Timeless (Prince-Album)
posthum erschienenes Album von Prince
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Timeless (englisch für Zeitlos) ist das vierte posthum erschienene Studioalbum von Prince. Es wurde am 28. August 2026 bei NPG Records in Kooperation mit Paisley Park und Sony Music Entertainment veröffentlicht. Das Album enthält zehn Songs aus den Jahren 1977 bis 2016 und damit Aufnahmen aus allen fünf Jahrzehnten, in denen Prince musikalisch aktiv war. Alle Songs wurden von ihm arrangiert, komponiert und produziert. Nach der Veröffentlichung wurde bekannt, dass einzelne Songs nach Prince’ Tod nachträglich bearbeitet worden waren.
| Timeless | |||||||
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| Studioalbum von Prince | |||||||
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Veröffent- |
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Aufnahme |
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NPG Records / Paisley Park / Sony Music Entertainment | |||||||
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Format(e) |
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Titel (Anzahl) |
10 | ||||||
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41:49 | |||||||
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Besetzung |
s. Mitwirkende | ||||||
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Prince | |||||||
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Studio(s) |
Hollywood Sound Recorders (Hollywood) | ||||||
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Die Musik ist den Genres Contemporary R&B, Funk, Pop und Rock zuzuordnen. Die Liedtexte behandeln meist Liebe und zwischenmenschliche Beziehungen, teilweise auch sexuelle und spirituelle Themen. Als Gastmusiker wirken Clare Fischer und Susannah Melvoin mit. Musikkritiker bewerteten Timeless zurückhaltend.
Entstehung
Die Ankündigung von Timeless galt als überraschend, da The Prince Estate („Der Prince-Nachlass“) am 31. März 2026 auf Instagram mit Parade Deluxe Edition eine Neuauflage des Albums Parade zum 40. Jahrestag seiner Veröffentlichung angekündigt hatte.[1] Die geplante Veröffentlichung wurde jedoch aus unbekannten Gründen verworfen. Stattdessen kündigte The Prince Estate am 4. Juni 2026 an, Timeless am 28. August 2026 veröffentlichen zu wollen.[2]
Timeless wurde von Nachlassverwalter L. Londell McMillan zusammengestellt und enthält deswegen zehn Songs, weil Prince’ Tod zehn Jahre zurückliegt.[3] Alle zehn Songs entstanden zwischen 1977 und 2016. Das Stück How Come U Don’t Call Me Anymore? schrieb Prince zwar bereits 1982, auf Timeless ist jedoch eine Liveversion aus dem Jahr 2016 zu hören. Das Album enthält chronologisch angeordnete Songs aus allen fünf Jahrzehnten, in denen Prince musikalisch aktiv war: einen aus den 1970er Jahren, drei aus den 1980er, zwei aus den 1990er, zwei aus den 2000er und zwei aus den 2010er Jahren.
Toningenieur Chris James (* 1974) war für das Mastering zuständig. Zu Prince’ Lebzeiten arbeitete er mit ihm an den Alben Art Official Age und Plectrumelectrum (beide 2014) sowie an HITnRUN Phase Two (2015) zusammen. Nach Prince’ Tod war James an den Veröffentlichungen Welcome 2 America (2021), Prince and the Revolution: Live (2022), Diamonds and Pearls Super Deluxe Edition (2023) und Around the World in a Day Deluxe Edition (2025) beteiligt.
Aufnahmen 1970er Jahre
- I Am You
- Den Song nahm Prince im Alter von 18 Jahren im März 1977 im Tonstudio Sound 80 in Minneapolis auf, das 1969 von Herb Pilhofer gegründet worden war. Ob Prince das Stück ursprünglich für sein Debütalbum For You (April 1978) vorgesehen hatte, ist nicht bekannt. I Am You präsentierte er bei den ersten beiden Liveauftritten seiner Karriere am 5. und 6. Januar 1979 im Capri Theatre in Minneapolis. Anschließend spielte er den Song nicht mehr live.[4]
Aufnahmen 1980er Jahre

- Tick Tick Bang
- Den Stück spielte Prince im Sommer 1981 im Tonstudio Hollywood Sound Recorders in Hollywood (Kalifornien) ein, als er mit den Aufnahmen zu seinem Album Controversy (Oktober 1981) beschäftigt war.[5] Für Graffiti Bridge nahm er Tick, Tick, Bang 1989 vollständig neu auf und schrieb dafür auch einen neuen Liedtext; die neue Fassung wurde im Januar 1990 abgemischt und im August desselben Jahres auf dem Album veröffentlicht. Die auf Timeless enthaltene Version stammt dagegen aus dem Jahr 1981 und unterscheidet sich sowohl musikalisch als auch textlich deutlich von der auf Graffiti Bridge veröffentlichten Fassung.
