Landtagswahlkreis Bodensee

Landtagswahlkreis in Baden-Württemberg, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Wahlkreis Bodensee (Wahlkreis 67) ist ein Landtagswahlkreis im Süden von Baden-Württemberg. Er umfasste bei der Landtagswahl 2021 die Gemeinden Bermatingen, Daisendorf, Deggenhausertal, Eriskirch, Frickingen, Friedrichshafen, Hagnau am Bodensee, Heiligenberg, Immenstaad am Bodensee, Kressbronn am Bodensee, Langenargen, Markdorf, Meersburg, Oberteuringen, Owingen, Salem, Sipplingen, Stetten, Überlingen und Uhldingen-Mühlhofen aus dem Bodenseekreis. Wahlberechtigt waren 132.294 Einwohner des Wahlkreises.

Wahlkreisnummer 67
Wahlberechtigte 132.294
Schnelle Fakten Wahlkreis 67: Bodensee, Staat ...
Wahlkreis 67: Bodensee
Staat Deutschland
Bundesland Baden-Württemberg
Wahlkreisnummer 67
Wahlberechtigte 132.294
Wahldatum 8. März 2026
Wahlbeteiligung 70,0 %
Wahlkreisabgeordneter
Name Alexander Bruns
Partei CDU
Stimmanteil 31,7 %
Schließen

Die Grenzen der Landtagswahlkreise wurden nach der Kreisgebietsreform von 1973 zur Landtagswahl 1976 grundlegend neu zugeschnitten und seitdem nur punktuell geändert. Der Wahlkreis Bodensee war zunächst identisch mit dem Bodenseekreis[1], musste aber infolge überdurchschnittlichen Bevölkerungswachstums zur Landtagswahl 1992 erstmals verkleinert werden. Deswegen wurden die Gemeinden Neukirch und Tettnang dem Wahlkreis Ravensburg zugeordnet. Bei der Landtagswahl 2011 wurde auch die Gemeinde Meckenbeuren an den Wahlkreis Ravensburg angegliedert.[2]

Wahl 2026

Landtagswahl 2026 – Erststimmen
Wahlkreis 67 – Bodensee
 %
40
30
20
10
0
31,7 %
28,6 %
16,9 %
7,3 %
6,8 %
4,1 %
4,6 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/KEINFEHLER-Parameter angegeben
Landtagswahl 2026 – Zweitstimmen
Wahlkreis 67 – Bodensee
 %
40
30
20
10
0
31,7 %
31,4 %
17,0 %
5,0 %
4,7 %
3,5 %
6,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2021
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
  −8
−10
−5,0 %p
+9,5 %p
+8,4 %p
−8,3 %p
−3,8 %p
+0,4 %p
−1,1 %p
Weitere Informationen Kandidaten, Parteien/Listen ...
KandidatenParteien/ListenErststimmenZweitstimmen
Stimmen%Stimmen%
Martin HahnGRÜNE26.28828,629.22831,7
Alexander Brunsgewählt im WKCDU29.15631,728.90331,4
Rainer RöverSPD6.6807,34.3514,7
Klaus HoherFDP6.2916,84.5885,0
Christoph HögelAfD15.50916,915.67717,0
Sander FrankDie Linke3.7254,13.1963,5
Adrian RößlerFreie Wähler2.8423,11.8062,0
Die PARTEI3470,4
KlimalisteBW460,0
David KnäpleVolt1.3641,58450,9
ÖDP1830,2
dieBasis2650,3
Bündnis C1450,2
Partei der Humanisten350,0
Partei für Verjüngungs­forschung560,1
BSW1.3431,5
Die Gerechtig­keitspartei930,1
Partei der Rentner1590,2
Partei des Fortschritts650,1
Tierschutzpartei6780,7
WerteUnion1120,1
Gesamt91.85510092.121100
Ungültige Stimmen7460,84800,5
Wählende92.60170,092.60170,0
Wahlberechtigte132.294132.294
Quellen: [3]
Schließen

Wahl 2021

Landtagswahl 2021
Wahlkreis 67 Bodensee
 %
40
30
20
10
0
36,8 %
21,9 %
13,3 %
8,6 %
8,5 %
3,1 %
7,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016
 %p
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
+1,1 %p
−5,5 %p
+4,2 %p
−3,8 %p
−1,6 %p
+0,4 %p
+5,4 %p

Die Landtagswahl 2021 hatte folgendes Ergebnis:[4][5]

Weitere Informationen Direktkandidat, Partei ...
Direktkandidat Partei Stimmen in % Landtagswahl 2016
Stimmen in %
Martin HahnGrüne36,835,7
Dominique Christine EmerichCDU21,927,4
Christoph HögelAfD8,612,4
Jasmina BrancazioSPD8,510,1
Klaus HoherFDP13,39,1
Sander FrankDIE LINKE3,12,7
Marion Morcherödp1,01,0
Corbinian GrimmDie PARTEI1,4
Thomas BrillisauerFreie Wähler2,1
Heike PadbergdieBasis1,4
Daniel BochKlimalisteBW0,7
Jonas PreuschWiR20200,8
Stefan BischofVolt0,5
Sonstige1,5
Schließen

Wahl 2016

Landtagswahl 2016
Wahlkreis 67 Bodensee
 %
40
30
20
10
0
35,7 %
27,4 %
12,4 %
10,1 %
9,1 %
2,7 %
2,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
  −8
−10
−12
+9,4 %p
−10,7 %p
+12,4 %p
−10,3 %p
+2,1 %p
−0,5 %p
−0,1 %p

