Liste der Kulturdenkmale in Weinheim
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In der Liste der Kulturdenkmale in Weinheim sind die Kulturdenkmale der Stadt Weinheim im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
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- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Hohensachsen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Schulhaus | Kaiserstraße 19 (Karte) |
Sepp-Herberger-Schule, zweigeschossiger, traufständiger Backsteinbau, Sandsteingliederung über Granitsockel, Walmdach, vorgelagerte Grünanlage mit Eisenzaun auf Betonsockel, 1905 nach Plänen von F. Reiboldt errichtet (1962 eingeschossiger Anbau an der Südwestseite, 2001 Ausbau des Anbaus)
Die Schule liegt nordwestlich des Ortskerns und wurde für die damals noch selbständige Gemeinde Hohensachsen als Schulhaus mit Lehrerwohnungen im Obergeschoss und separatem zurückliegendem Abort- und Ökonomiegebäude errichtet. Sie ist bauliches Zeugnis für den Übergang der konfessionellen zu einer überkonfessionellen Schule. Sie dokumentiert den Bautyp Schule im ländlichen Bereich des Großherzogtums Baden um 1900, der in seiner Bauweise an frühere Stilformen anknüpft - die unterschiedlichen Fensterformen variieren Motive der Renaissance und des Barock - und damit auf eine Bautradition verweist, sie aber eigenständig für den erforderlichen größeren Bau umsetzt. Sie ist als öffentliche Einrichtung mit gewichtiger Funktion weiterhin ein bedeutender Bau der Ortsgeschichte von Hohensachsen. |
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Weitere Bilder |
Ev. Kirche Hohensachsen | Lutherstraße 14 (Karte) |
Fünfseitiger verputzter Bau mit ziegelgedecktem Walmdach, eingestellter Stahlbetonturm mit Zeltdach an der Südwestwecke, anstelle der 1956 abgebrannten Vorgängerkirche nach Entwürfen des Kirchenoberbaurats Hermann Hampe errichtet, Portale und Fenstereinfassungen des Vorgängerbaus integriert, 1959/60
Die Aufgabe Neubau einer Kirche im Ortskern auf vorgegebenem trapezförmigem Grundstück mit Übernahme der Sandsteineinfassungen von Fenstern und zwei Türen der ursprünglich längsgerichteten Saalkirche ist hervorragend gelöst. Es ist gelungen, einen modernen, unregelmäßig polygonen Kirchenraum mit exzentrischer Ausrichtung auf den Altar in künstlerisch einheitlicher Formensprache zu schaffen. Hierbei ist ein großes Gespür für räumliche, strukturelle und farbliche Zusammenhänge festzustellen. Der Bau ist im Lebenswerk von Kirchenoberbaurat Hermann Hampe, der durch weitere bedeutende Kirchen in Nordbaden bekannt ist und lange Zeit das Evangelische Kirchbauamt in Heidelberg geleitet hat, ein bedeutendes Werk gerade in der schwierigen Lösung der Aufgabensetzung. Die beteiligten Künstler wie Harry Mac Lean und Edzard Hobbing ordnen sich der Einheitlichkeit des Baus unter, sodass ein durchgestalteter Raum von hoher künstlerischer Qualität entstanden ist. Die evangelische Kirche von Hohensachsen setzt die Tradition der Vorgängerkirchen am selben Ort in einer für die damalige Zeit modernen Formensprache fort und ist für die Orts- und Kirchengeschichte von großer Bedeutung. Sie ist nach außen hin besonders durch den schlanken, von Weitem sichtbaren Kirchturm ein Identifikationsort des Weinheimer Stadtteils Hohensachsen. |
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| Bauernhof | Sachsenstraße 8 (Karte) |
Sog. Schröderhof, bestehend aus: Haupthaus, zweigeschossiges, giebelständiges Wohngebäude mit Satteldach, Giebel verschiefert, 1823; Ökonomiegebäude, Mauer an der Nordseite, 19. Jahrhundert
Das Wohngebäude gehört zu dem stattlichsten Bauernhof des Ortes, dem Bedeutung als regionaltypischer Hof des frühen 19. Jahrhunderts zukommt. Die Anlage bildet die Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse eines Hohensachsener Bauern zu dieser Zeit ab. |
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| Gasthaus Zur Krone | Sachsenstraße 19 (Karte) |
Haupthaus: zweigeschossig mit Satteldach, Obergeschoss Fachwerk, Giebel verschindelt, bezeichnet an Eingang und Kellerbogen, 1821 (i); Nebengebäude
Die Gebäude veranschaulichen den Ausbau des Ortes in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich um ortstypische Bauten, die über ihre Funktion als Gasthaus zudem sozial- und wirtschaftsgeschichtlich von Bedeutung sind. |
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| Denkmal für Gefallene des Ersten Weltkrieges | Sachsenstraße 25/1 (Karte) |
Roter Sandstein, Entwurf G. Falkenstein, Ausführung H. Bahnmüller, 1926
Das Denkmal mit den einzeln auf Wappenschildern am Sockel festgehalten Namen der Gefallenen ist ein in Form und Symbolik zeittypisches Zeugnis der Erinnerungskultur und zeichnet einen wichtigen Abschnitt in der Geschichte Hohensachsens nach. |
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| Rathaus | Sachsenstraße 27 (Karte) |
Zweigeschossig, massives Erdgeschoss, Fachwerkobergeschoss, Satteldach mit Dachreiter, auf den Fundamenten des Rathauses von 1538 errichtet, 1686
Mit seiner bis weit in die Frühe Neuzeit zurückreichenden Bausubstanz und der ebenso langen Nutzung in ein und derselben Funktion als Ort der kommunalen Selbstverwaltung ist das Rathaus ein bedeutendes bau- und ortsgeschichtliches Dokument. Erbaut in der Zeit erster urkundlicher Erwähnungen des Ortes und zum Teil durch die Franzosen 1674 niedergebrannt und in der Folge wiederaufgebaut, bildet es anschaulich entscheidende Phasen der Hohensachsener Geschichte ab. Als traditionsreiches Zentrum des öffentlichen Lebens, das den alten Ortskern markiert, ist das Rathaus auch ortsbaulich von großer Bedeutung. |
98381518 | ||
| Hofanlage | Sachsenstraße 27/1, 29 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossig mit Satteldach, massives, verputztes Erdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, bezeichnet am Rundbogenkellerportal 1794, bezeichnet am Eckpfosten Obergeschoss 1798; Scheune mit Fachwerkgiebel, um 1800
Das Gebäude stellt zusammen mit dem Rathaus ein prägendes Stück des Ortsbildes in der Ortsmitte aus der Zeit um 1800 dar. Es bildet die damaligen Wohn- und Arbeitsverhältnisse in Hohensachsen ab. |
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| Wohnhaus der ehemaligen Talmühle | Talstraße 10 (Karte) |
Zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach, massives Erdgeschoss, 1784 Fachwerkaufbau; im Kern vermutlich 16. Jahrhundert
In Hohensachsen bestanden zeitweise bis zu vier Mühlen. Die Talmühle wurde 1936 als letzte stillgelegt. Vermutlich handelt es sich um die “oberste Mühle”, die sich 1545 im Besitz des Pfalzgrafen befand. Sie ist ein für die Region charakteristischer Vertreter des Bautyps und ein Zeugnis des einst für Hohensachsen wichtigen Mühlengewerbes. |
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| Wohnhaus | Talstraße 14 (Karte) |
Eingeschossiges, giebelständiges Massivgebäude, Krüppelwalmdach, rundbogiges Kellertor, Anfang 19. Jahrhundert
Das Gebäude ist zeittypisch für die Ablösung der Fachwerkbauweise zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch Massivbauten im ländlichen Raum. Es bezeugt die damaligen Wohnverhältnisse der Bevölkerung in Hohensachsen. |
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| Kath. Pfarrhof | Talstraße 17 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiges, verputztes Massivgebäude, Krüppelwalmdach, nach Plänen von A. Hoelzel, 1786/87; Gartenmauer mit Portal, 1787; Hoftor an der Nordecke, 1754
Das Pfarrhaus wurde 1786/87 anstelle eines Vorgängers von 1679 erbaut und hat als halböffentlicher Ort mit langer Tradition Bedeutung für die Ortsgeschichte. Das Portal mit Sprenggiebel und Deutschordenskreuz verweist auf einstige herrschaftsgeschichtliche Zusammenhänge. Das Gebäude ist ein anschauliches Beispiel eines anspruchsvollen barocken Pfarrhauses und stellt zudem ein wichtiges Werk im Schaffen des Barockbaumeisters Hoelzel dar. Es ist insofern nicht nur prägend für den Ortsmittelpunkt, sondern hat auch Aussagewert für die Architekturgeschichte. |
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Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche | Talstraße 19 (Karte) |
Dreiachsige Saalkirche mit polygonal geschlossenem Chor, nach Plänen von M. Morath, 1771/1772; Dachreiter nach Plan von Baudirektor Dyckerhoff, 1812/13 (Sakristeianbau modern)
Die alte Pfarrkirche für die umliegenden Orte lag auf dem Berg. Im Ort beim Pfarrhaus befand sich eine anstelle einer Kelter 1766/69 erbaute Kapelle, die bei schlechtem Wetter, obwohl nicht geweiht, benutzt wurde. Hier wurde 1772 die neue Kirche errichtet. Der Sakralbau ist Beispiel der Verlegung einer seit Jahrhunderten außerhalb gelegenen Kirche in den Ort, um den Gläubigen den besonders im Winter oft sehr beschwerlichen Kirchgang auf den Berg zu ersparen. Die Kirche ist Wahrzeichen des Ortes und ein wichtiges Werk im Schaffen des Baumeisters Dyckerhoff. |
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| Hofanlage | Talstraße 33 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, eingeschossiges Fachwerkgebäude mit Satteldach, zum Teil massiv unterfangen auf tonnengewölbtem Keller, an Kellertorbogen und Eckpfosten bezeichnet 1816, an Kellerstufe bezeichnet 1786; Fachwerkscheune, 1824
Das Anwesen ist durch seine ortstypische, über Jahrhunderte angewandte Fachwerkbauweise auf massivem Keller baugeschichtlich aussagekräftig. Es bezeugt die Lebens- und Wirtschaftsweisen in Hohensachsen im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. |
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| Alter Friedhof mit Ummauerung | Silberloch (Karte) |
Standort der abgängigen Kirche, seit dem Mittelalter in Benutzung
Auf dem ummauerten alten Friedhof mit einem zugesetzten rechteckigen gotischen Portal mit Sturz, der von Konsolen getragen wird, und einem Rundbogenportal mit abgefastem Gewände als Hauptportal lag die alte Kirche, die 989 und 1292 bezeugt ist und im Mittelalter Pfarrkirche für die drei Sachsenorte war. Nach wiederholten Zerstörungen und Instandsetzungen wurde 1815 als letzter Teil der Turm abgebrochen. Außer der Basilika lag auf dem alten Hohensachsener Friedhof noch eine Kapelle. Der Friedhof ist als Ort, der an die allerfrühesten Anfänge der Gemeindegeschichte zurückreicht, von großer Bedeutung für Hohensachsen. |
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Lützelsachsen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Steinkreuz | Am Mönchgarten (Karte) |
Buntsandstein, 15./16. Jahrhundert, transloziert
Das ehemals in der Schloßstr. 53, dann an der Ecke Weinheimer-/Blumenstraße aufgestellte Steinkreuz aus dem 15./16. Jahrhundert erinnert an eine dramatische Begebenheit und ist Zeugnis mittelalterlicher Rechtspraxis: Die Aufrichtung eines solchen Sühnekreuzes war ein übliches Element von Sühneverträgen bei Totschlag. |
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| Wohnhaus Swoboda | Panoramastraße 1 (Karte) |
Zweigeschossiges Einfamilienhaus in Hanglage, Quader, Mauer des Obergeschosses beidseitig verlängert, hohe Fensterbänder mit striktem Regelmaß, aufgeständerte Terrasse, vorkragende Dachplatte, nach Plänen von Jan und Waldemar Lippert, Weinheim, Planungsbeginn 1960/61, 1963/64
Das Gebäude mit Garten ist ein charakteristisches Bauwerk der Nachkriegsmoderne im deutschen Südwesten, die nach Überwindung der traditionalistischen Tendenzen der 1930er- bis 1950er-Jahre an die internationale Entwicklung des Neuen Bauens anknüpfte. Die Grundform des schlanken, flach gedeckten Quaders, die funktional durchdachte Einteilung der Räume und der völlige Verzicht auf dekorativen Bauschmuck entsprechen den Prinzipien dieses Baustils. In besonderer Weise an der Architektur Mies van der Rohes geschult sind der Pavillon-Charakter mit der dominierenden Dachplatte – ein Leitmotiv seiner Architektursprache –, die Reduktion der Materialien auf wenige prägende Baustoffe (Beton, Glas, Metall und Backstein) und die Auffassung der Wand als Scheibe. Im Werk der Brüder Lippert gehört das Wohnhaus Swoboda zu den Architekturen, die den Lehrsätzen Mies van der Rohes am konsequentesten folgen und gestalterisch am nächsten kommen. Dabei haben es die Architekten verstanden, dem Bauwerk durch eine der Lage, dem Zweck und der Person des Bauherrn angepasste, überlegte Konzeption eine eigene Prägung zu geben, die es in den Rang eines selbständigen Werks hebt und zu einem Dokument der Entwicklungsgeschichte dieses Wohnhaus-Typus sowie der Idealvorstellungen individuellen Wohnens der gehobenen Mittelschicht macht. |
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| Denkmal für die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges 1870/71 | Schloßgasse 54 (Karte) |
Granitstele mit gegossenem Adler auf Weltkugel, von W. Sommer, Schriesheim, 1905, an dieser Stelle neu aufgestellt 1977
Das Denkmal ist ein in Form und Symbolik zeittypisches Zeugnis der Erinnerungskultur und der Geschichte von Lützelsachsen. |
98382041 | ||
| Wohnhaus | Sommergasse 47 (Karte) |
Zweigeschossiges, traufständiges, verputztes Massivgebäude mit Satteldach, Tordurchfahrt, am Holzbalken der Tordurchfahrt bezeichnet 1854
Das Gebäude ist, errichtet in Massivbauweise statt der über Jahrhunderte angewandten Fachwerktechnik, charakteristisch für den Ausbau von Lützelsachsen nach der Mitte des 19. Jahrhunderts. |
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| Wohnhaus | Sommergasse 52 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, massives Erd- bzw. Kellergeschoss, Fachwerkobergeschoss und -giebel, bezeichnet im Kellerbogen 1580
Das hohe Alter des Hausgerüstes, das in das späte 16. Jahrhundert datiert, begründet seinen baugeschichtlichen Zeugniswert: Die Datierung 1580 im Kellerportalgewände findet sich in der charakteristischen Fachwerkonstruktion mit Schwelle-Rähm-Streben in den Seitenwänden und über zwei Drittel hohen Streben mit Kopfwinkelhölzern in der Giebelfront bestätigt. Es handelt sich damit um das mit Abstand älteste Gebäude in Lützelsachsen. Zudem sind entwicklungsgeschichtliche Aspekte von Interesse, so veranschaulicht das giebelständige Wohnstallhaus einen im Ort mittlerweile seltenen Gehöfttypus, der im 18. Jahrhundert von traufständigen Torfahrthäusern mit einzeln stehenden Ökonomiegebäuden abgelöst wurde. Die künstlerische Bedeutung zeigt sich in den reichen Zierfiguren der Fachwerkfront zur Straße und der ebenfalls auf Ansicht gestalteten Westseite, die u. a. mit genasten Viertelkreisbögen und Rauten in den Brüstungsgefachen aufwarten. Sie veranschaulichen den repräsentativen Anspruch des damaligen Bauherrn und lassen auf eine gehobene soziale Schicht schließen. |
98381694 | ||
Weitere Bilder |
Rathaus | Sommergasse 65 (Karte) |
Traufständiges, zweigeschossiges, verputztes Gebäude, Satteldach mit Dachreiter, großes Uhrzifferblatt im Ostgiebel, Straßendurchfahrt, 1688 erbaut, 1808 Umbau
Die jüngere Straßendurchfahrt steht wohl an der Stelle, an der sich schon 1606 das Rathaus befand. Das heutige Gebäude wurde nach der Zerstörung von 1674 durch die Franzosen unter Turenne im Niederländisch-Französischen Krieg 1688 neu erbaut und 1808 umgebaut. Das ehemalige Rathaus zeichnet so zentrale Ereignisse und Phasen der Ortsgeschichte nach, prägt die Ortsmitte und ist das Wahrzeichen von Lützelsachsen. |
98381707 ( | |
| Wohnhaus | Sommergasse 86 (Karte) |
Traufständig, zweigeschossig mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, Ende 18. Jahrhundert
Das kleine Fachwerknebengebäude veranschaulicht den Ausbau in der Ortsmitte gegen Ende des 18. Jahrhunderts und die bescheidenen Wohnverhältnisse einer weniger hochgestellten sozialen Schicht. |
98381724 | ||
| Wohnhaus | Sommergasse 87 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, am Eckpfosten bezeichnet 1760
Das Gebäude ist (orts-)baugeschichtlich von Interesse, ist es doch ein für Lützelsachsen charakteristisches Beispiel für den Ausbau in Ortsmitte zu Beginn der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. |
98381740 | ||
| Wohnhaus | Sommergasse (Karte) |
Zweigeschossiges, verputztes, traufständiges Fachwerkhaus, Erdgeschoss massiv unterfangen, Tordurchfahrt, um 1800 erbaut
Das traufständige Gebäude ist ortstypisch für den Ausbau in Ortsmitte in der altbewährten Fachwerkbauweise um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert und insofern aufschlussreich für die (Orts-)Baugeschichte. |
98381777 | ||
| Wohnhaus | Sommergasse 95 (Karte) |
Giebelständig, zweigeschossig mit Satteldach, verputzt, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, am Eckpfosten bezeichnet 1672 | 98381787 | ||
| Zwei Mühlsteine | Weinheimer Straße (Karte) |
Um 1750
Die beiden Mühlsteine stammen von der Ölmühle Koenen in der Weinheimer Str. 24. Sie bezeugen das einst in Lützelsachsen ansässige Müllershandwerk und bilden damit einen Teil der lokalen Wirtschaftsgeschichte ab. |
98381809 | ||
Weitere Bilder |
Ev. Kirche | Weinheimer Straße 13 (Karte) |
Dreiachsiger Saalbau mit dreiseitigem Chor, massiv, verputzt, 1772/74 Turm mit Haube und Laterne, 1908
Mit ihrem barocken Schiff und Chor sowie ihrem neubarocken Turm spiegelt die Kirche anschaulich wichtige stilgeschichtliche Phasen des Sakralbaus wider. Als Zentrum der religiösen Gemeinde in dem durch die Zugehörigkeit zur Kurpfalz primär evangelisch geprägten Ort ist sie zudem ein bedeutendes kirchen- und ortsgeschichtliches Dokument. |
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| Hofanlage | Weinheimer Straße 17 (Karte) |
Bestehend aus: zweigeschossiges, traufständiges verputztes Wohnhaus, Satteldach, bezeichnet am Ohrenportal 1731, um korbbogige Hofdurchfahrt erweitert, 1761; Scheune am Kellerportal bezeichnet 1706
Die Hofanlage veranschaulicht exemplarisch den Typus eines wohlhabenden bäuerlichen Anwesens und bezeugt die lokale bauliche Entwicklung im Laufe des 18. Jahrhunderts bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Zudem ist sie ortsbaugeschichtlich von Interesse, dokumentiert sie doch als für Lützelsachsen typisches Beispiel den Ausbau der Hauptstraße. |
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| Wohnhaus | Weinheimer Straße 32 (Karte) |
Giebelständig, eineinhalbgeschossig mit Satteldach, Zwerchhaus, Fachwerk, verputzt, 18./19. Jahrhundert
Das Wohngebäude mit Baubestand aus dem 18. und 19. Jahrhundert repräsentiert die Bebauung der Hauptstraße in ortstypischer Fachwerktechnik, die sich über Jahrhunderte bewährte. |
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| Wohnhaus Abel | Weinheimer Straße 97 (Karte) |
Auf asymmetrischem Grundriss eingeschossiger, verputzter Bau mit flachen Pultdächern, gut überlieferte Innenausstattung und Baudetails; zugehöriger Garten; Entwurf Adolf und dessen Sohn Alfred Abel, 1959
Als Architektenhaus zählt der Bau zu den modernen 1950er-Jahre-Wohnbauten, in denen die Architekten ihre Vorstellungen am deutlichsten und reinsten umsetzen konnten: Hier greifen sie typische gestalterische Elemente der späten 1950er-Jahre wie Flach- bzw. Pultdächer, asymmetrische Grundrisse und Materialvielfalt auf und finden dabei gleichzeitig zu einem völlig eigenständigen Entwurf. Seine architekturhistorischen Wurzeln liegen in den 1920er-Jahren, zugleich wird aber der Einfluss des amerikanischen Bungalow deutlich. Neben seinem ungewöhnlichen äußeren Erscheinungsbild zeichnet sich der Bau durch eine außergewöhnlich vornehme Innenausstattung aus, die den künstlerischen Anspruch und die Anforderungen an den Wohnkomfort widerspiegelt. |
98382023 | ||
| Hofanlage | Wintergasse 49 (Karte) |
Bestehend aus: zweigeschossiges massives Wohnhaus mit Mansarddach, 1737 (i); kleineres Fachwerknebengebäude; Bruchsteinscheune, 19. Jahrhundert; Kelleranlage; Hoffläche; Teile der Einfriedung
Der Hof der Vogtsjunker wird erstmals 1606 erwähnt. Als freiadeliges Gut war er keiner Dienstbarkeit unterworfen. Das heutige Gebäude von 1737 ist daher nicht nur ein bedeutendes architekturgeschichtliches Zeugnis, sondern auch und vor allem ein Dokument der lokalen Herrschaftsgeschichte. |
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| Hofanlage | Wintergasse 50 (Karte) |
Bestehend aus: eingeschossiges, massives, verputztes Wohngebäude, Rechteckfenster und Halb- bzw. Viertelkreisfenster im Giebel; Scheune und Nebengebäude; 19. Jahrhundert
Das Anwesen ist lokaltypisch für einen mittleren Bauernhof im frühen 19. Jahrhundert. Es veranschaulicht die damaligen Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse der Landwirtschaft betreibenden ländlichen Bevölkerung im kurpfälzischen Raum. |
98382070 | ||
| Lutherische Kirche und Synagoge | Wintergasse 55 (Karte) |
Heute Wohnhaus, zweigeschossig, Satteldach, dreiseitiger Chorschluss, 1811 erbaut, 1823 privatisiert, 1840–1938 Synagoge
Die lutherische Gemeinde ersteigerte 1810 die zum Abbruch bestimmte Deutschordenskapelle in Weinheim und baute sie 1811 als lutherische Kirche in Lützelsachsen wieder auf. 1840 wurde der durch die Union der evangelischen Kirchen überflüssige Sakralbau als Synagoge eingerichtet, nachdem sie 1823 privatisiert und zu Wohnungen umgebaut worden war. Nach Auflösung der jüdischen Gemeinde wurde sie 1938 verkauft und wird seither wieder als Wohngebäude genutzt. Der dreiseitige Chorschluss und ein Lamm mit Fahne deuten auf die einstige Bestimmung hin. Das Gebäude gibt Zeugnis von der einst blühenden jüdischen Gemeinde, die 1825 über 10 % der hiesigen Bevölkerung ausmachte und ist wichtig für die Religionsgeschichte Lützelsachsens. |
98382080 | ||
| Wohnhaus | Wintergasse 60 (Karte) |
Zweigeschossiger Werkstein-Klinkerbau mit Zeltdach, seitlich Risalit; Einfriedung mit Torpfeiler und Eisengitter, Ende 19. Jahrhundert
Das Wohngebäude wurde baukünstlerisch qualitätvoll in Klinkertechnik mit repräsentativer Werksteingliederung in Neurenaissanceformen errichtet und ist ein charakteristisches Beispiel für den Einzug städtischer Bauformen in ländliche Gegenden um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert |
98382091 | ||
| Wohnhaus | Wintergasse 62 (Karte) |
Zweigeschossiges, giebelständiges Massivhaus, Giebel mit Doppelrundbogenfenster, Satteldach, am seitlichen Portal bezeichnet 1862
Das am Portal in das Jahr 1862 datierte Gebäude ist (orts-)baugeschichtlich aufschlussreich: Es ist ortstypisch für den Ausbau nach der Mitte des 19. Jahrhunderts mit historisierenden stattlichen Bauten in Massivbauweise. |
98382104 | ||
| Wohnhaus | Wintergasse 82 (Karte) |
Giebelständiges, zweigeschossiges, verputztes Gebäude mit Satteldach, bezeichnet am seitlichen Oberlichtohrenportal 1764, Obergeschoss unter Verwendung von ohrenumrahmtem Fensters und Ovalfenster im Giebel aufgestockt, 19. Jahrhundert
Das Gebäude veranschaulicht die Vermehrung des Wohnungsbestandes im 19. Jahrhundert unter Weiterverwendung intakter massiver Bausubstanz des 18. Jahrhunderts. Es ist daher (orts-)baugeschichtlich aufschlussreich. |
98382132 |
Oberflockenbach
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Steinkreuz | Alte Straße 27 (Karte) |
Buntsandstein, im Kopfbalken Sense, im Querbalken Pflug, 15./16. Jahrhundert
Das Steinkreuz mit einer Sense im Kopfbalken und einem Pflug im Querbalken, ein ortsgeschichtliches Dokument, stand früher südlich der Landstraße nach Oberflockenbach an der Abzweigung des Weges zum Rothbuckel. Hier sollen sich zwei Bauern gegenseitig totgeschlagen haben. Als Sühnekreuz ist das Objekt Zeugnis der Rechtsgeschichte, da mittelalterliche Sühneverträge nach Totschlag u. a. die Aufstellung solcher Kreuze vorsahen. |
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| Kath. Kirche Herz Jesu | Am Hummelberg 3 (Karte) |
Quadratischer Zentralbau, zu einem Achteck zulaufend, Chorbereich, Eingang und Campanile als einzelne Baukörper an Zentralbau angefügt, Zeltdach, massiv, verputzt, nach Plänen der Architekten Albert Boßlet und Erwin van Aaken, 1957
Die Kirche Herz Jesu war das letzte Kirchenprojekt, den Albert Boßlet (1880–1957) verwirklichen konnte. Es handelt sich um ein sehr gut erhaltenes und baukünstlerisch sehr qualitätvolles Beispiel der Sakralbaukunst der 1950er-Jahre, das aussagekräftig sowohl für die Architektur- und Kunst- als auch für die Kirchengeschichte von Oberflockenbach ist. |
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| Speichergebäude (heute Wohnhaus) | Bärsbacher Weg (Karte) |
Fachwerkgebäude, massiver Keller, Satteldach, 1772
Von der alten Bebauung des Scheuermannshofs hat sich noch der an den Berg gelehnte sog. “Bau” des späten 16. Jahrhunderts erhalten. Über dem massiven Keller liegt das ehemalige Speichergeschoss in Fachwerkkonstruktion, das später zum Wohnhaus umfunktioniert wurde. Das Gebäude dokumentiert so die Entwicklung des Bautypus und ist ein Zeugnis der lokalen Tradition, denn der “Bau” war typischer Bestandteil jedes Odenwälder Hofes. |
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| Hofanlage | Bärsbacher Weg 44 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, eingeschossiges, massives, verputztes Gebäude mit Satteldach, Fachwerkgiebel, Segmentbogenfenster; Nebengebäude (Speicher), eingeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach, massives Untergeschoss, Ende 18. Jahrhundert
Die Gebäude bezeugen den bäuerlichen Charakter des Weilers im 18./19. Jahrhundert. Sie spiegeln die Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse der Landwirtschaft betreibenden Bewohner von Oberflockenbach in dieser Zeit wider. |
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| Hofanlage Atzelhof | Bildstockweg 7, 9 (Karte) |
Bestehend aus: eingeschossiges Fachwerkhaus mit Satteldach, massives Kellergeschoss mit zwei Steinsäulen und teilweiser Diamantquaderung, bezeichnet zwischen Fenstergruppe 1618; Scheune, Anfang 19. Jahrhundert; eingeschossiges Fachwerkhaus auf Hochkeller, Seitentreppe, an Eckpfosten bezeichnet 1822; zugehörig Wirtschaftsfläche
Die Gebäude des Atzelhofes bilden die eindrucksvollste Gebäudegruppe des Ortes und belegt die landwirtschaftliche Struktur Oberflockenbachs vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Die außergewöhnlich repräsentative Baugestalt des Hauptgebäudes bezeugt die hervorgehobene soziale Stellung des Erbauers. Haupt- und Nebengebäude bilden zusammen Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse dieses exemplarischen Hofes von der Frühen Neuzeit bis in die Biedermeierzeit ab. |
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| Gewölbekeller mit ornamentietem Rundbogenportal | Bildstockweg 8 (Karte) |
Portal bezeichnet 1616
Der gewölbte Keller stellt einen der ältesten erhaltenen Bauteile des Ortes dar. Er ist aber nicht nur ein Dokument der frühesten Ortsgeschichte, sondern mit der Ornamentierung des Portals in Renaissanceformen auch ein bau- bzw. stilgeschichtliches Zeugnis. |
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Weitere Bilder |
Aussichtsturm | Eichelberg 1 (Karte) |
Odenwälder Granitbossen, auf quadratischem Grundriss, 1911, oberer Teil nach Kriegsbeschädigung modern ausgebaut
Der Aussichtsturm wurde 1911 von der Sektion Mannheim des Odenwaldvereines erbaut. Er ist ein markantes Zeichen in der Berglandschaft und Beispiel der touristischen und wissenschaftlichen Erschließung des Odenwaldes um die Wende zum 20. Jahrhundert. |
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| Schule | Großsachsener Straße 22 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau mit Walmdach, Werkstein, verputzt, ornamentiertes Portalgewände, Treppe mit abgewalmter Überdachung auf Säulen, 1911/1912
Das im historisierenden Stil mit neubarocken Motiven erbaute Schulgebäude ist das erste dieser Gattung im Ort und bezeugt den ländlichen Schulhausbau mit in die Landschaft eingepassten Bauten vor dem Ersten Weltkrieg. |
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| Altenteil des Schollenberger Hofs | Großsachsener Straße 24 (Karte) |
Fachwerkhaus, Giebel verschindelt, bezeichnet 1815
Das kleine Wohnhaus war Teil einer landschafts- und ortstypischen Hofanlage, die einen größeren Bauernhof im 18./19. Jahrhundert veranschaulichte. Als Gebäude für die ältere Generation bezeugt es anschaulich Sozialgeschichte. Anmerkung: Objekt nicht mehr vorhanden |
98382245 | ||
| Hofanlage | Kreisstraße 24 (Karte) |
Salbinger Hof, bestehend aus: Wohnhaus, giebelständig, zweigeschossig mit Satteldach, unverputztes Fachwerk, an der Eingangstür des Wohnhauses bezeichnet 1811; Stallteil, 1716 (i); Wirtschaftsgebäude aus Fachwerk: Scheune und Schuppen; hauptsächlich 18./19. Jahrhundert
Der Salbinger Hof bzw. das Gut ist eine der besterhaltenen landschaftsprägenden und -typischen Hofanlagen im Odenwald, die zu einer in sich geschlossenen Blockflur aus Äckern, Wiesen und Wald gehört und an deren Rand liegt, was die Bewirtschaftung erleichtert. Die Anlage ist einer von sieben im 19. Jahrhundert in Wünschmichelbach vorhandenen Höfen und spiegelt anschaulich die vorindustriellen Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse wider. |
98382485 | ||
| Hofanlage | Oberflockenbacher Straße 2 (Karte) |
Bestehend aus: eingeschossiges Wohnstallgebäude, massiver Stallteil, sonst Fachwerk, am Kellerportal bezeichnet 1846; Fachwerkscheune, Anfang 19. Jahrhundert
Die Anlage ist einer von zwei Höfen, die auch heute noch das Gesicht des einstigen Bauernweilers prägen. Sie veranschaulichen die landwirtschaftliche Prägung des Ortes und das Wohnen und Wirtschaften im 19. Jahrhundert. |
98382376 | ||
| Brunnenschale | Oberflockenbacher Straße 9 (Karte) |
Granit, Durchmesser 4,20 m, Gewicht ca. 15 t, 1891, 1979 an diesen Standort versetzt
Die aus einem Stein gehauene Granitschale zeichnet eine kuriose Episode der Lokalgeschichte nach: Sie war für die Wasserspiele am Mannheimer Wasserturm bestimmt, konnte aber seinerzeit wegen zu geringer Tragkraft von Fuhrwerken und Brücken nicht dorthin transportiert werden. |
98382390 | ||
| Kreuz und Fragment eines Kreuzes | Oberflockenbacher Straße (Karte) |
Buntsandstein, 15./16. Jahrhundert
Die Sühnekreuze sind anschauliche Zeugnisse der Orts- und insbesondere der Rechtsgeschichte, da mittelalterliche Sühneverträge nach Totschlag u. a. die Aufstellung solcher Kreuze vorsahen. |
98382355 | ||
| Rathaus | Steinklingener Straße 4 (Karte) |
Zweigeschossiger, verputzter Werksteinbau mit Sandsteingliederung, Satteldach mit Dachreiter, Mittelrisalit, 1901, zweiachsiger Anbau für die Feuerwehr in der frühen Nachkriegszeit angepasst
Das im historisierenden Stil mit neugotischen Motiven gestaltete Rathaus bezeugt den Einfluss städtischer Architektur auf den ländlichen Raum. Mit seinem repräsentativen Äußeren und seiner zentralen Lage dokumentiert es die einstige Selbständigkeit des Ortes. |
98382272 |
Rippenweier
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Sog. Hessenmühle | Odenwaldstraße 2 (Karte) |
Bestehend aus: Wohngebäude, eingeschossig mit Satteldach, unverputztes Fachwerk; Scheune; Nebengebäude mit Schweineställen, zum Teil in Fachwerk; Hofraum; 18. Jahrhundert
Die ehemalige Hessenmühle ist ein wichtiges orts- und wirtschaftsgeschichtliches Zeugnis: Sie geht wohl mindestens bis ins späte Mittelalter zurück, 1545 ist sie erstmals bezeugt, im Dreißigjährigen Krieg wurde sie demoliert und war gegen Ende des 17. Jahrhunderts wieder und bis 1944 in Betrieb. Nachdem sie bereits 1765 auch als Kupferschmelze und Papiermühle diente, erhielt sie 1787 die Konzession für ein zweites Rad. Die um den Hof gelagerten Wohn- und Ökonomiegebäude machen sie zu einer exemplarischen Mühlenanlage des 18. Jahrhunderts, die durch Fachwerkbauteile geprägt ist. Landschaftstypische Konstruktionsweise und Anlage machen die Mühle bau- und typengeschichtlich aufschlussreich. |
98382517 | ||
| Steinkreuz mit Lilie und kleinen Kreuzen | Odenwaldstraße (Karte) |
16. Jahrhundert
An der südlichen Einfriedigungsmauer des Friedhofs steht ein mittelalterliches Steinkreuz. Es ist anschauliches Zeugnis der Rechtsgeschichte, denn die Errichtung solcher Kreuze war Teil von Sühneverträgen, die nach Vergehen wie Totschlag zwischen den verfeindeten Parteien aufgestellt wurden. |
98382551 | ||
Weitere Bilder |
Kirche | Odenwaldstraße 4 (Karte) |
Ehem. kath. Kirche, dann Simultan-, heute ev. Kirche, flachgedeckter Saal mit Krüppelwalmdach, polygonal geschlossener Chor mit Strebepfeilern, daran seitlich anschließend Turm mit Spitzhaube, Chor und der Langhausostteil 1. Hälfte 14. Jahrhundert, Glockenturm 15. Jahrhundert, Langhaus 1788/89 nach Westen verlängert, Deckenmalerei; zugehörig alte Friedhofsmauer mit Bestand vom 15.–18. Jahrhundert
Die mittelalterliche Kirche ist das dominierende Bauwerk, das dieses Tal prägt. Mit ihren Bauphasen veranschaulicht sie Sakralbaugeschichte im ländlichen Raum: Die ältesten Bestandteile gehen in die 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts zurück. Der Chor und der Langhausostteil stammen von dieser Kapelle, die 1496 im Wormser Synodale bezeugt ist. An den Chor wurde im 15. Jahrhundert ein Glockenturm angebaut. Das Langhaus wurde 1788/89 nach Westen verlängert und erhielt neue Fenster. Als zeitweise simultan genutzte und heute evangelische Kirche bildet sie zudem die wechselvolle konfessionelle Entwicklung im Ort ab. |
98382534 ( | |
| Wohngebäude | Odenwaldstraße 32 (Karte) |
Traufständig, zweigeschossig, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, Satteldach zur Scheune abgewalmt, 1874
Das Gebäude ist aussagekräftig für die Baugeschichte von Rippenweier: Es handelt sich um ein ortstypisches Beispiel aus der letzten großen Epoche des Fachwerkbaues in der Zeit des Historismus. |
98382580 | ||
| Wohnhaus | Odenwaldstraße 55 (Karte) |
Früher eingeschossig, heute zweigeschossig mit massivem Untergeschoss und teilweise massivem, teilweise in Fachwerk ausgeführtem Obergeschoss
Die Fachwerkteile, besonders die der Giebelseite, bezeugen eine über Jahrhunderte bewährte orts- und landschaftstypische Bauweise. |
98382495 | ||
| Gasthaus Zum Jöste Andres | Ritschweierer Weg 12 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, teils Fachwerk, weitgehend verputzt, verschindelt, am Kellergewände bezeichnet 1798
Das Gasthaus ist orts- und landschaftstypisch für ein Gebäude um 1800. Neben seiner baugeschichtlichen Bedeutung besitzt es über seine Funktion auch sozial- und ortsgeschichtlichen Zeugniswert. |
98382607 | ||
| Wegweiser | Ursenbacher Höhe 1 (Karte) |
Mit den Richtungen nach Ursenbach, Rippenweier, Lampenhain und Heiligkreuzsteinach versehen, 1898
Der Wegweiser von 1898 an der erst 1895/96 ausgebauten Straße bezeugt die Verkehrsverhältnisse in dieser abseits gelegenen Gegend um 1900. |
