Großwendern

Ortsteil von Marktleuthen From Wikipedia, the free encyclopedia

Großwendern ist ein Gemeindeteil der Stadt Marktleuthen im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern).[3] Die Gemarkung Großwendern hat eine Fläche von 6,867 km². Sie ist in 753 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9119,15 m² haben.[4][1]

Schnelle Fakten Stadt Marktleuthen ...
Großwendern
Koordinaten: 50° 9′ N, 12° 1′ O
Höhe: 548 m ü. NHN
Fläche: 6,87 km²[1]
Einwohner: 452 (25. Mai 1987)[2]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1978
Postleitzahl: 95168
Vorwahl: 09285
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Geographie

Das Kirchdorf liegt am Fuß des Großen Kornbergs. Durch den Ort fließt der Wenderner Bach, ein linker Zufluss der Eger, und am Kemmerer Bach, der innerorts als rechter Zufluss in den Wenderner Bach mündet. Die Staatsstraße 2179 führt nach Marktleuthen (2,4 km südwestlich) bzw. nach Spielberg (2,5 km nordwestlich). Die Kreisstraße WUN 1 führt nach Niederlamitz (3,4 km nordwestlich). Parallel dazu verläuft die Bahnstrecke Weiden–Oberkotzau. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Leuthenforst (2,5 km südöstlich).[5]

Geschichte

Der Ort wurde im Jahr 1356 als „Zwendorn“ erstmals urkundlich erwähnt. Er war damals eine Zugehörung zur Burg Epprechtstein. 1363 erwarb die Burggrafschaft Nürnberg den Ort.[6] Die Herren von Hirschberg hatten hier zwischen 1398 und 1674 ein Rittergut; davon zeugt heute noch der sogenannte Burgstall Großwendern. 1499 bestand der Ort aus 2 Anderthalbhöfe, 9 Ganzhöfe, 6 Halbhöfe, 1 Viertelhof und 3 Herbergen. Das Hochgericht übte das brandenburg-kulmbachische Amt Kirchenlamitz aus. 1787 bestand Großwendern aus 24 Halbhöfen, 2 Dreiachtelhöfe, 13 Viertelhöfe, 1 Schmiede, 5 Herbergen, 6 Tropfhäusern und 1 Hirtenhaus. Das Rittergut war zuletzt in Besitz des Geheimen Rat Stein. Nach seinem Tod im Jahr 1739 wurde es heimfällig und seine Grundstücke in 32 Teile zerschlagen.[7]

Von 1797 bis 1810 unterstand Großwendern dem Justiz- und Kammeramt Wunsiedel.[8] Mit dem Gemeindeedikt wurde Großwendern dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Niederlamitz zugewiesen.[9] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Großwendern. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kirchenlamitz und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Wunsiedel (1919 in Finanzamt Wunsiedel umbenannt).[7] Ab 1862 gehörte Großwendern zum Bezirksamt Wunsiedel (1939 in Landkreis Wunsiedel umbenannt) und weiterhin zum Landgericht Kirchenlamitz (1879 in das Amtsgericht Kirchenlamitz umgewandelt). Ab 1959 war das Amtsgericht Wunsiedel zuständig. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 6,873 km².[10] Am 1. Januar 1978 wurde Großwendern im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Marktleuthen eingemeindet.[11][12]

Baudenkmäler

In Großwendern gibt es sechs Baudenkmäler:[13]

  • Haus Nr. 44, 84, 85: Wohnstallhäuser
  • Kellerhügel und Kellerhohlweg
  • Kreuzstein
ehemaliges Baudenkmal
  • Haus Nr. 21: Granit-Türrahmung

Bodendenkmäler

In der Gemarkung Großwendern gibt es ein Bodendenkmal:[13]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 1818184018521855186118671871187518801885189018951900190519101919192519331939194619501952196119701987
Einwohner 240290283305291351335434391417392408449460458441439421467581609599491502452
Häuser[14] 49545959627379119
Quelle [9][15][15][15][16][17][18][19][20][21][22][15][23][15][24][15][25][15][15][15][26][15][10][27][2]
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Religion

Großwendern ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war bis 1957 nach St. Michael (Kirchenlamitz) gepfarrt.[28] Seitdem ist Spielberg zuständig, das mit der 1957 erbauten Auferstehungskirche eine Pfarrei bildet.[7] Die Katholiken sind nach St. Wolfgang (Marktleuthen) gepfarrt.[10]

Literatur

Commons: Großwendern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

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