- Heaven
- Den Track nahm Prince am 26. Mai 1985 im Tonstudio Sunset Sound in Los Angeles (Kalifornien) auf. Er war zunächst für kein Album vorgesehen, wurde jedoch später für sein geplantes Filmprojekt The Dawn (1986) in Betracht gezogen, dessen Umsetzung letztlich verworfen wurde. Susannah Melvoin fügte im November 1986 zusätzlichen Gesang für Heaven hinzu.[6]
- I Wonder
- Den Song spielte Prince am 5. August 1989 in seinem Paisley Park Studio in Chanhassen (Minnesota) ein. Es ist nicht bekannt, ob er das Stück für ein bestimmtes Projekt vorgesehen hatte. Ende 1991 oder 1992 überarbeitete er den Song und benannte ihn in
Wonder um. Der Track gehörte zu den 17 Songs, die Fans im Juni 2000 aus einer Auswahl von 22 Titeln für das geplante Album Crystal Ball Volume II – eine Zusammenstellung von Archivmaterial – auswählten. Prince veröffentlichte das Album jedoch nicht.[7]
- Den Song spielte Prince am 5. August 1989 in seinem Paisley Park Studio in Chanhassen (Minnesota) ein. Es ist nicht bekannt, ob er das Stück für ein bestimmtes Projekt vorgesehen hatte. Ende 1991 oder 1992 überarbeitete er den Song und benannte ihn in
Aufnahmen 1990er Jahre

- With This Tear
- Den Song nahm Prince am 19. November 1991 im Paisley Park Studio auf. Anfang Januar 1992 fügte Clare Fischer in den Mad Hatter Studios in Los Angeles Orchester-Overdubs hinzu. Ursprünglich war With This Tear für Jevetta Steele vorgesehen, jedoch ist nicht bekannt, ob sie eine eigene Version des Songs aufnahm. Prince bot das Stück anschließend Céline Dion an und schickte es ihrem damaligen Ehemann und Manager René Angélil mit der Notiz: „Wenn ich den Produzenten für diesen Song auswählen könnte, wäre es Walter Afanasieff.“ Dion nahm daraufhin am 16. Januar 1992 eine von Afanasieff produzierte eigene Version auf, die im März 1992 auf ihrem Album Céline Dion veröffentlicht wurde. Dions Version von With This Tear erschien zudem im November 1997 auf der CD-Single The Reason aus ihrem Album Let’s Talk About Love.[8]
- Stone
- Das Stück schrieben Sandra St. Victor (* 1963), Jules Van Veen und V. Jeffrey Smith unter dem Titel Nothing Left to Give. Ursprünglich wollte St. Victor den Song auf ihrem ersten Soloalbum Sanctuary aus dem Jahr 1993 herausbringen, das jedoch unveröffentlicht blieb. Dennoch kontaktierte Prince Sandra St. Victor wegen einer möglichen Zusammenarbeit. Im Frühjahr 1995 schickte sie ihm daraufhin Nothing Left to Give. Prince überarbeitete das Stück am 30. April 1995 im Paisley Park Studio und ergänzte es um weitere Liedtexte und Musik. Seine überarbeitete Version mit dem Titel Stone nahm er anschließend in die vorläufige Titelliste seines bis heute (2026) unveröffentlichten Albums Playtime by Versace auf. Im Frühjahr 1996 setzte er Stone zudem auf eine vorläufige Tracklist von Emancipation (November 1996), strich den Song jedoch wieder. Erst im Mai 2018 veröffentlichte Sandra St. Victor die Originalversion von Nothing Left to Give auf ihrem Album Sanctuary auf digitalen Plattformen.[9][10][11]
Aufnahmen 2000er Jahre
- Calabama
- Der Track basiert auf dem bislang unveröffentlichten Song Prince and the Band, den Prince im Mai 2002 geschrieben hatte. Calabama spielte er am 21. Januar 2003 im Paisley Park Studio ein, als er an seinem Album Musicology (März 2004) arbeitete. Die Existenz von Calabama wurde erst posthum im Juni 2024 im Rahmen der alljährlich stattfindenden Feierlichkeiten „Prince Celebration“ im Paisley Park Studio bekannt, als der Song erstmals vor V. I. P.-Ticketinhabern gespielt wurde.