98382508 |
Ritschweier
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Rathaus und Feuerwehrturm | Hohensachsener Straße 5 (Karte) |
Zweigeschossiges Rathaus, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, Krüppelwalmdach, 1949 erbaut, gegenüberliegender Feuerwehr- und Glockenturm, Holzbauweise, 1951 erbaut, Glocke von 1908
Das Rathaus und der Feuerwehrturm sind anschauliche Beispiele von Vertretern dieser Bauaufgabe aus dem 20. Jahrhundert in Anpassung an die landwirtschaftlichen und örtlichen Gegebenheiten. Als zentraler Ort der kommunalen Selbstverwaltung ist das Rathaus zudem von Interesse für die geschichtliche Entwicklung Ritschweiers. |
98382752 | ||
| Wohnstallhaus | Hohensachsener Straße 6 (Karte) |
Giebelständiges, eingeschossiges Gebäude mit Satteldach, Fachwerk über massivem Kellergeschoss, am Kellerbogen bezeichnet 1839
Das Gebäude ist als Beispiel für das Weiterleben eines sehr alten Haustypus im frühen 19. Jahrhundert ortstypisch. Mit der Vereinigung von Wohn- und Ökonomieteilen unter einem Dach veranschaulicht es die damaligen Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse. |
98382777 | ||
| Wohnstallhaus | Hohensachsener Straße 12 (Karte) |
Traufständiges, eingeschossiges, massives Gebäude mit Satteldach, hohes Kellergeschoss, am Giebel bezeichnet 1835
Das Gebäude ist landschafts- und ortstypisch für das Weiterleben dieses Bautypus mit massivem Stallteil zu ebener Erde und den Wohnräumen darüber. Es macht die Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse der ländlichen Bevälkerung in dieser Gegend im frühen 19. Jahrhundert deutlich. |
98382791 | ||
| Hofanlage | Hohensachsener Straße 20 (Karte) |
U-förmig, bestehend aus: Wohnhaus, eingeschossiges, massives Giebelhaus, Kellergeschoss, an Kellerbogen und Hausecke bezeichnet 1848; rückwärtiges Wohn- und Stallgebäude, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk; Fachwerkscheune
Der Dreiseithof ist orts- und landschaftstypisch für den Übergang von der Fachwerkbauweise zur Massivbauweise um die Mitte des 19. Jahrhunderts. |
98382801 | ||
| Hofanlage | Oberkunzenbach 1 (Karte) |
Ehemals Weygoldtshof, bestehend aus: Wohnhaus, eingeschossiges Fachwerkgebäude mit Kellergeschoss und Stallteil, Satteldach, dreigeschossiger Giebel, am Giebel bezeichnet 1811 und am Kellertorbogen 1750; Nebengebäude und Scheune, 1807; Brunnenstock mit Brunnentrog; Torpfosten, 1780 (i)
Der ehemalige Weygoldtshof bietet ein sehr anschauliches Beispiel eines landschaftstypischen Odenwälder Gehöftes aus dem frühen 19. Jahrhundert. Er veranschaulicht traditionelle Bauformen, aber ebenso die damaligen Wohn- und Wirtschaftsweisen. |
98382821 | ||
| Bildstock | Erdmanns-Gut (Karte) |
Quadratischer Stock mit abgefasten Kanten, wohl 15./16. Jahrhundert
Der vielleicht noch spätgotische Bildstock im Gewann „Am Kalten Stein“ steht in einer alten Tradition der Frömmigkeitsbezeugung. Wie andere Kleindenkmale verdeutlicht der für die private oder die Andacht bei Prozessionen errichtete Bildstock die katholische Prägung der Gegend. |
98382811 |
Sulzbach
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Ehrenmal für die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges 1870/71 | Bachgasse 2 (Karte) |
Obelisk aus schwarzem Granit mit bekröndendem Adler, im Sockel Relief mit gekreuzten Fahnen, 1903 errichtet
Das Denkmal ist ein Zeugnis der Erinnerungskultur und zeichnet ein Stück Geschichte Sulzbachs nach. |
98382842 | ||
| Katholische Kapelle | Bachgasse 17 (Karte) |
Kleiner massiver Rechteckbau mit Dreiseitschluss, großer verschieferter Dachreiter, über dem Eingang Nische, um 1750 errichtet, 1898 renoviert
Die Kapelle dient seit dem 18. Jahrhundert der Andacht, besitzt aber keinen Patron und kein Zelebrationsrecht. Sie ist Teil der Konfessionsgeschichte des Dorfes und dokumentiert den Einfluss der Katholiken in der Zeit nach dem Erbfolgekrieg. |
98382832 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche Herz Mariä | Gartenstraße 6 (Karte) |
Saalkirche mit geradem Chorschluss, seitlich stehender Glockenturm, von Anton Ohnmacht und Fritz Meixner vom Erzbischöflichen Bauamt Heidelberg geplant und erstellt, 1954–1955, Erweiterung der Sakristei, 1981, Umgestaltung der Außenanlage, 1988, Chorgemälde von Edzard Seeger und Fenster nach seinem Entwurf, ausgeführt von Peter Meysen, Heidelberg, Tabernakel, Kruzifix, Leuchter, Ewiges Licht und Taufsteindeckel von Nikolaus Epp
Der Kirchenbau ist ein gut erhaltenes Beispiel der nach dem Zweiten Weltkrieg auch unter dem Eindruck des Bevölkerungszuzugs nötig gewordenen Kirchenneubauten. Das in vornehmer Schlichtheit und Helligkeit entworfene und gestaltete Gebäude inszeniert in seiner qualitätvoll-zurückhaltenden Ausstattung, seiner schlichten, geradlinigen Raumgestaltung (flache Decke, Verzicht auf Seitenschiffe, gerader Chorschluss) die gewollte Konzentration der Gläubigen auf Gebet und Liturgie. Der Kirchenbau dokumentiert in seiner konkreten, auch ortsgeschichtlich bedeutsamen Gestalt die Religiosität und das ihr gemäße pietätvolle Kunstempfinden in den Jahren des Wiederaufbaus und des gesellschaftlichen Neubeginns nach 1945. |
99466084 ( | |
| Gasthaus Zur Krone | Nördliche Bergstraße 17 (Karte) |
Traufständig, zweigeschossig mit Satteldach, Blendsteinbau mit Sandsteingliederung, Erdgeschoss Segmentbogen-, Obergeschoss Rechteckfenster mit Kielbogenverzierung in den Stürzen, Staffelgiebelrisalit auf Rundbogenfries mit reich umrahmtem Triforium im Obergeschoss und einfacherem Triforium im Giebel, Ende 19. Jahrhundert
Das im historisierenden Stil gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Gasthaus bezeugt die Bedeutung des Durchgangsverkehrs auf der Bergstraße in der Gründerzeit und ist das wichtigste private Bauwerk dieser Stilepoche im Ort. |
98382885 | ||
| Gasthaus Zum schwarzen Ochsen | Nördliche Bergstraße 26 (Karte) |
Giebelständiges, zweigeschossiges, verputztes Gebäude mit Krüppelwalmdach, über massivem Erdgeschoss Fachwerk, 2. Hälfte 18. Jahrhundert; rückwärtig Saalbau, um 1910; Torbogen
Das mit neubarocken Formen gestaltete Gebäude bezeugt die Bedeutung Sulzbachs für den Durchgangsverkehr auf der Bergstraße in der 2. Hälfte de 18. Jahrhunderts und die Anpassung an die Anforderungen des Publikums im Gründerzeitalter. |
98382893 | ||
| Rathaus | Nördliche Bergstraße 37 (Karte) |
Giebelständiges, zweigeschossiges, massives Gebäude mit Krüppelwalmdach, drei Erdgeschoss-Arkaden, Rundbogendenster, Dachreiter, seitliches Korgbogentor, 1836 erbaut
Das in zeittypischer Formensprache errichtete, architektonisch qualitätvolle Rathaus ist ein bedeutendes Dokument für die Entwicklungsgeschichte Sulbachs, markiert es doch dessen Eigenständigkeit: Bereits 1812 hatte sich der Ort erfolgreich von Hemsbach getrennt, und es kamen Pläne für ein eigenes Rathaus auf. Doch erst 1836 konnte es verwirklicht werden und demonstriert selbstbewusst, prominent an der bereits zu dieser Zeit als wichtige Durchgangsroute fungierenden Hauptstraße gelegen, die nunmehr eigenständige kommunale Verwaltung. |
98382913 | ||
| Wohnhaus | Nördliche Bergstraße 45 (Karte) |
Zweigeschossiger, giebelständiger, verputzter Werksteinbau, rote Sandsteingliederung, Fachwerkgiebel, um 1900
Das um 1900 in historisierenden Formen unter Einfluss der Heimatschutzarchitektur errichtete Gebäude zeigt das Vordringen städtischer Bauformen in die Dörfer während der Gründerzeit. |
98382936 | ||
| Schule | Nördliche Bergstraße 59 (Karte) |
Zweiflügeliger, zweigeschossiger, verputzter Werksteinbau, Sandsteingliederung, zwei Schweifgiebel, Tordurchfahrt, 1901 erbaut
Das ehemalige Schulgebäude wurde bis in die 1960er-Jahre in seiner ursprünglichen Funktion genutzt und hat somit große Bedeutung für die Geschichte des Ortes. Es ist eines der das Ortsbild prägenden Gebäude. Mit den neubarocken Formen den Einfluss städtischer Architekturströmungen auf dem Land belegend, ist es darüber hinaus ein baugeschichtliches Zeugnis. |
98382946 | ||
| Friedhofskreuz | Nördliche Bergstraße 85 (Karte) |
Sandsteinsockel von einem Vorgänger wiederverwendet, Kruzifix aus rotem Sandstein, der Corpus und die Kreuzesendigungen (Kugeln) aus Bronzeguss, wohl um 1910
Sulzbach hatte bis 1910 keinen eigenen Friedhof. Damals wurde für das Friedhofskreuz ein Sandsteinsockel eines älteren Wegkreuzes verwandt. Ungewöhnlich sind die Kugelendigungen und die Materialität aus Bronze. Kreuze in dieser Technik und Ausführung sind relativ selten erhalten, wodurch das Beispiel in Sulzbach künstlerisch wie typengeschichtlich von Interesse ist. |
98382958 |
Weinheim
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Ev. Markuskirche mit Gemeindesaal und Turm | Ahornstraße (Karte) |
Basilika mit rechtwinklig anschließendem Seitenbau, Glockenturm vom Hauptgebäude abgerückt und durch offenen Gang damit verbunden, Sichtbeton, bauzeitliche Innenausstattung, u. a. Glasfenster nach Entwürfen von Klaus Arnold, durch Architekt Gerhard Hauss, Heidelberg, 1952–1957 (a)
Der Baukomplex der Markuskirche entspricht in seiner klaren Kubatur mit separat stehendem Turm dem zeittypischen Kirchenbau der Nachkriegszeit. Der dominante, phantasievolle Gebrauch des Sichtbetons, auch in der Kombination mit betont einfachen Holzeinbauten, weist bereits in die Architektur der 1960er-Jahre voraus, ebenso das dem Sakralraum zuschaltbare oder separat nutzbare Gemeindezentrum. Die gesamte Anlage, konzipiert in schlichten Formen und ausgeführt in für die Zeit charakteristischen Materialien, dokumentiert die zeitgenössischen ästhetischen Vorgaben an den Kirchenbau. Auch die qualitätvolle Ausstattung, u. a. die Seitenwände aus Betonglasfenstern, veranschaulichen Strömungen in der sakralen Kunst der Nachkriegsmoderne. So ist die Markuskirche bau-, kunst- und liturgiegeschichtliches Zeugnis zugleich und zeichnet darüber hinaus als katholischer Nachkriegs-Neubau die kirchliche bzw. konfessionelle Entwicklung Weinheims nach. |
98371167 | ||
| Villa Sonneck mit Garten | Albert-Ludwig-Grimm-Straße 5 (Karte) |
Zweieinhalbgeschossiger Werkstein-Putzbau mit Eckpilastern, Seitenturm und Wintergarten, erbaut für Fabrikant Freudenberg, 1906 (a)
Die Villa Sonneck ist ein für Weinheim herausragendes Beispiel einer großbürgerlichen Villa im historisierenden Stil, die in den äußeren Grundformen dem Typus einer italienischen Villa folgt. Die stilistischen Einzelheiten zeigen das flache Relief des späten strengen Jugendstils. Der mit reicher Sandsteingliederung ausgestattete Bau macht den vornehmen, überdurchschnittlichen Anspruch des Bauherrn und ursprünglichen Eigentümers auch heute noch deutlich. Die Villa gibt das herausragende künstlerische Wollen des Architekten wieder. In Weinheim sind vergleichbare baukünstlerische und baugestaltende Leistungen nicht häufig. Der Bauherr Freudenberg war einer der bekanntesten Weinheimer Fabrikanten, der die Grundlage zu der noch heute in Weinheim blühenden Industrie legte und untrennbar mit der Geschichte der Stadt verbunden ist. Die Villa ist die bauliche Selbstdarstellung des Bauherrn und sozialgeschichtliches Zeugnis der Kaiserzeit. |
98371186 | ||
| Verwaltungsgebäude der Gummifabrik Weisbrod und Seifert | Alte Landstraße 23, 25 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Mansarddach, dreigeschossiger Mittelrisalit mit Pilastergliederung und Dreiecksgiebel, seitliche Bogenöffnungen, Firmenzeichen im Giebel, erbaut nach Plänen von Hans Freyberg, 1923/24 (a)
Die 1896 gegründete Gummifabrik Weisbrod hatte ihren Hauptbetrieb in Weinheim. Sie wurde hier 1896 von Karl Weisbrod und Melchior Seifert gegründet. Das Bürogebäude mit dem Firmenzeichen im Giebel ist signifikant für den Verwaltungsbau eines mittleren Industriebetriebes nach dem Ersten Weltkrieg. Mit seinem dreigeschossigen Mittelrisalit tradiert der Bau die Formen einer von Barock und Frühklassizismus geprägten Reformarchitektur der Vorkriegszeit. Diese konservative Haltung und die Architektursprache in Anlehnnung an feudale Palaisbauten entspricht dem Selbstverständnis des Unternehmertums der Zeit als einer führenden gesellschaftlichen Elite. Der Bau hat damit sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung für Weinheim. |
98371198 | ||
| Wohnhaus | Alte Postgasse 3 (Karte) |
Zweigeschossig und traufständig, Satteldach, Erdgeschoss aus Bruchstein, Obergeschoss konstruktives Fachwerk, giebelseitig verschindelt, um 1748, am rückwärtigen Kellerportal bez. 1800 (i)
Das Gebäude, wohl ein Handwerkerhaus, ist mit seinem massiven Erdgeschoss wegen der Hochwassergefahr durch die Weschnitz ortstypisch für die Bebauung Ende des 18. Jahrhunderts in diesem Teil der Stadt. Denn die Bäche, die sich aus dem Odenwald in Richtung Rheinebene ergießen und durch die Siedlungen führen, bildeten bei Unwettern eine große Gefahr. Das Gebäude dokumentiert den Hausbau der Barockzeit und hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
98371225 | ||
| Wohnhaus | Alte Postgasse 5 (Karte) |
Zweigeschossiges Gebäude, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss und Trapezgiebel Fachwerk, Halbwalmdach, um 1758
Das um 1758 erbaute, breit gelagerte Bauernhaus ist charakteristisch für den Ausbau des Domhofviertels in Alt-Weinheim um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Es belegt frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und hat haus- und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
98371270 | ||
| Wohnhaus | Alte Postgasse 7, 7/1 (Karte) |
Zweigeschossig, Satteldach mit einseitigen Krüppelwalm, Erdgeschoss massiv und verputzt, Obergeschoss aus konstruktivem Fachwerk, um 1750
Das Gebäude ist ortstypisch für die giebelständige Bauweise Mitte des 18. Jahrhunderts im Areal von Alt-Weinheim rund um den einstigen sog. Domhof. Es belegt frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und hat haus- sowie ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
98371295 | ||
| Werderdenkmal | Alte Postgasse 40 (Karte) |
Weißer Sandstein mit eisernem Kreuz, von zwei Löwen flankiert, errichtet für General August von Werder und die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71, eingeweiht 1911 (a)
Zur Erinnerung an die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 wurde bei der Weschnitzbrücke ein Denkmal, das den Namen des preußischen Generals August von Werder (1808–1887) trägt, errichtet. Unter ihm dienten im XIV. Armeekorps vor allem badische Soldaten, welche von Werder bei Montbéliard 1871 siegreich gegen die Franzosen führte. Der monolithische Denkstein erinnert nicht nur an die beteiligten Soldaten aus Weinheim, sondern auch an deren preußischen Anführer und memoriert damit auch den Sieg über Frankreich und die daraus resultierende deutsche Reichsgründung in Versailles. Das Denkmal hat Bedeutung für die Entwicklung und Gestaltung von Kriegerdenkmälern im Kaiserreich und für die lokale, nationalpatriotisch gefärbte Gedenkkultur wie auch die damaligen Bemühungen um die Stadtverschönerung. |
98371437 | ||
| Patrizierhaus | Alte Postgasse 53, 55, 57, 59; Friedrichstraße 36 (Karte) |
Später Gasthof Goldener Bock, sog. Alte Post, mehrteiliger verputzter ein- bis dreigeschossiger Baukomplex aus traufständigen Häusern mit Satteldächern, Massiverdgeschosse, Obergeschosse in reichem Zierfachwerk, tlw. mit Vorkragungen, Hauptgebäude mit polygonalem Eckerker im Obergeschoss, Bauinschrift, errichtet für Ratsmitglied Rein. Görg, 1577–1582 (i), nach Brandzerstörung von Stall und Remisen langgestreckter Anbau parallel zur Weschnitz für Johann Hoppe durch die Zimmerleute Hans Pfister und Lenhart Schultz, 1684 (i), Ausbau zur Posthalterei mit Logierhaus für den kaiserl. Posthalter Hübsch, 1801 (a)
Der später als Gasthof und Posthalterei genutzte Komplex wurde ursprünglich als Wohnsitz eines Angehörigen der Weinheimer Oberschicht, den Ratsherrn, Kollektor und Präsenzmeister Görg erbaut. An ihn erinnert die steinernen Bauinschrift, welche ihm seine adelige Frau aus dem Geschlecht der Herren von Hirschhorn quasi als Epitaph in die Mauer des Hauptbaus setzen ließ, der mit seinem Eckerker ein charakteristisch herrschaftliches Element aufweist. Dieser setzt einen markanten Akzent im Straßenbild des Viertels. 1801–1840 beherbergte der Komplex die Posthalterei. Er ist ein vorzügliches Beispiel für den Fachwerkbau der Renaissance und zeigt mit dem großen Erweiterungsflügel von 1684, dass die Fachwerkformen des späteren 16. Jahrhunderts bis in die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg tradiert wurden. Der Baukomplex hat architektur-, sozial-, wirtschafts- und ortsbaugeschichtlich hohen Zeugniswert für Weinheim im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit. |
98371428 | ||
Weitere Bilder |
Bahnhof Weinheim | Bergstraße 43 (Karte) |
STREDA/VzG-Streckennummer 3601 bei Km 63,771, bestehend aus:
Mit dem Bahnanschluss nahm Weinheim wie viele Städte im 19. Jahrhundert einen rasanten Aufschwung. Der Anschluss an das Schienennetz erfolgte hier schon recht früh, nämlich 1846. Dieser war nicht nur für die Industrialisierung der alten Amtsstadt an der Bergstraße von Bedeutung, sondern auch für den wachsenden Tourismus entlang der klimatisch begünstigten Westflanke des Odenwaldes, wo viele Großstädter ihre Sommerfrische suchten. Stichstrecken wurden von hier aus in das Mittelgebirge geführt. Von den historischen Bahnanlagen zeugen im Wesentlichen noch die Unterführung des Hauptbahnhofs, die aufwendigen Bahnsteig-Einhausungen aus der Zeit um 1925, die Bahnmeisterei und der imposante Wasserturm. Er ist in seiner Gestaltung mit anderen Türmen, wie sie insbesondere für die Preußisch-Hessische Staatseisenbahn vor dem Ersten Weltkrieg erbaut wurden, zu vergleichen und als einziger Turm dieser Gattung im Rhein-Neckar-Kreis übriggeblieben, da er bis in die 1970er-Jahre für den Dampfbetrieb auf den von Weinheim ausgehenden Odenwaldstrecken benötigt wurde. Er steht als städtebaulicher Bezugspunkt in der Achse der die Weschnitz begleitenden Werderstraße und ist ein wichtiges Bauzeugnis der Eisenbahn- und Technikgeschichte. Die expressionistisch beeinflussten Bahnsteig-Einhausungen sind in ihrer außergewöhnlichen architektonischen Qualität von großer Seltenheit. Die Bahnmeisterei wurde 1875 als ergänzender Funktionsbau der Main-Neckar-Bahn errichtet. Der Bau umfasst noch Teile der urspr. Werkstatt, welche für die Instandhaltung der Signalanlagen, Weichen u.a. verantwortlich war. Einige der Verwaltungsräume wurden schon in den 1920er- und 1930er-Jahren zu Bahnwohnungen umgenutzt. Aus beiden historisch relevanten Phasen haben sich die Grundrissstrukturen und große Teile der festen Ausstattung erhalten. Die Anlagen haben daher wichtigen Zeugniswert für die Stadt-, Technik- und Eisenbahngeschichte. |
102206051 ( | |
| Hotel Prinz Wilhelm (heute Polizeiverwaltung) | Am Hauptbahnhof 4 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau, Mansarddach mit Halbwalmen, kleinem Turmerker und geschweiftem Zwerchgiebel, Fassadengliederung durch Lisenen und Eckquaderung, eingeschossiger polygonaler Standerker und Balkon, 1870, umgebaut 1907; daran anschließend Fassade des seitlichen Saalanbaus, dreigliedrig mit übergiebeltem Mittelrisalit, Pilastergliederung, 1892, umgebaut für die Finanzverwaltung, 1923 und 1928
Das Gebäude ist ein wichtiger städtebaulicher Teil der Bahnhofsplatzgestaltung gegen Ende der Gründerzeit und typisch für einen Hotelbau dieser Zeit in einer kleineren Industriestadt. Es belegt den wirtschaftlichen und touristischen Aufschwung, den Weinheim in Folge des Eisenbahnanschlusses an die Main-Neckar-Bahn 1846 nahm. |
98371457 | ||
| Villa mit Garten am Hang des Schlossbergs | Am Schloßberg 18 (Karte) |
Zweigeschossig mit verschiedenen Dachformen, hohes Kellergeschoss in Sichtsteinmauerwerk, Erdgeschoss massiv und verputzt, Obergeschoss in verschindeltem Fachwerk, polygonaler Standerker, Loggia, errichtet im Auftrag des Justizaktuars Karl Philipp Kraut nach Plänen von Adam Eberhardt durch die Firma Schröder & Barth, 1909/10 (a)
Der Schlossberghang entwickelte sich im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts zum bevorzugten Wohngebiet der bürgerlichen Gesellschaft von Weinheim. Die Villa Kraut war das vierte Bauwerk dieses Zuschnitts, das auf den Weinbergterrassen entstand. Es handelt sich um ein großes repräsentatives Wohnhaus, zu dem ein steiler Treppenaufgang mit Geländer und ein ehemals umfriedeter Vorgarten und ein Garten hinter dem Haus gehören. Der Architekt Adam Eberhardt entwarf es im sog. Landhaus-Stil, der im Sinne der Reformarchitektur die verspielte Formensprache des Späthistorismus um 1910 ablöste. Noch prägen Bossenquader, Polygonerker und Steilgiebel die Gestalt. Die Kubatur ist jedoch kompakter und die Detailausprägung sowie die Oberflächengestaltung folgen schon der Reformarchitektur, die in sich ruhiger und strenger war. Der historische Bestand ist im Wesentlichen anschaulich überliefert, auch haben sich zahlreiche bauzeitliche Details erhalten. Die Villa dokumentiert die Entwicklung der vornehmen Vorstadtbebauung in Weinheim, die sich am Schlosshang in besonders qualitätvoller Weise ausprägte. Die Architektur und die Ausstattung sind ein wertvolles Zeugnis der Wohnkultur der Jahrhundertwendezeit. Im Werk des Architekten Eberhardt steht die Villa Kraut für seine Hinwendung zur Reformarchitektur, mit der er auf die gesellschaftlichen Veränderungen des frühen 20. Jahrhunderts reagierte. |
110194021 | ||
| Wohn- und Geschäftsgebäude | Amtsgasse 1 (Karte) |
Dreigeschossiges Traufen-Eckhaus mit polygonalem Eckerker Mansarddach mit einseitigem Halbwalm, Ecklisenen, Eckeingang, geohrte profilierte Fenstergewände, am Erker Brüstungsrelief mit Lamm Gottes, erbaut für Johann Friedrich Hekher, 1733 (i), zweites Obergeschoss wohl später
Der Eckbau prägt mit seinem reich gestaltetten Polygonalerker das Straßenbild in entscheidender Weise, zumal er das gestalterische Gegenstück zum Eckerker des Deutschordenshauses gegenüber (Amtsgasse 2) bildet. Er ist ein anschauliches Beispiel für die gehobenen Bürgerhäuser der Barockzeit und zeugt mit seiner im Detail anspruchsvollen architektonischen Durchbildung vom Selbstbewusstein des Weinheimer Bürgertums im 18. Jahrhundert. Das Haus zählt zu den qualitätvollsten Privatbauten der Barockzeit in Weinheim und hat wichtige Bedeutung für die Sozial- und Stadtbaugeschichte. |
98371476 | ||
Weitere Bilder |
Deutschordenshaus (heute Museum) | Amtsgasse 2 (Karte) |
Zweigeschossige Zweiflügelanlage, verputzter Massivbau, Mansardwalmdächer mit profilierten Traufgesimsen, polygonaler Eckerker mit ornamentalen Brüstungsfeldern und Welscher Haube, Eckrustika, Fenster mit profilierten einfachen Ohrengewänden, im Erdgeschoss schmiedeeiserne Fensterkörbe, Korbbogenportal in Rustika, darüber Löwe mit Inschriftenkartusche und großes Deutschordenswappen in Kartusche, bauzeitliches beschnitztes Türblatt, neu erbaut unter Deutschmeister Ludwig von der Pfalz, 1710 (i) - um 1712, Keller mit älteren Bauteilen, rückwärtige Fachwerkgalerie verbrettert, 1811 (a)
Der Deutsche Orden ist in Weinheim erstmals 1273 urkundlich bezeugt. In diesem Jahr gestattete Pfalzgraf Ludwig II. dem Orden, eigene Hüter für seine Herden zu bestellen. Der Orden scheint hier also schon einige Zeit ansässig gewesen zu sein. Seine erste Niederlassung, aus adeligem Besitz gestiftet, lag außerhalb der Stadt wohl zwischen Weschnitz- und Gutleuthausstraße. Der Orden erhielt 1308 das Bürgerrecht in der Stadt Weinheim. 1310 überließ der Pfalzgraf den Ordensbrüdern ein Haus zu Lehen, das früher sein Vogt bewohnt hatte. Eine Kapelle wurde daneben unter Hochmeister Wolfram von Nellenbürg errichtet, sie lag im Bereich des heutigen Parkplatzes und wurde 1809 auf Abbruch versteigert, ihre Baumaterialien für die lutherische Kirche in Lützelsachsen verwendet. Unter Einbeziehung älterer Bauteile entstand dann Anfang des 18. Jahrhunderts ein repräsentativer barocker Neubau, der mit seinem polygonalen Eckerker stadtbildprägenden Charakter erhielt. Besonders eindrucksvoll stellt sich das Portal mit der Löwenfigur und dem großen Ordenswappen darüber von dem Mannheimer Bildhauer Georg Martin Bitterich dar. Mit ihm setzte sich der damalige Deutschmeister Franz Ludwig, der dem kurfürstlichen Haus angehörte, in der pfälzischen Stadt sichtbar in Szene. Das Gebäude ist wichtiges Zeugnis der Ordens- und Stadtgeschichte und ein charakteristisches Beispiel für die großen Barockbauten, die im Umfeld der Heidelberger und Mannheimer Architektur der Zeit zu sehen sind. |
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| Wohnhaus | Amtsgasse 4, 6 (Karte) |
Zweigeschossiger Traufenbau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv und verputzt, Obergeschoss aus Zierfachwerk mit genasten Streben in den Brüstungsfeldern, an der Brüstung Maske, geschnitzte Fensterrahmungen in Jugendstilformen, eisernes Tor mit Sonnendarstellung; erbaut 1726 (i), umgestaltet 1909 (i)
Das barockzeitliche Gebäude ist aufgrund seiner Dimensionen wohl einem Handwerker oder Weinbauern zuzuordnen. Es ist mit seiner Traufständigkeit ortstypisch für den Ausbau der Stadtmitte im 18. Jahrhundert. Gestalterische Qualitäten besitzt nicht nur das bauzeitliche Fachwerk, sondern auch der Umgang mit dem Gebäude zur Jugendstiolzeit, als man Fachwerkelemente wieder zu schätzen lernte. Die Fenster erhielten ornamentale Rahmungen, ein Schmuckstück ist das eiserne Tor mit der großen Sonne im Zentrum des Oberlichtgitters. Der Bau hat sozial- und stadtbaugeschichtliche Bedeutung. |
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| Wohnhaus | Amtsgasse 5 (Karte) |
Zweigeschossiges, traufständiges Fachwerkgebäude mit Satteldach, verputzt, Erdgeschoss straßenseitig massiv, am talseitigen Giebel Überreste eines Fenstererkers des 16./17. Jahrhunderts, zum Winkel Aborterker, kleiner Bogen über Winkel zum Nachbargebäude, profilierte barocke Fenster- und Türumrahmungen, bez. 1825
Das traufständige Gebäude dürfte entsprechend seiner Dimensionen einem Bauherrn aus dem Handwerkerstand zuzuschreiben sein. Im Kern datiert es wohl noch ins 16./17. Jahrhundert, die geohrten Fenster- und Türgewände im Erdgeschoss weisen auf einen Umbau in der Barockzeit hin, die dort angebrachte Datierung könnte nachträglich mit Bezug auf eine weitere Erneuerung angebracht worden sein, auch wenn barockes Formengut in der Region bis ins frühe 19. Jahrhundert verbreitet war. Besonders anschaulich überliefert ist der Winkel seitlich am Haus, auf den der Aborterker ausgerichtet ist. Der Bau veranschaulicht Lebens- und Wohnverhältnisse der Frühen Neuzeit und ist wichtiger Bestandteil der historischen Substanz Weinheims. |
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| Wohnhaus | Amtsgasse 8 (Karte) |
Dreigeschossiges Traufenhaus mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschosse Fachwerk verschiefert, Türblatt Ende 18. Jahrhundert, datiert am Kellereingang, 1630, Obergeschosse wohl 1745
Das traufständige Gebäude ist Teil einer relativ geschlossenen frühneuzeitlichen Hauszeile in der Amtsgasse, die wohl überwiegend von Handwerkern und Weingärtnern bewohnt war, wie die Dimensionen vermuten lassen. Im Kern reicht das Gebäude in die Reniassanceepoche zurück, die verschindelten Fachwerkobergeschosse zeugen vom barockzeitlichen Aus- und Umbau des Stadtzentrums im 18. Jahrhundert. Der Bau dokumentiert die Wohn- und Lebensverhältnisse in der Frühen Neuzeit und hat stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Villa mit Garten und Einfriedung | Babostraße 3 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, rundum weit überstehendes Walmdach mit Gauben, hohes Sockelgeschoss, Gliederung durch Gurt- und Sohlbankgesimse aus Kunststein, eingangsseitig Mitterisalit mit bis in den Giebel geführtem flachen Blendbogen, gartenseitig Pfeilerloggia mit Dachterrasse, bauzeitliche Ausstattungselemente, im Auftrag der Unternehmerfamilie Freudenberg auf dem Areal des Hermannshofes errichtet, 1926 (a)
Das Wohnhaus wurde im Auftrag der Familie Freudenberg errichtet. Der Baugrund wurde vom Hermannshof abgeteilt, das ehem. Gut der Reichsfreiherren von Babo, das Hermann Ernst Freudenberg 1888 erwarb, zu seinem Wohnsitz ausbaute und im Jahr 1900 in Hermannshof umbenannte. Der Entwurf zeigt eine klare Orientierung an Barock und Frühklassizismus. Die traditionsorientierte Formensprache wurde in für die Reformarchitektur charakteristischer Weise mit bautechnischer Modernität gepaart, die sich in der Verwendung neuartiger Materialien, technischen Einbauten und einer angepassten Grundrissdisposition zeigt. So galt die Verwendung von eingefärbtem und steinmetzmäßig überarbeitetem Kunststein anstelle von behauenem Natur-Sandstein als zeitgemäßer, adäquater Baustoff. Die Orientierung am Barockklassizismus ist nicht nur Ausdruck eines bauzeitlich modernen Baustils, er steht auch in Kontext mit der Auftraggeberfamilie Freudenberg, die in der Wirtschaftsgeschichte Weinheims eine große Rolle spielte. Die Beschäftigung der Freudenbergs mit dem Karlsruher Klassizismus mag die Stilwahl des wenige Jahre später vollendeten Neubaus beeinflusst haben. Das Wohnhaus ist ein charaktervolles Zeugnis der Baukultur der 1920er-Jahre in Weinheim. Der Auftraggeberfamilie Freudenberg galt es als Erweiterungsbau des Familiensitzes Hermannshof und steht mit diesem funktionshistorisch und stilistisch in Zusammenhang. |
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| Hermannshof mit Park (Sachgesamtheit): Herrenhaus (heute Seminar- und Konferenzhaus) | Babostraße 5 (Karte) |
Zweigeschosisger verputzter Massivbau mit flach geneigtem Satteldach, in der Mitte quadratische Belvedereplattform, dreiachsige übergiebelte Mittelrisalite an den Langseiten, vorgelegte Terrassen, profilierte Ohrengewände und Eingang in Segmentbogengwände, auf der Westseite zum Garten Erdgeschossloggia mit dorischen Säulen, im Kern 18. Jahrhundert, erbaut für den Deutschen Orden, Umbau für Lambert Joseph Freiherrn von Babo, wohl nach Entwurf von Jakob Friedrich Dyckerhoff, bald nach 1822, weitere Umbauten für Hermann Ernst Freudenberg, nach 1888 und um 1900; Gärtnerhaus, eineinhalbgeschossiger verputzter Massivbau mit flach geneigtem Dach, reiche Sandsteingliederungen, angebautes Gewächshaus, nach 1888; Garten, landschaftlich gestaltete Anlage mit Pavillon, Wegesystem, Mauern, Skulpturen, Gedenkstein und wertvollem altem, teilweise exotischem Baumbestand, 18.-20. Jahrhundert
Im 18. Jahrhundert befand sich vor der Stadt Weinheim ein Lusthaus in einem großen Garten, der vom Verwalter des Deutschen Ordens genutzt wurde. Es kam 1815 an die Familie von Babo. Das Herrenhaus geht in seiner bestehenden Form auf einen Umbau unter Lambert Joseph Freiherr von Babo bald nach 1822 zurück. Aus dem Besitz der Familien Klein und Babo kam es 1888 an den Unternehmer Hermann Ernst Freudenberg und wurde nach seinem neuen Eigentümer in “Hermannshof” umbenannt. Freudenberg ließ mehrere Umbauten vornehmen. Der ursprüngliche Entwurf könnte von dem Weinbrenner-Schüler Jakob Friedrich Dyckerhoff (1770–1845) stammen. Er steht in der Tradition des frühklassizistischen Stiles Berliner Prägung, durch den Dyckerhoff stark beeinflusst war. Die zugehörige historische Gartenanlage weist innerhalb einer Umfassungsmauer einen bis zu 200 Jahre alten Baumbestand und zahlreiche historische Ausstattungselemente auf. Sie besitzt einen hohen Anteil exotischer Gehölze auf. Besonders wertvolle, als Naturdenkmal geschützte alte Bäume sind u.a. zwei Platanen des 18. Jahrhunderts, ein um 1900 gepflanzter Mammutbaum, eine Yulan-Magnolie und ein alter Laubengang aus japanischem und chinesischem Blauregen entlang der Umfassungsmauer. Bemerkenswert ist auch die 1879 aus einem Ableger des Brautkranzes von Helene Freudenberg gezogene älteste Brautmyrte Deutschlands. Der Pavillon, die Wegführung, Natursteinfassungen, -treppen und -mauern entsprechen noch weitgehend einem Herrenhausgarten aus der Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Herrenhaus mit Gärtnerhaus und der Garten sind in Weinheim die besterhaltenen Beispiele aus dieser Zeit. 1934 wurde die Anlage unter Einbeziehung der alten Bepflanzung von Heinrich Wiepking aus Hannover neu gefasst. Besondere Beachtung verdienen die beiden Urweltbäume Metasequoia glyptostroboides, von denen einer den ersten, 1949 in Deutschland gezogenen Sämling darstellt, der als Baum der deutsch-englischen Freundschaft 1954 gepflanzt wurde. Park und Herrenhaus Hermannshof sind ein herausragendes Zeugnis adeliger und großbürgerlicher Landhaus- und Gartenkultur vom 18. bis 20. Jahrhundert und haben herrschafts- wie stadt- und kunstgeschichtlich hohen Zeugniswert. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Bahnhofstraße 2 (Karte) |
Zweigeschossiges, massiv verputztes Giebeleckhaus, Krüppelwalmdach, Fachwerkbauteile im Innern, linke Hausseite mit geohrtem Fenstergewände und Barockportal, Baubestand 18. Jahrhundert, Fassade spätes 19. Jahrhundert
Das Gebäude ist ortstypisch für den Ausbau an der Einmündung der Bahnhofstraße in die Hauptstraße. Es belegt mit seiner Baugeschichte die verschiedenen Nutzungsphasen seit dem 18. Jahrhundert und die Schaffung großer Ladenlokale in den Erdgeschossen im Laufe der Gründerzeit in historistischen Formen. Das Gebäude veranschaulicht frühere Wohn- und Lebensverhältnisse und hat stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs | Bahnhofstraße 14 (Karte) |
Monumentale Figurengruppe aus Muschelkalk, drei entschlossen voranschreitende Soldaten mit Trommel und Gepäck auf einem niedrigen Sockel, platziert in einer Exedra, in deren Mauer eingelassen Namenstafeln der Gefallenen, von Heinrich Wilhelm Kollmar erstellt, 1936; um die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs und die Namen fünf jüdischer Gefallener des Ersten Weltkriegs ergänzt, nach 1945
Die Figurengruppe aus Muschelkalk wurde 1936 von dem Karlsruher Bildhauer und Keramiker Heinrich Wilhelm Kollmar (1872–1948) geschaffen. Dargestellt sind drei kampfbereite Soldaten des Ersten Weltkrieges mit geschulterten Karabinern und Stahlhelmen auf den Häuptern, die offensichtlich in bedingungslosem Gehorsam zur Front marschieren. Einer von ihnen trommelt den Marsch. Die monumentale, martialische Soldatengruppe entsprach der heroisch geprägten Heldenverehrung der Kriegstoten in der Zeit des Nationalsozialismus und dem von der Ideologie vertretenen Ideal arischen Kriegertums und Kampfgeistes in geistiger Vorbereitung des 1939 von Hitler entfesselten Zweiten Weltkriegs. In dieser Hinsicht ist die Gruppe zeittypisch. Sie steht dabei in einer weiten Exedra, die man als eine Art heiligen, weihevollen Bezirk auffassen kann, eine damals gerne gewählte Form. Die so eindeutig ideologisch konnotierte Anlage wurde nach dem Zweiten Weltkrieg auch den Gefallenen 1939/45 gewidmet und um Inschriften für gefallene Weinheimer jüdischen Glaubens im Ersten Weltkrieg ergänzt. Das Ehrenmal ist ein wichtiges und zugleich entlarvendes Zeugnis der Kunst zur Zeit des Nationalsozialismus und der damaligen Gestaltung von Kriegerdenkmalen. Es ist ein unbequemes, zum Nachdenken anregendes Dokument der faschistischen Ideologie. |
