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Liste der Kulturdenkmale in Bammental

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In der Liste der Kulturdenkmale in Bammental sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Bammental im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
  • Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
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  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale nach Ortsteilen

Bammental

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

Sandsteintrog mit Brunnenstock Alte Steigstraße
(Karte)
Im Straßenbereich zur öffentlichen Wasserversorgung angelegt, 19. Jahrhundert

Der öffentliche Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der Wasserversorgung auf dem Dorf. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt.

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Gasthaus Alte Steigstraße 4
(Karte)
Dreigeschossiges Giebelhaus mit Satteldach, Erdgeschoss massiv und verputzt, Obergeschosse über Balkenköpfen vorkragend, mit reichem Zierfachwerk und Fenstererkern, traufseitig Laubengänge, im zweiten Obergeschoss übergiebelter Erker, vielfältige Bauinschriften, erbaut durch Zimmermeister Hans Redinger, Neckargemünd, für Domen Weber und seine Ehefrau Marggerda Auberguin, 1592/93 (a, i), zum Doppelhaus umgebaut um 1790-1800, Umstrukturierung Erdgeschoss 1898 (i), Renovierung 1912 (i)

Der äußerst reich gestaltete Spätrenaissancebau belegt die Bedeutung des einstigen Gasthauses. Er zählt zu den wenigen Gebäuden in der Region, welche die Kriegsverheerungen des 17. Jahrhunderts unbeschadet überstanden haben und die Zimmermannskunst des späten 16. Jahrhunderts bezeugen. Ein besonderer Blickfang als Zeichen gehobenen Anspruchs bildet der Erker. Die traufseitigen, später durch Fenster zugesetzten Laubengänge sind eine Besonderheit für den Fachwerkbau der Region. Auffallend sind die vielfältigen Bauinschriften, die Sinnsprüche bilden und die Bauherren sowie den Zimmermann nennen. Sie gehören zu den ältesten in der Gemeinde. Der Erhaltungsgrad der bauzeitlichen Substanz ist außergewöhnlich gut, sowohl hinsichtlich der ursprünglichen Einteilung sowie des Gefüges als auch der Wandfassungen im Innern, die einen aufschlussreichen und seltenen Befund bieten. Das Haus ist daher ein bedeutendes Zeugnis für das Bauen und Wohnen im späten 16. Jahrhundert. Über die ortsgeschichtliche Bedeutung hinaus besitzt es als Forschungsobjekt wissenschaftliche Relevanz. Die um 1912 mit großer Behutsamkeit erfolgte Restaurierung macht das Gebäude zudem zu einem Zeugnis der Geschichte der Denkmalpflege.

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Bildstock mit dem Wappen der von Bettendorf Bildäcker
(Karte)
Leere Bildnische, 1601 (i)

Der Bildstock ist als Andachtsstätte am Wegrand ein anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Er ist ein wichtiges Element der katholisch geprägten Kulturlandschaft dieser Region. Dabei dokumentiert er als Stiftung derer von Bettendorf regionale Herrschaftsgeschichte und belegt die ortsübliche bildhauerische Leistungsfähigkeit zu Beginn des 17. Jahrhunderts.

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Eisenbahnerwohngebäude mit Kleintierstall Bahnhofstraße 3
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau unter Zeltdach, differenzierte Gliederung durch Sandstein- und Backsteinelemente, 1903

Das Gebäude ist ein charakteristisches Eisenbahnerwohnhaus der badischen Landeseisenbahn bei einem kleineren Bahnhof im historisierenden Stil, der hier auf den Weinbrennerschen Klassizismus des frühen 19. Jahrhunderts zurückgreift. Das Gebäude wurde im Zuge der ersten Modernisierungswelle des 1862 eröffneten Streckenabschnitts Neckargemünd-Meckesheim errichtet. Zugehörig ist ein Kleintierstall, der die damals übliche Eigenversorgung der Bahnbeamten belegt.

