Liste der Kulturdenkmale in Lobbach
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In der Liste der Kulturdenkmale in Lobbach sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Lobbach im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
- Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Lobenfeld
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
Weitere Bilder |
Hofanlage | Biddersbacher Hof (Karte) |
Bestehend aus: Wohngebäude, eingeschossiges Fachwerkhaus mit Satteldach, auf massivem teilweise gewölbtem Hochkeller, traufseitige Erschließung über Freitreppe; Stall, lanngestreckter Bruchsteinbau mit Kniestock und flachgeneigtem Satteldach; Scheune, verbretterter Fachwerkbau mit Satteldach; Schuppen; Mitte 19. Jahrhundert
Der außerhalb des Ortes gelegene große Hof steht im Areal einer seit dem Spätmittelalter bezeugten Siedlung. 1458 war „Buderspach“ Sitz der Pfarrkirche, die bis zur Reformation den Mittelpunkt einer lokalen Wallfahrt und eines Marktes bildete. Der Sieldungsplatz war der Schaffnerei des Klosters Lobenfeld zugehörig und blieb dies auch nach der Reformation. Die bestehenden Gebäude belegen einen wohl weitgehenden Neubau des Hofgutes im 19. Jahrhundert und haben ortsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Taufstein | Biddersbacherhof (Karte) |
Angeblich Taufbeckenfragment, Sandstein
Das Becken aus rotem Sandstein im Feld bei dem Hofwohngebäude soll der Taufstein aus der abgegangenen, 1458 erstmals belegten Pfarrkirche gewesen sein. |
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| Steinkreuz | Nähe Biddersbacherhof (Karte) |
Wohl 16. Jahrhundert
Bei der Brücke über den Biedersbach steht am linken Ufer ein größeres Steinkreuz. Es erinnert wohl an die 1458 erstmals bezeugte, dann abgegangene Pfarrkirche in “Buderspach”. |
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| Zwei Steinkreuze | Brunnengässel 1 (Karte) |
2. Hälfte 15./Anf. 16. Jahrhundert
Unter den um und am Hause Neudeck aufgestellten Altertümern sind zwei Steinkreuze unbekannter Herkunft in der Giebelmauer eingelassen. Die Steinkreuze standen 1908 im Boden bei dem Hof neben dem Rathaus und gehören wohl nich ins Spätmittelalter. Es könnte sich entweder um Weg- oder aber um Sühnekreuze handeln. Sie haben Zeugniswert für ortsgeschichtliche Fragestellungen. |
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Weitere Bilder |
Herz-Jesu-Kirche | Klosterstraße 55 (Karte) |
Massiver Saalbau mit halbkreisförmig geschlossenem Chor, Satteldach mit Dachreiter, seitlich runder Treppenturm, Figurennische im Giebel mit Christusfigur, innen flach gedeckt, bauzeitliche Ausstattungsstücke von den Bildhauern Müller aus Saulgau und Vogel aus Bad Bergzabern, Reste der Chorausmalung von Albert Duchow, um 1921; errichtet nach Plänen des Erzbischöflichen Bauamtes, 1904-1908
Die kath. Kirche ist ein zeittypischer Sakralbau des späten Historismus, wobei mit den neuromanischen Bauformen offenbar ein bewusster Bezug zur romanischen Klosterkirche der Chorfrauen, der heutigen ev. Kirche, hergestellt wurde. Nach 1705 war den Reformierten die alleinige Nutzung der alten Klosterkirche zugesprochen worden, die Lobenfelder Katholiken mussten nach Spechbach gehen. Erst 1904 wurde ein eigener Neubau in Lobenfeld in Angriff genommen, der 1908 feierlich von Erzbischof Thomas Nöber geweiht werden konnte. Die anfangs recht kahle Kirche wurde nach 1921 durch den Mannheimer Kirchenmaler Albert Duchow (1859-1931) ausgemalt, doch verschwand der Großteil dieser Arbeit bei einer Renovierung 1969. Was davon erhalten ist, zeigt, dass Duchow sich stilistisch an der für die katholische Kirchenmalerei einflussreichen Beuroner Schule orientierte. Der Bau ist wichtiges Zeugnis der Lobbacher Kirchen- und Konfessionsgeschichte und ein architektonisch qualitätvolles Beispiel für späthistoristische Sakralarchitektur auf dem Land. |
