Hartenfels

Ortsteil der Verbandsgemeinde Selters im Westerwaldkreis in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Hartenfels (mundartlich: Harbels[2]) ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Selters (Westerwald) an.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Hartenfels
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Hartenfels hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 34′ N,  47′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Selters (Westerwald)
Höhe: 344 m ü. NHN
Fläche: 8,2 km²
Einwohner: 789 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56244
Vorwahl: 02626
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 025
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Saynbach 5–7
56242 Selters (Westerwald)
Website: www.vg-selters.de
Ortsbürgermeister: Andreas Strüder
Lage der Ortsgemeinde Hartenfels im Westerwaldkreis
Karte
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Geographische Lage

Hartenfels liegt am Holzbach und etwa 4 km von Herschbach sowie 8 km von Selters (Westerwald) entfernt. Nachbargemeinden sind Herschbach und Schenkelberg im Westen, Steinen im Osten und Maxsain im Süden der Gemeinde. Ein kleines, zu Hartenfels gehörendes Waldgebiet, der Hartenfelser Kopf, liegt außerhalb der Gemarkungsgrenzen nördlich des Ortes an der B 8 zwischen Freilingen und Höchstenbach.

Hartenfels mitsamt Burgberg

Geschichte und Sehenswertes

Hartenfels mit Burg Hartenfels, Luftaufnahme (2016)

Die Burg Hartenfels wird in alten Schriften erstmals im Jahre 1249 erwähnt. 1332 erhielt der Ort Hartenfels durch Ludwig den Bayern das Stadtrecht von Frankfurt, das 1346 durch Karl IV. bestätigt wurde.[3] Der Ort ist bekannt für seine schon seit 1593 verfallene Burgruine, von der bis auf wenige Mauern nur noch der Turm steht. Es ist der einem Rahmtopf ähnelnde Turm einer Burg, die Mitte des 13. Jahrhunderts gebaut wurde, um die nahegelegene Handelsstraße von Frankfurt nach Köln zu überwachen.

Sie gehörte der Gräfin Mechthild von Sayn aus dem Erbe ihres 1246 verstorbenen Gatten Heinrich III. von Sayn und kam unter Erzbischof Arnold II. von Isenburg an Kurtrier.[4]

Die Ruine trägt im Dialekt den Namen Schmanddippe. 1999 feierte die Gemeinde Hartenfels ihr 750-jähriges Bestehen.

Neben der Burgruinen sind weitere Sehenswürdigkeiten:

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Hartenfels, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[5]

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
1815429
1835525
1871531
1905493
1939529
1950550
1961585
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Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
1970646
1987702
1997834
2005868
2011827
2017804
2024789[1]
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Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Hartenfels besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[6] Auch 2019 fand bereits Mehrheitswahl statt.[7]

Bürgermeister

Andreas Strüder wurde am 23. Januar 2014 Ortsbürgermeister von Hartenfels.[8] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit 84,52 Prozent der abgegebenen Stimmen für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[9] Auch bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er bestätigt. Ohne Gegenkandidaten erhielt er 85,2 % der Stimmen.[10]

Wappen

Wappen von Hartenfels
Wappen von Hartenfels
Blasonierung: „In Silber ein rotes Antoniuskreuz mit zwei angehängten blauen Glöckchen.“

Wirtschaft und Infrastruktur

Wichtigster Arbeitgeber ist die Firma Huf Haus GmbH & Co. KG mit ca. 470 Mitarbeitern.

Windpark Hartenfelser Kopf

Im Sommer 2006 wurden zwölf Windräder vom Typ Enercon E-70 auf dem Hartenfelser Kopf fertiggestellt. Vier Windräder stehen in der Gemarkung Hartenfels. In den Folgejahren wurden weitere Windräder errichtet, sodass zwischenzeitlich 28 Windräder errichtet wurden.

Regelmäßige Veranstaltungen

Im Januar finden zu Ehren des Schutzpatrons, dem heiligen Antonius, Patronatstag 17. Januar, an zwei aufeinander folgenden Wochenenden, zwei Konzerte des Musikvereins statt. Auf dem Burgberg findet jährlich zu Pfingsten das Musikfestival „Rock am Turm“ statt, zu Weihnachten wird alljährlich ein bis zu acht Meter hoher beleuchteter echter Tannenbaum auf dem Turm aufgebaut. Die Kirmes in Hartenfels findet in der Regel am ersten Juliwochenende statt.

Chöre, Vereine etc.

Die Gemeinde wird bereichert durch den mitgliederstarken Musikverein, die ebenso große Freiwillige Feuerwehr Hartenfels, den Möhnenverein mit einem Männerballett, sowie den Kirchenchor. Der Tennisverein Hartenfels/Schenkelberg ist ebenfalls im Vereinsleben eingegliedert.

Verkehr

Siehe auch

Literatur

  • Martin Zeiller: Hartenfelß. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Archiepiscopatuum Moguntinensis, Trevirensis et Coloniensis (= Topographia Germaniae. Band 6). 1. Auflage. Matthaeus Merian, Frankfurt am Main 1646, S. 33 (Volltext [Wikisource]).
  • Die Gemeinde Hartenfels gab anlässlich der 750-Jahr-Feier 1999 eine Chronik heraus, geschrieben und zusammengestellt von Altbürgermeister und Ehrenbürger Josef Marx (†); dem früheren Dekan des Dekanates Herschbach-Selters (1971 bis 1979), H. H. Pfarrer i. R. Norbert Dorn (†); sowie Peter H. Görg und Josef Marx, Chronik der Ortsgemeinde Hartenfels, Hachenburg 1999, 649 S.
Commons: Hartenfels – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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