- The Guilty Ones
- Den Song nahm Prince am 26. Oktober 2007 im Paisley Park Studio auf. Der Liedtext wurde bereits 2008 in seinem Buch 21 Nights abgedruckt,[12] doch erst nach Prince’ Tod im April 2016 und der Entdeckung der Aufnahme auf einem Archivband wurde bestätigt, dass es sich dabei um den Text des Songs The Guilty Ones handelte.
Aufnahmen 2010er Jahre
- Bestest Friend
- Den Track spielte Prince am 3. September 2012 im Paisley Park Studio mit dem Blechbläserquintett Hornheads ein. Öffentlich bekannt wurde er erst durch die Ankündigung des Albums Timeless durch The Prince Estate im Juni 2026. Zuvor war der Song in keiner Prince-Literatur erwähnt worden, auch online waren keine Informationen verfügbar gewesen.
- How Come U Don’t Call Me Anymore? (Live)
- Die Studioversion nahm Prince am 28. April 1982 im Sunset Sound in Los Angeles auf. Der Song erschien erstmals im September 1982 als B-Seite der Single 1999. Auf Timeless ist How Come U Don’t Call Me Anymore? in einer Liveversion enthalten, die Prince am 4. März 2016 in der Oakland Arena in Oakland (Kalifornien) während seiner letzten Tournee, Piano & A Microphone 2016, spielte. Eine weitere Studioversion erschien posthum 2019 auf 1999 Super Deluxe.
Nachbearbeitung von The Prince Estate
Seit 2022 sind Charles Spicer Jr. (* 1964) und L. Londell McMillan (* 1966) für The Prince Estate (Der Prince-Nachlass) zuständig. Mit der Veröffentlichung von Timeless am 28. August 2026 wurde durch die Liner Notes bekannt, dass im Song Calabama die beiden Blechbläser Adrian Crutchfield (* 1985) und Lynn Grissett (* 1985) mitwirken,[13] obwohl der Song bereits 2003 aufgenommen worden war und die beiden erst zwischen 2012 und 2025 mit Prince zusammenarbeiteten. Am 29. August 2026 erklärte Spicer, alle Songs stammten unmittelbar von den von Prince hinterlassenen Masterbändern und seien nicht bearbeitet, sondern lediglich neu abgemischt und remastert worden.[14] Posaunist Greg Boyer (* 1958), der ebenfalls an Calabama beteiligt ist, erklärte jedoch am 31. August 2026, die Bläserparts seien „vor ein paar Monaten in meinem Kellerstudio aufgenommen“ worden und damit erst nach Prince’ Tod entstanden.[15][16] Am 1. September 2026 korrigierte Spicer daraufhin seine ursprüngliche Aussage: „Meine Aussage war also nicht korrekt, und ich übernehme die Verantwortung dafür.“[17]
Auch Posaunist Michael B. Nelson von den Hornheads, die an Bestest Friend Bläserparts übernahmen, bestätigte am 1. September 2026, dass er „Anfang des Jahres“ von Toningenieur Chris James zu einer Bläsersession eingeladen worden sei. Da er jedoch verhindert gewesen sei, fanden keine Aufnahmen statt. Nelson bezeichnete es dennoch als „sehr merkwürdig, dass sie [The Prince Estate] zu diesem Zeitpunkt Bläser hinzufügen wollten“. Zugleich bestätigte er, dass die „Bläser auf Bestest Friend von den Hornheads stammen, aufgenommen während einer Session, als Prince noch lebte“.[18]
Nach Bekanntwerden dieser Details erklärte Mike Duquette von der Website The Second Disc, zukünftig keine Veröffentlichungen von Prince mehr besprechen zu wollen, solange The Prince Estate von L. Londell McMillan geführt werde. Als Begründung nannte Duquette, die „falsche Darstellung posthumer Overdubs“ stelle die „Glaubwürdigkeit für immer infrage“.[19]
Gestaltung des Covers

Die Designerin Tora Bliss war erstmals als Artdirectorin für die Covergestaltung eines Prince-Albums verantwortlich. The Prince Estate habe ihr vorgegeben, ein „ikonisches, sofort wiedererkennbares Bild von Prince zu schaffen, das sich nicht eindeutig einer bestimmten Ära zuordnen“ lasse. Dafür verwendete sie ein von Neil Lupin aufgenommenes Porträtfoto, das dieser am 3. Juli 2011 beim Hop Farm Festival in Paddock Wood in Kent (England) aufgenommen hatte. Lupin ist auf die Konzertfotografie spezialisiert. Da das Foto nachträglich bearbeitet wurde und nicht mehr dem Original entspricht, wird Lupin in den Liner Notes von Timeless nicht erwähnt.
Bliss verwendete das Foto als Frontcover. Es zeigt Prince mit seiner E-Gitarre „Hohner Mad Cat“ auf der Bühne, umgeben von Konzertnebel und Scheinwerferlicht. Er ist von vorne mit ausgebreiteten Armen als dunkle Silhouette zu sehen; sein Gesicht liegt vollständig im Schatten, sodass keine Gesichtszüge erkennbar sind.[20]
Der Hintergrund besteht aus dichtem Bühnennebel in Blau-, Violett- und Rosatönen. Am linken Bildrand steht „Prince“ in großen, schmalen weißen Großbuchstaben senkrecht von unten nach oben; rechts oben befindet sich der Albumtitel „Timeless“ in kleineren weißen Großbuchstaben. Unten rechts ist das unaussprechbare „Prince-Symbol“ abgebildet. Die von Bliss entworfene Schriftart ist stilistisch an Prince angelehnt, ohne unmittelbar an ein bestimmtes Album zu erinnern.[21][22] Das Booklet umfasst lediglich zwei Seiten und die Liedtexte sind nicht abgedruckt.
Musik und Liedtexte
Die Musik von Timeless gehört zu den Genres Contemporary R&B, Funk, Pop und Rock. Prince singt die Songs überwiegend melodisch. Neben seinem charakteristischen Falsett setzt er auch tiefere Stimmlagen ein. Die Liedtexte behandeln meist Liebe und zwischenmenschliche Beziehungen, teilweise auch sexuelle und spirituelle Themen.
- I Am You
- Der Opener wird von Funk- und Rockelementen dominiert und erinnert stellenweise an Why You Wanna Treat Me So Bad? (1979) aus dem Album Prince. Zudem verwendete Prince musikalische Elemente aus I Am You in dem Song I Don’t Wanna Leave You, den er unter seinem damaligen Pseudonym „Jamie Starr“ für The Time schrieb und der im August 1982 auf deren Album What Time Is It? veröffentlicht wurde.[23] Der ausschließlich von Prince im Falsett gesungene Liedtext von I Am You handelt von einem Mann, der von einer Frau verlassen wird und daran verzweifelt. „Siehst du nicht, dass ich du bin?“, fragt er sie.
- Tick Tick Bang
- Im Gegensatz zur bereits veröffentlichten Version auf Graffiti Bridge (1990) wird Tick Tick Bang auf Timeless ohne Kommata zwischen den einzelnen Wörtern geschrieben. Der aggressive Rocksong enthält Einflüsse aus dem Rock ’n’ Roll und erinnert an Sister (1980) aus dem Album Dirty Mind. Der anzügliche Liedtext handelt von sexueller Begierde; der Titel Tick Tick Bang dient dabei als Metapher für einen männlichen Orgasmus. Beschrieben wird ein lüsterner Mann, der sich zu einer Frau hingezogen fühlt, die im Lied mit einem „feuchten Traum“ verglichen und als „Sexbombe“ bezeichnet wird.