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| Torhaus | Klosterstraße 95 (Karte) |
Zweigeschossig und verputzt mit Satteldach, massives Erdgeschoss mit spätmittelalterlichem Torbogen, Obergeschoss Fachwerk, wohl letztes Viertel 17. Jahrhundert
Das Gebäude mit mittelalterlichem Torbogen bildete den nördlichen Zugang zum Chorfrauenstift Lobenfeld. Es ist eines der wichtigsten Gebäude des mittelalterlichen Klosterbezirks. Weitere mittelalterliche Baureste wie z. B. die Einfriedungsmauer sind in den angrenzenden Gebäuden zu vermuten. 1683 renovierte und bezog der Leinenweber Christian Düfflin das Torhaus, dessen Fachwerkaufbau wohl weitgehend in diese Zeit datieren dürfte. |
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| Wohnhaus | Klosterstraße 101 (Karte) |
Eingeschossiges, traufständiges Gebäude mit Satteldach, Hochkeller und Freitreppe, darüber konstruktiver Fachwerkstock, am Eckpfosten bezeichnet, erbaut für eine Witwe aus der Erbbeständerfamilie Frey, 1803 (i)
Das Fachwerkwohngebäude in Traufenstellung auf Hochkeller ist mit den übrigen Hofgebäuden bezeichnend für den Ausbau des Klosterbezirks zu Beginn der badischen Zeit für mittlere landwirtschaftliche Betriebe. Es entstand für eine Witwe der Erbbeständerfamilie und diente um die Mitte des 19. Jahrhunderts zeitweilig als Gasthaus. Ab 1886 war hier die Posthilfestelle untergebracht. Das Gebäude hat damit ortsbau- und sozialgeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Reste der Vorgängerbebauung aus der Klosterzeit | Klosterstraße 102 (Karte) |
Keller, Fundamentmauern in Gebäude von 1834
Das an das Untere Tor nach Westen angebaute Wohngebäude wurde 1834 von dem Schäfer Franz Philipp neu über dem Grundriss eines älteren Klostergebäudes errichtet. Es ist mit Aufschlüssen für die Klosterzeit zu rechnen. |
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| Wohnhaus | Klosterstraße 103 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau mit Krüppelwalmdach, Ecklisenen und Giebelportal, einläufige Freitreppe, neu erbaut für Müller Georg Frey, 1846
Die Klostermühle ist erstmals 1510 bezeugt und wurde nach Aufhebung des Klosters von der Schaffnei verpachtet. Das heutige stattliche Mühlen- und Wohngebäude wurde 1846 für Müller Georg Frey als zweigeschossiger Massivbau mit Krüppelwalmdach, Ecklisenen und Giebelportal über einläufiger Freitreppe erneuert und dabei auf den Grundmauern der Klostermühle errichtet. Das Gebäude bezeugt die intensive Nutzung des Klostergebietes zur Biedermeierzeit, mit Aufschlüssen für die mittelalterliche Klosterzeit ist in der Gebäudesubstanz zu rechnen. Das Haus selbst ist charakteristisch für die in der Kubatur lang wirkende Tradition barockzeitlicher Wohnbauten im nördlichen Kraichgau und mit dem Hochkeller sowie der traufseitigen Erschließung über eine Freitreppe ein regionaltypisches Beispiel für die ländlichen Bauformen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. |
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| Klostergut | Klosterstraße 107 (Karte) |
Dreiseitige Anlage bestehend aus Scheunen, Schuppen und Stallungen, eingeschossige Massivbauten in Bruch- und Werkstein, Satteldächer, südlicher Scheunenbau mit Korrbogentor, errichtet um 1749-1754 (i), Ostflügel mit Staffelgiebel und dreischiffig kreuzgewölbtem Stall im Nordteil, Mitte 19. Jahrhundert