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| Villa Artaria | Bahnhofstraße (Karte) |
Sog. Gelbes Haus, mit Garten und historischem Baumbestand, darunter eine Zeder, giebelständiger, zweigeschossiger Masisvbau, flach geneigtes Satteldach mit Zwerchhaus, giebelseitig überstehend mit Hängezapfen und Ortgangbrettern in reicher Laubsägearbeit, im Inneren ursprüngliche Struktur und reiche Baudetails wie Stuckdecken erhalten, errichtet nach Plänen des Darmstädter Architekten Carl Balthasar Harres für den Mannheimer Kunsthändler Stephan Artaria, 1851/52 (a)
Die Villa Artaria, auch Gelbes Haus genannt, wurde für den seinerzeit bekannten Mannheimer Kunsthändler Stephan Artaria am damaligen Schafhofweg, der heutigen Bahnhofstraße, damals ein landwirtschaftlich genutztes Gelände westlich der Stadt, als Landhaus errichtet. Artaria hatte zusammen mit seinen drei Brüdern den berühmten Kunst- und Buchverlag Artaria & Fontaine betrieben und war 1846 nach Weinheim gezogen. Berühmte Gäste wie der Dichter Josef Viktor von Scheffel verkehrten hier. Die Villa ist ein Werk des Darmstädter Architekten Carl Balthasar Harres (1801–1868). Nach seiner Tätigkeit als Stadtbaumeister in Coburg und Darmstadt war er Lehrer der Hochbauklasse an der Gewerbeschule. Die Architektur der Villa Artaria ist in ihrem Stil dem Spätklassizismus verpflichtet. Eine Verwandtschaft und Gleichrangigkeit zu den Villen des Baumeisters Heinrich Hübsch ist festzustellen. Bemerkenswert ist das durchbrochene Ortbrett an der Giebelseite des Hauses mit dem Rapport von Weinblättern, eine Anspielung auf die Weingegend und den Charakter eines Landhauses. Im Inneren sind die ursprüngliche Struktur und aufwendig gestaltete Baudetails wie Deckenmalereien erhalten. Diese ausgesprochen hochwertige historistische Ausstattung könnte von dem Bauherrn und Kunsthändler Stephan Artaria beeinflusst worden sein und ist frühes Zeugnis der eben in der Innenarchitektur und Dekoration aufkommenden Mode des Neurokoko. Das Haus ist in seiner Substanz von hohem Originalitätsgrad und daher ein exemplarisches Dokument des Villenbaus in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Rhein-Neckar-Raum. Ebenso ist es ein wichtiges Werk des Architekten Harres. Als Villa des berühmten Kunsthändlers Artaria und seiner Familie hat der Bau stadt- und kulturgeschichtlichen Rang. Er ist Ausdruck der Lebensweise des gehobenen Bürgertums der Biedermeierzeit. Darüber hinaus dokumentiert die Villa das bauliche Wachstum Weinheims im 19. Jahrhundert. |
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| Gewerbeschule (heute Geschäftshaus und Sitz des Stadtjugendrings) | Bahnhofstraße 19 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit Uhrturmdachreiter, Sandsteingliederung, Rundpavillon mit Welscher Haube, zweigeschossiger Zwischenbau, errichtet nach Entwurf von Baumeister Georg Hopp, Weinheim, 1909–1911 (a)
Die seit 1842 in Weinheim ansässige Gewerbeschule erhielt 1908 ihr neues Gebäude an der Bahnhofstraße. Insbesondere der Fabrikant Friedrich Karl Freudenberg, wichtigster Arbeitgeber im damaligen Weinheim, setzte sich - auch finanziell - für den Bau ein, war er doch an einer guten Ausbildung seiner zukünftigen Facharbeiter interessiert. Seit der Erstellung des Neubaues in der Weststadt nach dem Zweiten Weltkrieg dient das dreigeschossige Massivgebäude mit Rundpavillon und zweigeschossigem Zwischenbau als Geschäftshaus. Das in neubarocken Formen errichtete Schulgebäude ist eines der wenigen in der Kaiserzeit errichteten Gewerbeschulgebäude in Baden. Seine an barocken Bauformen orientierte Architektur nimmt bewussten Bezug auf die regionale Architektur des 18. Jahrhunderts und verleiht dem Gebäude gleichzeitig das für einen bürgerlichen Bildungsbau gewünschte repräsentative Erscheinungsbild. Das Gebäude ist Zeugnis des Schulbaus im Großherzogtum Baden im frühen 20. Jahrhundert und hat wichtige Bedeutung für die Stadtgeschichte. |
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| Villa Hagander mit Park | Bahnhofstraße 20 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit flach geneigtem Walmdach, Sandsteingliederungen, erbaut 1851, umgestaltet 1863, erweitert 1930; Park, landschaftliche Anlage, Mitte 19. Jahrhundert, zugehörig umlaufende Mauer
Seit der Biedermeierzeit entstanden in Weinheim verschiedene große bürgerliche Landsitze. Zu den frühen Anlagen zählt die Villa Hagander, im Kern ein spätklassizistischer Kubus, der 1863 historisierend überformt und 1930 für den Industriellen Dr. Fritz Hirsch erweitert wurde. Die Villa ist ortstypisch für einen Wohnsitz des Großbürgertums in der Gründerzeit und bis Anfang der 1930er-Jahre. Der zugehörige “Haganderpark” ist trotz Verkleinerungen durch Abtrennungen an den Rändern und Veränderungen bei der Umgestaltung zur öffentlichen Anlage ein anschauliches Beispiel eines zu einer Villa gehörenden Privatgartens, die in der Biedermeier- und Gründerzeit das Bild der Stadt in diesem Stadtteil prägten. Villa und Park haben architektur-, garten- und stadtgeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Bismarckdenkmal | Bahnhofstraße 20 (Karte) |
Nach Entwurf von J. W. Menges 1892 von Joh. Reismüller in München gegossene Büste, im Haganderpark aufgestellt 1965
Die 1892 von Joh. Reismüller nach Entwurf von J. W. Menges in München gegossene Büste des Kanzlers wurde 1965 auf neuem Sockel im Haganderpark aufgestellt. Die Büste ist ein wichtiges Werk im Schaffen der beiden Künstler, vor allem aber ein Zeugnis der Bismarckverehrung bürgerlicher nationalkonservativer Kreise im Kaiserreich. Sie erwiesen damit dem eigentlichen Akteur der deutschen Einigung und Reichsgründung von 1870 ihre Ehre, der preußische Ministerpräsident und spätere Reichskanzler Bismarck wurde damit zum Nationalhelden stilisiert. Das Denkmal ist damit Dokument des lokalen nationalpatriotischen Bekenntnisses zum Kaiserreich und zeittypisch für eine Reihe von Bismarckbüsten, die damals in vielen deutschen Städten Aufstellung fanden. |
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| Standbild „Die Nackte“ | Bahnhofstraße 31 (Karte) |
Ehemalige Brunnenfigur, vom Kölner Bildhauer Theodor Caspar Pilartz, am Sockel bez. 1913
Das Standbild „die Nackte“ steht auf einem hohen ovalen Sockel inmitten eines Ringbeckens, platziert auf einem Zwischenpodest des Treppenaufgangs vom Bahnhofsvorplatz zur 1912 fertig gestellten OEG-Brücke. Wie aus der Inschrift hervorgeht, wurde der Brunnen mit der knienden Frauengestalt durch den Gemeinnützigen Verein Weinheim errichtet, der sich in zeittypischer Weise um die Verschönerung des Stadtbildes mit Denkmälern, Brunnen und Aussichtspunkten bemühte. Urheber der Figur war der Kölner Bildhauer Theodor Caspar Pilartz (1887–1955), der um 1919 auch in München aktiv war und später in Berlin als Bühnenbildner Bedeutung erlangte. Das Standbild mit Ringbecken war ursprünglich in eine Treppenanlage eingebunden, die mit einem Lauf ansetzte und ab dem Zwischenpodest in zwei, symmetrischen Läufen fortgesetzt wurde. Das räumliche Umfeld hat später Veränderungen erfahren, jedoch scheint sich das Standbild noch an seinem ursprünglichen Platz zu befinden. Es ist Zeugnis der Bildhauerkunst des Jugendstils und der künstlerischen Ausgestaltung des Stadtraums im frühen 20. Jahrhundert. |
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Wohnhaus | Bandgäßchen 3 (Karte) |
Zweigeschossiges, giebelständiges Fachwerkeckhaus mit Satteldach, im Kopfriegel der ehemaligen Einfahrt bez. 1707, am Rähm über dem Unterstock 1720 (i), Kellertor bez. 1730
Das einstige Ackerbürgerhaus bezeugt die ortstypische Fachwerkbebauung im Mittelviertel mit stattlichen Gebäuden im 18. Jahrhundert. Es weist eine komplexe Baugeschichte auf. So wurde der Keller offenbar erst nachträglich unter dem Haus eingebaut, zumindest aber 1730 renoviert. Der Bau ist damit Zeugnis der Weinheimer Sozial-, Haus- und Stadtbaugeschichte in der Frühen Neuzeit. |
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Wohnhaus | Bandgäßchen 5 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, traufseitig erschlossen mit kleiner Freitreppe, rundbogige Kellertür, Obergeschoss aus Fachwerk, ornamental beschnitzte Ständer, im Kern 17. Jahrhundert, Erdgeschoss massiv erneuert, um 1780
Das Gebäude in Ecklage ist wichtiger Bestandteil der historischen Substanz des Weinheimer Stadtkerns. Die Form des Fachwerks mit gebogenen langen Fußstreben, Kopfdreiecken und ornamental verzierten Ständern weist auf eine Entstehung im Lauf des 17. Jahrhunderts hin. Das Gebäude ist ortstypisch für die über Jahrhunderte bewährte Fachwerkbauweise und belegt als Dokument historischer Wohn- und Lebensverhältnisse die Stadtbaugeschichte Weinheims in der Frühen Neuzeit. |
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| Pietà | Bergstraße 30 (Karte) |
Holz, farbig gefasst, um 1480; um 1960 in der Herz-Jesu-Kirche aufgestellt
Die Skulptur der um ihren Sohn trauernden Muttergottes wurde um 1960 im Kunsthandel für die Herz-Jesu-Kirche erworben. Sie wurde 1963/64 in der Werkstatt des Staatlichen Amtes für Denkmalpflege in Karlsruhe untersucht und restauriert. Das Andachtsbild ist ein eindringliches Zeugnis der gotischen Bildschnitzerkunst und stilistisch nach Böhmen einzuordnen. Andachtsbilder wie dieses dienten der Kontemplation der Gläubigen und sind Zeugnis mittelalterlicher Frömmigkeit. |
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| Madonna | Bergstraße 30 (Karte) |
Holz, gefasst, Mitte 18. Jahrhundert, um 1960 in der Herz-Jesu-Kirche aufgestellt
Die Madonna mit dem Jesuskind wurde wohl in den 1960er Jahren im österreichischen Kunsthandel erworben. Die Figurengruppe stellt ein charakteristisches Zeugnis barockzeitlicher Bildhauerkunst dar. |
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| Missionshaus | Bergstraße 45 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansardwalmdach, ionische Eckpilaster, im Erdgeschoss Serliana-Fenster im Obergeschoss Reihe polygonaler Erker, aufwändiges Mittelportal mit Pilasterahmung und bauzeitlichem Türblatt, zur Hofseite großer Saalanbau, polygonal schließend, Rundbogenfenster, ornamentale Dekorationsmalerei, erbaut für den Ev. Verein für Innere Mission Augsburgischen Bekenntnisses, 1925 (a)
Im Jahr 1925 stellte der Ev. Verein für Innere Mission Augsburgischen Bekenntnisses ein Baugesuch für ein Missionsgebäude in Weinheim. Die Missionsgemeinschaft errichtete das Missionsgebäude aus eigenen Mitteln und in weitgehender Eigenarbeit. Der Ev. Verein war 1849 gegründet worden und widmete sich auf dem Hintergrund einer konservativen Haltung vor allem der Evangelisation und der Sozialarbeit. In Weinheim war diese Vereinigung sehr aktiv und wurde ein wichtiger Träger der Wohlfahrtspflege. Das Gebäude wurde in einem Wohngebiet errichtet und zur Straßenseite hin bewusst wie ein Wohnhaus gestaltet. Zur Hofseite hin steht ein großer Saalanbau. Obwohl das Haus äußerlich dem Charakter des Wohngebietes angepasst wurde, gibt es sich dem Betrachter dennoch als quasi-öffentliche Einrichtung zu erkennen, und zwar durch die auffallend großen Fenster und durch das aufwendige Mittelportal. Das Haus enthielt Räume für eine Nähschule, Mietwohnungen und Versammlungen. Wie der Dreiseitschluss an der Stirnseite des Saalbaus belegt, wurde dieser auch als Betsaal genutzt. Die konservative Orientierung der Mission, ihre soziale Aufgabenstellung und ihre beschränkten finanziellen Mittel werden im Gebäude exemplarisch anschaulich, insbesondere in den neubarocken Bauformen und in der auffallend schlichten Innenausstattung. |
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| Posthalterei | Bergstraße 67 (Karte) |
Zweigeschossiger Sandsteinquaderbau mit flach geneigtem Walmdach, umlaufendes Sohlbankgesims über Schmuckband, ornamentaler Traufgesims, wohl nach Plänen von Heinrich Hübsch für dessen Bruder Posthalter Carl Ludwig Hübsch, 1840–1842 (a)
Der zweigeschossige vornehme Sandsteinquaderbau wurde 1nach Plänen des bedeutenden badischen Baudirektors und Weinbrenner-Schülers Heinrich Hübsch (1795–1863) in spätklassizistischen Formen als Posthalterei und für die Pferdepost nördlich des Weschnitzüberganges erbaut und bis zur Ablösung der Thurn- und Taxis’schen Postverwaltung genutzt. Inhaber der Posthalterei war sein Bruder Carl Ludwig Hübsch (1800–1860). Der Neubau löste die ältere, seit 1801 bestehende Posthalterei (s. Alte Postgasse 53) auf der Südseite des Weschnitzüberganges ab. Das Gebäude vermittelt das Aussehen und den Betrieb einer “modernen” Poststation um die Mitte des 19. Jahrhunderts vor Einführung der Reichspost und ist ein wichtiges Objekt an der Hauptdurchgangsstraße mit Abzweigung in das Birkenauer Tal. Als eines der wenigen Privathäuser, die Hübsch entwarf, nimmt der Bau einen wichtigen Platz im Schaffen des Architekten ein. Er steht dabei auch durch die Familiengeschichte in enger Beziehung zur Biographie Hübschs und hat als alte Poststation stadtgeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Weschnitzbrücke | Bergstraße 67 (Karte) |
Drei Segmentbogen auf gerundeten Pfeilern, Sandsteinquarderbau, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Die dreijochige Brücke, ein Sandsteinquaderbau, ist unter der verbreiternden modernen Fahrbahnplatte erhalten. Die Brücke steht im Zuge der seit der Karolingerzeit erwähnten und 1002 als solche bezeichneten Bergstraße. Sie bezeugt den Ingenieurbau in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. |
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| Friedrichschule | Bergstraße 70 (Karte) |
Drei- bis viergeschossiger Werkstein-Putzbau, Walmdach mit Dachreiter, Erdgeschoss Rustika, Korbbogenportale mit Figurenschmuck, Seitenrisalite; durch loggienartigen Verbindungsbau angeschlossene Turnhalle; Einfriedung; erbaut nach Entwurf von Stadtbaumeister Eberhardt, 1911–1913 (a)
Der große und repräsentative Schulbau steht deutlich erhöht in stadtbildprägender Lage. Er ist ein charakteristisches Beispiel für die Reformarchitektur, die im frühen 20. Jahrhundert tlw. Hand in Hand ging mit Bestrebungen der Reformpädagogik. Das drückte sich u.a. im kindgerechten Bauschmuck solcher Schulen aus, hier in kleinen Kartuschen mit Reliefbildnissen von Mädchen und Jungen über den nach Geschlechtern getrennten Eingängen in die jeweiligen Bereiche des als Volksschule konzipierten Gebäudes. Als Bildungsbau erhielt das Gebäude eine fast schlossartige Gestaltung, aus der der hohe Stellenwert spricht, welchen das Bürgertum der Kaiserzeit der schulischen Bildung und dem damit verbundenen Schulbau zumaß. In zeittypisch bürgerlich-konservativer Weise wurde der Neubau zum Gedächtnis an Großherzogs Friedrich I. benannt. Eine zeitgenössische Publikation hielt fest, der Neubau zeige, „wie in erfreulicher Weise die modernen Gedanken des Schulhausbaues auch von den Bauämtern einzelner kleinerer Gemeinden in die Tat umgesetzt werden“. Der Bau hat dabei nicht nur architektur-, sondern auch stadtgeschichtlichen Zeugniswert, belegt er doch die rasante Entwicklung Weinheims als Industriestadt seit den 1870er-Jahren und damit die Notwendigkeit für eine stetig wachsende Bevölkerung Bildungseinrichtungen zu schaffen. |
98372806 | ||
| Villa Elise mit Garten und Einfriedung | Bergstraße 128; Römerloch 3; Schlangenböhlweg 15 (Karte) |
Zweigeschossiger, asymmetrisch gegliederter Werkstein-Putzbau mit Mansarddach, polygonaler Treppenturm, Schweifgiebel, Polygonerker; zugehörig das Nebengebäude; beide Häuser erbaut nach Plänen von Conrad Loew & Cie, 1903/04 (a)
Die Villa ist typisch für einen Wohnsitz des gehobenen Bürgertums in der Kaiserzeit an der damals noch fast ganz unbebauten Bergstraße in landschaftlich bevorzugter Lage. Zu dem herrschaftlichen Anwesen gehört in üblicher Weise ein kleines Nebengebäude für Stallung und Remise. Die Architektur entspricht noch ganz dem späten Historismus, der hier die Hinwendung zu den damals wiederentdeckten Formen des Barock zeigt, wobei er diese in zeittypisch eklektizistischer Manier mit Elementen der Renaissance kombinierte. Auch in der malerisch aufgefassten Anordnung der Baukörper ist die Villa exemplarisch für die Gestaltungsprinzipien späthistoristischer Architektur kurz nach 1900. Sie belegt das Wachstum Weinheims in der Epoche des Kaiserreichs. |
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| Neuer Friedhof | Bergstraße 160 (Karte) |
Belegt seit 1893, Sachgesamtheit aus: Friedhofsflächen mit Wegesystem, Umfassungsmauer, Friedhofskreuz des 19. Jahrhunderts, historischen Grabmalen, Gefallenendenkmal für die Toten des Ersten und Zweiten Weltkriegs, und folgenden Baulichkeiten:
Der große Friedhof nördlich der Stadt wurde nötig mit dem Wachstum Weinheims in Folge des Bahnanschlusses und der Industrialisierung. Er ist mit seiner Ortsrandlage charakteristisch für die großen, seit dem 19. Jahrhundert neu angelegten städtischen Begräbnisplätze. Verschiedene Grabmäler erinnern an für Weinheim wichtige Persönlichkeiten, künstlerische Bedeutung hat die malerische Ausgestaltung der Aussegnungshalle. Mit öffentlichen Denk- und Mahnmälern hat er nicht nur stadtbaugeschichtliche Bedeutung, sondern bezeugt auch die lokale Gedenkkultur an historische Ereignisse, die mit Gefallenen und Kriegstoten Auswirkungen auf Weinheims Geschichte hatten. |
100066872 | ||
| Wohnhaus mit Arztpraxis | Birkenauer Talstraße 5 (Karte) |
Garage und Grünflächen, zweigeschossiger Putzbau, Satteldach, erbaut nach Plänen von Hans Vorkart, 1934/35 (a)
Das Haus wurde für den praktischen Arzt Dr. Georg Weiß nach Entwurf des Architekten Hans Volkart (1895–1965) errichtet. Er war ein Schüler von Paul Schmitthenner und Paul Bonatz und bis 1924 auch Mitarbeiter von Schmitthenner, dem Hauptvertreter der sog. Stuttgarter Schule, die eine traditionalistische Architektur vertrat. 1928–1933 war Volkart Lehrer für Entwerfen an der Staatlichen Bauschule Stuttgart und in den 1930er-Jahren an den Siedlungen Vogelsang und Kochenhof in Stuttgart beteiligt. Als Privatarchitekt baute er u. a. viele Wohnhäuser. Seine Weinheimer Arztvilla dokumentiert die Architekturrichtung der Stuttgarter Schule in anschaulicher Weise, wobei der hohe Erhaltungsgrad der künstlerischen sorgfältig durchgestalteten Baudetails im Äußeren und besonders im Inneren hervorzuheben ist. Das Haus ist in der Werkgeschichte Volkarts ein wichtiges Dokument. Es dokumentiert weiterhin den Bautypus Arzthaus Anfang des 20. Jahrhunderts. Die ortsgeschichtliche Bedeutung liegt vor allem in der Dokumentation der Arbeits- und Lebensweise eines praktischen Arztes, aber auch im Zeugniswert für die stadtbaugeschichtliche Entwicklung Weinheims im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts. |
98372854 | ||
| Obere und Untere Fuchssche Mühle | Birkenauer Talstraße 8, 10 (Karte) |
Zwei Mühlengehöfte mit wasserbaulichen Anlagen, bestehend aus:
Das Müllergewerbe war in Weinheim seit dem Mittelalter von zentraler Bedeutung; Ende des 19. Jahrhunderts war Weinheim einer der bedeutendsten Mühlenstandorte Süddeutschlands. Der Standort entlang der Weschnitz wurde wegen des auf kurzer Strecke starken Gefälles besonders geschätzt. Die Familie Fuchs betrieb seit 1710 das Müllerhandwerk in Weinheim. Mit dem Ausbau der Oberen Fuchs’schen Mühle 1782 (gegr. 1563) schuf sie die Keimzelle eines florierenden Unternehmens, zu dem verschiedene Mühlen wie seit 1822 die Leistenmühle (gegr. 1473) und seit 1835 die neu errichtete Untere Fuchs’sche Mühle gehörten. Die überlieferten Gebäude der Oberen Mühle bezeugen ein Gewerbe, das für Weinheim grundlegende Bedeutung hat. Die historischen Mühlengebäude, in der Art eines landwirtschaftlich genutzten Dreiseithofes, sind ein überzeugendes Beispiel eines landschaftstypischen Mühlenbetriebes im 19. Jahrhundert. Ähnlich verhält es sich mit der Unteren Fuchschen Mühle, die 1835/36 durch die Abraham Fuchs anstelle einer älteren kleinen Ölmühle unterhalb der Oberen Fuchs’sche Mühle angelegt worden ist. Die neue Mahlmühle nutzte den von der Weschnitz schon für die Obere Mühle abgezweigten Kanal in seinem unteren Verlauf. Im Innern haben sich die ursprüngliche Grundrissstruktur und ein großer Teil der Mühlentechnik erhalten; das Wasserrad ist durch eine Voith-Schachtturbine von 1937 ersetzt. Das obere Geschoss beherbergt die Wohnräume, Lagerräume und einen großen Aufschüttraum mit Generator, einer Schalttafel für die Stromerzeugungsanlage und kleinen Handgeräten. Im Dach ist noch der Schacht für den Sackaufzug vorhanden, der alle drei Etagen bediente. Als große, historisch zusammengehöriger Komplex vermitteln die beiden Hofanlagen ein anschauliches Bild des historischen Mühlengewerbes und der zugehörigen Technik. |
101979839 | ||
| Villa Stöldt mit Garten | Birkenauer Talstraße 11 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mezzanin und flach geneigtem Walmdach, kleine Loggia mit Dachterrasse, Wintergarten mit Gusseisensäulchen, hölzerne Laube, Sandsteingliederung, Stuckmedaillon, im Mezzanin Girlandenfries, im Inneren Treppe mit gusseisernem Geländer, bauzeitliche Ausstattungselemente; Nebengebäude, zweigeschossiger, langgestreckter Flügel, flach geneigtes Satteldach mit Zwerchgiebel, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, verbretterte Galerie; erbaut 1874
Das gründerzeitliche Gebäude ist ortstypisch für eine Villa in ehemals bevorzugter Wohnlage außerhalb der alten Bebauung in zeitgemäßen historisierenden Formen, die sich an Stilmerkmalen der italienischen Hochrenaissance orientieren. Die herrschaftliche Architektur, die gediegene Ausstattung und das Nebengebäude zeugen von den gehobenen Wohnverhältnissen eines wohlhabenden Bürgertums, das sich in Weinheim großzügige Landhäuser schuf. Der Bau gehört zu den besonders qualitätvollen Beispielen aus der Zeit kurz nach der Gründung des Deutschen Reiches, als die Bergstraße immer mehr auch zur Sommerfrische von Großstädtern wurde. |
98372912 | ||
| Brücke zur Kinscherfschen Mühle/Stadler Mühle | Birkenauer Talstraße 12 (Karte) |
Sandsteinbogenbrücke, bez. 1858 (Keilstein an der Westseite)
Die Brücke zur Kinscherfschen Mühle ist eine Sandsteinbogenbrücke aus regelmäßigen Sandsteinquadern, die Brüstung ist aus großen Sandsteinplatten gebildet. An der Westseite ist ein Keilstein mit den Initialen „J.K“ und der Jahreszahl „1858“ eingelassen, Hinweis auf Erbauer und Baujahr. Seit 1838 hatte Valentin Kinscherf aus Birkenau den Bau einer Brücke betrieben. Die um diese Zeit errichteten Mühlengebäude stehen auf hessischem, die Ökonomiegebäude auf badischem Gebiet. Die Brücke bei der Kinscherfschen Mühle dokumentiert den Stand der Ingenieurtechnik zur Erbauungszeit. Ortsgeschichtlich ist die Brücke wichtig als Zufahrt zur Mühle. |
100133749 | ||
| Wirtshaus Zum Goldenen Löwen | Birkenauer Talstraße 41, 43 (Karte) |
Drei zusammenhängende Gebäude, zweigeschossiges, verputztes westliches Eckhaus mit Krüppelwalmmansarddach, 1758, erneuert als Wirtshaus, 1820 (i), zweigeschossiger, traufständiger Mittelbau, zweigeschossiges, traufständiges östliches Eckhaus mit Krüppelwalmdach, 18. Jahrhundert
Das Anwesen setzt sich aus drei einzelnen Gebäuden zusammen, ältester Teil ist wohl das Eckgebäude von 1758. Eine Wirtshauskonzession ist seit 1820 belegt. Der Baukomplex gibt Zeugnis von der Bedeutung des Fremdenverkehrs an der wichtigen Straße (heute B 38) in den Odenwald und bezeugt die ortstypische Bebauung an der Weschnitz im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Als traditionsreiches Wirtshaus hat das Gebäude stadtgeschichtlichen Zeugniswert. |
98372920 | ||
| Hildebrand'sche Mühle | Birkenauer Talstraße (Karte) |
Bestehend aus: Siloturm der Mühle, wuchtiger, teilverputzter Massivbau, durch verschiedenfarbige Backsteine ornamentiert, große Rundbogenfenster, unter der Fensterzone Lisenengliederung, Zinnenkranz über Bogenfries auf Konsolen mit vier Ecktürmchen, 1895 (a); Fabrikantenvilla mit Vorgarten, zweigeschossiger Massivbau mit überreicher Werksteingliederung, Dach mit Ziergiebeln und Gauben, rustiziertes Erdgeschoss mit Torfahrt, schmiedeeiserner Balkon, an der Nordseite Vorfahrt, bauzeitliche Ausstattung mit Treppenhaus und Dekorationsmalereien, für Mühlenbesitzer Georg Hildebrand, 1882 (a, i)
Die überlieferten Teile der einstigen Hildebrandschen Mühle zählen zu den herausragenden architektonischen Leistungen des späten Historismus in Weinheim. Der Mühlenstandort geht vermutlich in das 11. Jahrhundert zurück. Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf 1465. 1845 übernahm die Familie Hildebrand die Mahl- und Lohmühle. Stets auf modernste Produktionstechniken bedacht, durchlief der Standort verschiedene Erneuerungswellen. 1891/92 entstand die weltweit erste vollautomatische Großmühle. 1895 erhielt die Mühle den markanten, als mittelalterlichen Burgturm stilisierten Silobau, gestalterisch vergleichbar zu den sog Malakofftürmen der Förderanlagen im Ruhrgebiet, der das Ortsbild Weinheims seitdem beherrscht. Seine Einpassung als Burgenarchitektur in die Landschaft ist dabei vor dem Hintergrund der von der Romantik entdeckten Burgenlandschaft an der Bergstraße zu sehen. Die baukünstlerische und typologische Überhöhung des im Kern reinen Funktionsbaus und seine anspielungsreiche Historisierung spiegeln das Selbstverständnis einer neuen Gesellschaftselite, die gewissermaßen als Geldadel den Blutadel ablöste und nun eigene Schlösser baute, in selten erreichter Anschaulichkeit wider. Eine Facette dessen ist auch das Wohnhaus des Großmüllers Georg Hildebrand, das - wie in der Frühphase der Industrialisierung üblich - in unmittelbarer Nachbarschaft des Betriebs errichtet wurde. Obwohl in die Gesamtanlage integriert, gebärdet sich der Bau hinsichtlich der Massenverteilung wie eine nach malerischen Gesichtspunkten gegliederte Villa. Die reich mit Sandsteinbändern, Säulenordnungen und bildhauerischem Schmuck versehenen Fassaden und die sehr steilen Dachflächen und Turmhelme rezipieren in zeittypischer Weise Vorbilder der niederländischen Spätrenaissance. Hochwertig ist die überlieferte Innenausstattung, die den großbürgerlichen Anspruch luxuriösen Wohnkomforts mit der ästhetischen Prägung der Neurenaissance verband. Besonders eindrücklich zeigt sich der Rückbezug auf Renaissance und Antike in der pompejanisch inspirierten Wanddekoration der Loggia, die Rückschlüsse auf das angestrebte Bildungsideal des aus einfachen Verhältnissen stammenden Unternehmers zulässt. Auch die Dekorationssysteme der Gesellschaftsräume in der Beletage gehen hinsichtlich Motivfülle, Farbspektrum und handwerklicher Qualität weit über das übliche Maß hinaus. Die Villa zählt damit zu den künstlerisch herausragenden Privatbauten der Gründerzeit an der Bergstraße. Sie hat zusammen mit dem Silo stadt- und wirtschaftsgeschichtlichen Zeugniswert. |
98380026 | ||
| Wohnhaus | Bischofsgasse 3 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss und Giebel konstruktives Fachwerk, Hofeinfahrt mit überdachtem Sturzbalken, 1769
Das bäuelriche Anwesen belegt die durchaus landwirtschaftliche Prägung eines Teils der Stadt in der Frühen Neuzeit. Es dokumentiert den Ausbau des Hintergässerviertels im 18. Jahrhundert in der traditionellen Fachwerkbauweise mit massivem Erdgeschoss, letzteres wegen der Hochwassergefahr an der Weschnitz. |
98372928 | ||
| Wohnhaus | Bismarckstraße 3 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Wiederkehr, Sandsteingliederung, Mittelrisalit mit Zwerchhaus, zugehörig die Reste des einstigen Gartens und die historischen Teile der Einfriedungsmauer, 1881
Das auf einem Gartengrundstück frei stehende Haus ist ein charakteristisches Beispiel des Ausbaues der Gegend um den Bahnhof mit Gebäuden im Villentypus in der Gründerzeit. Der Bau folgt noch in verspäteter Weise spätklassizistischen Gestaltungsprinzipien und belegt mit seiner gediegenen bauzeitlichen Ausstattung die besseren bürgerlichen Wohn- und Lebensverhältnisse. Er hat neben seiner architekturhistorischen Bedeutung daher auch sozial- und stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
98372944 | ||
| Villa Hirsch mit Garten und Einfriedung | Bismarckstraße 5 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansardwalmdach, Wintergarten, 1879, eingeschossiger Anbau mit Mansardwalmdach und polygonalem Standerker, Anfang 20. Jahrhundert
Die zweigeschossige Villa mit Mansarddach und Wintergarten gehörte der bekannten Lederfabrikantenfamilie Hirsch. Sie ist ortstypisch für eine großbürgerliche Villa der Gründerzeit und dokumentiert das Selbstverständnis der neu erwachsenen Fabnrikanten- und Unternehmerelite in der Kaiserzeit. Die Familie Hirsch, aus der auch der Stifter der Weinheimer Synagoge stammte, bewohnte das Anwesen bis 1939. |
98372952 | ||
| Doppelwohnhaus mit Garten | Bismarckstraße 7, 9 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit flach geneigten Dächern, Sandsteingliederungselemente, ornamentaler Fried, gekoppelte Bogenfenster in den Giebeln, für den Seidenfabrikanten Rudolf Rücker unter Bauleitung des Baumeisters Hopp errichtet, 1878 (a); auf dem Anwesen des Gebäudeteils Nr. 9 Schuppen in Fachwerkkonstruktion mit Backsteinausfachung, 1907 (a); Einfriedung
Das Doppelwohnhaus wurde an der 1879 fertiggestellten Bismarckstraße für den Seidenfabrikanten Rudolf Rücker nach Plänen eines Darmstädter Architekten errichtet. Es ist ein charakteristisches Spekulationsobjekt der Gründerzeit, denn der Erbauer vermietete das Gebäude weiter. Das Gebäude greift Formen italienischer Villen auf und formt sie eigenständig in Sinne des Spätklassizismus für ein Wohnhaus des gehobenen Bürgertums am Rand der Stadt um. Bemerkenswert sind die differenziert untergliederten Fenstereinfassungen. Eine Beeinflussung durch Gebäude des Weinheimer Architekten Heinrich Hübsch ist erkennbar. Während die historische Innenstruktur in beiden Gebäudeteilen überliefert ist, zeigt Nr. 9 auch noch historische Ausstattungselemente. Besonders sind die Rolladen-Schabracken aus Metall und die gusseisernen dekorativen Stützen des Glasdaches der Terrasse hervorzuheben. Das Doppelhaus ist ein Dokument des Bautypus der Stadtvilla und damit der Lebensweise des gehobenen Bürgertums zu Ende des 19. Jahrhunderts in Weinheim. Es ist stadtbaugeschichtlich interessant als Vertreter der Erstbebauung der Bimarckstraße und hat wichtige architekturhistorische Bedeutung für die Geschichte des Villenbaus im 19. Jahrhundert in der Rhein-Neckar-Region. |
100230090 | ||
| Wohnhaus | Bismarckstraße 12 (Karte) |
Eingeschossiger, verputzter Massivbau, rote Sandsteingliederung, übergiebelte Dachgauben, Mansardwalmdach und steiler Giebel unter Satteldach, schmiedeeisernen Schmuckanker und -spangen, qualitätvolle Innenausstattung, mit Nebengebäude, Garten und Einfriedung, erbaut für Rudolf Adolf Rücker, 1900 (a)
Das Grundstück gehörte ehemals zu einem Weinberg und wurde 1899 von dem Seidenfabrikanten Rudolf Adolf Rücker erworben. Rücker besaß mehrere Parzellen entlang der 1879 angelegten Bismarckstraße, die er nach und nach bebauen ließ und im Anschluss vermietete oder veräußerte - ein für die Zeit typisches Vorgehen. Das Wohnhaus Nr. 12 steht von der Straße zurückgesetzt im umfriedeten Garten und entspricht damit dem gängigen Typus einer vornehmen Stadtvilla. Auffällig ist der Kontrast zwischen dem eingeschossig konzipierten Flügel mit ausgebautem Mansardwalmdach und den hohen, an der Gebäudeecke angeordneten Schweifgiebeln, deren Satteldächer den First des Mansardwalmdaches überragen. Wie bei den meisten repräsentativen Wohnbauten dieser Zeitstellung kombiniert der Architekt Formenelemente aus verschiedenen historischen Zeitstilen. In den Dachformen wiederholt sich das Miteinander von Barock und Renaissance, das den eigenwilligen Charakter des Hauses prägt. Von der festen Ausstattung der Erbauungszeit sind wichtige Bestandteile erhalten. Das anschaulich überlieferte Haus dokumentiert in aussagefähiger Weise die Bau- und Wohnkultur des Späthistorismus in Weinheim. Die Freistellung in einem umfriedeten Garten, die großzügige Grundrissausteilung und die hochwertige Ausstattung vermitteln das Anspruchsniveau des wohlhabenden Bürgertums. |
100012028 | ||
| Brecherhäuser des Dampfmaschinengebäudes des Porphyrwerks Herpel & Wilhelm | Distr.5 Am Wachenberg Stadtw. (Karte) |
Später mit Georg Hildebrandt, mit dem Abbau des Materials ab 1894 errichtet, steil in den Hang gestaffelte Stahlrahmenbauten mit Ziegelausfachung, Arbeitsräume für das Zerkleinern und Sortieren des gebrochenen Materials, Transport von Ebene zu Ebene über Schüttung, im Wesentlichen erhalten und von hohem Seltenheitswert | 111720650 | ||
| Reste der mittelalterlichen Umfassungsmauer des sog. Domhofes | Domhofgasse (Karte) |
Ehemals Fronhof des Klosters Lorsch
Das erstmals 755 erwähnte „Villa Winenheim“ (Dorf Weinheim) gehörte der Abtei Lorsch. Weinheim scheint schon früh das Zentrum einer in das Weschnitztal und den Odenwald hineinreichenden Lorscher Güterverwaltung (Villikation) gewesen zu sein. Der umfangreiche Lorscher Besitz in Weinheim und der Umgegend wurde im Fronhof auf dem Erbsenbuckel im südwestlichen Bereich des Dorfes, dem später sog. Domhof, verwaltet. Hier hatte der klösterliche „villicus“ als Verwalter seinen Sitz. Mit dem Anfall des Klosters an das Erzstift Mainz im 13. Jahrhundert kam der Fronhof an den Erzbischof, woher sich der Name Domhof ableitet. Wie ganz Weinheim dürfte auch der Domhof nach 1308 in pfälzischen Besitz übergegangen sein, doch ist sein weiteres Schicksal bisher unbekannt. Nur 1374 wird er noch einmal als Fronhof bezeichnet. Der Domhof war der Mittelpunkt der älteren Siedlung Alt-Weinheim bzw. Altstadt. Heute sind oberirdisch nur noch die Reste seiner Umfassungsmauern nachzuweisen, die wichtigen Wert für die Herrschafts- und Siedlungsgeschichte der Stadt haben. |
98371208 | ||
Weitere Bilder |
Altaubrücke | Dornweg (Karte) |
Zweijochige Bruchsteinbrücke, 17./18. Jh.
Die zweijochige Bruchsteinbrücke, Altau- oder Römerbrücke genannt, führt im Zuge einer alten Straße (Römerstraße?) über den Lachengraben und den Erlengraben. Als typische Naturstein-Bogenbrücke ist sie ein historisches Zeugnis der Verkehrsgeschichte und außerdem ein siedlungsgeschichtliches Dokument. |
98381341 ( | |
| Gartentor zwischen Sandsteinpfosten | Dr.-Bender-Straße 2 (Karte) |
19. Jahrhundert, Torgitter Anf. 20. Jahrhundert
Von der Villa Heinzerling blieb nur ein Teil der Garteneinfriedigung an der Institutstraße und dem Gartentor zwischen Sandsteinpfosten an der Dr. Benderstraße erhalten. Die im historisierenden Stil gestaltete Einfriedigung ist Zeugnis eines herrschaftlichen Wohnsitzes, die diesen Stadtteil im 19. Jahrhundert prägten, das Gittertor zeigt Ornamentik des floralen Jugendstils und datiert demnach ins frühe 20. Jahrhundert. Es belegt die einstige reiche Weinheimer Villenkultur. |
98373455 | ||
| Kleindekmale in Gartenanlage:
- Babodenkmal |
Ehretstraße 11; Institutstraße; Moltkestraße (Karte) |
Obelisk mit dem Porträtmedaillon August Lambert von Babos, 1863 (i)
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98373382 | ||
| Wohnhaus mit Vorgarten und Einfriedung | Ehretstraße 2 (Karte) |
Viergeschossiges Mehrfamilienhaus, Eckrisalit mit Giebel, Erker mit Turmansatz in zweiten Obergeschoss, erbaut für Joh. Mumm nach Plänen des Darmstädter Architekten G. Schere, 1900/01
Das Mehrfamilienhaus in neubarocken Formen bezeugt den Ausbau dieses Ortsteils um die Jahrhundertwende. Die Hauptfassade zur Straße wird bestimmt durch eine differenzierte Gliederung aller drei Hauptgeschosse. Die repräsentativen Räume im Inneren werden nach Außen durch einen Eckrisalit mit Giebel und besonders aufwendiger und großzügiger Fenster betont. Ein Erker mit Turmansatz in zweiten Obergeschoss verleiht der Fassade ihren besonderen repräsentativen Charakter. Im Inneren haben sich neben der bauzeitlichen Grundrissstruktur nahezu alle historischen Ausstattungsdetails inklusive der Deckenstukkaturen erhalten. Neben zeittypischen Stuckrosetten weisen die repräsentativen Räume ornamentierte Hohlkehlen von hoher Plastizität auf. Unverkennbar sind diese Stukkaturen bereits vom Jugendstil beeinflusst. Das Haus ist ein wichtiges Dokument der Baukultur des vornehmen Bürgertums des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. |
101989806 | ||
| Wohnhaus mit Vorgarten und Einfriedung | Ehretstraße 4 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Krüppelwalmdach, traufseitiger Treppenhausrisalit mit Schweifgiebel, polygonaler Erker, Fenster und Türen in profilierten und ornamentierten Sandsteingewänden, im Giebel Fachwerk, errichtet nach Plänen von Adam Eberhard, 1906 (a)
Das stattliche freistehende Haus ist ein anschauliches Beispiel für die Endphase des Historismus. in den großen Putzflächen machen sich schon Tendenzen der Reformarchitektur bemerkbar, die Details folgen aber noch den beim Bürgertum beliebten Formen der deutschen Renaissance. Das Gebäude ist charakteristisch für den Ausbau dieses Stadtteils und eines der wichtigsten Werke im Schaffen des Architekten. |
98373481 | ||
| Villa mit Vorgarten und Einfriedung | Ehretstraße 7 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Krüppelwalmdach mit Firstfach, verschindelter Giebel mit halbrundem Erker, Sockelgeschoss und Standerker in bossiertem Werkstein, erbaut nach Plänen von Friedrich Trietsch für sich selbst, 1904 (a)
Das Gebäude ist ein Beispiel dafür, wie der späte Historismus von der Reformarchitektur mit Tendenzen zum Heimatstil nach und nach abgelöst wurde. Einzelne Elemente erinnern noch an späthistoristische Gestaltungen, doch mit den Putzflächen, dem bossierten Sockel im Kontrast hierzu und vor allem dem verschindelten Giebel sowie der eigentümlichen, von spätmittelaltelrichen Fachwerkbauten abgeleiteten Dachform ist der Bau deutlich auf dem Weg zu Neuem. Bei der Erbauung konnte der Architekt ungehemmt seine eigenen Vorstellungen verwirklichen, war es doch sein eigenes Wohnhaus, das ihn und seine Fähigkeiten nach außen repräsentieren sollte. Die Villa hat deshalb ganz besonderes Gewicht im Schaffen des Architekten und ist darüber hinaus ein wichtiges Zeugnis für die stadtbaugeschichtliche Entwicklung Weinheims in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. |
98373489 | ||
| Villa mit Garten und Einfriedung | Ehretstraße 9 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau mit vielfältiger Dachlandschaft, Erdgeschoss in Bossenquaderwerk, Obergeschoss verputzt mit Werksteinelementen, polygonaler Eckerker, im obersten Geschoss zusammen mit Giebel verschiefert, erbaut im Auftrag des Kaiserl. Bankvorstands Arno von Arndt nach Plänen Hermann Billings für das Büro Billing & Stober, 1903 (a)
Der Villenbau ist ein anschauliches Beispiel für den Wohnbau zu Anfang des 20. Jahrhunderts unter dem Einfluss von Reformarchitektur und Jugendstil. Charakteristisch ist die aus dem späten Historismus übernommene malerische Gesmatkonzeption. Die Villa ist eines von zwei Werken Hermann Billings (1867–1946), einem der wichtigen Vertreter der Jugendstilarchitektur in Karlsruhe und Baden. Es ist darüber hinaus ortstypisch für den Ausbau dieses Stadtviertels in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. |
98373501 | ||
| Wohnhaus mit Vorgarten und historischer Einfriedung | Ehretstraße 10 (Karte) |
Zweigeschossiger, verputzter Massivbau, Sandsteingliederung, Mittelrisalit mit vorgekragten Zwerchgiebel in Holzkonstruktion, erbaut nach Plänen von K. F. Kuhn, 1897
Das im historisierenden Stil gehaltene Wohngebäude mit Villencharakter wurde 1897 nach Plänen von K. F. Kuhn für eine gehobene bürgerliche Schicht erbaut. Stilistisch rekurriert es auf die Renaissance, der Hängegiebel des Risalits verweist hingegen auf den Schweizerhausstil, der sich für Landhäuser und Villen damals großer Beliebtheit erfreute. Das Gebäude ist ortstypisch für den Ausbau dieses Stadtgebietes in der Zeit um 1900 mit spekulativen Miethausbauten und ein wichtiges Werk im Schaffen des Architekten. |
98373509 | ||
Weitere Bilder |
Amtsgericht mit Vorgarten und den historischen Teilen der Einfriedung | Ehretstraße 11 (Karte) |
Zweiflügelanlage, dreigeschossiger Klinkerbau mit Walmdächern, Werksteingliederungen, abgeschrägte Ecke mit Glockengiebel, darin badisches Staatswappen, Balkon, dreiachsiger übergiebelter Risalit, rückseitig im Winkel polygonaler Treppenhausvorbau, säulengerahmtes Portal mit Mascheron der Justitia im Keilstein, darüber Okulus, beschnitzte bauzeitliche Türflügel, bauzeitliche Ausstattungselemente, erbaut nach Entwurf der Bezirksbauinspektion, 1903 (a, i)
Der stattliche Eckbau ist ortstypisch für ein Gerichtsgebäude einer kleineren Bezirksamtsstadt im Großherzogtum Baden und stadtbildprägend für das von historisierenden Gebäuden bestimmte Stadtviertel. In zeittypischer Weise zeigt der Bau eine noch von reichen Werksteinelementen geprägte späthistoristische Klinkerfassade, die in reichen Neubarockformen gestaltet ist, wie sie für Staatsbauten zu Anfang des 20. Jahrhunderts in Baden üblich wurden. Die Funktion erhellt aus dem Haupt der Justitia mit verbundenen Augen im Keilstein des Haupteingangs und dem Schriftzug im Oberlichtgitter der Türe. Charakteristisch für die damaligen Eckgebäude ist die Abschrägung der Ecke, die hier im Giebel mit dem Staatswappen die öffentliche Funktion des Gebäudes als Sitz der Staatsgewalt ausdrückt. Der Bau ist damit nicht nur von architekturgeschichtlicher Bedeutung, sondern auch für den Typus des Amtsgerichtes wie auch die badische Justiz- und Verwaltungsgeschichte. |
98373518 ( | |
| Wohnhaus mit Vorgarten und historischer Einfriedung | Ehretstraße 12 (Karte) |
Zweigeschossiger, verputzter Massivbau, Sandsteingliederung, Mittelrisalit mit vorgekragtem Zwerchgiebel in Holzkonstruktion, erbaut nach Plänen von K. F. Kuhn, 1897
Das im historisierenden Stil gehaltene Wohngebäude mit Villencharakter wurde für eine gehobene bürgerliche Schicht erbaut. Stilistisch rekurriert es auf die Renaissance, der Hängegiebel des Risalits verweist hingegen auf den Schweizerhausstil, der sich für Landhäuser und Villen damals großer Beliebtheit erfreute. Das Gebäude, spiegelbildliches Gegenstück zu Haus Nr. 10, ist ortstypisch für den Ausbau dieses Stadtgebietes in der Zeit der Jahrhundertwende mit spekulativen Miethausbauten und ein wichtiges Werk im Schaffen des Architekten. |
98373529 | ||
| Verwaltungsgebäude des Weinheimer Vorschuss- und Kreditvereins | Ehretstraße 14 (Karte) |
Zweigeschossiger, asymmetrischer Werksteinputzbau, bewegte Dachlandschaft mit Mansardwalm- und Satteldächern, malerischer Fassadenaufbau mit Treppenturm, Standerker, Eingangsloggia und Mittelrisalit mit Schweifgiebel, Freitreppe, Fensterbekrönungen mit figürlichen Bildhauerarbeiten, bauzeitliches zweiflügeliges Türblatt und Ausstattungselemente wie u.a. Farbverglasungen; Vorgarten und schmiedeeiserne Einfriedung; erbaut nach Plänen von Heinrich Theodor Schmidt, Frankfurt, 1900
Der städtebaulich in prominenter Ecklage, direkt gegenüber dem Amtsgericht errichtete Bau ist mit seinem malerischen Aufbau und seinen vielfältigen Stilformen aus deutscher Renaissance und Barock ein charakteristisches Beispiel für die Baukunst des späten Historismus. Das architektonisch aufwendig gestaltete Haus ist ein Werk des seinerzeit bekannten Frankfurter Architekten Heinrich Theodor Schmidt (1843–1904), der für großbürgerliche, adelige und öffentliche Auftraggeber arbeitete. Sein Verwaltungsgebäude für den Weinheimer Vorschuss- und Kreditverein ist ein anschauliches Beispiel für seine Architekturauffassung und wichtiges Werk im Schaffen des Architekten außerhalb von Frankfurt, der auch das Weinheimer Gymnasium entwarf. Es belegt den Ausbau dieses Stadtviertels seit dem späteren 19. Jahrhundert und hat als Sitz des einstigen Vorschuss- und Kreditvereins, Vorläufer der Weinheimer Volksbank, sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung für die Stadt. Der Verein war 1866 gegründet worden und zählte zu den zeittypischen genossenschaftlich organisierten Banken. Der aufwendige, an großbürgerliche Villen angelehnte Neubau brachte die Bedeutung des für Weinheim wichtigen Wirtschaftsinstituts zum Ausdruck - auch in der gediegenen Ausstattung in barockisierenden Formen. |
98373545 | ||
| Stuhlfabrik Walther | Elisabethstraße 9; Luisenstraße 25 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus des Fabrikanten (Luisenstraße 25) einschließlich seines Gartens, eingeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Zwerchhaus, Wintergartenvorbau, erbaut für Friedrich Peter Walther, 1900, Dachgeschoss ausgebaut nach Plänen des Weinheimer Architekten Adam Eberhardt, 1910 (a); Produktionsgebäude (Elisabethstraße 9), zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Lisenengliederung, Segmentbogenfenster, hofseitig im Obergeschoss Fachwerk, 1900, Anbau nach Plänen des Weinheimer Architekten Adam Eberhardt, zweigeschossiger verputzter Massivbau, große querrechteckige Fenster, 1910 (a), historische Ausstattung der beiden Fabrikbauten
Die einstige Stuhlfabrik Peter Walther, gegründet in Weinheim 1897, vermittelt einen anschaulichen Eindruck früherer Industriebetriebe. Charakteristisch ist die enge Verbindung aus dem Wohnhaus des Fabrikanten und der benachbarten Produktionsstätte. Das Wohnhaus des Unternehmers ist verhältnismäßig bescheiden, seine Fabrik zeigt die für den Industriebau der Zeit um 1900 typischen Formen: Die Lisenengliederung und hochrechteckige Segmentbogenfenster zur Belichtung der Produktionsräume prägen den Bau. Die Erweiterung zehn Jahre später ist weitaus moderner. Nun belichten liegende, breite Rechteckfenster die Räume, die Architektur ist sachlich-nüchtern und markiert damit gestalterisch, aber auch mit der Verwendung von Beton die Entwicklungen zur frühen Moderne. Die Stuhlfabrik belegt damit zeittypische Tendenzen im Industriebau vor dem Ersten Weltkrieg. Der Komplex hat wichtigen Zeugniswert für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte Weinheims. |
109659511 | ||
| Gehöft | Entengasse 4, 5 (Karte) |
Bestehend: Wohnhaus (Nr. 4), zweigeschossig, Satteldach mit Aufschiebling, weitgehend verputzt, Erdgeschoss und rückwärtige Giebelwand massiv, hier Rundbogenfensterchen, Obergeschoss Fachwerk, straßenseitig verbrettert, 1784, im Kern deutlich älter; Wohnhaus (Nr. 5), ehem. Nebengebäude, zweigeschossig, Satteldach mit Aufschiebling, verputzt, straßenseitig Verbretterung, massives Erdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, 1758
Das Gehöft, gelegen am Weschnitzufer, weist einen bauhistorisch interessanten Bestand auf. In dem Gebäude Nr. 4 steckt offensichtlich ein älterer Steinbau, der im 18. Jahrhundert umgebaut wurde. Die rückwärtige Giebelseite könnte vielleicht sogar noch ins Spätmittelalter gehören. Die Anlage als Parallelgehöft ist dabei regionaltypisch, dem großen Wohnhaus steht dabei ein schmaleres Nebengebäude für Ökonomie und evtl. Altenteil gegenüber. Die Verbretterung der straßensieitigen Fassaden mit den hölzernen Brettläden, die ornamental angeordnete Lüftungsöffnungen zeigen, ist hingegen offensichtlich eine Zutat im Heimatstil des frühen 20. Jahrhunderts. Die Hofanlage hat damit wichtigen ortsbau- und hausgeschichtlichen Zeugniswert für Weinheim und dokumentiert Wohn- und Lebensverhältnisse in vormoderner Zeit. |
98373564 | ||
| Scheune | Erbsengasse (Karte) |
Eingeschossig, teilweise Fachwerk, Satteldach, am Kellereingang bez. 1605
Die Scheune ist das älteste erhaltene landwirtschaftliche Nutzgebäude des Domhofviertels und belegt die landwirtschaftliche Prägung dieses Stadtteils. Sie zeugt von der historischen Lager- und Vorratshaltung in vormoderner Zeit. |
98373625 | ||
| Keller | Erbsengasse 15 (Karte) |
Am Kellertorbogen bez. 1591
Der am Eingangsbogen 1591 datierte Keller ist einer der ältesten erhaltenen Bauteile im Domhofviertel und damit wichtiges Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
98373640 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Kirche St. Marien | Forlenweg (Karte) |
Putzbau, Satteldach, Chor als abgestufte Zylinderform, hochrechteckige Fenster, Turm mit flach geneigtem Zeltdach, Sakristei, reiche Ausstattung, errichtet nach Plänen des Würzburger Architekten Albert Boßlet und des Regierungsbaumeisters Erich van Aaken, 1954/55 (a)
St. Marien wurde nach Plänen des bedeutenden Kirchenbaumeisters Albert Boßlet (1880–1957) und des Regierungsbaumeisters Erich van Aaken mitten im Obstbaumgürtel zwischen der Siedlung am Stahlbad und der Weststadt errichtet. Sie wurde 1955 unter dem Namen Maria Regina auch in Erinnerung an die ehem. Marienkapelle auf dem Gelände der heutigen Laurentiuskirche am oberen Marktplatz geweiht. Boßlet hat diese Kirche an einen herausragenden Ort und dies noch durch die hohe Chorpartie betont. In der Baubeschreibung der Architekten wird auf den besonders schönen, an drei Straßen gelegenen Bauplatz verwiesen, der im Blickfeld der Fernverkehrsstraße lag. Die Architektur besteht aus additiven Bauteilen, die in den hochrechteckigen Formen der Fenster und den dünnen Stützen im Innenraum eine Weiterentwicklung und Modernisierung gegenüber den früheren Werken Boßlets zeigt. Die städtbauliche und landschaftsbezogene Ausrichtung der Kirchen Boßlets war ihm in seiner langen Schaffenszeit ein wichtiger Gesichtspunkt. Er schuf über 100 Kirchen, die in seinen frühen Schaffensperioden entweder dem Heimatstil, dem Expressionismus oder der Romanik verpflichtet waren. St. Marien ist ein charakteristischer Bau seines Spätwerks nach dem Zweiten Weltkrieg. Der monumentale Einheitsraum ist nach dem Willen des Architekten Albert Boßlet und seines Mitarbeiters Erwin van Aaken auf den Altar ausgerichtet, was durch die Lichtführung der seitliche Chorfenster unterstützt wird. Er ist in gewollt großzügiger aber schlichter Form gestaltet mit einer Neigung zu dekorativer Abstinenz. Von der Erstausstattung sind wichtige Stücke regional bedeutender Künstler überliefert, so die beiden farbig gefassten Zementskulpturen des Karlsruher Bildhauers und Professors Emil Sutor (1888–1974) über den Seitenaltären, das Fenster der Krönung Mariens nach Entwürfen des Kunstmalers Jupp Gesing aus Herne, ausgeführt von der Glasmalerwerkstätte Donat in Buer und die Terrakotta-Reliefs des Kreuzwegs von August Weckbecker (1888- ca. 1960) aus München. Doch nicht nur in künstlerischer Hinsicht, sondern auch in Beziehung auf die Stadtgeschichte hat St. Marien wichtigen Zeugniswert, belegt die Kirche doch das Bevölkerungswachstum der Stadt nach dem Krieg, u. a. durch den Zuzug katholischer Flüchtlinge aus dem Osten. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Friedrichstraße 2; Hauptstraße 54 (Karte) |
Zwei- bzw. dreigeschossiges Eckhaus, Halbwalmdach, Obergeschosse Fachwerk, verschiefert, 1867
Das Gebäude ist ortstypisch für den Ausbau der unteren Hauptstraße im 19. Jahrhundert bei beengten Grundstücksverhältnissen und hat damit stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Wohnhaus | Friedrichstraße 4 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau mit hohem zentralen Zwerchhaus und flankierenden Gauben, Hauptgeschosse hell verklinkert mit roter Sandsteingliederung: Kolossalpilaster, Geschossgesims, dreieckige und waagrechte Verdachungen, Kniestock mit Zwerchhaus und Gauben in malerischem Fachwerk mit Schnitzwerk, Stilgemisch Historismus und Jugendstil, um 1900
Das Mietswohnhaus dokumentiert die Ausdehnung des Wohngebiets Weinheims nach Etablierung des Bahnhofs als bedeutendes Verkehrszentrum. Mit seiner aufwendigen architektonischen Gestaltung spiegelt das Bauwerk den hohen Anspruch städtebaulicher Repräsentation und das künstlerisch ambitionierte Bauwerk- und Zimmermannshandwerk anschaulich wider. |
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Gymnasium mit ehem. Schuldienerwohngebäude | Friedrichstraße 5/1, 7 (Karte) |
Grünflächen und Einfriedung, drei- bis viergeschossiger Werksteinputzbau, rote Sandsteingliederung; Parkmauer mit Eisengittern und Eingangstoren; eingeschossiges, massives Schuldienerwohnhaus mit zugehörigem Garten und Einfriedung; erbaut nach Plänen von Heinrich Theodor Schmidt aus Frankfurt, 1900/01 (a)
Der drei- bis viergeschossige Schulbau wurde von dem seinerzeit renommierten Frankfurter Architekten Heinrich Theodor Schmidt (1843–1904) “im Stile einer mit modernen Einflüssen versetzten Renaissance” entworfen. Schmidt zählte zu den führenden Frankfurter Architekten des Späthistorismus und baute u. a. für vermögende Bürger und Adelige, aber auch die öffentliche Hand. Schmidts Weinheimer Schulgebäude ist charakteristisch für einen Schulbau der Jahre um 1900 und eines der besten Werke dieser Epoche in Weinheim. Der Bau ist bewusst repräsentativ gestaltet, drückte sich doch in Schulgebäuden der Bildungsanspruch eines selbsbewussten Bürgertums aus. Gerade die Gymnasien als die ranghöchste Schulform verlangten nach entsprechendem architektonischen Aufwand in städtebaulich prägender Situation. Ein charakteristisches zeitgenössisches Zubehör ist das eingeschossige Wohnhaus des Schuldieners. Das Weinheimer Gymnasium hat seinen Ursprung in dem Benderschen Institut an der Institutstraße, das 1876 mit der Höheren Bürgerschule vereinigt worden war und das über Deutschland hinaus in halb Europa bekannt war. Das Gebäude hat damit nicht nur Bedeutung für die Entwicklung des Schulbaus im Großherzogtum Baden zur Zeit des Kaiserreiches, sondern auch für die Schul- und Bildungsgeschichte Weinheims. |
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| Einfahrtstor zum Park der Villa Hildebrand | Friedrichstraße 9 (Karte) |
Werksteinbau mit geschwungener Verdachung auf Schaftbündel, wohl um 1920
Das Tor in Formen des geometrischen Jugendstils lehnt sich mit dem asiatisch geschwungenen Dach offenbar an japanische Vorbilder an, kombiniert diese aber mit dem Bossenquaderwerk der Einfriedungsmauer. Japan spielte für die Kunst der Stilbewegung eine nicht unwesentliche Rolle. Das Tor der abgebrochenen Villa ist ein wichtiges bauliches Dokument dieser reformerischen Kunstbewegung und Zeugnis der einstigen, 1989 abgebrochenen Villa Hildebrand. |
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| Vorstadthaus mit Garten und Einfriedung | Friedrichstraße 20 (Karte) |
Zweigeschossiges, verputztes, traufständiges Wohngebäude, Satteldach mit Traufen- und Ortgangfries, 1848
Das Gebäude ist mit seinen ausgewogenen Proportionen ein anschauliches Beispiel für spätklassizistische Wohngebäude um die Mitte des 19. Jahrhunderts, beeinflusst von den Architekturauffassungen des badischen Baudirektors Heinrich Hübsch. Der Bau belegt den Ausbau Weinheims in der Biedermeierzeit und hat damit baukünstlerischen und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Villa Freudenberg | Friedrichstraße 22 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau unter hohem Walmdach mit Seitenrisaliten, dorischer Säulenaltan und Säulenportikus, im Obergeschoss Arkadenloggien, im Inneren holzvertäfeltes Treppenhaus, erbaut im Auftrag von Otto Freudenberg nach Plänen von Franz Sales Kuhn, Heidelberg, 1923/24 (a); umgebender Garten mit Ausstattungselementen und Einfriedung
Die Villa vertritt in exzellenter und ortstypischer Weise den Typus der Fabrikantenvilla in Fabriknähe und von Parkanlagen umgeben. Sie ist das beste und einzige gut erhaltene Beispiel für diese Zeit in Weinheim. Der Entwurf stammt von dem seinerzeit berühmten Architekten Franz Sales Kuhn (1864–1938), der zu den wichtigen Vertretern eines neubarock und klassizistisch geprägten Reformstils im frühen 20. Jahrhundert zählt. Für die Weinheimer Villa waren Bauten der Zeit um 1800 ebenso vorbildhaft wie italienische Villenbauten der Frührenaissance, wie die beiden Loggien an den Seitenrisaliten belegen. Kuhn platzierte den Wohnbau inmitten eines großen Gartens, der über eine schmale Zufahrt von der Friedrichstraße axial erschlossen wird. Der enge wechselseitige Bezug von Wohnstatt und Erholung bietendem Garten wurde als ideal erachtet und gilt bis heute als Kennzeichen einer Villa. Auch die Villa Freudenberg wurde mit Blick auf den Garten gestaltet. Terrasse und Säulenaltan bilden Übergangsbereiche, die den Gartenraum als Wohnraum begreifen und durch aufwendige Architekturglieder ästhetisch überhöhen. Der Garten und der Vorplatz verschaffen dem freistehenden und mehrseitig repräsentativ ausgestaltetem Bau den vom Architekten beabsichtigten Wirkungsraum. Der Blick auf das in die (scheinbar) natürliche Topographie eingebettete Haus ist Teil des architektonischen Programms. Die Freiflächen verkörpern zudem die bewusst gewählte Distanz zwischen Wohnhaus und Straßenraum, die auch eine Aussage zur gesellschaftlichen Stellung der Bewohner trifft. Die Villa ist damit nicht nur von architektur-, sondern auch sozialgeschichtlicher Bedeutung und hat als Sitz einer der führenden Fabrikantenfamilien Weinheims stadtgeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Villa mit Vorgarten und Einfriedung | Friedrichstraße 28 (Karte) |
Über hohem Sockel zweigeschossiger Massivbau, malerisch gegliedert durch Risalite, Erker und Türmchen, abwechslungsreiche Verwendung von Putzflächen, bossiertem und fein gemeißeltem roten Sandstein, Schiefer und Ziegel, errichtet von Bauspekulant Maurermeister Georg Hopp nach eigenem Entwurf, 1902/03 (a)
Die Villa wurde durch den Weinheimer Maurermeister und Bauunternehmer Georg Hopp geplant und errichtet. Die Parzelle ist Teil eines größeren Areals entlang der neu angelegten Hübschstraße, auf dem Hopp bis um 1910 mehrere Villen und Doppelvillen anlegte. Das Eckhaus zur Friedrichstraße war der erste Bau dieser Reihe. Er wurde mit Blick auf eine Nutzung als Arztpraxis mit Wohnräumen im Obergeschoss konzipiert. Das Gebäude ist ein charakteristisches Spekulationsobjekt der Stadtentwicklung der Jahre um 1900. Der reich gestaltete Bau ist mit seiner asymmetrischen, malerischen Massenverteilung und Gliederung charakteristisch für den Späthistorismus. Als stilistische Orientierung diente die deutsche Renaissance, die auch spätgotische Elemente umfasst. Der Grundriss entspricht typologisch einer Etagenvilla: zentrale Diele mit reihum abzweigenden Zimmern, die ringartig über Türen und Schiebetüren verbunden sind. Die feste Ausstattung, stilistisch zwischen Neubarock und Jugendstil zu verorten, ist weitgehend überliefert. Eine Besonderheit sind die großen 2/3-Kreisfenster und die kreisrunden Sprossen im Oberlicht der rechteckigen Fenstergruppe. Die Villa dokumentiert das private Bauwesen der Kaiserzeit für das gehobene Bürgertum in Weinheim, das hinsichtlich der baukünstlerischen Qualität und Modernität mühelos an das Niveau der überregionalen Zentren Frankfurt, Mannheim und Karlsruhe anschloss. Typologisch und stilistisch spiegelt sie mit Architekturzitaten aus dem Burgen- und Schlossbau exemplarisch die exklusive Wohnkultur der Zeit und die damit verbundenen soziologischen Aspekte wider. Als Teil des Georg-Hopp-Areals an einer Sackgasse ist die Villa mit ihrer beeindruckenden Einfriedung für die Stadtentwicklung und das Stadtbild Weinheims im frühen 20. Jahrhundert von Bedeutung. |
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Wohn- und Geschäftshaus | Gerbergasse 3 (Karte) |
Zweigeschossig, steiles Walmdach mit drei stehenden Stuhlsäulen und Quergebinden sowie aufgeblattene Kopfbändern, Erdgeschoss massiv und verputzt, Obergeschoss Fachwerk mit gebogenen Streben, 1488 (d), Erdgeschoss massiv erneuert, 18./19. Jahrhundert
Das schmale, längliche Gebäude war ursprünglich vollständig in Fachwerk errichtet, wie ein Eckpfosten im Erdgeschoss belegt, wurde aber wie so oft in der Region im 18. oder frühen 19. Jahrhundert in Massivbauweise erneuert. Das Obergeschoss zeigt wandhohe Verstrebungsfiguren an den Ecke und Zwischenstiele mit leicht gebogenen Fußstreben. Ursprünglich war das Haus kein Wohngebäude, sondern Lager- oder Trockenhaus wohl einer größeren Lohgerberei und ist damit Zeugnis der Wirtschaftsgeschichte Weinheims, bildeten doch bis in die Frühe Neuzeit die Gerber eine der wichtigsten Berufsgruppen. Das langgestreckte Gebäude ist typisch für die Entstehungszeit zu Ende des 15. Jahrhunderts. Es liegt im Zentrum des Gerberviertels und ist eines der wichtigsten Gebäude dieses Viertels. Als spätmittelalterlicher Fachwerkbau kommt ihm für Weinheim hoher bauhistorischer Zeugniswert zu. |
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| Wohnhaus | Gerbergasse 4 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss aus Bruchsteinmauerwerk, Obergeschoss konstruktives Fachwerk, 1819
Das Gebäude ist ortstypisch für ein einfacheres Wohngebäude des 18./19. Jahrhunderts im Gerberbachviertel, das das vormoderne Gewerbezentrum Weinheims bildete, waren doch die Gerber einer der Hauptberufszweige. Das Haus belegt damit die vormodernen Wohn- und Lebensverhältnisse dieses Handwerkstandes. |
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Wohnhaus | Gerbergasse 5 (Karte) |
Traufständig, zweigeschossig mit Satteldach, massives Erdgeschoss mit Einfahrt, Obergeschoss aus Fachwerk, 1792
Das Gebäude ist ortstypisch für ein einfacheres Handwerkerhaus im Gerberbachviertel im 18. Jahrhundert, wo vor allem verschiedene Sparten des Gerbergewerbes angesiedelt waren. Dieses spielte in Vormoderner Zeit eine herausragende Rolle für die Wirtschaftsgeschichte der Stadt. Der Bau hat ortsbau- und sozialgeschichtlichen Zeugniswert. |
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Wohnhaus | Gerbergasse 14 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss mit Wappenstein an der Westseite, Obergschoss in reichem Zierfachwerk mit beschnitzten Fenstererkern, Giebelfachwerk erneuert, erbaut für Michael Gepbiner, 1683 (i)
Der an drei Seiten stehende Bau ist einer der aufwendigsten Fachwerkbauten des Gerberbachviertels. Er belegt das Forteleben spätrenaissancezeitlicher Fachwerkformen über den Dreißigjährigen Krieg hinweg. Das Zierfachwerk mit den beschnitzten Fenstererkern, welche die Lage der Stube kennzeichnen, zeugt von einem gewissen Wohlstand des Bauherrn, der sicher zu den vermögenderen Gerbern gehörte, welche einen der wichtigsten Gewerbezweige im vormodernen Weinheim vertraten. Das Gebäude hat wichtigen Zeugniswert für die regionale Zimmermannskunst in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts und die Ortsbaugeschichte Weinheims in der Frühen Neuzeit. |
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| Wohnhaus | Gerbergasse 19 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss mit profilierten Sandsteingewänden, Obergeschoss Fachwerk mit beschnitzten Eckpfosten, Ständer und Brüstung, um 1580; auskragende gusseiserne Laterne, um 1900
Das Gebäude ist wichtiger Bestand der Bebauung des Gerberbachviertels. Es ist anschauliches Beispiel für die tlw. durch Schnitzereien reich verzierten Fachwerkbauten der Spätrenaissance, die vom Wohlstand der Besitzer zeugen und die regionale Zimmermannskunst des 16. Jahrhunderts bezeugen. Das Gebäude hat haus- und ortsbaugeschichtliche Bedeutung. |
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| Wohnhaus | Grundelbachstraße 27 (Karte) |
Zweigeschossiges, massiv, verputztes Giebelhaus, Eckpilaster, originale Ortgangverbretterung, gusseiserner Balkon, 1881
Das Gebäude von 1881 im historisierenden Stil ist ortstypisch für den Ausbau am Rande des Gerberbachviertels mit anspruchsvolleren Wohnbauten nach der Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Bau zeigt mit den geschnitzten Zierbrettern am Ortgang Einflüsse des Schweizerhausstils, während die Fassadengestaltung noch in der Tradition des romantischen Klassizismus steht. Das Gebäude hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert und belegt die Gestaltung eines innerstädtischen Bürgerhauses in der Gründerzeit. |
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Ev. Peterskirche | Grundelbachstraße 114 (Karte) |
Kreuzförmiger Zentralbau aus Porphyrsichtmauerwerk mit bossierten Quadern, hoher Eckglockenturm mit Pyramidendach, Treppenturm, dreiseitig schließender Chor und Querhausarme, Portalvorhalle, im Inneren sternrippengewölbter Zentralraum, allseits rundum Emporen auf Arkaden aus Kunststein, im Chor Orgel- und Sängerempore, darunter Gemeinde- und Konfirmandensaal, bauzeitliche Ausstattung mit Prinzipalstücken, Glasmalereien und Gestühl; nach Plänen von Hermann Behaghel, Bildhauerarbeiten von Hans Fries, 1910–1912 (a)
Die Ev. Peterskirche erhebt sich an Stelle der ältesten Weinheimer Pfarrkirche, welche wohl bis ins 8. Jahrhundert zurückreichte. Sie wurde zugunsten des bestehenden Baus 1910 abgebrochen. Dieser ist eines der letzten und bedeutendsten Werke des wichtigen Kirchenbaumeisters Hermann Behaghel (1839–1921), Vertreter des späten Historismus. Sein Neubau ist eines der Wahrzeichen Weinheims und ein wichtiges Glied in der Entwicklung des evangelischen Kirchenbaues in Baden und im Werk des Architekten. Charakteristisch für die Entstehungszeit ist die monumentalisierende Architektur in Bossenquadermauerwerk, welche bewusst auf stauferzeitliche Stilformen der rheinischen Spätromanik zurückgreift. Solche burghaften Formen waren durchaus charakteristisch für den evangelischen Sakralbau der Kaiserzeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg. In ihnen manifestierte sich ein gewisser Nationalpatriotismus der evangelischen Kirche, ein Rekurrieren auf die Stauferzeit als großer Epoche der deutschen Geschichte. Dem entspricht auch die Ausgestaltung des Innenraums, in der sich die Romanik mit Elementen der deutschen Frührenaissance und damit der Epoche der Reformation verbindet (Gewölbe, kassertierter Triumphbogen). Der Raum entspricht dabei liturgisch ganz dem 1890 aufgestellten Wiesbadener Programm. Kanzel und Altar stehen nahe beieinander, darüber befindet sich entsprechend der großen Rolle der Musik im evangelischen Gottesdienst die Orgel- und Sängerempore, die der Gemeinde zugewandt ist. Zusammen mit der bildhauerischen Ausstattung, den bunten Fensterverglasungen und der farbigen Raumfassung bildet der Innenraum der Peterskirche ein Gesamtkunstwerk des späten Historismus mit Jugendstileinflüssen, der zu den bedeutendsten Sakralräumen des frühen 20. Jahrhunderts am nördlichen Oberrhein gerechnet werden darf. Am Standort der ältesten Weinheimer Kirche errichtet, hat der Bau überdies zentrale Bedeutung für die Stadt- und Siedlungsgeschichte. |
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| Villa Winkes | Gutleuthausstraße 2 (Karte) |
Mit Vorgarten und seitlichen Grünbereichen sowie den historischen Teilen der Einfriedung, freistehender verputzter Massivbau, Walmdach mit großer Giebelgaube, bossierter Quadersockel in rotem Sandstein, Standerker und seitlich überdachter Treppenaufgang, erbaut als eigenes Wohnhaus und Architekturbüro nach eigenem Entwurf von Heinrich Winkes, 1909 (a)
Das freistehende Wohnhaus wurde von dem Weinheimer Architekten und Bauunternehmer Heinrich Winkes als privater Wohnsitz mit integriertem Architekturbüro errichtet und ist damit ein anschauliches Beispiel für ein Architektenwohnhaus im frühen 20. Jahrhundert. Winkes wählte eine zurückhaltende, vornehme Gestaltung, die unter dem Einfluss der Reformarchitektur steht. Die Gliederung der hell verputzten Fassaden orientiert sich zeittypisch an klassizistischen Vorgaben. Der Einfluss des Jugendstils kommt in der Materialsensibilität und Detailsausbildung zum Tragen. So kombiniert Winkes stark bossierte, Schwere und Festigkeit vermittelnde Quader unterschiedlicher Größe mit zart anmutenden hell und glatt verputzten Flächen, die durch lineare und teils gekurvte Einschnitte zurückhaltend durchgliedert sind. Die Fenster des Treppenhauses zeigen farbige und monochrome Scheiben mit Bleiverglasungen und im Erdgeschossbereich schmiedeeiserne Ziergitter. Die Grundrisse sind von der Nutzung als Wohnung und Architekturbüro geprägt. Die Villa stellt somit ein authentisch überliefertes Beispiel der von Jugendstil und Reformarchitektur geprägten Wohnarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts dar. Gestaltung, Innenausstattung und Grundrissdisposition dokumentieren das reformorientierte Verständnis von Architektur nach der Ablösung des späten Historismus und veranschaulichen die Wohnkultur der bürgerlichen Gesellschaft nach der Jahrhundertwende. |
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| Gasthof Schwarzer Adler | Hauptstraße 2 (Karte) |
Zwei- bis dreigeschossiger Vierflügelbau um kleinen Innenhof, verputzter Sandstein-Klinkerbau mit Sattel und flach geneigten Walmdächern, Zwerchhaus, Eckerker, mit Glockendach, daran anschließend Saalgebäude, an dessen Giebelseite eingemauert Stein mit Handwerkerzeichen, 1750 (i), Dachgeschosswohnung mit originalen Türen und Wandmalereien, orientalisch-ägyptisches Kabinett mit Täfelung und Türen; erbaut 1892, Ausmalungen der Dachwohnung von F. Barchfeld, Mannheim, 1902 (i)
Das Gasthaus zum Schwarzen Adler erhebt sich in städtebaulich prägnanter Lage direkt an einem Weschnitzübergang. Es ist mit seiner Architektur ein charakteristischer Vertreter des späten Historismus, der hier in zeittypischer Weise mit Elementen der deutschen Renaissance spielt. Künstlerische Bedeutung für Weinheim haben die Raumausstattungen, vor allem die 1902 geschaffenen Ausmalungen des Mannheimer Dekorationsmalers Barchfeld von 1902. Sie zeugen mit einem Erkerzimmer, das sich sehr genau an Architekturmalereien Pompeijis orientiert, und einem orientialiserenden Zimmer mit ägyptischer Landschaft und von den kulturellen Prägungen, Interessen und exotischen Vorlieben des Bürgertums um 1900. Hinzu kommen orientalisierend geschnitzte Wandtäfelungen, Türblätter und Türgestelle. Diese bürgerlichen Raumaussattungen des späten Historismus haben in ihrem Überlieferungsgrad Seltenheitswert und sind einmalige Zeugnisse der damaligen Wohn- und Ausstattungskultur. |
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| Hofanlage | Hauptstraße 3 (Karte) |
Dreiflügelige Baugruppe, bestehend aus: Wohnhaus mit Torfahrt, zweigeschossiger traufständiger Massivbau, Satteldach mit einseitigem Halbwalm, verputzt, erbaut 1758, gründerzeitlicher Ladeneinbau mit Pilastergliederung; Scheune, erbaut 1768; Laubengang im Hof, um 1848
Die Anlage dokumentiert ein größeres bäuerliches Anwesen der Barockzeit, das im späteren 19. Jahrhundert im Erdgeschoss straßenseitig einen repräsentativen Ladeneinbau erhielt und so die Hausgeschichte spiegelt. Der Komplex belegt die historischen Wohn- und Lebensverhältnisse in Weinheim und hat Zeugniswert für die Stadtbaugeschichte in der Frühen Neuzeit. Das traufständige Torfahrthaus ist dabei charakteristisch für die Hofanlagen am Oberrhein im 18. Jahrhundert. |
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| Gasthauskomplex Zur Goldenen Rose | Hauptstraße 5 (Karte) |
Bestehend aus: Gasthaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau in Ecklage, Ladeneinbahun mit Gusseisensäulen und rustizierten Pfeilern, Rundbogeneingang, daneben rundbogiger Eingang zum Gastraum, datiert 1767, 1798 und 1887; rückwärtig Scheune, großer Bruchsteinbau mit Fachwerkgiebeln, hohes Satteldach mit schmalen Bandgauben
Das Gebäude geht im Kern auf die Barockzeit zurück und ehrielt sein heutiges Ausshen beim Ausbau zum Gasthaus 1887. Dieser zeigt eine charakteristische späthistoristische Gestaltung in Neurenaissanceformen. Die Gusseisensäulen, welche die Schaufront des benachbarten Ladens untergliedern, belegen die Verwendung künstlerisch gestalteter, fabrikmäßig gefertigter Bauelemente in der Zeit der Hochindustrialisierung. Die rückwärtige große Scheune ist ortstypisch. Das Anwesen ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte und Teil der historischen Bebauung in der Hauptstraße. |
98374136 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 6 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, hofseitig Rundbogenportal in Rustika, im Keilstein Hauszeichen und Initialen, vermauerter Keilstein mit Initialen und Datierung, 1756 (i)
Das Gebäude ist eines der selteneren Beispiele privater barocker Massivbauten in Weinheim und dokumentiert so den innerstädtischen Ausbau in der Barockzeit. |
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| Wohn- und Werkstattgebäude | Hauptstraße 15 (Karte) |
Zweigeschossig, Fachwerk mit Backsteinausfachung, gegliederte Backsteinfassade, Werkstatttüre, Werkstattfenster und Treppenhausfenster mit Jugendstilaufteilung, 1906
Das auf sehr schmalem langgestreckten Grundstück errichtete Gebäude bezeugt die Vorzüge der Fachwerktechnik in ästhetisch befriedigender Fassadenausbildung in der Zeit des Historismus mit Jugendstilelementen in den Details. Es belegt die bis ins frühe 20. Jahrhundert übliche Verbindung von Wohnen und Arbeiten innerhalb der Städte und ist Zeugnis eines kleineren Handwerksbetriebes. Das Gebäude hat stadtbau- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung. |
98374144 | ||
| Wohnhaus | Hauptstraße 17 (Karte) |
