Liste der Kulturdenkmale in Hockenheim

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In der Liste der Kulturdenkmale in Hockenheim sind die Kulturdenkmale der Stadt Hockenheim im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
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  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale nach Ortsteilen

Hockenheim

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Seebachschleuse Altwingertweg 10/1
(Karte)
Zur Melioration landwirtschaftlicher Flächen, vom „Hockenheimer Wässerungsverband der Karl Ludwigs See Compagnie“ erbaut, 1842

Die hinter den Bergen, südlich des Flugplatzes Hockenheim, befindliche Seebachschleuse dokumentiert die historischen Bewässerungssysteme der Rheinanrainer und die Hochwassersicherung zum Rhein im 19. Jahrhundert. Sie ist ein frühes Beispiel der Melioration landwirtschaftlicher Flächen und ein technikgeschichtliches Dokument des 19. Jahrhunderts.

97033020 BW

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Massive Bogenbrücke aus roten Sandsteinquadern Siebenlachen
(Karte)
1835

Die massive Bogenbrücke wurde 1835 aus roten Sandsteinquadern an der Straße nach Reilingen über den Kraichbach erbaut. Sie bezeugt den Stand des Straßenbaues zu Beginn der Biedermeierzeit und die Ingenieurkunst im 19. Jahrhundert. Somit ist sie ein ortsgeschichtliches Dokument der Verkehrsgeschichte.

97033018

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Gasthaus Goldener Engel Heidelberger Straße 1
(Karte)
Zweigeschossiges Fachwerkgiebelhaus mit Krüppelwalmdach, um 1690, Erdgeschoss zum Teil massiv, am Hauseingang datiert 1754 (i), korbbogiges Hoftor (erneuert), Nebengebäude mit Krüppelwalm, 18. Jahrhundert

Das weitgehend unverändert erhaltene Gasthaus bildet ein ortsbaulich wichtiges Element im historischen Straßenbild. Es ist ein gutes, charakteristisches Beispiel eines stattlichen Landgasthofes, der für die wirtschaftliche und soziale Struktur des Ortes eine wesentliche Rolle spielte.

96965060
Uhlandschule (Alte Schule) Heidelberger Straße 16
(Karte)
Zweigeschossig mit Walmdach, mit Backstein verblendet und mit Sandstein gegliedert, Eingangsmittelrisalit, 1890

Das zweigeschossige Schulgebäude in der Formensprache des Historismus wurde 1890 erbaut und ist für diese Zeit charakteristisch. Es steht noch ganz im landschaftstypischen Schulhausbau ohne Einflüsse der Schulpalastarchitektur der Gründerzeit. Es ist ein Zeugnis der Bildungsgeschichte und des Stands der Schulpädagogik der Zeit.

96965061 BW
Friedhofskreuz Heidelberger Straße 93
(Karte)
Kriegerdenkmal und 2 Wegkreuze auf dem Friedhof (Sachgesamtheit). 96965055 BW
Großes spätbarockes Hoftor Hofweg
(Karte)
Mit Wappen des Hochstiftes Speyer und einer Muttergottes mit Kind geschmückt (zur Sachgesamtheit mit Wohnhaus). 97033026 BW
Wohngebäude beim Hoftor Hofweg
(Karte)
Eingeschossig, massiv, verputzt mit Krüppelwalmdach, zur ursprünglichen barocken Hofbebauung von 1736/38 gehörend (Sachgesamtheit mit Hoftor). 97033022 BW
Kopie der Statue des Joh. Nepomuk Karlsruher Straße 9
(Karte)
Auf originalem Barocksockel mit Inschrift, 1755

Die Nepomukstatue befand sich ursprünglich auf der von Rabaliatti erbauten Speyerer Brücke und als Kopie auf originalem Sockel seit 1873 am heutigen Aufstellungsort bei der Kraichbachbrücke. Die originale Figur ist im Tabakmuseum in der Oberen Hauptstr. 8 zu betrachten. Der Hl. Nepomuk ist ein typischer Brückenheiliger und aufgrund seiner qualitätvollen Ausarbeitung ein künstlerisches und ortsgeschichtliches Dokument.

96965065 BW
Wohnhaus Karlsruher Straße 33
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau, verputzt, mit Schmuckgiebel und rundem Eckerker, rote Sandsteinarchitekturteile, wohl um 1900

Das straßenseitig villenartige Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel des Ausbaus der Hauptstraße zum Bahnhof im historisierenden neubarocken Stil mit Jugendstileinflüssen gegen Ende der Gründerzeit. Es veranschaulicht das Wohnen des gehobenen Bürgertums und ist bau- und ortsgeschichtlich bedeutend.