Das Klostergut östlich der Klosterkirche geht im Baubestand überwiegend auf die Zeit 1748-1754 zurück. Der Hof verdeutlicht die fortgesetzte Nutzung des Klosters als landesherrlicher Ökonomiebetrieb unter dem Klosterschaffner auch nach der Aufhebung des Konvents in der Reformation 1560. Er gibt Aufschluss über die bauliche Einrichtung landwirtschaftlicher Betriebe im 18. und 19. Jahrhundert. |
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| Kellergewölbe | Klosterstraße 108 (Karte) |
Der Gewölbekeller dürfte Teil der mittelalterlichen Klosteranlage des Chorfrauenstiftes Lobenfeld gewesen sein und hat baugeschichtlichen Zeugniswert. | 98389151 | ||
| Brunnen | Klosterstraße (Karte) |
Brunnentrog und Brunnenstock aus Sandstein
Der Laufbrunnen steht an der Umfassungsmauer des Klostergutes. Er ist ein anschauliches Zeugnis der Wasserversorgung auf dem Land. Hier musste das Brauchwasser geholt werden, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. |
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| Gewölbekeller | Klosterstraße 112 (Karte) |
Mittelalterlich
Der Keller gehörte zu einem Nebengebäude der mittelalterlichen Klosterschaffnei und belegt die Ökonomie des Chorfrauenstifts Lobenfeld. |
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| Reste der Klosterschaffnei | Klosterstraße 114 (Karte) |
Verbaut in Pächterhaus, spätgotischer tonnengewölbter Hochkeller, Kielbogenportal, 1487 (i), zweiläufige Freitreppe, Renaissanceportal, 1605 (i)
Das heutige, um 1965 erbaute Pächterhaus hat wesentliche Teile der ehemaligen Klosterschaffnei bewahrt, darunter den spätmittelalterlichen tonnengewölbten Hochkeller, ein auf 1487 datiertes Kielbogenportal und das über eine zweiläufige Freitreppe zugängliche Renaissanceportal von 1605, das die weitere Nutzung und Umbauten an den Klosterbauten in nachreformatorischer Zeit belegt. Die historischen Bauteile sind wichtige Zeugnisse der Klosterzeit und der nachreformatorischen Nutzung des Klosterbezirkes. |
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| Klostermauer und Oberes Tor | Klosterstraße (Karte) |
Die Umfassungsmauer des Klosters ist als Grundstückseinfassung südlich des Klosters mit den Resten des Oberen Tores an der Ausfahrt nach Mönchzell im Verlauf an der heutigen, das Klostergelände umfahrenden Straße zusammenhängend mit geringeren Störungen bis an den Bachlauf erhalten oder zu erkennen. Im weiteren Verlauf bis zum Unteren Tor ist mit ober- und bestimmt mit unterirdischen Resten zu rechnen. Die Mauer, im Kern wohl bis ins 14. Jahrhundert zurückreichend, ist anschauliches Zeugnis der Einfriedung des Klosterareals und diente nicht nur der Sicherung und Abgrenzung der Anlage, sondern auch der Markierung des kirchlichen Rechtsbezirkes. Teile wurden seit dem 19. Jahrhundert niedergelegt. Die überlieferten Reste sind wichtiges bauliches Dokument der Klostergeschichte des Chorfrauenstiftes Lobenfeld. | 98391760 | ||
Weitere Bilder |
Klosterkirche (St. Maria) | Klosterstraße (Karte) |
Heute ev. Pfarrkirche, Saalbau mit Querhaus und gerade schließendem Chor, Halbwalmdächer, über Chorgiebel Dachreiter, Langhaus massiv und verputzt, Querhaus und Chor in Sichtsteinmauerwerk mit reicher Bauzier in Form von Lisenen, Bogenfriesen unter deutschem Band, Diamant- und Blattsimsen, am östlichen Chorfenster Bauplastik, innen flach gedecktes Langhaus, im hohen Querhaus und Chor wuchtige Pfeilervorlagen mit ornamentalen Kämpferkapitellen, Kreuzgewölbe mit schweren Bandrippen, umfangreiche Wandmalereien, um 1230-1. Hälfte 15. Jahrhundert, Epitaph der Äbtissin Agnes, um 1200, Orgelprospekt 1773; Chor und Querhaus errichtet um 1160/90-1210/20, Langhaus um 1350, nach 1560 abgeteilt, Umbau Langhaus zu Schafstall und Tabakscheune der kath. Kirchenschaffnei, 1808