Zweigeschossiges, verputztes Traufenhaus, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, 1843
Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für die Hauptstraße und tradiert die barockzeitliche Form der Bebauung ins 19. Jahrhundert fort. Es hat stadtbaugeschichtlichen Wert und belegt historische Wohn- und Lebensverhältnisse. |
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| Wohnhaus einer Hofanlage mit Gartenmauer | Hauptstraße 24 (Karte) |
Zweigeschossig, giebelständig, mit Krüppelwalmdach, verputzt, Erdgeschoss massiv, mit Hauszeichen von 1721 (i), wohl vom ursprünglichen Erdgeschoss, Fachwerkobergeschoss 1768 (i), (nachträglich unterfangen, 1977 a)
Das Wohngebäude einer Hofanlage ist in seiner Kubatur charakteristisch für die barockzeitlichen Häuser. Es belegt die weitgehend landwirtschaftliche Prägung Weinheims in der Frühen Neuzeit und hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
98374181 | ||
| Reformierte Schule | Hauptstraße 29 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, verputzt, hohes massives Kellergeschoss, Erdgeschoss massiv unterfangen, Obergeschoss und Giebel Fachwerk, auf neuer Inschrifttafel datiert 1765
Das stattliche Gebäude ist eines der drei reformierten Schulhäuser der Stadt im 18. Jahrhundert. Das Gebäude bezeugt die ortstypische giebelständige Bebauung der Hauptstraße in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts und belegt die konfessionelle Ausrichtung des Schulwesens, war doch Weinheim wie fast alle Städte in der Kurpfalz seit dem späteren 17. Jahrhundert von der Trikonfessionalität zwischen Katholiken, Lutheranern und Katholiken geprägt. |
98374197 | ||
| Wohnhaus | Hauptstraße 32 (Karte) |
Zweigeschossig und traufständig, Satteldach mit profiliertem Traufgesims, verputzt, massives Erdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, im Erdgeschoss Fenster und Türen in profilierten Sandsteingewänden mit Ohren, im Keilstein der nördlichen Türe Brezel als Bäckerzeichen, im Sturz bez. 1732
Der langgestreckte Barockbau ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für den Ausbau kurpfälzischer Städte im 18. Jahrhundert. Einen gewissen Anspruch belegen die profilierten, geohrten Einfassungen der Fenster- und Türöffnungen im Erdgeschoss und entsprechen dem Status des Besitzers, zählten Bäcker doch zu den wichtigen Berufszweigen in den vormodernen Städten. Der Bau hat damit bau- und sozialgeschichtliche Bedeutung für Weinheim. |
98374205 | ||
| Wohnhaus mit Torfahrt | Hauptstraße 33/1, 33 (Karte) |
Hofraum, Garten mit Stützmauer einschließlich Treppe und Eisenzaun, zweigeschossiger, hell verputzter Massivbau mit flach geneigtem Satteldach, rote Sandsteingliederung, Ecklisenen, mit Rosetten ornamentierte Fensterbrüstungen, originale Schreinerarbeiten wie Haustür, Haustreppe, Zimmertüren etc. erhalten, 1868, Teile der festen Ausstattung in den 1920er-Jahren überarbeitet
Das spätklassizistische Wohnhaus entstand 1868 wie zunächst alle Neubauten des Stadterweiterungsgebiets des 19. Jahrhunderts in offener Bauweise. Es steht zwar bündig in der Straßenflucht, war aber zur Bauzeit freistehend und wurde dementsprechend an drei Seiten mit repräsentativ gegliederten Fassaden versehen. Die funktionale Einbindung der rückwärtigen Hof- und Gartenflächen ist an der erhaltenen bauzeitlichen Torfahrt mit Sandsteinpfeilern und Gitterzaun und an der einen Hof abgrenzenden Stützmauer zum Garten ablesbar. Ebenso dokumentieren der der Stützmauer und den Einfriedungsmauern zu den Nachbarparzellen aufgesetzte, bauzeitliche Eisenzaun und die auf das Gartenniveau hochführende Sandsteintreppe die historische Einbindung des Gartens in das architektonische Konzept des Anwesens. Stilistisch tradiert der Bau den zur Zeit Heinrich Hübschs etablierten Formkanon. Mit den Ecklisenen und fein gearbeiteten Brüstungsfeldern der Fenster weist er sich als repräsentatives, vornehmes Vorstadthaus aus. Das Anwesen hat sozial- und baugeschichtlichen Zeugniswert. |
98374213 | ||
| Wohnhaus | Hauptstraße 34 (Karte) |
Zweigeschossiges Fachwerkgiebelhaus mit Satteldach, Erdgeschoss an Nordostecke massiv unterfangen, 1755
Das Gebäude ist ein qualitätvolles und anschauliches Beispiel für den regionalen frühneuzeitlichen Fachwerkbau und seine Zierelemente. Die Formen weisen ins 17. Jahrhundert, was nahelegt, dass sich das Datum am Hauseingang auf einen Umbau bezieht, in dessen Rahmen wohl auch ein Teil es Erdgeschosses massiv unterfangen wurde. Das Gebäude hat haus- und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
98374222 | ||
| Schulhaus mit vorgelegtem Garten und Nebengebäuden | Hauptstraße 35 (Karte) |
Später Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau unter Satteldach, kleiner Mittelgiebel, Zwerchhaus, 1866; Hausmeisterwohnung, 1911; Remisengebäude mit Waschküche, 1907
Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel für die spätklassizistischen Schulbauten im Großherzogtum Baden, wie sie von den Kommunen bis in die 1870er-Jahre errichtet wurden. Die schlichte, zurückhaltende Architektur wird durch Konsolfriese und ein kleines Sternfenster im Giebel des Zwerchhauses ausgezeichnet. Eine später zugefühte Hausmeisterwohung und Remsie komplettieren die kleine Schulanlage, welche den Schulausbau in Weinheim in Folge des Bevölkerungswachstums in der frühen Gründerzeit belegt und stadthistorischen Zeugniswert hat. |
98374237 | ||
| Wohnhaus | Hauptstraße 40, 42 (Karte) |
Sog. Haus Karillon, zweigeschossiges, verputztes Massivgebäude, Satteldach mit Zwerchhaus, rote Sandsteingliederung, 1873
Das Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für den Wohnbau kurz nach der Reichsgründung. Er folgt in seinem Fassadenaufbau und der zurückhaltenden Gliedeurng noch den spätklassizistischen Traditionen. Das Haus war lange Jahre Wohnung und Arztpraxis des Arztes und Dichters Dr. Adam Karillon (1853–1938), Ehrenbürger der Stadt Weinheim und erster Träger des Georg-Büchner-Preises, und hat damit nicht nur architektur- und bau-, sondern auch stadtgeschichtliche Bedeutung. |
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| Villa mit Garten und Einfriedung | Hauptstraße 44 (Karte) |
Ulnersche Stiftung, zweigeschossiger verputzter Massivbau in klassizistischen Formen, Walmdach, Erdgeschoss Rundbogenfenster, seitlichesTreppenhaus, nach Plänen von H. Hübsch erbaut, 1836 (a)
Das klassizistische Gebäude zählt zu jenen Gebäuden, welche der gebürtige Weinheimer Heinrich Hübsch, badischer Baudirektor in Karlsruhe, in seiner Heimatstadt plante und baute. Es wurde für die Ulnersche Spital-Stiftung errichtet, die auf eine Stiftung der in der Stadt ansässigen adeligen Herren von Ulner zurückgeht. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis der für Weinheim segensreichen Stiftung. Es ist ein charakteristisches Zeugnis für den Ausbau des an dieser Straßenbiegung von biedermeierzeitlich geprägten Bauten bestimmten Stadtbildes. Es ist wichtiges Zeugnis für das Schaffen Hübschs und für die Stadt- und Sozialgeschichte Weinheims im 19. Jahrhundert. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 46 (Karte) |
Dreigeschossiger Putzbau, Walmdach, zweigeschossiger Anbau mit Terrasse, bauzeitlich vorgelagerte Ladenzeile, errichtet nach Plänen des Architekten L. Wenz, 1928/29 (a)
Das Wohn- und Geschäftshaus wurde in einer seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts locker bebauten Villengegend nach Plänen des Architekten Leopold Wenz errichtet. Der traditionelle Umriss des Gebäudes mit Standerker über Segmentbogen an der Straßenseite orientiert sich an Bauformen der Zeit um 1800, während die Gliederung und die Detailformen den damaligen modernen Vorstellungen des Expressionismus folgen, so z.B. die asymmetrischen Überecksetzungen der Fenster, die gerippten Fensterrahmungen und die verbindenden vertikalen Wandflächen verwiesen. Vertikale und horizontale Formen werden dabei spannungsvoll gegeneinander gesetzt. Das Gebäude ist im Werk des Architekten Leopold Wenz ein wichtiges Dokument. In ihm lässt sich auch der Wandel der ehemaligen Villengegend zu einem Geschäftsviertel in der näheren Umgebung des Bahnhofs ablesen. Die Gliederung und die bewusste Einsetzung der Details zeigen eine künstlerisch anspruchsvolle Handschrift. Der in Söllingen 1880 geborene Wenz kam 1910 nach Weinheim und lebte und arbeitete dort bis zu seinem Tod 1965. In Weinheim sind sowohl private, öffentliche als auch Industriebauten von ihm geplant und gebaut worden. Wenz hat die Stadtbaugeschichte Weinheims in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts entscheidend mitgeprägt. Für seine Werkgeschichte ist das Gebäude aussagekräftig. Als Anerkennung für seine unermüdliche und selbstlose Arbeit zum Wohl der Gemeinde wurde ihm am 7.8.1964 die silberne Bürgermedaille verliehen. |
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| Wohnhaus | Hauptstraße 50 (Karte) |
Zweigeschossig, Mansarddach mit Gauben, verputzt, Massiverdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, Hauseingang mit Treppe, klassizistisches Türblatt, 1788
Das kleine Zeilenhaus bezeugt den Ausbau der Hauptstraße gegen Ende der Barockzeit. Es ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für das Straßenbild und die Bauzeit und dokumentiert vormoderne Lebens- und Wohnformen. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 63 (Karte) |
Viergeschossiger verputzter Massivbau mit schmuckreichen Werksteinelementen und großem Glockengiebel, runder dreigeschossiger Eckerker, abgeschrägte Hausecke mit kleinem Wappenrelief, erbaut nach Plänen von Max Seckenbach, Frankfurt, 1906 (a)
Das viergeschossige Wohn- und Geschäftsgebäude dominiert mit seinem großen Giebel und dem dreiviertelrunden hohen Eckerker den zentralen Kreuzungspunkt von Haupt- und Bahnhofstraße. In seinem Format wirkt es beinahe großstädtisch innerhalb der älteren, kleinteiligen Siedlungsstruktur Weinheims. Schon in dem Architekten wird der Einfluss des großstädtischen Bauens auch auf kleinere Städte im Großherzogtum deutlich. Es ist überdies einer der wenigen Jugendstilbauten in Weinheim und eines der hervorragendsten Gebäude des frühen 20. Jahrhunderts in der Hauptgeschäftsstraße der Stadt. Es ist darüber hinaus ein wichtiges Werk im Schaffen des Frankfurter Architekten Max Seckenbach. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 70 (Karte) |
Zweigeschossiges, traufständiges Gebäude, Satteldach mit breitem Zwerchhaus, im Giebel Wappenkartusche, massives Erdgeschoss, Obergeschoss und Zwerchhaus verschiefertes Fachwerk, erbaut 1832, im Kern älter, Dachausbau und Verschieferung 1909 (a)
Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für die Bebauung der Hauptstraße im 18. und 19. Jahrhundert. Die Verschieferung der Fassade Anfang des 20. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem Dachausbau ist eine lokale Spezialität, die vermutlich auf Vorbilder aus dem sächsischen Vogtland zurückzuführen ist und sich um 1900 in manchen Gegenden Südwestdeutschlands einer gewissen Beliebtheit erfreute. Das Gebäude hat ortsbaugeschichtliche Bedeutung. |
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| Wohn- und Geschäftsgebäude | Hauptstraße 81 (Karte) |
Dreigeschossiger, traufständiger Klinkerbau mit ausgebautem Mansarddach, gestaffelter Volutengiebel, Gliederung durch Werksteinelemente, Erker und Balkon mit schmiedeeisernem gebauchtem Brüstungsgitter, 1908/09 (a)
Das Gebäude veranschaulicht eindrucksvoll, wie seit dem späteren 19. Jahrhundert die ältere Bebauung entlang der Hauptgeschäftsstraße Weinheims durch Neubauten ersetzt wurde, die sich an großstädtischen Vorbildern orientierten. Mit seiner Fassade steht der Bau am Ende des Späthistorismus. Mit dem Kontrast von Ziegelflächen und anspruchsvoll gearbeiteten Werksteinelementen vertritt er eine von nordischen Vorbildern inspirierte Neurenaissance, wie sie beim Bürgeturm seit den späten 1880er-Jahren äußerst beliebt war. Das Gebäude hat architektur- und stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert für Weinheim. |
98374643 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 84 (Karte) |
Hotel Karlsberg, dreigeschossiges verputztes Massiveckhaus mit flachem Walmdach, Sandsteingliederung, gekuppelte Fenster, nach Mitte 19. Jahrhundert
Das Gebäude ist mit seinen italianisierenden Neurenaissanceformen charakteristisch für die Bauten der frühen Gründerzeit. Es belegt den innerstädtischen Ausbau Weinheims mit neuen, repräsentativen Wohn- und Geschäftsbauten, hier einem Hotel für den seit dem Eisenbahnanschluss wachsenden Fremdenverkehr. Es wurde am ehem. Roßmarkt erbaut und prägt mit seinem Standort auf einem spitzwinkligen Grundstück zwischen Haupt- und Institutsstraße den Eingang zur oberen Hauptstraße. |
98374651 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 99 (Karte) |
Dreigeschossiges, verschiefertes Eckhaus, erbaut nach Plänen von A. Lutz, 1911 (a), kleiner Vorbau, 1928 (a)
Das Gebäude, errichtet auf einem schmal zulaufenden Eckgrundstück, bildet städtebaulich einen pittoresken Blickfang zwischen Hauptstraße und dem hangabwärts führenden Spitalgässchen. Mit seinen reichen Dachverschneidungen, der Verschieferung, dem kleinen, balkongekrönten Vorbau, Mansard- und Satteldächern bezieht sich das Gebäude bewusst auf die ältere Wohnbebauung Weinheims und ist damit ein charakteristischer, städtebaulich äußerst qualitätvoll eingepasster Vertreter des Heimatstils zu Beginn des 20. Jahrhunderts. |
98374706 | ||
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Wohn- und Gasthaus | Hauptstraße 107 (Karte) |
Zweigeschossiges Giebelhaus mit Krüppelwalmdach, massives Erdgeschoss, Obergeschoss und Giebel aus Fachwerk, im Kern spätmittelalterlich, Schlussstein Judengasse bez. 1445, zweitversetzter Portalsturz, bez. 1592 und 1823, Zierfachwerk und Befunde im Inneren deuten auf renaissancezeitliche Prägung der Hauptgeschosse hin
Das im Kern spätmittelalterliche und vor allem in der Reniassancezeit überprägte Gebäude gehört zu den wichtigen älteren Bauten an der Hauptstraße. Die Zierelemente seines Fachwerks sind anschauliche Dokumente der regionalen Zimmermannskunst im späteren 16. Jahrhundert. Interessant ist der Schlussstein des gotischen Portals zur Judengasse, der neben der Datierung in seltener Weiese den Steinmetzen nennt: Conrad Apel. Das Gebäude hat wichtigen Zeugniswert für die ältere Stadtbau- und Sieldungsgeschichte Weinheims. |
98374725 | |
| Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 108 (Karte) |
Zweigeschossiges, giebelständiges Massivgebäude aus Vorder- und Hinterhaus, Krüppelwalmdach, verputzt, Ladenfront mit Eckrustzierung und ornamentierten Pfeilern, Vorderhaus erbaut 1609 (d), Hinterhaus 1696 (d), barockisiert 1737, Ladeneinbau spätes 19. Jahrhundert
Der stattliche, zweiteilige Bau entstand zu Anfang und zu Ende des 17. Jahrhunderts und dokumentiert das frühneuzeitliche Bauen in Weinheim. Charakteristisch für das spätere 19. Jahrhundert ist die Schaffung von Ladenlokalen in den Erdgeschossen der Häuser an der Hauptstraße, die wie hier eine repräsentative Eingangsfront in Formen der Neurenaissance erhielten. Das Haus hat stadtbau- und hausgeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Wohn- und Geschäftshaus mit Scheune | Hauptstraße 112 (Karte) |
Früher wohl Ackerbürgerhaus, zweigeschossiger und traufständiger Bau mit Mansarddach, Torfahrt, großer liegender Dachstuhl, 1803 (a); zurückgesetzte Scheune als Fachwerkbau mit großem Kellergewölbe, ca. 1837 (a)
Die kleine Hofanlage grenzt an das Gasthaus Zum grünen Baum und besteht aus einem regionaltypischen traufständigen Wohn- und Geschäftshaus mit Mansarddach und einer im rückwärtigen Grundstücksbereich gelegenen, bemerkenswert gut überlieferten Scheune. Sie eist noch eine spätbarocke Abzimmerung auf, wie sie auch in Dachstuhl des Hauptgebäudes zu beobachten ist und zeigt, dass diese Konstruktionsweise bis in die 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts tradiert wurde. Bedeutsam ist der ungewöhnlich weit gespannte und verhältnismäßige große, für die damalige Zeit bautechnisch anspruchsvolle Tonnenkeller darunter, der die notwendigen Lager- und Kühlmöglichkeiten für die hier ansässigen Gewerbetreibenden bot. Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich mit seinem Treppenhaus, dem gut erhaltenen Dachstuhl, seiner Kubatur und den historischen Ausstattungsteilen in Mehrheit mit dem Ökonomiegebäude in einem Zustand, der die bautechnischen Standards der Erbauungszeit dokumentiert sowie exemplarisch für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte Weinheims in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts steht. |
109655574 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 114 (Karte) |
Zweigeschossiges verputztes Eckgebäude mit Mansardhalbwalmdach, massives Erdgeschoss und Obergeschoss teilweise massiv, Obergeschoss sonst Fachwerk über einseitiger Vorkragung auf Konsolen, Fenster in profilierten Ohrengewänden, Eckerker mit Welkscher Haube und ornamentierten Brüstungsfeldern, erbaut 1801, Umbau nach Plänen von A. Lutz, 1913/1914 (a)
Das zweigeschossige spätbarocke Gebäude erhielt sein heutiges Aussehen durch den Umbau 1913/14 nach Plänen von A. Lutz. Damals wurde auch der Erker über einer Ecklisene hinzugefügt, ein charakteristischer Bezug im Sinne des Heimatschutzes auf die lokale Architektur, gibt es doch solche Eckerker mehrfach an barocken Gebäuden Weinheims. Der Bau zeigt damit eine qualitätvolle Erneuerung des frühen 20. Jahrhunderts, die das Straßenbild nachhaltig prägt. |
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Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 117 (Karte) |
Dreigeschossiges, traufständiges Fachwerkhaus, massives Erdgeschoss, Mansarddach, 1797
Das Gebäude bezeugt die ortstypische Bebauung an der Hauptstraße gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit teilweiser Fachwerkkonstruktion und Abkehr von der Giebelständigkeit. Das heute freiliegende Fachwerk ist hierbei rein konstruktiv und war ursprünglich mit Sicherheit in zeittypischer Weise verputzt. Der Bau hat stadtbau- und hausgeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Gasthaus Zum weißen Lamm mit Saalbau | Hauptstraße 118 (Karte) |
Zweigeschossige Vierflügelanlage, massiv und verputzt, zweigeschossiges Vorderhaus mit Sohlbank- und Gurtgesimsen sowie Rossettenzierrat, neu errichtet unter Einbeziehung eines älteren Vorgängerbaus von 1741 (a), um 1870, rückwärtig Saalbau, im Inneren Stuckdecke und Wandgliederungen, wohl 1872–1874
Der Komplex bietet ein anschauliches Beispiel eines größeren Gasthofes in der Gründerzeit, wobei die Fassade noch spätklassizistischen Gliederungsprinzipien folgt. Die im ersten Obergeschoss an der Hofseite erkennbaren barocken Ohrengewände geben zu der Vermutung Anlass, dass allerdings Teile eines barocken Vorgängerbaues mitverwendet (bzw. integriert) wurden, der seinerzeit auf dem ehem. Schießplatz vor dem Stadtgraben 1747 erbaut wurde. Der rückwärtige zugehörige Saalbau - vermutlich 1872–1874 erbaut, gehört mit seiner reichen Wand- und Deckenstuckausstattung aus kannelierten Wandpilastern, Rahmenstuck, Konsolfries und Stuckrosetten zu den bemerkenswertesten Wirtshaussaalbauten des letzten Drittels des 19. Jahrhunderts im Rhein-Neckar-Kreis. Er besitzt noch die originalen Fenster mit zugehörigen Beschlägen. Insbesondere der Saalbau stellt ein wichtiges Bindeglied in der Stilentwicklung dieser Baugattung dar und ist wichtiges Zeugnis für die Gasthausgeschichte des Rhein-Neckar-Kreises. |
98374931 | ||
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Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 119 (Karte) |
Dreigeschossiges verputztes Massiveckhaus, Mansarddach, Schweifgiebel, Jugendstilornamentik, nach Plänen von A. Charbon erbaut, 1907 (a);
Oberlicht und Korbbogenverdachung mit Kreuz kennzeichnen den Durchgang zur Ulnerschen Kapelle. Das stattliche, nach Plänen von Adam Charbon erbaute Haus prägt den Ostabschluss des Marktplatzes und ist eines der wenigen Jugendstilgebäude in Weinheim. Es ist das wichtigste Werk im Schaffen des Architekten. Das zentral angeordnete barockisierende Oberlichtportal mit Korbbogengiebel und Kreuz markiert den Durchgang zur Ulnerschen Kapelle. Das Gebäude hat ortsbau- und architekturgeschichtliche Bedeutung für Weinheim. |
98375010 | |
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Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 121 (Karte) |
Traufständig, dreigeschossig mit Satteldach, massives Erdgeschoss, Obergeschoss in konstruktivem Fachwerk, 1790
Das im Wesentlichen Baubestand von 1790 aufweisende Gebäude ist Zeugnis der früheren Bebauung auf der Südseite des Marktplatzes. Es zeigt eine für die Stadt in der Barockzeit charakteristische Traufständigkeit und ein Fachwerk, das rein konstruktiv ausgebildet ist und ursprünglich in zeitüblicher Weise verputzt war. |
98375002 | |
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Löwenapotheke | Hauptstraße 123 (Karte) |
Dreigeschossig, Satteldach mit einseitigem Krüppelwalm, massives verputztes Erdgeschoss, rundbogige, z. T. ergänzte profilierte Ladenfenster, Haustür mit Oberlicht und Initialen im Sturz, beschnitzte Ladentür, 18. Jahrhundert, darüber vergoldeter Löwe auf Podest, Obergeschosse Fachwerk mit reichen Zierformen, tlw. vorkragend, im Kern 1458 (d), weitgehender Um- und Ausbau der Obergeschosse 1576/77 (d), weitere Erneuerungen 1652/53 (d), Erdgeschoss massiv erneuert, 1765 (i), Überarbeitung Inneres, um 1812 (d)
Der stattliche Bau am Marktplatz gehört zu den großen und bedeutenden Fachwerkbauten der Stadt. Er reicht im Kern seines Gefüges bis ins Spätmittelalter zurück, das Äußere wird aber im Wesentlichen durch den renaissancezeitlichen Umbau im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts geprägt, der mit dem reichen Zierfachwerk die Qualität der regionalen Zimmermannskunst dieser Zeit belegt. Als alte Apotheke hat das Gebäude stadtgeschichtlichen Wert, auf die historische Funktion des Erdgeschosses als Laden verweisen die großen Bogenfenster, der vergoldete Löwe (Original heute im Museum) ist ein anschauliches Beispiel barocker Bildhauerkunst und belegt die Erneuerung des Erdgeschosses im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts. Mit ihren zahlreichen, handwerklich gut gearbeiteten Details, welche die reiche Baugeschichte des Hauses illustrieren, ist die Apotheke eines der herausragenden Zeugnisse älterer bürgerlicher Wohn- und Geschäftsbauten in Weinheim und belegt mit seinen Dimensionen die soziale Stellung der in der Regel wohlhabenden Apotheker in der vormodernen Stadtgesellschaft. |
98375019 | |
| Mittelalterliche Stützmauer | Hauptstraße 111, 119, 133; Stadtmühlgasse 16 (Karte) |
Z. T. in den Häusern verbaut
Die an der Rückseite bzw. zum Teil mitten durch diese Grundstücke verlaufende Stützmauer wurde bei deren Bebauung meist mitbenutzt. Nach dem heutigen Erkenntnisstand ist die 1845 geäußerte These, es handele sich um eine Stadtmauer, nicht zu erhärten, aber auch nicht unbedingt zurückzuweisen. Die Reste der Stützmauer sind auch auf den Grundstücken, wo bisher nichts nachgewiesen wurde, zu vermuten. Sie haben stadtbau- und siedlungsgeschichtlichen Zeugniswert. |
98374755 | ||
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Ev. Johanneskirche | Hauptstraße 125 (Karte) |
Traufständiger Saalbau in der Straßenzeile, massiv und verputzt, Satteldach mit achteckigem Dachreiter unter Welscher Haube, zwei ornamental verzierte Rundbogenportale, vier Rundbogenfenster, im Inneren quergerichteter Saal mit Deckenvoute und flachem Plafond, einfacher Rahmenstuck, bauzeitliche Kanzel vor der Längswand, seitlich Emporen, erbaut nach Entwurf von Anton Reinecke unter Aufsicht von Johann Jakob Rischer, 1731–1736 (i, a), farbige Glasfenster mit Reformatorendarstellungen, 1883/84
Die ev. Johanneskirche ensttand als charakteristischer querorientierter Betsaal für die reformierte Gemeinde Weinheims und veranschaulicht damit ein Stück der frühneuzeitlichen Konfessionsgeschichte der Kurpfalz. Nach der Kirchenunion von 1821 wurde die die reformierte Kirche unter dem Namen Johanneskirche als Gotteshaus der uniierten Lutheraner und Reformierten weitergenutzt, während die lutherische Johanneskirche verkauft und abgebrochen wurde. Zeittypisch für das spätere 19. Jahrhundert ist die Darstellung zweier wichtiger deutscher Reformatoren in den historistischen Farbverglasungen: Luther und Melanchthon. Die ev. Johanneskirche ist damit wichtiges Zeugnis der Kirchengeschichte Weinheims und ein anschauliches Beispiel für die remformierten Quersaalkirchen im 18. Jahrhundert. |
98375028 ( | |
| Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 128 (Karte) |
Dreigeschossig, hohes Walmdach mit Aufschiebling, verputzt, Massiverdgeschoss, vorkragende Obergeschosse aus Fachwerk, errichtet 1621 (d), barockisiert 1757
Der stattliche Bau ist ein charakteristisches großes Bürgerhaus der Renaissance in der sog. Neustadt, das wie so viele Bauten im 18. Jahrhundert barockisiert wurde. Es belegt die Stadtbaugeschichte der Frühen Neuzeit und veranschaulicht damalige Lebens- und Wohnverhältnisse. |
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| Gasthof zum Hirsch | Hauptstraße 129/1, 129 (Karte) |
Ab 1814 Zum Stern (heute Wohn- und Geschäftshaus), Anlage mit Laubengängen um kleinen Innenhof, bestehend aus: Vordergebäude, traufständig, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansardwalmdach, langgezogene Fachwerkgaube, Toreinfahrt mit Korbbogen, erbaut für Gastwirt und Bäckermeister Jacob Schütz, 1804, Toreinfahrt eingebaut 1813 (i), Ladeneinbau um 1900, Dachausbau 1917/18; Rückgebäude, dreigeschossiges verputztes Wohnhaus in Massivbauweise, Mansarddach, große mittige Zwerchgaube zum Tal hin, Terrasse, erbaut über älterem Keller, 1917/18 (a)
Das Gasthaus Zum Hirsch im sog. Kesselviertel in der Neustadt wird zum ersten Mal 1595 in den Urkunden des Weinheimer Stadtarchivs erwähnt. Wohl ab 1762 befand sich das Anwesen größtenteils im Besitz des Gastwirts und Bäckers Philipp Heinrich Schütz. 1798 ist der Bäckermeister Jacob Schütz der alleinige Besitzer des Anwesens. Er ließ das Anwesen umbauen und betrieb neben der Bäckerei eine Straußenwirtschaft, für welche er 1814 die persönliche Wirtschaftskonzession für das inzwischen umbenannte Gasthaus Zum goldenen Stern erhielt. Nach 1872 wurde die Gastwirtschaft nicht mehr weiter betreiben, der Bau wandelte sich zum Wohn- und Geschäftshaus. Das Anwesen dokumentiert in Struktur und vielen Baudetails die Nutzung als Gasthaus über Jahrhunderte und seine Überformung um 1900 aufgrund der Umnutzung als Ladengeschäft. Bemerkenswert ist der originale historistische Fensterrahmen des Ladens von der Mannheimer Eisengießerei Karl Flink mit den zugehörigen Rollläden von G A Gerster, Mainz. Im ersten Obergeschoss weist ein aufwändig ornamentierter, durch drei Zimmer sich ziehender Stuckleistenfries, auf den ehemaligen oberen großen Gasthaussaal hin. Der Komplex ist daher ein wichtiges Dokument der Wirtschafts-, Sozial- und Stadtbaugeschichte Weinheims, aber auch der Geschichte der Bautypen Gasthaus mit Nebengebäuden bzw. Ladengeschäft mit Wohnhaus. |
98375053 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 131 (Karte) |
Traufständiges, dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach, verputzt, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, 1769
Das über schmalem Grundstück errichtete Wohn- und Geschäftsgebäude von 1769 ist mit seiner Traufständigkeit ortstypisch für den Ausbau der Hauptstraße unter beengten Grundstücksverhältnissen im 18. Jahrhundert. Der tonnengewölbte Keller stößt gegen die auch hier durchlaufende Stützmauer, die die hinteren Gebäudeteile von den vorderen trennt. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 135 (Karte) |
Anlage um kleinen Innenhof, Vorderhaus traufständig und zweigeschossig, Satteldach mit zwei Gauben und breitem Zwerchhaus, verputzt, massives Erdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, 1757, Dachausbau 19. Jahrhundert
Das Wohn- und Geschäftsgebäude steht mit der Rückseite auf der hier etwa 7 m hohen Stützmauer aus Bruchsandstein, die sich durch die Stadt zieht. Das Gebäude bezeugt die ortstypische traufständige Bauweise mit großem Fachwerkkonstruktionsanteil um die Mitte des 18. Jahrhunderts und die weitere Mitbenutzung der bis ins Mittelalter zurück zu datierenden Stützmauer. Es hat haus- und stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
98375317 | ||
| Wohnhaus | Hauptstraße 136 (Karte) |
Zweigeschossiges, verputztes traufständiges Gebäude, Erdgeschoss massiv mit bauzeitlichemTürblatt, Obergeschoss Fachwerk, erbaut 1667, umgebaut 1778 und 1808
Das ehemals auch als Schule verwendete Gebäude ist ortstypisch für die traufständige Bebauung der Hauptstraße vom 17. bis ins frühe 19. Jahrhundert. Es hat ortsbau- und stadtgeschichtlichen Zeugniswert. |
98375332 | ||
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Wohnhaus | Hauptstraße 137 (Karte) |
Traufständig und zweigeschossig, Satteldach mit Gaube, verputzt, Massiverdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, im Kern wohl 18. Jahrhundert, umgebaut 1808 und 1828
Das Gebäude dürfte im Kern vielleicht noch aus dem 18. Jahrhundert stammen. Die Rückseite zum Gerberbachviertel auf der hohen mittelalterlichen Stützmauer ist hier wie am Nachbarhaus 139 besonders beeindruckend und stadtbildprägend. Das Haus ist Beispiel der Bebauung der Hauptstraße im 18. und frühen 19. Jahrhundert in traufständiger Bauweise und bezeugt die weitere Mitbenutzung der älteren Stützmauer. |
98375340 | |
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Wohnhaus | Hauptstraße 138 (Karte) |
Sog. Plönlein, zweigeschossiger Fachwerkbau über massivem verputztem Kellergeschoss, Mansarddach mit einseitigem Krüppelwalm, Aufschiebling und profiliertem Traufgesims, verputzte massive Erdgeschosswand an der Giebelseite, Stockwerksvorkragungen, rundbogiger Kellereingang, 1721
Das Haus erhebt sich über einem spitzwinkeligen Grundstück bei der Einmündung vom Mühlheimer Tal heraufführenden Obergasse in die Hauptstraße. Es bildet als an drei Seiten frei stehender Bau in dieser exponierten, malerischen Situation ein stadtbildprägendes Element, das im Volkmund analog zu einem ähnlichen, weit berühmteren Straßenbild in Rothenburg ob der Tauber „Plönlein“ genannt wird. Das im Kern auf 1721 zu datierende Gebäude bezeugt den Ausbau der Stadt über schwierigem Grundstück beim ehem. Müllheimer Tor. Es ist dabei ein anschauliches Beispiel für den barockzeitlichen Fachwerkbau. |
98375352 | |
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Wohnhaus | Hauptstraße 139 (Karte) |
Traufständig und zweigeschossig, Satteldach mit Aufschiebling, verputzt, massives Erdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, Portal mit Oberlicht, Galerie auf der rückseitigen mittelalterlichen Stützmauer, 1771
Das Gebäude bezeugt den Ausbau der Hauptstraße in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts mit traufständigen Gebäuden unter Mitbenutzung der älteren Stützmauer, die hier wie am Nachbarhaus 137 besonders stadtbildprägend gestaltet ist. Der Bau belegt vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und hat ortsbaugeschichtliche Bedeutung. |
98375360 | |
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Wohnhaus | Hauptstraße 140 (Karte) |
Ehem. Wächterhaus, zweigeschossiger traufständiger Fachwerkbau mit Satteldach, Erdgeschoss seitlich massiv erneuert, bez. am Eckpfosten des Obergeschosses, 1762
Das schmale Fachwerkhaus diente als Wächterwohnung für den Torwächter des Müllheimer Torturms, der 1608 neu errichtet worden war und 1774 eine Uhr erhalten hatte. Das Gebäude ist das einzige in Weinheim erhaltene Haus dieser Art und auch sonst ein selteneres erhaltenes Beispiel. Es hat daher wichtige Bedeutung für die Stadtgeschichte. |
98375376 | |
| Torbogen mit Inschrift | Hauptstraße 140 (Karte) |
Wappen und Jahreszahl 1608, abgebrochen 1882 (i), Bogen an dieser Stelle wiederverwendet
Der Bogen erinnert an das einstige Müllheimer Tor, auch Bronntor genannt, als Teil der Befestigung der Weinheimer Neustadt. Voin ihm blieb nur der äußere Torbogen mit Inschrift, Wappen und Jahreszahl 1608 und dem Jahr des Abbruches 1882 erhalten und ist über dem Aufgang zum Schlosspark wiederverwendet. |
98375368 | ||
| Synagoge (heute Wohn- und Geschäftshaus) | Hauptstraße 143 (Karte) |
Zweigeschossiger, traufständiger Bau mit Satteldach, verputzt, massives Erdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, errichtet auf Kosten des Gemeindevorstehers Mayer Oppenheim und seines Sohnes Mordche, um 1683–1690, Erneuerungen 1792 (a) und 1802 (a) und nochmals umfassend um 1869 (a), Erweiterung des Betraums, 1888 (a), nach Verkauf an Bäcker Hermann Dell Umbau der Hauptstraßenfassade, 1907 (a)
Eine jüdische Gemeinde bzw. Juden sind in Weinheim seit 1228 belegt. Die Gemeinde wurde 1298 und 1348/49 das Opfer blutiger Pogrome. Ihre ältere Synagoge lag in der Judengasse. Im späteren 17. Jahrhundert finanzierten Gemeindevorsteher Mayer Oppenheim und sein Sohn Mordche einen Neubau in der heutigen Hauptstraße. Ein Bittgesuch beim Kurfürsten 1683 um finanzielle Unterstützung für den Neubau blieb allerdings erfolglos, die beiden Oppenheims mussten die Kosten alleine tragen. Mehrmals wurde die Synagoge instand gesetzt, 1812 war sie allerdings so baufällig, dass sie auf Jahre hinaus geschlossen werden musste. Erst Ende der 1860er-Jahre war die Gemeinde finanzstark genug, eine umfassende Renovierung in Angriff zu nehmen. Nach dem Neubau einer größeren Synagoge 1905/06 verkaufte die Gemeinde ihr altes Gotteshaus an den Bäcker Dell, der hier seine Bäckerei einrichtete. Er ließ die Fassade in Jugendstilformen überarbeiten. Hierdurch blieb das Gebäude im Gegensatz zur neueren Synagoge in der Ehret-Straße bei der Reichspogromnach 1938 verschont. Es ist wichtiges Zeugnis der Geschichte der jüdischen Religionsgemeinschaft in Weinheim und der Kurpfalz in der Frühen Neuzeit. |
98375392 | ||
| Wohnhaus | Hauptstraße 147 (Karte) |
Zweigeschossiges verputztes Fachwerktraufenhaus, zur Stadtmühlgasse dreigeschossig, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, an der Südecke des Obergeschosses geschnitzter Eckpfosten, 17. Jahrhundert, massives Erdgeschoss 19. Jahrhundert
Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit und dem nachträglich in Massivbauweise erneuerten Erdgeschoss charakteristisch für die Weinheimer Wohnbebauung des 17. bis frühen 19. Jahrhunderts. Es entstand unter Verwendung der mittelalterlichen Stützmauer, die auf der Rückseite bis auf Höhe des erste Obergeschosses festzustellen ist. Das Gebäude dokumentiert vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und hat Zeugniswert für die Stadtbaugeschichte. |
98375416 | ||
| Wohnhaus | Hauptstraße 149 (Karte) |
Nebengebäude zum Ratskeller, zweigeschossiger traufständiger Massivbau mit Mansarddach, verputzt, im Kern Scheune, 1822, teilabgebrochen und neu errichtet, um 1900
Das schlichte Gebäude umfasst die Reste der zum Gasthaus Zum Ratskeller zugehörigen Scheune, die um 1900 weitgehend abgebrochen und als Nebengebäude des Gasthauses erweitert wurde. Der Bau fügt sich in seinen schlichten Formen und mit dem Mansarddach im Sinne des Heimatschutzes unauffällig in die historische Umgebung ein und ist ein Zeugnis der Stadtbaugeschichte im frühen 20. Jahrhundert. |
98375448 | ||
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Wohnhaus | Hauptstraße 149 (Karte) |
Seit 1865 Gasthaus Zum Ratskeller, dreigeschossig und giebelständig, Satteldach, Erdgeschoss in Bruchstein, verputzt, originale Tür- und Fenstergewände, Kellerbogen und Rundfenster an der Nordseite, Obergeschosse und Giebel Zierfachwerk mit Vorkragungen, profilierte Schwellbretter, im ersten Obergeschoss am Eckpfosten Bauinschrift mit Gebet, erbaut für Hans Linckh, 1607 (i)
Das stattliche Gebäude zählt zu den herausragenden Zeugnissen renaissancezeitlichen Fachwerkbaus in Weinheim und zeigt die für die Epoche charakteristischen Figuren und Schmuckmotive. Es gelangte Mitte des 19. Jahrhunderts an die seit 1439 belegte Weinheimer Familie Zinkgräf, die hier eine Bäckerei einrichtete. 1865 wurde neben der Backstube die Weinwirtschaft Zum Ratskeller eröffnet, die im späteren 19. Jahrhundert deutschlandweite Berühmtheit als Stammlokal des Weimarer Senioren Convent erlangte. Der Bau hat wichtigen Zeugniswert für die Stadtbaugeschichte und die Lebens- und Wohnverhältnisse begüterter Weinheimer Bürger in der Frühen Neuzeit. |
98375432 | |
| Wohnhaus | Hauptstraße 150 (Karte) |
Dreigeschossiger Giebelbau, Krüppelwalmdach mit Aufschiebling, Erdgeschoss und erstes Obergeschoss massiv, zweites Obergeschoss aus Fachwerk, 1788
Das stattliche Gebäude bezeugt den Ausbau außerhalb der ummauerten Stadt entlang der Hauptstraße im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts. Es dokumentiert frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und hat stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
98375464 | ||
| Blattfederschmiede | Hauptstraße 155 (Karte) |
Zweigeschossiges, massives, verputztes Giebelhaus, Krüppelwalmdach, 1818; Reste der Stadtmauer
[s. Stadtbefestigung, Gerbergasse 25] Das Gebäude von 1818 diente als Blattfedernschmiede. Es bezeugt die Bebauung an der Stadtmauer zu Beginn des 19. Jahrhunderts und kündet vom Schmiedehandwerk, das eines der ältesten Gewerbe in Weinheim war. An der Rückseite wurden wohl Teile der Zwingermauer und als Abschlussmauer des Hofes Teile der inneren Stadtmauer erhalten. Der Bau belegt damit auch die zuenhmende Überbauung und Umnutzung der militärisch inzwischen obsoleten Verteidigungsanlagen und hat nicht nur Zeugniswert für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte Weinheims, sondern auch die Stadtbaugeschichte. |
98375489 | ||
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Wohnhaus | Hauptstraße 161 (Karte) |
Zweigeschossig und traufständig, Satteldach, verputztes Massiverdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, um 1700
Das wohl um 1700 erbaute Gebäude ist ortstypisch für den Ausbau der Hauptstraße in der Barockzeit mit traufständigen Gebäuden. Es dokumentiert Lebens- und Wohnverhältnisse der Frühen Neuzeit und hat stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
98375505 | |
| Gasthaus Zur Finkenburg | Hauptstraße 165 (Karte) |
Haupthaus mit Nebengebäude und Hinterhaus zur Gundelbachstraße (Sachgesamtheit); Haupthaus: zweigeschossiger giebelständiger Bau mit Halbwalmdach, Erdgeschoss massiv und verputzt, Obergeschoss Fachwerk, bez. im Balkenkopf 1607, weitgehend erneuert 1759; Nebengebäude, traufständig unter Satteldach, Sockel massiv, Wohngeschoss konstruktives Fachwerk, 1856; Hinterhaus: über hohem Sockelgeschoss eingeschossiger Massivbau unter Mansardwalmdach mit runden Eckerker, eigene Zugangstreppe von der Gundelbachstraße, historistische Formen, um 1900/1910, innen originale vertäfelte Gaststube etc.
