Waigandshain

Gemeinde in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Waigandshain ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rennerod an.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Waigandshain
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Waigandshain hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 39′ N,  5′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Rennerod
Höhe: 530 m ü. NHN
Fläche: 4,04 km²
Einwohner: 213 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56477
Vorwahl: 02664
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 302
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 55
56477 Rennerod
Website: www.rennerod.de
Ortsbürgermeister: Jürgen Höppner
Lage der Ortsgemeinde Waigandshain im Westerwaldkreis
Karte
Schließen
Ansicht von Waigandshain (2020)
Der Ortskern von Waigandshain (2020)

Geographie

Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Siegen und Limburg, etwa zwei Kilometer südwestlich der Fuchskaute (657,3 m). Die Breitenbachtalsperre liegt im Ortsgebiet. Östlich der Gemeinde erhebt sich der Homberg (635,3 m), westlich der Zellgerberg (550,2 m).

Nachbargemeinden sind Nister-Möhrendorf im Nordwesten, Homberg im Osten und Emmerichenhain im Süden.

Geschichte

Der Ort wurde im Jahr 1346 als Wiganshen erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort war wohl schon seit dem Mittelalter Teil des Kirchspiels Emmerichenhain und mit diesem der Herrschaft zum Westerwald. Eine ältere Kapelle in Waigandshain wird 1570 als ruinös beschrieben. 1749 gründete die Gemeinde eine Schulstiftung und ließ 1752 ein Fachwerkhaus als Kapelle und Schule errichten. Ein gekauftes Schulhaus hatte es bereits zuvor gegeben.

Ein herrschaftlicher Weiher in der Gemarkung wird 1576 erstmals erwähnt und bestand zu diesem Zeitpunkt bereits lange. Kurz nach 1828 fiel er dauerhaft trocken.

Aus dem Jahr 1534 werden für Waigandshain sieben Vogtleute und 5 Nassau-Beilsteiner Eigenleute als Einwohner genannt. 1577 gab es zwölf dienstpflichtige Häuser. 1607 gab es im Ort sieben Mann. Bis 1637 ging die Bevölkerung, wohl wegen des Dreißigjährigen Kriegs, auf drei Mann und eine Witwe zurück. 1643 waren wieder 21 Einwohner vorhanden, 1711 15 Familien. Für 1741 werden 139 Einwohner genannt und 1807 203.

Kulturdenkmäler

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Waigandshain besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[2]

Bürgermeister

Jürgen Höppner wurde am 28. Juni 2019 Ortsbürgermeister von Waigandshain.[3] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 73,87 % gewählt worden.[4] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit 95,9 % für weitere fünf Jahre wiedergewählt.[5]

Höppners Vorgänger Ernst Theo Jung hatte das Amt des Ortsbürgermeisters 30 Jahre ausgeübt.[3]

Wappen

Wappen von Waigandshain
Wappen von Waigandshain
Blasonierung:Spätgotischer Rundschild, über blauem Wellenschildfuß, darin ein goldenes Doppeljoch, gespalten, vorne in Rot ein goldenes Glockentürmchen mit drei Schallfenstern, hinten in Gold ein grüner Zweig mit vier grünen Eichenblättern und drei grünen Eicheln.“

Wahlen

Wahlen in Waigandshain waren in den vergangenen Jahrzehnten von der CDU dominiert. Ausnahmen davon waren bis 2011 Landtagswahlen, die die SPD gewann. Bei der Bundestagswahl 2025 setzte sich die AfD erstmals als stärkste Kraft durch. Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Freie Wähler zeigen in Waigandshain eine hohe Schwankungsbreite von bis zu zwanzig Prozentpunkten über die vergangenen Jahrzehnte. Die evangelikale PBC konnte einige Achtungserfolge in den 2000er Jahren erzielen. Die Tierschutzpartei schneidet im Ort oft stark ab und wurde bei der Europawahl 2004 und bei der Bundestagswahl 2025 viertstärkste Kraft.

