Maubaralissa
Suco in Osttimor
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Maubaralissa (Maubaralisa, Maubara Lissa) ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Maubara (Gemeinde Liquiçá).
Geographie
| Maubaralissa | ||
|---|---|---|
| Orte | Position[3] | Höhe |
| Atinu | 8° 36′ 46″ S, 125° 13′ 44″ O | 12 m |
| Darulema | 8° 39′ 10″ S, 125° 11′ 50″ O | 717 m |
| Kamalelagana | 8° 36′ 22″ S, 125° 13′ 9″ O | 1 m |
| Kemipu | 8° 38′ 8″ S, 125° 13′ 10″ O | 459 m |
| Laklema | 8° 38′ 49″ S, 125° 12′ 3″ O | 523 m |
| Lebotelo | 8° 39′ 26″ S, 125° 12′ 35″ O | 825 m |
| Lissalara | 8° 39′ 33″ S, 125° 12′ 21″ O | 878 m |
| Nunulete | 8° 39′ 48″ S, 125° 11′ 47″ O | 967 m |
| Vatuguili | 8° 37′ 59″ S, 125° 12′ 45″ O | 379 m |
| Name unbekannt (1) | 8° 39′ 23″ S, 125° 12′ 57″ O | 764 m |
| Name unbekannt (2) | 8° 39′ 22″ S, 125° 13′ 20″ O | 779 m |
| Name unbekannt (3) | 8° 39′ 55″ S, 125° 13′ 5″ O | 645 m |
| Name unbekannt (4) | 8° 38′ 52″ S, 125° 12′ 15″ O | 583 m |
| Name unbekannt (5) | 8° 38′ 38″ S, 125° 12′ 50″ O | 637 m |
| Name unbekannt (6) | 8° 37′ 42″ S, 125° 13′ 13″ O | 288 m |
| Name unbekannt (7) | 8° 39′ 18″ S, 125° 12′ 17″ O | 775 m |
| Name unbekannt (8) | 8° 39′ 5″ S, 125° 12′ 46″ O | 731 m |
Maubaralissa liegt im nördlichen Zentrum des Verwaltungsamts Maubara. Im Norden reicht er bis an die Sawusee, westlich befindet sich der Suco Vaviquinia, östlich der Suco Vatuvou, südlich der Suco Lissadila und südwestlich die Sucos Guiço und Gugleur. Im Norden entspringt im Grenzgebiet zu Vaviquinia der Fluss Bahonu, der nun die Grenze zwischen den beiden Sucos bildet. An seiner Mündung liegt das Kap Ponta Camale Media Ilo.[4][5][6] Berge im Süden von Maubaralissa sind der Foho Samarapo (1026 m, Lage), der Foho Kaikawai (907 m, Lage) und der Foho Baiquenilau (849 m, Lage). Im Norden liegen die Hügel Foho Fatuo (229 m, Lage) und Foho Laumaniko (232 m, Lage).[7]
Maubaralissa hat eine Fläche von 18,56 km²[1] und teilt sich in die fünf Aldeias Baiquenulau (Baiquenilau, Baiquenilab, Baikenulau), Darulema, Lissalara (Lisalara), Nunulete und Vatuguili.[4][8]
Im Norden von Maubaralissa liegen die Dörfer Atinu, Kamalelagana, Vatuguili und Kemipu, im Westen Laklema und im Süden Lebotelo, Nunulete, Darulema und Lissalara. Maubara, der Hauptort des Verwaltungsamtes reicht im Nordwesten über den Fluss Bahonu nach Maubaralissa hinein. Der Sitz des Sucos befindet sich in Lebotelo. Hier stehen auch eine Grundschule und ein Hospital. In Nunulete gibt es eine Kapelle.[4]
Der Historiker Douglas Kammen, der zahlreiche mündliche Überlieferungen aus der Geschichte Maubaras sammelte, zeigt auf einer Landkarte im Südwesten von Maubaralissa die Orte Lauwana (etwa an der Stelle von Darulema), Ikolau (entweder Laklema oder der Ort östlich davon) und Kaisave (etwa bei Vatuguili). Ikolau und Kaisave waren die Namen führender Clans in Maubara. Es ist möglich, dass ihre Stammsitze alternativ den Clannamen tragen. Andere Quellen zur Verwendung dieser als Ortsnamen sind derzeit nicht aufzufinden. Außerdem soll im Südwesten von Maubaralissa der Ort Tirisvou liegen, wo der Legende nach der Namensgeber von Maubara, ein Wasserbüffel, geschlachtet worden sein soll.[9.1]