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Bahnhof Bahnhofstraße 5
(Karte)
Bestehend aus: Empfangsgebäude, zweigeschossiger verputzter Massivbau über H-förmigen Grundriss mit eingeschossigen Seitenbauten und einer eingeschossigen Vorhalle aus Fachwerk, flach geneigte Satteldächer mit Ortgangbrettern, umlaufend Gesimse und Fries, große Fenster in Sandsteingewänden, im Dienstraum im EG mechanische Stellwerksanlage (Signal- und Weichenstellwerk, Bauart Einheitsstellwerk) mit technischer Ausstattung und Zubehör, an der Hauptbahn Heidelberg-Mosbach-Würzburg erbaut 1862; für die Fürsten Löwenstein besonderer Wartesaal eingerichtet 1880; Wartehäuschen, verbretterte Fachwerkkonstruktion mit beschnitzten Bügen und flach geneigtem Satteldach, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Die Erbauung der Hauptbahn Heidelberg-Mosbach-Würzburg hatte großen Einfluss auf die industrielle Entwicklung im bisher ländlich geprägten Bammental. Der Bahnhof ist dabei ein wichtiges Beispiel für die spätklassizistisch geprägten Empfangsgebäude im Großherzogtum Baden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nach der Errichtung des Schlosses Langenzell wurde 1880 für die Fürsten von Löwenstein ein besonderer Wartesaal eingerichtet. Eine Seltenheit stellt das erhaltene hölzerne Wartehäuschen mit den zeittypischen Zierformen dar, das Reisenden Schutz vor Wind und Wetter bot.

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Bahnwärterhaus Bahnhofstraße 25
(Karte)
Kleiner verputzter Massivbau mit flach geneigtem, vorkragendem Satteldach, Eckquaderung und getrepptem Ortgangfries, Sockelverkleidung aus Backstein, Segmentbogenfenster im Erdgeschoss, oben giebelseitig Okulifenster, um 1862 erbaut

Der kleine Bau ist ein für die badischen Eisenbahnstrecken in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts charakteristisches Beispiel eines Bahnwärterhäuschens. Architektonisch orientierten sich diese Bauten am Schweizerhausstil, um sie als ländliche Architekturen zu kennzeichnen. Das Gebäude wurde im Zuge der 1862 eröffneten Hauptbahn Heidelberg-Mosbach-Würzburg errichtet und ist Zeugnis der historischen Eisenbahninfrastruktur und des Verkehrswesens im Zeitalter der Industrialisierung.

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Laufbrunnen mit rotem Sandsteintrog und Brunnenstock Fabrikstraße 13
(Karte)
1839 (i)

Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der Wasserversorgung auf dem Dorf. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt.

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Katholische Pfarrkirche St. Dionysius Fischersberg
(Karte)
Verputzter Saalbau mit Mansarddach, der nach Nordosten weisende Chor halbrund und eingezogen, im Südwesten Turmbau mit Zwiebelhaube, hangseitig Querhaus mit geschweiftem Volutengiebel und Sakristeianbau, kleine Vorhalle, der Kirchenraum durch den großen Erweiterungsbau von 1974-1977 (kein Kulturdenkmal, Manfred Schmitt-Fiebig) gedreht und zentralisiert, ursprüngliche Erstreckung an der überlieferten Tonnendecke erkennbar; neubarocke Ausstattung (Altäre, farbige Fenster), in die neue Altargestaltung integriert: Kreuzigungsgruppe des frühen 18. Jahrhundert, Umkreis des Peter van den Branden; erbaut nach Entwurf des Erzbischöflichen Bauinspektors Ludwig Maier, 1912/13

Die erhöht stehende katholische Pfarrkirche ist durch ihre Lage eines der ortsbestimmenden Baudenkmale. Sie stellt einen neubarocken Ersatz für die mittelalterlich-frühneuzeitliche Pfarrkirche des Ortes dar. Mit dem Neubau, der mit seinem Schmuckgiebel über dem östlichen Querhaus einen markanten Akzent im Ortsbild setzt, suchte die katholische Gemeinde offenbar der rund ein Jahrzehnt zuvor fertiggestellten evangelischen Pfarrkirche eine adäquate Antwort entgegen zu setzen, zumal es sich um das erste eigenständige Gotteshaus der Katholiken vor Ort handelte. Mit der Stilwahl barocker Formen wurde dabei der katholische Charakter gegenüber der neuromanischen evangelischen Kirche deutlich herausgestellt. Gerade aus diesem spannungsreichen Kontrast ergeben sich bemerkenswerte Einblicke in das noch zu Anfang des 20. Jahrhunderts konfessionell geprägte Leben des Kraichgaudorfes. Neben der überlieferten bauzeitlichen Ausstattung, unter der vor allem die farbigen Fenster zu nennen sind, ragt eine barocke Kreuzigungsgruppe aus dem frühen 18. Jahrhundert hervor, die Peter van den Branden zugeschrieben wird, zumindest aber aus seinem Umkreis stammt, und die beim Neubau des Langhauses der alten Kirche von der Pfarrei Neckargemünd gestiftet worden war. Das Gotteshaus hat zentralen orts- und kirchengschichtlichen Zeugniswert, zumal sein Dionysius-Patrozinium auf die Gründung Bammentals in fränkischer Ziet verweist. Es ist dabei ein charakteristisches Dokument des katholischen Sakralbaus des frühen 20. Jahrhunderts im einstigen Großherzogtum Baden.