Das Kloster Lobenfeld wurde zu Beginn der 1140er-Jahre durch den staufischen Gefolgsmann und einflussreichen Edelfreien Meginlach von Obrigheim gegründet und war wohl von Anfang an ein Frauenkonvent, der sich seit Mitte des 13. Jahrhunderts an der Zisterzienserregel orientierte. 1560 wurde das Kloster durch den Kurfürsten von der Pfalz aufgehoben, die Kirche bis 1705 simultan von Reformierten und Katholiken genutzt, das Langhaus schließlich 1808 von der kath. Kirchenschaffnei zu Wirtschaftszwecken abgeteilt und umgebaut. Die Kirche bildet mit ihren Ostteilen (Querhaus, Vierung und Chor) das herausragendste Zeugnis der Spätromanik im Kraichgau. Der Innenraum stellt sich mit seinen steilen Proportionen und den wuchtigen Pfeilervorlagen, auf denen die kräftigen Bandrippengewölbe ruhen, als äußerst eindrucksvolles und zeittypisches Beispiel spätromanischer Architektur dar. Diese hat überregionale Bedeutung, wurden doch wohl über den Lobenfelder Kirchenbau von Worms kommend elsässische Stilformen bis nach Franken (Kloster Großcomburg) verbreitet. Es handelt sich damit um einen der für die Entwicklung hochmittelalterlichen Sakralbaus in Südwestdeutschland bedeutendsten Kirchenbauten aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts rechts des Rheines. Nicht weniger kunstgeschichtlich bedeutend ist der umfangreich überlieferte Bestand an Wandmalereien, der veranschaulicht, wie mittelalterliche Kirchenräume ausgestaltet waren. Vor allem die Zyklen des 13. und 14. Jahrhunderts haben wichtige kunsthistorische und ikonographiegeschichtliche Bedeutung. Ein Dokument der frühen Klostergeschichte ist das Epitaph der Äbtissin Agnes, das einzige aus der Klosterzeit. Von der mittelalterlichen mobilen Ausstattung zeugt noch das Chorgestühl des 14. Jahrhunderts. Die einstige Kirche des Chorfrauenstiftes Lobenfeld ist ein beispielhaftes und überregioinal hochbedeutendes Beispiel mittelalterlicher Kunst und Architektur sowie der Kloster- und Kirchengeschichte und von zentralem ortsgeschichtlichen Wert für Lobbach, bidlete es doch den Ausgangspunkt der Siedlungsentwicklung. |
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| Friedhofkreuz | Nähe Langenzeller Straße (Karte) |
Kruzifix und Sockel, Sandstein, barock, 1762
Das Friedhofskreuz ist charakteristisches Ausstattungsstück historischer Friedhofsanlagen, mit denen an den Opfertod Jesu zur Erlösung der Menschheit vom Tod und der Erbsünde erinnert wird. Selten allerdings sind wie hier solche Kreuze aus der Barockzeit überliefert. |
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| Steinerner Tisch | Distr. Gr. Administrationswald (Karte) |
Monolithe Steinplatte auf zwei steinernen Quadern, davon eine bezeichnet 1851
Steinernes Mobiliar wie dieses ist charakteristisches Ausstattungselement historischer Gärten aber auch Rastplätze entlang von (Wald)Wegen wie in diesem Fall. Der Steintisch hat ortsgeschichtlichen Zeugniswert. |
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Waldwimmersbach
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Brunnenfassung mit Inschriftstein „Eisbrunnen 1915“ | Schwarzwiese (Karte) |
Der Brunnen ist eine charakteristische historische Quellfassung und hat ortsgeschichtlichen Wert für die historische Wasserversorgung von Waldwimmersbach. | 98392470 | ||
| Friedhofskreuz | Friedhofsweg 2 (Karte) |
