Schmölz (Küps)

Ortsteil von Küps From Wikipedia, the free encyclopedia

Schmölz ist ein Gemeindeteil des Marktes Küps im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.[2]

Schnelle Fakten Markt Küps ...
Schmölz
Markt Küps
Wappen von Schmölz
Koordinaten: 50° 13′ N, 11° 15′ O
Höhe: 446 m ü. NHN
Einwohner: 961 (31. Dez. 2021)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 96328
Vorwahl: 09264
Schloss Schmölz (2012)
Schloss Schmölz (2012)
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Geographie

Das Pfarrdorf Schmölz liegt am Rande des Naturparks Frankenwald. Im Ort entspringt der Krebsbach, ein linker Zufluss der Steinach. Die Kreisstraße KC 13 verbindet mit Tüschnitz (1,6 km südlich). Zwei Gemeindeverbindungsstraßen führen jeweils zur Staatsstraße 2200 (1,1 km westlich bzw. 1 km östlich), die westlich nach Beikheim und östlich an Theisenort und Johannisthal vorbei zur B 173 verläuft. Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Theisenort (1,1 km östlich). Ein Anliegerweg verbindet mit Unterberg (0,4 km nördlich). Südlich der St 2200 befinden sich „Luitpolds vier Linden“, die als Naturdenkmal geschützt sind.[3]

Geschichte

Der Ort Schmölz wurde 1194 das erste Mal urkundlich indirekt mit einem Chuno de Smoulnce als Zeuge in einer Schenkungsurkunde erwähnt. Im Jahr 1296 wurden die von Redwitz durch Hochzeit in Schmölz ansässig.[4] Sie ließen 1502 Schloss Schmölz errichten, das sie 1861 verkauften.

Schmölz bildete mit Oberberg, Schafhaus, Unterberg und Wachholder eine Realgemeinde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand diese aus 75 Anwesen. Das Hochgericht übte das Rittergut Schmölz im begrenzten Umfang aus, sie hatten ggf. an das bambergische Centamt Burgkunstadt-Marktgraitz auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Schmölz inne. Grundherren waren

  • das Rittergut Schmölz (54 Anwesen: 7 Fronsölden, 9 Güter, 1 Gut mit Wirtshaus, 1 Hofhaus, 24 Tropfhäuser, 9 Häuser, 1 Gütlein, 1 Häuslein, 1 Badstube mit Haus),
  • das Rittergut Tüschnitz (19 Anwesen: 1 Hof, 6 Güter, 1 Wirtshaus mit Bräuhaus; außerdem folgende Anwesen als Freieigen: 1 Fronsölde, 1 Gütlein, 6 Häuser, 3 Häuslein),
  • das Seniorat von Redwitz (1 Gut),
  • die Pfarrei Marktgraitz (1 Gut).

Das Schloss, der Bauhof, das Ökonomiegut mit Schafhaus, das Jägerhaus und das Bräuhaus waren dem Rittergut Schmölz als herrschaftlicher Besitz direkt unterstellt. Außerdem gab es im Ort noch eine Pfarrkirche, einen Pfarrhof und ein Schulhaus.[5]

Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Schmölz gebildet, zu dem die Orte Beikheim, Oberberg, Schafhaus, Schneckenlohe, Tüschnitz, Unterberg und Wachholder gehörten. Infolge des Zweiten Gemeindeedikts (1818) entstand die Ruralgemeinde Schmölz, zu der Oberberg, Schafhaus, Unterberg und Wachholder gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kronach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach, 1919 in Finanzamt Kronach umbenannt. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden die Anwesen dem Patrimonialgericht Schmölz, bis 1848 bzw. dem PG Oberlangenstadt bis 1837. Ab 1862 gehörte Schmölz zum Bezirksamt Kronach, 1939 in Landkreis Kronach umbenannt. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach, 1879 in das Amtsgericht Kronach umgewandelt.[6] Die Gemeinde hatte eine Fläche von 5,099 km².[7]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Schmölz am 1. Mai 1978 nach Küps eingegliedert.[8]

Baudenkmäler

In der Bayerischen Denkmalliste sind acht Baudenkmäler aufgeführt:

Die folgenden Häuser listete Tilmann Breuer in dem Buch Landkreis Kronach von 1964 mit ihren ursprünglichen Hausnummern als Kunstdenkmale auf. Sie sind in der Denkmalschutzliste nicht geführt, da sie entweder nicht aufgenommen, abgebrochen oder stark verändert wurden.

