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Skowrony (Godkowo)

Dorf in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Skowrony (deutsch Schmauch) ist ein Dorf in der Landgemeinde Godkowo (Göttchendorf) im Powiat Elbląski (Elbinger Kreis ) der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Schnelle Fakten Basisdaten, Wirtschaft und Verkehr ...
Skowrony
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Skowrony (Polen)
Skowrony (Polen)
Skowrony
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Elbląg
Gmina: Godkowo
Geographische Lage: 54° 4′ N, 19° 53′ O
Einwohner: 207 (2021[1])
Postleitzahl: 14-407
Telefonvorwahl: (+48) 55
Kfz-Kennzeichen: NEB
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Godkowo/DW 513 ↔ Markowo–Królewo/DW 527
Eisenbahn: keine Bahnanbindung
Nächster int. Flughafen: Danzig
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Geographische Lage

Schmauch östlich von Preußisch Holland, südöstlich der Stadt Elbing und südwestlich von Wormditt auf einer Landkarte von 1910.

Das Dorf liegt in der historischen Region Ostpreußen, etwa 33 Kilometer östlich von Elbing and 51 Kilometer nordwestlich von Allenstein.

Geschichte

Die Kirche des alten preußischen Kirchdorfs Schmauch hatte noch um 1727 unter dem Patronat der Herzöge von Preußen gestanden.[2] Bis zum Jahr 1804 waren die Bauern von Schmauch verpflichtet gewesen, auf dem benachbarten Gut Behlenhof Hand- und Spanndienste zu leisten.[3]

Die Gemarkung des Dorfs umfasste um 1858 eine Fläche von 4220 Morgen, und es standen darauf 81 Wohnhäuser.[4]

Von 1874 bis 1945 war Schmauch ein Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk[5] im Kreis Preußisch Holland im Regierungsbezirk Königsberg der Provinz Ostpreußen des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Januar 1945 von der Roten Armee besetzt. Im Sommer 1945 wurde das Kreisgebiet von der sowjetischen Besatzungsmacht zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens unter polnische Verwaltung gestellt. Die Polen führten für Schmauch die Ortsbezeichnung Skowrony ein. Soweit die deutschen Dorfbewohner nicht geflohen waren, wurden sie in der Folgezeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Schmauch vertrieben.

Bevölkerungsentwicklung vor 1945

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner Anmerkungen
1816290[6]
1852525[7]
1858546darunter 535 Evangelische, sechs Katholiken, vier Mennoniten und ein Jude[4]
1933494[8]
1939490[8]
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Amtsbezirk Schmauch 1874–1945

In den Amtsbezirk Schmauch waren anfangs sechs, am Ende noch drei Orte eingegliedert:[5]

Weitere Informationen Deutscher Name, Polnischer Name ...
Deutscher NamePolnischer NameAnmerkungen
BordehnenBurdajny1881 in den Amtsbezirk Behlendorf umgegliedert
GöttchendorfGodkowo
(Klein-) Gillgehnen1928 nach Sommerfeld eingemeindet
RudolfsmühleKlekotki1889 nach Schmauch eingemeindet
SchmauchSkowrony
WeeskenittZimnochy1928 nach Sommerfeld eingemeindet
ab 1881:
Sommerfeld
Ząbrowiec
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Religion

Kirchengebäude

Bei dem Kirchengebäude handelt es sich um einen aus dem 14. Jahrhundert stammenden Findlingsbau mit einem vierteiligen Ostgiebel.[9] Der westliche Teil wurde – wohl 1699 – verlängert.[10] Nach einem Brand im Jahre 1908 wurde das Gebäude wieder aufgebaut.[9]

Der Innenraum ist mit einer gewölbten Holzdecke überspannt, die schlicht bemalt ist. Altar und Kanzel (aus der Zeit um 1733) wurden in der Mitte des 18. Jahrhunderts zu einem Kanzelaltar mit Schnitzwerk vereinigt.[10] Im Fußboden der Kirche befindet sich ein Grabstein, den Otto Wilhelm von Perband für sich vor seinem Tod 1705 anfertigen ließ.[10]

Die Orgel von 1722 soll aus Preußisch Holland erworben sein.[9] Die Glocken tragen die Jahreszahlen 1638 und 1805.

Die Kirche in Schmauch wurde vor der Reformation von Wormditt aus betreut.[10] Die Dorfbewohner waren nach der Reformation der evangelischen Konfession beigetreten.[11] Nach 1945 übernahm die Römisch-katholische Kirche das Gotteshaus und veränderte es baulich entsprechend ihren liturgischen Bräuchen.