Roter Sandstein, ornamentiertes Postament mit Inschrift und seitlichen Voluten, gestiftet von Förster Johann Adam Sterzenbach, 1780 (i)
Das barockzeitliche Friedhofskreuz ist ein charakteristisches Ausstattungsstück historischer Friedhofsanlagen. Mit solchen Kreuzen (hier fehlt der zugehörige Corpus) wurde an den Opfertod Jesu zur Erlösung der Menschheit von Tod und Erbsünde erinnert. Das Kreuz erhält ortsgeschichtliche Bedeutung durch die Inschrift, die darauf verweist, dass solche Objekte in der Regel von wohlhabenden Bürgern oder Beamten, hier dem katholischen kurpfälzischen Förster Sterzenbach, gestiftet wurden. |
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| Gefallenendenkmal | Haager Straße 3 (Karte) |
Drei Steinmonolithen, Sandstein mit Namen der Gefallenen des Ersten Weltkrieges, die anderen zwei mit eingelassener Metallplatte für die Topten des Zweiten Weltkriegs
Die Denksteingruppe erinnert an die Toten zweier Weltkriege aus Waldwimmersbach. Der ältere, zentral aufgestellte Stein, zeichnet sich dabei durch eine gewisse künstlerische Gestaltung gegenüber den beiden jüngeren Monolithen aus. Das Denkmal belegt die lokale Gedenkkultur an die Gefallenen und hat ortsgeschichtlichen Zeugniswert, zeigt sich hieran doch der Einfluss größerer historischer Ereignisse auf eine kleine Landgemeinde. |
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| Brunnen | Hauptstraße (Karte) |
Brunnenstock und halbkreisförmiges Becken, Stein, wohl 19. Jahrhundert
Der Brunnen mit steinernem Stock und im Grundriss halbkreisförmigen Becken ist Zeugnis der früheren Wasserversorgung in vorindustrieller Zeit und hat damit ortsgeschichtliche Bedeutung. |
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Weitere Bilder |
Kath. Kirche St. Peter und Paul | Hauptstraße 47 (Karte) |
Einschiffiger Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss, sechseckiger Dachreiter, Eckrustizierung, Statue des hl. Petrus in der Figurennische des Giebels, im Inneren flach gedeckt, bauzeitliche Altarausstattung und Gestühl, Epitaph für Sybilla Maria Sterzenbach, 1739/40
Die in ihren Dimensionen und ihrer Gestaltung bescheidene Kirche ist beispielhaft für die Sakralbauten weniger vermögender Landgemeinden in der Barockzeit und tradiert als Saalbau mit Dreiachtelschluss einen seit der Gotik üblichen Typus. Von künstlerischer Bedeutung ist die Ausstattung mit drei marmorierten Barockaltären. Das Epitaph für die 1782 verstorbene Sybilla Maria Sterzenbach, geb. Kinbacher, Gemahlin des kurpfälzischen Försters zu Dilsberg und Wimmersbach, Johann Adam Sterzenbach, der auch das Friedhofskreuz stiftete, belegt die Bedeutung der Familie für Wimmersbach im späteren 18. Jahrhundert. Ein Forstbeamter war es auch, der 1739 den Bau der Kirche maßgeblich initiiert und mitfinanziert hatte: der kurpfälzische Forstmeister Peter Wolff. Damit erhielten die Waldwimmersbacher Katholiken erstmals wieder einen eigenen Gottesdienstraum, nachdem die ältere Pfarrkirche nach langer Simultannutzung 1705 den Reformierten überlassen worden war. Der Bau hat damit auch kirchen- und konfessionsgeschichtlichen Zeugniswert für die Gemeinde. |
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| Forsthaus | Hauptstraße 48 (Karte) |
Ab 1849 ev. Pfarrhaus, zweigeschossiges, verputztes Massivgebäude mit Halbwalmdach, Jahreszahl, rundbogiges Kellertor, im Keilstein datiert, 1769 (i); mit Pfarrgarten und Einfriedung
Der stattliche Bau zeigt eine für seine Zeit und für landesherrliche Amtsbauten charakteristische Kubatur. Er diente als Forsthaus und war u.a. Wohnsitz des Försters Sterzenbach und seiner Faru, die mit Stiftung des Friedhofskreuzes und einem Epitaph in der kath. Kirche prominent in Erscheinung getreten sind. Seit 1849 dient das Gebäude als ev. Pfarrhaus. Es hat ortsgeschichtliche Bedeutung und belegt den Typus spätbarocker Amtsgebäude in der Kurpfalz. |