  • Haus Nr. 63: Kleinhaus, der Türsturz ist mit „IC 1807 JCK“ bezeichnet[9]
  • Haus Nr. 68: Eingeschossiger, ehemaliger Wohnstallbau mit Satteldach, im Kern 17./18. Jahrhundert, der Wohnteil wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts massiv erneuert, die übrigen Teile sind aus Fachwerk, im Giebel mit Andreaskreuzen.[9]
  • Haus Nr. 70: Eingeschossiger Satteldachbau des 18./19. Jahrhunderts, massive Umfassungsmauern, die Giebel sind aus Fachwerk. Der Stall ist rechtwinklig angebaut, der Sturz der Stalltür ist mit „JHZ 1819“ bezeichnet.[9]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Schmölz

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 18401852185518611867187118751880188518901895190019051910191919251933193919461950195219611970
Einwohner 4874784734845225315575645925776266036536586977707797359711017954902865
Häuser[10] 88909096114132174
Quelle [11][11][11][12][13][14][15][16][17][18][11][19][11][20][11][21][11][11][11][22][11][7][23]
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Ort Schmölz

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001818001861001871001885001900001925001950001961001970001987002007
Einwohner 323458503568584739956846787796 *982 
Häuser[10] 848592109126164225 *
Quelle [6][12][14][17][19][21][22][7][23][24][25]
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* 
inklusive Schafhaus
 
Gemarkung Schmölz, d. h. inklusive sämtlicher ehemaliger Gemeindeteile

Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Laurentius

St.-Laurentius-Pfarrkirche in Schmölz

Eine Kirche in Schmölz ist für 1302 erstmals belegt. Um 1500 wurde das Patrozinium des Laurentius von Rom urkundlich erwähnt und im Jahr 1500 folgte die Loslösung der Pfarrei von Graitz. 1545 führte Christoph von Redwitz die Reformation ein. Die heutige Gestalt des Gotteshauses als Sandsteinquaderbau mit einem einschiffigen Saal und dreiseitigem Schluss sowie viergeschossigem Turm mit Spitzhelm und Scharwachttürmchen stammt aus dem Jahr 1690.[26] Es ist 22 Meter lang und 9 Meter breit. Der Kirchturm ist 45 Meter hoch. Im Herbst 2003 wurde die Außenfassade beim Haupteingang renoviert.

Zum Kirchensprengel der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Schmölz gehören die Orte Beikheim, Trainau, Mannsgereuth, Schneckenlohe und Theisenort. An jedem ersten Sonntag eines Monats wird ein Gottesdienst in Theisenort in der katholischen Kirche Heiligste Dreifaltigkeit gehalten. Zum 1. November 2003 wurden nach dem Beschluss der Kirchenverwaltung in München die Orte Nagel und Tüschnitz in die Kirchengemeinde Küps eingegliedert.

Kultur

Bildung

Regelmäßige Veranstaltungen

Dreschfest
  • Schützenfest des SV Schmölz
  • Kirchweih
  • Sommernachtsfest des TSV Schmölz
  • Johannifeuer des TV Schmölz
  • Schmölzer Blues-Tage, jährliche internationale Blues-Party
  • Historische Landwirtschaftsvorführungen der Schlepperfreunde Schmölz (Historisches Schau-Dreschen, Kartoffelernte etc.)

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Schmölz – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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