Liste der Kulturdenkmale in Schwetzingen

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In der Liste der Kulturdenkmale in Schwetzingen sind die Kulturdenkmale der Stadt Schwetzingen im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
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  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale nach Ortsteilen

Schwetzingen

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

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Jüdischer Friedhof Am langen Sand 36
(Karte)
An der Nordseite des erweiterten christlichen Friedhofes, eröffnet 1893

Der kleine israelitische Friedhof, heute an der Nordseite des erweiterten christlichen Friedhofes, wurde erst 1893 eröffnet. Die jüdische Gemeinde hatte damals etwa hundert Mitglieder. Vorher wurden die Toten meist in Wiesloch bestattet. Der Friedhof ist Zeugnis der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Schwetzingen.

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( Wikidata)

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Zweigeschossiges Doppelhaus in Ecklage mit Mansarddach und Eckturm zur Nadlerstraße August-Neuhaus-Straße 1, 3
(Karte)
Je ein verschindelter Erker ab erstem Obergeschoss über rechteckigem und halbrundem Grundriss, zwei Zwerchgiebel an der August-Neuhaus-Straße, um 1900

Mit seinen Putzfassaden ist das Doppelwohnhaus ein anschauliches Beispiel für einen von der Reformarchitektur beeinflussten Miethausbau im kleinstädtischen Bereich. Es zeigt mit dem malerischen Gesamtaufbau wie u.a. dem Treppenturm, der einen kräftigen Akzent setzt, dabei noch den Nachklang der späthistoristischen Architekturauffassung. Das Gebäude belegt die bauliche Entwicklung Schwetzingens in der Kaiserzeit.

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Villa mit Garten und Einfriedung August-Neuhaus-Straße 2
(Karte)
Malerisch angelegter, eingeschossiger Wohnbau mit turmartigem Eckrisalit, Putzbau mit einer Gliederung aus Sandstein, Backstein und Fachwerkelementen im Stil des ausgehenden Historismus, errichtet vermutlich im Auftrag von Andreas Böfinger, Gewerbelehrer aus Pforzheim, 1902

Das Wohngebäude wurde 1902 als eines der ersten Bauwerke des neuen Schwetzinger Ortsteils „Oststadt“ errichtet, der ab 1900 jenseits der Rheintal-Bahnlinie östlich der Nadler- bzw. Bruchhäuser Straße entstand. Es handelt sich um den Bautypus einer vorstädtischen Villa, wie sie zwischen 1870 und 1910 die Randbereiche verdichteter Städte prägte. Freistehend in einem Gartengrundstück kommt ihr als Eckbebauung entlang der Kurfürstenstraße, der Basis palatina zwischen Schwetzingen und Heidelberg, und der neu angelegten Nordachse August-Neuhaus-Straße erhebliche städtebauliche Bedeutung zu. Die vielfältige Verschränkung von Baukörpern und Risaliten erzeugt eine „malerische“ Gesamtkubatur, die dem Ideal einer historistischen Villa entspricht. Die Verwendung und Variation unterschiedlicher Baumaterialien wie gelber und roter Backstein, glatter und bossierter Sandstein, heller Putz, Fachwerk und geschnitzte Hölzer soll den verspielten „ländlichen“ Charakter unterstreichen. Die stilstische Ausrichtung folgt daher keinem eindeutigen Vorbild, sondern vermischt Elemente aus Neurenaissance, Schweizer Stil und französischer Renaissance. Die Villa ist äußerlich und im Innern authentisch überliefert. Sie vermittelt anschaulich und in exemplarischer Weise die architektonische Entwicklung anspruchsvoller Wohngebäude im Späthistorismus und dokumentiert die Wohnkultur der gehobenen Gesellschaft in Schwetzingen.

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Eckgebäude mit Eckturm und vielteiligen Dachformen August-Neuhaus-Straße 18
(Karte)
Aufwändige Steinarbeiten im Stil der Neurenaissance, teilweise moderne Verkleidungen, um 1900

Das Wohngebäude wurde im neuen Schwetzinger Ortsteil „Oststadt“ errichtet, der ab 1900 jenseits der Rheintal-Bahnlinie östlich der Nadler- bzw. Bruchhäuser Straße entstand. Er ist von weitgehend freistehenden, viellenartigen Wohnbauten des späten Historismus und Jugendstils geprägt. Zu ihnen zählt auch das markante Eckgebäude mit seinem von einer Welschen Haube bekrönten Türmchen und dem bereits vom Jugendstil beeinflussten Ziergiebel. Zeittypisch ist die Putzfassade, der malerische Gesamtaufbau entspricht noch den Vorstellungen eines vorstädtischen Wohnhauses des späten Historismus. Das Gebäude ist damit anschauliches Zeugnis gehobenen bürgerlichen Wohnens der Zeit um 1900 und belegt das Wachstum Schwetzingens im Kaiserreich.

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Empfangsgebäude und Bahnsteigüberdachung (Gleis 2 u. 5) Bahnhofanlage 3, 3 a
(Karte)
Verputzter Massivbau, zweigeschossiger Mitteltrakt, eingespannt zwischen zwei dreigeschossige Querbauten, flach geneigte Sattel- und Walmdächer, eingeschossige Seitentrakte mit Dachterrassen, Lisenengliederung, im Erdgeschoss Rundbogenöffnungen, erbaut an der 1870 eröffneten Rheintalbahn Mannheim-Karlsruhe, bald nach 1870, erweitert 1897

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs folgt stilistisch noch dem unter Heinrich Hübsch in Baden etablierten sog. romantischen Klassizismus. In Größe und Ablage ist es charakteristisch für die Bahnhöfe von Mittelstädten. Mit dem Bau der Eisenbahn erhielt Schwetzingen Anschluss an das badische Schienennetz, was dem Ort zu wirtschaftlichem Aufschwung verhalf, aber auch den Tourismus in der Sommerfrische vor den Toren Mannheims und Heidelbergs förderte. Das Gebäude ist damit nicht nur Zeugnis der badischen Verkehrs- und Eisenbahngeschichte, sondern hat auch auch ortshistorische Bedeutung.

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Doppelwohnhaus Bahnhofanlage 8, 10
(Karte)
Nr. 10

Zweigeschossiges verputztes Zeilenhaus, mit Zwerchgiebeln, Sandsteingliederung in Neurenaissanceformen, Nr. 10 nebst Ökonomie und Kelleranlage erbaut für den Weinhändler Ernst Ihm, 1895, hier aufwendigere Gestaltung, besonders beim Schweifgiebel, Nr. 8 im Inneren deutlich verändert, Schutzgut ist die Fassade

Das zweigeschossige, villenartige Zeilenhaus von 1894 mit Glockengiebel und Neurenaissance-Fassade prägt den Bahnhofsvorplatz gegenüber dem Empfangsgebäude. Es ist eines der wichtigsten historisierenden Gebäude in der auch heute noch von gründerzeitlichen Bauten bestimmten Häuserzeile und belegt den Ausbau Schwetzingens nach dem Eisenbahnanschluss der Landstadt in Richtung des Bahnhofs im späteren 19. Jahrhundert. Die aufwendige Architektur des Gebäudes Nr. 10 zeugt dabei vom Selbstbewusstsein der lokalen bürgerlichen Gewerbetreibenden, hier eines Weinhändlers.

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Villa Neuhaus Bahnhofanlage 12
(Karte)
Zweigeschossiges asymmetrisch gegliedertes Massivgebäude, Ziegelmauerwerk mit Sandsteingliederung, im Glockengiebel Datierung und Wappen der Familie Neuhaus, Erker, Balkon, Wintergarten, für die Fabrikantenfamilie Caspar August Neuhaus erbaut, 1894 (a, i), diverse An- und Umbauten mit Wintergarten von Architekt Armbruster, 1916 (a), Veränderung der Gartenfront nach Plänen von Moosbrugger und Pflaumer, Heidelberg, 1924 (a), Anbau mit Gästezimmer und Veranda zur Clementine-Bassermann-Straße von Pflaumer, Heidelberg, 1933 (a), Ausbau des Dachgeschosses, 1937 (a)

Das zweigeschossige, asymmetrisch gegliederte Massivgebäude bestimmt mit dem Nachbargebäude Nr. 10 wesentlich die von historisierenden Gebäuden geprägte Häuserzeile aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Es ist Zeugnis der gründerzeitlichen Stadterweiterung Schwetzingens in Richtung des nach 1870 erbauten Bahnhofs und ein charakteristisches Beispiel für die großen Villenbauten des gehobenen Bürgertums und der Unternehmerschaft im Deutschen Kaiserreich. Zeittypisch ist die architektonische Gestaltung in Anlehnung an Vorbilder der nordeuropäischen Spätrenaissance, bei der aufwendige Werksteingliederungen und skulpturale Bauteile zu Backsteinflächen kontrastieren. Der Bau hat damit sozial-, architektur- und ortsbaugeschichtliche Bedeutung für Schwetzingen.

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Doppelwohnhaus Bahnhofanlage 18, 20
(Karte)
Zweigeschossiger Werksteinputzbau mit Mansarddach, Zwerchgiebel, Balkon, Zierbalustraden, schmiedeeisernes Tor und andere qualitätvolle künstlerische Details, spätbarocken Bauten nachgeprägt, 1903

Das zweigeschossige Doppelwohngebäude von 1903 ist ein besonders repräsentatives Beispiel für einen Werksteinputzbau des Späthistorismus der Jahrhundertwende. Das Erscheinungsbild mit Mansarddach, Zwerchgiebel, Balkon, Zierbalustraden und anderen qualitätvollen künstlerischen Details greift wohl bewusst stilistisch spätbarocke Architekturformen auf, um so an die prägende Epoche Schwetzingens zu erinnern, zumal um 1900 neben die so beliebte Neurenaissance zunehmend der Neubarock trat, weil man damals kunsthistorisch den Barockstil wiederentdeckte. Das Doppelwohnhaus, das die gehobenen Ansprüche des Bürgertums an Wohnen und Selbstdarstellung repräsentiert, ist Zeugnis der Stadterweiterung Schwetzingens in Richtung des Bahnhofs seit dem späteren 19. Jahrhundert.

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Häuserzeile Bahnhofanlage 22, 24, 26, 28, 30
(Karte)

Geschlossene Gebäudegruppe in späthistoristischen Formen, Nr. 22 zweigeschossiger Ziegelbau, Sandsteinsockel, Sandsteingliederung, Mittelachse leicht vorspringend, mit Balkon auf Konsolen, im Volutengiebel bezeichnet 1900; Nr. 24, 26 zweigeschossiges Doppelwohnhaus, Ziegelbau, Sandsteingliederung, jeweils seitlicher Giebel; Nr. 28 zweigeschossiger Ziegelbau mit Sandsteingliederung, vorspringende Mittelachse betont durch Sandsteinerker und Giebel, erbaut für Kaufmann Karl Spiegelberger von Architekt Friedrich Ritter, 1895 (a); Nr. 30 verputzter Massivbau mit Sandsteingliederung, turmartige Eckausbildung, Mansarddach, erbaut für Reallehrer Franz Dörfler, vor 1895

Die Hauszeile ist charakteristisches Beispiel für die Erweiterung Schwetzingens im Areal um den Bahnhof im späteren 19. Jahrhundert. Zeittypisch sind die späthistoristischen Backsteinfassaden mit Werksteinelementen, die sich deutlich an Vorbildern nordeuropäischer Architektur der Spätgotik und Renaissance orientieren. Die Gebäude sind anschauliche Vertreter bürgerlichen Bauens im mittelstädtischen Bereich zur Kaiserzeit.

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Gasthaus Badner Hof Bismarckstraße 1
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit Zwerchgiebel, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, 1883

Das Eckgebäude am Rande des alten Stadtkerns zeigt eine für die Entstehungszeit ungewöhnlich schlichte Fassade, die sich beeinflusst zeigt von der durch Friedrich Weinbrenner geprägten klassizistischen Architektur der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

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Wohn- und Geschäftshaus Bismarckstraße 2
(Karte)
Eingeschossiger Klinkerbau, Mansarddach mit Schieferdeckung, Sandsteinsockel, Eingangsbereich und Schaufenster durch Sandsteingliederung betont, Toreinfahrt mit Sandsteingewände, 1891

Das eingeschossige Wohn- und Geschäftsgebäude von 1891 ist Beispiel des anspruchsvollen gründerzeitlichen Stadtausbaues und greift offenbar bewusst in historisierender Weise charakteristische barocke Stil- und Formelemente aus der Blütezeit Schwetzingens als kurfürstlichem Sommersitz auf.

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Wohnhaus Bismarckstraße 21
(Karte)
Eingeschossiger, traufständiger Putzbau mit Satteldach und akzentuierendem Mittelrisalit, Sandsteingliederung, Fensterrahmungen aus Sandstein, Ende 19. Jahrhundert

Das eingeschossige Gebäude orientiert sich stilistisch an den um die Mitte des 19. Jahrhunderts ausgeprägten, für Baden charakteristischen spätklassizistischen Stilformen und setzt in seinen Dimensionen die Tradition der barockzeitlichen und klassizistischen Bebauung des Stadtkerns fort.

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Gedächtnisbrunnen Bismarckstraße 34
(Karte)
Granitbrunnen mit fünfteilig gegliederter Rückwand, mit Bronzereliefs des Fürstenpaares (Nachguss von 1956), in der Mitte das badische Wappen und kupferner Wasserspeier in Form eines Fischkopfes, drei treppenförmig angeordnete Wasserbecken, gestiftet vom 1871 gegründeten „Verein für gemeinnützige Zwecke“, Entwurf von Karl Hoffacker, Direktor der Kunstgewerbeschule in Karlsruhe, ausgeführt von der Firma Hassler & Schehl, feierlich eingewiht am 9. September 1906, an den südlichen Rand der Anlage versetzt, 2004

Zum 50jährigen Hochzeitsjubiläum wurde Großherzog Friedrich I. von Baden und seiner Gemahlin Luise ein Brunnen nach Entwurf von Prof. Hoffacker aus Muschelkalk mit den Medaillons des Herrscherpaares und dem badischen Wappen gestiftet und vermutlich von Bildhauer Hassler hergestellt. Im Vergleich mit anderen Gedächtnisdenkmalen und -Brunnen zu diesem Anlass kommt dem Brunnen Bedeutung zu. Er ist ein wichtiges Werk im Schaffen des Architekten und Kunstgewerblers Karl Hoffacker und zeigt in seinem architektonischen Aufbau strenge Jugendstilformen, wie sie die Stilbewegung am Oberrhein prägten. Der Brunnen ist dabei ein charakteristischer, Stein gewordener Ausdruck der Monarchenverehrung der konservativen bürgerlichen Kreise im Kaiserreich und zeittypisches Zeugnis der Ortsverschönerung.

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Wohnhaus Bruchhäuser Straße 3
(Karte)
Zweigeschossiger Putzbau mit vielteiligen Dachformen, Grundstück zur Seite hin durch Holzstaketenzaun abgetrennt, Wappenstein mit Datierung, 1907

Das mit Ecktürmchen und geschweiftem Giebel malerisch aufgebaute Wohngebäude ist ein charakteristisches Beispiel für den späthistoristischen Villenbau im mittel- und kleinstädtischen Bereich zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Es belegt das Wachstum Schwetzingens in dieser Zeit und dokumentiert in seiner ausgewogenen und qualitätvoll gestalteten Architektur die gehobenen Ansprüche bürgerlichen Wohnens im Kaiserreich. Das kleine badische Wappen verweist dabei auf den allerorten anzutreffenden damaligen Lokalpatriotismus, der sich in solchen Zeichen als Bekenntnis zum Land und der regierenden Dynastie ausdrückte.

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Wasserturm Bruchhäuser Straße
(Karte)
Konischer Klinkerturm mit Gliederungselementen und verputzter ehemaliger Wasserbehälter nach System Intze, bezeichnet auf der Wetterfahne, 1902

Der 1902 erbaute Wasserturm ist Wahrzeichen der jenseits der Gleise anwachsenden Oststadt und wirkt als Höhendominante weit über Schwetzingen hinaus. Besonderes Merkmal gegenüber älteren Wassertürmen ist sein schlanker Schaft aus roten Backsteinen, der einen vorkragenden, zylindrischen Behälterkopf trägt. Seine Entstehung verdankt er dem 1902/03 gegen viele Widerstände durchgesetzten Wasserwerk mit Tiefbrunnen, Pumpwerk und Wasserhochbehälter, das die hygienisch problematische Wasserversorgung durch Haus- und öffentliche Brunnen ablöste. Der Turmbau folgt dem Intze-Patent I, benannt nach dem bekannten Aachener Wasserbau-Professor Otto Intze (1843–1904). Es handelt sich dabei um einen Stützboden-Behälter, der mithilfe eines nach oben gewölbten Bodens Druckkräfte auf einen kleinen Auflagering überträgt. Die Materialbeanspruchung des Stützschaftes ist dabei sehr gering. Gestalterisch ermöglicht diese Bauart einen besonders schlanken Turmschaft, der einen weit über den Schaft auskragenden Behälterkopf trägt. Der Wasserturm ist wichtiges Zeugnis der Ingenieurkunst, Technikgeschichte und Wasserversorgung. Er ist einer der wenigen Wassertürme, die denkmalgerecht zu einem Wohnhaus umgenutzt werden konnten.

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( Wikidata)
Direktorenvilla der Rheinischen Gummi- und Celluloid Fabrik mit Garten und Torfahrt Bruchhäuser Straße 50
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau im Reformstil, Eckerker, zum Garten halbrunder Standerker, im Innern musterhaft eingebaute Vertäfelungen der Schütte-Lanz Holzwerke, errichtet für Direktor Wilhelm Kaufmann, 1911 (a), erworben vom Werftleiter der Schütte-Lanz Luftschiffe und späteren Begründer der Schütte-Lanz Holzwerke Georg Christians, 1929 (a)

Das Wohnhaus ist als Direktorenvilla der Gummi- und Celluloid Fabrik der Zweigstelle Schwetzingen und als Wohnstätte des Gründers der Schütte-Lanz Holzwerke in Brühl, Georg Christians, von wichtiger Bedeutung für die Industriegeschichte der Stadt Schwetzingen und ihrer Nachbargemeinde Brühl. Es stellt das einzige Zeugnis der Schwetzinger Celluloidwerke dar, die von etwa 1908 bis 1924 das Wirtschafts- und Arbeitsleben der Stadt mitbestimmt haben. Die Lage in unmittelbarer Nachbarschaft der Fabrik, fernab von der innerörtlichen Wohnbebauung, zeichnet die Villa als typisches Direktorenhaus aus, das einerseits dem Betrieb verpflichtet war und andererseits mit ihm repräsentierte. Die moderne Stilwahl in den Formen der Reformarchitektur mit Bezügen zu Jugendstil und Neuklassizismus dokumentiert den architektonischen Anspruch der Bauherrin, eine zeitgemäße Architektur zu schaffen. Die qualitätvolle Gestaltung des Außenbaus, die villentypische Grundrisskonzeption und die handwerklich gediegene Ausstattung ebenso wie die zurückgesetzte, private Lage in einem großzügigen Gartengrundstück zeigen anschaulich die Lebensverhältnisse einer gehobenen bürgerlichen Schicht im 1. Viertel des 20. Jahrhunderts. Eine sinnfällige Besonderheit ist die persönliche Prägung durch den Zweitbesitzer Georg Christians, der die von seiner Firma produzierten, weltweit - etwa durch den berühmten Ozeandampfer Queen Mary - bekannten Vertäfelungen im eigenen Haus modellhaft verbaute und die so ausgestatteten Räume als mustergültige Beispiele anspruchsvoller Wohnkultur in einer Broschüre ("The Uses of Plywood") mit Fotografien der Öffentlichkeit präsentierte. Der Bau ist damit auch in besonderer Weise dazu geeignet, an die Geschichte der Schütte-Lanz Holzwerke, die eine überregionale Bedeutung erlangten, und ihren Gründer, den ehem. Werftleiter und Luftfahrtpionier Georg Christians (1883–1963), zu erinnern.