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| Schulgebäude | Hauptstraße 49 (Karte) |
Zweigeschossiger traufständiger und verputzter Massivbau, Ecklisenen, im Giebel Rautenfenster, Giebelportal, um 1845
Das streng gestaltete Gebäude belegt den Schulhausbau auf dem Lande um die Mitte des 19. Jahrhunderts und ist in Verbindung mit dem Wohngebäude Nr. 53 ein selteneres Beispiel geplanter Dorfgestaltung um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Es ist mit seinen Architekturformen charakteristisch für die Phase des nachhaltig von Heinrich Hübsch geprägten romantischen Klassizismus und vertritt einen Typus öffentlicher Gebäude, wie er sich im badischen Kraichgau in bis in die 1860er-Jahre hinein mehrfach mit Schul-, Amts- und Rathäusern findet. Als Schulhaus hat das Gebäude ortsgeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Hofanlage | Hauptstraße 53 (Karte) |
Bestehend aus: Wohngebäude, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Aufschiebling, traufseitige Erschließung durch Giebelportal; Hofmauer mit Korbbogeneinfahrt; giebelständiges Altenteil, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit einhüftigem Satteldach, hofseitig weit überstehend, giebelseitiger Abschluss des Traufgesimes in ornamentaler Laubsägearbeit; Ökonomiegebäude als Verbindungsflügel zum Haupthaus, um 1845
Der spätklassizistische Wohnbau zeigt den Einfluss aktueller Stilformen auch auf die Baukunst auf dem Land. Er korrespondiert zum Schulhaus (Hauptstraße 49) und ist damit offenbar Teil einer Maßnahme zur einheitlichen Ausgestaltung des Dorfes in den 1840er-Jahren. Das Korbbogenportal hingegen könnte älter sein und noch in die Barockzeit gehören. Die Anlage veranschaulicht dabei beispielhaft ein Dreiseitgehöft, wie es für die Region charakteristisch ist und zu dem in der Regel auch ein Altenteil gehört, das gegenüber dem Wohnhaus steht. Kleine Details weisen auf einen gewissen gestalterischen Anspruch hin, der nahelegt, dass der Komplex wohlhabenderen Einwohnern gehörte. |
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| Nepomukstandbild | Hauptstraße 66 (Karte) |
Über dem Mittelpfeiler der Brücke, Sandstein, errichtet 1780/81 (i)
Das Standbild stellt den Brückenheiligen Nepomuk vor. Der Priester Nepomuk wurde im 14. Jahrhundert gefoltert und schließlich auf Befehl des böhmischen Königs von der Karlsbrücke in Prag in die Moldau gestoßen, weil er das Beichtgeheimnis nicht verraten wollte. Nach der Heiligsprechung in der Barockzeit wurde der standhafte Priester zu einem der beliebtsten gegenreformatorischen Heiligen. Seine Aufstellung auf der Lobbach-Brücke belegt die Bedeutung des Katholizismus in dem kurpfälzischen Dorf im 18. Jahrhundert. Das Standbild ist dabei wichtig für die Ikonographie und die landläufige Darstellung des hl. Nepomuk und steht beispielhaft für die Kunstfertigkeit barockzeitlicher Steinmetzen- bzw. Bildhauer in der kurpfälzischen Provinz. |
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| Brücke | Hauptstraße (Karte) |
Zweijochige Brücke über den Lobbach und den ehemaligen Mühlkanal, am Schlussstein des Bachdurchflusses Inschrift HM 1860, wohl 1780/81 erbaut