96965066 BW
Wohnhaus Karlsruher Straße 34
(Karte)
Eingeschossig in Ecklage, rustizierter Sockel, sonst verputzt, Eckturm und Giebelrisalite, Gliederungselemente und Dekor aus rotem Sandstein, 1905

Das villenartige Wohnhaus wurde in für das frühe 20. Jahrhundert charakteristischen Jugendstilformen errichtet. Es bezeugt den Ausbau des Bahnhofsviertels vor dem Ersten Weltkrieg in offener Bauweise und hat somit stadtbaugeschichtliche Bedeutung. Zudem gibt es Aufschluss über das Wohnen des gehobenen Bürgertums zur Entstehungszeit.

96965067 BW
Zigarrenfabrik Luisenstraße 10
(Karte)
Dreigeschossiges Fabrikgebäude, verputzt, in Dachzone verschiedene Aufbauten, für die GEG erbaut, 1910/11

Das Fabrikgebäude in Jugendstilformen gehörte zum größten tabakverarbeitenden Betrieb in Hockenheim, der bis in die 1960er-Jahre die 8500 Konsumläden der Bundesrepublik und Westberlins belieferte und bis zu 700 Mitarbeiter beschäftigte. Die stattlichen Ausmaße und die Formensprache des Gebäudekomplexes veranschaulichen den Repräsentationsanspruch. Es ist ein Dokument der Wirtschaftsgeschichte Hockenheims, der Tabakindustrie und der GEG ebenso wie der Sozialgeschichte. Städtebaulich hat es besonderes Gewicht durch seine Stellung gegenüber der kurz vorher erbauten Ev. Kirche.

96963163 BW
Bahnhofsanlage Hockenheim Eisenbahnstraße; Mannheim - Rastatt
(Karte)
Überleitungsbahnhof an der NBS/Schnellfahrstrecke Mannheim - Stuttgart-Zuffenhausen (STREDA/VzG-Streckennummer 4080) bei Km 20,865 und an der Rheinbahn Mannheim Hbf - Karlsruhe Hbf (STREDA/VzG-Streckennummer 4020) bei Km 21,65; bestehend aus: Empfangsgebäude mit integriertem Stellwerk sowie angegliedertem Treppenhaus und kreissegmentförmiger Empfangshalle, zwei Nebengebäude (im Süden Kiosk, im Norden Schaltposten), Bahnsteigbrücke, zwei Bahnsteige mit Bahnsteigüberdachungen sowie Bäumen auf dem Hausbahnsteig, Rampe für Stückgut am Hausbahnsteig, Freiflächen (insbesondere Bahnhofsvorplatz mit stelenartig gestalteter Bahnhofsuhr und Bahnsteige), Schallschutzwand zwischen Rheinbahn und Schnellfahrstrecke sowie auf der Ostseite der Rheinbahn nördlich dem Empfangsgebäude, begrünter Steilwall am Hausbahnsteig; in den Hochbauten originale Raumaufteilung und wandfeste Ausstattung, im Empfangsgebäude elektrische Stellwerksanlage der Bauart Sp Dr S 600 für den Bahnhof Hockenheim mit technischer Ausstattung und Zubehör (insbesondere Stelltafel des Gleisbildstellwerks sowie stillgelegte Schalttafel für die Fahrleitungsanlage im Dienstraum, Relaisgestelle im Relaisraum, Rechnerschränke der LZB-Zentrale, Fernmeldeanlagen), bauzeitliche Oberflächen und Einzelheiten (insbesondere Wandoberflächen, Türen mit Kreisfenstern, Fenster mit farbigen Fensterrahmen, Treppe mit Treppengeländer im betonsichtigen Treppenhaus, farbliche Gestaltungen etc.), Luftschutzraum mit weitgehend erhaltener technischer Ausstattung; Streckenplanung der Deutschen Bundesbahn durch die „Bundesbahndirektion Karlsruhe – Projektgruppe M/S der Bahnbauzentrale“, Pläne für die Bahnhofsanlage angefertigt durch das Ingenieurbüro Bung in Heidelberg 1983, Entwurf der Hochbauten nach Plänen des Architekturbürso SKP Schmitt, Kasimir + Partner in Karlsruhe unter Bearbeitung durch Monika Mohr und Konrad Höß 1982-1986 (erste Bauphase Empfangsgebäude und Nebengebäude, zweite Bauphase Bahnsteigbrücke und Bahnsteigdächer), Pläne der Bahnsteigdächer und der Bahnsteigbrücke angeferfertigt durch die ACERO Stahlbau-Fassadenbau GmbH in Lüneburg 1985, Bahnhofsuhr und Gestaltung der Schallschutzwand durch Bildhauer Ernst Otto Karl Simon, Inbetriebnahme des neu trassierten Abschnitts der Rheinbahn mit Bahnhof Hockenheim und Haltepunkt Neulußheim 1986, Inbetriebnahme der NBS Mannheim Hbf - Abzweig Saalbach 1987, Eröffnung der gesamten NBS/Schnellfahrstrecke Mannheim - Stuttgart-Zuffenhausen am 2. Juni 1991, barrierefreie Erschliessung 2017/18 111967792 BW