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Wasserwerk Schwetzingen Bruchhäuser Straße 54
(Karte)
Motoren- und Pumpenhaus für die Wasserleitung und Wohnhaus des Wärters, beide Bauten aus Backstein in historistischen Formen, Pumpenhaus mit einem Vollgeschoss in die Erde versenkt und einem hohen Geschoss über Bodenniveau errichtet, das Wohnhaus malerisch verwinkelt, nach Versuchsbohrungen und Dauerpumpversuchen mit einem Tiefbrunnen am Bruchhäuser Weg installiert, 1901/02

Die Anlage steht funktionell mit dem unweit gelegenen Wasserturm in Zusammenhang. Sie dokumentiert die Geschichte der Wasserversorgung in der wachsenden Stadt Schwetzingen zur Zeit der Hochindustrialisierung und hat technikgeschichtlichen Zeugniswert.

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Nischenbildstock Brühler Landstraße 2
(Karte)
Roter Sandstein, Nische mit bekrönendem Kreuz über Schaft mit Sockel, 1496 (i)

Der spätgotische Bildstock ist eine der seltenen überlieferten kleinen Andachtsorte aus dem Mittelalter in der Region. Er belegt die Frömmigkeit der Epoche kurz vor der Reformation.

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Wohnhaus Carl-Theodor-Straße 4
(Karte)
Später Konditorei Wilhelm Hassler, zweigeschossiges massives Torfahrthaus (Nr. 4), Satteldach mit Gauben und profiliertem Traufgesims, verputzt, erbaut Mitte 18. Jahrhundert, rückseitig Hof mit eingeschossigen, im Winkel angeordneter Kolonnadenbau als Kaffeehaus, erbaut nach Entwurf von Heinrich Pflaumer, Heidelberg, 1925 und 1927, Seitenflügel (Nr. 2), spätbarock, teils neu gebaut im 19. Jahrhundert, darin zugehörige Backstube mit Backofen, 1927

Das zweigeschossige, traufständige Wohn- und Geschäftsgebäude ist Bestandteil der barocken Stadtanlage, anschließend an die Musterbebauung des Schloßplatzes. Zugehörig zum spätbarocken Torfahrthaus sind Teile der Hofbebauung, so der Kolonnadenbau von 1925/27, der als "modernes" Café diente, und die Backstube von 1927 samt bauzeitlicher technischer Ausstattung. Das Gebäude ist wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte und hat als einstiges, stadtbekanntes Konditorei-Café dokumentarischen Wert für die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Schwetzingens in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Der von Kolonnadenbauten umstandene Innenhof ist dabei ein anschauliches Zeugnis der damaligen Kaffeehauskultur und wichtiges Werk im Schaffen des seinerzeit renommierten Heidelberger Architekten Pflaumer.

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Wohn- und Geschäftshaus Carl-Theodor-Straße 5
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansarddach, Gliederung durch Ecklisenen, Sandsteinfenstergewände, Gurt- und Traufgesims, von Philipp Wolf bezogen, 1760 (a), Schildwirtschaft Zum Churpfälzischen Hof, ab 1766 (a)

Der stattliche, das Straßenbild prägende Eckbau ist ein anschauliches Beispiel für die großen Bürgerhäuser, die mit Anlage der "Neuen Stadt" unter Kurfürst Carl Theodor ab 1748 entstanden. Es diente ab 1766 als Schildwirtschaft Zum Churpfälzischen Hof, der ab 1832 als Pfälzer Hof neu eröffnet wurde. Damit hat das Gebäude nicht nur Zeugniswert für den durchgreifenden barocken Aus- und Umbau der Stadt, sondern auch dokumentarische Bedeutung für die Wirtschafts- und Stadtgeschichte.

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Wohn- und Geschäftshaus Carl-Theodor-Straße 6
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau mit Krüppelwalmdach, zur Friedrichstraße aufgestockt, diverse Hintergebäude, für Schultheiß Johannes Worff erbaut, nach 1750, mit dem Nachbargebäude in der Friedrichstraße zusammengefasst, nach 1805, (neuzeitlicher Ladeneinbau)

Das stattliche Gebäude in Ecklage steht in der modellmäßigen Bebauung der barocken Hauptachse der Stadt und hat damit Bedeutung für die barockzeitliche Neuanlage im Zentrum Schwetzingens nach dem Plan Alessandro Galli da Bibienas ab 1748 unter Kurfürst Carl Theodor. Es hat darüber hinaus als Wohnhaus des damaligen Schultheißen als landesherrlichem Beamten stadt- und sozialgeschichtliche Aussagekraft.

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Gasthaus Zum Weißen Schwan Carl-Theodor-Straße 7
(Karte)
Ehem. Brauereigaststätte und Mälzerei, bestehend aus: Wohnhaus in Ecklage, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit einseitigem Halbwalm und profiliertem Traufgesims, regelmäßige Gliederung, erbaut für Oberhofgärtner von Wynder, Mitte 18. Jahrhundert, von Ludwig Hofmann als Gasthaus eingerichtet, 1795 (a), Ausbau zur Brauereigaststätte ab Mitte 19. Jahrhundert; Mälzereiturm in gelbem Klinker, errichtet nach Plänen von E. Kasten & Co., Mannheim, 1890 (a), von Kasten & Co. umgebaut, erhöht und mit einem neuen Schlot versehen, 1908 (a)

In der Hauptachse des Schlosses verläuft die Carl-Theodor-Straße, die Teil der barocken Stadtplanung des Baudirektors Alessandro Galli da Bibiena ist. Der 1795 zum Gasthof eingerichtete Bau war ursprünglich Wohnhaus des Oberhofgärtners und hat damit wichtigen Zeugniswert für die Sozialstruktur der frühneuzeitlichen Stadt wie auch im Zusammenhang mit der Schloss- und Gartengeschichte Schwetzingens. Die Mitte der Straßenachse kennzeichnet seit 1890 die Mälzerei der Brauerei Schwanen. Der charaktervolle Industriebau ist heute ein Wahrzeichen der bürgerlichen Stadt Schwetzingen. Die Fensterreihen zeigen die einst zahlreichen Geschossebenen an, die für das Keimen, Schwelchen und Darren des Malzguts notwendig waren. Der Flächenverbrauch und die Entlüftung bedingten die hohe und schmale Kubatur des Gebäudes und des Schornsteins. Die historisierende Gliederung mit Eckvorlagen, Backsteingesimsen wie dem Deutschen Band sowie Zwillings- und Drillingsfenster mit Stichbögen und gemauerten Entlastungsbögen orientiert sich stilistisch am mittelalterlichen Profanbau. Der Bau ist ein anschauliches Zeugnis der Industrie- und Technikgeschichte und belegt die Nutzung des Anwesens im 19. Jahrhundert als Brauereigasthof.

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Kurfürstlicher Marstall Carl-Theodor-Straße 8 a, 8 b, 8 c, 8 d, 8 e, 8 f, 8 g, 8 h, 8/1
(Karte)
Ab 1804 Kaserne, dreiflügeliger zweigeschossiger Massivbau mit tlw. dreigeschossigen Eckpavillons, Walm-, Sattel- und Mansarddächer, Putzfassaden, Hauptportal mit Wappen des Kurfürsten Carl Theodor, im westlichen Seitenflügel Turnhalle, errichtet als Stallgebäude im Auftrag des kurpfälzischen Generalissimus Prinz Friedrich von der Pfalz-Zweibrücken nach Entwurf von Artilleriemajor G. W. de l’Ange, um 1750–1752 (a), von Kurfürst Carl Theodor erworben, 1759 (a), Erweiterung zum kurfürstlichen Marstall durch zwei Flügelbauten nach Entwurf von Franz Wilhelm Rabaliatti, 1760/61 (a), ab 1804 (a) Kaserne, nach Aufhebung 1918 (a) Mannschaftsräume in Notwohnungen umgebaut, Remisenbau und Flügel an der Friedrichstraße durch Großfeuer zerstört, 1924 (a), Wiederaufbau des Seitenflügels im alten Erscheinungsbild, Umbau des Haupttraktes in ein Kaufhaus, in diesem Zuge Unterkellerung des Gebäudes und Einbau von Läden, Gliederung der Außenmauer durch Pfeilerstellung, Veränderungen der Fenster aufgrund von Wohnnutzung im Obergeschoss, 1927 (a)

Nachdem der kurfürstlichen Marstall hinter dem südlichen Ehrenhofflügel des Schlosses zu Ende der 1750er-Jahre sehr baufällig war, erwarb Kurfürst Carl Theodor den großen Stall- und Remisenbau des Prinzen Friedrich von Pfalz-Zweibrücken und ließ ihn zum neuen Marstall ausbauen. Er ist damit ein charakteristisches Zeugnis der Infrastruktur für die große Hofhaltung des Landesherrn, die im Sommer von Mannheim nach Schwetzingen übersiedelte. Entsprechend groß war der Bedarf an Unterstellmöglichkeiten für Reit- und Zugtiere sowie Wagen verschiedenster Art. Über den Stallungen und Remisen befanden sich Lagerräume, aber auch Wohnungen für Bedienstete und wohl auch Kavaliere. Mit dem Übergang der rechtsrheinischen Kurpfalz an Baden wurde der Marstall zur Kaserne eingerichtet. 1804–1806, 1814–1815 und zuletzt 1819–1824 war er jeweils Kaserne des Badischen Leibdragoner-Regiments, bevor Schwetzingen 1867–1918 ständige Garnison wurde. Der Bau hat damit nicht nur herrschafts- und stadtbaugeschichtliche Bedeutung für Schwetzingen, sondern ist auch von dokumentarischem Wert für die badische Militärgeschichte im 19. Jahrhundert.

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Wohn- und Geschäftshaus mit Ökonomiegebäude im Hof Carl-Theodor-Straße 9
(Karte)
Zweigeschossiger, traufständiger, verputzter Massivbau mit Satteldach, im späten 18. Jh. als Doppelwohnhaus mit jeweils eigenen Ökonomiegebäuden errichtet, im frühen 20. Jh. für Delikatessen Joseph Kolb mit Ladeneinbauten versehen, 1919 nach Plänen von Moosbrugger und Pflaumer, Heidelberg, 1791 (a)

Das Gebäude gehört zur ursprünglichen Bebauung der zum Schloss führenden Hauptstraße und ist wichtiger Bestandteil der barockzeitlichen Neuanlage Schwetzingens unter Kurfürst Carl Theodor ab 1748. Es hat haus- und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Wohnhaus Carl-Theodor-Straße 14
(Karte)
Zweigeschossiger, traufständiger, verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben, seitliche Toreinfahrt, Eingangsbereich mit darüber liegendem Balkon, achsial gegliedert, Sandsteingewände, Lisenen, Gesimse klassizistischer Prägung, 1881

Das mit Sandstein gegliederte Gebäude ist das einzige in der Reihe, dessen Neurenaissancegestaltung von 1881 unbeeinträchtigt überliefert ist. Zweigeschossige Torfahrthäuser dieser Art prägten die Hauptstraße zum Schloss anfangs der Gründerjahre und setzten in ihren Dimensionen die bestehende Tradition in Schwetzingen fort.

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Wohn- und Geschäftshaus Carl-Theodor-Straße 15 a
(Karte)
Drei- und viergeschossig, Putzfassade mit verziertem Eckerker und übergiebeltem Risalit zur Nadlerstraße, rustiziertes Erdgeschoss, farbige Schmuckfenster und Ausstattung erhalten, errichtet von H. Körner für Frau Leonhard Schmeißner, 1913

Das Gebäude in neubarocken Formen mit Jugendstileinflüssen in prägnanter Ecklage ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Die repräsentative Gestaltung mit Eckerker, bildhauerischem Schmuck und farbigen Fenstern zeugt dabei vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im frühen 20. Jahrhundert.

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Wohn- und Geschäftshaus Carl-Theodor-Straße 15
(Karte)
Dreigeschossiger Putzbau mit Sandsteingliederungen in Neurenaissance-Formen, profilierte Fensterverdachungen und Schweifgiebel mit Muschelfächer, 1904 (i)

Das große Wohngebäude ist charakteristisch für den Ausbau des Bahnhofsviertels an der Abzweigung von der Schlossachse nach Heidelberg um 1900 und zeigt, wie die bisherige Zweigeschossigkeit zugunsten höherer Bauten aufgegeben wurde. Es ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der damals rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der deutschen Renaissance, wobei sich im Ornament bereits zeittypische Jugendstileinfüsse zeigen. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im frühen 20. Jahrhundert.

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Wohn- und Geschäftshaus Carl-Theodor-Straße 16
(Karte)
Dreigeschossiges Torfahrthaus aus Backstein mit ausgebautem Mansarddach, Klinkerfassade mit roter Sandsteingliederung, Brüstungsfeldern in Sgraffito und Zierbalkonen, mittig kleiner Giebel, Ende Jahrhundert

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde und auch die Innenstadt prägt. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der nordischen Spätrenaissance, die vom Kontrast zwischen reich gearbeiteten Werksteingliederungen und Backsteinflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert.

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Wohn- und Geschäftshaus Carl-Theodor-Straße 20
(Karte)
Dreigeschossiger Massivbau, Erdgeschoss in Sandstein, Obergeschosse verputzt mit reicher Sandsteingliederung, Brüstungsfelder mit Bildhauerarbeiten, Erker und Balkone über Konsolen, Giebel zur Bahnhofanlage, seitlich Fachwerkgiebel, 1908, nach Bombentreffer 1940 Dachgeschoss verändert

Das stattliche Eckgebäude prägt wesentlich den Bahnhofsvorplatz. Es ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde und auch die Innenstadt prägt. Zeittypisch ist die noch vom späten Historismus beeinflusste Fassadengestaltung, wobei deutlich der Einfluss des Jugendstils sichtbar wird. Bildhauerischer Schmuck und eine repräsentative Gesamthaltung belegen den gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte Schwetzingens im frühen 20. Jahrhundert.

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Konservenfabrik Hassler Carl-Theodor-Straße 29
(Karte)
Bestehend aus:
  • Wohn- und Geschäftshaus des Fabrikanten, dreigeschossiges Torfahrthaus aus Backstein mit flach geneigtem Satteldach, Klinkerfassade mit spätklassizistischer Sandsteingliederung und Zierbalkon, bauzeitliche Ausstattungen umfassend überliefert, 1895–1897 (a);
  • Quergebäude, ehem. Kontor und Büro mit Magazin, dreigeschossig aus gelben Klinkern, flaches Dach, schmaler Durchgang zum zweiten Hof, historischer Innenausbau, um 1900;
  • Seitenflügel, eingeschossiger Klinkerbau mit Pultdach, um 1900;
  • Fabrikationshalle mit Dampfkessel- und Maschinenhaus, schmaler, gestreckter Klinkerbau, teilunterkellert, Schlot, 1899 (a);
  • rückwärtig Lagerhalle, teils verputzter Backsteinbau mit Holzaufbauten und Pultdach, 1908 (a)

Vorderhaus und Hofgebäude stellen in nahezu kompletter Überlieferung eine zeittypische gründerzeitliche Fabrik mittlerer Größe dar, die in dieser Vollständigkeit nur noch selten überliefert ist. Mit dem Wandel der Bevorratungsgewohnheiten in privaten Haushalten und der Entwicklung neuer Konservierungsmethoden beförderte die landwirtschaftliche Produktivität Schwetzingens und seiner Umgebung die Ansiedlung von Konservenfabriken. Leopold Hassler gehörte zu den frühen Konservenfabrikanten, die in Folge des Spargelanbaus in Schwetzingen Fuß fassten. Hassler gründete sein Geschäft als Spargelversand. Ab 1883 siedelte er in die Carl-Theodor-Straße über und baute seine Konservenfabrik sukzessive aus. Die Lage ist der Nähe des Bahnhofes geschuldet, der die Voraussetzung für einen effizienten Vertrieb der Konserven schuf. Mit dem Bau eines repräsentativen Wohngebäudes stellte Hassler auch die Wirtschaftlichkeit und den sichtbaren Erfolg seiner Fabrik heraus. Der weithin sichtbare Schlot verriet, durch welche Tätigkeit Hassler zu dem Wohlstand gelangt war, den die reich gegliederte Hausfassade zeigt. Wohnhaus und Produktionsgebäude bilden eine funktionale Einheit von sozialhistorischer und stadtbaugeschichtlicher Bedeutung.

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Kath. Schulhaus Dreikönigstraße 2
(Karte)
Zweigeschossiger, traufständiger Putzbau, Satteldach mit Gauben, Biberschwanzdeckung, Tordurchfahrt, Fenster- und Torrahmung aus Sandstein, Eckpilaster, profiliertes Traufgesims, an der Ecke Nische mit Dreikönigsgruppe, erbaut von Hofglasermeister Michael Metz, 1789 (a), verkauft an die Priester-Sendungskongregation, bis zur Erbauung der Hildaschule 1900 Schulgebäude, dann katholisches Schwesternhaus, (Umbau des Dachgeschosses in Wohnungen, 1997)

Das langgestreckte Torfahrthaus mit barock-klassizistischer Fassadengestaltung steht in unmittelbarrer Nachbarschaft zur kath. Pfarrkirche. Ursprünglich für den Hofglasermeister errichtet, wandelte es sich rasch zur katholischen Schule und belegt so die konfessionelle Prägung des Bildungswesens im Kurfürstentum Pfalz wie auch später im Großherzogtum Baden. Ein originelles künstlerisches Detail bildet die Gruppe der Drei Könige an der Hausecke im Obergeschoss, nach denen das Gebäude benannt ist. Es hat Zeugniswert für die Baugeschichte Schwetzingens im 18. Jahrhundert und als Schulhaus für die Stadtgeschichte.

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Gasthaus Zum goldenen Löwen Dreikönigstraße 3
(Karte)
Ehemalige Kranzwirtschaft (heute Stadtinformation), zweigeschossiger Putzbau mit Walmdach und rückwärtigen Flügeln mit Laubengängen, für Israel Mayer erbaut, um 1700, Wirtshaus ab 1725, zuletzt Metzgerei

Das um 1700 errichtete Eckgebäude ist ein charakteristisches Beispiel für die Wiederaufbauarchitekltur Schwetzingens nach der Zerstörung des Ortes im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch die Franzosen. Als alte Kranzwirtschaft in unmittelbarrer Nachbarschaft zu den Kirchen hat es überdies stadtgeschichtliche Bedeutung.