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Villa mit Garten Flußgasse 8
(Karte)
Dreiseitig freistehendes, zweigeschossiges Wohnhaus, Massivbau mit reichen Sandsteingliederungen und Fachwerkelementen (Giebel, Kniestock, Wände) in den Formen des Späthistorismus, Garten seitlich beigeordnet, malerischer Gesamtcharakter, Ende 19. Jahrhundert

Das Massivgebäude mit seinen reichen Fachwerkausbauten und Sandsteingliederungen ist eines der wenigen gut gehaltenen Beispiele späthistoristischen Wohnbaus in Bammental, das in charakteristischer Weise die Übernahme städtischer Hausformen auf dem Land in der Zeit um 1900 belegt und von gehobenen Wohnverhältnissen der Bauherrschaft zeugt.

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Einfriedungsmauer des Gewanns Mühlacker Friedhofstraße 16
(Karte)
Sog. Hungermauer, ungewöhnlich langer Abschnitt eines aus hammerrechten Bruchsteinen (von teils beachtlicher Größe) in Trockenmauerwerk hergestellten Mauerzugs mit giebelförmiger Steinabdeckung, 18. Jahrhundert, verlief urspr. bis zum Stichkanal und diesem südlich folgend bis hinter Vorstädtl 66

Die langgestreckte Einfriedungsmauer mit giebelförmiger Steinabdeckung ist eine der letzten erhaltenen Beispiele dieser Art und dieses Umfangs in Bammental. Sie dokumentiert die ursprünglich weit verbreitete Herstellungsweise ohne Mörtel als Trockenmauerwerk und belegt die große Parzelleneinteilung vorörtlicher Nutzgärten.

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Turm der ehem. Pfarrkirche von Reilsheim mit Kirchhof bzw. Friedhof, Einfassungs- und Stützmauern, Pfarrergrabstellen und Gefallenendenkmalen (Sachgesamtheit) Friedhofstraße 18
(Karte)
Der Kirchturm im Kern 13. Jahrhundert, mitsamt dem Chorgewölbe 1496 erneuert, obere Stockwerke einschließlich der Glockenstube 18. Jahrhundert; das 1747/48 nach Plänen von Sigismund Zeller neu erstellte Langhaus 1896 abgebrochen; oberer Kirchhof von Beginn an als Friedhof genutzt, um den unteren Teil 1845 erweitert, aufgelassen in den 1880er-Jahren; Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs, überarbeitet 1974

Der spätgotische Chorturm ist letzter Rest der 1896 abgebrochenen ältesten Pfarrkirche, die auf Reilsheimer Gemarkung stand. Das Dionysiuspatrozinium, später auf den Neubau der kath. Pfarrkirche (Fischersberg 1) übertragen, ist eines der ältesten im Elsenztal und weist in die Karolingerzeit zurück. Urkundlich ist die Kirche zwar erst 1355 belegt, dem baulichen Befund zufolge stammen die Untergeschosse des Turms jedoch aus dem 13. Jahrhundert. Der Turm steht inmitten des alten Friedhofs, der noch von seiner Einfriedungsmauer gefasst ist und mit alten Pfarrergrabmälern sowie dem Denkmal für die Gefallenen beider Weltkriege zentraler Gedächtnisort der Gemeinde ist. Turm und alter Kirchhof haben damit besondere historische Bedeutung für die Orts-, Kirchen- und Siedlungsgeschichte Bammentals und Reilsheims.

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Gehöft Hauptstraße 1
(Karte)
Bestehend aus Wohnhaus und Scheune: über hohem Kellergeschoss eingeschossiger verputzter Massivbau unter Satteldach mit Freitreppe,1799 (i); übereck angegliedert die Ökonomie mit einer großen Scheune aus Fachwerk; um 1800

Das weitwinkelig aufgestellte verkörpert den ortstypischen Bauernhausbau um 1800. Das Wohnhaus ohne Fachwerkbauteile ist mit seinem Hochkeller sowie der traufseitigen Erschließung über eine Freitreppe charakteristisch für die Wohnbauten der Barockzeit im nördlichen Kraichgau.