Das Hauptgebäude des Anwesens zählt im Kern zu den überlieferten Wohnbauten der Spätrenaissanceepoche. Seine heutige Gestalt erhielt es durch einen barockzeitlichen Umbau. Es bezeugt den ortstypischen Ausbau der Hauptstraße in der jahrhundertelang üblichen giebelständigen Fachwerkbauweise und ist stadtbildprägend für diesen Teil der Hauptstraße. Das Nebengebäude belegt die Beibehaltung der traditionellen Fachwerkbauweise bis ins 19. Jahrhundert. Das Hinterhaus dokumentiert die historistische Erweiterung durch eine gesonderte Gaststube, die eigens erschlossen, gut belichtet und mittels Täfelung gehoben ausgestattet wurde. |
98375513 | ||
| Wohnhaus mit Vorgarten und Einfriedung | Hildastraße 2 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Mansarddach mit gewellten Ortgangbrettern, flacher Mittelrisalit mit Schwebgiebel, Balkon mit gebauchtem Brüstungsgitter in Jugendstilformen, Werksteingliederungen, nach Plänen von H. Winkes, 1906 (a)
Das Gebäude ist charakteristisch für den Ausbau der Stadt in bevorzugter Wohnlage in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und ein wichtiges Werk im Schaffen des Architekten. Zeittypisch ist die Anlehnung an Formen der deutschen Renaissance, der Schwebgiebel über dem Risalit, ein Element des Schweizerstils, verleiht dem Gebäude hingegen einen gewissen Landhauscharakter, wie er für vorstädtische Häuser gewünscht war. Hochmodern ist das in floralem Jugendstil gestaltete Balkongitter. Der Bau veranschaulicht damit die eklektizistische Architekturauffassung des späten Historismus. |
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| Doppelwohnhaus mit Vorgarten und Einfriedung | Hildastraße 4, 6 (Karte) |
Zweigeschossige verputzte Massivbauten, symmetrische Anlage, Zwerchgiebel in Fachwerk, Loggien, Eckerker, nach Plänen von Adam Charbon erbaut, 1906/07 (a)
Das nach Plänen von Adam Charbon im Landhausstil erbaute Gebäude ist charakteristisch für den Ausbau dieser vor dem Ersten Weltkrieg bevorzugten Wohngegend und ein wichtiges Werk im Schaffen des Architekten. In den großen Putzflächen, die zu den sorgfältig gearbeiteten Werksteinelementen kontrastieren, kündigt sich schon die Reformarchitektur an, während der malerische Fassadenaufbau mit Loggien, Fachwerkzwerchhäusern und Eckerkern noch ganz den Auffassungen des späten Historismus verpflichtet ist. Das Doppelhaus veranschaulicht dabei eindrucksvoll den spekulativen Wohnbau in den rasant wachsenden Industriestädten der Kaiserzeit. |
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| Dampflokomotive Henschel 4483 | Höhnerweg 8 (Karte) |
Zweiachsige Tenderlokomotive Typ „Riebeck“ von Henschel, Spurweite 1435 mm (Normalspur), Bauart Bn2t, zwei Kuppelachsen, Herstellung als Industrielokomotive durch die Lokomotivfabrik Henschel § Sohn in Kassel mit der Fabriknummer 4483 1896, Werkslokomotive der Großmühle H. Hildebrand & Söhne Weinheim 1896–1929, Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim AG Weinheim 1929–1954, im Zweiten Weltkrieg als Leihgabe bei der Firma Cark Freudenberg im Einsatz, Werkslokomotive Nr. 1 bei Carl Freudenberg KG Weinheim 1954–1960, Aufstellung als Fahrzeugdenkmal im Werksgelände Freudenberg 1960, Versetzung an den Wasserturm 2007
Die Dampflokomotive Henschel 4483 ist eine zweiachsige Tenderlokomotive vom Typ „Riebeck“, die als Industrielokomotive 1896 durch die Lokomotivfabrik Henschel § Sohn in Kassel mit der Fabriknummer 4483 hergestellt worden ist. Es handelt sich um eine normalspurige Tenderlokomotive der Bauart Bn2t, welche zwei Kuppelachsen aufweist. Die Lokomotive wurde 1896 als Werkslokomotive an die Großmühle H. Hildebrand & Söhne Weinheim ausgeliefert. Im Jahr 1929 erfolgte der verkauf an die Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim AG. Im Zweiten Weltkrieg war sie zunächst als Leihgabe bei der Firma Carl Freudenberg im Einsatz und dann von 1954 bis 1960 die Werkslokomotive Nr. 1 der Carl Freudenberg KG Weinheim. Aus Wertschätzung wurde sie nach der Außerbetriebnahme aufbewahrt und 2007 als Fahrzeudenkmal am Wasserturm des Bahnhofs Weinheim aufgestellt. Der technikgeschichtliche und verkehrsgeschichtliche Wert der Dampflokomotive Henschel 4483 ergibt sich durch ihren besonderen Seltenheitswert als eine der wenigen überlieferten Dampflokomotiven aus dem 19. Jahrhundert im heutigen Baden-Württemberg, ihrer Bedeutung für den deutschen Lokomotivbau als serien- und typenvertretendes Beispiel einer in dem Zeitraum 1880–1941 produzierten Industrielokomotive des Typs Riebeck von Henschel, sowie ihrem Erinnerungswert als bemerkenswerterweise ohne Unterbrechung seit 1896 in Weinheim eingesetzte Werkslokomotive bedeutsamer Industriebetriebe. |
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| Treppenanlage | Höllenstaffel 1 (Karte) |
und Stützmauer mit Durchlass, die sich durch diesen Teil der Stadt zieht, ortsbau- und siedlungsgeschichtlichen Zeugniswert. | 98375612 | ||
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Fränkische Siedlung | Albert-Ludwig-Grimm-Straße 17; Amtsgasse 1, 1/1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10; Babostraße 3, 5; Bandgäßchen 3, 5; Burgpfad; Gerberbach; Gerbergasse 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 13, 14/1, 14, 15/1, 15, 16, 17, 18, 19, 21, 23, 25, 27, 29; Grabengasse 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15; Grundelbachstraße 1, 1/1, 2, 2/1, 2/2, 2/3, 2/4, 2/5, 2/6, 2/7, 2/8, 2/9, 3, 5, 7, 7/1, 10, 11, 12, 13/1, 13/2, 13/3, 13, 14; Hauptstraße 103, 105, 107, 109, 111, 113, 115, 116, 117, 118, 119, 121, 122, 123, 125, 126, 127, 128, 129/1, 129, 131, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139, 140, 141, 142, 143, 144, 145, 146, 147, 148, 149, 150, 151, 152, 153, 154, 155, 156, 157, 159, 161, 163, 165; Höllenstaffel 1; Hutgäßchen 2, 4, 6; Hutplatz; Institutstraße 4, 6, 8, 10, 14, 16, 17, 19, 23; Judengasse 1, 2, 2/1, 3, 4, 4/1, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14/1, 14, 15/1, 15, 17/1, 17, 19, 21, 23; Katzenlauf 1, 2; Lohgasse 1, 2, 3, 3/1, 4, 5, 6, 7, 8, 9; Marktplatz 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 14, 16, 18; Mittelgasse 1, 5, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 19; Mühlgäßchen 2; Müllheimer Talstraße 1, 1/1; Münzgasse 1, 2/1, 2/2, 2/3, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 10/1, 11, 12, 13, 15, 17; Neuer Burgweg; Obergasse 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 9, 10, 11, 11/1, 11/2, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 23/1, 23/2, 23; Obertorstraße 1, 3, 4, 5, 7, 9, 9/1; Quergäßchen 1, 2; Rote Turmstraße 1, 3, 4, 6, 8, 10; Schloßberg; Schlossergäßchen 6, 7, 10; Schweizgasse 1, 2, 3, 3/1, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 14, 16; Sigmund-Hirsch-Platz 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14; Spiegelgäßchen; Stadtmühlgasse 1, 2, 2/1, 2/2, 3, 3/1, 3/2, 3/3, 4, 5, 6, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26; Stadtwehrstraße 1, 2, 3, 4, 5, 6, 8, 10, 12; Strohgäßchen 2, 5, 6, 8, 10; Windeck 1 (Karte) |
Die fränkische Siedlung „Winenheim“ wird erstmals im Lorscher Kodex 755 urkundlich genannt. Im Jahr 1000 erhält die Ansiedlung das Marktrecht, im Jahr 1065 das Münzrecht. Zum Schutz dieses am Ufer der Weschnitz gelegenen Siedlungskerns wird um 1130 die Burg Windeck errichtet. Die weithin sichtbare Ruine der Burg Windeck (1674 zerstört) prägt zusammen mit dem heute bewaldeten Schlossberg das Bild der Gesamtanlage. 1232 fällt Weinheim an das Erzbistum Mainz. Streitigkeiten um den Besitz führen zur Besetzung der Burg durch den Pfalzgraf bei Rhein, Otto II. In Konkurrenz zum bestehenden Besitz wird um 1250 unter der Burganlage auf der Hochterrasse des Grundelbaches die befestigte Neustadt angelegt, die 1264 erstmals urkundlich als Stadt genannt wird. Der Stadtgrundriss der Oberstadt mit dem zentralen Marktplatz weist ein nach Norden fächerförmig geöffnetes Straßennetz mit rechtwinklig verlaufenden Quergassen auf. Über dem nach Westen ansteigenden Marktplatz prägt die Pfarrkirche St. Laurentius das Platzbild. Die Kirche wurde 1910 auf dem Standort einer gotischen Vorgängerkirche errichtet. Weitere im historischen Ortsbild. dominierende Gebäude sind das Alte Rathaus (1557 als Kaufhaus erbaut), das ehemalige Deutschordenshaus (1710), die evangelische Stadtkirche (1731–36), die Ulnersche Kapelle mit Spital (1368), das ehemalige Karmeliterkloster (1720) und das Schloss, das den höchsten Standort in der Oberstadt einnimmt. Der Verlauf der teilweise erhaltenen Stadtmauer ist im Stadtgrundriss bis heute deutlich ablesbar. Von den drei Toren (Nieder-, Müllheimer- und Obertor) der mittelalterlichen Stadtanlage ist nur das Obertor erhalten. Von den ehemals fünf Türmen sind der Rote Turm, der Hexenturm, der Blaue Hut sowie Teile des Judenturms baulich überliefert. Im Bereich des Obertors sind im Mittelalter Adelshöfe der Familie Swende von Weinheim belegt. Der nördliche Hof wurde 1423 an Pfalzgraf Ludwig III. verkauft. 1537 entsteht hier das pfalzgräfliche Schloss, das im 18. Jahrhundert nach Süden erweitert wurde. Die Unterstadt, das so genannte Gerberbachviertel, erstreckt sich vom Grundelbach bis zur Hochterrasse. Im Vergleich zur planmäßig angelegten Oberstadt weist es ein unregelmäßiges Straßennetz auf. Eindrucksvolle Fachwerkhäuser am Gerberbach zeugen von der wirtschaftlichen Blütezeit insbesondere der Rotgerber im 16. Jahrhundert. Nordwestlich der Neustadt vor dem Verlauf der Stadtmauer wurde im 18. Jahrhundert ein großer Garten mit einem Lusthaus angelegt, auf den heute die Park und Gartenanlage des Hermannshofes zurückgeführt werden kann. | 101911072 | |
| Wohnhaus mit Vorgarten | Hübschstraße 4 (Karte) |
Einfriedungsmauer und Garten, verputzter Massivbau mit Manssarddach, übergiebelter Eckrisalit großzügig durchfensterte Fassade mit wenigen Schmuckelementen in Werkstein, durch den Bauunternehmer Georg Hopp nach eigenen Plänen errichtet, 1910 (a)
Die Doppelhaushälfte mit wenigen Schmuckelementen in den Formen der Renaissance, zeigt sich bereits deutlich beeinflusst von den Merkmalen der Reformarchitektur in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Sie ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohungsbau in den wachsenden Industriestädten der Kaiserzeit, wurde das Gebäude doch durch den Bauunternehmer Georg Hopp nach eigenen Plänen im Hinblick auf eine spätere Veräußerung errichtet. Der Bau belegt dabei den Ausbau Weinheims im frühen 20. Jahrhundert und hat stadtbau- sowie sozialgeschichtlichen Zeugniswert. |
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Wohnhaus | Hutgäßchen 2 (Karte) |
Zweigeschossig und traufständig, Satteldach mit Giebelgaube, verputztes Massiverdgeschoss, vorkragendes Obergeschoss in konstruktivem Fachwerk, profilierter Rundbogeneingang, Doppelfenster, darunter Kellerzugang, 1742
Das über sehr schmalem Grundriss errichtete Gebäude dürfte mit seinen Dimensionen und den kleinen Innenräumen Angehörigen der unteren städtischen Schichten zuzuweisen sein. Es bezeugt den Ausbau der Innenstadt bei extremer Ausnutzung der vorliegenden Grundstücke im 18. Jahrhundert und hat sozial- sowie stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Wohnhaus mit Vorgarten und Einfriedung | Institutstraße 4 (Karte) |
Zweigeschossiger, traufständiger Massivbau, flach geneigtes Satteldach mit Zwerchhaus, verputzt, Ecklisenen und Stockwerksgesims, Beletagefenster mit Kopfgesimsen, 1874
Das Gebäude bezeugt den gründerzeitlichen Stadtausbau am Verknüpfungspunkt von Alt- und Neustadt. In charakteristischer Weise für die 1870er-Jahre zeigt es noch eine zurückhaltende, am späten Klassizismus orientierte Fassadengestaltung, wobei die seit der Barockzeit ortstypische Traufständigkeit fortgesetzt wird. Es ist Zeugnis des Wohnbaus der Gründerzeit und der Stadtentwicklung im Zeitalter der Hochindustrialisierung, die auch Weinheim ein Wachstum der Bevölkerung bescherte. |
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| Wohnhaus mit Vorgarten und Einfriedung | Institutstraße 6 (Karte) |
Zweigeschossig und traufständig, verputzter Massivbau mit flach geneigtem Satteldach, Ecklisenen und ornamentaler Traufgesims, Fenster der Beletage mit Brüstungsfeldern und Kopfgesimsen, 1879
Das Gebäude bezeugt den gründerzeitlichen Stadtausbau am Verknüpfungspunkt von Alt- und Neustadt. In charakteristischer Weise für die 1870er-Jahre zeigt es noch eine noch am späten Klassizismus orientierte Fassadengestaltung, die hier schon deutlich reicheres Formvokabular im Sinne des Historismus aufweist, wobei die seit der Barockzeit ortstypische Traufständigkeit fortgesetzt wird. Es ist Zeugnis des Wohnbaus der Gründerzeit und der Stadtentwicklung im Zeitalter der Hochindustrialisierung, die auch Weinheim ein Wachstum der Bevölkerung bescherte. |
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| Wohnhaus mit Vorgarten und Einfriedung | Institutstraße 8 (Karte) |
Zweigeschossig und traufständig, verputzter Massivbau mit flach geneigtem Satteldach, Gliederung durch Ecklisenen und Stockwerksgesims, Beletagefesnter mit Brüstungsfeldern und Kopfgesimsen, Balkon in den beiden Mittelachsen, 1881
Das Gebäude bezeugt den gründerzeitlichen Stadtausbau am Verknüpfungspunkt von Alt- und Neustadt. Es zeigt eine zum Nachbarhaus beinahe identische Fassadengestaltung, was nahelegt, dass es mit diesem gemeinsam als spekulativer Wohnbau errichtet wurde, wie er für die wachsenden Industriestädte der Kaiserzeit charakteristisch war. Die Fassadengestaltung mit dem über zwei Achsen reichenden Balkon steht am Übergang vom späten Klassizismus zur Neurenaissance, wobei die seit der Barockzeit ortstypische Traufständigkeit fortgesetzt wird. Das Haus ist Zeugnis des Wohnbaus der Gründerzeit und der Stadtentwicklung im Zeitalter der Hochindustrialisierung, die auch Weinheim ein Wachstum der Bevölkerung bescherte. |
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| Evangelisches Pfarranwesen der Johannespfarrei | Institutstraße 10 (Karte) |
Wohnhaus mit Garten, zweigeschossiger Sandsteinbau ist historistischen Formen, übergiebelter Eckrisalit, Mansarddach, 1903
Das Gebäude ist ein für die Zeit um 1900 charakteristischer Pfarrhausbau, der sich an den Villenstil des späten Historismus anlehnt und mit Stilformen der Spätgotik bzw. deutschen Frührenaissance bewusst auf die Zeit der Reformation Bezug nimmt. Es ist in diesem Sinne als repräsentativer Sitz der Pfarrverwaltung und Wohnung der Pfarrfamilie gestaltet und hat stadt- und kirchengeschichtliche Bedeutung. |
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| Staatliches Vermessungsamt mit Vorgarten und Einfriedung | Institutstraße 15 (Karte) |
Zweigeschossiges Massivgebäude in Hufeisenform mit Walmdächern, hoher Sockel in Rustikamauerwerk, Erdgeschoss in Werkstein mit bossierter Eckquaderung, Obergeschoss in Klinkern mit Werksteinelementen, einachsige Mittelrisalite, an der Hauptfront mit Ziergiebel, an den Seiten mit Pyramidendächern, Haupteingang mit mittigem Säulenbalkon, 1892
Das große, dreiflügelige Gebäude in Hanglage ist ein anschauliches Beispiel für die großen Behördenbauten im Großherzogtum Baden, wie sie im späten 19. Jahrhundert entstanden. Zeittypisch ist der Bau in Neurenaissanceformen gehalten, die auch an nordeuropäischen und französischen Vorbildern orientieren. Das wohl vom Bezirksbauamt geplante Gebäude ist eines der wichtigsten öffentlichen Gebäude der Kaiserzeit in Weinheim, die am Rande der alten Siedlungsfläche entstanden und das Stadtbild bis heute maßgeblich mitprägen. Seine repräsentativen Bauformen und die Grundform in der Art eines herrschaftlichen Palais weisen den Bau dabei deutlich als obrigkeitlichen Behördensitz aus. |
98375687 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Institutstraße 23 (Karte) |
Zweigeschossig mit Mansardgiebeldach, verputztes Massiverdgeschoss mit Korbbogenkellereingang, Obergeschoss Fachwerk, verzierter Eckpfosten, 1773
Das Eckhaus ist ein anschauliches Beispiel für die Wohnbauten der Spätbarockzeit in Weinheim. Das insgesamt zeittypisch verhältnismäßig schlichte Sichtfachwerk ist durch die Verzierung des Eckpfostens ausgezeichnet. Der Bau dokumentiert frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und hat neben seiner Bedeutung als Beispiel der Zimmermannskunst im 18. Jahrhundert Zeugniswert für die Stadtbaugeschichte. |
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| Wohnhaus | Judengasse 1 (Karte) |
Zweieinhalbgeschossiger verputzter Massivbau, Krüppelwalmdach, erbaut 1907 über Keller von 1575 (i)
Das Gebäude von 1907 berücksichtigt in Dimensionen und Gestaltung im Sinne der damaligen Heimatschutzbewegung die historische Bebauung seiner Umgebung, in die es sich einpasst. In zeittypischer Weise zeigt es kaum Bauschmuck, abegesehen von dem Giebelfeld in Fachwerk. Einbezogen wurde ein älterer Gewölbekeller des 16. Jahrhunderts. Das Haus hat damit stadtbaugeschichtliche Bedeutung. |
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| Rabenhauptscher Adelshof | Judengasse 2/1; Münzgasse 1 (Karte) |
Wohnhaus, zweigeschossiges Traufeneckgebäude, Massiverdgeschoss, verputztes Fachwerkobergschoss, ehem. offene Galerie zum Hof, um 1600
Der an der Ecke Judengasse/Münzgasse gelegene Baukomplex gehörte ehemals zum Rabenhauptschen Hof, der wohl erst im 19. Jahrhundert in die heutigen Anwesen Münzgasse 1, 3 und 5 zerteilt wurde. Er befand sich im 16. Jahrhundert im Besitz der Freiherrn Wambold von Umstadt und gelangte um die Mitte des 17. Jahrhunderts in den Besitz des Generalwachtmeisters von Rabenhaupt, der in der Folgezeit Umbauten vornehmen ließ. Er ist einer der wichtigsten Adelshöfe Weinheims und von Bedeutung für die Orts- und Stadtbaugeschichte. |
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| Wohnhaus mit Büro bzw. Werkstatt im Erdgeschoss | Judengasse 2 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger Massivbau, L-förmiger Grundriss, Satteldach mit Zwerchhaus, verputzt, Tordurchfahrt mit zweiflügeligem Blatt und sprossiertem Oberlicht, erbaut nach Plänen des Weinheimer Baumeisters F. Reiboldt, 1888 (a)
Das Gebäude wurde als Wohnhaus auf einem Teilgrundstück des ehemaligen Rabenhauptschen Adelshof nach Plänen des Weinheimer Baumeisters Friedrich Reiboldt anstelle einer Stallscheune für den Barbier Jakob Leist errichtet. Bemerkenswert ist der hohe Originalitätsgrad des Gebäudes, der sich in vielen Baudetails manifestiert, wie u.a. dem aufwändig gestalteten Einfahrtstor, der Holztreppe mit Geländer im Treppenhaus, den Einbauschränken, Türen, Holzdielenböden in den Wohnungen und dem im Erdgeschoss eingerichteten Büro bzw. Werkstatt. Es ist damit ein außergewöhnlich anschaulich überliefertes Dokument für die Lebensweise der gut situierten Handwerkerschicht in Weinheim Ende des 19. Jahrhunderts im angestammten Wohnviertel. Das Selbstbewusstsein dieser Bevölkerungsschicht äußert sich in dem auf der Höhe der Zeit gestaltetenen Wohnhaus in historisierenden Formen. Das Gebäude ist im Lebenswerk des Weinheimer Baumeisters Reiboldt ein wichtiges Beispiel für den Bereich Privatbauten, hier speziell im Altstadtbereich. Reiboldt hatte sich neben Privatbauten auch durch öffentliche Gebäude in der Region einen Namen gemacht. Das Gebäude ist neben der Bedeutung für die Geschichte des Bautypus Wohnhaus für gut situierte Handwerker in der Kaiserzeit auch von sozialgeschichtlicher und stadtbaugeschichtlicher Bedeutung für Weinheim im ausgehenden 19. Jahrhundert. |
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Wohnhaus | Judengasse 4 (Karte) |
Zweigeschossig und traufständig, Mansarddach, verputztes Massiverdgeschoss, Obergeschoss in konstruktivem Fachwerk, hofseitig westlich Rundbogenfenster, östlich Rechteckfenster, Oberlichteingang mit bauzeitlichem beschnitztem Türblatt, 1790 (i)
Das stattliche Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit zeittypisch für die barockzeitlichen Wohnbauten in Weinheim. Das heute freiliegende, rein konstruktive Fachwerk dürfte ursprünglich verputzt gewesen sein, wie es der Mode zur Entstehungszeit entsprach. Bemerkenswert ist das beschnitzte Türblatt, das mit seinen Louis-seize-Formen die Qualität des lokalen Handwerks verdeutlicht. Der Bau dokumentiert frühneuzeitliche Lebens- und Wohnverhältnisse und hat stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
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Wohnhaus | Judengasse 5 (Karte) |
Zweigeschossig und traufständig, Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, auf Balkenköpfen vorkragend, profilierter Torbogen mit Hauswappen, gekoppeltes, gekehltes Dreierfenster, rundbogiges Kellerportal, ausgedehnter Gewölbekeller, 1590 (i)
Das traufständige Renaissancegebäude mit dem großen Gewölbekeller dürfte in Zusammenhang mit dem Weinbau und dem Weinhandel an der Bergstraße stehen, der für Weinheim seit dem Mittelalter eine große Rolle spielte. Die Architektur spricht für einen gewissen Wohlstand der Bauherrschaft. Das Gebäude zählt zu den anschaulich überlieferten Wohngebäuden der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg und hat stadtbau- und sozialgeschichtliche Bedeutung. Es nimmt einen wichtigen Platz innerhalb der historischen Bebauung in der Judengasse ein. |
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| Torbogen | Judengasse (Karte) |
Rustizierte Ädikula, Giebeldreieck mit Rabenhauptschem Wappen, bezeichnet 1677 (i)
Der frühbarocke Torbogen befindet sich an der Judengasse. Er bezeugt das Steinmetzhandwerk im späten 17. Jahrhundert und veranschaulicht den Repräsentationsanspruch der Erbauer. Durch den Verweis auf die Herren von Rabenhaupt hat der überlieferte Torbogen zudem adelsgeschichtliche Bedeutung. |
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Wohnhaus | Judengasse 7 (Karte) |
Komplex um kleinen Innenhof, Vordergebäude zweigeschossiges Torfahrthaus, traufständig mit Satteldach, Erdgeschoss massiv und verputzt, abgefastes Rundbogentor mit Datierung und Steinmetzzeichen, Obergeschoss aus Fachwerk mit Zierformen, innen Reste einer Renaissancespindel, bauzeitliche Gefach- und Wandmalerei, figürlich, Architekturimitation und Begleitstrich, 1557 (d, i); rückwärtig Scheune, in der Rückwand aufgehendes Mauerwerk der mittelalterlichen Stadtbefestigung
[s. Stadtbefestigung, Gerbergasse 25] Das Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für die großen Höfe wohlhabender Weinheimer Bürger an der Wende vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit. Die Malereibefunde im Inneren belegen eine gehobene Wohnkultur und zeugen vom künstleirschen Anspruch der Raumausstattungen in der Renaissanceepoche. Mit diesen Malereien, die teilweise figürliche Motive zeigen, stellt das Gebäude eine Rarität in Weinheim dar. Es ist wichtiges Zeugnis der Wohnkultur und Lebensverhältnisse des 16. Jahrhunderts und der Stadtbaugeschichte, zumal die rückwärtige Scheuer Teile der inneren Stadtmauer einbezieht. |
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Wohngebäude | Judengasse 9 (Karte) |
Zweigeschossiges, traufseitiges Eckhaus, Erdgeschoss aus verputztem Bruchsteinmauerwerk und verputzt, Obergeschoss Fachwerk mit beschnitzten Ständern und Zierformen, giebelseitig weit auf Konsolen und Balken vorkragend, ornamentales Türgewände mit Datierung und Wappenschild, zweiteilig gekoppeltes Fenster mit gekehltem Gewände, im Kern 1502/03 (d), ausgebaut 1558 (i)
Das im Kern spätmittelalterliche Gebäude zeigt sich im Äußeren in Gestalt eines durchgreifenden Umbaus 1558. Das verzierte Fachwerk und das ornamentierte Segmentbogenportal sprechen für einen relativ wohlhabenden Bauherrn. Mit seiner weiten Vorkragung setzt das Haus einen städtebaulich pittoresken Akzent im Straßenbild der Judengasse. Ein Zeugnis barockzeitlicher Handwerkskunst ist das beschnitzte, kassettierte Blatt der Haustür. Der Bau dokumentiert eindrucksvoll vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und hat stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Wohnhaus | Judengasse 10 (Karte) |
Dreigeschossig und traufständig, Satteldach, massives verputztes Erd- und Obergeschoss, zweites Obergeschoss Fachwerk zwischen massiven Seitenwänden, wohl 16. Jahrhundert
Der Baubestand des Gebäudes ist im Zusammenhang mit dem Haus Nr. 6 zu sehen, das auf demselben Grundstück steht. Eine Fensterumrahmung aus Sandstein zum Hof lässt einen Ursprung im 16. Jahrhundert vermuten. Das schmale Haus hat stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Toreinfahrt mit Fachwerkobergeschoss und Giebel | Judengasse 10 (Karte) |
Einfahrt von Spiegelquadern gefasst, 16. und 18. Jahrhundert
Die Toreinfahrt dürfte mit den charakteristischen Speiegelquadern noch in die Renaissancezeit gehören, während der Oberbau in konstruktivem Fachwerk wohl in die Barockzeit gehört. Das Gebäude ist ein charakteristisches Element der historischen Bebauung in der Judengasse und vermittelt einen anschaulichen Eindruck der frühneuzeitlichen Architektur und ihrer Ausdrucksformen in Weinheim. |
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| Mehrere (Hoch-)Keller des 14.–16. Jahrhunderts | Judengasse (Karte) |
Kellerportal bez. 1523
Die historischen Keller sind wichtig für die Erforschung des mittelalterlichen Grundrisses der Grundstücke an der Judengasse und haben siedlungs- wie auch wirtschaftsgeschichtlichen Zeugniswert. |
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Wohnhaus | Judengasse 13 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger Bruchsteinbau mit Satteldach, verputzt, 1533 (d), jüngerer Anbau mit Fachwerkobergeschoss
Das Haus zählt zum älteren überlieferten Hausbestand der Stadt, die 1556 durch einen Brand schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Es belegt Hausbau und Lebensverhältnisse an der Wende vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit und hat stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
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Wohnhaus | Judengasse 14/1, 14 (Karte) |
Zweigeschossig, Satteldach mit einseitigem Krüppelwalm, Erdgeschoss aus Bruchstein, Obergeschoss Fachwerk, bergseitiger Bauteil 1473 (d), Verlängerung zur Talseite 1518 (d), Umbau nach Datierung im Fenstergewände des Untergeschosses, 1587
Das in zwei Bauphasen, 1473 und 1518, erstellte Gebäude gehört noch zum spätmittelalterlichen Hausbestand Weinheims und damit zu den älteren Bauten der sog. Neustadt, welche den Brand von 1556 überstanden. Der Kehlbalken und die Brustriegel des bergseitigen Giebeldreiecks sind mit dem Giebelgespärre verblattet. Die Traufenwandrähme ragten früher vor die Giebelfläche und waren von Knaggen gestützt, deren Zapfenlöcher an den Kopfenden beider Eckstiele noch zu erkennen sind. Eine Veränderung des Untergeschosses erfolgte schon 1587, wie die Jahreszahl an einem Fenstergewände ausweist. Das Haus ist ein baugeschichtlich wichtiges Gebäude, das die Entwicklung des Fachwerkbaues im Gerberviertel belegt. |
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Wohnhaus | Judengasse 15/1, 15 (Karte) |
Zweigeschossig und traufständig, Mansarddach, Erdgeschoss aus Bruchstein, Obergeschoss Fachwerk, hofseits profiliertes gotisches Portalgewände, im Kellertorgewände bez. 1555, errichtet auf den Grundmauern der ersten Synagoge Weinheims im 18. Jahrhundert
Der für Weinheim charakteristische traufständige Barockbau des 18. Jahrhunderts integrierte verschiedene mittelalterliche Baureste. Das gotische Portal auf der Hofseite dürfte in Zusammenhang mit der ältesten, in der Judengasse belegten Weinheimer Synagoge stehen. Eine solche ist erstmals für 1298 belegt, als ein von dem Ritter Rindfleisch aufgehetzter Mob in Weinheim ein Pogrom veranstalteten, bei dem 79 Juden in ihrem Gotteshaus verbrannten. Erneut erscheint die als Judenschule bezeichnete Synagoge 1391, als die Juden aus der Kupfalz ausgewiesen wurden. Das Gebäude hat damit nicht nur Zeugniswert für die barockzeitliche Bebauung, sondern auch für die mittelalterliche Siedlungsgeschichte und die Kultur der historischen jüdischen Gemeinde Weinheims. |
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Hofanlage | Judengasse 17/1, 17 (Karte) |
Sog. Büdinger Hof, bestehend aus: Wohnbau, dreigeschossig und giebelständig, Satteldach, Erdgeschoss aus Bruchstein, Obergeschosse Fachwerk, zum Hof runder Treppenturm, gegliedert durch Wasserschläge, achteckiger Fachweraufbau, profiliertes Eselsrückenportal, Wappenstein mit Rotgerberzeichen und Initialen, darüber Schriftband mit Datierung, Sandsteinspindeltreppe, 1582 (i); Torbogen mit Wappenstein, gekehltes Gewände, 1582 (i)
Der Büdinger Hof ist nach seinem Bauherrn, dem Rotgerbermeister und Ratsherrn Thomas Büdinger benannt, der die stattliche Anlage 1582 erbauen ließ. Mit dem hofseitigen Treppenturm erinnert sie an zeitgenössische Schlossbauten und Adelshöfe und belegt den Anspruch des Bauherrn, der innerhalb der Stadt als Ratsherr eine herausgehobene Position einnahm. Gleichzeitig belegt sie auch die Stellung der Gerber, die einen der wichtigsten Berufszweige Weinheims darstellten. Der Büdinger Hof wurde von ihnen zweitweilig als Zunfthaus genutzt. An der Wendeltreppe im Turm finden sich zahlrieche unterschiedliche Steinmetzzeichen. Der Büdinger Hof und seine Toreinfahrt zählen zu den baugeschichtlich und architektonisch bedeutendsten Zeugnissen Weinheims und haben zentrale Bedeutung für die Stadt-, Sozial und Wirtschaftsgeschichte. |
98375980 | |
| Gebäudegruppe | Judengasse 19, 21 (Karte) |
Bestehend aus: Vorderhaus (Nr. 19), zweigeschossiges traufständiges Wohnhaus mit Satteldach, verputzt, Massiverdgeschoss, vorkragendes Obergeschoss aus Fachwerk, 1798; im Hof Wohnhaus (Nr. 21), zweigeschossig und giebelständig, verputztes Fachwerk, 18. Jahrhundert
Die Gebäudegruppe mit maßgeblichem Bestand aus dem 18. Jahrhundert stellt eine charakteristische ortstypische Situation in dem an den Grundelbach angrenzenden Gerberbachviertel dar. Auch der Hinterhausgiebel zeigt altertümlichen Bestand. Die Häuser dürften Gerbern gehört haben und sind Zeugnisse historischer Wohn- und Lebensverhältnisse. Sie haben überdies stadtbaugeschichtliche Bedeutung. |
98376004 | ||
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Wohnhaus | Judengasse 23 (Karte) |
Dreigeschossig und traufständig mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, Obergeschosse in Fachwerk, teilweise mit Verblattungen, im Dachstuhl verblattete Holzverbindungen an den Kopfbändern, Ständer bis zum Kehlbalken durchlaufend, 1465 (d)
Das Gebäude ist eines der wenigen spätmittelalterlichen Wohnhäuser in Weinheim und eines der ältesten Gebäude im Gerberviertel. Es ist mit seinem verblatteten Konstruktionselementen charakteristisch für die Bauzeit und dokumentiert die Wohn- und Lebensverhältnisse in der Stadt des 15. Jahrhunderts. |
98376012 | |
| ehem. Kurhaus | Kurbrunnenweg 5 (Karte) |
Zweigeschossiger Ziegelbau, Granitsockel, Erdgeschoss: Gesimse und Fenstereinfassungen aus Sandstein, Obergeschoss: Holzgesimse und Fachwerk, 1827/28 erbaut; Brunnen südwestlich des Gebäudes unter gusseiserner Abdeckplatte | 100153980 | ||
| Wohn- und Geschäftsgebäude | Lindenstraße 15 (Karte) |
Dreigeschossiges Fachwerktraufenhaus, massives Erdgeschoss, im ersten Obergeschoss Fachwerk von 1757, im zweiten Obergeschoss Fachwerk von 1937, errichtet 1757
Das Wohn- und Geschäftsgebäude dokumentiert die Entwicklung der Fachwerktechnik und die Aufstockung von Wohngebäuden während dem Ausbau Weinheims im 18. Jahrhundert. Es ist damit von Bedeutung für die Orts- und Stadtbaugeschichte. |
98376060 | ||
| Wohnhaus | Lindenstraße 17 (Karte) |
Zweigeschossiges, verputztes Traufenhaus, Massiverdgeschoss mit Tordurchfahrt, Satteldach, 1776 erbaut
Das Gebäude ist charakteristisch für die Bebauung des Weinheimer Ortsrandes im 18. Jahrhundert. Anhand der großen Tordurchfahrt wird die landwirtschaftliche Prägung des Ortes veranschaulicht. |
98376071 | ||
| Wohnhaus | Lindenstraße 18 (Karte) |
Zweigeschossiges Fachwerktraufenhaus, Erdgeschoss massiv, Satteldach, 1768
Das barocke Wohnhaus belegt den Ausbau Weinheims im 18. Jahrhundert und ist ein Beispiel der Fachwerkbautechnik. Wie es im Ort auch an zahlreichen anderen Gebäuden ablesbar ist, wurde das hohe Erdgeschoss massiv errichtet, um dem drohenden Hochwasser in dem verhältnismäßig engen Talraum standzuhalten. Das Gebäude ist von Bedeutung für die Bau- und Stadtbaugeschichte Weinheims. |
100155471 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Lohgasse 2 (Karte) |
Zweigeschossiges Fachwerktraufenhaus, Massiverdgeschoss, rundbogiges Kellerportal und Keller 16. Jahrhundert, 16.–18. Jahrhundert
Das Gebäude stellt ein typisches Gerberhaus aus der Zeit nach dem großen Stadtbrand von 1556 dar. Zumindest verweist das Kellergeschoss auf das 16. Jahrhundert, die darüber liegenden Geschosse auf das 17. und 18. Jahrhundert. Es bezeugt das historische Ortsbild und ist aufgrund seiner Funktion als Gerberhaus Teil der örtlichen Sozialtopographie. |
98376088 | ||
| Keller | Lohgasse (Karte) |
Am Kellertorbogen bezeichnet, 1750 (i), Wappentafel, 1755 (i)
Die Wappentafel aus dem Jahr 1755 ist in die Außenwand eines massiven Wohngebäudes von 1750 eingelassen und zeigt das Wappen des Joh. Wilhelm Ullner v. Dieburg und seiner Gemahlin Ludovica geb. von Loe. Die Tafel ist ein Zeugnis der Ortsgeschichte und verweist auf die Bedeutung, welche die Adelsfamilie von Ullner für Weinheim hatte. |
98376098 | ||
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Gerberhaus | Lohgasse 4 (Karte) |
Zweigeschossiges Eckhaus, verputztes Massiverdgeschoss, Obergeschoss und Giebel Fachwerk mit Knaggen, Satteldach, um 1560
Das Gebäude ist eines der wichtigsten Gerberhäuser im Gerberbachviertel und für das historische Ortsbild Weinheims prägend. In seiner Funktion als Gerberhaus ist es von Bedeutung für die Wirtschaftsgeschichte. |
98376129 | |
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Lohgerberhaus | Lohgasse 3, 5 (Karte) |
Wohnhaus mit Speicher- und Werkstattgebäude eines Gerbereibetriebes, dreigeschossiges Fachwerktraufenhaus, Massiverdgeschoss, Satteldach, spätes 16. Jahrhundert, Giebel zur Gerbergasse 1955 erneuert; Gewerbeflügel angrenzendes dreigeschossiges Fachwerktraufenhaus, Massiverdgeschoss, Satteldach, 17./18. Jahrhundert
Bei dem Gebäude handelt es sich um ein ehemaliges Speicher- und Werkstattgebäude eines Gerbereibetriebes, das in seiner Form und Konzeption charakteristisch für das Gerberbachviertel ist. Es bezeugt das Gerberhandwerk in Weinheim und ist von Bedeutung für die Wirtschafts- und Ortsgeschichte. |
98376139 | |
| Wohnhaus | Ludwigstraße 1 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau mit hohem Walmdach, Zwerchhäuser, Erker, reiche Sandsteingliederungen, nach Plänen des Weinheimer Baumeisters Georg Hopp für den Stationsassistenten Friedrich Albert Weiß, 1901, Erker Ostfassade und eingeschossiger Anbau Südseite, durch Architekt Leopold Wenz aus Weinheim, 1924
Das Gebäude befindet sich auf einem Eckgrundstück zwischen Bergstraße und Ludwigstraße. Es ist ein charakteristisches Beispiel eines Landhauses in historisierenden Formen, wie es an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert bevorzugt gestaltet wurde. Nachdem es 1918 aus privatem Besitz an die Porphyrwerk Weinheim GmbH überging, die später zur Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim A.G. wurde, wurden Ergänzungen im Bauprogramm durchgeführt. Das Wohnhaus ist nicht nur ein anschauliches Dokument späthistoristischer Architektur, sondern es bezeugt auch den Ausbau des Weinheimer Bahnhofsviertels in der Gründerzeit. |
98376165 | ||
| Wohnhaus | Bergstraße 47; Ludwigstraße 2 (Karte) |
Zweieinhalbgeschossiger Sandstein-Klinkerbau, Fachwerkgiebel, Mansarddach, Erker, Loggia, 1897 nach Plänen von F. Reiboldt erbaut
Das Wohnhaus ist als Landhaus im Stil des Späthistorismus errichtet. Es ist ein wichtiges Zeugnis der gründerzeitlichen Bebauung des Bahnhofsviertels im ausgehenden 19. Jahrhundert und im Werk des Architekten und damit von orts- und baugeschichtlicher Bedeutung. |
98376233 | ||
| Wohnhaus | Ludwigstraße 5 (Karte) |
Zweieinhalbgeschossiger Sandsteinputzbau, Fachwerkbauteile, 1907 nach Plänen von F. Reiboldt erbaut
Das Wohngebäude wurde als Landhaus in späthistoristischen Formen errichtet. Es bezeugt den Ausbau des Bahnhofsviertels gegen Ende der Gründerzeit und ein wichtiges Werk im Schaffen des Architekten. |
98376241 | ||
| Villa | Ludwigstraße 6 (Karte) |
Eineinhalbgeschossiger, giebelständiger Sandsteinputzbau, Fachwerkbauteile, nach Plänen von W. Th. Schmidt, Frankfurt/M, 1900
Die reich gestaltete Villa im Landhausstil mit Formen des Späthistorismus bezeugt den Anspruch des gehobenen Bürgertums an repräsentatives Wohnen um 1900. Sie dokumentiert den gründerzeitlichen Ausbau um den Weinheimer Bahnhof und ist zudem ein wichtiges Objekt im Werk des Architekten. |
98376258 | ||
| Villa mit umfriedetem Vorgarten und Garten | Ludwigstraße 7 (Karte) |
Zweigeschossiger, traufständiger und verputzter Massivbau mit Sandsteingliederung, Sockel aus Bossensandsteinmauerwerk, Satteldach mit unterschiedlichen Dachabschlüssen und Ausbauten, dreigeschossiger Eckrisalit mit Standerker und darüberliegendem Balkon, abschließender Fachwerkgiebel, dekorative Baudetails, nach Plänen von Heinrich Fuchs erbaut für den Kaufmann Bruno Stewich, 1907
Das Anwesen liegt in einer Seitenstraße in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof. Das Wohnhaus ist im historistischen Stil gestaltet und ordnet Elemente der Renaissance, des englischen Landhausstils und des Jugendstils gekonnt einem neuen malerisch Gestaltungskonzept unter. Es ist ein wichtiges Dokument für die Werkgeschichte des Weinheimer Architekturbüros Lutz und Fuchs und speziell für die Werkgeschichte des Architekten Heinrich Fuchs, der sich hier durch kunstfertige Detailausbildung auszeichnet. Insbesondere wegen seiner Bedeutung für die Wohnkultur des beginnenden 20. Jahrhunderts und damit der Sozialgeschichte und regionalen Architekturgeschichte ist das Gebäude von Bedeutung. Darüber hinaus dokumentiert es als Teil der Neubebauung in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof die Stadtbaugeschichte Weinheims um 1900. |
98376268 | ||
| Reichsbankfilialgebäude (heute Volkshochschule) | Luisenstraße 1 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Sandsteingliederung im neubarocken Stil, Mansarddach, 1910
Die einstige Filiale der Reichsbank, in für die Entstehungszeit charakteristischen neubarocken Formen errichtet, wird heute als Volksschule genutzt. Aufgrund ihrer zentralen Lage am Zusammentreffen von Bahnhof-, Luisen- und Ehretstraße ist sie ein ortsbildprägendes Element im Weinheimer Stadtbild und somit von orts- und stadtbaugeschichtlicher Bedeutung. Sie ist mit ihrer gediegenen Formensprache charakteristisch für Bankgebäude des frühen 20. Jahrhunderts. |
98376325 | ||
| Wohnhaus | Luisenstraße 9 (Karte) |
Zweigeschossiger Klinker-Sandsteinbau, Sandsteingliederung in Neurenaissanceformen, ornamentierter Zwerchgiebel, 1896 nach Plänen von A. Armbruster erbaut
Das im ausgehenden 19. Jahrhundert errichtete Wohnhaus ist in seiner historisierenden Formensprache für die Architektur jener Zeit charakteristisch. Es bezeugt den gründerzeitlichen Ausbau Weinheims und stellt ein wichtiges Projekt im Schaffen des Architekten dar. |
98376345 | ||
| Wohnhaus | Luisenstraße 11 (Karte) |
Zweigeschossiger Klinkerbau, Sandsteingliederung, Eckturm mit gemaltem Figurenfries, 1896 nach Plänen von F. Reiboldt errichtet
Das Wohngebäude in historisierender Formensprache ist beispielhaft für den gründerzeitlichen Ausbau Weinheims am Rande eines bevorzugten Wohngebiets. Es bezeugt die Architektur um 1900 und ist zudem ein wichtiges Werk im Schaffen des Architekten. |
98376354 | ||
| Landhausvilla mit Garten und Einfriedung | Luisenstraße 20 (Karte) |
Breit gelagerter verputzter Massivbau mit Mansardwalmdach und Dachgauben, halb eingetieftes Kellergeschoss, übergiebeltes Querhaus, Standerker zur Straße, im Auftrag des Ingenieurs und Heimatdichters Wilhelm Platz für sich und seine Familie errichtet, Architekt G. Engelhardt, 1908/09
Der Bauherr Philipp Wilhelm Platz (1866–1929) war Mitglied einer Familie, die für Weinheims Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts von großer Bedeutung war. Seine Gedichte und Romane (das Odenwaldlied und die Erzählungen um Herrn Selbert) gehören zum Kulturgut Weinheimer Literatur. Das Haus, das Platz für sich und seine Familie errichtete und in dem er bis zu seinem Tod lebte, verkörpert aufgrund seiner ausnehmend guten Überlieferung auf authentische Weise den Wirkungsort dieser Weinheimer Persönlichkeit. Das Haus ist stilistisch der Reformarchitektur zuzurechnen. Maßgeblichen Einfluss hatte die „Um 1800-Bewegung“, die sich auf architektonische Vorbilder im Übergang vom Spätbarock zum Klassizismus berief. Die Kubatur aus breit gelagertem Rechteckquader und voluminösem Mansardwalmdach erinnert an die ruhige Größe spätbarocker Herrenhäuser im ländlichen Raum. Das Gebäude ist sowohl für die Ortsgeschichte als auch für die Architekturgeschichte von Bedeutung. |
107347027 | ||
| Carlshof | Lützelsachsener Straße 8, 10 (Karte) |
Auch Villa Fabricius genannt, bestehend aus:
Die Villa mit Nebengebäuden, Park, Nutzgarten und Baum- und Weingarten liegt südwestlich der mittelalterlichen Neustadt auf einem größtenteils ummauerten Teil des Stammguts der Freiherren von Berckheim. Sie wurde für Carl Johann Freudenberg, den Gründer des traditionsreichen und wichtigen regionalen Arbeitgebers in Weinheim errichtet. Die Veränderungen, die sich in dem Bau der Villa spiegeln, dokumentieren die Lebensweisen von drei Generationen der bedeutenden Fabrikantenfamilie und machen sie zu einem wichtigen orts- und baugeschichtlichen Zeugnis. Die Villa mit Park ist ein aussagekräftiges Dokument für die Geschichte des Villenbaus und die Geschichte des Landschaftsgartens im Rhein-Neckar-Raum im 19. und 20. Jahrhundert und ein Dokument des Umgangs angesehener Architekten mit einem historischen Bau. Der Carlshof bzw. die Villa Freudenberg ist in das Bewusstsein eines großen Kreises der Weinheimer Bevölkerung als Villa des Firmengründers und seiner Nachkommen eingegangen. |
100156521 | ||
| Doppelwohnhaus mit umzäuntem Vorgarten | Lützelsachsener Straße 26, 28 (Karte) |
Zweigeschossiger, traufständiger Massivbau mit Walmdach, verputzt, Granitsockel, im Erdgeschoss zwei dreiseitige Standerker mit Walmdachabschlüssen, Stabgeländer über Kunststeinsockel, Bauherr und Architekt Adam Eberhardt, 1927
Das Doppelwohnhaus liegt an der Ausfallstraße nach Lützelsachsen auf einem nach Westen abfallenden Grundstück, das nach Norden an die Schubertstraße grenzt. Die Architektur des Doppelwohnhauses ist aufgrund der erhaltenen Struktur und vieler Baudetails ein authentisches Beispiel von konservativer Wohnarchitektur der 1920er-Jahre, die sich bewusst historischer und moderner Formelemente bedient. Der Architekt Adam Eberhardt, der 1911–1934 Stadtbaumeister in Weinheim war, trat vor allem durch seine öffentliche Bauten wie Schulen, Fabriken und Brücken in Erscheinung. In seinem Lebenswerk hat das Doppelwohnhaus als Wohnhaus einen besonderen Stellenwert. |
98820381 | ||
| Villa mit zwei Nebengebäuden und zugehörigen Grünflächen | Lützelsachsener Straße 40 (Karte) |
Bestehend aus:
Das Anwesen liegt an der Lützelsachsener Straße, Ecke Wagnerstraße. Die Villa mit Nebengebäuden und Gartenflächen ist Dokument einer gutbürgerlichen Lebensweise im ausgehenden Kaiserreich. Die Bauweise fällt durch einen historisierenden Formenapparat auf, der Elemente verschiedener Stilepochen, wie Manierismus, Renaissance und Barock aufnimmt, diese aber eigenständig, kreativ und durchaus unkonventionell zu einer neuen Architektur zusammengefügt. Zu der dokumentarischen Bedeutung der Ausgestaltung der Architektur des Anwesens kommt eine weitere ortsgeschichtliche Bedeutung hinzu, weil in diesem Haus zwei bekannte Künstler gelebt haben: Der Weinheimer Kunstmaler Karl Ludwig Nagel (1898 – 1959) wohnte zwischen 1921 und 1930 in diesem Haus, der international bedeutende Kunstmaler Rudi Baerwind (1910 – 1982) in den 1950er-Jahren. Der in Mannheim geborene Karl Ludwig Nagel, ein Schüler von Hans Thoma, schuf für die Stadt Weinheim einige wichtige Landschaftsgemälde und Porträts. Der Mannheimer Rudi Baerwind war seit den 1950er-Jahren den abstrakten Stilrichtungen verpflichtet und erwarb sich im Ausland großes Ansehen. |
100159731 | ||
| Wohnhaus | Marktplatz (Karte) |
Sog. Moltitorsches Haus, ursprünglich zum Ullnerschen Adelshof gehörig, dreigeschossiges Gebäude, zwei Massivgeschosse, Fachwerkgeschoss, im Kern 1344 (d), Umbauten im 15. und 16. Jahrhundert, an der Nordseite achteckiger Treppenturm, im Hof bez. 1557
Das Wohnhaus stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist damit eines der ältesten überlieferten Profangebäude Weinheims. Es gehörte einst zum Ullnerschen Adelshof und ist neben der stadtgeschichtlichen Bedeutung auch innerhalb der Region von bauhistorischer Relevanz. |
102119090 | ||
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Sog. Altes Rathaus | Marktplatz 1 (Karte) |
Urspr. Kaufhaus, 1751–1939 Rathaus, eckständiger dreigeschossiger Massivbau mit Doppelgiebel, verputzt, Eckquader, Obergeschosse mit profilierten Sandsteingewänden, Schlussstein mit Wappen, 1556–1577 (i, d); Staffelgiebel und Balkon sowie Dachreiter durch Baurat B. Harres, 1861/62 (a)
Der stattliche Renaissancebau in zentraler Lage am Weinheimer Marktplatz wurde ursprünglich als Kaufhaus errichtet und diente später bis in die 1930er-Jahre als Rathaus. Er ist in seiner Funktion als Rathaus ein zentrales Dokument der Stadtgeschichte und Zeugnis kommunaler Selbstverwaltung. Auch als Kaufhaus kam dem Gebäude eine öffentliche Bedeutung zu, was die repräsentative Form begründet. |
98378848 | |
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Marktbrunnen | Marktplatz 1 (Karte) |
Achteckbecken, Sandsteinmittelsäule, Statue der Justitia, 1627 erbaut, 1928 vor dem Rathaus neu errichtet
Der handwerklich qualitätvoll gestaltete Brunnen ist mit seinem zentralen Aufstellungsort ein wichtiges ortsbildprägendes Element auf dem Weinheimer Marktplatz. Er bezeugt diese repräsentative öffentliche Bauaufgabe und ist ein ortsgeschichtliches Dokument. |
98378836 | |
| Wohn- und Geschäftshaus | Marktplatz 2 (Karte) |
Dreigeschossiges, massives, verputztes Traufenhaus, Sandsteingliederung, Eckerker im zweiten Obergeschoss, 1802 erbaut, 1939 umgebaut
Das Wohn- und Geschäftshaus ist ein Zeugnis für den Ausbau des Marktplatzes um 1800 und charakterisiert zudem durch die Veränderungen in historisierenden Formen die weitere bauliche Entwicklung bis ins 20. Jahrhundert. Aufgrund der zentralen Lage gegenüber dem Alten Rathaus nimmt das Gebäude eine städtebaulich zentrale Position ein, wodurch es für die Orts- und Stadtbaugeschichte bedeutend wird. |
98378857 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Marktplatz 4 (Karte) |
Dreigeschossiges massives, verputztes Traufenhaus, 1819 erbaut
Das Gebäude ist in für die Entstehungszeit charakteristischen Formen errichtet worden und somit ein architekturgeschichtliches Zeugnis des frühen 19. Jahrhunderts. Aufgrund der zentralen Lage am Marktplatz dokumentiert es zudem den Ausbau der Weinheimer Innenstadt und ist von orts- und stadtbaugeschichtlicher Bedeutung. |
98378879 | ||
| Gasthaus Zum Karlsberg | Marktplatz 5 (Karte) |
Dreigeschossiges, massives Traufenhaus, Obergeschoss Fachwerk verputzt, 1819 erbaut
Das heutige Wohn- und Geschäftsgebäude wurde ursprünglich als Gasthaus Zum Karlsberg errichtet. Als traditionsreicher, im öffentlichen Leben der Gemeinde eine wichtige Rolle spielender Bau besitzt es in seiner Funktion als Gasthaus daher ortsgeschichtliche Bedeutung. Zudem bezeugt es die Bebauung des Marktplatzes im frühen 19. Jahrhundert und bekommt durch die zentrale Position eine ortsbildprägende Bedeutung. |
98378890 | ||
| Gasthaus Weißes Lamm (heute Hotel Zur Pfalz) | Marktplatz 7 (Karte) |
Dreigeschossiges Fachwerktraufenhaus, Massiverdgeschoss, 18./19. Jahrhundert
Das heute als Hotel genutzte Gebäude wurde Ende des 18. Jahrhunderts ursprünglich als Gasthaus Weißes Lamm erbaut. Mit der traditionellen Fachwerkbauweise dokumentiert es die zur Entstehungszeit typische Technik und ist daher baugeschichtlich von Bedeutung. Durch die zentrale Lage am Marktplatz ist es ein sprechendes Dokument für den Ausbau des Weinheimer Marktplatzes und von orts- und stadtbaugeschichtlicher Bedeutung. |
98378910 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Marktplatz 8 (Karte) |
Dreigeschossiges, massives, verputztes Traufenhaus, Steildach, 1430 erbaut, 1640 um das zweite Obergeschoss und das Dachwerk erweitert
Das Gebäude wurde um 1430 vermutlich in giebelständiger Form zum Marktplatz errichtet und ist damit eines der ältesten in der zentralen Lage am Marktplatz, das zudem die spätmittelalterliche Fachwerkbauweise dokumentiert. Im 17. Jahrhundert wurden das zweite Obergeschoss sowie das Dachwerk aufgeschlagen, wodurch das Wohn- und Geschäftshaus seine heutige Erscheinung erhielt. Es ist für die Orts- und Stadtbaugeschichte Weinheims von Bedeutung. |
98378927 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Marktplatz 9 (Karte) |
Dreigeschossiges, verputztes Fachwerktraufenhaus, Massiverdgeschoss, im Hof Türgewände bez. 1543, Galerie, 16.–18. Jahrhundert
Das Gebäude war Stammsitz der Familie Bohn, die gegen Ende des 16. Jahrhunderts geadelt wurde und das Erbe der 1600 ausgestorbenen Familie Landschad von Steinach in Weinheim antrat. Das Gebäude bezeugt die historische Bebauung am Marktplatz über mehrere Jahrhunderte und ist damit von Bedeutung für die Orts- und Baugeschichte Weinheims. |
98378938 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Marktplatz 11 (Karte) |
Dreigeschossiges, verputztes Traufenhaus, erstes Obergschoss massiv, zweites Obergeschoss Fachwerk, Fachwerk von 1503 (i) bzw. 1502 (d), 1767 erbaut (Feuerversicherung), Laden im Erdgeschoss 1896
Das Wohn- und Geschäftsgebäude, dessen Fachwerk auf das frühe 16. Jahrhundert datiert werden kann, wurde Mitte des 17. Jahrhunderts von dem Pestbarbier Hüner bewohnt. Es ist ein architekturgeschichtliches Zeugnis der Bebauung am Weinheimer Marktplatz und aufgrund der zentralen Lage von ortsbildprägender Bedeutung. |
98378948 | ||
| Gewölbekeller | Marktplatz 12 (Karte) |
16. Jahrhundert (?), große hohe Tonne mit Schalungsabdrücken kurzer breiter Bretter, keine Übereinstimmung mit der obertägigen Bebauung von 1775, Größe möglicherweise auf Gasthausnutzung zurückzuführen
Der stattliche Gewölbekeller, der möglicherweise zu einem Gasthaus gehörte, geht baulich vermutlich bis ins 16. Jahrhundert zurück. Aufgrund des hohen Alters, der beeindruckenden Größe und der zeittypischen Konstruktionsweise ist er ein Dokument der Bau- und Stadtbaugeschichte. |
108105803 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Marktplatz 14 (Karte) |
Dreigeschossiges, verputztes Traufenhaus, Mansarddach, 1803 (d)
Das Wohn- und Geschäftsgebäude ist für den Ausbau am Weinheimer Marktplatz um 1800 charakteristisch. Es bezeugt das historisch gewachsene Ortsbild und ist von Bedeutung für die Stadtbaugeschichte. |
98379778 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Marktplatz 16 (Karte) |
Dreigeschossiges, verputztes Traufenhaus, Mansarddach, 1816 erbaut, 1862 Umbau und Aufstockung
Das Wohn- und Geschäftshaus ist charakteristisch für die Gestaltung des Weinheimer Marktplatzes im frühen 19. Jahrhundert. Es bezeugt das historisch gewachsene Ortsbild im Stadtzentrum und ist von Bedeutung für die Lokalgeschichte. |
98379795 | ||
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Gasthaus Goldener Adler mit Seitengebäude | Marktplatz 18 (Karte) |
Zweigeschossiges Massivgebäude, Giebelfachwerk, Krüppelwalmdach, 1814 erbaut, Gasthaus seit 1872
Das Gebäude bezeugt die Bebauung am Weinheimer Marktplatz in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ursprünglich war es eine Scheune, die sich hinter dem 1806 abgebrochenen Schulhaus befand. Dadurch lässt sich erklären, warum es nicht in der Flucht der übrigen Gebäude steht. Durch den seitlichen Flügel an der Institutsstraße ist das Gebäude mit dem Molitor’schen Haus verbunden. Ab 1872 wurde es als als Gasthaus Goldener Adler genutzt. Es ist ein sprechendes Zeugnis der Orts- und Stadtbaugeschichte. |
102119075 | |
| Wohnhaus | Mittelgasse 7 (Karte) |
Zweigeschossiges Fachwerktraufenhaus, Massiverdgeschoss, Kellerbogen, 18./19. Jahrhundert
Das Wohngebäude mit Fachwerk ist für den Ausbau der Weinheimer Innenstadt im 18./19. Jahrhundert beispielhaft. Es bezeugt das historische Ortsbild und ist baugeschichtlich und lokalgeschichtlich von Bedeutung. |
98379824 | ||
| Wohnhaus | Mittelgasse 8 (Karte) |
Zweigeschossiges verputztes Fachwerkgiebelhaus, Massiverdgeschoss, Krüppelwalmdach, 1763
Das Gebäude mit wesentlichem Baubestand von 1763 ist charakteristisch für den Ausbau der Weinheimer Stadtmitte im 17. und 18. Jahrhundert und hat dokumentarischen Wert. Mit der bewährten Fachwerkbautechnik auf massivem Unterbau ist es zudem ein Zeugnis der Baugeschichte. |
98379840 | ||
| Wohnhaus | Mittelgasse 9 (Karte) |
Zweigeschossiges, verputztes Fachwerktraufenhaus, Massiverdgeschoss, 1708
Das traufständige Wohngebäude ist in seiner Bauweise charakteristisch für das frühe 18. Jahrhundert. Es dokumentiert die Bebauung an der Mittelgasse und ist von orts- und stadtbaugeschichtlicher Bedeutung. |
98379856 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Mittelgasse 10 (Karte) |
Zweigeschossiges Fachwerkhaus, Massiverdgeschoss, Krüppelwalmdach, 1767
Das giebelständige Gebäude dokumentiert den Ausbau der Weinheimer Innenstadt in charakteristischen Formen des späteren 18. Jahrhunderts. Es bezeugt die traditionsreiche Fachwerkbautechnik und ist von ortsgeschichtlicher Bedeutung. |
98379864 | ||
| Wohnhaus | Mittelgasse 12 (Karte) |
Dreigeschossiges Fachwerkgiebelhaus, Massiverdgeschoss, vorgezogener Kellereingang, 1717
Das Gebäude ist beispielhaft für ein Bürgerhaus des frühen 18. Jahrhunderts in Fachwerkbautechnik. Es bezeugt damit die traditionsreiche Bauweise und das historische Ortsbild Weinheims. Darüber hinaus ist es ein anschauliches Dokument der Wohnverhältnisse der Entstehungszeit. |
98379888 | ||
| Fassade und Dach eines Wohnhauses | Mittelgasse 14 (Karte) |
Zweigeschossiges, verputztes, Traufenhaus, Mansarddach, 2. Hälfte 18. Jahrhundert
Das Gebäude ist mit der anspruchsvollen Eckbebauung am Marktplatz zusammen zu sehen. Die Fassade vertritt den gut bürgerlichen Wohnstil des ausgehenden 18. Jahrhunderts und ist ein ortsgeschichtlich bedeutendes Dokument. |
98379900 | ||
| Wohnhaus | Mittelgasse 15 (Karte) |
Zweigeschossiges, massives, verputztes Traufenhaus, in klassizistischer Formensprache, 1789
Das Gebäude in zeitgenössischen Proportionen bezeugt den Ausbau der Weinheimer Innenstadt am Ende des 18. Jahrhunderts in Massivbauweise, ohne die Verwendung von Fachwerkbauteilen. Es dokumentiert das historisch gewachsene Ortsbild und ist von Bedeutung für die Bau- und Ortsbaugeschichte. |
98379914 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus mit Heiligenfigur | Mittelgasse 16 (Karte) |
Zweigeschossiges, verputztes, traufständiges Massiv-Eckhaus, Mansarddach, Ecklisene mit Muschelfigurennische mit Maria Immaculata, 2. Hälfte 18. Jahrhundert
Das Gebäude aus der Zeit des Barock ist in seiner massiven Bauweise in Weinheim eher selten anzutreffen, wurden die meisten Bürgerhäuser doch in der traditionsreichen Fachwerkbautechnik errichtet. Auch die Hausfigur der Maria Immaculata ist eine Seltenheit im Ort. Damit und aufgrund der zentralen Lage am Marktplatz ist das Gebäude von Bedeutung für die Stadtbau- und Ortsgeschichte. |
98378970 | ||
| Wohnhaus | Mittelgasse 17 (Karte) |
Zweigeschossiges, traufständiges Fachwerkhaus, Massiverdgeschoss, abgefastes Segmentbogentor im Strohgässchen, Kellereingang bez. 1581
Das Gebäude dokumentiert die Bebauung der Weinheimer Innenstadt und ist ein Beleg des historischen Stadtbildes. Zudem hat es beispielhaften Charakter hinsichtlich der Verwendung eines massiven Unterbaus mit Fachwerkobergeschoss, wie es in Weinheim in der Renaissancezeit üblich war. |
98379926 | ||
| Anwesen | Mittelgasse 19; Obertorstraße 1 (Karte) |
Bestehend aus (von Norden nach Süden):
In dem aus der Zeit um 1800 stammenden Eckhaus (a) wohnte der Weinheimer Unternehmer Carl Johann Freudenberg mit seiner Familie nach seiner Übersiedlung von Mannheim in der Zeit von 1849 bis 1854. Das Gebäude ist ortstypisch für die Ausgestaltung des Marktplatzes zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Im ehem. Saal des ersten Obergeschosses ist die Wandverkleidung aus der Erbauungszeit überliefert. Das Wohnhaus ist somit für die Ortsgeschichte von Bedeutung. Das gesamte Anwesen bezeugt mit seinen vier Gebäuden die Bebauung in der Stadtmitte über einen Zeitraum von vier Jahrhunderten in der jeweils für die Zeit typischen Bauweise die Ausnutzung eines innerstädtischen Grundstückes bei sonst fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten. |
98380578 | ||
| Kath. Schwesternhaus | Moltkestraße 8 (Karte) |
Zweigeschossiger, Sandsteinputzbau, Giebelrisalit, Westgiebel mit Marienfigur in Figurennische, 1903
In Weinheim waren seit 1892 Niederbronner Schwestern tätig, das Schwesternhaus wurde 1903 errichtet. 1912 wurde es von Franziskanerinnen aus Straßburg-Ruprechtsau, heute Erlenbach, übernommen. Das neugotisch gestaltete Gebäude ist ein wichtiges Beispiel der Entwicklung karitativer Einrichtungen in Weinheim und zudem ortsbildprägend für den Bereich Moltke- und Schulstraße. |
98379934 | ||
| Wohnhaus mit Vorgarten und Einfriedung | Moltkestraße 14 (Karte) |
Zweigeschossiger Sandsteinputzbau in neubarocken Formen, Pfeilerbalkon, Mansarddach, 1900
Das Wohngebäude mit neubarocker Sandsteingliederung ist für einen anspruchsvolleren Wohnbau um 1900 beispielhaft. Es bezeugt durch den historisierenden Stil die Architekturgeschichte der Gründerzeit und hat ortsgeschichtliche Bedeutung für den Ausbau Weinheims in den Jahren um 1900. |
98379951 | ||
| Wohnhaus der Leistenmühle | Mühlgäßchen 2 (Karte) |
Zweigeschossiger, verputzt Massivbau, Mühlrad, Freitreppe, Krüppelwalmdach, Toreinfahrt bez. 1798
Das repräsentative Wohngebäude, das seit 1822 im Besitz der Müllerfamilie Fuchs ist, war Bestandteil der Leistenmühle (auch Untere Mühle, Hillemühl, Cornauersche und Maurersche Mühle genannt), die 1473 erstmals erwähnt wurde. Sie wurde in Formen eines klassizierenden Barock, der eher rational und weniger ornamental geprägt war, errichtet. Dennoch spiegelt das Gebäude die Wohlhabenheit im Mühlengewerbe um 1800 und ist damit ein architektur- und ortsgeschichtliches Zeugnis. |
98379960 | ||
| Wohnhaus | Müllheimer Talstraße 1/1 (Karte) |
Zweigeschossiges, z. T. verputztes Fachwerkhaus, Massiverdgeschoss, Krüppelwalmdach, Fachwerk um 1600, sonst 18./19. Jahrhundert, im Türstock bez. 1813
Das stattliche Wohnhaus entstammt in seiner heutigen Form dem frühen 19. Jahrhundert, beinhaltet aber Fachwerkteile der Zeit um 1600. Es bezeugt die Wohnverhältnisse der Entstehungszeit und dokumentiert das historische Ortsbild Weinheims. |
98380068 | ||
| Wohnhaus | Müllheimer Talstraße 12/1, 12 (Karte) |
Zweigeschossiges, massives Traufenhaus, 1820 erbaut
Das Wohngebäude ist im frühen 19. Jahrhundert errichtet worden und beispielhaft für ein frühbiedermeierzeitliches Vorstadthaus. Es bezeugt das historische Ortsbild Weinheims und ist für die Baugeschichte von Bedeutung. |
98380076 | ||
| Kotscherbrunnen | Müllheimer Talstraße 14 (Karte) |
Sandsteinanlage bestehend aus Becken und Wandgliederung, 18./19. Jahrhundert
Der Brunnen wurde in früherer Zeit auch als Koutscherbrunnen, Quatsch- oder Quotschbrunnen bezeichnet. Zudem war er maßgebend für die Bezeichnung des Müllheimer Tors als Bronntor. Als ältester überlieferter Brunnen in Weinheim ist er für die Orts- und Stadtbaugeschichte von Bedeutung. |
98380091 | ||
Weitere Bilder |
Schloss | Distr.1 Exotenwald Staatsw.; Judenbuckel; Obertorstraße 4, 9; Ziegenberg (Karte) |
Seit 1919 bzw. 1938 Rathaus, Gesamtkomplex beidseits des Obertorturms bzw. nördl. und südl. der Oberturmstraße, errichtet zwischen 1400 und 1868, bestehend aus:
Schloss Weinheim erhebt sich als umfangreicher Komplex mit hohem Nordturm stadtbildprägend im Nordwesten der Neustadt. Es entstand im 19. Jahrhundert durch Verbindung des Kurfürstlichen Schlosses nördlich und des Schlosses der Freiherren von Ulner südlich der Obertorstraße. Das Areal des kurfürstlichen Schlosses gehörte ursprünglich den Herren von Swende. Es wurde 1423 zur kurfürstlichen Kellerei und unter Ludwig V. unter Einbezug des Obertorturms um 1537 zum landesherrlichen Stadtschloss ausgebaut. Das Schloss der Ulner von Dieburg lässt sich bis in die 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts zurückverfolgen und erhielt 1725 einen großzügigen Neubau, der sich über die nun militärisch obsolete Stadtmauer zu einem großen Garten öffnete. Beide Schlösser gelangten 1837–1853 in den Besitz der Freiherren, seit 1900 Grafen von Berckheim. Nach und nach wurde der Komplex von ihnen überformt. Das barocke Ulner-Schloss wurde klassizistisch überarbeitet, das kurfürstliche Schloss zu einer späthistoristischen Anlage im Burgenstil umgeformt. In diesem Zusammenhang erfolgte auch die Neugestaltung des Schlossgartens und die Anlage des daran anschließenden Exotenwaldes, zweier großer und nicht nur für Weinheim bedeutender Parkanlagen. 1938 wurde der Komplex von der Stadt erworben und zum Rathaus eingerichtet, nachdem der Rat tlw. schon seit 1919 hier getagt hatte. Der vielgestaltige Komplex bietet einen anschaulichen Überblick über die Entwicklungen im Schlossbau vom Spätmittelalter bis zum Späthistorismus. Hochbedeutend für die Architektur der kurpfälzischen Frührenaissance ist der Bauteil Ludwigs V., während das einstige Ulnersche Schloss bis heute beispielhaft einen Adelssitz der Barock- und Biedermeierzeit veranschaulicht. Mit dem großen „Burgturm“ als Nordabschluss setzte der Historismus einen markanten Akzent, vorbildhaft wirkte hier der neugotisch ausgebaute Blaue Turm der Kaiserpfalz Bad Wimpfen. Innerhalb der Gebäude blieben künstlerisch hochwertige Ausstattungen aus Barock und vor allem Historismus erhalten, die vom Anspruch der jeweiligen Bauherren zeugen. Der Komplex zählt zu den landeshistorisch wichtigen Schlössern der Region, war er doch u.a. 1546–1552 Residenz des Kurfürsten Ottheinrich und 1621 politischer Tagungsort südwestdeutscher Landesherren im Zusammenhang mit dem Dreißigjährigen Krieg. Nach der Zerstörung des Heidelberger Schlosses im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss 1698 kurzzeitig erneut kurfürstliche Residenz. Der Bau hat durch seine enge Verflechtung mit dem Kurfürstenhaus, regional bedeutenden Adelshäusern und der Geschichte der Kurpfalz zentralen historischen Wert über Weinheim hinaus, sowohl als Schlossbau mit tlw. hochkarätigen Architekturteilen und Ausstattungen, als auch in landesgeschichtlicher Perspektive. Nicht zuletzt ist er wichtiges Zeugnis der Stadt- und Baugeschichte Weinheims. |
107063814 ( | |
| Wohnhaus | Müllheimer Talstraße 84 (Karte) |
Zweigeschossiges Fachwerkgiebelhaus, Massiverdgeschoss, Krüppelwalmdach, 17. Jahrhundert
Das wohl noch aus dem 17. Jahrhundert stammende Fachwerkhaus ist eines der wichtigsten, aussagekräftigsten Gebäude des ehemals selbständigen Stadtteiles Müll(-heim). Es bezeugt das historische Ortsbild und gibt Aufschluss über die Bauweisen und Wohnverhältnisse der Entstehungszeit. |
98380101 | ||
| Wohn- und Geschäftsgebäude | Münzgasse 2/2 (Karte) |
Ehem. Brauerei, bestehend aus:
Das ursprünglich als Brauerei errichtete Gebäude fällt insbesondere durch den reich verzierten Eckpfosten und die Figurennische ins Auge. Sie bezeugen das regionale Kunsthandwerk und sind von künstlerischer Bedeutung. Durch die Position gegenüber der Ulnerhospitalkapelle prägt es das Stadtbild Weinheims und ist von hoher Wertigkeit für die Orts- und Stadtbaugeschichte Weinheims. |
98374893 | ||
| Scheune | Münzgasse 2/3 (Karte) |
Heute Kerwevereinsmuseum, Bruchsteinbau, Satteldach, Wappen der Familie Wambolt von Umstadt, Dachwerk von 1747 (d)
Die Scheune gehörte ursprünglich zum Rabenhaupt’schen Adelshof, den der hessische Generalwachtmeister Karl von Rabenhaupt von Wolf Wambolt von Umstadt im Jahr 1652 erwarb. Das überlieferte Wappen der Wambolt vom Umstadt verweist noch auf die einstigen Besitzer. Der aus dem Verein Alt-Weinheim hervorgegangene Kerweverein übernahm die vom Abbruch bedrohte Scheune und nutzt sie bis heute. Die Scheune hat ortsbildprägenden Charakter im Bereich Ulnerkapelle/Münzgasse und ist von Bedeutung für die Ortsgeschichte. |
98380140 | ||
| Stadtbefestigung | Gerbergasse 25; Grundelbachstraße 7; Münzgasse 12; Rote Turmstraße 6; Sigmund-Hirsch-Platz 11 (Karte) |
Angelegt um ca. 1250, verstärkt und erneuert bis 1668 (i), bestehend aus:
Um 1250 gründete Pfalzgraf Otto II. südlich der älteren, dörflich geprägten sog. Altstadt im Areal des sg. Domhofs die Weinheimer Neustadt im Schutze der Burg Windeck. Diese Gründung ist vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen um das Erbe der Reichsabtei Lorsch zwischen dem Erzstift Mainz und der Pfalzgrafschaft bei Rhein zu sehen. Man kann davon ausgehen, dass die Neustadt daher bereits sehr früh mit Befestigungsanlagen versehen wurde. Der Verlauf der Mauer ist im Stadtgrundriss noch deutlich ablesbar, teilweise erhalten. Im Dreißigjährigen Krieg waren die Mauern noch heftig umkämpft, so 1645, erst 1668 wurde eine damals geschossene Bresche geflickt. Seit dem 18. Jahrhundert aber wurde die inzwischen wertlose Stadtmauer nach und nach abgetragen oder mit Gebäuden überbaut. Die Befestigung bestand aus der eigentlichen Stadtmauer, dem davor gelegenen Zwinger, der Zwingermauer, sowie Wall und Graben und war durch Türme und Tore verstärkt. Sie bildete ein unregelmäßiges Vieleck. Im Osten folgte sie dem Lauf des Grundelbachs bis zur Mühlgasse, verlief dann im Norden entlang der Grabengasse zum Roten Turm, überquerte dort die Rote-Turmstraße und umschloss Kloster und Schloss. Zwischen Obertorturm und dem Blauen Hut steht die Gartenfassade des Schlosses anstelle der Stadtmauer. Vom Blauen Hut verlief die Mauer in einer Geraden zum Hexenturm. Von den Toren ist das Obertor im Westen erhalten. Roter Turm, Blauer Hut und Hexenturm stehen noch, ebenso sind Reste des Judenturms erhalten. Die Reste der Stadtbefestigung dokumentierten als Ausweis der Stadtrechte anschaulich die pfalzgräfliche Stadtgründung und sind Zeugnisse der Entwicklungen im mittelalterlichen Wehrbau vom 13. bis 16. Jahrhundert. |
102182521 | ||
| Wohnhaus | Münzgasse 3 (Karte) |
Zweigeschossiges Gebäude, Massiverdgeschoss, Fachwerkobergeschoss, erkerartiger Vorbau, 1404/05 (d), im 16. Jahrhundert verändert
Das Wohnhaus ist Teil des Rabenhaupt’schen Hofes im Weinheimer Stadtzentrum und somit von ortsgeschichtlicher Bedeutung. Es zählt im Kern zu den ältesten datierten Profanbauten der Stadt. Mit den Fachwerkformen, die zum Teil dekorativ ausgearbeitet sind, hat das Gebäude darüber hinaus Zeugniswert für das Zimmermannshandwerk in Spätmittelalter und Renaissance. |
98380163 | ||
| Einfriedigungsmauer an der Münzgasse | Münzgasse 3 (Karte) |
Zeitpunkt der Errichtung unklar
Die Einfriedigungsmauer an der Münzgasse zeigt älteren Baubestand, der Aufschlüsse über die frühere Bebauung geben kann. Sie hat ortsbau- und siedlungsgeschichtlichen Zeugniswert. |
98374847 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Münzgasse 5 (Karte) |
Zweigeschossiges, traufständiges Massivhaus mit Torbogen, 1848 umgebaut, moderner Ladeneinbau; wieder eingebauter Torbogen mit Diamantquarderung und Doppelwappen, 1654 (i); rückseitig Hofgebäude mit Rundbogenkellerportal, Allianzwappen (verwittert)
Die Gebäude auf dem Grundstück sind Teile des Rabenhaupt’schen Adelshofes, einem der bedeutendsten Adelshöfe in Weinheim. Sie sind demnach nicht nur von Bedeutung für die Architekturgeschichte, sondern vor allem für die Orts- und die regionale Adelsgeschichte. |
98380178 | ||
| Wohnhaus | Münzgasse 6 (Karte) |
Zweigeschossiges verputztes Fachwerktraufenhaus, Massiverdgeschoss, erbaut 1572 (d), Schlussstein des Kellertorbogen bezeichnet, 1793 (i)
Das Gebäude ist beispielhaft für den Ausbau des Gerberbachviertels bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts in der traditionellen Fachwerkbauweise. Es bezeugt das historische Ortsbild Weinheims und ist ortsgeschichtlich bedeutend. |
98380196 | ||
| Wohnhaus | Münzgasse 7 (Karte) |
Zweigeschossiges Fachwerktraufenhaus, Massiverdgeschoss, 1827
Das Gebäude ist charakteristisch für den Ausbau des Gerberbachviertels im frühen 19. Jahrhundert. Es bezeugt das historische Ortsbild Weinheims und gibt Aufschluss über die Wohnverhältnisse der Bevölkerung zu seiner Entstehungszeit. |
98380207 | ||
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Wohnhaus | Münzgasse 8 (Karte) |
Zweigeschossiges Fachwerkgiebelhaus, Massiverdgeschoss, seitlich abgefaster Torbogen, um 1610
Das heutige Wohngebäude gehörte ehemals einem Lohgerber. Im Erdgeschoss befand sich die Werkstatt und darüber der Trockenspeicher mit nur einem, aber etwas breiteren Laubengang an der Westtraufenseite. Es wurde im frühen 17. Jahrhundert als Erweiterungsbau einer bestehenden Werkstatt mit direktem Zugang zum Grundelbach errichtet. Der Fachwerkschmuck am straßenseitigen, durch die “Mannfigur” geprägten Giebel kündet vom Reichtum des Besitzers, der seinen Wohnsitz in der Nachbarschaft hatte. Das Gebäude ist ein typisches Haus des Gerberviertels aus dem frühen 17. Jahrhundert mit Bedeutung für die Orts- und Wirtschaftsgeschichte. |
98380217 | |
| Wohnhaus | Münzgasse 11 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, tonnengewölbter Keller, 14.–18. Jahrhundert, Zisterne unter Seitengebäude
Das im Kern dendrochronologisch auf 1379 datierte Gebäude zählt zu den ältesten überlieferten Porofanbauten Weinheims und belegt die frühe Bebauung des Gerberbachviertels. Der Brunnen mit Treppe zum Wasserspiegel eines älteren Vorgängerbaus, der sich unter dem Seitengebäude verbirgt, gehört womöglich zum Judenbad. Die Baugruppe ist ein anschauliches Dokument des historisch gewachsenen Stadtbildes mit ortsgeschichtlicher Bedeutung. |
98380241 | ||
Weitere Bilder |
Wohngebäude | Münzgasse 13 (Karte) |
Möglicherweise ehem. Münze, dreigeschossiger traufständiger Massivbau, z. T. Massiverdgeschoss, Obergeschosse mit Zierfachwerk, Torbogen bez. 1559 (i)
Das stattliche Gebäude mit aufwendigem Zierfachwerk bezeugt das historische Stadtbild Weinheims und dokumentiert das Zimmermannshandwerk im 16. Jahrhundert. Wenn sich die Annahme bestätigt, dass es sich um die einstige Münze - die Prägeanstalt für Münzgeld - handelt, hat das Gebäude zudem hohen orts- und landesgeschichtliche Wertigkeit. |
98380309 | |
| Wohnhaus | Münzgasse 15 (Karte) |
Dreigeschossiges Fachwerktraufenhaus, Massiverdgeschoss, Dachwerk 1523 (d)
Das Gebäude mit konstruktiven Fachwerkobergeschossen ist beispielhaft für die Bebauung der Gerberbachviertels im 16. Jahrhundert. Es bezeugt das historische Ortsbild Weinheims und ist von Bedeutung für die Baugeschichte. |
98380323 | ||
| Wohnhaus | Münzgasse 17 (Karte) |
Schmaler gelängter Bau unter flach geneigtem Satteldach am Ende der Münzgasse, zwei zweiseitig stark vorkragende Fachwerkgeschosse auf hohem Massivgeschoss mit Eckquadern, charakteristische Bebauung des Gerberviertels, 16./17. Jahrhundert
Das Gebäude ist für den Ausbau der Weinheimer Innenstadt und das dortige Gerberbachviertel beispielhaft. Es belegt das historische Ortsbild und gibt Aufschluss über die Wohnverhältnisse der Entstehungszeit, die vermutlich ins 16. zu datieren ist. |
98380339 | ||
| Villa am Hang des Burgbergs | Neuer Burgweg 1 (Karte) |
Zweigeschossiger Wohnbau unter Walmdach mit prägnantem Ecktürmchen, 1903 für den Versicherungsagenten Eugen Frey von Friedrich Reiboldt als Landhaus errichtet, 1911 (wohl in konkurrierender Reaktion auf den 1906 entstandenen Nachbarn Nr. 3) mit Türmchen aufgestockt, malerische Gesamtwirkung durch eine bewegte Massenverteilung (Eckerker, Risalit) und gemischte Verwendung von Sandstein, Putzflächen und Zierfachwerk
Das Gebäude wurde als anschauliches Zeugnis repräsentativer Wohnkultur in Form eines Landhauses im beginnenden 20. Jahrhundert errichtet. Durch das Hinzufügen des Türmchens kurze Zeit später wurde die Außenwirkung verstärkt und der villenartige Charakter betont. Durch das harmonische Zusammenspiel der Formen und Materialien ist das Gebäude ein bedeutendes Zeugnis der Architektur-, Orts- und Sozialgeschichte. |
108087806 | ||
| Wohnhaus | Neuer Burgweg 3 (Karte) |
Schaufront mit Zierfachwerkgiebel, Fußwalmen, Balkonen, Gauben und gestaffelten Fenstergruppen, im Inneren gediegene Jugendstilausstattung, Geländer der Treppenanlage und seitlich vorgelegte Terrasse, für Philipp Mertel von Adam Eberhardt erbaut, 1906
Die im frühen 20. Jahrhundert errichtete Villa am Hang des Schlossbergs repräsentiert in besonders anschaulicher Weise den malerischen Historismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Mit ihrer Materialvielfalt und dem formalen Reichtum, angelehnt an die ländliche heimatliche Architektur, ist sie ein typisches Landhaus. In der Stadtsilhouette Weinheims spielte der Villen- oder Landhausbau eine führende Rolle, wie verschiedene Postkarten und Panoramen des frühen 20. Jahrhunderts dokumentieren. Das Gebäude ist demnach von Bedeutung für die Architektur- und Ortsgeschichte. |
102233009 | ||
| Wohnhaus | Nördliche Hauptstraße 10 (Karte) |
Zweigeschossiges Fachwerkgiebelhaus, Massiverdgeschoss, Krüppelwalmdach, Segmentbogentordurchfahrt, am Schlussstein und nördlichen Eckpfosten des Fachwerkobergeschosses bezeichnet, 1766 (i)
Das Gebäude ist für die Bebauung der nördlichen Vorstadt Weinheims charakteristisch, versuchte man sich doch durch die hohen massiven Erdgeschosse vor drohendem Hochwasser zu schützen. Es bezeugt zudem das Zimmermannshandwerk und die Fachwerkbauweise um die Mitte des 18. Jahrhunderts. |
98380348 | ||
| Wohnhaus | Nördliche Hauptstraße 11 (Karte) |
Zweigeschossiges Fachwerktraufenhaus, Massiverdgeschoss mit Tor, Mansarddach, Anfang 19. Jahrhundert
Das traufständige Gebäude bezeugt den Ausbau des Hintergässer Viertels zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Durch das hohe massive Erdgeschoss wollte man sich vor drohendem Hochwasser durch die Weschnitz schützen. Das Wohnhaus ist für die Stadtbau- und Ortsgeschichte von Bedeutung. |
98380368 | ||
| Hofanlage | Nördliche Hauptstraße 12/3 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiges, verputztes Fachwerkhaus mit Satteldach, Massiverdgeschoss, Nebengebäude, 1759
Das Wohngebäude ist aufgrund des Fachwerks und hohen massiven Erdgeschosses, das dem Schutz vor drohendem Hochwasser diente, charakteristisch für einen Bauernhof im Hintergässerviertel Weinheims im 18./19. Jahrhundert. Die Hofanlage bezeugt das einstige Wohnen und Wirtschaften und gibt Aufschluss über die Bevölkerungsstruktur. |