Einwohner
Im Suco leben 2.589 Einwohner (2022), davon sind 1.342 Männer und 1.247 Frauen. Im Suco gibt es 504 Haushalte.[2] Fast 98 % der Einwohner geben Tokodede als ihre Muttersprache an. Minderheiten sprechen unter anderem Tetum Prasa oder Mambai.[10]
Geschichte
Die Region trug früher den Namen Leo Telo. Aus ihr stammten Ikolau, Kaisave und Raelete, die drei einflussreichsten Clans Maubaras, die laut der Gründungslegende des Reiches ihre Macht an die drei Sonnenkönige (Liurai Loro) übergaben. Dafür erhielten die Clans die richterliche Funktion im Reich.[9.2] Opu Leki, ein Mann aus Lio Telo hatte eine außereheliche Beziehung mit Turi Lau, der Tochter eines der Herrscher von Maubara aus der Doutel-Familie, aus der ein Sohn namens Laku Roma hervorging. Er wuchs bei den Doutels auf, bis er mit Erreichen der Volljährigkeit, zur Familie seines Vaters zurückgeschickt wurde, um das Oberhaupt von Lio Telo zu werden. Der Großvater von Laku Roma war wahrscheinlich José Xavier Doutel (1754–1776). Auch Opu Lekis Bruder Barnado wird in den mündlichen Überlieferungen zur Zeit von Dom José Xavier Doutel erwähnt. Er soll in seiner richterlichen Funktion den neuen portugiesischen Gouverneur zeremoniell eingeführt haben, indem er dreimal in ein Buch klopfte.[9.3]
In den 1880er Jahren wurde José Rodrigues da Silva (Mauvili), Enkel von Laku Roma zum mächtigsten Mann in Leo Telo. Er zeigte schon früh Ambitionen auf den Herrschertitel von Maubara. Laut einer Überlieferung weigerte er sich beim Wiederaufbau des Uma Lulik (Heiliges Haus) der Familie Doutel zu helfen. Als er aber zur Einweihungszeremonie erschien, wurde ihm die Teilnahme verweigert. Silva ging nach Hause und baute dort sein eigenes Uma Lulik. Außerdem baute er seinen eigenen „Palast“, dem er dem Namen Lissalara (deutsch Innerer Palast) gab, wie auch der Stammsitz der Doutel heißt. Seine Heimat benannte Silva in Maubaralissa (deutsch Palast Maubaras) um. Zum Namen des Sucos gibt es auch eine andere Erzählung, laut der ein Wasserbüffel namens „Maubara“ freigelassen wurde und nach Tirisvo (Tirisvou) wanderte, wo er geopfert wurde. Tirisvo wurde dann in Maubaralissa umbenannt, das sich dann später über mehrere Weiler ausdehnte.[9.4] Am 7. November 1893 wurde Silva tatsächlich von den Portugiesen zum neuen Herrscher Maubaras ernannt. Er blieb es bis zu seinem Tod 1898/1899. Sein ältester Sohn Luis da Silva Maia folgte ihm kurzzeitig, wurde aber wegen seiner Amtsführung bald abgesetzt. Maias Patensohn José Nunes gelangte noch 1912 auf den Thron und sein Sohn Gaspar Correia da Silva Nunes folgte ihm als letzter Liurai Maubaras bis 1975.[9]