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Bammentaler „Dörndl“ Hauptstraße 3
(Karte)
Uhren- und Glockenturm, Wachtturm, Massivbau über quadratischem Grundriss mit Pyramidendach und überkuppeltem Dachreiter mit Schallfenstern, 1773

In den beiden Ortsteilen Bammental und Reilsheim, die schon seit dem 17. Jahrhundert durch das sog. Vorstädtl zusammen gewachsen waren, wurde in kurpfälzischer Zeit je ein Turm errichtet. Diese Türme werden im Volksmund „Dörndl“ (= Türmchen) genannt und dienten für die beiden politisch ursprünglich getrennten Kommunen nicht nur mit ihren Glocken und Uhren als Zeitgeber sowie Alarmstationen bei Gefahr, sondern auch als Ortsarrest, worauf noch die vergitterten Fenster hinweisen. Der Turm hat damit wichtigen Zeugniswert für die Ortsgeschichte sowie als Dokument historischer Sicherheitsstrukturen auf dem Land.

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bäuerliches Gehöft Hauptstraße 12
(Karte)
Bestehend aus Wohnhaus und freistehender Scheune mit Stall (Sachgesamtheit); großer zweigeschossiger Fachwerkbau mit Seitenflügel, Satteldächer, Vorkragungen auf Balkenköpfen, Bruchsteinsockel, tonnengewölbter Keller, erbaut für Domen Weber und Margareta Auberguin, 1595 (i); traufseitig erschlossene Scheune aus Bruchstein und Fachwerk mit Schweinekoben, 17. / 18. Jahrhundert

Der tonnengewölbte Keller des stattlichen Gebäudes ist mit 1595 datiert und laut Inschrift von derselben Bauherrschaft wie das historische Gasthaus Alte Steigstraße 4 des Dorfes Reilsheim errichtet worden. Auch dieses zweigeschossige Fachwerkgebäude dürfte zu wesentlichen Teilen ins späte 16. Jahrhundert zurückreichen, wobei das Fachwerk auf Veränderungen und Umbauten in der Barockzeit hinweist. Scheune und Stall dokumentieren die landwirtschaftliche Nutzung im 18. Jahrhundert. Im Ganzen handelt sich um das älteste Gehöft im alten Ortskern von Bammental, das einer der führenden Familien der Gegend gehörte und damit nicht nur Zeugnis der Haus- und Siedlungsgeschichte, sondern auch wichtiges Dokument der Orts- und Sozialgeschichte ist.

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Kellergewölbe Hauptstraße
(Karte)
Zugang über ein rundbogiges Portal und Treppenhals, über Portal Inschrift „1608 (G)eorg Weber Elisabeth Rott Sein Hausfraw“

Der tonnengewölbte Keller ist Zeugnis der früheren Bebauung des alten Ortskernes von Bammental. Die Bauinschrift verweist auf (G)eorg Weber und seine Frau Elisabeth als Bauherrschaft; die Webers gehörten zu einer der im Ort führenden Familien, die zur Zeit der Spätrenaissance mehrere stattliche Häuser errichten ließ, so das benachbarte Gebäude Hauptstraße 12 oder das Gasthaus in der Alten Steige 4 in Reilsheim.

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Scheidmühle Hauptstraße 75, 81
(Karte)
Bestehend aus: vorderer und hinterer Mühle, zweieinhalb- und dreigeschossige verputzte Massivbauten mit Satteldächern, das der vorderen Mühle giebelseitig über geschnitzten Pfetten vorkragend, das der hinteren mit Firsthäuschen, der heutige Bestand geprägt von Bauphasen des 19. Jahrhunderts, darunter laut Inschrift: 18 I.B. 36, nach 1900 auf Elektrizität umgestellt, Betrieb nach 1963 aufgegeben

Der Mühlenstandort an der mittleren Elsenzbrücke geht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Die heute vor allem aus Bauten des 19. Jahrhunderts bestehende Gebäudegruppe belegt das ortstypische Mühlenhandwerk der Neuzeit. Die Umnutzung der einstigen Mahlmühle für die Stromerzeugung bezeugt die technikgeschichtliche Entwicklung um 1900. Die Anlage ist ein wichtiges Dokument der örtlichen Wirtschaftsgeschichte und dokumentiert den technischen Wandel im Mühlengewerbe im Industriezeitalter.