Die Landtagswahl 2016 hatte folgendes Ergebnis:[6][7]

Weitere Informationen Direktkandidat, Partei ...
Direktkandidat Partei Stimmen in % Landtagswahl 2011
Stimmen in %[8]
Martin Hahn Grüne 35,7 26,3
Susanne Schwaderer CDU 27,4 38,1
Dieter Stauber SPD 10,1 20,4
Klaus Hoher FDP 9,1 7,0
Alice Weidel AfD 12,4
Marc Hanschur ALFA 0,9
Roberto Salerno DIE LINKE 2,7 3,2
Sylvia Hiß-Petrowitz ödp 1,0 1,2
Tim Belz NPD 0,3 0,8
Gisela Neumann REP 0,3 0,7
Sonstige
Schließen

Wahl 2011

Die Landtagswahl 2011 hatte folgendes Ergebnis:[9][10]

Weitere Informationen Direktkandidat, Partei ...
Direktkandidat Partei Stimmen in % Landtagswahl 2006
Stimmen in %[11]
Ulrich Müller CDU 38,1 43,7
Martin Hahn Grüne 26,3 14,7
Norbert Zeller SPD 20,4 22,5
Hans-Peter Wetzel FDP 07,0 11,8
Roberto Salerno DIE LINKE 03,2 WASG: 2,6
Stefan Hestermann Piraten 02,3
Sylvia Hiß-Petrowitz ödp 01,2 00,9
Armin Schrott NPD 00,8 00,8
Gisela Neumann REP 00,7 01,2
Sonstige 01,6
Schließen

Abgeordnete seit 1976

Seit der Landtagswahl 2026 wird ein Direktmandat durch die relative Mehrheit der Erststimmen bestimmt. Bis zur Wahl 2021 hatte jeder Wähler bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg nur eine Stimme, mit der sowohl der Direktkandidat als auch die Gesamtzahl der Sitze einer Partei im Landtag ermittelt werden.[12] Dabei gab es keine Landes- oder Bezirkslisten, stattdessen wurden zur Herstellung des Verhältnisausgleichs unterlegenen Wahlkreisbewerbern Zweitmandate zugeteilt. Die bis 2006 gültige Regelung sah eine Zuteilung dieser Mandate nach absoluter Stimmenzahl auf Ebene der Regierungsbezirke vor. Das führte in Verbindung mit den Änderungen der Wahlkreisgrenzen zur Landtagswahl 1992 für den Wahlkreis Bodensee dazu, dass der FDP-Abgeordnete und spätere Justizminister Ulrich Goll bei dieser Wahl sein Mandat an den parteiinternen Mitbewerber im Wahlkreis Tübingen, Dietmar Schöning, verlor, nachdem er das Mandat vier Jahre zuvor gegen seinen Parteifreund Hinrich Enderlein (ebenfalls Wahlkreis Tübingen) aufgrund der höheren Stimmenzahl gewonnen hatte.

Den Wahlkreis Bodensee vertraten seit 1976 folgende Abgeordnete im Landtag:

Weitere Informationen Partei, Art des Mandats ...
Partei Art des Mandats Gewählte
CDU Direktmandat Karl Schiess 1976
August Entringer 1980
Ernst Arnegger 1984, 1988
Ulrich Müller 1992, 1996, 2001, 2006, 2011
Alexander Bruns 2026
Zweitmandat August Entringer 1976
SPD Zweitmandat Hermann Precht 1976, 1980, 1984
Norbert Zeller 1988, 1992, 1996, 2001, 2006
FDP Zweitmandat Ulrich Goll 1988
Hans-Peter Wetzel 2006
Klaus Hoher 2016, 2021
Grüne Direktmandat Martin Hahn 2016, 2021
Zweit-/Listenmandat Martin Hahn 2011, 2026
Schließen

Da der CDU im Regierungsbezirk Tübingen 1976, 1980 und 1984 mehr Sitze zustanden, als es dort Wahlkreise gab, wurden ihr zusätzlich ein bzw. zwei zusätzliche Zweitmandate für Ersatzbewerber in den Wahlkreisen mit der höchsten Zahl absoluter Stimmen zugeteilt. Der Wahlkreis Bodensee war dabei 1976 der Wahlkreis mit der zweithöchsten Stimmenzahl für die CDU.

Die Grünen konnten im Wahlkreis Bodensee mit Martin Hahn 2011 erstmals ein Zweitmandat gewinnen; zuvor waren sie hier bei fünf Wahlen nur knapp gescheitert. 1984 fehlten 1155 Stimmen im gesamten Regierungsbezirk Tübingen, damit der neunte und letzte Grünen-Sitz diesem Regierungsbezirk, und nicht dem Regierungsbezirk Stuttgart[13] zugeteilt worden wäre, 1988 fehlten entsprechend 2011 Stimmen gegenüber dem Regierungsbezirk Karlsruhe[14]. In beiden Fällen wäre das Zweitmandat im Wahlkreis Bodensee vergeben worden.[15] Entscheidend war dabei auch die Unterverteilung nach dem D’Hondt-Verfahren, das Tübingen als kleinsten Regierungsbezirk benachteiligte. 1996, 2001 und 2006 scheiterten die grünen Bewerber des Wahlkreises Bodensee jeweils mit vergleichsweise geringen Rückständen gegenüber Thomas Oelmayer (Ulm). 1996 fehlten 45 Stimmen, 2001 waren es 129 Stimmen, 2006 schließlich 84, wobei in den beiden letztgenannten Fällen die Bewerberinnen des Wahlkreises Reutlingen noch geringere Rückstände aufwiesen.[16]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI