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Landtagswahlkreis Nürtingen

Landtagswahlkreis in Baden-Württemberg, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Wahlkreis Nürtingen (Wahlkreis 09) ist ein Landtagswahlkreis in Baden-Württemberg. Er umfasste bei der Landtagswahl 2021 die Gemeinden Aichtal, Altdorf, Altenriet, Bempflingen, Beuren, Filderstadt, Frickenhausen, Großbettlingen, Kohlberg, Leinfelden-Echterdingen, Neckartailfingen, Neckartenzlingen, Neuffen, Nürtingen und Schlaitdorf aus dem Landkreis Esslingen.

Wahlkreisnummer 09
Wahlberechtigte 125.076
Schnelle Fakten Wahlkreis 09: Nürtingen, Staat ...
Wahlkreis 09: Nürtingen
Staat Deutschland
Bundesland Baden-Württemberg
Wahlkreisnummer 09
Wahlberechtigte 125.076
Wahldatum 8. März 2026
Wahlbeteiligung 73,4 %
Wahlkreisabgeordnete
Name Maren Steege
Partei CDU
Stimmanteil 33,7 %
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Die Grenzen der Landtagswahlkreise wurden nach der Kreisgebietsreform von 1973 zur Landtagswahl 1976 grundlegend neu zugeschnitten und seitdem nur punktuell geändert.[1] Der Wahlkreis Nürtingen unterliegt durch seine Lage zwischen den Oberzentren Stuttgart und Reutlingen starkem Bevölkerungswachstum durch Suburbanisierung, was zur Landtagswahl 2011 eine Verkleinerung des Wahlkreises notwendig machte. Deswegen wurde die Gemeinde Wolfschlugen an den Wahlkreis Esslingen sowie die Gemeinden Oberboihingen und Unterensingen an den Wahlkreis Kirchheim angegliedert.

Wahl 2026

Die Wahl zum Landtag am 8. März 2026, bei der erstmals mit Vergabe einer Erst- und einer Zweitstimme gewählt wurde, brachte im Wahlkreis folgende Ergebnisse:

Landtagswahl 2026 - Erststimme
Wahlkreis 09 - Nürtingen
 %
40
30
20
10
0
33,7 %
27,9 %
18,2 %
7,5 %
6,9 %
4,2 %
1,5 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/KEINFEHLER-Parameter angegeben
Landtagswahl 2026
Wahlkreis 09 - Nürtingen
 %
40
30
20
10
0
32,6 %
29,8 %
17,3 %
5,4 %
5,0 %
3,6 %
6,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2021
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
  −8
−6,2 %p
+8,2 %p
+8,2 %p
−6,2 %p
−4,3 %p
+1,0 %p
−0,7 %p
Weitere Informationen Kandidaten, Parteien/Listen ...
KandidatenParteien/ListenErststimmenZweitstimmen
Stimmen%Stimmen%
Clara SchweizerGRÜNE25.41027,929.74832,6
Maren Steegegewählt im WKCDU30.70433,727.22729,8
Tim ReethSPD6.8187,54.5235,0
Dennis BirnstockFDP6.2886,94.8995,4
Felix SchneiderAfD16.54518,215.79417,3
Clara MeierDie Linke3.8664,23.2453,6
Freie Wähler1.8092,0
Die PARTEI3720,4
dieBasis2320,3
Klimaliste BW370,0
ÖDP1230,1
Raphaël FehlenVolt9481,06460,7
Bündnis C1910,2
Partei der Humanisten310,0
Partei für Verjüngungs­forschung890,1
BSW1.1021,2
Die Gerechtigkeits­partei1070,1
Partei der Rentner1110,1
Partei des Fortschritts540,1
Tierschutzpartei6810,7
Matthias RoggeWerteUnion4520,53120,3
Gesamt91.03110091.333100
Ungültige Stimmen7610,84590,5
Wählende91.79273,491.79273,4
Wahlberechtigte125.076125.076
Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
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Neben der direkt gewählten Maren Steege (CDU) konnte ebenso Clara Schweizer (GRÜNE) über die Landesliste der Partei in den Landtag einziehen.

Wahl 2021

Landtagswahl 2021
Wahlkreis 09 Nürtingen
 %
40
30
20
10
0
38,8 %
21,6 %
11,6 %
9,2 %
9,1 %
9,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016
 %p
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
+3,9 %p
−3,6 %p
+2,5 %p
−1,3 %p
−5,3 %p
+3,9 %p

Die Landtagswahl 2021 hatte im Wahlkreis Nürtingen dieses Ergebnis:[2]

Weitere Informationen Direktkandidat, Partei ...
Direktkandidat Partei Stimmen in % Landtagswahl 2016
Stimmen in %
Winfried Kretschmann Grüne 38,8 34,9
Thaddäus Kunzmann CDU 21,6 25,2
Dennis Birnstock FDP 11,6 9,1
Regina Birner SPD 9,2 10,5
Hansjörg Schrade AfD 9,1 14,4
Anil Besli Die Linke 2,6 2,1
Markus Mangold Freie Wähler 2,6
Daniel Friesch Die PARTEI 1,4 0,7
Tansel Gündüz dieBasis 0,9
Michael Buchmann ÖDP 0,7 0,7
Lena Crnjac KlimalisteBW 0,7
Sabine Mayer-Paris WiR2020 0,5
Kristin Bürkle DiB 0,4
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Wahl 2016

Landtagswahl 2016
Wahlkreis 09 Nürtingen
 %
40
30
20
10
0
34,9 %
25,2 %
14,4 %
10,5 %
9,1 %
5,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
  −8
−10
−12
−14
−16
+9,2 %p
−14,5 %p
+14,4 %p
−11,6 %p
+4,5 %p
−2,0 %p

Die Landtagswahl 2016 hatte folgendes Ergebnis:[3]

Weitere Informationen Direktkandidat, Partei ...
Direktkandidat Partei Stimmen in % Landtagswahl 2011
Winfried Kretschmann Grüne 34,9 25,7
Thaddäus Kunzmann CDU 25,2 39,7
Daniel Lindenschmid AfD 14,4
Sebastian Schöneck SPD 10,5 22,1
Michael Brodbeck FDP 09,1 04,6
Peter Rauscher Die Linke 02,1 02,0
Sebastian Kurz ALFA 00,8
Andreas Bierlein Die PARTEI 00,7
Michael Buchmann ödp 00,7 00,8
Ingo Mörl PIRATEN 00,7 01,8
Ulrich Deuschle REP 00,6 01,8
René Schrade NPD 00,2 00,7
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Wahl 2011

Die Landtagswahl 2011 hatte folgendes Ergebnis:[4]

Weitere Informationen Direktkandidat, Partei ...
Direktkandidat Partei Stimmen in % Landtagswahl 2006
Stimmen in %[5]
Thaddäus Kunzmann CDU 39,7 41,1
Winfried Kretschmann Grüne 25,7 13,8
Walter Bauer SPD 22,1 23,1
Hosam el Miniawy FDP 04,6 13,9
Peter Rauscher Die Linke 02,0 WASG: 2,4
Jan Lüdtke-Reißmann PIRATEN 01,8
Egon Eigenthaler REP 01,8 03,8
Michael Buchmann ödp 00,8 00,5
Ronnie Hellriegel NPD 00,7 00,6
Anneliese Bauer Volksabstimmung 00,5 00,5
Uwe Herthneck Die Violetten 00,2
Sonstige 00,2
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Abgeordnete seit 1976

Seit der Landtagswahl 2026 wird ein Direktmandat durch die relative Mehrheit der Erststimmen bestimmt. Bis zur Wahl 2021 hatte jeder Wähler bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg nur eine Stimme, mit der sowohl der Direktkandidat als auch die Gesamtzahl der Sitze einer Partei im Landtag ermittelt werden.[6] Dabei gab es keine Landes- oder Bezirkslisten, stattdessen wurden zur Herstellung des Verhältnisausgleichs unterlegenen Wahlkreisbewerbern Zweitmandate zugeteilt.

Die Vergabe der Zweitmandate erfolgte bis 2006 auf der Ebene der Regierungsbezirke in der Reihenfolge der absoluten Stimmenzahlen. Bedingt durch die überdurchschnittliche Größe des Wahlkreises war es im Wahlkreis Nürtingen für Bewerber der kleineren Parteien daher vergleichsweise leicht, ein Landtagsmandat zu erringen. Das begünstigte die Entwicklung zu einem Prominentenwahlkreis. Mit dem SPD-Landesvorsitzenden Nils Schmid, dem grünen Fraktionsvorsitzenden Winfried Kretschmann und dem früheren FDP-Fraktionsvorsitzenden Ulrich Noll sind hier derzeit gleich drei Parteien mit Spitzenpolitikern auf Landesebene vertreten. Durch die zur Wahl 2011 vorgenommene Änderung, nach der künftig der Stimmenanteil für die Zuteilung der Zweitmandate maßgeblich ist, war der erneute Gewinn eines Nürtinger Zweitmandates für die SPD unwahrscheinlich. Nils Schmid kandidierte daher zur Landtagswahl 2011 im für die SPD sicheren Wahlkreis Reutlingen.[7]

Den Wahlkreis Nürtingen vertraten seit 1976 folgende Abgeordnete im Landtag:

Weitere Informationen Partei, Art des Mandats ...
Partei Art des Mandats Gewählte
CDU Direktmandat Gerhard Mahler 1976
Friedrich Volz 1980, 1984, verstorben am 16. Mai 1988
Annemarie Hanke, nachgerückt am 20. Mai 1988; 1988, verstorben am 17. Februar 1992
Ulrich Stechele, nachgerückt am 17. Februar 1992
Jörg Döpper 1992, 1996, 2001, 2006
Thaddäus Kunzmann 2011
Maren Steege 2026
Grüne Direktmandat Winfried Kretschmann 2016, 2021
Zweit-/Listenmandat Winfried Kretschmann 1980, 1988, 1996, 2001, 2006, 2011
Clara Schweizer 2026
SPD Zweitmandat Werner Weinmann 1976, 1980, 1984, 1988, 1992, 1996, verstorben am 13. Februar 1997
Nils Schmid, nachgerückt am 20. Februar 1997; 2001, 2006
FDP Zweitmandat Friedrich Bergmann 1984
Ulrich Noll 1996, 2001, 2006
Dennis Birnstock 2021
REP Zweitmandat Egon Eigenthaler 1996
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Zur Landtagswahl 1984 stellten die Grünen aufgrund eines Fristversäumnisses keine Kandidaten in den drei Wahlkreisen des Landkreises Esslingen auf. Dadurch wurde in Verbindung mit der Zweitmandatsregel indirekt der Landtagseinzug des FDP-Kandidaten Bergmann begünstigt.

Zur Landtagswahl 1992 kandidierte im Wahlkreis Nürtingen der als „Remstal-Rebell“ bekannte Bürgerrechtler Helmut Palmer als parteiloser Einzelbewerber und trug so entscheidend dazu bei, dass keine der drei kleineren Parteien ein Zweitmandat erringen konnte. Leidtragender war vor allem Winfried Kretschmann (Grüne), der sein Mandat trotz Stimmenzuwachses mit 207 Stimmen Rückstand auf Reinhard Hackl (Böblingen) verlor. Bei der Wahl 1980 hatte Kretschmann selbst sein Mandat allerdings mit nur 29 Stimmen Vorsprung auf Willi Hoss (Stuttgart I) gewonnen.[8]

Einzelnachweise

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