98372960 | ||
| Wohnhaus | Nördliche Hauptstraße 13 (Karte) |
Zweigeschossiges Fachwerktraufenhaus, Massiverdgeschoss, Obergeschoss verputztes Fachwerk, Hoftor, 1855
Das Gebäude bezeugt die Wohnverhältnisse der Weinheimer Bevölkerung in der Mitte des 19. Jahrhunderts und veranschaulicht die allmähliche Ablösung des Fachwerkbaus durch die Massivbauweise. |
98380381 | ||
| Hofanlage | Nördliche Hauptstraße 15 (Karte) |
Bestehend aus:
Die Hofanlage ist ein anschaulich überliefertes Dokument des Wohnens und Wirtschaftens im landwirtschaftlich geprägten Weinheim. Durch die ablesbaren Bauphasen ist es ein Zeugnis der Entwicklungsgeschichte solcher Betriebe mit Bedeutung für die Wirtschaftsgeschichte. |
98380399 | ||
| Wohnhaus | Nördliche Hauptstraße 21 (Karte) |
Zweigeschossiges Fachwerktraufenhaus, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, Ende 16. Jahrhundert
Das aus dem Ende des 16. Jahrhunderts stammende Gebäude ist eines der ältesten erhaltenen Häuser im Hintergässerviertel. Es ist in der ortstypischen traditionellen Bauweise mit massivem Erdgeschoss errichtet, das dem Schutz vor drohendem Hochwasser in der engen Tallage diente. Als Zeugnis der Wohnverhältnisse der Weinheimer Bevölkerung zur Entstehungszeit ist es von ortsgeschichtlicher Bedeutung. |
98380409 | ||
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Hirschkopfturm | Distr.6 Hirschkopf Stadtw. (Karte) |
Kleiner Rundturm mit Zinnen, um 1870
Auf dem 347 m hohen Hirschkopf zwischen Weinheim und Nächstenbach wurde 1870 ein Aussichtsturm errichtet.- vermutlich von den Mitgliedern des Odenwaldclubs - errichtet. Er ist einer der ältesten Aussichtstürme im Rhein-Neckar-Kreis, belegt die Entdeckung der Odenwaldlandschaft für den wachsenden Tourismus und von ortsgeschichtlicher Bedeutung. |
98381380 ( | |
| Wohnhaus | Obergasse 4 (Karte) |
Zweigeschossiges, verputztes Fachwerkgiebelhaus mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, 1768, im Kern vielleicht noch 16. Jahrhundert
Das Gebäude dürfte den Formen des Fachwerks nach zu urteilen noch ins 16. Jahrhundert datieren, wurde aber offenbar um 1768 barockisiert. Es bezeugt die historische Bebauung Weinheims in der bewährten, über Jahrhunderte üblichen Fachwerkbauweise. Es ist ein Dokument der Wohnverhältnisse jener Zeit und von Bedeutung für die Ortsgeschichte. |
98380425 | ||
| Wohnhaus | Obergasse 6 (Karte) |
Zweigeschossiges, verputztes Fachwerkgiebelhaus, Krüppelwalmdach, 18./19. Jahrhundert
Das im Kern aus dem 18. Jahrhundert datierende, um 1830 modernisierte Gebäude ist ortstypisch für den Ausbau der Stadt in der über Jahrhunderte bewährten Fachwerkbauweise errichtet. Es dokumentiert neben der historischen Technik auch die Wohnverhältnisse der Weinheimer Bevölkerung und ist von bau- und stadtbaugeschichtlicher Bedeutung. |
98380436 | ||
| Gehöft | Obergasse 11/1, 13 (Karte) |
Bestehend aus: Doppelwohnhaus, zweigeschossiges, massives Traufenhaus mit Krüppelwalmdach, über älteren Gewölbekellern errichtet, rundbogiges Kellerportal, ehemals offener Laubengang auf der Hofseite; im Hof traufständige Fachwerkscheune; Bauzeit 1722
Die Hofanlage bezeugt den innerörtlichen Ausbau im frühen 18. Jahrhundert und die landwirtschaftliche Prägung Weinheims. Der Laubengang am Wohnhaus, der aus dem 19. Jahrhundert stammen dürfte, ist in Weinheim selten nachzuweisen und ein charakteristisches bauliches Detail. Als Dokument des Wohnens und Wirtschaftens ist der Hof von Bedeutung für die Bau- und Ortsgeschichte. |
98380460 | ||
| Gewölbekeller | Obergasse 16 (Karte) |
Mit Portal und Abgang, 16./17. Jahrhundert
Der Gewölbekeller legt Zeugnis ab von der frühneuzeitlichen Bebauung des Reichviertels in der Weinheimer Altstadt vor der Überformung in Barock und Historismus. Seine Gestalt und seine funktionale Beschaffenheit dokumentieren exemplarisch die Bauweise von Lagerkellern, wahrscheinlich von Wein, im 16./ 17. Jahrhundert. Der Keller ist somit ortsgeschichtlich von Bedeutung. |
107735688 | ||
| Kath. Schule | Obergasse 18 (Karte) |
Davor Herrschaftshaus, zweigeschossiger, verputzter Massivbau, Walmdach, Muschelfigurennische, rundbogige Hofeinfahrt, 1733 (i)
Das barocke Gebäude bezeugt die konfessionellen Schulverhältnisse im 18./19. Jahrhundert in Weinheim und hat als ursprünglich herrschaftliches Haus Bedeutung für die Orts- und Bildungsgeschichte. |
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| Inschriftstein mit Bezug auf die Wiederherstellung der Stadtmauer | Obergasse 19 (Karte) |
1668
[s. Stadtbefestigung, Gerbergasse 25] Der rechteckige Inschriftstein dokumentiert die Wiederherstellung der Stadtmauer im Jahr 1668 und ist damit von Bedeutung für die Stadtbau- und Ortsgeschichte. |
98380559 | ||
Weitere Bilder |
Haus der Swende | Obergasse 20 (Karte) |
Ehem. Adelshof, dreigeschossiges Gebäude, Eckerker im zweiten und dritten Obergeschoss, Treppenturm, Kellergeschoss, Einfriedungsmauer, 1612/13
Der einstige Adelshof war zeitweise vermutlich auch in Besitz der Familie Swende. Der Komplex ist ein charakteristisches Beispiel für einen Adelshof der Renaissance, wie sie für die kurpfälzischen Städte typisch waren. Merkmal des adeligen Wohnhauses sind u.a. der Treppenturm und der Erker. Der Hof bezeugt damit die Bau- und Ortsgeschichte Weinheims. |
1200416 | |
| Wohnhaus | Obertorstraße 3 (Karte) |
Dreigeschossiges, massives, verputztes Traufenhaus, Fachwerkgiebel, zweiläufige Werkstein-Freitreppe, 1787, im 2. Viertel des 19. Jahrhunderts umgebaut
Das Gebäude von 1787 bezeugt ein spätbarockes Wohngebäude in der Weinheimer Stadtmitte und damit die Wohnverhältnisse der Bevölkerung. Hier wohnte und starb 1876 der Komponist S. Zimmermann, der das bekannte Scheffellied “Alt-Heidelberg du feine” vertonte. Das Wohnhaus ist somit von Bedeutung für die Orts- und Sozialgeschichte der Stadt. |
98380611 | ||
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Denkmal für die Gefallenen von 1870/1871 | Obertorstraße 3 (Karte) |
Mehrteiliger Sockel aus Granit mit Inschriften und Büste von Großherzog Friedrich I., bekrönende Bronzefigur eines Fahnenträgers ausgeführt von G. Heitmann, vor der Laurentiuskirche 1890 errichtet | 98380603 | |
| Wohn- und Geschäftshaus | Obertorstraße 5 (Karte) |
Goldener Pflug, dreigeschossiges Fachwerktraufenhaus, Massiverdgeschoss, 1770
Das Gebäude ist charakteristisch für die Bebauung der Weinheimer Innenstadt im späten 18. Jahrhundert. Es dokumentiert die traditionsreiche Fachwerkbauweise jener Zeit und somit das historische Ortsbild. In der Funktion als Wohn- und Geschäftshaus ist es für die Stadtbau- und Ortsgeschichte von Bedeutung. |
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Kath. Pfarrkirche St. Laurentius | Rote Turmstraße (Karte) |
Der bestehende viergeschossige Kirchturm mit rot-gelb abgesetzten Sandsteinquadern, Umgangsbalustrade und Zeltdach über Wimpergen, nach Plänen von Heinrich Hübsch, 1850 (a), Langhausneubau, dreischiffige Säulenbasilika, Chorapsis, Arkadenvorhalle, im Inneren barocke Ausstattung, um 1730, aus der Vorgängerkirche übernommen, Treppenanlage zum Marktplatz, nach Entwurf von Ludwig Meier, 1911–1913 (a); Grabmäler und Bauteile an Pfarrhofmauer
Die zentral am Weinheimer Marktplatz gelegene Kirche bildet eine vertikale Dominante im Siedlungsbild und ist damit ein historisches ortsbildprägendes Gebäude. Es ist der letzte Bau Ludwig Maiers, einem bedeutenden Vertreter historistischer Architektur, der insbesondere durch seine zahlreichen katholischen Kirchen im Badischen in Erscheinung trat. Stilistisch ist die Kirche an den Plänen von Heinrich Hübsch orientiert, der bereits lange Zeit zuvor Entwürfe für die Kirche im Rundbogenstil erarbeitet hatte. Aus dieser Planungsphase stammt auch der Turm. Die Kirche ist ein orts- und kirchengeschichtlich bedeutendes Bauwerk. |
98380596 ( | |
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Mausoleum | Obertorstraße 9/1 (Karte) |
Massivbau mit Säulenportikus, Rechteckbau aus Kalksteinquadern und Porphyrmauerwerk, im hohen Untergeschoss der Gruftraum, zwischen Flankenmauern halbrunder überkuppelter Eingangsportikus mit mosaiziertem Gewölbe, an den Kapitellen der Säulen und am Attikafries funeralsymbolischer Reliefschmuck, vor der Giebelfläche mit schwarz-weißen, trapezförmigen Steininkrustationen Engelfigur, Traufseiten mit je fünffach gekuppelten, profilierten Rundbogenfenstern auf Säulchen, an der Apsis säulenbesetzter Blendfries, Flächen des gestelzten tonnengewölbten Kapellenraumes im Inneren mit künstlerischer Gestaltung, nach Plänen von Prof. Ludwig Becker aus Mainz, 1908–1913 (a)
Für die gräfliche Familie von Berckheim wurde an der Südostecke des Schlossparkes 1908–1913 ein Mausoleum in byzantinischem Stil errichtet. Es steht in der Tradition adeliger Parkbegräbnisse, wie sie sich in den Landschaftsgärten der Aufklärungszeit entwickelten und ist ein bezeichnendes Beispiel der architektonischen Lösung dieser Bauaufgabe mit den Stilmitteln des Historismus bzw. Jugendstils und wichtiges Werk im Schaffen des Dombaumeisters von Mainz. Es bezeugt zudem die private Erinnerungs- und Gedenkkultur. |
98380678 | |
Weitere Bilder |
Wohnhaus | Quergäßchen 1 (Karte) |
Zweigeschossiges Fachwerktraufenhaus, z. T. Massiverdgeschoss, Satteldach, um 1610
In diesem Gebäude, das als Erweiterungsbau zum Nachbargebäude entstand, war im Erdgeschoss die Werkstatt eines Lohgerbers untergebracht und darüber der Trockenspeicher mit beiderseits offenen Galerien an den Traufseiten. Durch den direkten Zugang zum Grundelbach war die Ausübung des Handwerks hier optimal. Das aufwendige Zierfachwerk am straßenseitigen Giebel bezeugt den Reichtum des Eigentümers, der das Gebäude jedoch nicht bewohnte. Es ist ein charakteristisches Beispiel für die Bebauung des Gerberviertels im frühen 17. Jahrhundert und von Bedeutung für die Wirtschafts- und Ortsgeschichte. |
98380686 | |
| Karmeliterkloster | Rote Turmstraße 1 (Karte) |
Jetzt kath. Pfarrhaus St. Laurentius, dreigeschossige barocke Zweiflügelanlage mit schiefergedecktem Walmdach, massiver Putzbau mit gleichmäßig platzierten, schmalen Fensterachsen, sorgfältige Proportionierung, ruhige Größe und strenges Regelmaß in der Gliederung, liegender Dachstuhl mit Kehlbalkenlage, 1720/21 (im Schmuckanker bez.), seit 1802/03 Pfarrhaus
Das heute als Pfarrhaus genutzte Karmeliterkloster geht auf eine mittelalterliche Gründung des 13. Jahrhunderts zurück. Die barocke Neuerrichtung 1720/21 ging mit einer Vergrößerung am ursprünglichen Standort auf einem Plateau oberhalb des Marktplatzes einher. Als ältestes Kloster in Weinheim und traditionsreiche Seelsorgeinstitution, deren Mönche von 1327 bis 1802 für die katholischen Einwohner der Neustadt tätig waren, ist das Karmeliterkonvent von zentraler Bedeutung für die Stadtgeschichte Weinheims und für die Kirchengeschichte der Region. Als authentisch überliefertes bauliches Zeugnis einer Hochphase der Gegenreformation in der Kurpfalz besitzen die barocken Klostergebäude in besonderem Maße heimatgeschichtliche, vor allem stadtgeschichtliche, kirchengeschichtliche und sozialgeschichtliche Bedeutung. |
98380712 | ||
| Wohnhaus | Rote Turmstraße 4 (Karte) |
Zum Turmhof, zweigeschossiges, massiv verputztes Traufenhaus, Zwerchhaus, Segmentbogenfenster und Türrahmung, 1848 (i)
Das biedermeierzeitliche Wohngebäude ist für den Ausbau Weinheims charakteristisch. Es dokumentiert das historische Stadtbild und gibt Aufschluss über die Wohnverhältnisse zur Entstehungszeit. |
98380720 | ||
| Wohnhaus | Rote Turmstraße 8 (Karte) |
Zweigeschossiges, massiv verputztes Traufenhaus, Walmdach, Zwerchhaus, Mitte 19. Jahrhundert, Dachaufbau 1925
Das Wohnhaus wurde im Stil des Spätklassizismus Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet und bezeugt die Wohnverhältnisse dieser Zeit in Weinheim. Durch seine Lage nahe dem Roten Turm hat es neben seinem dokumentarischen Wert auch eine stadtbildprägende Bedeutung. |
98380736 | ||
| Diakoniegebäude | Rote Turmstraße 10 (Karte) |
Zweigeschossiges, massiv verputztes Traufenhaus, Satteldach an einer Seite abgewalmt, an den Giebelseiten Anbauten, 1839
Das Gebäude in spätklassizistischen Formen ist für die Bebauung am Schloss in der Zeit des Biedermeier im 19. Jahrhundert charakteristisch. Es belegt die damaligen Wohnverhältnisse und ist bauhistorisch von Bedeutung. |
98380744 | ||
| Denkmal für Gefallene des Inf. Regt. 469 im Ersten Weltkrieg | Nähe Schätzle (Karte) |
Sog. Kriegerdenkmal Höhe 304, Block aus Naturwerkstein mit zwei Bronzetafeln
Im Wald auf „Höhe 304“ wurde das Denkmal für die Gefallenen des Infanterie-Regiments 469 im Ersten Weltkrieg errichtet. Es ist ein Dokument der lokalen Erinnerungskultur und bezeugt anschaulich die Auswirkungen des Weltkriegs auf die Geschichte Weinheims. |
98381317 | ||
| Scheune | Schlossergäßchen 6 (Karte) |
Zweigeschossiger Wirtschaftsbau mit Satteldach, Massiverdgeschoss aus Bruchstein, Fachwerkobergeschoss, 18. Jahrhundert
Die Fachwerkscheune bezeugt einen ortstypischen Scheunenbau des 18. Jahrhunderts. Sie ist ein sprechendes Baudokument der agrarisch geprägten Wirtschafts- und Sozialstruktur Weinheims. |
98380752 | ||
| Wohnhaus | Institutstraße 17; Schlossergäßchen 10 (Karte) |
Zweigeschossiger, verputzter Massivbau, Satteldach, giebelseitiger Treppenhausvorbau mit Bretterverschalung und schmiedeeisernen Konsolen, Laubsägeornamente, 1844
Das Gebäude von 1844 ist für die Biedermeierzeit charakteristisch und beschreibt die Wohnverhältnisse am damaligen Stadtrand in bester Wohnlage. Es prägt zudem das historische Ortsbild Weinheims. |
98375696 | ||
| Diesterwegschule (heute Stadtbibliothek) | Schulstraße 3 (Karte) |
Dreigeschossiger Klinkerbau, Sandsteingliederung, 1888/89
Als zweiter Neubau einer Volksschule wurde im späten 19. Jahrhundert die Diesterwegschule “in gesunden markigen Formen und doch anmutvoll” erbaut. Das Schulgebäude, das heute als Stadtbibliothek genutzt wird, ist ein wichtiger Markstein in der Entwicklung des Schulwesens in Weinheim und Zeugnis der Lösung dieser Bauaufgabe mit den Stilelementen des Historismus in der ersten Hälfte der Gründerzeit. |
98380760 | ||
| Pestalozzischule mit Einfriedung und Schulhof | Schulstraße 3/1, 5 (Karte) |
Dreigeschossiger Sandsteinbau mit Walmdach und Dachreiter, Sockel rustiziert, Erdgeschoss Sandstein, Obergeschosse verputzt, Mittel- und Seitenrisalit, Schweifgiebel, 1904/05
Durch die rasch wachsenden Schülerzahlen war nach der Errichtung der benachbarten Diesterwegschule des späten 19. Jahrhunderts ein weiteres Schulgebäude erforderlich. Die Pestalozzischule zeigt die Entwicklung des Schulhausbaues innerhalb zweier Jahrzehnte im letzten Abschnitt der Gründerzeit. Beide Schulen zusammen haben stadtbildprägenden Charakter. |
98380768 | ||
| Doppelwohnhaus | Schulstraße 8, 10 (Karte) |
Zweigeschossiger Klinkerbau, seitliche Giebelrisaliten, Holzkonstruktionen der vorspringenden Giebelbedachung, 1891
Das Wohngebäude wurde im Landhausstil mit Einflüssen des Historismus für gehobene Wohnansprüche erbaut. In Nr. 8 wohnte lange Zeit die Familie des Lederkaufmannes Samuel Neu und in Nr. 10 1891–1911 Dr. Karl Goebel, der Schwiegersohn des Fabrikanten Carl Johann Freudenberg. Das Gebäude ist ortstypisch für den Ausbau Weinheims in der Blütezeit der Gründerjahre und von Bedeutung für die Sozialgeschichte. |
98380800 | ||
| Wohnhaus | Schweizgasse 5 (Karte) |
Zweigeschossiges, massives, verputztes Gebäude mit Krüppelwalmdach, Erdgeschoss verändert, Anfang 19. Jahrhundert
Das Gebäude bezeugt die ortstypische Bebauung im frühen 19. Jahrhundert am Rande des Weinheimer Gerberbachviertels. Es ist ein anschauliches Dokument der Wohnverhältnisse der Weinheimer Bevölkerung und darüber hinaus ein prägendes Objekt im historischen Ortsbild. |
98380823 | ||
| Wohnhaus | Schweizgasse 11 (Karte) |
Dreigeschossiger Massivbau mit Krüppelwalmdach, Dachstuhl mit verzapften Kopfstreben, im zweiten Obergeschoss Eichenständer, um 1562 (d)
Das Wohnhaus aus der Mitte des 16. Jahrhunderts dokumentiert das historische Ortsbild und die Wohnverhältnisse der Weinheimer Bevölkerung. Es bezeugt entstehungszeitliche Baukonstruktionen und ist für die Baugeschichte von großem Wert. |
98380839 | ||
| Wohnhaus | Schweizgasse 16 (Karte) |
Zweigeschossiges Fachwerktraufenhaus, Massiverdgeschoss, 1788
Das Gebäude zeigt in Form und Konstruktion das typische Fachwerk des 18. Jahrhunderts und bezeugt zudem die Sozialstruktur des Stadtteils. Seine Kubatur und die Lage auf sehr kleinem Grundstück beschreibt die Ausnutzung des Baugeländes unter schwierigsten Bedingungen. Die Stellung des Baues im Ortsbild sorgt für allgemeine Bekanntheit. |
98380863 | ||
| Villa | Siegfriedstraße 19 (Karte) |
Zweigeschossiger, asymmetrisch gegliederter Bau, Sandsteingewände, Giebelfachwerk, Walm- und Krüppelwalm, Polygonalturm mit Spitzhelm, nach Plänen von Hanbach 1900 errichtet
Die Villa in der Formensprache des Späthistorismus ist charakteristisch für eine Gründerzeitvilla in allerbester, bevorzugter Lage. Sie befindet sich am Hang der zur Entstehungszeit noch fast unbebauten Bergstraße an der Einmündung des Müllheimer Tales und beschreibt die Wohnverhältnisse der wohlhabenden Bevölkerung. Sowohl für die Architekturgeschichte als auch für die Sozialstruktur Weinheims ist der Bau von großer Bedeutung. |
98372775 | ||
| Doppelwohnhaus mit Vorgarten und den historischen Teilen der Einfriedung | Hildastraße 10; Sophienstraße 10 (Karte) |
Verputzter Massivbau, zweigeschossige symmetrische Anlage im Landhausstil, halbkreisförmige Eckerker, nach Plänen von A. Eberhardt erbaut, 1910 (a)
Das Doppelwohngebäude wurde 1910 als Mietshaus im Landhausstil nach Plänen von A. Eberhardt errichtet. Es bezeugt den Ausbau dieses damals als Wohngegend bevorzugten Stadtteils und ist ein wichtiges Werk im Schaffen des Architekten. |
98375593 | ||
| Wohnhaus | Spitalgäßchen 1 (Karte) |
Eingeschossiges Fachwerkgiebelhaus mit Satteldach, 1595 (d)
Das Wohngebäude bezeugt die Bebauung am Rande des Gerberbachviertels im späten 16. Jahrhundert. Durch die Verwendung der tradistionsreichen Fachwerkbauweise ist es für die Geschichte von Bedeutung. Darüber hinaus bezeugt es das historisch gewachsene Ortsbild Weinheims. |
98380899 | ||
| Stützmauer zum Spitalgäßchen | Hauptstraße (Karte) |
16./17. Jahrhundert; Nr. 87: 10 m hoch; Nr. 89 und 91: 3 m hoch; Nr. 93: 4 m hoch, Sandsteintafel mit Brezel, dat. 1692 und 1697; Nr. 95: 5 m hoch, Kellerbogen aus dem 17. Jahrhundert; Nr. 97: barocke Fenstergewände und Fenster mit profiliertem Mittelpfosten spätes 16. Jahrhundert
Bei der Bebauung der Grundstücke entlang der Hauptstraße wurde die rückwärtige alte, 3–10 m hohe Bruchsandsteinmauer an der westlichen Seite der Spitalgasse mitbenutzt. Es handelt sich um eine durch die topographischen Verhältnisse bedingte Stützmauer. In der Mauer bei Haus Nr. 93 sitzt eine Sandsteintafel mit Brezel, Hinweis auf eine Bäckerei, weiter finden sich barocke Fenstergewände und ein Renaissancefenster mit profiliertem Mittelpfosten des späten 16. Jahrhunderts. Die Mauer hat stadtbau- und siedlungsgeschichtlichen Zeugniswert. |
98374660 | ||
| Gebäudeensemble | Spitalgäßchen 7 (Karte) |
Bestehend aus: Gasthaus Zum Rosengarten, dreigeschossiges, massives Giebeleckhaus, Sandsteingliederung, nach Plänen von H. Lebkuchen, 1912/14; Hinterhaus, zweigeschossiges, verputztes Fachwerkgiebelhaus, Massiverdgeschoss, bezeichnet über dem Eingang, 1814 (i)
Das reich gegliederte Gasthaus Zum Rosengarten mit Jugendstilanklängen ist eines der wenigen historisierenden Gebäude im Gerberbachviertel, das dessen Ausbau vor dem Ersten Weltkrieg bezeugt. Das zugehörige Hinterhaus ist ortstypisch für den Ausbau des Gerberbachviertels im frühen 19. Jahrhundert mit Fachwerkbauten auf massivem Erdgeschoss, die aufgrund der Hochwassergefahr üblich waren. Als traditionsreicher, im öffentlichen Leben der Gemeinde eine wichtige Rolle spielender Bau besitzt das Gasthaus ortsgeschichtliche Bedeutung. |
98380908 | ||
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Anwesen Ulner’sche Stiftung | Stadtmühlgasse 2, 2/1, 2/2 (Karte) |
Bestehend aus:
Das Ulner’sche Anwesen mit Kirche und Hospital geht auf eine Stiftung Hildegards von Weinheim zurück. Die heutige Hofanlage hat einen hohen Wert für die Stadtbau- und Kirchengeschichte Weinheims. Die mittelalterliche Kirchen- und Hospitalgründung ist mit gewachsenen Bauschichten des Spätmittelalters, des Barock und des Historismus authentisch überliefert und verfügt so über ein hohes Maß an Originalität und Integrität. Die Funktionsverschränkungen (Kirche wird zeitweise Hospital) und die Funktionsverschiebungen (das Hospital wird Pfarrwohnung, dann Mietswohnhaus) spiegeln die Entwicklungsgeschichte des Kirchen- und Krankenpflegewesens anschaulich wider. Die landwirtschaftliche Nutzung als Kelterhof mit Weinkeller und einstiger Scheune mit Schweinestall wurde im 20. Jahrhundert aufgegeben, ein zeittypischer Ablauf in der Kernstadt Weinheims. Die 1930 anstelle der Scheune erbaute DJK-Turnhalle wurde 1939 vom Landesfiskus erworben und für Versammlungszwecke und Übungen der Feuerwehr, aber auch der SS und der SA eingesetzt; 1942 diente sie als Arbeitslager russischer Frauen. Sie dokumentiert einen Abschnitt der politischen Geschichte Weinheims. |
99973766 ( | |
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Hofanlage | Stadtmühlgasse 3, 3/1, 3/2, 3/3 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, dreigeschossiges Fachwerkgiebelhaus, Massiverdgeschoss, um 1570/80 (d), am Obergeschoss Schmuckkreisscheiben in der Brüstung, bez. 1580; Scheune, zweigeschossiger Wirtschaftsbau, Fachwerk über Massiverdgeschoss, bez. 1728 (vermauerter Stein); Nebengebäude, zweigeschossiges Wirtschaftsbauten, Fachwerk über Massiverdgeschoss; Hofdurchfahrt zur Gerbergasse
Die stattliche Hofanlage ist in ihrer heutigen Form ein gewachsenes Ensemble des 16. bis 19. Jahrhunderts. Sie dokumentiert damit die Baugeschichte mehrerer Jahrhunderte und belegt darüber hinaus die landwirtschaftliche Prägung Weinheims. Als Zeugnis des Wohnens und Wirtschaftens ist die Hofanlage ein sprechendes Zeugnis der Ortsgeschichte. |
98380950 | |
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Wohnhaus | Stadtmühlgasse 10 (Karte) |
Zweigeschossiges Fachwerktraufenhaus, Massiverdgeschoss, 1787
Das Wohngebäude ist in ortstypischer Fachwerkbauweise errichtet und charakteristisch für das Gerberbachviertel im späten 18. Jahrhundert. Es bezeugt das Zimmermannshandwerk und die landwirtschaftliche Prägung Weinheims. |
98380957 | |
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Wohnhaus | Stadtmühlgasse 12 (Karte) |
Zweigeschossiges Fachwerkgiebelhaus auf Massivkeller, 1717
Das weitgehend aus dem frühen 18. Jahrhundert stammende Fachwerkgebäude ist charakteristisch für die über Jahrhunderte bewährte Fachwerkbauweise und den Ausbau des Gerberbachviertels. Es bezeugt die Baugeschichte und ist von ortsgeschichtlicher Bedeutung. |
98381091 | |
| Stadtmühle | Stadtmühlgasse 13 (Karte) |
Sog. Mittelmühle, dreigeschossiger, verputzter Massivbau mit Fachwerkteilen, im Kern mittelalterliche Substanz, im 18. Jahrhundert stark verändert und aufgestockt
Die seit 1473 urkundlich erwähnte Stadtmühle ist heute überwiegend von Bauelementen des späten 18. Jahrhunderts geprägt, verfügt aber auch über mittelalterliche Bauteile. 1897 wurde die Mühle, die auch die Grundstücke 9 und 11 umfasste, von der Firma Freudenberg erworben. Sie ist einer der ältesten Zeugen des für die Stadt wichtigen Mühlengewerbes und daher von orts-, technik- und wirtschaftsgeschichtlicher Bedeutung für Weinheim. |
98381102 | ||
| Wohnhaus | Stadtmühlgasse 15 (Karte) |
Zweigeschossiges, verputztes Fachwerktraufenhaus, Massiverdgeschoss, 1738 erbaut, im 19. Jahrhundert unterfangen
Das Gebäude ist in seiner Bauweise charakteristisch für den Ausbau des Gerberbachviertels im frühen 18. Jahrhundert. Es prägt das historische Ortsbild und ist ein ortsgeschichtliches Dokument. |
98381115 | ||
| Torbogen | Stadtmühlgasse 17 (Karte) |
Leicht spitzbogig, abgefastes Gewände, Anfang 16. Jahrhundert
Der Torbogen mit abgefastem Gewände ist vermutlich der einzige Überrest eines spätgotischen Hofes von bedeutenderen Ausmaßen. Er gibt Aufschluss über die Stadtbau- und Ortsgeschichte. |
98381150 | ||
| Wohnhaus | Stadtmühlgasse 18 (Karte) |
Zweigeschossiges, verputztes Fachwerktraufenhaus, Massiverdgeschoss, Mansarddach, 1806
Das Gebäude mit nicht bewohnbarem Untergeschoss ist für die Entstehungszeit im frühen 19. Jahrhundert und die Bebauung im von Fachwerkbauten geprägten Gerberbachviertel am Fuß der Stützmauer der Weinheimer Oberstadt charakteristisch. Es dokumentiert die Lebensverhältnisse dieser Zeit und ist ein ortsgeschichtliches Zeugnis. |
98381126 | ||
| Verwaltungsgebäude der Kreispflegeanstalt des Kreises Mannheim | Viernheimer Straße 27 (Karte) |
Zweigeschossiger Putzbau mit Werksteingliederung und Zierfachwerk-Motiven, im Innern Ausstattung in Jugendstilformen, 1906/07 in Ergänzung zum Anstaltsgebäude errichtet
Das Verwaltungsgebäude des Kreispflegeheims Weinheim/Bergstraße ist Teil eines größeren Gebäudekomplexes, dessen Anfänge in der Errichtung der Kreispflegeanstalt durch den damaligen Stadt- und Landkreis Mannheim im Jahr 1884 begründet liegen. Da die Pflegeanstalt bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit Platzproblemen zu kämpfen hatte und auch die erwartete Entlastung durch den Bau der Wieslocher Anstalten 1905 ausblieb, wurde 1906/07 ein separates Gebäude für die Verwaltung erstellt. Es ist ein Werk des ausgehenden Historismus und zeigt - vor allem im Innern - Merkmale des Jugendstils. Bauherr und Architekten waren bemüht, sich von der zunehmend als Zweckarchitektur wahrgenommenen Backsteinbauweise des Hauptgebäudes abzusetzen, und wählten eine aufwendige Gestaltung mit gemeißelten Werksteinelementen, plakativen Fachwerkfassaden und qualitätvollen Schreinerarbeiten im Innern. Das zeittypische Verwaltungsgebäude, von dem aus die Belange der Kreispflege Weinheim seit über hundert Jahren gesteuert und verteidigt worden sind, ist dazu geeignet, an die sozialgeschichtliche und ortsgeschichtliche Bedeutung der Fürsorgeeinrichtung für die Gesellschaft zu erinnern. |
104153068 | ||
| Alter Friedhof | Mühlweg; Wachenbergstraße (Karte) |
Alter Kirch- und Friedhof um die Peterskirche, angelegt im Mittelalter, in Parkanlage umgewandelt durch Stadtgärtner Ulrich Plag, 1957; historische Grabmäler verschiedener Weinheimer Persönlichkeiten des 19./20. Jahrhunderts, u.a. für Generalkonsul Erhard Bissinger, Grabhaus mit dorischem Säulenportikus über Sockel, darin Denkstein mit Reliefbildnis, um 1910
Der Alte Friedhof ist der älteste Begräbnisplatz Weinheims und erstreckte sich um die mittelalterliche Peterskirche, welche wohl bis in karolingische Zeit zurückging, als Kloster Lorsch in Weinheim umfangreichen Güterbesitz inne hatte. Der Friedhof bestand bis 1957 und wurde dann in eine öffentliche Parkanlage umgewandelt. Innerhalb des Areals blieben zahlreiche, teilweise künstlerisch aufwendige Grabmäler erhalten, welche an bedeutende Weinheimer erinnern, so u.a. an Angehörige der Industriellenfamilie Hermann und der Postmeisterfamilie Hübsch. Qualitätvollste und monumentalste Grabstätte ist das Mausoleum für den Generalkonsul Erhard Bissinger (1843–1910), ein tempelartiges Bauwerk, wie es für den neuklassizistischen Monumentalstil des frühen 20. Jahrhunderts durchaus charakteristisch ist. Für seine Verdienste um die Stadt, u.a. die Stiftung für ein Hallenschwimmbad, wurde Bissinger 1905 zum zweiten Ehrenbürger der Stadt ernannt. Der Friedhof hat zentralen Zeugniswert für die Weinheimer Kirchen-, Siedlungs- und Stadtgeschichte und ist mit seinen Grabmälern für die Stadt von hohem Erinnerungswert. |
98374052 | ||
| Stein | Weiler Nächstenbach 28 (Karte) |
Sog. Batzenbrotstein oder Hölzerlipsstein
In den Stein sind verschiedene brotlaibähnliche Figuren eingeritzt. Der Stein wird mit dem Räuber Hölzerlips in Verbindung gebracht, der eine Frau, die Brot trug, überfiel und wieder freigelassen haben soll, weil sie selbst arm war. Diese volkstümliche Geschichte bewahrt die Erinnerung an einen der bekanntesten Räuber der Region, der mit bürgerlichem Namen Georg Philipp Lang hieß (1770–1812) und an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert im Rhein-Main-Gebiet zusammen mit seiner Bande Überfälle und Diebstähle beging, auch an der Bergstraße. Der Stein hat damit ortsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Adam-Platz-Denkmal und zugehörige Grünanlage | Werderstraße (Karte) |
Granitfindling mit Metallplatte, darauf Porträt und Inschrift, von Bildhauer Karl Spangenberger aus Weinheim und Künstler Prof. König aus Eberbach, gestiftet vom gemeinnützigen Verein, eingeweiht 1911
Dem „Schöpfer der Städtischen Anlagen“ Adam Platz wurde hier ein Denkmal gesetzt. Mit der Aufstellung wurde das gesamte südliche Weschnitzufer zwischen den Zwillings-Brücken und der Alten Post nach Entwürfen des Gartenbaudirektors und neuen Leiters der Städtischen Anlagen Petersen neu gestaltet. Grünanlage und Denkmal sind ortsgeschichtliche Zeugnisse des frühen 20. Jahrhunderts und charakteristisch für die bürgerliche Denkmalkultur vor dem Ersten Weltkrieg. |
98381369 | ||
| Wohnhaus mit Nebengebäude | Wilhelmstraße 2 (Karte) |
Zweigeschossiger Sandsteinklinkerbau, Haupt- und Nebengebäude durch Brücke im ersten Obergeschoss verbunden, nach Plänen von K. F. Kuhn, 1897
Das reich in Neurenaissanceformen ornamentierte Wohnhaus wurde im ausgehenden 19. Jahrhundert errichtet und ist durch eine Brücke im Obergeschoss mit dem Nebengebäude verbunden. Es ist ein ortstypisches Beispiel für den Ausbau der Bergstraße im historisierenden Stil während der Gründerzeit und somit von Bedeutung für die Bau- und Ortsgeschichte Weinheims. |
98381355 | ||
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Burgruine Windeck | Windeck (Karte) |
Langgezogene polygonale Anlage in Gipfellage aus Kernburg mit hoher Mantelmauer und umlaufendem Zwinger; im Westen hoher, konisch zulaufender Rundturm, umlaufend Konsolen eines Wehrgangs, im Inneren gewölbte Geschosse, leicht ausbauchende Wendeltreppe zur Plattform; links davon Torbau; Wehrgang der Mantelmauer über hofseitigen Rundbögen; Mauerreste der gegen die Mauer gelehnten Wohn- und Wirtschaftsgebäude mit Gewölbeansätzen, Konsolsteinen für Deckenbalken und Kaminresten, tlw. unterkellert, frühgotischer Kapellenerker; an der Südseite Wohnturm mit romanischem Rundbogenportal; im Hof Brunnen, 26 m tief, steinernes Brunnengestell mit Etappen, Initialen und Steinmetzzeichen, 1600 (i), erneuert 1727 (i); Zwingermauer mit umlaufendem Rundbogenfries und Tor in Mauerflanke; gegründet durch die Abtei Lorsch im frühen 12. Jahrhundert, Untergeschoss des Bergfrieds wohl aus dieser Zeit, sonst fast vollständiger Neubau für die Pfalzgrafen, Mitte 14. Jahrhundert, dabei romanischer Torbau zum Wohnturm ausgebaut, Gebäude im Westen und Nordosten 15./16. Jahrhundert, Ruinierung im Dreißigjährigen Krieg, letzte Instandsetzungen 1665 (a), Schleifung durch Turenne, 1674 (a), Erneuerungen 1903 (a)
Die Burgruine Windeck über Weinheim beherrscht zusammen mit der oberhalb gelegenen neuromanischen Wachenburg die Stadt und die ihr vorgelagerte Rheinebene. Sie bildet als Teil einer ganzen Reihe von Burgen entlang der Bergstraße ein wichtiges Element der Kulturlandschaft. Gegründet wurde Windeck zu Anfang des 12. Jahrhunderts durch Abt Benno von Lorsch, um die hiesigen Klostergüter zu sichern. Während des Baus kam es zum Streit mit der Abtei Michelstadt im Odenwald (heute Hessen), was dazu führte, dass die gerade fertiggestellten Bauten wieder abgetragen werden mussten. Nach einem Vergleich mit Michelstadt durfte Abt Diemo die Burg wiederaufbauen. Von dieser frühen Anlage zeugen noch Reste des Torturms im südlichen Wohnturm sowie der Unterbau des runden Bergfrieds. Ansonsten stellt Windeck mit der hohen Mantelmauer und der umlaufenden frühen Zwingerbefestigung einen weitgehenden Neubau aus der Mitte des 14. Jahrhunderts dar, der wohl im Auftrag Pfalzgraf und König Ludwigs des Bayern errichtet wurde, um den Besitz Weinheims gegen das Erzstift Mainz abzusichern. Mit dem Neubau wurde ein weithin sichtbares Zeichen kurfürstlicher Macht gegenüber anderen Herrschaftsträgern am nördlichen Oberrhein gesetzt. Die stattliche Anlage verfiel in Folge des Dreißigjährigen Krieges und wurde 1674 im Holländischen Krieg durch die Franzosen unter Turenne entfestigt; 1685 galt sie bereits als Ruine. Gleichwohl vermitteln die noch stehenden Mauern ein eindrucksvolles Bild der kurpfälzischen Anlage des 14. Jahrhunderts, die mit dem Rundbogenfries des Zwingers und der hohen Mantelmauer mit dem auf Blendbögen geführten Wehrgang charakteristische Einflüsse des mittelrheinischen Burgenbaus dieser Zeit zeigt. Im 19. Jahrhundert wurde die Windeck von den Künstlern der Romantik entdeckt und zu einem der beliebten Bildmotive der Ruinen- und Burgenbegeisterung an der Bergstraße. Sie hat damit nicht nur zentralen Stellenwert für die Burgenarchitektur des Mittelalters sowie die Siedlungs- und Landesgeschichte, sondern auch für die literarische, geistige und künstlerische Bewegung der Romantik und die Entdeckung der Odenwaldlandschaft durch einen frühen Tourismus in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. |
98371445 ( | |
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Wachenburg | WSC-Wachenburg (Karte) |
Gedenk- und Versammlungsstätte, burgartige Anlage in landschaftsbeherrschender Lage, bestehend aus: quadratischer Bergfried mit Ehrenhalle und romanisierendem Portal, runder Treppenturmanbau, Zeltdachabschluss, Buckelquadermauerwerk; Palas, zweigeschossiger Buckelquaderbau mit Satteldach, Treppengiebel, hofseitig Zwerchgiebel mit Wappen und Ritterfigur, westlich Anbau mit Loggia im Obergeschoss, östlich runder Treppenturm, Fenster als Triforiengruppen mit Säulchen, hofseitig große Freitreppenanlage, im Inneren Säle mit Ausmalungen; Torturm und Nebengebäude mit Gaststätte und Küchenbau, Buckelquaderbauten mit Walm- und Satteldächern, tlw. verbrettert, hoher schlanker Küchenkamin; Loggia auf der Nordseite mit Pavillon, Sattel- und Zeltdach; unter dem Hof Ehrenhalle mit talseitige Arkaden, davor halbkreisförmige Terrasse; Halsgraben, Stützmauern und Bogenbrücke samt äußerem Tor mit rundem Eckturm und Erker; Wasserhochbehälter und Pumpstation; errichtet für den Weinheimer Senioren-Convent nach Plänen von Arthur Wienkopp durch Georg Hopp unter Aufsicht von Oberingenieur Aute Bode, 1907–1913 (a), erweitert 1927/28 (a)
Die Wachenburg ist weithin sichtbares Wahrzeichen Weinheims und eines der spätesten Beispiel der Burgenrenaissance des Späthistorismus. Sie wurde im Auftrag des Weinheimer Senorien-Convents errichtet, der 1864 von den Studentencorps der Technischen Hochschulen und Bergakademien in Deutschland gegründet worden war. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 plante der Convent eine Gedenkstätte für die Gefallenen und schrieb hierzu schließlich 1902 einen Ideenwettbewerb aus, aus dem der Karlsruher Architekt Arthur Wienkoop (1864–1941) als Sieger hervorging. Wienkoop war ein Vertreter konservativer, späthistoristischer Artchitekturauffassungen und wetterte in seinen Schriften u. a. gegen den Jugendstil. Für den Convent schuf er in landschaftsbeherrschender Lage ein eigentümliches Monument, das eine Verbindung aus Versammlungshaus, Ehrenmal und touristischem Aussichtspunkt wurde und damit hervorragend in die Zeit passte. Es bezeugt die nationalkonservative Ausrichtung vieler studentischer Verbindungen und ihrer Altherrenverbände im Kaiserreich und der Weimarer Republik. Mit der Wachenburg entstand ein lehrbuchhaftes Idelabild der hochmittelalterlichen, stauferzeitlichen Ritterburg, das sich in der konsequenten Verwendung romanisierender Bauformen und einer monumentalisierenden Architektursprache mittels Buckelquadermauerwerk ausdrückt. Die Wachenburg hat einen hohen Bergfried als Aussichtsturm mit integrierter Gedenkhalle, einen romanischen Palas für die Convents-Versammlungen, einen Torturm, Nebengebäude und sogar eine Art Zwingeranlage mit äußerem Tor. Als Vorbild fungierte für den Palas der Hauptbau der national aufgeladenen, neuromanisch überformten Wartburg, zumal Eisenach schon damals für die Studentenverbindungen einen wichtigen ideellen und historischen Bezugspunkt darstellte. Der Innenhof mit dem Begrfreid, der sich zu diesem mit einem großen romanisierenden Portal öffnet, hat wie die ganze malerisch aufgebaute Anlage theaterhafte Züge, gerade in Hinsicht auf den Turm wurden offenbar nie ausgeführte Entwürfe für Nesuchwanstein vorbildhaft. Die Ehrenhallen für die Gefallenen öffnen sich bezeichnender Weise nach Westen, dem Rhein zu, womit auch der Name der Burg programmatisch wird: Sie hält quasi als Denkmal kriegerischer deutscher Opferbereitschaft die Wacht am Rhein. Damit ist die Wachenburg ein zutiefst politisch konnotiertes Bauwerk, in dem sich der Nationalkonservatismus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts baulich manifestierte und das zugleich ein anschauliches, spätes Beispiel einer bürgerlichen Burgenrenaissance innerhalb der mittelalterlichen Burgenlandschaft an der Bergstraße bietet. Die Anlage ist darüber hinaus wichtiges Werk im Schaffen Wienkoops. |
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Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.