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Wohnhaus (heute Katholisches Jugendzentrum) Dreikönigstraße 4
(Karte)
Zweigeschossiges, traufständiges, verputztes Massivgebäude, Maueranker in Form des Baudatums, 1769, Erdgeschoss verändert im 19. Jahrhundert

Das Gebäude gehört zu der charakteristischen barocken Bebauung der Stadt. Es hat haus- und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert, ungewöhnlich ist die Datierung mittels schmiedeeiserner Maueranker.

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Gasthaus Rotes Haus Dreikönigstraße 6
(Karte)
Zweigeschossiges, traufständiges, verputztes Torfahrthaus mit Satteldach, im Erdgeschoss massiv, im Obergeschoss Fachwerk, Fenster in hölzernen Ohrengewänden, auf der Rückseite Holzgalerie, klassizistische Haustür, 18. Jahrhundert

Das Gebäude ist Bestandteil der charakteristischen Bebauung der bis ins 18. Jahrhundert als Hauptstraße fungierenden Dreikönigstraße mit zweigeschossigen Putzbauten, zum Teil in Fachwerkkonstruktion. Es hat haus- und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert und ist als altes Wirtshaus von stadt- und wirtschaftsgeschichtlicher Bedeutung.

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Wohn- und Geschäftshaus Dreikönigstraße 10
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit mittiger Tordurchfahrt,Satteldach, im Erdgeschoss Ladeneinbauten, am Obergeschoss geohrte Fensterrahmungen, auf der Rückseite Holzgalerie, Podesttreppe in der Tordurchfahrt, wohl von Landwirt Johann Georg Dörnberger erbaut, am Kellerbogen bez. 1723

Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel für die barocken Torfahrthäuser, welche das Stadtbild Schwetzingens im 18. Jahrhundert prägten. Als einstiges landwirtschaftliches Anwesen belegt es die Wirtschaftsverhältnisse des Ortes in der Barockzeit. Es hat haus- und stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Wohn- und Geschäftshaus Dreikönigstraße 12
(Karte)
Zweigeschossiges, traufständiges, verputztes Gebäude mit seitlicher Tordurchfahrt, neuzeitlicher Ladeneinbau, erbaut für Georg Burkart Mayer, um 1725

Das Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für ein Torfahrthaus der Barockzeit in Zeilenbauweise. Es orientiert sich offensichtlich an damaligen Modellhäusern und hat mit seiner Traufständigkeit prägenden Charakter für das Straßenbild. Das Gebäude hat haus- und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Wohn- und Geschäftshaus Dreikönigstraße 15
(Karte)
Zweigeschossiger, traufständiger Bau mit Satteldach, verputzt, erbaut 1749, Erdgeschoss als Gasthaus Zu den drei Königen umgebaut, 1876, (in den 1960er-Jahren Umbau zum Bankgebäude)

Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für die barockzeitliche Bebauung Schwetzingens und hat haus- sowie stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Wohn- und Geschäftshaus Dreikönigstraße 17
(Karte)
Zweigeschossiges, traufständiges Gebäude, Satteldach, mit anschließendem Flügel und Querbau im zurückliegenden Hofbereich, an der Hofseite Fachwerk, im Kern noch 18. Jahrhundert, Straßenfront im spätklassizistischen Stil umgestaltet, um 1865

Das traufständige Torfahrthaus ist in seiner Grundanlage ein charakteristisches Zeugnis des Stadtausbaus Schwetzingens im 18. Jahrhundert. Die reich gestaltete Fassade verrät den Gestaltungsanspruch des Bürgertums in der Gründerzeit, als die älteren Barockbauten teilweise mit einer reichen Fassadenarchitektur überformt wurden.

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Wohn- und Geschäftshaus Dreikönigstraße 19
(Karte)
Zweigeschossiger, traufständiger Bau mit Satteldach und Gauben, im Obergeschoss reich gegleiderte Sandsteinfassade mit Pilastern, rückwärtige hölzerne Loggien mit Schnitzereien, letztes Drittel 19. Jahrhundert

Das zweigeschossige Wohn- und Geschäftsgebäude zeigt im Obergeschoss die für den gründerzeitlichen Ausbau der Ortsmitte charakteristische historisierende Fassadengliederung in Formen der Neurenaissance, die vom Gestaltungsanspruch des Bürgertums in der Gründerzeit zeugt.

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Wohn- und Geschäftshaus Dreikönigstraße 23
(Karte)
Zweigeschossiger, traufständiger Putzbau mit Satteldach, im Erdgeschoss Ladeneinbau, zwei gusseiserne Säulen der Firma Mack und Söhne Mannheim, um 1870

Das bescheidene Gebäude tradiert den in der Barockzeit etablierten Typus des traufständigen Zeilenhauses mit Torfahrt in die Gründerzeit. Charakteristisch für die Epoche ist die Verwendung industriell produzierter, dabei aber künstlerisch durchgestalteter Elemente für die Ladenzone in Form der beiden korinthischen Gusseisenpfeiler.

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Ysenburgsches Palais Forsthausstraße 7, 9
(Karte)
Auch Bassermannsches Haus genannt, bestehend aus: Palais, ein- bis zweigeschossige massive Zweiflügelanlage, Mansard- und flach geneigte Satteldächer, im Inneren zahlreiche historische Ausstattungselemente überliefert, Treppenhaus, Stuckarbeiten von Albucci, nördlicher Eckbau 1758 existent, wohl nach Plänen Franz Wilhelm Rabaliattis umgebaut, 1769 (a), erster Bewohner Oberhofgärnter Tit. van Wynder, mittlerer Teil erbaut für den Fürsten zu Ysenburg, 1775 (a), Nordflügel und Teil zwischen Einfahrt und Leimbach von Gustav Bassermann erworben, 1864/65 (a), Mittelteil von Clementine Bassermann gekauft, Gebäude zu einem Gebäudekomplex vereint, 1885 (a), Aufstockung des Mittelteils, Ende 19. Jahrhundert; Gartenloggia, erbaut als Waschküche, Umbau zur Säulenhalle, um 1914; Hof- und Gartenfläche

Der im Kern spätbarocke Baukomplex ist wichtiges Zeugnis der höfisch geprägten Kultur Schwetzingens. Er diente zuerst dem Oberhofgärtner als Wohnung, wurde dann durch den Fürsten von Ysenburg erworben und zum Palais ausgestaltet. Aus dieser Zeit stammen hochwertige Rokoko- und barock-klassizistische Stuckausstattungen, die vom hochstehenden Kunsthandwerk im Umkreis des kurpfälzischen Hofes zeugen und sich stilistisch dem auch in den Zirkelbauten des Schlosses tätigen Albucci zuschreiben lassen. Nach dem Erwerb durch die Familie Gustav Bassermann wurde das Ysenburgsche Palais mit der benachbarten bisherigen Großherzoglich Badischen Obereinnehmerei zu einem Komplex vereinigt und zu einem großbürgerlichen Palais ausgebaut, von dessen gediegener Ausstattung u.a. Kachelöfen ebenso zeugen wie das 1914 zu einer Gartenloggia nach toskanischem Renaissancevorbild ausgebaute Waschhaus. Die Familie Bassermann war eine im 18. und 19. Jahrhundert bedeutende badisch-pfälzische Kaufmannsfamilie, aus der auch zahlreiche Intellektuelle hervorgegangen sind.1864 zog ein Zweig der Familie aus Mannheim nach Schwetzingen. Bedeutung für die Stadt hatte Clementine Bassermann, geb. Sommer, welche sich durch ihr wohltätiges ehrenamtliches Engagement um Schwetzingen verdient machte. Das Gebäude spiegelt die Entwicklung von einem in höfischem Kontext entstandenen Bau zu einem repräsentativen bürgerlichen Wohnsitz und hat stadtgeschichtliche Bedeutung.

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Leimbachbrücke Forsthausstraße 10
(Karte)
Segmentbogenbrücke aus Sandsteinbruchsteinen über den Leimbach, bachaufwärts verbreitert, Mitte 18. Jahrhundert

Die gewölbte Brücke über dem Leimbach, bachaufwärts verbreitert, ist wichtiges Zeugnis für die Ingenieurbaukunst um die Mitte des 18. Jahrhunderts und charakteristisches Element des Schlossbereichs.

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Wohngebäude Forsthausstraße 14
(Karte)
Zur Oberjägermeisterei gehörend, eingeschossiger Putzbau mit Krüppelwalmdach und polygonal schließendem Seitenanbau, nach 1750

Das Gebäude bezeugt die Wohnungsfürsorge der Landesherrschaft für die kurpfälzischen Bediensteten und die Bebauung in der unmittelbareren Schlossumgebung um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Als Teil der Oberjägermeisterei gehört es zu den historischen höfischen Infrastrukturbauten, die unabdingabr für die Organisation einer großen Hofhaltung in den Sommermonaten zu Schwetzingen war, und belegt als Zubehör der Jagdverwaltung die Bedeutung der Jagd für die Landesherrschaft und fürstliche Repräsentation in der Frühen Neuzeit.

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Forstamt Forsthausstraße
(Karte)
„Haus des Grandveneur“, zweigeschossiges verputztes Massivgebäude mit Walmdach, repräsentatives Treppenhaus original erhalten, erbaut als Haus des Oberjägermeister, wahrscheinlich nach Plänen Franz Wilhelm Rabaliattis, 1760

Das Gebäude ist charakteristisch für die Bebauung der Schlossumgebung mit Dienstgebäuden in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es wurde als Haus des "Grandveneur", des Oberjägers, errichtet. Das repräsentative Treppenhaus ist original erhalten und erinnert an die Treppe im Haus Rabaliattis, was diesen als Architekten wahrscheinlich macht. Es belegt dabei den Status des kurfürstlichen Beamten. Auch in großherzoglich-badischer Zeit war das Haus Sitz eines Forstbeamten. 1803–1807 wurde es von dem Oberforstmeister Friedrich Heinrich Georg Freiherr von Drais bewohnt, der von Großherzog Friedrich mit der Aufforstung der Wälder im Forstbezirk Schwetzingen betraut worden war und im Schlossgarten ein Arboretum anlegte. Das Gebäude ist wichtiger Bestandteil der historischen höfischen Infrastruktur in Schwetzingen und hat darüber hinaus stadt- und behördengeschichtlichen Zeugniswert.

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Bahnwärterhaus Friedrichsfelder Landstraße 29
(Karte)
Eingeschossiges Massivhaus mit Satteldach, mit der 1870 eröffneten Rheintalbahnstrecke errichtet

Das Bahnwärterhaus wurde im Zusammenhang mit der 1870 eröffneten Rheintalbahnstrecke errichtet. Es ist charakteristisch für den Typus dieser kleinen Gebäude, welche den Streckenwärtern als Wohnung dienten und die dichte Infrastruktur des damaligen Eisenbahnwesens belegen.

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Panzerkaserne Friedrichsfelder Landstraße; Neurott 2
(Karte)
Später Tompkins Barracks, Kasernenanlage aus Wachlokal, Mannschaftshäusern, Wirtschaftsgebäuden, Turnhalle und Panzergarage, zweigeschossige Putzbauten mit sehr steilem, gaubenbesetztem Satteldach, im Giebel des Wachlokals Sgraffito „Die Gepanzerten“, zugehörig historische Teile der Einfriedung, Erschließungssystem mit Hauptachse zur Panzergarage, Exerzierplatz und einige Grünflächen; errichtet in traditionalistischen Formen, 1938 (i)

Schwetzingen war bereits in kurfürstlicher Zeit mit militärischen Einrichtungen ausgestattet. Nach der Gründung des Großherzogtums Baden gehörte es zu den acht Garnisonsstädten im Staatsgebiet. Der Neubau der Panzerkaserne in der Friedrichsfelder Landstraße 1938 steht im Zusammenhang mit der Remilitarisierung des Rheinlandes, die nach dem Bruch der Verträge von Locarno durch Hitler 1936 mit Nachdruck vorangetrieben wurde. Das 1. Bataillon des 23. Panzer-Regiments bezog sie 1938. Mit Kriegsende 1945 wurde sie von den US-Streitkräften besetzt und bis 2012 unter dem Namen Tompkins Barracks genutzt. Verantwortlich für die Planung zeichnete das Heeresbauamt Mannheim, das zu diesem Zeitpunkt bereits ein Dutzend Kasernen in Mannheim und Heidelberg hatte errichten lassen. Die Lage vor den Toren der Stadt am Waldrand und die Aufgliederung in Einzelgebäude folgten luftschutztaktischen Überlegungen. Stilistisch stehen die zweigeschossigen Baukörper mit spitzgiebeligen Querhäusern, sehr hohen Steildächern mit bis zu drei Reihen kleiner Dachhäuschen und Details wie die ziegelgedeckten Portalverdachungen der Heimatschutzarchitektur nahe, die als vermeintliche Verkörperung des völkischen Gedankens bei den Nationalsozialisten sehr beliebt war. Die gediegene Materialwahl – bossierter Sandstein für die Sockel, verputzte Fassaden und Schiefer als Dachdeckung – und die sorgfältige handwerkliche Bearbeitung fügen sich in das „altdeutsche“ Konzept ein. Am Wachlokal greift ein Mosaikbild eine traditionsreiche, in der Kunst-am-Bau-Sparte der 1930er-Jahre zunehmend gefragte Handwerkstechnik auf und stellt die in der Panzerkaserne stationierten Soldaten – quasi nobilitierend – in die Nachfolge mittelalterlicher Ritter. Der Bildentwurf geht auf den Mainzer Künstler Robert Seyfried (1905–1991) zurück. Die Schwetzinger Kaserne ist aufgrund der authentischen Überlieferung als exemplarischer militärischer Typenbau der späten 1930er-Jahre und als aussagefähiger Zeitzeuge der Aufrüstung Deutschlands im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs zu sehen. Sie hat militär- und landesgeschichtliche Bedeutung.

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Wohn- und Geschäftshaus Friedrichstraße 2
(Karte)
Zweigeschossiger, traufständiger Putzbau mit Satteldach, ältester bekannter Besitzer Heinrich Judith, 1775, ehemals Gastwirtschaft Reichskrone (heute Laden im Erdgeschoss), 2. Hälfte 18. Jahrhundert

Das traufständige Zeilenhaus ist charakteristisch für den barockzeitlichen Ausbau Schwetzingens. Damals entstand eine ganze Reihe von Gasthöfen, um Hofangehörige und ihre Bediensteten unterzubringen, die im Schloss keinen Platz fanden. Das Gebäude hat daher haus- und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert und als einstiges Gasthaus auch stadt- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung für das frühneuzeitliche Schwetzingen, das stark von der höfischen Nutzung geprägt war.

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Wohn- und Geschäftshaus Friedrichstraße 20
(Karte)
Ehemalige Kunstwerkstätte, zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach, mit sehr reicher manieristischer Fassaden- und Giebelgestaltung im Neurenaissancestil, sämtliche Architekturglieder, Erker, Fenster, Nischenumrahmungen und Giebel aus Holz, nach eigenem Entwurf für August Karl Allert errichtet, Nischenskulpturen, Bernhard von Baden, Kurfürst Karl Theodor, sowie Säulen, Puten und Chimären von dem im Altarbau tätigen Architekt und Kunsthandwerker selbst geschnitzt, 1902 (a, i)

Im Zentrum der Schwetzinger Friedrichstraße ragt ein besonders stolzes Bürgerhaus empor: Mit einem von Säulen und Voluten gezierten, mehrgeschossigen Giebel, einem pilastergeschmückten Erker und reichen Fensterumrahmungen zeigt die Schaufront auf engstem Raum gedrängt, was die deutsche Renaissance an Bauschmuck zu bieten hatte. Der 1902 durch den Kunstschreiner August Karl Allert (1860–1923) erstellte Bau nimmt Bezug auf ein weltberühmtes Vorbild, nämlich das 1592 erbaute Gasthaus Zum Ritter St. Georg in der Heidelberger Altstadt. Der Schwetzinger Bau ahmt dieses in seinen Hauptmerkmalen nach, allem voran der prägnante Giebel mit Säulen, Voluten, Inschriftentafeln und sogar vollplastischer Skulptur. Tatsächlich ist der Schmuck aber nicht wie beim Heidelberger Vorbild aus Sandstein gemeißelt, sondern aus Holz geschnitzt und stellt eine überwältigende Werbeanlage des geschickten Schwetzinger Kunstschreiners dar. Mit der repräsentativen Gestaltung machte Allert sein Haus zu einem Katalog seiner im Angebot stehenden Leistungen und gab eine eindrückliche Probe seines Könnens. Aufgrund des geschickt gewählten, weltweit bekannten Vorbilds profitierte er außerdem vom romantischen Charme des Heidelberger Renaissancebaus. Das Gebäude ist damit ein zeittypischer Ausdruck der hohen Wertschätzung der deutschen Spätrenaissance beim wilhelminischen Bürgertum, das sich mit seinen Häusern gerne auf diese Epoche bezog.

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( Wikidata)
Gehöft Gartenstraße 4
(Karte)
Wohnhaus mit Stallgebäude, Garten, eingeschossiger traufständiger Backsteinbau, Satteldach mit Gauben, Sandsteinsockel, seitliche Tordurchfahrt, Sandsteinfenstergewände, originale Fenster und Fensterläden, Treppe erhalten, Holzdielenboden, um 1900

Das Gehöft mit dem zur Straße hin ausgerichteten traufständigen Torfahrthaus von nur einem Geschoss belegt das lange Fortleben der in der Barockzeit ausgeprägten Form von Hofanlagen im nördlichen Oberrheingebiet. Es setzt damit die für Schwetzingen charakteristische Bauweise fort und belegt dabei die stark ländliche Prägung der Stadt bis ins spätere 19. Jahrhundert.