Weitere Informationen Ergebnisse im Detail (seit 1990), Wahl ...
Ergebnisse im Detail (seit 1990)
Wahl SPD CDU Grüne FDP AfD Linke FW Sonst.
Landtagswahl 2026[6] 21,2 % 28,8 % 3,8 % 2,9 % 30,8 % 1,9 % 4,8 % 5,8 %
Bundestagswahl 2025[7] 17,8 % 21,5 % 7,5 % 7,5 % 26,2 % 2,8 % 3,7 % 13,0 % (Tierschutz: 7,5 %)
Europawahl 2024[8] 12,8 % 42,6 % 2,1 % 2,1 % 26,6 % 1,1 % 4,3 % 8,4 %
Kreistagswahl 2024[9] 16,7 % 46,7 % 8,3 % 0,8 % 17,5 % 0,0 % 0,8 % 9,2 % (FWG WW: 9,2 %)
Bundestagswahl 2021[10] 27,7 % 38,6 % 7,2 % 12,0 % 10,8 % 1,2 % 0,0 % 2,5 %
Landtagswahl 2021[11] 25,7 % 34,3 % 11,4 % 4,8 % 9,5 % 1,0 % 10,5 % 2,8 %
Kreistagswahl 2019[12] 13,8 % 40,4 % 12,8 % 4,6 % 11,9 % 6,4 % 0,0 % 10,1 %
Europawahl 2019[13] 14,6 % 39,3 % 14,6 % 3,4 % 12,4 % 2,2 % 2,2 % 11,3 %
Bundestagswahl 2017[14] 17,0 % 51,1 % 2,1 % 8,5 % 16,0 % 2,1 % 2,1 % 1,1 %
Landtagswahl 2016[15][11] 32,5 % 39,3 % 6,0 % 2,6 % 12,0 % 0,9 % 6,0 % 1,7 %
Europawahl 2014[16] 21,0 % 51,6 % 6,3 % 1,1 % 5,3 % 2,1 % 0,0 % 12,6 %
Kreistagswahl 2014[17] 25,7 % 44,2 % 12,4 % 0,9 % 0,9 % 15,9 %
Bundestagswahl 2013[18] 23,8 % 45,7 % 9,5 % 2,9 % 7,6 % 3,8 % 1,9 % 4,8 %
Landtagswahl 2011[19][20] 37,2 % 29,8 % 23,4 % 1,1 % 3,2 % 1,1 % 5,3 %
Bundestagswahl 2009[21] 20,2 % 40,4 % 7,4 % 17,0 % 2,1 % 12,8 % (PBC: 6,4 %)
Europawahl 2009[22][20] 20,0 % 38,7 % 9,3 % 6,7 % 2,7 % 22,7 % (PBC: 9,3 %; Tierschutz: 6,7 %)
Kreistagswahl 2009[23] 35,0 % 37,5 % 6,3 % 2,5 % 1,3 % 17,6 %
Landtagswahl 2006[24][20] 55,1 % 20,5 % 5,1 % 3,8 % 1,3 % 15,4 % (PBC: 7,7 %)
Bundestagswahl 2005[25] 26,8 % 38,4 % 4,5 % 19,6 % 1,8 % 9,0 % (PBC: 6,3 %)
Europawahl 2004[26][27] 21,3 % 49,3 % 4,0 % 1,3 % 0,0 % 24,0 % (PBC: 12,0 %; Tierschutz: 5,3 %)
Kreistagswahl 2004[28] 38,8 % 42,7 % 2,5 % 5,0 % 11,3 %
Bundestagswahl 2002[29] 32,3 % 47,5 % 10,1 % 3,0 % 0,0 % 7,1 % (PBC: 5,1 %)
Landtagswahl 2001[30] 34,5 % 42,9 % 7,1 % 6,0 % 9,5 % (PBC: 8,3 %)
Bundestagswahl 1998[31] 40,0 % 42,9 % 8,6 % 4,8 % 1,0 % 3,0 %
Landtagswahl 1996[32] 47,8 % 34,8 % 8,7 % 5,4 % 3,3 %
Bundestagswahl 1994[33] 45,4 % 47,4 % 5,2 % 2,1 % 0,0 % 0,0 %
Landtagswahl 1991[34] 44,2 % 40,0 % 10,5 % 4,2 % 1,1 %
Bundestagswahl 1990[35] 29,9 % 44,4 % 4,3 % 17,1 % 4,3 %
Schließen


Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Ansässige Unternehmen

Die Fuhrländer AG stellte Windenergieanlagen her.

Persönlichkeiten

  • Lutz Lenz (* 1942 in Waigandshain; † 2022), Klassischer Philologe und Hochschullehrer

Literatur

  • Hellmuth Gensicke: Kirchspiel und Gericht Emmerichenhain. In: Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung (Hrsg.): Nassauische Annalen. Band 101. Verlag des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, Wiesbaden 1990, S. 231–254.
Commons: Waigandshain – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI