Oberthölau
Ortsteil von Marktredwitz
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Oberthölau ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Marktredwitz im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern).[2] Oberthölau liegt in der Gemarkung Thölau.[3] Zum Gemeindeteil zählt die Einöde Schletzenmühle.
Oberthölau Große Kreisstadt Marktredwitz | |
|---|---|
| Koordinaten: | 50° 2′ N, 12° 5′ O |
| Höhe: | 523 m ü. NHN |
| Einwohner: | 109 (25. Mai 1987)[1] |
| Postleitzahl: | 95615 |
| Vorwahl: | 09231 |
Geographie
Das Dorf, das unmittelbar von Acker- und Grünland umgeben ist, wird im Süden von der Röslau passiert; durch den Ort fließt ein namenloser linker Zufluss der Röslau. Die Bahnstrecke Weiden–Oberkotzau tangiert den Ort südwestlich, die Kreisstraße WUN 14 nordöstlich. Sie verläuft weiter nach Wunsiedel zur Staatsstraße 2177 (5,5 km westlich) bzw. zur Anschlussstelle 12 der Bundesautobahn 93 (1,5 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur WUN 14 (0,3 km östlich) bzw. die Bahnstrecke unterquerend nach Unterthölau (0,7 km südlich), ein Anliegerweg die Bahnstrecke ebenfalls unterquerend zur Hammermühle (0,4 km südwestlich).[4]
Geschichte
Oberthölau wurde im Jahre 1312 erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte schon damals zur Pfarrei Redwitz. 1322 wurde der Ort „Telein“ genannt.[5] Die Burggrafschaft Nürnberg war an den Erwerb von Ober- und Unterthölau interessiert. Jedoch verblieben die beiden Orte beim Spital der Reichsstadt Eger, lediglich das Hochgericht ließ man von der Burggrafschaft übernehmen zum besseren Schutz der Orte. In deren Rechtsnachfolge ging dieses an das brandenburg-kulmbachische Amt Arzberg über. 1499 bestand Oberthölau aus zehn Gütern. 1782 erhielt Oberthölau die Schankgerechtigkeit für Bier und Branntwein. 1787 gab es zwölf Mannschaften auf vier Ganzhöfen, zwei Dreiviertelhöfen und fünf Halbhöfen.[6]
Von 1797 bis 1810 unterstand Oberthölau dem Justiz- und Kammeramt Wunsiedel.[7] Mit dem Gemeindeedikt wurde Oberthölau dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Lorenzreuth[8] und der mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstandenen Ruralgemeinde Lorenzreuth zugewiesen. 1821 entstand die Ruralgemeinde Oberthölau, zu der Unterthölau gehörte. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Wunsiedel und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Wunsiedel. Ab 1862 wurde die Gemeinde Thölau genannt.[6] Am 1. Juli 1974 wurde Oberthölau im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Marktredwitz eingemeindet.[9]
Baudenkmäler
In Oberthölau gibt es zwei Baudenkmäler:[10]
- Haus Nr. 10: Bauernhof
- Haus Nr. 11: Wohnstallhaus
- ehemaliges Baudenkmal
- Haus Nr. 8: Sehr hübsche Haustüre mit kanneliertem Gewände, etwa um 1820. Galt in den 1950er Jahren bereits als ruiniert.[11]
Einwohnerentwicklung
Religion
Oberthölau ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Marktredwitz) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Josef (Marktredwitz) gepfarrt.[19]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Oberthälheim. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 230 (Digitalisat).
- Dietmar Herrmann, Helmut Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land. Lexikon. Ackermannverlag, Hof (Saale) 2000, ISBN 3-929364-18-2, Sp. 674.
- Georg Paul Hönn: Ober-Thälheim. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 281 (Digitalisat).
- Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel. 2. Auflage. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner GmbH, Hof (Saale) 1975, DNB 760334978, S. 208–209.
- Josef Maria Ritz, Bernhard Hermann Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. Oberfranken 1). R. Oldenbourg, München 1954, DNB 457322578, S. 223.
Weblinks
- Informationen zu den Ortsteilen > Thölau. In: marktredwitz.de. Abgerufen am 4. November 2025.
- Oberthölau in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 4. November 2025.
- Oberthölau in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 4. November 2025.
- Oberthölau im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 4. November 2025.