Neudorf (Ansbach)
Ortsteil der Stadt Ansbach
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Neudorf (fränkisch: Naidorf[2]) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Ansbach (Mittelfranken, Bayern).[3] Neudorf liegt in der Gemarkung Schalkhausen.[4]
Neudorf Kreisfreie Stadt Ansbach | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 19′ N, 10° 30′ O |
| Höhe: | 430 m ü. NHN |
| Einwohner: | 82 (25. Mai 1987)[1] |
| Postleitzahl: | 91522 |
| Vorwahl: | 09820 |
Blick auf Neudorf | |
Geografie
Das Dorf liegt am Onolzbach. Zwei namenlose Bäche münden dort als rechte Zuflüsse des Onolzbachs. 0,5 km westlich erhebt sich der Rote Berg, 0,5 km im Süden der Schloßbuck (498 m ü. NHN), im Osten liegen die Neudorfer Mühlranken. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Dornberg (1,2 km südlich), nach Steinersdorf (1 km östlich) und zu einer anderen Gemeindeverbindungsstraße (1,7 km südwestlich), die nach Tiefenthal (0,8 km nordwestlich) bzw. nach Lengenfeld zur Staatsstraße 2246 verläuft (1,3 km südlich).[5]
Geschichte
Der Ort wurde 1274 als „Niwendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Name weist den Ort als eine Spätsiedlung aus. Es ist möglich, dass die Herren von Dornberg von ihrer nahe liegenden Burg aus das Dorf gegründet hatten.[2]
Im 16-Punkte-Bericht des Fürstentums Ansbach von 1684 wurden für Neudorf 16 Mannschaften verzeichnet. Alle Anwesen hatten das Hofkastenamt Ansbach als Grundherrn (1 Mühle, 5 Höfe, 1 Köblersgut, 8 Güter, 1 Gütlein). Außerdem gab es noch ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.[6]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Neudorf mit Neudorfer Mühle und Walkmühle eine Realgemeinde bestehend aus 18 Anwesen (1 Hof, 6 Halbhöfe, 9 Söldengüter, 2 Mühlen). Das Hochgericht, die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).[7] Es gab zu dieser Zeit 17 Untertansfamilien.[8] Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.[9]
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Neudorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Schalkhausen und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Schalkhausen zugeordnet.[10] Diese wurde am 1. Juli 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Ansbach eingegliedert.[9][11]
Baudenkmal
- Neudorf 1: ehemalige Wassermühle, Wohn- und Mühlgebäude, eingeschossiger Bau mit Steildach, mit rückwärtigem dreigeschossigem Anbau mit flachem Satteldach, im Kern 16. Jahrhundert, im 18. Jahrhundert erneuert (bezeichnet 1787); Nebengebäude, Scheune und anschließendes Stallgebäude, eingeschossige Satteldachbauten, teilweise Fachwerk, zweite Hälfte 19. Jahrhundert; ehemaliges Austragshaus, zweigeschossiger Satteldachbau, bezeichnet 1859.[12]
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Nikolaus (Schalkhausen) gepfarrt.[7] Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt.[22]
Literatur
- Alexander Biernoth: 25 Jahre Eingemeindungen in die Stadt Ansbach. Ein Abriß der Ortsgeschichten von Bernhardswinden, Brodswinden, Claffheim, Elpersdorf, Hennenbach, Neuses und Schalkhausen. Ansbach 1997, OCLC 634417218.
- Johann Kaspar Bundschuh: Neudorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 734 (Digitalisat).
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 137–138.
- Günter P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 2). Deutscher Kunstverlag, München 1958, DNB 451224701, S. 128.
- Georg Paul Hönn: Neundorf. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 356 (Digitalisat).
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
Weblinks
- Neudorf in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 23. November 2021.
- Neudorf in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 15. September 2019.
- Neudorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 17. März 2025.