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Kinderschule Hauptstraße 89
(Karte)
Eingeschossiger Rechteckbau mit Satteldach und eingezogenem zweigeschossigen Turmbau an der straßenseitigen Traufseite, an der rückwärtigen Giebelseite eine kleine polygonale Apsis, gelbe Backsteinfassaden mit einer späthistoristischen Gliederung aus rotem Backstein und Sandsteinelementen, durch den Frauenverein errichtet 1895

Das Kinderschulgebäude bezeugt anschaulich die soziale Betreuung der Vorschulkinder in Bammental, die durch eine private Initiative ins Leben gerufen wurde. Die christliche Prägung der Auftraggeber wird in dem Choranbau mit farbig verglastem Okulus deutlich. Der Turm diente als Glockenturm, ist aber auch ein Element der Repräsentation. Das ungewöhnliche Gebäude ist ein Beispiel für die Lösung einer neuen Bauaufgabe im Industriezeitalter, das mit der Ansiedlung von größeren Betrieben wie der Tapetenfabrik und verschiedener, für den Kraichgau typischer Tabakfabriken auch für Bammental und Reilsheim einschneidende soziale und wirtschaftliche Veränderungen mit sich brachte.

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Postamt Oberdorfstraße 2
(Karte)
Zweigeschossiger steinsichtiger Massivbau mit Walmdach und übergiebeltem Seitenrisalit, die Sandsteingliederungen in den Formen der normännischen Gotik wirkungsvoll von den regelmäßigen Bruchsteinlagen abgesetzt, Giebelscheibe mit Balusteraufsätzen, errichtet Ende 19. Jahrhundert

Das Postgebäude ist eines der wenigen Beispiele der in gotisierenden Stilformen errichteten Profanbauten in Bammental. Die aufwendige späthistoristische Gestaltung entspricht der Bauaufgabe als öffentliches Gebäude, das neben der Schalterhalle im Erdgeschoss auch eine Dienstwohnung für den lokalen Postbeamten umfasste. Der Bau ist damit anschauliches Zeugnis für den Ausbau der Infrastruktur größerer Landgemeinden im Industriezeitalter.

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bäuerliches Gehöft Oberdorfstraße 3
(Karte)
Bestehend aus Wohnhaus und Ökonomiegebäuden: zweigeschossiges Traufenhaus aus Fachwerk mit Durchfahrt zum Hof, Pfosten der Hofeinfahrt mit gedrehten Stäben beschnitzt, am Eckpfosten Inschrift mit Initialen und Baudatum 1729 (i); die Ökonomiegebäude bilden mit dem Wohnbau einen geschlossenen Hof, 18./19. Jahrhundert

Das 1729 (i) errichtete Fachwerkgebäude repräsentiert mit ausgeprägten K-Streben Zierfiguren, wie sie für das Fachwerk des 17./18. Jahrhunderts charakteristisch sind. Der Bautypus eines Torfahrthauses, der vor allem im späteren 18. Jahrhundert und im 19. Jahrhundert die Einfallstraßen der Orte prägen, wird in diesem Traufenhaus vorweggenommen. Bemerkenswert ist die Überlieferung der Fachwerkkonstruktion des Erdgeschosses, das bei vielen anderen Häuser dieser Zeitstellung massiv ersetzt wurde. Die innerdörfliche Lage führte zu einer dichten Platzierung der Ökonomiegebäude. Das Anwesen hat hauskundlichen und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Wohnhaus Oberdorfstraße 17
(Karte)
Zweigeschossiger, giebelständiger Bau mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, Obergeschoss aus Fachwerk, teils symmetrisch angeordnet, 17./18. Jahrhundert; die zugehörige Ökonomie ist zu prüfen

Das Wohnhaus zeigt die häufig anzutreffende Kombination eines älteren Fachwerkobergeschosses mit teils gekrümmten Schwelle-Rähm-Streben und eines massiven Erdgeschosses, das nachträglich, wohl im 19. Jahrhundert, „versteinert“ wurde. Die Vorkragung über Balkenköpfen an der Traufseite und die „durchgesteckten“ Pfetten geben HInweise auf die Konstruktion. Bemerkenswert sind die erhaltene Stubensituation (Doppelfenster und übereck weiteres Fenster) und die angebaute „Auslucht“ an der Traufseite, die sich dem Geschehen auf der Straße zuwendet.

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Keller mit Tonnengewölbe Oberdorfstraße
(Karte)
Datierung am rundbogigen Zugangsportal, 1613 (i)

Der rundbogige Eingang zu dem tonnengewölbten Keller ist 1613 datiert und gehört somit zu den ältesten Zeugnissen der Baukunst in Bammental. Er dokumentiert die renaissancezeitliche Bebauung für den Kriegen des 17. Jahrhunderts am Ort und ist Zeugnis historischer Lagertechniken verderblicher Lebensmittel und Getränke.

