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Cadillac Fleetwood Limousine

Repräsentationsfahrzeuge der Marke Cadillac From Wikipedia, the free encyclopedia

Die achtsitzige Cadillac Fleetwood Limousine und die siebensitzige Fleetwood Formal Limousine sind Repräsentationsfahrzeuge, die die zum General-Motors-Konzern gehörende Marke Cadillac von 1977 bis 1984 produzierte. Sie basieren die auf dem zeitgenössischen Fleetwood Brougham. Die beiden Varianten der Fleetwood Limousine lösten die bis 1976 produzierte Series-75-Reihe ab. Auf der gleichen technischen Grundlage verkaufte Cadillac auch eine Reihe von Commercial Chassis, die von unabhängigen Herstellern zu Sonderfahrzeugen umgebaut wurden.

Schnelle Fakten Fleetwood Limousine Fleetwood Formal Limousine ...
Cadillac
Bild
Bild
Fleetwood Formal Limousine (1977)
Fleetwood Limousine
Fleetwood Formal Limousine
Produktionszeitraum 1977–1984
Klasse Oberklasse
Karosserieversionen Limousine
Motoren Ottomotoren:
6,0–7,0 Liter
Länge 6205 mm
Breite 1910 mm
Höhe 1445 mm
Radstand 3670 mm
Leergewicht 2200–2300 kg
Vorgängermodell Series 75 (1971–1976)
Nachfolgemodell Fleetwood 75
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Entstehungsgeschichte

Cadillac hatte seit den 1930er-Jahren regelmäßig Langversionen seiner großen Viertürer im Werksprogramm, die als Repräsentationsfahrzeuge bzw. Staatskarossen dienten.[Anm. 1] Bis 1976 wurden diese im angloamerikanischen Sprachgebrauch Limousinen[Anm. 2] genannten Autos unter der Bezeichnung Series 75 verkauft; zuletzt basierten sie auf dem jeweiligen Viertürer der Sixty-Special-Reihe und hatten einen längeren Radstand und ein erhöhtes Dach. Mit dem Modelljahr 1977, zu dem Cadillac größen- und gewichtsreduzierte Full-Size-Cars auf den Markt brachte, gab das Unternehmen auch die traditionellen Bezeichnungen Sixty Special und Series 75 auf. Der luxuriöse Standardviertürer wurde daraufhin als Fleetwood Brougham verkauft, die von ihm abgeleitete lange Staatskarosse hieß ab 1977 Fleetwood Limousine bzw. Formal Limousine. Die Fleetwood Limousinen blieben in dieser Form bis 1984 im Cadillac-Programm. Sie sind von verschiedenen unterschiedlich langen Stretch-Limousinen zu unterscheiden, die unabhängige Hersteller auf individuelle Kundenbestellungen hin auf der Basis regulärer Serien-Sedans bauten.

Zum Modelljahr 1985 vollzog Cadillac ein weiteres Downsizing seiner Standardmodelle. Sie waren mehr als 600 mm kürzer als die alten Modelle von 1977 und erhielten Frontantrieb mit vorn quer eingebauten Motoren. Von diesen neuen Frontantriebsmodellen leitete Cadillac eine neue Generation der Repräsentationsfahrzeuge ab, die als Fleetwood 75 bezeichnet wurde. Sie löste die größeren Fleetwood Limousinen nach achtjähriger Produktion ab.

Modellbeschreibung

Rahmen und Fahrwerk

Technische Basis der Fleetwood Limousinen ist ein Leiterrahmen, den Cadillac für die 1977 eingeführte fünfte Generation des DeVille und sein Schwestermodell Fleetwood Brougham neu konstruiert hatte. Für die Fleetwood Limousinen wurde der Radstand von 3086 auf 3670 mm verlängert; technisch gab es abgesehen davon nur marginale Abweichungen. Alle Räder sind einzeln aufgehängt. Vorn und hinten sind Schraubenfedern eingebaut; serienmäßig gab es eine Niveauregulierung für die Hinterräder.