1905 gründete der portugiesische Offizier Zeferino Antonio Carrion eine Kaffeeplantage in Maubaralissa. Er hatte seit Ende des 19. Jahrhunderts in der Kolonialarmee gedient und erwarb für seine Plantage 400 Hektar Land südlich der Bergkette.[9.5]
1999 versuchten pro-indonesische Milizen (Wanra) die Stimmung vor dem Unabhängigkeitsreferendum am 30. August mit Gewalt zu beeinflussen. Aus dem benachbarten Dorf Maubara stammte eine der gefürchtetsten Wanra Osttimors, die Besi Merah Putih (BMP), die vor allem in der Region Maubaras zwangsrekrutierte und hier auch ihr Hauptquartier hatte. Viele Menschen flohen aus Angst vor den Zwangsrekrutierungen. Bereits ab Januar 1999 war die BMP aktiv. Sie beging vor dem Referendum und nach der Bekanntgabe der Entscheidung für die Unabhängigkeit Hunderte von Verbrechen. Die Dörfer von Maubaralissa, Lissadila und Vatuvou wurden zu Geisterstädten. Ihre Einwohner flohen nach Sare (Gemeinde Ermera). Allein dort versammelten sich bis zu 6000 Flüchtlinge und blieben bis zum Eintreffen der INTERFET im September 1999.[11]
Am 6. Januar 2007 wurden drei Frauen in Maubaralissa beschuldigt Hexen zu sein. Die Frauen im Alter von 25, 50 und 70 Jahren wurden ermordet und ihr Haus angezündet. Drei Verdächtige wurden von der UN-Polizei verhaftet. Es war der schlimmste von mehreren Fällen von moderner Hexenverfolgung im unabhängigen Osttimor.[12][13]
Politik

1952 wurde Alarico da Silva Chefe de Suco von Maubaralissa, ein Enkel des Liurais Mauvili und Mitglied der Liurai-Familie. Er war von den Portugiesen eingesetzt worden.[9.6] Er hatte noch 1964 das Amt inne.[14]
1995 wurde Fernando da Silva Luis von den Indonesiern als Chefe de Suco eingesetzt.[9.7]
Nach dem Abzug der Indonesier wurde Miguel Sanches zum Chefe de Suco ernannt, ein lokal bekannter in den 1990er Jahren aktiver Unabhängigkeitsaktivist und aus der Familie der Brüder Opu Leki und Barnado.[9.8] Bei den Wahlen von 2005 wurde Miguel Sanches in seinem Amt bestätigt.[15] Er setzte sich mit 215 Stimmen durch gegen Rui Manuel da Silva (206 Stimmen) aus Raelete, Nachkomme von Dom Mauvili, und Agusto de Jesus (180 Stimmen), der wie Sanches im Untergrund tätig war und 1999 Chefe de Aldeia von Nunulete wurde. Auch wenn bei den kommunalen Wahlen offiziell keine Parteien kandidieren, werben Kandidaten oft mit einer Parteinähe oder -zugehörigkeit. Silva galt als FRETILIN-Kandidat, Sanches war Mitglied der ASDT und Jesus stand für die PSD.[9.9]
Bei den Wahlen 2009 gewann Rui Manuel da Silva[16] und wurde 2016 in seinem Amt bestätigt.[17] 2023 wurde Anacleto da Costa neuer Chefe de Aldeia.[18]
Weblinks
- Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Maubaralissa ( vom 23. Januar 2012 im Internet Archive) (tetum; PDF; 8,2 MB)
- Ergebnisse des Zensus 2015 für den Suco Maubaralissa ( vom 12. Juli 2018 im Internet Archive) (tetum; PDF)
- Seeds of Life: Suco information sheets Maubara (tetum)
- Seeds of Life: Agriculture Calendar (englisch)