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Laufbrunnen Oberdorfstraße 22
(Karte)
Brunnenstock mit Sandsteintrog, wohl 19. Jahrhundert

Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der Wasserversorgung auf dem Dorf. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt.

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Ev. Schule Oberdorfstraße 32
(Karte)
Über einem hohen Kellergeschoss in Hanglage eingeschossiger Massivbau mit Satteldach, giebelständig zur Straße, das Hauptgeschoss traufseitig erschlossen, darin zwei Schulräume und zwei Kammern für den Lehrer, der Hochkeller teils für Stallungen genutzt; erbaut als Ersatz für die ältere Schule (1683) auf dem Nachbargrundstück 1709/10, das Datum eines prägenden Umbaus mit schmiedeeisernen Ankern in der Giebelwand bez., 1809 (i)

Die evangelische Schule belegt eindrucksvoll die konfessionell getrennte Unterrichtung der Kinder, nachdem durch landesherrlichen Erlass 1705 in den weitgehend reformierten bzw. lutherischen kurpfälzischen Gemeinden durch Zuzug katholische Konfessionsgemeinschaften entstanden waren. Das Bauwerk diente bis 1851 seiner Bestimmung. Es ist das älteste erhaltene Schulgebäude des einstigen Dorfes und besitzt orts- und religionsgeschichtlichen Zeugniswert.

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Ev. Pfarrhaus mit Garten und Einfriedungsmauer Pfarrgasse 4
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Fenster mit Sandsteingewänden des 16. Jh., traufseitig haushoher Risalit mit Kellerabgang und spitzgiebeligem Satteldach und Freigespärre, von Hans X. von Hischhorn an der Stelle des älteren Pfarrhauses errichtet, um 1530, mehrfach umgebaut; über dem Gartentor Rest eines gotischen Maßwerkfensters, wohl aus dem 1747 abgerissenen Langhaus der mittelalterlichen Dionysiuskirche

Der stattliche Massivbau entstand um 1530 unter dem damaligen Patronatsherrn Hans X. von Hischhorn. Die Herren von Hirschhorn übten seit 1355 das Patronatsrecht in dem an sich kurpfälzischen Ort aus. Das Pfarrhaus ist als eines der ältesten Bauzeugnisse des Ortes von historischer und architekturgeschichtlicher Bedeutung und ein wichtiges Zeugnis der lokalen Kirchengeschichte.

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Laufbrunnen Reilsheimer Straße 51
(Karte)
Steintrog mit Brunnenstock, Sandstein, 18./19. Jahrhundert

Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der Wasserversorgung auf dem Dorf. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt.

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Laufbrunnen Schulstraße
(Karte)
Brunnenstock aus ehem. Grenzstein von 1768, Trog, roter Sandstein, wohl aufgestellt im 19. Jahrhundert

Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der Wasserversorgung auf dem Dorf. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt, worauf hier die zum Anbinden dienenden Eisenringe am Trog verweisen. Der Stock ist darüber hinaus ein originelles Beispiel für die Wiederverwendung eines barockzeitlichen Grenzsteines.

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Parallelgehöft bestehend aus Wohnhaus und Scheune Schulstraße 2
(Karte)
Eingeschossiges massives Traufenhaus mit Satteldach und Fachwerkgiebel, über eine zweiläufige vorgelegte Treppe erschlossen, straßenseitig Kellerabgang mit Rundbogenportal, 1804 (i); Scheune mit gut erhaltenem Dachwerk des 18. Jahrhunderts

Das landwirtschaftliche Gehöft ist anschauliches Beispiel der ortstypischen Bebauung im Dorf Reilsheim zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Es hat hauskundlichen und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Wohngebäude eines landwirtschaftlichen Gehöfts Schulstraße 5
(Karte)
Eingeschossiger, traufseitig erschlossener Rechteckbau des späten 18. Jh. mit Satteldach, Fachwerk teils nachträglich „versteinert“; Mitte des 19. Jh. um einen schmalen zweigeschossigen Trakt zur Straße erweitert (die urspr. nördlich angrenzende Ökonomie abgängig); um 1780/1800 und um 1870

Das verwinkelte Wohngebäude dokumentiert die bauliche Entwicklung innerhalb des hoch verdichteten Ortskerns von Reilsheim während des 19. Jahrhunderts. Die ungewöhnliche Kubatur belegt die reduzierten Erweiterungsmöglichkeiten finanziell schlechter gestellter Familien. Das Bauwerk besitzt hauskundlichen und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Reilsheimer „Dörndl“ Schulstraße 7
(Karte)
Uhren- und Glockenturm, Wachtturm, quadratischer Massivbau mit Pyramidendach und überkuppeltem Dachreiter mit Schallfenstern, 1773