Karosserie

Fleetwood Limousine der Baujahre 1977 bis 1979

Die Karosserie der Cadillac-Limousinen stimmt im Front- und Heckbereich mit der des kürzeren Fleetwood Brougham (und des DeVille) überein. Die Limousinen machten im Laufe ihrer Produktionszeit alle stilistischen Änderungen mit, die Cadillac für den DeVille und den Fleetwood Brougham entwickelte.

Die Verlängerung des Radstands kam ausschließlich dem hinteren Passagierraum zugute. Die hinteren Türen sind, wie bereits bei den Series-75-Modellen der zurückliegenden Jahrzehnte üblich, an der B-Säule angeschlagen. Sie sind länger als die serienmäßigen hinteren Türen des Fleetwood Brougham und haben einen senkrechten Abschluss. Hinter den Türen befindet sich ein weiteres Seitenfenster, das in den Vinylbezug des Dachs eingebettet ist. Für den Innenraum stellte Cadillac zwei verschiedene Arrangements zur Auswahl:

  • Die Fleetwood Limousine ist ein Achtsitzer. Vorn und hinten ist jeweils eine Sitzbank mit drei Sitzplätzen eingebaut; im hinteren Passagierraum gibt es außerdem zwei Klappsitze.
  • Die Fleetwood Formal Limousine hat insgesamt nur sieben Sitzplätze. Bei ihr ist der Fahrerraum vom Passagierbereich durch eine gläserne Trennscheibe abgegrenzt. Hier sind vorn nur zwei Einzelsitze eingebaut, hinten gibt es dagegen wie bei der Fleetwood Limousine eine Sitzbank und zwei Klappsitze.

Motorisierung

In den Modelljahren 1977 bis 1979 war ein 6966 cm³ (425 cui; Bohrung × Hub: 103,7 mm × 103,1 mm) großer Achtzylinder-V-Motor der Standardantrieb. Er wurde unter anderem auch beim DeVille und beim Fleetwood Brougham eingebaut. In Fleetwood Limousinen war ausschließlich eine Variante mit einem Vierfachvergaser ausgestattet, die 182 PS (134 kW) leistete. Eine bei den Standardmodellen gegen Aufpreis lieferbare Version mit Kraftstoffeinspritzung und einer Leistung von 198 PS (145 kW) gab es bei den Fleetwood Limousinen nicht.

Zum Modelljahr 1980 führte Cadillac als Ersatz für den Siebenlitermotor einen 6,0 Liter großen Achtzylinder-V-Motor ein. Ab 1981 war er mit einer von der Eaton Corporation entwickelten Zylinderabschaltung ausgerüstet. Je nach Belastungssituation arbeiteten vier, sechs oder acht Zylinder, was sich in der ungewöhnlichen Bezeichnung V8-6-4 widerspiegelt.[1][2] Der sehr problematische und unzuverlässige[3] 6,0-Liter-Motor war beim DeVille und beim Fleetwood Brougham nur bis zum Ende des Modelljahrs 1981 im Programm; danach wurde er dort durch einen neu konstruierten Achtzylinder-V-Motor mit 4,1 Liter Hubraum ersetzt. In den Fleetwood Limousinen blieb der V8-6-4-Motor dagegen bis 1983 der einzige verfügbare Motor; im letzten Modelljahr entfiel die Zylinderabschaltung.[1]

Abmessungen und Gewichte

Die Fleetwood Limousinen waren kürzer und leichter als ihre bis 1976 produzierten Vorgänger der Series 75. Im Vergleich zum Series 75 von 1976 gingen der Radstand um 178 mm und die Gesamtlänge um 201 mm zurück; das neue Modell war außerdem etwa 400 kg leichter als die Series 75 Limousine.

Staatskarossen

Die Fleetwood Limousinen wurden weltweit verkauft. Zahlreiche Länder nutzten Cadillacs große Limousinen als Staatskarossen. Vielfach wurden die Autos dabei mehr oder weniger in serienmäßiger Ausführung eingesetzt.