- Heaven
- Das Stück ist den Genres Pop und Rock zuzuordnen. Begleitet von einem schlichten Drumcomputer-Beat spielt Prince auf der Orgel ein „karnevalsartiges“ Thema, das sich mit einem zweiten Motiv abwechselt, das auf einem Synthesizer gespielt wird und dessen Klang stark an eine zarte Harfe erinnert. Zudem ist ein hoch klingendes Orgelregister zu hören. Der spirituelle Liedtext spiegelt Prince’ Überzeugung wider, dass der Himmel ein Ort auf Erden sein kann. Er ist davon überzeugt, dass „wir den Himmel zu gegebener Zeit finden werden“.[6]
- I Wonder
- Prince singt eine bluesbasierte Melodie und wird dabei lediglich von einem schlichten Drumcomputer-Beat und einer Basslinie unterstützt, die sich auf einzelne Töne beschränkt. Das Gesangsarrangement erinnert an das Stück Big Tall Wall, das Prince 1986 aufnahm und das erst posthum 2020 auf Sign o’ the Times Super Deluxe veröffentlicht wurde. An verschiedenen Stellen fügt er dicht geschichtete Backing Vocals ein. I Wonder handelt von einem Mann, der sich fragt, ob eine Frau „weiß, wie sehr ich sie liebe – ob sie weiß, wie sehr ich ihr Gesicht um mich herum brauche“, nachdem sie ihm durch einen „Windstoß aus dem Süden“ entrissen wurde.[7]
- With This Tear
- Im Liedtext der melodramatischen Pop-Ballade schwelgt Prince in Erinnerungen an einen verstorbenen geliebten Menschen. Er bleibt dabei jedoch vage, sodass nicht eindeutig hervorgeht, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt und in welcher Beziehung er zu der Person stand. Beispielsweise singt Prince: „Mit diesen Armen hielt ich dich. Und als du mir sagtest, dass du stirbst, da hatte ich weniger Mut, das stimmt.“[8]
- Stone
- Der Track ist ein Pop-Song im Strophe-Refrain-Bridge-Format, dessen Arrangement auf die wesentlichen Instrumente Gitarre, Bass und Drumcomputer reduziert ist. Der Liedtext thematisiert eine gescheiterte Beziehung und lässt Prince fragen: „Sollen wir getrennte Wege gehen oder es noch einmal versuchen?“ Er erkennt, dass es keine Grundlage mehr für einen Neuanfang gibt, da das „Fundament der Liebe“ erloschen ist.[9]
- Calabama
- Der Song ist aus dem Bereich Funk und der Titel „Calabama“ könnte ein von Prince geschaffenes Kofferwort aus den Namen der US-Bundesstaaten Kalifornien und Alabama sein. Der Liedtext richtet sich gegen die Musikindustrie: Prince feiert darin seinen persönlichen und beruflichen Erfolg sowie seine Unabhängigkeit von Plattenfirmen und Verträgen, kritisiert deren Geschäftsmodelle und fordert Musiker dazu auf, ihre Musik selbst zu produzieren und zu vertreiben. Dabei ist Prince im Sprechgesang zu hören. 2026 wurden dem Song posthum Blechbläser hinzugefügt.
- The Guilty Ones
- Der Song stammt aus dem Genre Bluesrock, wobei Gitarren und Schlagzeug dominieren. Im teilweise spirituell angehauchten Liedtext nimmt Prince unter anderem Bezug auf seine Konzertreihe „21 Nights in London: The Earth Tour“, die er im August und September 2007 ausschließlich in der The O2 Arena absolvierte.[12] In den Backing Vocals sind Marva King und Shelby J. (* 1972) zu hören, die beide damals Mitglieder in Prince’ Begleitband The New Power Generation waren.
- Bestest Friend
- Bei der Ballade aus dem Bereich Pop und Rock dominiert Prince’ Klavier- und Gitarrenspiel. Im Liedtext schildert Prince das Zerbrechen einer engen Freundschaft, lässt jedoch offen, auf wen oder was er sich konkret bezieht. Das Wort „Bestest“ bedeutet „das Allerbeste“ und leitet sich von „best“ ab.