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Wohnhaus Mittlere Mühlstraße 10
(Karte)
Eingeschossiges, giebelständiges Fachwerkgebäude mit Satteldach, Giebel leicht vorkragend, erbaut nach der Zerstörung des Ortes, 1689

Das Fachwerkhaus ist das einzige Beispiel eines Wohngebäudes, das in der seit den Zerstörungen im 17. Jahrhundert charakteristischen Fachwerktechnik errichtet wurde. Es überliefert Informationen zu den Wohn- und Lebensverhältnissen der Hockenheimer Bevölkerung und ist prägend für das historische Ortsbild.

96964547
Wegkreuz Mörscher Weg 2
(Karte)
1806

Das 1806 datierte Wegkreuz an der Straße nach Ketsch/Mörscher Weg steht als Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität in einer jahrhundertealten Tradition und ist typisch für die katholische Frömmigkeit in der Region um Hockenheim.

97033019 BW
Jagdhaus Schönhaus Hardtbachdamm
(Karte)
„Rudera“ (Ruine) des „Schoenen Hauses“ inmitten der Schwetzinger Hardt, gelegen auf der Insel einer Suhle, Baualter unklar

Die Überreste des sog. Schönhauses sind auf das späte 15. bis späte 16. Jahrhundert zurückzuführen. Es handelt sich dabei um den frühen Typus eines Jagdhauses des kurpfälzischen Fürstenhofes, das auch als Refugium des Fürsten und für Zusammenkünfte mit dem Gefolge diente. Anhand des Grundrisses und der komfortablen Ausstattung (Heizung, Fensterverglasung, Küche etc.) kann dieser Funktionsanspruch belegt werden, worauf auch die Namensgebung hindeutet. Gut überlieferte Jagdbauten sind seltene Beispiele dieser kultur- und architekturhistorisch bedeutsamen Baugattung, durch die der Einbezug der Landschaft zu den übergeordneten Residenzschlössern in Heidelberg und Schwetzingen deutlich wird. Das Schönhaus ist ein aussagekräftiges Dokument der Residenz- und Jagdgeschichte und von ortsgeschichtlicher Bedeutung.

104877634 BW
Wegkreuz ohne Korpus Obere Hauptstraße 1
(Karte)
Mit Kreuzestitel.

Das Wegkreuz ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es hat ortsgeschichtliche Bedeutung.

96965064 BW

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Kath. Pfarrhaus Obere Hauptstraße 1
(Karte)
Zweigeschossiger Backsteinbau mit Walmdach, Sandsteingliederung im Neurenaissancestil, an der Westfassade Marienstatue in Nische, nach Plänen des Erzbischöflichen Bauamts errichtet, 1894

Das Pfarrhaus hat als traditionsreicher Ort des öffentlichen Lebens der Gemeinde lokalgeschichtliche Bedeutung. Es bezeugt zudem in direkter Nachbarschaft zur nur 15 Jahre jüngeren Jugendstilkirche den Stilwandel in dieser kurzen Zeit. Das Pfarrhaus ist ein anschauliches Dokument der Architekturgeschichte im späten 19. Jahrhundert und von Bedeutung für die Orts- und Kirchengeschichte.

96964549
Wohn- und Geschäftsgebäude Obere Hauptstraße 2
(Karte)
Zweigeschossig, heute zum Teil dreigeschossig, massiv mit hohem verputztem Fachwerkgiebel, war am Torbogen früher 1763 datiert; an der Ecke qualitätvoller Jugendstilladeneinbau

Das Gebäude bestimmt wesentlich die Kreuzung der beiden Hauptstraßenzüge der Stadt und ist damit von stadtbaugeschichtlicher Bedeutung. In seiner Formensprache ist es für die Entstehungszeit charakteristisch und ein das historische Straßenbild prägendes Zeugnis.