Staatskarosse für Ronald Reagan auf der Basis einer Fleetwood Limousine (1983)

Für den US-amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan baute der Spezialbetrieb Hess & Eisenhardt zwei Staatskarossen, die auf dem Fahrgestell der Fleetwood Limousine beruhten. Die Autos entstanden 1983 und wurden im Januar 1984 in Betrieb genommen. Sie waren nach mehreren Jahrzehnten, in denen das Weiße Haus Limousinen auf Lincoln-Basis eingesetzt hatte, die ersten auf Cadillac-Technik aufbauenden Präsidentschaftsautos. Der Radstand der serienmäßigen Fleetwood Limousine wurde um 432 mm auf 4102 mm verlängert, das Dach um 76 mm angehoben. Der Dachaufbau wurde komplett neu gestaltet. Die beiden Autos haben dünne Fahrzeugsäulen und große Fensterflächen. Die Wagen sind gepanzert; die Glasflächen bestehen aus 60 mm dickem Panzerglas. Als Antrieb wurde in beiden Autos ein 8,2 Liter großer Achtzylinder-V-Motor von Cadillac eingebaut. Nach dem Ende ihrer Dienstzeit gingen beide Autos an General Motors zurück. Eines von ihnen wurde 1993 als Requisite in dem Spielfilm In the Line of Fire – Die zweite Chance eingesetzt.[4]

Commercial Chassis

Cadillac Miller-Meteor Bestattungsfahrzeug (1977)

Neben den komplett ausgestatteten Limousinen gehörten wie auch schon in den zurückliegenden Jahrzehnten die Commercial Chassis zu dieser Modellfamilie, d. h. teilkarossierte Fahrgestelle, die unabhängige Hersteller zu Spezialfahrzeugen umbauten. Fahrwerk und Antriebstechnik der Commercial Chassis entsprachen den Fleetwood Limousinen; auch die Karosserie im Frontbereich war unverändert. Allerdings haben die Commercial Chassis dieser Generation einen auf 4005 mm verlängerten Radstand. Dieser Wert entsprach dem Radstand der Commercial Chassis der letzten Series-75-Generation. Zu den bekanntesten Karosseriewerken, die Kranken- und Bestattungsfahrzeuge auf der Basis der Commercial Chassis herstellten, gehörte Miller-Meteor aus Piqua, Ohio.[5] Weitere bekannte Anbieter waren die Superior Coach Company und Hess & Eisenhardt.

Produktion und Preise

Weitere Informationen Modelljahr, Limousine ...
Cadillac Fleetwood Limousine und Formal Limousine (1977–1984)
Modelljahr Limousine Formal Limousine Commercial Chassis (Fahrgestell) Preis ab US-$
197715821032129918.193
197884868285219.642
1979202586420.987
1980161275022.586
19811200unbekannt24.464
19821450unbekannt27.961
19831000unbekannt29.323
19841839-30.454
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Literatur

  • Georg Amtmann: Cadillac. Lechner Verlag, Genf 1990, ISBN 3-85049-071-8
  • Albert R. Bochroch: American Cars of the Seventies. Warne’s Transport Library, London 1982, ISBN 0-7232-2870-1.
  • James M. Flammang, Ron Kowalke: Standard Catalog of American Cars 1976-1999, Krause Publishing, Iola (1999), ISBN 0-87341-755-0.
  • Richard M. Langworth: Encyclopedia of American Cars 1930–1980, New York (Beekman House) 1984, ISBN 0-517-42462-2.
  • Mary Sieber, Ken Buttolph: Standard Catalog of Cadillac 1903–1990. Krause Publications, Iola 1991, ISBN 0-87341-174-9.
Commons: Cadillac Fleetwood Limousine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. Cadillacs Konkurrent Lincoln verkaufte nach dem Zweiten Weltkrieg werksseitig keine Langlimousinen mehr. Interessierte Kunden mussten Verlängerungen der Serienfahrzeuge individuell bei unabhängigen Karosseriebauunternehmen wie z. B. Lehmann-Peterson, Andy Hotton Associates oder Moloney Coachbuilders beauftragen.
  2. Viertürige Stufenheckfahrzeuge werden in den USA üblicherweise als Sedan und in Großbritannien zumeist als Salon bezeichnet.

Einzelnachweise

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