In den beiden Ortsteilen Bammental und Reilsheim, die schon seit dem 17. Jahrhundert durch das sog. Vorstädtl zusammen gewachsen waren, wurde in kurpfälzischer Zeit je ein Turm errichtet. Diese Türme werden im Volksmund „Dörndl“ (= Türmchen) genannt und dienten für die beiden politisch ursprünglich getrennten Kommunen nicht nur mit ihren Glocken und Uhren als Zeitgeber sowie Alarmstationen bei Gefahr, sondern auch als Ortsarrest, worauf noch die vergitterten Fenster hinweisen. Der Turm hat damit wichtigen Zeugniswert für die Ortsgeschichte sowie als Dokument historischer Sicherheitsstrukturen auf dem Land.

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Wohnhaus Schulstraße 7
(Karte)
Zweigeschossiger Rechteckbau mit hohem Satteldach, massives Sockelgeschoss mit Kellerzugang (Stallnutzung), Erdgeschoss hälftig nachträglich versteinert, sonst aus Fachwerk mit symmetrisch angeordneten Zierfiguren (K-Streben, Andreaskreuze), Vorkragungen über Balkenköpfen, traufseitige Erschließung mit einläufiger Freitreppe, 18. Jahrhundert; die Ökonomie ist zu prüfen

Der stattliche, das Ortsbild mitprägende Wohnbau eines landwirtschaftlichen Gehöfts aus dem frühen 18. Jahrhundert steht in der gewachsenen Tradition ortstypischer Bebauung. Charakteristisch für die Entstehungszeit sind die Fachwerkfiguren aus K-Streben und Andreaskreuzen und die traufseitige Erschließung über eine Freitreppe. Der Bau hat hauskundlichen und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Laufbrunnen Schulstraße 8
(Karte)
Brunnenstock mit rundlichem Kopfstein und langer Steintrog, roter Sandstein, angelegt 1759 (i), Stock vermutlich im 19. Jh. erneuert

Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der Wasserversorgung auf dem Dorf. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Der ausweislich der Datierung in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurückreichende Trog dokumentiert die lange Tradition, die erst mit der Kanalisierung des 20. Jahrhunderts ihre zentrale Funktion verlor.

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Wohnhaus eines bäuerlichen Gehöfts Schulstraße 10
(Karte)
Über hohem Sockel zweigeschossiger Rechteckbau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss und Giebel aus Fachwerk (Sichtfachwerk, nachträglich verputzt), über eine zweiläufige, traufseitig vorgelegte Treppe erschlossen, spätes 17./ frühes 18. Jahrhundert; die rückwärtige Ökonomie ist zu prüfen

Das Wohngebäude dokumentiert hinsichtlich Lage, Kubatur und Materialität einen seit der frühen Neuzeit gebräuchlichen Bautypus in der Region. Charakteristisch für die Entstehungszeit sind die heute verdeckten Fachwerkfiguren mit Schwelle-Ständer-Streben und kurzen Kopfstreben, die Verregelmäßigung der Fassaden und die traufseitige Erschließung über eine Treppe. Der Bau hat hauskundlichen und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Schulhaus Schulstraße 11
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, das für Schulzwecke dienende Erdgeschoss mit Segmentbogenfenstern, das für Wohnzwecke erbaute Obergeschoss mit Rechteckfenstern, errichtet als gewerbliche Fortbildungsschule und Kochschule, 1877; überdachter Hofflur und Toilettenanlagen; zugehörig Ökonomiegebäude (Schuppen, Schweinestall, Scheune)

Das 1877 erstellte Reilsheimer Schulhaus diente vor allem als gewerbliche Fortbildungs- und Kochschule. Der überdachte Hofflur und die Toilettenanlagen gehorchen hygienischen Erfordernissen, die Ökonomiegebäude (Schuppen, Schweinestall, Scheune) sind charakteristische Elemente ländlicher Schulbauten, die als Teil der Nebenerwerbslandwirtschaft des Lehrers neben dem Schulhaus errichtet wurden. Der Bau ist in seiner schlichten Formensprache zeittypisch für ländliche Schulgebäude und steht noch in der Tradition spätklassizistischer Architektur. Er hat als altes Reilsheimer Bildungsinstitut Bedeutung für die Ortsgeschichte.