96964550 BW

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Kath. Pfarrkirche St. Georg Obere Hauptstraße 3
(Karte)
Dreischiffiger Bau mit Glockenturm und Vorhalle in reichen Jugendstilformen, nach Plänen von Johannes Schroth (Erzbischöfliches Bauamt), 1910/11

Nachdem das bisherige Kirchengebäude im späten 19. Jahrhundert für die gewachsene Gemeinde nicht mehr ausreichte, erwarb man das gegenüberliegende Grundstück und begann 1907, nachdem die erforderlichen Gelder verfügbar waren, mit den Planungen für den Neubau. Zwischen 1909 und 1911 entstand durch den Architekten Johannes Schroth im Zentrum Hockenheims ein herausragendes Bauwerk der späten Jugendstilarchitektur, das durch seine monumentalen Ausmaße und den hohen Turm das Ortsbild entscheidend prägt. Schroth war seit dem späten 19. Jahrhundert beim Erzbischöflichen Bauamt in Karlsruhe tätig und schuf zuvor zahlreiche Kirchen in Nordbaden, jedoch in meist neugotischen oder neuromanischen Formen. In Hockenheim wandte er sich neuen Tendenzen zu und verknüpfte Tradition und Moderne, was insbesondere durch die Gestaltung des Innenraums und die Ausstattung in Jugendstilformen deutlich wird. Die Kirche St. Georg ist ein in diesem Erhaltungszustand seltenes Beispiel von besonderer Bedeutung für die Kirchen- und Architekturgeschichte, das die Bezeichnung Gesamtkunstwerk verdient.

96963164

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Alte Kath. Kirche Obere Hauptstraße 6
(Karte)
Verputzter Saalbau mit Satteldach, spätgotischer Chorturm mit achteckigem Glockengeschoss und hoher übergiebelter Portalnische, Langhaus um 1490 (i), nach Entwurf von J.F. Dyckerhoff, 1817/19, seit 1911 profaniert

Die Kirche im Weinbrennerstil mit spätgotischen Turm und klassizistischem Langhaus wurde im 19. Jahrhundert für die stark angewachsene Gemeinde zu klein, was zum Neubau der gegenüber liegenden Kirche St. Georg führte. Nachdem diese in Betrieb genommen wurde, profanierte man die alte Kirche und richtete dort das Gemeindehaus ein. Anhand der erhaltenen Bauteile verschiedener Epochen ist die alte Kirche ein aprechendes Dokument der Kirchengeschichte Hockenheims. Aufgrund der qualitätvollen Ausführung und Ausstattung ist sie zudem ein bau- und kunstgeschichtliches Zeugnis.

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Gemeindehaus Obere Hauptstraße 24
(Karte)
Heute zweigeschossig mit Walmdach und mittiger Erschließung, verputzt mit Elementen und Dekor aus Bruchstein und Sandstein, vom Ursprungsbau von 1722 die mittleren drei Achsen, dreiseitiger Chorschluss von 1750, seitliche Erweiterungen 1927/29, Aufstockung und Dach nach 1950

Den Kern des Gebäudes bildet ein Kirchenbau von 1722, der 1750 zur reformierten Kirche mit dreiseitigem Chorschluss umgebaut wurde. Diese Form ist auch im heutigen Grundriss noch ablesbar, und auch der zentrale Eingang erinnert an den Vorgängerbau. Zum heutigen Lutherhaus wurde das Gebäude Ende der 1920er-Jahre umgebaut, die seitlichen Aufstockungen und das Dach entstanden erst nach 1950. Die gliedernden Bruchsteinelemente erinnern an die Formensprache des frühen 20. Jahrhunderts und verleihen dem Lutherhaus einen repräsentativen Charakter. Es ist ein interessantes Beispiel für die Weiterentwicklung und Umnutzung eines kirchlichen Bauwerks und von bau- und ortsgeschichtlicher Bedeutung.

96964555 BW
Hofanlage Obere Hauptstraße 39
(Karte)
Bestehend aus: kleine, geschlossene, zur Hauptstraße giebelständige Gebäudegruppe, zweigeschossiges traufständiges Gebäude mit Satteldach, zum Teil verputztes Fachwerk, 1. Viertel 19. Jahrhundert

Die Hofanlage bezeugt den ortstypischen Ausbau der Hauptstraße um die Mitte des 18. Jahrhunderts und ist ein charakteristisches Beispiel für einen kleinen bis mittelgroßen Betrieb in orts- und landschaftstypischen Bauformen. Als Zeugnis des Wohnens und Wirtschaftens ist sie von Bedeutung für die Bau- und Ortsgeschichte.