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Eisenbahnausbesserungswerk Grenzhöfer Straße
(Karte)
Bestehend aus:
  • Eingangsbereich mit Mauer, Toranlage, Pförtnerwohnhaus mit Garten und Pförtnergebäude jenseits des Eingangs, 1917 (a);
  • Allee vom Platz vor dem Eingang entlang der Werkstraße;
  • Allee zwischen Verwaltungsgebäude und Halle I;
  • Lokanheizschuppen, später Eichwerkstatt, 1920 (a);
  • Federschmiede, Tragfederaufbereitung, 1916 (a);
  • Verwaltungsgebäude mit Wasch-, Kantinen-, und Lagerräumen, 1917 (a), aufgestockt nach Teilzerstörung, 1949;
  • Kesselhaus, 1917 (a);
  • Halle I, Wagenrichthalle, 1916 (a);
  • Halle II, Lokomotivwerkstätte, 1918 (a), ab 1930 auch Wagenrichthalle;

Brauchwasserhebewerk, 1917 (a);

  • Lackiererei, 1917 (a), nach 1945 Stofflager;-
  • Öllager, 1920 (a);
  • Holzlager, 1917 (a);
  • Reste der Gleisharfen südlich und nördlich der Hallen II und I;
  • Reste der Drehschreibe südlich der Halle II;
  • Reste der sechs Verschiebebühnen;
  • Rampe östlich der Federschmiede;
  • Rampe östlich der Halle I;
  • Tiefbrunnen östlich der Halle II;
  • vier Tiefbunker entlang der Plankstadter Gemarkung

Das einstige Eisenbahnausbesserungswerk Schwetzingen wurde mitten im Ersten Weltkrieg errichtet und 197 in Betrieb genommen. Schon seit 1900 war die Errichtung einer Eisenbahnbetriebswerkstätte im Raum Mannheim/Heidelberg im Gespräch, nachdem das Netz der Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen ein vorläufiges Ausbauende erreicht hatte. Die Anlage hatte die Funktion der Reparatur und Untersuchung von Güterwagen und Dampflokomotiven der Großherzoglichen Badischen Staatseisenbahnen. In der NS-Zeit wurde unter dem Verwaltungsgebäude ein Luftschutzbunker eingerichtet. Außerdem wurden vier Tiefbunker gebaut. In der Kriegszeit wurden Zwangsarbeiter als Arbeitskräfte eingesetzt und entsprechende Baracken errichtet. Aus dieser Zeit ist u. a. der Beobachtungsturm auf Halle II erhalten. Bemerkenswert ist die landschaftsgestalterische Anbindung an die Stadt durch eine Kastanienallee. Diese Allee führte vom Platz vor dem Eingangstor, der ursprünglich von zwei Gebäuden, dem Pförtnerwohnhaus und dem Badhaus gerahmt war, vergleichbar den Portiershäuser einer Schlosszufahrt, zu dem repräsentativen Verwaltungsgebäude des Staatsbetriebs und setzt sich als einzeilige Baumreihe bis in Höhe der nördlichen Einfahrtsseite der Halle I fort. Zwischen dem Verwaltungsgebäude und der Halle I ist eine weitere Baumallee in einer Art Hof angelegt, der durch Verbindungsbauten mit Toren abgetrennt ist. Hier sind durchaus Einflüsse von barocken Alleen, wie sie in Schwetzingen seit dem 17. Jahrhundert üblich waren, wahrnehmbar. Es ist festzustellen, dass die Verwaltungs- und Sozialgebäude stilistisch einer konservativen, barockisierenden Stilrichtung folgen, während die Funktionsbauten einer modernen Architektursprache, die als Vorläufer der Neuen Sachlichkeit einzustufen ist, verpflichtet sind. Bemerkenswert sind die kubisch streng gegliederten Baukörper, teilweise mit Flachdachabschluss, deren Innenräume funktional durch Eisenstützen und verglaste Giebeldächer geprägt sind. Bei den großen Hallen fasziniert besonders der ästhetisch reizvolle Raumeindruck bedingt durch die großzügigen Deckenkonstruktionen und die vielfältigen Durchblicke. Die unterschiedliche Gestaltung je nach Bedeutungskategorie der Bauwerke ist gekonnt eingesetzt. Der stilistische Kontrast in der Bauweise unterstreicht die unterschiedlichen Bedeutungskategorien der Bauwerke. In beiden Fällen entsprechen sich Form und Funktion in gelungener Weise. Das Eisenbahnausbesserungswerk Schwetzingen ist in seiner Gesamtheit als Dokument der Eisenbahngeschichte, speziell Badens, von Bedeutung. Der Funktionszusammenhang ist an den Bauten und im Gelände ablesbar. Es ist als wichtigste Arbeitsstätte der Region über siebzig Jahre eng mit der Sozialgeschichte vor allem Schwetzingens verbunden.

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( Wikidata)

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Rathaus Hebelstraße 1
(Karte)
Zweigeschossiges Massivgebäude, Mittelrisalit leicht vorspringend, Tympanonfeld mit Thermenfenster, Mittelachse betont durch Eingangsportal, darüber liegendem Balkon und Dachreiter, Geschossteilung durch Gurtgesims, im Erdgeschoss Rundbogenfenster, nach Plänen des Großherzoglich Badischen Kreisbaumeisters Johann Friedrich Dyckerhoff von Bauunternehmer Christian Barfuß aus Schwetzingen errichtet, 1821 (a), erster Umbau mit Veränderungen im Erdgeschoss, um 1872, Einbezug und Umbau des früheren „Ihmschen Hauses“ (2. Drittel des 18. Jahrhunderts erbaut, heutige Nr. 3), 1907, weitere Erweiterung und Umgestaltung, 1912

Das Rathaus war das erste Bauwerk des Klassizismus in Schwetzingen. Es beeindruckte schon die Zeitgenossen durch den klaren, an geometrischen Körpern orientierten Aufbau und durch die neuartig anmutenden, aus der Antike übernommenen Einzelmotive. Dazu zählt vor allem der beinahe hausbreite, durch kräftige Gesimse betonte „Tempelgiebel“. Aufgrund seiner hoheitlichen Ausstrahlung zeichnete er im Klassizismus vorrangig Bauten aus, die eine öffentliche Funktion erfüllten. Vorbildhaft wirkten hier die Gebäude des badischen Baudirektors Friedrich Weinbrenner in Karlsruhe. Schwetzingen hatte sich indessen zu einem aufsteigenden Verwaltungszentrum entwickelt. Im Vorgriff auf die 1833 zugestandenen Stadtrechte erbaute es sich nun ein neues Rathaus im „Stadtformat“. Die Pläne stammen von Jacob Friedrich Dyckerhoff (1774–1845), einem bekannten Schüler Weinbrenners. Er zeigt sich dabei keineswegs als bloßer Epigone: So sind die geschossübergreifende Rundbogennische und der markante Einschnitt in das Giebelfeld durch ein Lünettenfenster mit der erst zwei Jahre später entstandenen Karlsruher Staatsmünze von Weinbrenner selbst vergleichbar. Das Gebäude hat als zentraler Kommunalbau Schwetzingens an Stelle zweier älterer Vorläufer darüber hinaus wichtige stadtgeschichtliche Bedeutung und ist exemplarisch für die Entwicklung der Bauaufgabe Rathaus im 19. Jahrhundert.

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( Wikidata)

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Wohnhaus Hebelstraße 2
(Karte)
Eingeschossiges, traufständiges Gebäude mit Satteldach, verputzt, am Toreinfahrtsportal bezeichnet, für den Metzger H. Pfeifer erbaut, 1841 (i)

Das eingeschossige, traufständige Wohngebäude bezeugt ein kleineres Bauernwohnhaus der Biedermeierzeit in der Stadtmitte unter Beibehaltung der ortstypischen traditionellen Bauformen des 18. Jahrhunderts. Es belegt die stark landwirtschaftliche Prägung Schwetzingens bis ins 19. Jahrhundert und hat haus- und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Gemeinschaftliche Hofeinfahrt mit Nr. 6 Hebelstraße 4
(Karte)
1841

Die zur Hälfte zu dem Grundstück Nr. 6 gehörende Hofeinfahrt von 1811 ist ortstypisch für den bäuerlichen Wohnhausbau in alter Tradition, die sich in ungebrochener Kontinuität bis weit in die badischen Zeit fortsetzte.

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Ehem. Gasthaus Zum goldenen Engel Hebelstraße 5
(Karte)
Zweigeschossiger, traufständiger Putzbau mit Satteldach, mittiges Eingangsportal, errichtet nach 1710, nach Erwerb durch die Hofkammer eingerichtet zum herrschaftlichen Schlachthaus und zur Hofbäckerei, 1736 (a), Verkauf an den Apotheker Franz Ludwig Krampe, 1802 (a), Hofapotheke ab 1804 (a)

Das Gebäude belegt den Ausbau Schwetzingens im frühen 18. Jahrhundert als zeitweiliger kurpfälzischer Residenzort. Damals entstanden verschiedene Gasthöfe, um einen Teil der Hofgesellschaft, die im Schloss nicht unterkam, aufnehmen zu können, so auch die Wirtschaft Zum goldenen Engel. Sie wurde nach dem Ankauf durch die Hofkammer 1736 zum herrschaftlichen Schlachthaus und als Hofbäckerei eingerichtet. Nachdem der Apotheker Franz Ludwig Krampe das Gebäude erworben und zu seinem Geschäft umgewandelt hatte, erhielt er 1804 das Prädikat Hofapotheke verliehen. Damit belegt der Bau eine bewegte Bau- und Nutzungsgeschichte als zeitweilig wichtige Einrichtung der höfischen Infrastruktur. Als einstige Hofapotheke bezeugt es die Prägung Schwetzingens als landesherrliche Sommerresidenz.

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Wohnhaus eines ehemaligen Gehöftes Hebelstraße 6
(Karte)
Eingeschossiger, traufständiger Putzbau mit Satteldach und Hofeinfahrt, 1811 (i)

Das eingeschossige traufständige, verputzte Wohngebäude mit Hofeinfahrt ist ortstypisch für den bäuerlichen Wohnhausbau in alter Tradition, die bis tief ins 19. Jahrhundert reichte. Es hat haus- und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Wohnhaus eines ehemaligen Gehöfts Hebelstraße 8
(Karte)
Eingeschossiger, traufständiger Putzbau mit Korbbogen-Hofeinfahrt, in deren Schlussstein bezeichnet „G. Sch 1782“

Das traufständige Wohngebäude mit Korbbogen-Hofeinfahrt ist anschauliches Beispiel eines kleineren Bauernhauses aus dem Ende des 18. Jahrhunderts und charakteristisch für die barockzeitlichen Wohnbauten in der nördlichen Oberrheinebene. Es dokumentiert neben der örtlichen Baugeschichte die stark landwirtschaftliche Prägung des Fleckens Schwetzingen in der Frühen Neuzeit.

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Reformiertes Schulhaus und Wohnhaus Hebelstraße 19
(Karte)
Eingeschossiges, giebelständiges Fachwerkhaus mit Satteldach, als reformiertes Schulhaus unter der Leitung von Johannes Reinle genutzt, erbaut 1707 (d)

Die Kurpfalz war seit dem späten 17. Jahrhundert ein trikonfessionelles Territorium mit Lutheranern, Katholiken und Reformierten. Der Unterricht war von den Kirchen geprägt, entsprechend gab es für die jeweiligen Bekenntnisse eigene Schulbauten. Hiervon zeugt das reformierte Schulhaus, ein einfacher niedriger Fachwerkbau der Barockzeit, der zugleich den allmählichen Wiederaufbau Schwetzingens nach den Schrecken des Pfälzischen Erbfolgekrieges dokumentiert.

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Ev. Pfarrhaus der Nordpfarrei Heidelberger Straße 1
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Krüppelwalmdach, Sandsteingliederung, durch eine Mauer mit Rundbogeneinfahrt mit der Kirche verbunden, originales Tor, historische Ausstattungselemente, u.a. bauzeitliche Rahmenstuckdecken, errichtet als reformiertes Pfarrhaus nach Entwurf von Werkmeister Valerio, 1738 (a), Aufstockung 1749 (a)

Das Gebäude steht über eine Tordurchfahrt in unmittelbarer Verbindung mit der benachbarten ev. Pfarrkirche. Es ist wichtiges Zeugnis der Schwetzinger Konfessionsgeschichte in der Frühen Neuzeit, lebten doch in dem Flecken Katholiken, Lutheraner und Reformierte. Als Nebenresidenz der katholischen Landesherrschaft war die Schwetzinger St. Pankratius-Kirche 1703 den Katholiken zugewiesen worden, während die Reformierten nach Oftersheim eingepfarrt wurden. Tatsächlich errichteten sie aber in Schwetzingen eine hölzerne Notkirche, neben der ein zuerst eingeschossiges Pfarrhaus entstand, das um die Mitte des 18. Jahrhunderts aufgestockt und schließlich an den 1758 fertiggestellten Neubau der Kirche über einen Torbogen angebunden wurde. Es ist mit seiner Kubatur ein charakteristisches Beispiel für die großen Pfarrhausbauten der Barockepoche, wie sie von Seiten der Geistlichen Administration in der Kurpfalz errichtet wurden. Seit der Union von Reformierten und Lutheranern im Großherzogtum Baden 1821 dient der Bau als ev. Pfarrhaus.

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Wohnhaus Heidelberger Straße 1 a
(Karte)
Zweigeschossiger, traufständiger, verputzter Massivbau, an das evangelische Pfarrhaus angebaut, 1802

Das traufständige Wohngebäude wurde 1802 an das ev. Pfarrhaus angebaut und übernahm dessen architektonische Proportionen. Mit Pfarrhaus und ev. Kirche prägt es die Kreuzung der Heidelberger mit der Mannheimer Straße an den kleinen Planken.

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Ev. Pfarrkirche Heidelberger Straße; Mannheimer Straße
(Karte)
Massiver Saalbau mit eingezogener Chorapsis, Westfassade in Werkstein mit kolossaler Pilastergliederung, risalitartig vortretender, eingezogener Westturm, im Inneren Deckenvoute und flacher Plafond, dreiseitig umlaufende Emporen auf römisch-ionischen Säulen, neubarocke Prinzipalstücke; Langhaus im Kern 1758 (a), nach Plänen von Hermann Behaghel nach Westen erweitert, Errichtung der Westfassade mit Turm, 1884–1888 (a), Osterweiterung und Einbau von Seitenportalen an der Westfassade, erneut nach Entwurf von Behaghel, 1912/13 (a)

Die Kirche ist das wichtigste Bauwerk an den "Kleinen Planken" und eines der Wahrzeichen der Stadt. Sie entstand zwischen 1755 und 1758 an Stelle eines hölzernen Vorgängers für die reformierte Gemeinde und wurde nach der Union von Reformierten und Lutheranern zur ev. Pfarrkirche Schwetzingens. Mit dem steten Bevölkerungswachstum wurde im 19. Jahrhundert eine Vergrößerung nach Westen nötig, welche der seinerzeit renommierte Kirchenarchitekt Behaghel (1839–1921) entwarf. Ungewöhnlich für die 1880er-Jahre ist dabei die sehr genau an Vorbildern des Barock-Klassizismus orientierte Westfassade mit ihrem leicht vorspringenden Glockenturm, mit der sich Behaghel architektonisch deutlich auf die Blütezeit Schwetzingens als Sommerresidenz Kurfürst Carl Theodors bezog. Mit der nochmaligen Erweiterung nach Osten erhielt der strenge Predigtraum mit der Apsis und der Kanzel am Chorbogen eine stärkere Orientierung am Wiesbadener Kirchbauprogramm. Die ev. Pfarrkirche ist damit ein zentrales Zeugnis der pfälzisch-badischen Konfessionsgeschichte in Schwetzingen, in der sich die verschiedenen Entwicklungsphasen des evangelischen Kirchenbaus zwischen dem 18. und frühen 20. Jahrhundert manifestieren und die über eine baukünstlerisch bedeutende, stadtbildprägende Fassade verfügt.

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( Wikidata)
Keller Heidelberger Straße 6
(Karte)
Mit ornamentierten Renaissancekellertorbogen, wohl 1. Hälfte 17. Jahrhundert

Der Keller mit ornamentierten Renaissancekellertorbogen stammt aus der Zeit vor den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges und der Zerstörung Schwetzingens im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 und ist damit einer der wenigen erhaltenen Privatbauteile aus dem 17. Jahrhundert. Er hat Bedeutung für die Schwetzinger Ortsbaugeschichte.

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Wohnhaus und Scheune Heidelberger Straße 10 a, 10
(Karte)
Bestandteil eines größeren Gehöfts, zweigeschossiger und verputzter, giebelständiger Wohnbau mit Satteldach, vorderer Teil aus massiven Backsteinmauern, ansonsten Fachwerkwände, rundbogige Toreinfahrt und Tür, 1618 (i), umgreifenden Veränderungen und Erweiterungen zur Hofseite, Bauteile des 18. Jahrhunderts wiederverwendet und Gewölbekeller eines abgerissenen Nebengebäudes überbaut, später Ladeneinbau und Veränderung der Straßenfront, um 1860–1880; Fachwerkscheune im Hof 1738 (i); zugehörig die Grenzmauer hinter der Scheune

Wohnhaus und Scheune bildeten bis 1859/60 zusammen mit dem benachbarten Haus Nr. 12 eine Einheit und wurden damals davon abgeteilt. Das Wohngebäude ist einer der wenigen Bauten in Schwetzingen, die Substanz aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg und vor der Zerstörung des Ortes im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 aufweisen. Die barockzeitliche Fachwerkscheune, belegt eindrucksvoll den frühneuzeitlichen Speicherbau eines Gehöfts, das in seiner Anlage mit der großen Rundbogeneinfahrt charakteristisch ist für die Region

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Wohnhaus und Scheune eines ehemaligen Gehöfts Heidelberger Straße 12
(Karte)
Sog. Haus Springer, zweigeschossig und giebelständig mit Krüppelwalmdach, verputzt, Erdgeschoss und Straßengiebel massiv, Fachwerkobergeschoss, Gewölbekeller vom Vorgängerbau, Eingangspforte mit Sandsteinsturz (Spolie), 1626 (i); Scheune; Obergeschoss erbaut durch Schuhmacher Philipp Kupferschmidt, 1717 (a), barocker Innenausbau, 1748 (a), Abteilung des Anwesens von Nr. 10, 1859/60 (a)

Das stattliche Gebäude gehörte bis um 1859 zum Nachbarhaus Nr. 10. 1737 war es im Beistz des Forstmeisters Johann Peter Osterheld und damit eines kurpfälzischen Beamten. In ihm stecken Bauteile der Zeit vor der Zerstörung Schwetzingens durch die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689, doch handelt es sich weitgehend um einen barockzeitlichen Wiederaufbau in zwei Phasen. Das Gebäude hat Zeugniswert für die Schwetzinger Haus- und Ortsbaugeschichte der Frühen Neuzeit. Stadtgeschichtliche Bedeutung erhält es als zeitweiliger Sitz der Synagoge 1936–1938.

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Weldebrauerei Herzogstraße 3, 5, 9
(Karte)
Bestehend aus: Sudhausturm und angebundenem Verwaltungsbau mit Tordurchfahrt, Putzbau mit Ziegelsockelgeschoss und Gliederungselementen aus Ziegelsteinen, Gesimse aus Kunstsandstein, starke Kontrastwirkung durch horizontale Elemente, Anknüpfung an die Architektur der Neuen Sachlichkeit, Sudraum mit aufwändiger Innenarchitektur wie z.B. Wandverkleidung aus polierten Jurakalksteinplatten, Messinggeländer, zweifarbigen Fliesen, Sudeinrichtung der Firma Wehrle, Emmendingen, als erstes Schwetzinger Hochhaus für die aus einer 1752 gegründeten Kleinbrauerei hervorgegangene Weldebrauerei nach Plänen von Emil Reichert erbaut, 1934, als Brauerei aufgegeben, 1971

Der 1934 erbaute Weldeturm in der Herzogstraße ist das älteste Hochhaus Schwetzingens. Die markante Baugestalt und die seinerzeit hochmoderne Formgebung signalisierten, dass die bereits 1752 gegründete Brauerei sowohl wirtschaftlich als auch architektonisch auf der Höhe ihrer Zeit war. Obwohl typologisch mit der Mälzerei in der Carl-Theodor-Straße 7 vergleichbar, war die Bauhöhe des Weldeturms weniger funktionstechnisch bedingt, sondern galt vorrangig der Repräsentation. Die Ideen, die Bauherr Hans Hirsch und das Mannheimer Architekturbüro Reichert & Geyer aufgriffen, entstammen den 1920er-Jahren, einer Zeit, die städtebaulich vom Konzept schlanker Hochhäuser fasziniert war. Die Staffelung der flach gedeckten Kuben und die Oberflächengestaltung aus weißen Putzflächen und roten Backsteinabschnitten sind charakteristische Merkmale des sog. Neuen Bauens. Den Architekten mag der Stuttgarter Tagblattturm oder das Kaufhaus Vetter vor Augen gestanden haben, das 1927–1930 nach Plänen des Frankfurter Architekten Fritz Nathan als erstes Hochhaus Mannheims entstanden war. Vergleichbar ist der überhöhte und mit horizontalen Gesimsen sowie Fensterbändern gegliederte Risalit, der eine städtebauliche Qualität besitzt. Das Hochhaus ist damit ein wichtiger Vertreter der frühen Moderne in der badischen Provinz.

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Capitolkino Herzogstraße 28
(Karte)
Bestehend aus: verputzter massiver Kinobau mit zurückliegendem, im Winkel angebautem verputztem Wohnhaus mit Satteldächern, Kinotrakt mit ionischer Säulenvorhalle, Festereinfassungen mit gezackten Abschlüssen, im Inneren bauzeitliche Ausstattung, u.a. Kassettendecke mit expressionistischen Sternformen, Saal mit Wandpfeiler usw.; am Wohnhaus spitzwinkliger Erker und kleine spitze Winkelformen über den Fenstern im Erdgeschoss, gediegene, vornehm zurückhaltende Innenausstattung; umzäunter Vorgarten mit expressionistisch gestalteter Einfriedung; errichtet nach Plänen des Regierungsbaumeisters Hodel aus Mannheim für J. Helffrich, 1926 (a)

Das Capitol-Kino wurde mit einer anspruchsvollen Fassade ausgestattet, welche den repräsentativen Stellenwert verdeutlicht, der in den 1920er-Jahren der noch neuen Bauaufgabe des Lichtspielhauses zugemessen wurde. Die Hauptfassade ist ganz im Sinne eines traditionellen Theaterbaus als Giebelportikus in den Formen eines antiken Antentempels mit ionischen Säulen gestaltet, während die Fensterrahmungen mit ihren gezackten Abschlüssen deutlich expressionistisch beeinflusst sind und die Modernität des Lichtspielhauses veranschaulichen. Zeittypisch expressionistische Motive prägen auch das Wohnhaus bis hin zur Garteneinfriedung. Der Bau ist wichtiges Zeugnis der ausgeprägten baulichen Kultur der Lichtspieltheater in der Zwischenkriegszeit und belegt, dass man auch in einer nordbadischen Kleinstadt ganz am Puls der Zeit war.

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( Wikidata)

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Hildaschule Hildastraße 1
(Karte)
Dreigeschossiger Sandstein-Klinker-Bau mit Walmdach und Mittelrisalit mit geschweiftem Giebel in neubarocken Stilformen, erste Planungen zum Schulneubau, 1898, nach Plänen von Hermann Bender fertiggestellt, 1900, zwei Anbauten jeweils an den Seitenflügeln und Turnhalle errichtet, 1912–1915

Die Schwetzinger Hildaschule ist ein charakteristischer Vertreter der äußerst repräsentativen städtischen Schulbauten der Kaiserzeit. Ihr breiter Prunkrisalit mit Säulenstellungen, großen Fenstern und Fensterarkaden, Wappenkartuschen und gesprengten Giebeln zeigt alle Merkmale einer typischen manieristischen Palastfassade des 17. Jahrhunderts. Tatsächlich empfanden die Zeitgenossen den Schulbau als eine der vornehmsten Bauaufgaben ihrer Epoche. Bildung als Voraussetzung des gesellschaftlichen Aufstiegs war eine der grundlegenden Erfahrungen des gründerzeitlichen Bürgertums. Während die Gesellschaft politisch im Begriff war, die feudalen Strukturen zu überwinden, wurden die feudalen Architekturtypen und Bauformen begeistert aufgegriffen und auf Gebäude bürgerlicher Zwecke übertragen. Bis um 1900 herrschten dabei wie in diesem Fall Neurenaissanceformen vor.

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Grab Johann Peter Hebels Hildastraße 4 a
(Karte)
Hebeldenkmal, als einzige Grabstätte auf dem Gelände des alten Friedhofs belassen, Grabstein aus Sandstein mit Brustbild des Dichters in Medaillon, „von Freunden und Verehrern“ gesetzt, Entwurf von Münzrat Kachel und Oberbaurat Fischer, Brustbild galvanoplastisch von Bildhauer Fechtig nach Modell von Xaver Reich, 1858 (i)

Als einzige Grabstätte wurde bei dessen Schließung 1870 auf dem alten Friedhof das Grab Johann Peter Hebels (1760–1826) als Denkmal erhalten. Der Dichter starb am 29.09.1826 in Schwetzingen. Der Grabstein mit seinem Medaillon wurde ihm 1858 "von Freunden und Verehrern" gesetzt, die damit dem Pionier der alemannischen Mundartliteratur ein bleibendes Andenken bewahrten. Hebel avancierte im 19. Jahrhundert quasi zu einem der badischen Nationaldichter, denn der junge großherzogliche Staat, der aus zahlreichen heterogenen Gebieten zusammengesetzt war, benötigte eine eigenständige Identität, um die einzelnen Regionen zu verschmelzen und die Untertanen an Staat und Dynastie zu binden. Hebel selbst erlangte aber nicht nur als Literat, sondern auch als erster Prälat der lutherischen Landeskirche und Abgeordneter in der Badischen Ständeversammlung Bedeutung, vor allem im Rahmen der Bildungs-, Kirchen und Sozialpolitik. Das Grabmal zeugt dabei von der zeittypischen bürgerlichen Verehrung für den gebildeten Geistlichen und bis heute populären Schriftsteller, die auch dazu führte, dass sein Grabmal als allgemeines Denkmal zu seinem Andenken erhalten wurde. Das galvanoplastisch gefertigte Brustbild ist dabei ein zeittypisches Zeugnis neuer, damals hochmoderner technischer Verfahren für die Herstellung von Skulpturen.

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Gehöft Invalidengasse 6, 8
(Karte)
Ehemalige Synagoge, zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach, Fachwerkobergeschoss, im Winkel angebaute Scheune teilunterkellert, im Kern 1. Hälfte 18. Jahrhundert, als zweite Synagoge der jüdischen Gemeinde in Schwetzingen genutzt 1864–1898, in der Nachkriegszeit erneuernd wiederaufgebaut

Das zweigeschossige Gebäude mit Fachwerkobergeschoss wurde von 1864 bis 1899 als Synagoge benutzt und die Straße damals auch Synagogenstraße benannt. Dieses Haus bildete die zweite Synagoge der jüdischen Gemeinde in Schwetzingen, welche seit dem 17. Jahrhundert am Ort nachweisbar ist und im 19. Jahrhundert den Höchsstand an Mitgliedern erreichte. Ein eigentlicher Synagogenbau war zwar schon 1808 geplant, gelangte aber nie zur Ausführung. Das Gebäude, im Kern Wohnhaus eines Gehöfts aus der Barockzeit, hat daher neben seinem Zeugniswert für die Ortsbaugeschichte wichtige Bedeutung für die Geschichte und Kultur der einstigen jüdischen Gemeinde in Schwetzingen.

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Wohnhaus (heute Fachschule für Rechtspflege) Karlsruher Straße 2
(Karte)
Zweigeschossiges verputztes Massivgebäude mit Mansardgiebeldach, Sandsteinsockel, Sandsteinfenstergliederung, Balkon auf Konsolen, im Obergeschoss Fensterverdachungen und Pilastergliederung, Traufgesims, seitliche Toreinfahrt mit Wappen, bez. „LR 1870“

Das Gebäude stellt die gründerzeitliche Weiterentwicklung der traditionellen, seit der Barockzeit in Schwetzingen üblichen Torfahrthäuser dar. Im reichen architektonischen Dekor und dem palaisartigen Fassadenaufbau in Neurenaissanceformen mit Mittelbalkon spiegelt sich der gehobene Wohnanspruch des Bürgertums jener Zeit.

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Wohnhaus mit Nebengebäude und Remisengebäude (heute Forstamt) Karlsruher Straße 6
(Karte)
Zweigeschossiges, traufständiges Vorderhaus mit Satteldach und Tordurchfahrt, Quadermauerwerk mit Sandsteingliederung, seitliches Nebengebäude, für den Bauunternehmer Louis Schwarz erbaut, 1903; im Hof Remisengebäude vom Vorgängerbau, Bruchsteinmauerwerk, Satteldach, mit Sandsteinfenster und Türrahmungen, Barocktür erhalten, Mitte 18. Jahrhundert

Das insgesamt schlicht gehaltene Torfahrthaus belegt die lange Tradition dieses in der Barockzeit etablierten Typus bis ins frühe 20. Jahrhundert, wie er neben Schwetzingen viele größere Landgemeinden und Städte der Oberrheinebene prägt. Von der barockzeitlichen Vorgängeranlage zeugt noch das Remisengebäude mit bauzeitlicher Holztür. Das Anwesen hat haus- und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Wohnhaus Karlsruher Straße 30
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Traufenbau mit Satteldach, geohrte Fensterumrahmungen, errichtet für den Schultheißen Montanas, 1768

Der zweigeschossige Barockbau wurde als Wohnung des Schultheißen und damit des wichtigsten Kommunalvertreters gegenüber dem Landesherrn im 18. Jahrhundert erstellt. Seine Größe belegt dabei die Bedeutung des Amtes innerhalb der örtlichen Gesellschaft des Marktfleckens Schwetzingen. Er ist Bestandteil des barockzeitlichen Ausbaus des Ortes und hat stadtgeschichtlichen Zeugniswert.

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Wohnhaus Karlsruher Straße 33
(Karte)
Eingeschossiges, traufständiges Massivgebäude, hohes Satteldach, mittige Segmentbogentoreinfahrt mit Holztor, Segmentbogenfenster mit Sandsteinrahmung, Fensterbankgesims, reiches Traufgesims, 1851

Das eingeschossige, traufständige Torfahrthaus ist ein charakteristisches Beispiel für die seit dem 18. Jahrhundert ortsübliche Bebauung Schwetzingens und belegt nicht nur die lange Tradition dieses Gebäudetypus, sondern auch die stark landwirtschaftliche Prägung der nordbadischen Kleinstadt bis ins 19. Jahrhundert. Es hat haus- und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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kleines Gehöft Karlsruher Straße 35
(Karte)
Bestehend aus Wohnhaus und Scheune, eingeschossiger traufständiger Massivbau mit Mansarddach, Toreinfahrt mit Sandsteinrahmung, um 1790 (Sachgesamtheit)

Der Hafner Adam Krebs hat das Haus 1790 von seinen Schwiegereltern, Georg und Katharina Sperrnagel, geerbt. Das kleine Gehöft blieb lange im Eigentum der Familie Krebs. Das eingeschossige, traufständige Torfahrthaus ist ein charakteristisches Beispiel für die in der Barockzeit entstandene Bebauung Schwetzingens und belegt nicht nur die Tradition dieses Gebäudetypus, sondern auch die stark landwirtschaftliche Prägung der kurpfälzischen Kleinstadt in der Frühen Neuzeit. Mit dem bei Torfahrtgebäuden seltener verwendeten Mansarddach sticht es aus der kleinteiligen Bebauung der Karlsruher Straße heraus.

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Gehöft Karlsruher Straße 37
(Karte)
Wohnhaus und Scheune, eingeschossiges traufständiges Gebäude mit Satteldach, barockes Gesims, seitliche Toreinfahrt, um 1800

Das Gehöft mit seinem eingeschossigen, traufständigen Torfahrthaus ist ein charakteristisches Beispiel für die seit der Barockzeit ortsübliche Bebauung Schwetzingens und belegt nicht nur die Tradition dieses Gebäudetypus, sondern auch die stark landwirtschaftliche Prägung der kurpfälzischen Kleinstadt in der Frühen Neuzeit.

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Wohnhaus Karlsruher Straße 45
(Karte)
Eingeschossiger, giebelständiger, verputzter Massivbau mit Krüppelwalmdach, Sandsteinfensterrahmungen, 1771

Das eingeschossige, giebelständige Wohngebäude mit Krüppelwalmdach ist ortstypisch für die Bebauung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts am damaligen Ortsrand. Es belegt in seinen Dimensionen die stark ländliche Prägung des kurpfälzischen Marktfleckens und hat haus- und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Trafostation Ketscher Landstraße 2
(Karte)
Trafoturm und Transformatorengebäude über Sockel aus Sandsteinbossenquadern, mit Balustrade, Front durch Rundbogenarkaden gegliedert, errichtet von der Oberrheinischen Eisenbahngesellschaft A.G. unter der Bauleitung von Karl Jung, 1913 (a)

Die im historisierenden Stil errichtete Trafostation steht im Zusammenhang mit der 1912 eröffneten elektrischen Straßenbahn nach Ketsch. Sie diente sowohl der Umformung von Drehstrom auf 10.000 Volt Spannung für Verteilungs-Hochspannungsleitungen als auch der Erzeugung von Gleichstrom für die Bahn Schwetzingen-Ketsch. Die Gebäudegruppe zeigt dabei die zeitübliche Bewältigung einer technischen Bauaufgabe bei einem historischen Gebäude durch Anwendung späthistoristischer Formen, hier im „Burgenstil“, der den Turm als Landmarke hervorhebt und dabei dem Anliegen der damaligen Heimatschutzbewegung entsprach, welche die Einpassung solcher Bauten ins Landschaftsbild forderte.

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Kurfürstliche Hufschmiede Kronenstraße 5, 7
(Karte)
Eingeschossiges, traufständiges Gebäude mit Satteldach, rundbogige Toreinfahrt und originalen Holztüren, Sandsteinrahmungen, 1773 (i)

Das Gebäude ist charakteristisch für die Handwerkerbauten des 18. Jahrhunderts im Schlossbereich. Es war als kurfürstliche Hufschmiede zentraler Bestandteil der höfischen Infrastruktur, wenn der kurfürstliche Hof in den Sommermonaten zu Schwetzingen weilte, und hat damit Zeugniswert für die Stadtgeschichte und die frühneuzeitlich, vom Hof geprägte Wirtschaftsstruktur des damaligen Marktfleckens.

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Gesamtanlage gemäß Satzung vom 23. Februar 2006 Carl-Theodor-Straße 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 h, 8 g, 8 f, 8 e, 8 d, 8 a, 8 b, 8 c, 8/1, 9, 11, 13; Collinistraße 36, 38; Forsthausstraße 7, 9, 12, 14; Friedrichstraße 2; Karlsruher Straße 1, 2 a; Lindenstraße; Mannheimer Straße 1; Maschinenweg 3; Schloßgarten; Schloßplatz 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 8 a, 9, 10; Schloßstraße 1, 2; Zähringerstraße 4, 6; Zeyherstraße 8
(Karte)
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Villa Kurfürstenstraße 17
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau über Sandsteinsockelgeschoss, flaches Walmdach, Sandsteingliederungen, zum Vorgarten Terrasse über Sandsteinsäulen, für einen Odenwälder Fabrikanten außerhalb der Stadt jenseits der Bahn errichtet, 1873; umgebende Parkanlage.

Die Villa ist ein Zeugnis für die Nutzung Schwetzingens als Sommerfrischeort im späteren 19. Jahrhundert und charakteristisches Zeugnis für den in Architektur umgesetzten Geltungsanspruch der neuen bürgerlichen Fabrikantenelite in der Gründerzeit. Der Bau folgt dabei noch spätklassizistischen Stilauffassungen.

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Doppelwohnhaus Kurfürstenstraße 19, 21
(Karte)
Zweigeschossiger Putzbau mit Mansarddach, in den Außenachsen je ein Zwerchgiebel mit Fachwerk und ein Standerker, Sandsteingliederung, umgrenzter Vorgarten mit Eisengeländer über Putzsockel, bei Nr. 21 Geländer original, Anfang 20. Jahrhundert

Das Doppelwohnhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohnbau der Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern auch in kleineren und mittleren Städten errichtet wurde. Er belegt das Wachstum Schwetzingens in den Jahrzehnten zwischen Reichsgründung und Erstem Weltkrieg, im Speziellen die Anlage der Oststadt jenseits der Bahnlinie ab der Zeit um 1900. Die Gebäude, die für den gehobenen bürgerlichen Wohnanspruch konzipiert wurden, folgen in ihrem Fassadenaufbau noch späthistoristischen Prinzipien, zeigen aber im Detail deutlich Einflüsse der Reformarchitektur.

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Wohnhaus Kurfürstenstraße 25
(Karte)
Zweigeschossig und traufständig in geschlossener Bebauung, gut erhaltene Innenausstattung, um 1900

Das Gebäude belegt die Erweiterung Schwetzingens durch die jenseits der Bahngleise um die Jahrhundertwende neu angelegte Oststadt, die durch eine weitgehend offene Bebauung von Einzelhäusern und Hausgruppen geprägt ist. Es ist mit seinen späthistoristischen Bauformen ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte in den Jahren um 1900.

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Wohnhaus mit Vorgarten und Einfriedung Kurfürstenstraße 29
(Karte)
Zweigeschossiger Putzbau in späthistoristischen Formen mit vielteiligen Dachformen, Sandsteingliederungen etc., ab 1902/03 im Auftrag von Georg Becker erbaut, der fertige Wohnbau 1908 von Korbfabrikant Eduard Eberhard bezogen, im Giebel gemalte Darstellung der hl. Apollonia nach Cranach, bez. 1955

Das Wohnhaus belegt die Erweiterung Schwetzingens durch die jenseits der Bahngleise um die Jahrhundertwende neu angelegte Oststadt, die durch eine weitgehend offene Bebauung von Einzelhäusern und Hausgruppen geprägt ist. In seinen Details noch vom Späthistorismus geprägt, verrät sich in den großen Putzflächen bereits eine Abkehr von der überbordenden Fassadengestaltung, die noch wenige Jahre zuvor beliebt war. Der Bau ist dabei ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Im Giebel findet sich ein spätes Beispiel der traditionsreichen Fassadenmalerei Südwestdeutschlands. Die Darstellung der hl. Apollonia nach Lucas Cranach dürfte auf einen Zahnarzt als Besitzer hinweisen, gilt die Heilige doch aufgrund ihres Martyriums als Schutzpatronin der Zahnmedizin.

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Wohnhaus Kurfürstenstraße 30
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau, vielteilige Dachform, Sandsteinsockel, Sandsteinfensterrahmung, Obergeschoss mit Fachwerk, seitlich turmartiger Eckanbau, um 1910, (moderner Garagenanbau)

Das Gebäude belegt die Erweiterung Schwetzingens durch die jenseits der Bahngleise um die Jahrhundertwende neu angelegte Oststadt, die durch eine weitgehend offene Bebauung von Einzelhäusern und Hausgruppen geprägt ist. Der freistehende villenartige Bau belegt mit altdeutschen, an Spätgotik und Frührenaissance orientierten Bauformen sowie Wappenschmuck einen stilistisch konservativen, am Späthistorismus festhaltenden Geschmack.