Die zweijochige Brücke über den Lobbach und den Mühlkanal wurde wohl gleichzeitig mit dem Nepomukstandbild über dem Mittelpfeiler, also 1780/81 errichtet. Der Durchfluss des ehemaligen Mühlkanals ist heute vermauert. Am Schlussstein des Bachdurchflusses findet sich die Inschrift „HM 1860“, vielleicht eine Hochwassermarke oder Hinweis auf eine Ausbesserung. Die Brücke bezeugt die Straßenbau- und Ingenieurbaukunst des späten 18. Jahrhunderts. Das Standbild ist wichtig für die Ikonographie und die landläufige Darstellung des hl. Nepomuk in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. |
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Weitere Bilder |
Ev. Kirche | Hauptstraße 73 (Karte) |
Einschiffige, verputzter Saalbau; Satteldach mit sechseckigem Dachreiter, Portal mit Zopfstilornamentik (Türflügel nach alten Plänen erneuert), Kanzelwand und Empore, 1792, Innenumgestaltung 1903
Waldwimmersbach gehörte im Mittelalter zur Pfarrei Biedersbach (s. Biddersbacher Hof). 1494 wird erstmals eine Kapelle im Ort genannt und 1514 “die capell zu Wymerspach, welche zu stet dem closter Lobenfelt”. Anstelle dieser Kapelle wurde im späten 18. Jahrhundert ein schlichter Neubau errichtet, der am Übergang vom Barock zum Frühklassizismus steht, wie das fein gearbeitete Westportal verrät. Fundament- und Mauerreste der mittelalterlichen Vorgängerkirche, die 1705 den Reformierten zur alleinigen Nutzung zugesprochen worden war, konnten 1983 beim Einbau einer Fußbodenheizung festgestellt werden. Das Innere präsentiert sich zeittypisch als schlichter, reformierter Saal mit Empore und der charakteristischen Anordnung der Kanzel an der Stirn- bzw. Chorwand und dem frei davor aufgestellten Altar. Die ev. Kirche ist damit anschauliches Zeugnis der Waldwimmersbacher Orts- und Konfessionsgeschichte. |
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| Hausportal | Hauptstraße 86 (Karte) |
Gebälk über zwei rahmenden Pilastern, 1843 (i)
Das Portal belegt den Einfluss der klassizistischen Gestaltungsprinzipien und ihrer strengen, schlichten Formen auf die Landbaukunst in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts und hat baugeschichtlichen Zeugniswert für Waldwimmersbach. |
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| Untere Mühle | Mühlweg 28/1, 28, 30 (Karte) |
Dreiteiliger Baukomplex, zweigeschossige verputzte Massivbauten mit Satteldächern, Fenster und Türen in einfachen Sandsteingewänden, 18./19. Jahrhundert; monolither Fußgängersteg
In Waldwimmersbach sind seit 1494 vier Mühlen urkundlich nachweisbar, darunter auch die Untere Mühle. Durch Übersetzung war das Müllergewerbe in Waldwimmersbach allerdings nie richtig existenzfähig. Die Mühlen sind aber als wesentlicher Bestandteil der historischen Wirtschaftsstruktur des Dorfes anzusehen. Die Gebäude der ehem. Unteren Mühle bezeugen den letzten Ausbauzustand mit Baubestand im wesentlichen aus dem 18./19. Jahrhundert. Die Hauptzufahrt erfolgte ehemals über eine Steinbogenbrücke (durch Hochwasser 1994 zerstört), auch ein monolither Fußgängersteg ist vorhanden. |
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| Steinbogenbrücke | Rathausstraße 3 (Karte) |
Urspr. 18. Jahrhundert, komplett rekonstruiert mit Verwendung der alten Steine für die Außenschale, 1980 (a) | 98392273 | ||
| Wohnhaus | Rathausstraße 3 (Karte) |
Eingeschossiger verputzter Massivbau mit Fachwerkgiebel, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Das Gebäude, durch seine Lage direkt an der Lobbachbrücke ortsbildprägend, bezeugt den Ausbau des Dorfes Waldwimmersbachs mit ortstypischen kleineren Wohngebäuden mit landwirtschaftlichem Nebenerwerb in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. |
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Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.