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Gasthaus Parkstraße 1 b
(Karte)
Zweigeschossiges, massives Gebäude mit abgewalmtem Dach, verputzt, Segmentbogenfenster im Erdgeschoss und profilierte, reich umrahmte Rechteckfenster im Obergeschoss, Bauherr Jakob Simon, 1898

Das Gasthaus entstand am einstigen Nordrand der Stadt und grenzte an den ehemaligen Friedhof an. Die Stadt wuchs im Laufe der Zeit rasch an, sodass sich das Gebäude bald in zentraler Lage direkt gegenüber der Kirche befand. Stilistisch steht es in barock-klassizistischer Tradition und ist charakteristisch für die Architektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Das weitgehend unverändert erhaltene Gasthaus bildet einen ortsbaulich wichtiges Element im historischen Straßenbild und spiegelt die wirtschaftliche und soziale Struktur des Ortes wider.

96964560 BW

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Rathaus Rathausstraße 1
(Karte)
Zweiflügeliger Bau in Ecklage über L-förmigem Grundriss, Hauptflügel zur Oberen Hauptstraße betont durch Walmdach, Dachreiter und Risalit mit Zwerchhaus, Backstein mit Sandsteingliederungen, an der Stelle des alten Rathauses errichtet (die Erweiterungen des 20. Jahrhunderts nicht Teil des Denkmals), 1890

Das Rathaus in Formen der Neurenaissance wurde 1890 an derselben Stelle wie das alte Rathaus und eines noch älteren Vorgängers errichtet und 1933 erweitert. Es ist Beispiel eines historisierenden Verwaltungsgebäudes der Blütejahre der Gründerzeit und eines der wenigen gut erhalten gebliebenen Rathäuser dieser Epoche im Kreis.

96964553
Pestalozzischule Rathausstraße 5
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Mansardwalmdach und überhöhtem Mittelrisalit mit reich verzierter Fassade, vorgelegte Freitreppe, nach Plänen des Großherzoglichen Bezirksbauamts, 1911

Nachdem sich die Uhlandschule (erbaut 1895) schon nach 20 Jahren als zu klein erwies, wurde 1911 im Stadtpark, dem ehemaligen Friedhof, gegenüber der evangelischen Kirche die „neue Schule“ vollendet. Die Planungen reichen bis ins Jahr 1907 zurück, als der Gemeinderat den Neubau beschloss. 1908 begannen nach Plänen des Großherzoglichen Bezirksbauamts die Bauarbeiten, die sich aufgrund Handwerkermangels bis 1911 hinzogen. Schon 1913 wurde der Bau um den - von Beginn an einkalkulierten - Westtrakt erweitert. 1921 führte erneuter Platzmangel zum Ausbau des Speichers, wobei die den Mittelrisalit flankierenden Treppentürme um ihre Spitzhaube und das oberste Geschoss gekappt wurden. Die von der Straße zurückgesetzte Platzierung geschah zugunsten eines geräumigen Hof- und Turnplatzes. Massenverteilung, Auszierung und repräsentativer Anspruch sind dem barocken Schlossbau entlehnt, die Schulfunktion des Gebäudes ist jedoch an den großen Fenstergruppen im Bereich der Klassenzimmer klar erkennbar. Im Untergeschoss war - wie in vielen Schulen dieser Zeit - ein öffentliches Volksbad untergebracht. Das Gebäude bezeugt den fortschrittlichen Schulhausbau vor dem 1. Weltkrieg. Die Gestaltung in repräsentativen Formen demonstriert die hohe Stellung der Bauaufgabe in der bürgerlichen Gesellschaft des beginnenden 20. Jahrhunderts.