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Wohnhaus mit Vorgarten Kurfürstenstraße 31
(Karte)
Zweigeschossiger malerisch-asymmetrisch geformter Traufenbau mit Querhaus und Standerker, Erdgeschoss verputzt mit Sandsteingliederungen, großes Korbbogenfenster mit ornamentalem Gewände, die gestaffelten Giebelfronten mit Fachwerk gestaltet, ab 1902 ff. im Rahmen der Oststadtgründung beplant, um 1905 erbaut und an privat veräußert 112881797

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Doppelvilla Kurfürstenstraße 32; Schillerstraße 2
(Karte)
Eckgebäude mit Vorgarten, bei Nr. 32 ursprünglicher Jugendstilholzzaun über Betonsockel, an der Ecke große Blutbuche, Putzbau mit Sandsteingliederung und Fachwerk, Schillerstraße 2 mit neoromanischem Vestibül, für Georg Becker nach eigenen Plänen, 1910

Die Doppelvilla belegt die Erweiterung Schwetzingens durch die jenseits der Bahngleise um die Jahrhundertwende neu angelegte Oststadt, die durch eine weitgehend offene Bebauung von Einzelhäusern und Hausgruppen geprägt ist. Das Gebäude entspricht mit den beiden unterschiedlich gestalteten Haushälften den damals üblichen Gestaltungsprinzipien einer malerisch aufgefassten Architektur. Das Doppelhaus ist dabei ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern auch in den Klein- und Mittelstädten erstellt wurde. Es hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert.

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Villa mit Vorgarten Kurfürstenstraße 43
(Karte)
Von ursprünglichem dekorativem Eisengeländer zur Straße hin abgegrenzt, zweigeschossiger mächtiger Putzbau mit Sandsteingliederungen, seitlicher Treppenturm und geschweifter Zwerchgiebel mit Sandsteinrelief eines Fauns in der Giebelspitze, Erker über Segmentbogen asymmetrisch vorgesetzt, Sandsteinrustika des Sockels in das Erdgeschoss hochgezogen, ursprünglich für den Fabrikanten Leinenkugel der Stuhlfabrik im Grenzhof errichtet, Entwurf wohl von Architekt Georg Becker, um 1900

Das stattliche Gebäude belegt die Erweiterung Schwetzingens durch die jenseits der Bahngleise um die Jahrhundertwende neu angelegte Oststadt, die durch eine weitgehend offene Bebauung von Einzelhäusern und Hausgruppen geprägt ist. Der Bau ist mit seiner Größe beispielhaft für die Unternehmervillen der Zeit und entstand für den Schwetzinger Stuhlfabrikanten Leinenkugel. Das Gebäude ist in der Grundgestaltung noch dem späten Historismus verpflichtet, doch zeigen sich in den Putzfassaden und den barockisierenden Jugendstilelementen auch hochaktuelle Tendenzen der Architektur. Der Bau hat damit architektur-, sozial- und stadtgeschichtlichen Aussagewert.

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Villa Kurfürstenstraße 45
(Karte)
Eckgebäude, Vorgarten mit originalem Eisengeländer über Betonsockel, Putzbau mit Mansarddach und Zwerchgiebel zur Uhlandstraße, an der Kurfürstenstraße aufwendig gestalteter Standerker über halbrundem Grundriss, aufwändige Dekorationsformen, um 1910

Das Haus belegt die Erweiterung Schwetzingens durch die jenseits der Bahngleise um die Jahrhundertwende neu angelegte Oststadt, die durch eine weitgehend offene Bebauung von Einzelhäusern und Hausgruppen geprägt ist. Es ist ein anschauliches Beispiel für die von Heimatschutzgedanken geprägte Richtung des Reformstils. Charakteristisch sind die Schmuckfassaden, das tief heruntergezogenen Mansarddach, das Fensterband im Giebel und der halbrunde Standerker.

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Doppelwohnhaus mit eingezäuntem Vorgarten bei Nr. 33 und seitliche Toreinfahrt bei Nr. 35 Lessingstraße 33, 35
(Karte)
Zweigeschossiger, traufständiger Putzbau mit Satteldach, reiche Sandsteingliederung und Fachwerkobergeschosse, Treppengiebel, vielteilige Bauform in Neorenaissanceformen deutscher Prägung

Das Doppelhaus belegt die Erweiterung Schwetzingens durch die jenseits der Bahngleise um die Jahrhundertwende neu angelegte Oststadt, die durch eine weitgehend offene Bebauung von Einzelhäusern und Hausgruppen geprägt ist. Es ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die immer noch späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der Renaissance, wobei sich Einflüsse der Stilbewegung bemerkbar machen. Der für ein gehobenes mittelständisches Bürgertum in malerisch aufgebauten Kubaturen konzipierte Bau verdeutlicht dabei den Gestaltungsanspruch der Zeit.

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Doppelwohnhaus Lessingstraße 37, 39
(Karte)
Eingeschossiger, traufständiger Putzbau mit Sandsteingliederung, vielteilige Bauform mit Eckturm, Erkern und großem Zwerchgiebel, bei Nr. 39 ursprüngliches Gitter beim seitlichen Eingang

Das Doppelhaus belegt die Erweiterung Schwetzingens durch die jenseits der Bahngleise um die Jahrhundertwende nach 1900 neu angelegte Oststadt, die durch eine weitgehend offene Bebauung von Einzelhäusern und Hausgruppen geprägt ist. Es ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Die beiden Haushälften sind dabei individuell gestaltet und vertreten einerseits einen späten Historismus, andererseits den damals modernen, hier vom Heimatschutzgedanken inspirierten Reformstil. Beide vermitteln einen Eindruck von den damaligen zeittypischen Gestaltungsmöglichkeiten entsprechend der Auftraggeber und ihres Geschmacks.

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Doppelwohnhaus Lessingstraße 40, 42
(Karte)
Putzbau mit Mansarddach, zweigeschossige Eckrisalite mit dreiseitigen Erkern im ersten Obergeschoss, viele Baudetails erhalten, z.B. ursprüngliche Fensterunterteilung bei Nr. 42, farbige Fenster im Erker von Nr. 40, Haustüren, 1920/30er-Jahre

Das Doppelhaus belegt den weiteren Ausbau der Oststadt in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in der vorgegebenen offenen Bauweise. Stilistisch vertritt das Gebäude die von der Reformarchitektur der Vorkriegszeit geprägte konservative Strömung der Moderne in den 1920er-Jahren. Es hat architektur- und stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Wohnhaus Luisenstraße 41
(Karte)
Eingeschossiger, traufständiger Putzbau, Satteldach mit Gauben, seitliche Tordurchfahrt, mit Sandsteinsockel, Sandsteingewände, um 1900

Das kleine Gebäude steht im Sinne der Heimatschutzbewegung zu Anfang des 20. Jahrhunderts noch ganz in der Tradition des in der Barockzeit etablierten Typus des Torfahrthauses, der auch Schwetzingen prägt und die bis um 1900 stark landwirtschaftliche Ausrichtung der Kommune belegt.

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Bahnwärterhaus Nähe Mannheim-Schwetzingen
(Karte)
Putzbau über Sandsteinsockel, Rundbogenfenster, Eckbetonung mit Ziegelmauerwerk, mit Nebengebäude, 1879

Das kleine Gebäude ist charakteristisch für die Bahnwärterhäuser entlang der 1870 eröffneten Strecke der Rheintalbahnstrecke. In regelmäßigen Abständen wurden damals kleine Bahnwärterhäuser zur Überwachung eines Streckenabschnitts errichtet, in dem ein Bediensteter dauerhaft wohnte. Der kleine Typenbau ist daher ein sprechendes Zeugnis der Eisenbahngeschichte.

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Friedhof Mannheimer Landstraße 4, 6
(Karte)
Angelegt nach Entwurf von Architekt Breitenberger, 1869/70, nach Norden erweitert 1897, bestehend aus:
  • Friedhofsmauer aus Sandstein, 1897;
  • Friedhofshalle, einschiffiger verputzter Saalbau mit Glockengiebel und kleiner Säulenvorhalle, Gliederung durch Werksteinelemente, Entwurf von Christian Wipfinger, 1908;
  • Nebengebäude, zweigeschossiger verputzter Massivbau, flach geneigtes Satteldach, links und rechts flankierende eingeschossige Anbauten mit abgewalmten Dächern, späte 1920er-Jahre;
  • Allee;
  • Grabmale für Soldat Georg August Härtel aus Breslau († 1870), erste Grabstätte des neuen Friedhofs, Baumann, ausgeführt von H. Volz, den Hofgärtner Johann Michael Zeyher (1770–1843) und den Naturforscher Dr. Carl Friedrich Schimper (1803–1867);
  • Ehrenmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71, mit Adler bekrönte Säule auf hohem Postament;
  • Gedenkstätte von Otto Mindhoff mit Ehrenmalen für die Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs, 1970;
  • Mahnmal für die Verfolgten der nationalsozialistischen Gewalthwerrschaft

Der bestehende Friedhof ist die dritte Anlage dieser Art in Schwetzingen und ersetzte den schon im 18. Jahrhundert zu klein gewordenen Friedhof an der kath. Pfarrkirche und dessen Nachfolger, den sog. Alten Friedhof. In zeitüblicher Weise wurde der neue Friedhof aus hygienischen Gründen weit außerhalb der Ortslage angelegt, auf ihn wurden tlw. Gräber vom Alten Friedhof umgebettet, so der für Schwetzingen wichtige Hofgärtner Zeyher und der Botaniker Dr. Schimper. Der Friedhof veranschaulicht mit seinen Gräbern und Bauten die Entwicklung der Begräbniskultur seit dem späteren 19. Jahrhundert. Er hat mit den Erinnerungsmalen an die Kriege von 1871, 1914–1918 und 1939–1945 sowie für die Opfer des Nationalsozialismus zentralen Stellenwert für die Gedächtniskultur der Stadt.

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( Wikidata)

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Wohn- und Geschäftshaus Mannheimer Straße 19
(Karte)
Eingeschossiger, traufständiger Putzbau mit Mansarddach, rundbogige Toreinfahrt, moderner Ladeneinbau, im Schlussstein bez. 1767

Das barocke Torfahrthaus ist charakteristisch für die Bebauung Schwetzingens im 18. Jahrhundert und folgt einem Typus, wie er in der Epoche gerne für Modellhäuser in landesherrlichen Planstädten Anwendung fand und sich besonders im nördlichen Oberrheingebiet findet. Das Gebäude hat damit haus- und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Friedrichschule Mannheimer Straße 29
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau zu neun Achsen, flach geneigtes Satteldach mit Wiederkehren, fünfachsiger übergiebelter Mittelrisalit, anstelle der Lutherischen Kirche nach Plänen des Bauinspektors Johann Friedrich Dyckerhoff als ev. Schule errichtet, 1842/43

Das klassizistische Schulgebäude, später benannt nach einem badischen Großherzog, ist Zeugnis des konfessionell geprägten Schulwesens im Großherzogtum Baden und beispielhaft für Schulbauten der Entstehungszeit. Schon seit kurpfälzischer Zeit war Schwetzingen mit Katholiken, Lutheranern und Reformierten eine trikonfessionell strukturierte Kommune. Die einzelnen Bekenntnisse verfügten über eigene Kirchen und Schulen. Mit dem Zusammenschluss der Reformierten und Lutherischen in der Union von 1821 zu einer evangelischen Kirche wurde das bisherige lutherische Gotteshaus überflüssig, an seiner Stelle wurde 1842/43 schließlich unweit der ev. Pfarrkirche die die evangelische Schule erbaut. Ihr Architekt, der badische Bauinspektor Dyckerhoff (1789–1859), verrät sich in den strengen, aber noblen klassizistischen Formen ganz als Schüler des badischen Baudirektors Friedrich Weinbrenner. Das Gebäude ist wichtiges Dokument der klassizistischen Baukunst in Schwetzingen und hat als Schulhaus stadtgeschichtlichen Zeugniswert, belegt der große Bau doch u.a. das stetige Anwachsen der Einwohnerzahl und damit der Schüler in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

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Gasthaus Zum Wilden Mann Mannheimer Straße 35
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansardwalmdach, Ecklisenen, erbaut von Johann Georg Seitz 1834, Nutzung als Gasthaus nach Übertragung der Schildgerechtigkeit ab 1850; Saalbau (jetzt Theater), eingeschossig, Ziegelmauerwerk, Reihe dreieckig abschließender Fenster, erbaut für Karl Jakob und Anna Schuhmacher, 1929; Biergarten an der Wildemannstraße mit Eisengeländer, um 1900

Das Gebäude wurde ursprünglich als Wohnhaus errichtet und ab 1850 nach Übertragung der Schildgerechtigkeit durch Bürgermeister Helmreich als Gasthaus betrieben. Der Saalbau für Festlichkeiten ist eine funktional charakteristische Erweiterung großer Wirtshäuser, die wichtige Funktionen als Mittelpunkte des Gesellschaftslebens erfüllten. Die Fassade erhielt dabei mit dem gezackten Band der hohen Fenster einen zeittypisch expressionistischen Charakter. 1960-2001 diente der Saal als Strickwarenfabrik. Abgerundet wird das Bild des historischen Wirtshauses durch den um 1900 angelegten Biergarten.

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Mietwohnhaus Mannheimer Straße 110, 112, 114, 116, 118, 120, 122
(Karte)
Zweigeschossiger, traufständiger Massivbau mit Zwerchgiebeln, Sandsteinsockelzone, Eingänge mit Sandsteinrahmung und Oberlichtern paarweise angeordnet, originale Eingangstüren, Gärten und Loggien an der Rückseite, frühe 1930er-Jahre

Der Miethauskomplex ist ein anschauliches Zeugnis für den sozialen Wohnungsbau in der Zeit der Weimarer Republik, als auch in kleineren Kommunen Bedarf an erschwinglichen Wohnungen bestand. Die Anlage entspricht dem zeitüblichen Muster mit Mietergärten zur Eigenversorgung. Zeittypisch ist auch die Gestaltung in konservativen, aus der Reformarchitektur weiterentwickelten Bauformen mit expressionistischen Stileinflüssen, wie sie im Miethausbau der Zwischenkriegszeit weit verbreitet waren. Der Komplex hat für Schwetzingen architektur-, stadtbau- und sozialgeschichtlichen Zeugniswert.

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Villa Marstallstraße 2
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, malerische Anlage mit vielteiliger Dachform, polygonales Ecktürmchen mit Zwiebelhaube, überdachter Eingangsbereich und Loggia, errichtet im Auftrag von Georg Wittmann von Architekt C. Wittmann, 1899

Das Gebäude belegt den Ausbau der Stadt in den Jahren um 1900 mit späthistoristischen Bauten. Zeittypisch kombiniert der malerischen Gestaltungsprinzipien folgende Baukörper in eklektizistischer Weise Stilelemente verschiedener Epochen, so der Romanik mit der Renaissance. Er ist damit ein charakteristisches Zeugnis bürgerlichen Villenbaus im Kaiserreich und belegt die Bemühungen des Bürgertums um Verortung in der deutschen Geschichte und zugleich dessen Geltungsanspruch, der durch eine entsprechend aufwendige Gestaltung zum Ausdruck kommt.

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Wohnhaus mit Produktionsstätte im Erdgeschoss Marstallstraße 9
(Karte)
Langgestreckter zweigeschossiger, traufständiger, verputzter Massivbau mit Tordurchfahrt und Nebengebäuden im Hof, Treppenhaus mit Holztreppe, Fenster und Türen großteils erhalten, gepflasterte Tordurchfahrt mit schmiedeeisernem Tor und Gusssäulen, erbaut für die benachbarte Konservenfabrik Bassermann, um 1890, Bezug durch die Firma Hart & Hertel, 1911

Das langgestreckte Torfahrthaus mit zeitgleich entstandenen Nebengebäuden und Schlot wurde anfänglich u.a. durch die Konservenfabrik Bassermann genutzt. Im Hofgebäude, in dem die Konservenküche untergebracht war, sind Jugendstilkacheln überliefert. 1911 bezog die Firma Hart & Hertel das Areal. Hart war es 1908 in Mannheim gelungen, einen Zigarrenpressapparat zu konstruieren und darauf das Reichspatent zu erlangen. Er schloss sich mit dem Mannheimer Unternehmer Hertel zusammen und gründete 1910 die Firma, die 1911 in die Marstallstraße zog. Es wurden Pressapparate fabriziert. In der späten Zwischenkriegszeit avancierte Hart & Hertel zur bedeutendsten Wickelformenfabrik Deutschlands. 1937 trennten sich die Teilhaber; Karl Hart verblieb in Schwetzingen und baute den Betrieb aus. Mit der Automatisierung der Zigarrenindustrie lief die Wickelproduktion aus, so dass man sich zunehmend auf den Holzinnenausbau konzentrierte. Die ehemalige Nutzung als Fabrikationsgebäude und die ab 1937 erfolgte Teilumnutzung zu Wohnbereichen sind im Gebäude anschaulich ablesbar. Das Anwesen bezeugt dabei einen wichtigen Teil der Gewerbe- und Industriegeschichte Schwetzingens, die von der Konservenfabrikation und dem regionalen Tabakanbau geprägt war. Die Firma Bassermann feierte seit den 1880er-Jahren große Erfolge; das Gebäude Marstallstraße 9 veranschaulicht die ersten Expansionsbestrebungen. Wichtiger noch ist die Niederlassung von Hart & Hertel als bedeutendsten Hersteller von Zigarrenwickelformen in Deutschland.

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Wohnhaus Marstallstraße 6
(Karte)
Zweigeschossiger teilweise verputzter Massivbau, Erdgeschoss Sandsteinmauerwerk, mit neuromanischer, dem Kirchen- bzw. Burgenbau entlehnter Architekturgliederung in Sandstein, seitlich versetzter Eingangsbereich mit verziertem Torbogen, schmiedeeisernem Törchen und Schmuckfliesen, Rundbogenfenster mit Buntglas, Obergeschoss mit Drillings- bzw. Zwillingsfenster, gestaffelte Rundbogenfenster im Giebel, Ortganggesims in Sandstein, am Ende jeweils links und rechts ein Maskaron, Torbogen mit Hundedarstellung, im Inneren Treppenhaus, Holzböden, Türen und Kachelofen erhalten, erbaut für Karl Schneider, 1905 (a)

Das späthistoristische Gebäude wurde für den Großherzoglichen Bezirkstierarzt Karl Schneider errichtet, der im Erdgeschoss seine Praxis betrieb und auf dessen Berufsstand die Hundedarstellung am Torbogen verweist. Mit seinen von der Kirchen- und Königspfalzarchitektur beeinflussten neuromanischen Bauformen ist es für seine Entstehungszeit eher ungewöhnlich und soll wohl die nationale Gesinnung des Bauherrn unterstreichen, wurde doch gerne über die Romanikrezeption eine Anknüpfung des neuen deutschen Kaiserreiches an das hochmittelalterliche Reich gesucht. Das Gebäude hat damit für Schwetzingen architektur- und stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Wohnhaus Marstallstraße 12
(Karte)
Dreigeschossiger, traufständiger Massivbau, Satteldach mit Zwerchhaus und Gauben, seitliche Tordurchfahrt, Sandsteinerdgeschoss über Granitsockel, Rundbogenfenster mit profilierter Sandsteinrahmung, Kämpfergesims mit laufendem Hund, Belle Etage, Ziegelmauerwerk mit Sandsteingliederung, profilierte Fensterrahmungen, Dreiecksgiebelverdachung, mittiger Balkon, Trauffries mit aufwendiger Dekorationsmalerei, erbaut nach Plänen von Friedrich Fackel für Metzgermeister Leopold Kimling Kinder, 1898

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den – mitunter spekulativen – Wohn- und Geschäftsbau der Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der nordischen Spätrenaissance, die vom Kontrast zwischen reich gearbeiteten Werksteingliederungen und Backsteinflächen lebt und zusammen mit der künstlerisch bemerkenswerten Dekorationsmalerei am Trauffries vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert.