96965678BW

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Ev. Pfarrkirche mit Einfriedung Vorstädtl 1
(Karte)
Neuromanischer Werksteinbau mit Querhaus und eingezogenem (gewestetem) Chor, auf der Nordostseite hoher Seitenturm mit spitzem Polygonalhelm, Sakristei schräg angesetzt, reiche Gliederung durch Lisenen, Rundbogenfriese, Gesimse und Ornamentbänder, im Inneren flach gedeckter Saal mit Blendbogengliederung, Chor kreuzrippengewölbt, in den beiden Querarmen Orgel- und Sängerempore, bauzeitliche Ausmalung, Ausstattung und Farbverglasung, errichtet nach Plänen von Hermann Behaghel, 1902-1904; Einfriedung mit Wappenstein

Nachdem die ältere Reilsheimer Pfarrkirche 1896 abgebrochen worden war, wurde von der evangelischen Gemeinde 1902-1904 nach Plänen des renommierten Architekten Hermann Behaghel ein historistischer Neubau in ortsbildprägender Lage errichtet. Es handelt sich um einen neuromanischen Bau in reichen Architekturformen, dessen Inneres ein anschauliches und künstlerisch ansprechendes Beispiel eines evangelischen Kirchenraums im frühen 20. Jahrhundert bietet. Ikonographisch sind die Glasfenster interessant, die nicht nur Bezug auf Christus und die Apostel (Chor) und die Reformationsgeschichte (Langhaus) nehmen, sondern auch auf die jüngere Kirchengeschichte Badens, indem mit dem ersten Großherzog Karl Friedrich jener Landesherr in Erscheinung tritt, welcher als oberster Kirchenherr 1821 die reformierten und lutherischen Gemeinden in Baden zu einer evangelischen Landeskirche vereinigte. Die Kirche ist ein gutes Beispiel des ländlichen Kirchenbaus in anspruchsvoller Gestaltung um die Jahrhundertwende und ein wichtiges Werk im Schaffen des Architekten Behaghel. Sie folgt den Grundsätzen des Wiesbadener Programms, das die Trennung von Chor und Langhaus aufhob und die Gleichrangigkeit von Altar und Kanzel propagierte. Ihre bei der Renovierung 1986-1989 wiedergewonnene Innenfarbigkeit ist beispielhaft für späthistoristische Raumfassungen. Der Bau hat damit nicht nur Bedeutung für die Orts- und lokale Kirchengeschichte, sondern auch für die architektonisch-künstlerischen Entwicklungen und liturgischen Diskurse im evangelischen Kirchenbau um 1900.

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Elsenzbrücke Wiesenbacher Landstraße 2; Wiesenbacher Straße
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Steinbogenbrücke mit drei Jochen und zwei Widerlagern, neu erbaut 1777 oder 1789/90, im 20. Jh. Turbineneinlauf des E-Werkes ergänzt, 1945 ein Bogen gesprengt, unter Verwendung des ursprünglichen Materials als „Friedensbrücke“ wiederaufgebaut

Die Brücke ist der einzige teilweise erhaltene historische Elsenzübergang in Bammental und bezeugt die Ingenieurbaukunst der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Sie steht im Kontext mit der historischen Siedlung Bammental; die Flussübergangsstelle ist lange tradiert. Die Sprengung und der Wiederaufbau 1945 sind Teil der Geschichte der Kampfhandlungen im ausgehenden Zweiten Weltkrieg. Die Spuren stellen daher ebenfalls eine erhaltenswerte historische Schicht dar.

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Weitere Bilder
Zehntscheune Wiesenbacher Straße 6
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Eingeschossiger Massivbau mit hohem Mansarddach, die Traufseite auf Holzstützen ähnlich einer Laube, ausweislich eines barocken Inschriftensteins 1728 (i) durch den Zehntherrn Johann Wilhelm Wilhelmi errichtet, darunter prachtvoller Wappenstein der seit 1791 zehntberechtigten Freiherren von Babo, schon nach Ablösung des Zehnten (1833) zu Wohnzwecken umgebaut

Der barockzeitliche Scheunenbau ist Zeugnis historischer Herrschaftsstrukturen in vormoderner Zeit auf dem Land, wie die Bauinschrift und das Wappen an der Giebelseite ausweisen. Sie belegen die Zehntherrschaft regionaler Adelsfamilien, die mit dem Patronat über die örtliche Pfarrkirche verbunden war.

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Einzelnachweise

Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.

Commons: Kulturdenkmale in Bammental – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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