- How Come U Don’t Call Me Anymore? (Live)
- Die Klavierballade basiert auf einer wiederholenden Vier-Akkord-Progression mit kurzem Refrain. Im Text schildert Prince, wie er von einer Frau verlassen wird, die er noch liebt. Dabei sieht er sich selbst nicht als schuldig und empfindet die Situation als ungerecht. Gegen Ende fleht er die Frau an, zu ihm zurückzukommen.[24][25]
Titelliste und Veröffentlichungen

| Nr. | Titel | Dauer | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | I Am You | 4:43 | |||||||
| 2 | Tick Tick Bang | 3:12 | |||||||
| 3 | Heaven | 4:29 | |||||||
| 4 | I Wonder | 4:10 | |||||||
| 5 | With This Tear | 3:52 | |||||||
| 6 | Stone a | 3:07 | |||||||
| 7 | Calabama | 3:30 | |||||||
| 8 | The Guilty Ones | 4:15 | |||||||
| 9 | Bestest Friend | 4:37 | |||||||
| 10 | How Come U Don’t Call Me Anymore? (Live) | 5:54 | |||||||
| Spieldauer: 41:49 min. | |||||||||
| Autor aller Songs ist Prince a Autoren: Prince, Sandra St. Victor, Jules Van Veen und V. Jeffrey Smith | |||||||||
Timeless wurde weltweit am 28. August 2026 veröffentlicht. Das Album erschien in vier Ausgaben: als CD, als Download, als LP auf schwarzem 140-g-Vinyl sowie als LP auf Purple-Marble-Vinyl.
Singles
Vom Album wurden 2026 zwei Download-Singles ausgekoppelt: With This Tear erschien am 20. April und Stone am 4. Juni. Zeitgleich mit Timeless wurde am 28. August 2026 The Guilty Ones als Vinyl-Single über die deutsche September-Ausgabe 2026 des Musikmagazins Rolling Stone veröffentlicht; als B-Seite diente Stone. Nach 17 Days (Piano Version) (2018), Sign o’ the Times (2020), Hot Summer (2021) und Fallinlove2nite (2026) ist The Guilty Ones die fünfte Prince-Vinyl-Single, die als Beilage des Rolling Stone erschien.
Musikvideos
The Prince Estate produzierte zu With This Tear und The Guilty Ones jeweils ein Musikvideo. With This Tear beginnt mit einem kurzen Ausschnitt aus einem Interview, das Prince im Oktober 1985 in Nizza gab. Darin ist der Satz „In Celebration of Prince Rogers Nelson“ eingeblendet. Anschließend sind Baby-, Kinder- und Jugendfotos von Prince zu sehen, gefolgt von Ausschnitten aus verschiedenen Musikvideos aus den Jahren 1979 bis 2013. Das Video endet mit dem eingeblendeten Satz „Prince Rogers Nelson (1958–2016)“. Das Musikvideo zu The Guilty Ones enthält verschiedene Live-Ausschnitte sowie Ausschnitte aus Prince-Musikvideos aus den Jahren 1979 bis 2015.