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Südstadtschule Moltkestraße 2
(Karte)
Ehemalige Realschule, dann Hebelgymnasium, zweigeschossiger qualitätvoller Jugendstilbau auf V-förmigem, an der Vorderseite stumpfem Grundriss, Putzbau mit Mansardwalmdach, Sockel und Architekturglieder in Haustein, Mittelrisalit der Hauptfassade mit geschwungenem Giebel, südwestliche Seitenfassade mit Zwerchgiebel, über dem Türsturz des Hauptportals querrechteckiges Feld mit Hochrelief (altgriechische Schule) von Bildhauer Fries/Heidelberg, Mittelfenster im ersten Obergeschoss von Pilastern gerahmt, über deren Kapitelle das Schwetzinger Wappen und das Badische Wappen, über dem Fenster die figürliche Darstellung eines Adlers mit ausgebreiteten Schwingen, im Giebel Schuluhr, im Inneren gegenüber dem Treppenhaus Wandbrunnen Terrazzo mit Mosaikarbeiten, Fußboden und Treppenstufen aus Terrazzo, erbaut nach Plänen von Stadtbaumeister Wilhelm Wipfinger, 1909–1911

Die Dreiflügelanlage der Südendschule gleicht barocken Herrenhäusern, die in Anpassung an eher ländliche Standorte ihren beträchtlichen Raumumfang auf mehrere Flügel und wenige Geschosse verteilen. Das schwere Mansarddach im Stil des Barock betont die lagernden Proportionen und bildet einen selbstbewussten Abschluss. Die Ähnlichkeit mit dem Schlossbau ist kein Zufall. Tatsächlich empfanden die Zeitgenossen den Schulbau als eine der vornehmsten Bauaufgaben ihrer Epoche. Bildung als Voraussetzung des gesellschaftlichen Aufstiegs war eine der grundlegenden Erfahrungen des gründerzeitlichen Bürgertums. Während die Gesellschaft politisch im Begriff war, die feudalen Strukturen zu überwinden, wurden die feudalen Architekturtypen und Bauformen begeistert aufgegriffen und auf Gebäude bürgerlicher Zwecke übertragen. Seit dem frühen 20. Jahrhundert erfreute sich der Neubarock einer gewissen Wertschätzung, er ging oft eine Verbindung mit Jugendstil und Refromarchitektur ein. Die künstlerisch und handwerklich hochwertige Innenausstattung mit Stuckreliefs, bunten Glasfenstern und mosaiziertem Wandbrunnen belegt ebenso wie die Bauinschrift, welchen Stellenwert die Kommunen Schulgebäuden als Repräsentationsbauten zumaßen.

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Doppelwohnhaus Mühlenstraße 1, 3
(Karte)
Eingeschossiger, traufständiger, verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben, jeweils seitliche Tordurchfahrt, Sandsteinsockel, Fenster- und Torgewände aus Sandstein, Ende 19. Jahrhundert

Das Doppelwohnhaus steht ganz in der Tradition der älteren, seit der Barockzeit üblichen Torfahrthäuser und dokumentiert so das lange Fortleben dieses Bautyps in der bis um 1900 stark landwirtschaftlich geprägten Stadt. Die Doppelhausanlage hat haus-, stadtbau- und sozialgeschichtlichen Zeugniswert.

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Wohnblock Nadlerstraße 1, 3, 5
(Karte)
Zweigeschossiger Putzbau mit Mansarddach über hohem bossierten Sandsteinsockel, Gliederung durch geschossübergreifende Putzlisenen, kräftig vorkragende Traufe mit Konsolen, drei Hauseingänge mit aufwändiger Sandsteinrahmung in Jugendstilformen, in den Rücklagen polygonal vorgewölbte Erker, übergiebelte Gauben und Zwerchhäuser, Originalhaustür, im Innern Jugendstilverglasung und bauzeitliche Schreinerarbeiten, um 1910 erbaut

Der Wohnblock ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde und auch die Innenstadt prägt. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung. Der Block belegt dabei das Wachstum Schwetzingens in den Jahrzehnten zwischen Reichsgründung und Erstem Weltkrieg, im Speziellen die Anlage der Oststadt jenseits der Bahnlinie ab der Zeit um 1900. Das Gebäude hat daher Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert.

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Wohnhaus mit Vorgarten Richard-Wagner-Straße 5
(Karte)
Durch einen Holzzaun über Betonsockel, unterteilt durch Betonpfosten, abgegrenzt, zweigeschossiger traufständiger Putzbau mit Sandsteingliederung, Akzentuierung durch Zwerchgiebel über dreiteiliger Achse mit Balkon im ersten Obergeschoss, hoher Originalitätsgrad, um 1910

Das Gebäude belegt das Wachstum Schwetzingens in den Jahrzehnten zwischen Reichsgründung und Erstem Weltkrieg, im Speziellen die Anlage der Oststadt jenseits der Bahnlinie ab der Jahrhundertwende mit offener Bebauung.

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Kath. Kirche St. Maria Hans-Thoma-Straße; Richard-Wagner-Straße 24
(Karte)
Längsgerichteter Betonbau mit Satteldach, eingezogener, niedrigerer Chor mit eingeschossigen Flachdachanbauten der Werktagskirche nördlich und der Sakristei südlich, gesonderter Glockenturm, Fenster im Langhaus und Chor von R. P. Litzenburger, Fenster in der Werktagskirche von Rainer Dorwarth, Tabernakel, Leuchter, Vortragekreuz von Harry McLean entworfen, Chorwandrelief „Krönung Mariens“ von Bildhauer Oskar Steidle aus Schwenningen, 1960, Orgel von Orgelbaumeister Scherpf aus Speyer, 1967, durch das Erzbischöfliches Bauamt Heidelberg nach Plänen von Hans Rolli mit A. Schmitt und G. Sauer errichtet, 1956/58; von Hecken umgrenztes Grundstück

Die im östlichen Teil des Ortes, außerhalb des historischen Zentrums gelegene Kirche St. Maria ist eine von zwei katholischen in Schwetzingen. Seit dem Bau der Stadtkirche St. Pankratius war die Bevölkerung stark angewachsen, was einen größeren Neubau erforderte. Erste Planungen entstanden bereits um die Jahrhundertwende, die Realisierung des Vorhabens konnte jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg in Angriff genommen werden. Hans Rolli verband hier traditionelle und moderne Elemente der Architekur: Der Wechsel von geschlossenen und offenen Wandfeldern veranschaulicht zeitgemäß interpretierte Bauprinzipien der Gotik, die Materialität und die Anordnung der Prinzipalien nach der Liturgiereform sind wiederum für die Nachkriegszeit charakteristisch. Zusammen mit der qualitätvollen Ausstattung namhafter Künstler ist die Kirche ein Wahrzeichen der Stadt und von großer Bedeutung für Architektur-, Kirchen- und Stadtbaugeschichte Schwetzingens.

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( Wikidata)

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Doppelvilla Scheffelstraße 3 a, 3 b
(Karte)
Zwei giebelständige Putzbauten mit Mansarddächern, Sandsteingliederungen aus graugelbem Sandstein, die Dächer miteinander verbunden; 3a: von hohem Originalitätsgrad, im Erdgeschoss Standerker über Halbkreisform, der Vorgarten durch Judendstilzaun über Betonsockel zur Straße hin abgegrenzt, Nr. 3b modernisiert, um 1900

Die Doppelvilla belegt das Wachstum Schwetzingens in den Jahren zwischen Reichsgründung und Erstem Weltkrieg, im Speziellen die Anlage der Oststadt jenseits der Bahnlinie ab der Jahrhundertwende mit offener Bebauung. Die Gestaltung ist charakteristisch für die zeittypische Reformarchitektur, hier mit Einflüssen des Jugendstils, und entspricht den Ansprüchen der gehobenen bürgerlichen Mittelschicht. Der Komplex hat haus-, stadtbau- und sozialgeschichtliche Bedeutung.

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Wohnhaus Schillerstraße 3
(Karte)
Giebelständiger Putzbau mit Mansarddach, asymmetrisch gesetzter Erker in Holzkonstruktion über zurückliegender Wand, malerische Gesamterscheinung, um 1900

Das Haus belegt die Erweiterung Schwetzingens durch die jenseits der Bahngleise um die Jahrhundertwende neu angelegte Oststadt, die durch eine weitgehend offene Bebauung von Einzelhäusern und Hausgruppen geprägt ist. Es ist ein charakteristisches Beispiel für den Reformstil im frühen 20. Jahrhundert, der in Abkehr vom Späthistorismus eine zeitgemäße, auf älteren Bautraditionen fußende Architektursprache zu verwirklich suchte.

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Wohnhaus mit Garten Schillerstraße 4
(Karte)
Eingeschossiger, giebelständiger Putzbau, Mansardgiebeldach mit Doppelgaube, Biberschwanzdeckung, seitlicher Eingang, originale Buntglasbleisprossenfenster, Türen, Dielenboden, Holztreppe erhalten, Mauer mit Pfosten und Treppenstufen zum tieferliegenden Garten, um 1910

Das Gebäude belegt die Erweiterung Schwetzingens durch die jenseits der Bahngleise um die Jahrhundertwende neu angelegte Oststadt, die durch eine weitgehend offene Bebauung von Einzelhäusern und Hausgruppen geprägt ist. Das Haus mit seinem Mansardgiebeldach, der schlichten Putzfassade und der auffälligen dreiteiligen Fenstergruppe im Giebel ist dabei ein charakteristisches Beispiel für die kleineren Wohnbauten im zeittypischen Stil der Reformarchitektur. Die Jungendstilfarbverglasung belegt die Vorliebe für eine handwerkliche Ausstattung und den Repräsentationsanspruch bürgerlicher Wohnkultur kurz vor dem Ersten Weltkrieg.

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Doppelwohnhaus Schimperstraße 5, 7
(Karte)
Zweigeschossiger, traufständiger Massivbau mit Fachwerkzwerchgiebeln zur Traufseite und Fachwerkdetails im Obergeschoss, z.T. Originalfenster und bei Nr. 5 Haustür erhalten

Das Doppelhaus belegt das rasche Wachstum Schwetzingens seit dem späteren 19. Jahrhundert, u.a. in Richtung Süden. Es ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch für diese Baugruppe, die wohl zu Beginn des 20. Jahrhunderts erstellt wurde, sind die Putzflächen, die zu Werksteinelementen und Fachwerk kontrastieren, wodurch eine malerische Gesamtwirkung erzielt wird. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte Schwetzingens.

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Schloßplatz Carl-Theodor-Straße 1, 2; Karlsruher Straße 1; Schloßplatz 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 8 a, 9
(Karte)
Platzanlage von breitfrontigen, größtenteils barocken Modellhäusern gerahmt, Anfang der Allee von Schwetzingen nach Heidelberg (Basis Palatina), hier in Doppelreihen von Kastanien ausgeweitet, als neuer nahezu quadratischer Marktplatz nach Entwurf von Alessandro Galli da Bibiena angelegt, 1748 (a)

Unter Kurfürst Carl Theodor wurde das Zentrum der Stadt vor dem Schloss völlig neu angelegt. Es entstand eine barockzeitliche Musteranlage, die einen weiten Vorraum für das Schloss schuf, der sich für zeremonielle Aufzüge etc. eignete und den landesherrlichen Palast entsprechend den Wünschen des Kurfürsten zur Geltung bringen konnte. Entworfen wurde diese neue Stadtanlage von Baudirektor Alessandro Galli da Bibiena (1686–1748), Angehöriger einer verzweigten, bedeutenden italienischen Baumeisterfamilie. Den Bauwilligen wurden Konzessionen eingeräumt, um ihnen so den Bau der Häuser zu ermöglichen, denn der Landesherr legte Wert darauf, dass möglichst rasch ein regelmäßig geordneter, repräsentativer Platzraum vor seinem Sommersitz geschaffen wurde. So ist die Platzanlage mit ihrer dreiseitigen Randbebauung, in welche wichtige Straßen- und Sichtachsen aus dem Umland einmünden bzw. von dort ihren Ausgang nehmen, bis heute ein sprechendes Zeugnis barockzeitlicher Stadtplanung aus dem absolutistischen Staatsgedanken. In solchen regulären Anlangen spiegelte sich quasi das wohlgeordnete Staatswesen. Der Platz ist daher von zentraler ortsbau- und herrschaftsgeschichtlicher Bedeutung.

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Altes katholisches Pfarrhaus (heute Caritas) Schloßstraße 2
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, um 1760

Das Pfarrhaus ist ein anschauliches Beispiel des Bauens der Geistlichen Administration nach Mitte des 18. Jahrhunderts in der kurpfälzischen Sommerresidenz. Es belegt dabei die Bedeutung, die der katholischen Gemeinde zukam, waren doch die Landesherren seit der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wieder katholisch und förderten die Gegenreformation.

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Kath. Schulhaus Schloßstraße 3
(Karte)
Ab 1787 Gasthaus Adler-Post, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, Gliederung durch Lisenen und Stockwerksgurt, ornamentaler schmiedeeiserner Ausleger mit Wirtshausschild, im Kern Anf. 18. Jahrhundert, Umbauten im 19. Jahrhundert

Der stattliche Bau wurde ursprünglich als katholische, von den Jesuiten geleitete Schule errichtet und belegt damit die gegenreformatorischen Bemühungen der Landesherrschaft zur Barockzeit. Durch Tausch mit einem Haus in der Dreikönigstraße wurde die Schildgerechtigkeit des Goldenen Adlers auf das Gebäude übertragen. 1828 wurde hier die Posthalterei eingerichtet. Das Gebäude hat als traditionsreiches Wirtshaus ortsgeschichtlichen Zeugniswert und belegt darüber hinaus den Ausbau der Schlossumgebung seit dem frühen 18. Jahrhundert.

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Kath. Pfarrkirche St. Pankratius Schloßstraße 10
(Karte)
Geosteter verputzter Saalbau mit Walmdach, sechsachsiges Langhaus mit eingezogenem polygonal schließendem Langchor, daran seitlich Anbauten mit Kapelle und Sakristei, auf der Rückseite Turm mit Lisenengliederung und bogenförmig geführtem Abschlussgesims, darüber Zwiebelhaube mit eingeschobener Laterne, dreiteilige Westfassade flacher Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel über ionischen Pilastern, bekrönende Immakulata (Kopie), Rechteckportal und Freitreppe, seitliche Rundbogenportale und Rundbogenfenster, im Inneren flach gedecktes Schiff mit Deckengemälden der Gebrüder Hemberger, 1931, Westempore mit Orgel, barocke Innenausstattung mit Altären (1739 bzw. 1767) und Kanzel (um 1700); nach Plänen von Hofbaumeister Sigismund Zeller Neubau mit integriertem Turm der Vorgängerkirche, 1736–1739 (a), aufgrund statischer Probleme Neubau des Turmes am Chor nach Plänen Franz Wilhelm Rabaliattis, 1755 (a), Erhöhung und Verlängerung des Schiffes nach Westen, Neugestaltung der Westfassade unter Leitung von Bauinspektor Mayer nach Entwurf von Nicolas de Pigage, 1763–1765 (a); Grabsteine von 1608 (i) und 1786 (i) und Grabmal für den Reichsgrafen Peter Anton von Wolckenstein und Trostburg von Paul Egell, um 1729, barocker Sockel mit Inschrift des früheren Friedhofkreuzes, Gefallenendenkmal mit Pietà, originale Immakulata unter Baldachin neben dem Pfarrhaus

Die kath. Pfarrkirche geht zurück auf die mittelalterliche Kirche Schwetzingens, die wohl wiederum einen karolingerzeitlichen Vorgänger hatte. In der heutigen Form datiert der Bau in die Barockzeit und ist als Teil der landesherrlichen Maßnahmen zur Aufwertung des Fleckens Schwetzingens im Umfeld des Schlosses zu sehen. Die alte St. Pankratius-Kirche war seit 1705 den Katholiken zugesprochen. Baufälligkeit machte einen Neubau nötig, den Hofbaumeister Zeller entwarf, was belegt, wie stark die Landesherrschaft auf den Kirchenbau Einfluss nahm. Integriert wurde der mittelalterliche Turm, der allerdings 1750 aufgrund statischer Probleme abgetragen werden musste. Man entschied sich schließlich zum Neubau an alter Stelle. Mit dem Ausbau Schwetzingens zur kurfürstlichen Sommerresidenz war die Kirche bald zu klein, sie wurde nach Entwurf des Hofbaumeisters Pigage nach Westen verlängert und erhielt ihre noble barock-klassizistische Fassade, welche bis heute den alten Marktplatz Schwetzingens prägt und im Zusammenspiel mit dem Turm Rabaliattis zu einer der architektonisch reizvollsten Schöpfungen im Sakralbau der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Region macht. Künstlerische Qualitäten besitzt auch die weitgehend bauzeitliche Ausstattung, die Figuren auf den Seitenaltären stammen aus der Werkstatt des Hofbildhauers Paul Egell und belegen den hohen Stand der Hofkunst in der Kurpfalz. Ein eigenhändiges Werk des Bildhauers ist das fein gearbeitete Epitaph für den kurpfälzischen Kammerherrn, den Reichsgrafen Peter Anton von Wolckenstein und Trostburg an der Außenseite. Die Pfarrkirche ist damit wichtiges Zeugnis barockzeitlicher Frömmigkeit und belegt die hohe Qualität spätbarocker Architektur und Ausstattungskunst im 18. Jahrhundert in der Kurpfalz. Sie ist dabei auch wichtiges stadtgeschichtliches Zeugnis, belegt sie doch mit der Überlassung an die Katholiken die Konfessionsgeschichte Schwetzingens und der Kurpfalz in der Frühen Neuzeit.

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( Wikidata)
Wohnhaus mit abgegrenztem Vorgarten Uhlandstraße 4
(Karte)
Zweigeschossiger Klinkerbau mit überkragendem Flachdach, vor dem Hauseingang Flugdach, 1920er-Jahre

Das Gebäude belegt den weiteren Ausbau der jenseits der Bahngleise um die Jahrhundertwende neu angelegten Oststadt, die durch eine weitgehend offene Bebauung von Einzelhäusern und Hausgruppen geprägt ist. Der Bau ist ein charakteristisches Beispiel für die stilistische Vielfalt, die den Wohnbau in der Weimarer Republik bestimmt. Als dunkler Klinkerbau zeigt sich das Haus von der zeitgenössischen Architektur Norddeutschlands beeinflusst, das weit überstehende Flachdach, das Flugdach über dem Hauseingang und die sachliche Behandlung der Fassaden veranschaulichen die Einflüsse des Neuen Bauens. Der Bau zählt zu den avantgardistischsten Wohnbauten im Schwetzingen der 1920er-Jahre und ist wichtiges Zeugnis für die Architekturgeschichte der Stadt in der Zwischenkriegszeit.