Evangelische Kirchengemeinde

Kirchengeschichte

Von 1578 bis 1690 war die Kirche (Groß) Thierbach in Schmauch eingepfarrt.[12] Vorher war auch die Kirche in Sommerfeld zugehörig. Diese ist jedoch 1578 eingegangen.[10]

Im Jahre 1925 zählte das Kirchspiel Schmauch 1.912 Gemeindeglieder, die in Schmauch und in neun umliegenden Ortschaften lebten. Das Kirchenpatronat oblag seinerzeit den staatlichen Behörden. Die Pfarrstelle war Mitte des 16. Jahrhunderts bereits mit einem evangelischen Geistlichen besetzt.

Die Pfarrei Schmauch gehörte zuletzt zum Kirchenkreis Preußisch Holland in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung ließ die evangelische Gemeinde absterben. Heute hier wieder lebende evangelische Einwohner halten sich zur St.-Georgs-Kirche in Pasłęk innerhalb der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Kirchspiel

Zum evangelischen Kirchspiel Schmauch gehörten bis 1945 die Dörfer:[11]

Weitere Informationen Deutscher Name, Polnischer Name ...
Deutscher NamePolnischer NameDeutscher NamePolnischer Name
Alt TeschenStary CieszynNeu TeschenNowy Cieszyn
EinhöfenSiedliskoPlehnenPlajny
GöttchendorfGodkowoSchmauchSkowrony
KandittenKandytySommerfeldZąbrowiec
NautenNawtyWeeskenittZimnochy
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Pfarrer

  • Bonaventura Fischer, bis 1550[12]
  • Jacob Schütz, 1554[12]
  • Jacob Blumenau, 1578[12]
  • Friedrich Hennig, seit 1596[12]
  • Johann Bleynagel, seit 1631[12][13]
  • Hermann Nebelius, seit 1649[12][14]
  • Christoph Alt, 1660–1682[12][15]
  • Joachim Erdmann Hinckelmann, 1682–1702[12]
  • Friedrich Rechenberg, 1702–1723[12]
  • George Settegast, 1724–1751[12]
  • Friedrich Wilhelm Rüdiger, 1752–1784[12][16]
  • Friedrich Friese, 1784–1800
  • Abraham Ernst Hennig, 1800–1806[16]
  • Christian Leopold Stuhr, 1806–1815[16]
  • Carl Jonathan Corsepius, 1815–1821[16]
  • Samuel Ludwig F., 1821–1839[17][16]
  • Carl Hermann Keßler, 1839–1870[16]
  • Eduard Alb. Nikolaus Ebel, 1870–1872[16]
  • Hilfgott Heinr. Th. Fischer, 1873–1874[16]
  • August Wilhelm Passarge, 1874–1885[16]
  • Karl Gustav Marter, 1885–1906[16]
  • Hermann Leop. R. Geelhaar, 1906–1934[16]
  • Heinz Dietrich, 1935–1942[16]
  • Arno Kiel, 1943–1945[16]

Römisch-katholische Kirchengemeinde

Schmauch war bis 1945 kein römisch-katholisches Kirchdorf. Die Einwohner katholischer Konfession gehörten zur Pfarrei St. Josef in der Stadt Preußisch Holland. Nach 1945 wurde in Skowrony eine katholische Gemeinde gebildet, denen das vorher evangelische Gotteshaus als Kirche dient. Skowrony ist heute eine Filialgemeinde der Pfarrei in Osiek im Dekanat Pasłęk I des Bistums Elbląg.

Verkehr

Skorony liegt an einer Nebenstraße, die die Woiwodschaftsstraße 513 bei Godkowo mit den Woiwodschaftsstraße 527 (frühere deutsche Reichsstraße 133) verbindet. Eine Anbindung an den Bahnverkehr besteht nicht.

Persönlichkeiten

Aus dem Ort gebürtig

Mit dem Ort verbunden

  • Max von Schenkendorf (1783–1817), der in Tilsit geborene Dichter der Freiheitskriege wurde von 1802 bis 1804 in Schmauch von Pfarrer Ernst Hennig unterrichtet[18]

Literatur

  • Daniel Heinrich Arnoldt: Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den Lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandenen Predigern. Hartung, Königsberg 1777, S. 389–390.

Einzelnachweise

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