Coverversionen
Abgesehen von With This Tear, den Prince 1992 an Céline Dion weitergab, existieren von den Songs auf Timeless ausschließlich Coverversionen von How Come U Don’t Call Me Anymore?. Zu den Künstlern, die den Track neu interpretierten, gehören unter anderem Stephanie Mills (1983), Joshua Redman (1998), Bilal (2001), Alicia Keys (2002), Heather Bambrick (2003), Soulounge feat. Roger Cicero (2004), Vitamin String Quartet (2004), Danielle Nicole (2018) sowie Scary Pockets & Hunter Elizabeth feat. Joe Bonamassa.[26][27][28]
Mitwirkende
Musiker
Alle Songs wurden von Prince arrangiert, komponiert, produziert und gesungen. Er spielte zudem alle Musikinstrumente selbst; ergänzt wurde er durch folgende Musiker:[13]
- Adrian Crutchfield – Saxophon (Ergänzung 2026) in Calabama
- Clare Fischer – Orchesterbearbeitung in With This Tear
- Cora Coleman-Dunham – Schlagzeug in The Guilty Ones
- Greg Boyer – Posaune (Ergänzung 2026) in Calabama
- Hornheads – Baritonsaxophon, Posaune, Tenorsaxophon und Trompete in Bestest Friend
- John Blackwell (* 1973; † 2017) – Schlagzeug in Calabama
- Josh Dunham – E-Bass in The Guilty Ones
- Kirk Johnson – Programming und Schlagzeug in Stone, Perkussion in With This Tear
- Lynn Grissett – Trompete (Ergänzung 2026) in Calabama
- Marva King – Backing Vocals in The Guilty Ones
- Michael Bland – Schlagzeug in With This Tear
- Shelby J. – Backing Vocals in The Guilty Ones
- Sonny Thompson – E-Bass in With This Tear
- Susannah Melvoin – zusätzlicher Gesang in Heaven
Technisches Personal

- Brian Poer – Toningenieur-Assistenz in With This Tear
- Charles Spicer Jr. – A&R und Archiv-Produzent
- Chris James – Mastering und Mixing
- David Friedlander – Toningenieur-Assistenz in I Wonder
- David Z. Rivkin (* 1948; † 2026) – Toningenieur in I Am You
- Femi Jiya – Toningenieur in I Wonder
- Hans-Martin Buff – Toningenieur-Assistenz in Stone
- Ian Boxill (* 1967; † 2023) – Toningenieur in The Guilty Ones
- Joe Lepinski – Toningenieur in Calabama
- L. Londell McMillan – A&R und Archiv-Produzent
- Peggy McCreary – Toningenieurin in Heaven
- Ray Hahnfeldt – Toningenieur in Stone
- Ross Pallone – Toningenieur in Tick Tick Bang
- Shane T. Keller – Toningenieur-Assistenz in Stone
- Steve Durkee – Toningenieur in Stone
- Steve Noonan – Toningenieur in With This Tear
- Susan Rogers – Toningenieur-Assistentin in Heaven
- Tora Bliss – Artdirectorin
Rezensionen
Timeless wurde vor der Veröffentlichung weder an Musikjournalisten noch an andere Medien zur Vorabrezension verschickt. Die Musikkritiker bewerteten das Album zurückhaltend. Zwar lobten sie die stilistische Bandbreite und einzelne Songs, bemängelten jedoch teilweise die Zusammenstellung und das Albumkonzept.
Grace Dillon von der Website Still Listening gab 78 von 100 Punkten, was 3,9 von fünf Punkten entspricht. Der Opener I Am You sei ein genreübergreifender, sinnlicher Post-Disco-Soul-Pop-Song mit erotisch anzüglichen Liedtexten. Das Gitarrenspiel sei mitreißend und die Grooves funky. In Tick Tick Bang präsentiere Prince sein elektrisierendes und allzu oft unterschätztes Gitarrenspiel. Calabama besitze eine „wuchtige Basslinie“ sowie „knackige Bläser und rhythmische Gitarrenriffs“. Doch die letzten drei Albumsongs, The Guilty Ones, Bestest Friend und How Come You Don’t Call Me Anymore? (Live), seien hingegen weniger bemerkenswert als der erste Teil des Albums, meinte Dillon. Dennoch sei Timeless „ein unerwartetes Geschenk“ und „eine Hommage an Prince’ Vermächtnis und seine beeindruckende Karriere“, resümierte sie.[33]