96965062 BW

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Ev. Kirche und Pfarrhaus Kirchenstraße 1; Rathausstraße 6
(Karte)
Emporenbasilika mit gestaffelter Dreiturmfont, Predigtraum über dem Grundriss eines gestauchten Kreuzes, Chorapside als Konfirmandensaal abgeteilt, Raumschale und Ausstattung authentisch überliefert, nach Plänen von Hermann Behaghel, 1905–07

Die evangelische Stadtkirche Hockenheim wurde nach Plänen des renommierten Baurats Hermann Behaghel, Leiter der Evangelischen Kirchenbauinspektion Heidelberg, errichtet. Es handelt sich um einen freistehenden Solitärbau von beachtlicher städtebaulicher Wirkung. Die Formensprache bedient sich spätbarocker und rokokozeitlicher Motive, die Ausarbeitung und Detailausbildung verrät bereits den Einfluss des Jugendstils. Als Vorbilder standen Behagel bayerische Kirchenbauten des späten 18. Jahrhunderts von Dominikus Zimmermann oder Johann Michael Zimmermann vor Augen, vor allem hinsichtlich der Turmfront und der Fassadenabwicklung. Die Konstellation eines Kanzelaltars mit Orgel, angeordnet in einem Zentralraum, geht auf frühe protestantische Vorstellungen der Predigtkirche zurück, deren Zielvorstellung es war, dass jeder Gläubige den Prediger von seinem Platz sehen und hören könne. Die Rückbesinnung auf diese Maxime, die im späten 19. Jahrhundert den gesamten deutschsprachigen Raum ergriff, fand 1891 im sog. Wiesbadener Programm seinen Ausdruck. Dessen in Hockenheim erfahrbare, sinnreiche Umsetzung zeichnet sich durch ihre konsequente Durchführung aus. Diese ist, sowohl in Behaghels Werk als auch im südwestdeutschen Raum überhaupt, in dieser Qualität höchst selten anzutreffen. Die evangelische Kirche ist ein bemerkenswertes Zeugnis der Kirchen- und Ortsgeschichte und von Bedeutung für die Kunstgeschichte.

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Das Pfarrhaus bildet zusammen mit der evangelischen Stadtkirche eine Einheit in barockisierten Jugendstilformen, die für das frühe 20. Jahrhundert charakteristisch sind. Es besitzt als traditionsreicher Ort des öffentlichen Lebens der Gemeinde lokalgeschichtliche Bedeutung.

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Vermutlich Reste der Befestigungsanlagen aus der napoleonischen Zeit.

Nördlich von Hockenheim

Schanzenbuckel
(Karte)
Nahe der Gemarkungsgrenze auf dem Hochgestade zwischen Mörscher und Ketscher Weg, weisen die Flurnamen “Schanzenbuckel” und “Kleine und große Schanzenwiesen” auf Befestigungsanlagen hin. Die Heimatforschung nimmt als ihre Errichtungszeit die napoleonischen Kriege an. Die obertägig noch gut erkennbaren Reste dieser Befestigungsanlagen sind bedeutende Zeugnisse der Herrschafts- und Ortsgeschichte. 97033027 BW

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Wohnhaus Untere Hauptstraße 3
(Karte)
Zweigeschossiges, traufständiges Wohngebäude mit Satteldach und reich gestalteter Neurenaissancefassade

Das Wohngebäude belegt den Ausbau der Stadt im Bereich der Kreuzung der beiden Hauptstraßenzüge und ist aufgrund der historisierenden Fassade prägend für das historische Orstbild.

96964561

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Jüdischer Friedhof Waldstraße 4
(Karte)
Gegenüber dem christlichen Friedhof, Grabmale des 19. und 20. Jahrhunderts, um 1879 geweiht

Der israelitische Friedhof wurde um 1833 gegenüber dem christlichen Friedhof angelegt. Er bezeugt mit seinen Grabmalen die einst blühende jüdische Gemeinde in Hockenheim und ist ein ortsgeschichtliches Dokument von großer Bedeutung.

96965063

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Wasserturm Wasserturmanlage
(Karte)
Ca. 40 m hoch, Durchmesser 12, 84 m, Fassungsvermögen 500 cbm Wasser, nahezu zylindrische sich schwach verjüngende Form, leicht geschwungenes Kegeldach mit Kupferdeckung, nach Entwürfen der Firma Dyckerhoff und Widmann, 1909/1910

Der besonders am Eingang und im oberen Bereich mit Jugendstilelementen gestaltete Wasserturm ist eines der Wahrzeichen der Stadt, das bis 1979 der Wasserversorgung diente. Im Volksmund erinnert die Form des Wasserturms an einen „Riesenspargel“ und nimmt damit Bezug auf den Anbau von Spargel in der Region, einem bekannten regionalen Erzeugnis. Diese Übereinstimmung ist jedoch als zufällig einzustufen. Der Wasserturm ist ein Zeugnis der Gestaltung eines technischen Denkmales im Jugendstil und von Bedeutung für die Bau- und Technikgeschichte.

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Einzelnachweise

Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.

Commons: Kulturdenkmale in Hockenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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