpr.)) ist ein Ort und ein Schulzenamt in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Gmina Godkowo (Landgemeinde Göttchendorf) im Powiat Elbląski (Kreis Elbing).
| Lesiska | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Ermland-Masuren | |
| Powiat: | Elbląg | |
| Gmina: | Godkowo | |
| Geographische Lage: | 54° 3′ N, 20° 1′ O | |
| Einwohner: | 140 (2021[1]) | |
| Postleitzahl: | 14-407 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 55 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NEB | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | Miłakowo ↔ Ząbrowiec | |
| Eisenbahn: | kein Bahnanschluss | |
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |
Geographische Lage
Lesiska (Reichwalde) liegt im Oberland in der historischen Region Ostpreußen. Der Ort liegt 7 km östlich von Godkowo (Göttchendorf), 41 km östlich von der Kreisstadt Elbląg (Elbing) und 45 km nordwestlich von der Provinzhauptstadt Olsztyn (Allenstein).
Geschichte
Ortsgeschichte
Ursprünglich wurde das heutige Ortsgebiet von den heidnischen Prußen (Pogesaniern) bewohnt. Nach der Christianisierung durch den Deutschen Orden kam das Land an den Deutschordensstaat, ab 1525 wurde es Teil des Herzogtum Preußens und ab 1701 Teil des Königreich Preußens.
Das einst Reichertswalde oder Reychenwalt[2][3] genannte Dorf existierte bereits zur Ordenszeit und gehörte damals zum Kammeramt Liebstadt, welches zur Komturei Elbing gehörte.[2] 1406 wurde der Ort erstmals im Zinsbuch des Ordens erwähnt. Im Zinsbuch der Komturei Elbing des Ordens aus dem Jahr 1448 wurde Reychenwalt mit 86 Hufen vermerkt, je Hufe wurde ½ Mark an Lichtmeß gezinst. Ein Krug zinste 2 Mark an Lichtmeß, ein anderer 1½ Mark zum gleichen Termin. Das Zinsbuch gibt die gesamten Abgaben des Dorfes mit 46½ Mark an.[2]
Im Königreich Preußen gehörte Reichwalde zum Domänenamt (ehemals Hauptamt) in Liebstadt. Auf Kreisebene gehörte der Ort zum Kreis Preußisch Holland.[4] Mit der Einführung der Kreisordnung in Preußen, wurde am 28. Mai 1874 der Amtsbezirk Reichwalde gegründet. Der Amtsbezirk Reichwalde verfügte zudem über ein eigenes Standesamt. Am 18. August 1881 wurde der Amtsbezirk Reichwalde aufgelöst und dem Amtsbezirk Podangen zugeteilt.[5] Der Amtsbezirk Podangen bestand bis zum 1. Januar 1945. Am 1. April 1939 wurde die Gemeinde Pfeiffertswalde aus dem Amtsbezirk Krickehnen in die Gemeinde Reichwalde eingegliedert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der südliche Teil Ostpreußens, zudem Reichwalde gehörte, an Polen angeschlossen. Es folgte die Vertreibung der deutschen Bevölkerung und die Ansiedlung von Polen. Der Ort heißt seither Lesiska.
Amtsbezirk Reichwalde (1874–1881)
Der im Jahre 1874 errichtete Amtsbezirk gehörte zum Kreis Preußisch Holland und gliederte sich in vier Ortschaften:[5][6]
| Deutscher Name | Polnischer Name | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Pfeiffertswalde | Gwiździny | 1881 in den Amtsbezirk Schwöllmen umgegliedert |
| Reichwalde (LG) | Lesiska | 1881 in den Amtsbezirk Podangen umgegliedert |
| Reichwalde (GB) | Lesiska | 1881 in den Amtsbezirk Podangen umgegliedert |
| Sommerfeld (Ostpr.) | Ząbrowiec | 1881 in den Amtsbezirk Schmauch umgegliedert |
Der Amtsbezirk Reichwalde wurde am 18. August 1881 aufgelöst.
Einwohnerzahlen
| Jahr | Anzahl |
|---|---|
| 1820 | 296 |
| 1885 | 685 |
| 1905 | 524 |
| 1910 | 534 |
| 1933 | 558 |
| 1939 | 611 |
Religion
Kirchengebäude
Das einstige Reichertswalde war ein altes Kirchdorf.[7] Bereits in vorreformatorischer Zeit stand hier eine Kirche.[8] Sie wurde im Schwedischen Krieg zerstört und 1670 wieder aufgebaut.[9]
Bei dem Bauwerk handelte es sich um einen einfachen rechteckigen Ziegelbau.[10] Der Turm stand an der Nordseite. Er war aus Holz und stand auf massivem Grund.
Die Innenausstattung war schlicht.[9] Die Taufe war gemauert, eine Orgel ohne Pedal wurde 1857 eingebaut. Das Geläut bestand aus zwei Glocken, die 1722 bzw. 1766 gegossen worden waren.
Kirchengemeinde
Die Kirche in Reichwalde war mit der Reformation evangelisch geworden. Lange war sie eine Filialkirche von Schmauch[9], später war sie mit Liebstadt verbunden,[11] vor 1945 hatte der seit 1895 in Reichwalde ansässige Pfarrer zugleich die zweite Pfarrstelle der Liebstädter Kirche inne.
Die Kirchengemeinde in Reichwalde gehörte zum Kirchenkreis Preußisch Holland in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.[8] Sie war königlichen Kirchenpatronats und zählte im Jahre 1925 622 Gemeindeglieder, die in drei Kirchspielorten lebten: Reichwalde, Dorf und Reichwalde, Gut, sowie Pfeiffertswalde.[8]
Von 1895 bis 1945 amtierten an der Kirche in Reichwalde als evangelische Pfarrer:[11]
- Moritz Kurt Th. Gielke, 1895–1894
- Emil Justus Reiter, 1905–1920
- Kurt Flach, 1922–1925
- Richard Jäschke, 1925–1927
- Rudolf Rich. R. Salewski, 1928–1935
- Günther Hartung, 1936–1939
- Heinrich Zimmermann, 1936–1945
Heute gehören die evangelischen Einwohner Lesiskas zur St.-Georgs-Kirche in Pasłęk in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Die römisch-katholischen Einwohner in Reichwalde und Umgebung gehörten zur Pfarrei in Liebstadt im Dekanat Wormditt im damaligen Bistum Ermland.
Verkehr
Lesiska liegt an einer Nebenstraße, die von Miłakowo bis nach Ząbrowiec führt. Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Weblinks
- GenWiki: Reichwalde
- GenWiki: Reichwalde, evangelisches Kirchspiel
- Polska w liczbach: Wieś Lesiska w liczbach (polnisch)