Die Website Legends Will Never Die ist ein Musik-Blog und Review-Portal und vergab dreieinhalb von fünf Sternen. I Am You beginne mit einem gefühlvoll-funkigen Intro, Calabama sei ein Disco/Pop-Rap-Crossover und The Guilty Ones schlage eine funkige Rock-Richtung ein. Im Gesamtbild zeichne das Album Prince’ „bemerkenswerte künstlerische Entwicklung“ über vier Jahrzehnte nach. Timeless besitze dieselbe anhaltende Wirkung wie Welcome 2 America (2021) und präsentiere die „außergewöhnliche Beständigkeit, Neugier und den kreativen Ehrgeiz“, die Prince’ Werke zeitlebens prägten.[30]
Philipp Kause von laut.de vergab drei von fünf Sternen und bewertete Timeless insgesamt als solides, handwerklich überzeugendes, jedoch überwiegend unspektakuläres Album. Die Auswahl der Songs bestehe größtenteils aus Liebesliedern und biete nur wenige herausragende oder experimentelle Momente. Kause hob die Songs Bestest Friend, Calabama und die Liveversion von How Come U Don't Call Me Anymore? positiv hervor, während ihn I Am You, Stone, Tick Tick Bang und With This Tear nicht überzeugten. Insgesamt sei das Album aber unterhaltsam, bleibe jedoch hinter den Erwartungen an eine außergewöhnliche Archivveröffentlichung zurück.[29]
Michaelangelo Matos von der US-Musikzeitschrift Rolling Stone zeigte sich enttäuscht und bewertete das Album mit zweieinhalb von fünf Sternen. Timeless wirke kraftlos und lustlos und scheine „in nur 15 Minuten zusammengeschustert worden zu sein“. Das Album ergebe keinen Sinn; statt faszinierende alternative Wege aufzuzeigen und anzudeuten, was hätte sein können, sei es „nicht einmal als Sammlung von Outtakes interessant“. Als beste Stücke hob Matos die Rocknummern The Guilty Ones und Tick Tick Bang hervor. Abschließend bemerkte er, wer Timeless als Beleg dafür präsentiert bekomme, warum Prince der ultimative Popstar gewesen sei, würde „nie wieder Prince“ hören wollen.[31]
Auch Musikkritiker Stephen Thomas Erlewine von seiner Website So It Goes zeigte sich enttäuscht und gab zwei von fünf Sternen. Er bezweifelte, dass Timeless ein jüngeres Publikum ansprechen könne, weil die Song-Auswahl nicht Prince’ „glanzvolle Höhepunkte“ erreiche und eher auf „Können als auf Innovation“ setze. Vor allem kritisierte Erlewine L. Londell McMillan, der seit 2022 bei The Prince Estate verantwortlich ist. Erlewine verglich Bootleg-Aufnahmen mit den auf Timeless veröffentlichten Tracks und stellte fest, dass mehrere Titel nachträglich bearbeitet worden seien. Beispielsweise sei Tick Tick Bang mit übertriebener Verzerrung überladen, die „vom energiegeladenen Drive des Originals von 1981“ ablenke. Heaven unterscheide sich ebenfalls deutlich und enthalte nachträglich hinzugefügte Gitarrenspuren und sei zudem um drei Minuten gekürzt worden. I Wonder weise auffällige Synthesizerklänge auf, die „auf dem Bootleg nicht zu hören sind“. Zudem wirke der Funk in I Am You „für 1978 etwas zu lebhaft“, With This Tear besitze Hochglanz-Sound und der Gesang in Stone gehe im Keyboard-Sound unter. Erlewine vermutete, The Prince Estate habe versucht, „aus einem ungeschliffenen Outtake ein marktgerechtes Produkt zu machen“, und resümierte, The Prince Estate habe damit „das Unmögliche geschafft: Sie haben Prince langweilig erscheinen lassen“.[32]
Chartplatzierungen
| ChartsChartplatzierungen | Höchstplatzierung | Wochen |
|---|---|---|
| 14 (… Wo.) | … | |
| 5 (… Wo.) | … | |
| (… Wo.) | … | |
| (… Wo.) | … | |
| 62 (… Wo.) | … |
Die beiden Singles With This Tear und Stone konnten sich in den internationalen Singlecharts nicht platzieren. The Guilty Ones, das als Beilage der Rolling Stone erschien, wurde nicht in den Musikcharts geführt.
Literatur
- Per Nilsen: DanceMusicSexRomance – Prince: The First Decade. Firefly Publishing, London 1999, ISBN 0-946719-23-3.
- Randee St. Nicholas: 21 Nights. Atria Books, New York, London, Toronto, Sydney 2008, ISBN 978-1-4165-5444-8.
- Uptown: The Vault – The Definitive Guide to the Musical World of Prince. Nilsen Publishing, Linköping 2004, ISBN 91-631-5482-X.
Weblinks
- Informationen zum Album Timeless bei Princevault.com