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Verwaltungs- und Magazingebäude der Brauerei Zum Zähringer Löwen Wildemannstraße 2
(Karte)
Zweigeschossiger massiver und verputzter Winkelbau mit Walmdach, großer Bestand an Jugendstilfenstern, Türen aus den verschiedenen Bauzeiten, große Bierkeller, Grundstück von Mauer umgrenzt; Magazinbau an der Wildemannstraße erbaut für Bierbrauer Johann Georg Seitz, 1832 (a), Trakt an der Invalidengasse erbaut für Seitz, 1845 (a), Umbau zum Kellerei- und Verwaltungsgebäude, 1889 (a), Aufstockung Kontorgebäude, 1897 (a), Obergeschoss zur Invalidengasse nach Brand erneuert, 1922–1924 (a)

Der Komplex ist das Stammhaus und Verwaltungsgebäude der Brauerei zum Zähringer Löwen, einem der großen Schwetzinger Brauereibetriebe des 19. Jahrhunderts, gegründet von Johann Georg Seitz. Sie wurde 1888 in zeittypischer Weise in eine Aktiengesellschaft überführt und 1907 durch die Ritterbrauerei AG übernommen. Grundlage für die großen Schwetzinger Brauereibetriebe bildete der Hopfenanbau in der Region, der große Gewinne abwarf. Vom Repräsentationsanspruch der Verwaltung zeugt der bemerkenswerte große Bestand an Jugendstilfenstern – zeittypische Zeugnisse der Glaskunst um 1900. Bis zur Übernahme durch die Stadt 1920 war die Brauerei in Betrieb, danach wurde das Gelände an privat verkauft und aufgeteilt. Der Komplex hat damit wichtigen Zeugniswert für die Wirtschafts-, Industrie- und Sozialgeschichte Schwetzingens im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

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Wohnhaus eines ehemaligen Gehöfts Wildemannstraße 13
(Karte)
Eingeschossiges, giebelständiges Gebäude mit Satteldach, Eichenfachwerk, im Erdgeschoss verputzt, gewölbter Keller unter ehemaligem Stall, im hinteren Teil wohl inschriftlich bezeichnet 1711, erste bekannter Besitzer Matheis Schäfer, 1716 (a), ab 1815 Heinrich Ultzhöfer

Das eingeschossige Gebäude ist ein Zeugnis für den Wiederaufbau des im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 von den Franzosen zerstörten Dorfes Schwetzingen und belegt Wohn- und Lebensverhältnisse der Frühen Neuzeit auf dem Land. Es hat haus-, ortsbau- und sozialgeschichtlichen Zeugniswert.

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Wohnhaus mit Nebengebäuden und Vorgarten Zähringerstraße 23
(Karte)
Putzbau Krüppelwalmdach mit Zwerchgiebel und Gaube, Sandsteinsockel aus Bossenquadern, Sandsteingliederung, Vorgarten mit originalem Eisenzaun, Nebengebäude Fachwerk, um 1900

Das Wohngebäude belegt den Ausbau Schwetzingens in den Zeit um 1900 südlich des Schlossbezirks. In seinen Dimensionen entspricht es der nach wie vor kleinstädtischen Prägung des Ortes, die Neurenaissanceformen sind charakteristisch für die Entstehungszeit und belegen den späthistoristisch geprägten Geschmack der bürgerlichen Auftraggeberschaft in der Kaiserzeit.

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Doppelwohnhaus Zähringerstraße 29 a, 29, 31
(Karte)
Nr. 31 mit Nebengebäude und Vorgarten, eingeschossiger Putzbau Krüppelwalmdach mit Biberschwanzdeckung, Sandsteingliederung, Sandsteinsockel, geschnitzte Ständer an der heute verglasten Veranda, Fachwerkgiebel mit Balkon, Nr. 29 eingeschossiger Putzbau mit Krüppelwalmdach, Sandsteingliederung, Vorgarten, um 1900

Das Doppelhaus ist ein charakteristisches Zeugnis für kleinere bürgerliche Villenbauten des späten Historismus. Mit Fachwerk, Veranda, hölzernem Balkon und weiten Dachüberständen werden charakteristische Elemente der Landhausarchitektur aufgegriffen. Die beiden Häuser belegen dabei den Ausbau Schwetzingens südlich des Schlossgartens in den Jahren um und kurz nach 1900.

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Villa Zähringerstraße 49
(Karte)
Asymmetrischer Baukörper, turmartiger Eckbau, Eckerker mit Flachdach, Mansarddach mit glasierten Ziegeln, Haustür und Fenster original, Garten mit Gartenpavillon, von Architekt Mannhard/Heidelberg für Mathilde Rastetter, 1902 (a)

Die Villa ist ein für Schwetzingen einmaliges Beispiel des von der Darmstädter Mathildenhöhe und von der Wiener Architektur beeinflussten Jugendstils. Sie belegt den Ausbau der Stadt südlich des Schlossgartens in lockerer Bebauung mit Einfamilien- und Doppelhäusern in der Zeit um und kurz nach 1900, wobei die Zähringerstraße direkt am Park zu den besseren Wohngegenden zählte. Das Gebäude hat architektur-, sozial- und ortsbaugeschichtliche Bedeutung.

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Wohnhaus Zeyherstraße 1 a
(Karte)
(heute Finanzamt), Torfahrthaus, zweigeschossiges, traufständiges Massivgebäude, einseitig abgewalmtes Satteldach, Korbbogeneinfahrt, 2. Hälfte 18. Jahrhundert

Das Wohngebäude wurde in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts ursprünglich wohl als Teil eines herrschaftlichen Gutshofes und baulich im Zusammenhang mit Zeyherstraße 3 errichtet. Von dem Gebäude ist im Wesentlichen nur noch die Fassade erhalten. Sie bezeugt die herrschaftliche Bebauung in der nächsten Schlossumgebung. Wahrscheinlich gehörten Wasserwerk und Mühle zu diesem Komplex. Als Torfahrthaus folgt das Gebäude den in der Barockzeit etablierten modellhaften Bauten, welche das Stadtbild Schwetzingens bis heute prägen.

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Wohnhaus Zeyherstraße 2
(Karte)
Zweigeschossiges, traufständiges Torfahrthaus mit Satteldach, verputzt, im Kern von 1781

Das zweigeschossige Gebäude ist Zeugnis des barockzeitlichen Ausbaus Schwetzingens in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Umgebung des Schlosses. Es hat haus- und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Wohn- und Geschäftshaus mit Saal Zeyherstraße 3
(Karte)
Schlossgartenrestaurant, zweigeschossiger traufständiger Putzbau mit Walmdach, steht im baulichen Zusammenhang mit Nr. 1, 1781, Saalanbau, 19. Jahrhundert

Das Gebäude steht im baulichen Zusammenhang mit Zeyherstraße 1 und bezeugt die barockzeitliche Bebauung in der Schlossumgebung. Da Schwetzingen seit dem 19. Jahrhundert zunehmend als Ausflugsziel für die Großstädter aus Mannheim und Heidelberg an Beliebtheit gewann, kam es zur Gründung weiterer gastronomischer Betriebe in Schlossnähe. So erhielt das Schlossgartenrestaurant im 19. Jahrhundert einen für damalige Gasthäuser zeittypischen Saalanbau. Der Bau hat damit stadtgeschichtlichen Zeugniswert.

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Sog. Gesandtenhaus o.a. Prinzenhaus (heute Amtsgericht) Zeyherstraße
(Karte)
Zweigeschossiges Palais, verputzter Massivbau mit Mansardwalmdach, dreiachsiger übergiebelter Mittelrisalit mit Portal, Ecklisenen, errichtet wohl unter Beteiligung von Philipp Markus Weixes aus Heidelberg, 1722–1725 (a)

Das Gebäude entstand ursprünglich als Privatbau und wurde erst 1732 vom Kurfürsten angekauft und Verwandten als Quartier zur Verfügung gestellt, so u. a. Herzog Christian von Pfalz-Zweibrücken, zeitweilig diente es auch der Unterbringung von Gesandten, wie der 1753 erstmals erwähnte Name „Gesandtenhaus“ belegt. Es ist einer der wenigen herrschaftlich gestalteten Bauten außerhalb des eigentlichen Schlossbezirkes. und wurde u.a. vom Schlossverwalter bewohnt. Es ist Sterbehaus des Hofbaumeisters und Baudirektors Nicolas de Pigages 1796 und diente im 19. Jahrhundert dem bedeutenden Hofgärtner und Gartendirektor Johann Michael Zeyher (1770–1843) als Dienstwohnung, als dessen Gast hier überraschend 1826 der Dichter Johann Peter Hebel starb. Der Bau ist damit wichtiger Bestandteil des Residenzensembles und belegt die höfische Infrastruktur zur Zeit der Kurfürsten Carl Philipp und Carl Theodor. Als Wohn- und Sterbeort für Schwetzingen und die kurpfälzische wie auch badische Kultur wichtiger Persönlichkeiten hat es ortsgeschichtlich wichtige Bedeutung.

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( Wikidata)

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Schloss Schwetzingen mit Park und Freiflächen Collinistraße 36, 38; Forsthausstraße 12; Karlsruher Straße 2 a; Maschinenweg 3; Schloßgarten; Schloßplatz 10; Zähringerstraße 4, 6; Zeyherstraße 8
(Karte)
Kurfürstliche Sommerresidenz und Jagdschloss, ausgedehnte Anlage in der Oberrheinebene, hervorgegangen aus mittelalterlicher Wasserburg, erstmals erwähnt 1355 (a), bestehend aus:
  • Schloss mit zugehöriger Ausstattung, offene Ehrenhofanlage, dreigeschossiges verputztes Corps de Logis mit Ecktürmen und gartenseitigen Eckpavillons, Buckelquadermauerwerk, Reste mittelalterlicher Bauplastik, zweigeschossige verputzte Seitenflügel mit Mansardwalmdächern, Mittelrisalite, im Kern letztes Drittel 13. Jahrhundert, Bauteile des 14./15. Jahrhunderts, Erweiterung nach Norden unter Ludwig V., 1541 (i), Zerstörung 1635 (a), Wiederaufbau ab 1655 (a, d), erneute Zerstörung 1689 (a), Wiederaufbau und Erweiterung um Ehrenhofflügel, Verdoppelung des Kernbaus, 1709–1717 (a, d), Umbau der Schlosskapelle im Nordflügel nach Entwurf von Friedrich Weinbrenner, 1804 (a);
  • Ehrenhof mit zwei Wachhäuschen;
  • Küchenbau, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansardwalmdach, 1761;
  • Zirkelgebäude, eingeschossige Massivbauten in Sandstein, untergliedert durch Eck- und Zwischenpavillons, Mansard- und Satteldächer, gartenseitig Arkadenfronten, nördlicher Zirkelbau nach Entwurf von Alessandro Galli da Bibiena,1748–1750 (a), südlicher ab 1753 (a);
  • Theater, errichtet nach Entwurf von Nicolas de Pigage, 1753/53 (a); Anbau Hinterbühne 1762 (a);
  • Nebengebäude wie u.a. Hofgärtnerhaus, Fuhrmannshaus, Baumagazin, Verwalterhaus (Karlsruher Straße 2a), Wächterhaus (Zählringerstraße 4), Gärtnerei (Zähringerstraße 6), 18. Jahrhundert;
  • Invalidenkaserne, massiver verputzter Vierflügelbau, aufwendiges Portal als Point de vue der Mannheimer Straße, errichtet nach Entwurf von Pigage als Baumagazin, 1773 (a), zur Kaserne eingerichtet 1774 (a);
  • Oberes Wasserwerk (Zeyherstraße 8), zweigeschossiger verputzter Wasserturm mit Mansardzeltdach, ein- bis viergeschossige Anbauten mit Sattel- und Walmdächern, historische technische Einrichtung des Pumpwerks, Wasserturm neu errichtet nach Entwurf von Thomas Breuer, 1740 (a), übrige Teile neu gebaut nach Entwurf von Pigage, 1762–1771 (a), Turm erneuert 1772 (i);
  • Unteres Wasserwerk mit Knochenstampfe (Collinistraße 36), zwei- bis dreigeschossige Baugruppe, verputzte Massivbauten, technische Einrichtung, Entwurf Pigage, 1762–1779 (a);
  • Fassungen und Brücken über den Leinbach (Kronenstraße);
  • formale und landschaftliche Park- und Gartenanlagen mit Wasserflächen, Brunnen, Wasserläufen und Kanälen sowie Brücken, Skulpturen, Denkmälern und Gartenarchitekturen, im Kern ab ca. 1718, Kreisparterre von Hofgärtner Johann Ludwig Petri, ab 1753 (a), erweitert nach Entwurf von Pigage, ab 1762 (a), Aufstellung der Figuren, u. a. von Hofbildhauer Peter Anton von Verschaffelt, um 1766–1773 (a), landschaftliche Anlagen durch Pigage und Friedrich Ludwig von Sckell, ab 1777 (a), Anlage des zweiten Arboretums nördlich der Orangerie durch Hofgärtner Johann Michael Zeyher, 1806 (a);
  • Neue Orangerie, langgestreckter verputzter Massivbau mit östlichen Kopfbau, Walmdach, Gliederung durch Risalit, Entwurf und Leitung Pigage, 1761 (a)
  • Badhaus mit Ausstattung, eingeschossiger verputzter Massivbau mit Belvedere, dazu Nebengebäude, Vogelbad und Perspektive, Entwurf von Pigage, 1769–1775 (a);
  • Fasanenhof;
  • Porzellanhäuschen, eingeschossig und verputzt;
  • Apollotempel mit Kaskade und Naturtheater, Monopteros über Terrassen und Felsen, Entwurf von Pigage, 1762 (a);
  • Römisches Wasserkastell mit Aquädukt, Ruinenarchitektur, Entwurf Pigage, 1778 (a);
  • Tempel der Botanik, kleiner verputzter Rundbau mit Kuppel, Entwurf von Pigage, 1778 (i);
  • Minervatempel, nach Entwurf von Pigage, verputzter Antentempel, 1766–1771 (a);
  • Merkurtempel, Ruinenarchitektur mit rundem Aufsatz, nach Entwurf von Pigage und Sckell, Reliefs wohl von Konrad Linck, 1784 (a);
  • Moschee, verputzter Massivbau mit Kuppel und zwei Minaretten, arabische Inschriften, Wandelgang mit Eckkabinetten und Innenhof, Entwurf von Pigage, 1778–1792 (a, d)
  • Sternallee und Lustwald Java, südlich des Schlossgartens, existent 1757 (a), weitere Ausgestaltung nach Entwurf Pigages, 1761/62 (a)

Schloss und Garten der einstigen kurfürstlichen Sommerresidenz Schwetzingen zählen zu den qualitativen Spitzenleistungen der Architektur- und Gartengeschichte in Europa. Vor allem die ausgedehnten Parkanlagen, welche die Entwicklung der Gartenkunst vom formalen Barock- zum Landschaftsgarten der Aufklärung veranschaulichen, begründen den Ruhm Schwetzingens. Im Kern reicht das Schloss bis ins letzte Drittel des 13. Jahrhunderts zurück, als hier durch die Herren von Erlickheim eine Wasserburg errichtet wurde, von der bedeutende Baureste innerhalb des mehrfach zerstörten und wieder aufgebauten Schlosses ebenso zu finden sind, wie die Spuren eines ersten Ausbaus zur Jagdburg unter dem Renaissancefürsten Ludwig V. von Pfalz um 1541. Nach dem Wiederaufbau der im Pfälzischen Erbfolgekrieg niedergebrannten Anlage ab dem frühen 18. Jahrhundert diente das Schloss zeitweilig als Residenzschloss der Kurfürsten und 1743–1778 als regelmäßige Sommerhofhaltung Carl Theodors, der für die Kulturgeschichte der Pfalz in der Aufklärungsepoche eine wichtige Rolle spielte. In Folge dessen wurden vor allem die Gartenanlagen erweitert und ein repräsentatives Theater errichtet, um auch bei schlechtem Wetter Opern-, Konzert- und Theateraufführungen bieten zu können. Es zählt zu den wenigen erhaltenen barockzeitlichen Theatern in Europa, das in innovativer Weise französischen Balkontheatern ohne Rangabteilungen folgte. Innovativ zeigen sich auch die im Louis-seize-Stil ausgestatteten Räume des Schlosses, vor allem aber die Gärten, die nicht nur ein herausragendes Denkmal der Gartenkunst des 18. Jahrhunderts darstellen, sondern mit ihren Bauten einen komplexen geistesgeschichtlichen Kosmos versinnbildlichen, der einerseits auf freimaurerischen Idealen beruht, andererseits in legitimatorischer Weise die antike Geschichte der Kurpfalz thematisiert. Zu den Besonderheiten gehört die Moschee, welche die Auseinandersetzung mit der Geisteswelt des Orients verdeutlicht. Badhaus und angeschlossene Anlagen veranschaulichen ähnlich wie das Theater höfisches Divertissement der Spätbarockzeit, zeittypische Anlagen wie das Vogelbad genießen heute Seltenheitswert. So vermittelt Schwetzingen bis heute ein geschlossenes und lebendiges Bild eines fürstlichen Lust- und Jagdsitzes im 18. Jahrhundert. Verbunden sind die Bauten und Gärten mit herausragenden Namen der Architektur- und Gartengeschichte: Die Hofbaumeister Franz Wilhelm Rabaliatti und vor allem Nicolas de la Pigage (1723–1796) haben Schloss und Parkbauten nachhaltig geprägt, der Landschaftsgarten ist das früheste Werk des jungen Friedrich Ludwig von Sckell (1750–1823), einem der Protagonisten der Landschaftsgartenkunst in Deutschland, sowie des badischen Hofgärtners Johann Michael Zeyher (1770–1843), der die Anlagen bis 1837 betreute. Damit ist Schloss Schwetzingen eines der wichtigsten Zeugnisse der Herrschafts- und Landesgeschichte sowie der Hofkultur mit Bedeutung nicht nur für Baden-Württemberg, sondern weit darüber hinaus. Mit seiner Einbettung in die Kulturlandschaft der Oberrheinebene im unmittelbaren Umfeld der historischen Residenzen Heidelberg und Mannheim sowie seiner engen Beziehung zur Stadtanlage ist das Schloss Schwetzingen ein im höchsten Maße raumwirksames Kulturdenkmal.

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( Wikidata)

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Herrschaftliches Wohngebäude und Kellerei (heute Finanzamt) Schloßstraße 1; Zeyherstraße
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansarddach, 2. Hälfte 18. Jahrhundert, ehemalige Kellerei im eingeschossigen Hintergebäude mit Walmdach an der Zeyherstraße, über großem gewölbtem Keller, der Kellertürbogen mit originalen Türblättern, 1758 (i)

Das Wohngebäude dürfte als Unterkunft für höhere Hofangehörige errichtet worden sein und zählt zu jenen Infrastrukturbauten, die nötig wurden, nachdem Schwetzingen unter Kurfürst Carl Theodor zur Sommerresidenz wurde. Es enthielt im rückwärtigen Hintergebäude die herrschaftliche Kellerei und damit eine wichtige landesherrliche Verwaltungsinstitution. Der Komplex zählt dabei zu dem Ensemble barocker Bauten, welches das unmittelbare Umfeld des Schlosses in wesentlicher Weise bestimmt.

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Einzelnachweise

Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.

Commons: Kulturdenkmale in Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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