Deutscher Reporter:innenpreis

Preis von Journalisten für Journalisten From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Deutsche Reporter:innenpreis (bis 2019 Deutscher Reporterpreis) wird vom Reporter-Forum e. V., einem Netzwerk deutscher Journalisten, für herausragende Reportagen in unterschiedlichen Medien verliehen. Sein vollständiger Titel lautet Deutscher Reporterpreis, der Preis von Journalisten für Journalisten. Er wurde erstmals im Dezember 2009 verliehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Auszeichnungen ist er nicht themengebunden, wird aber in unterschiedlichen Kategorien vergeben. Dem Vorwurf, dass die Preisträger hinter verschlossenen Türen von einer voreingenommenen Jury ausgekungelt werden, wird beim Deutschen Reporterpreis damit begegnet, dass die Sitzung der Jury stets öffentlich ist. Sowohl der Preis als auch das Reporter-Forum werden finanziell unterstützt von der Rudolf Augstein Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und der Augustinum Gruppe.

Jury

Preisträger

Deutscher Reporterpreis 2009

Deutscher Reporterpreis 2010

Deutscher Reporterpreis 2011

Deutscher Reporterpreis 2012

Deutscher Reporterpreis 2013

Deutscher Reporterpreis 2014

Deutscher Reporterpreis 2015

Der Deutsche Reporterpreis 2015 wurde am 7. Dezember 2015 im Berliner Meistersaal vergeben. Die Preisträger waren:[2]

Deutscher Reporterpreis 2016

Der Deutsche Reporterpreis 2016 wurde am 5. Dezember 2016 in elf Kategorien in Berlin vergeben. Erstmals wurden in der Kategorie Reportage zwei Preise verliehen, da sich die Jury nicht einigen konnte.[3]

Die Preisträger sind:

Deutscher Reporterpreis 2017

Der Deutsche Reporterpreis 2017 wurde am 11. Dezember 2017 in zwölf Kategorien in Berlin vergeben.[4] Moderiert wurde die Preisverleihung erstmals durch Claus Kleber. Mit 1612 Einsendungen, 112 nominierten Texten und Projekten und 95 Juroren war der Deutsche Reporterpreis 2017 nach eigenen Angaben der größte Journalistenpreis in Deutschland. Erstmals wurden in der Kategorie Hauptstadt-Preis Auszeichnungen verliehen. Außerdem gab es einen Ehrenpreis für die maltesische Journalistin und Bloggerin Daphne Caruana Galizia, die im Oktober durch ein Attentat mit einer Autobombe getötet worden war.

Die weiteren Preisträger sind:

Deutscher Reporterpreis 2018

Der Deutsche Reporterpreis 2018 wurde am 3. Dezember 2018 in Berlin in 13 Kategorien vergeben. Zusätzlich wurde der US-amerikanische Journalist Ronan Farrow für seine Recherchen im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Harvey Weinstein wegen sexueller Übergriffe mit einem Sonderpreis für Investigation ausgezeichnet.[5]

Mit dem Preis für die beste Reportage erhielt der Journalist Claas Relotius zum vierten Mal eine Auszeichnung des Deutschen Reporterpreises, laut Jury für einen Text „von beispielloser Leichtigkeit, Dichte und Relevanz, der nie offenlässt, auf welchen Quellen er basiert“.[1] Am 19. Dezember 2018 berichtete Spiegel Online, dass der Text wahrscheinlich eine Fälschung war.[6] Relotius gab seine vier Preise zurück und entschuldigte sich, einer möglichen Aberkennung zuvorkommend.[1]

Deutscher Reporterpreis 2019

Der Deutsche Reporterpreis 2019 wurde am 2. Dezember 2019 in Berlin in 11 Kategorien vergeben.[8]

Deutscher Reporter:innenpreis 2020

Der Deutsche Reporter:innenpreis 2020 wurde am 7. Dezember 2020 wegen der Corona-Pandemie bei einer digitalen Veranstaltung verliehen. Es gab Preisträger in zwölf Kategorien. Mit einem Sonderpreis wurde Dan McCrum von der englischen Zeitung Financial Times für seine Recherchen zum betrügerischen Unternehmen Wirecard ausgezeichnet.[9]:

Deutscher Reporter:innenpreis 2021

Der Deutsche Reporter:innenpreis 2021 wurde am 6. Dezember 2021 wegen der anhaltenden Corona-Pandemie bei einer digitalen Veranstaltung verliehen. Es gab Preisträger in zwölf Kategorien. Mit einem Sonderpreis wurde die belarussische Journalistin Marina Zolotova „für ihren unbeugsamen Mut und ihre Überzeugung, dass unabhängige journalistische Arbeit etwas zum Guten verändern kann“, ausgezeichnet.

Deutscher Reporter:innenpreis 2022

Der Deutsche Reporter:innenpreis 2022 wurde am 5. Dezember 2022 nach drei Jahren Corona-Pause erstmals wieder in Präsenz in Berlin verliehen. Es wurden Preise in zwölf Kategorien verliehen. Außerdem gab es einen Sonderpreis für die ukrainische Journalistin Anna Babinets „stellvertretend für all jene Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine, die alles riskieren, um die Schrecken des Krieges sichtbar zu machen“.

Deutscher Reporter:innen Preis 2024

  • in der Kategorie Beste Reportage: Frauke Hunfeld und Alexander Kauschanski – “Ein Ort, den es nicht geben dürfte”
  • in der Kategorie Bestes Interview: Lale Artun und Eva Sudholt – “Verbotene Liebe”
  • in der Kategorie Investigation: Yassin Musharbash, Amrai Coen, Miguel Helm, Luisa Hommerich, Suha Ma’ayeh, Samiha Shafy, Laila Sieber und Vanessa Vu – „Hunger“
  • in der Kategorie Datenjournalismus und Multimedia: Jan Russezki, Maren Krämer, Gina La Mela, Tom Burggraf, Patrick Hünerfeld, Katharina Forstmair, Simon Jockers, Felix Michel, David Will, Ulrich Lang, Ina Kohler, Natalie Widmann, Heiko Sonnenberg, Michael Kreil, Nico Heiliger, Johannes Schmid-Johannsen und Elisa Harlan – „Herzstillstand kann alle treffen, jede Sekunde zählt“
  • in der Kategorie Beste Lokalreportage: Anne Lena Mösken – „Ein Leben für Großschirma“
  • in der Kategorie Newcomer*: Sophie Sommer – “Ich spüre noch seine Hände auf mir”
  • in der Kategorie Beste Kulturreportage: Josef Wirnshofer – “Im Land der verbotenen Bücher”
  • in der Kategorie Bester Podcast: Daniel Drepper, Elena Kuch, Nadja Mitzkat und Sebastian Pittelkow – „Rammstein - Row Zero“
  • in der Kategorie Beste Wissenschaftsreportage: Diana Laarz – “Was heißt schon ‘normal’?”
  • in der Kategorie Beste freie Reportage: Christian Schweppe – "Wahnsinn. Eine Riesenscheiße."
  • in der Kategorie Bester Essay: Manuela Müller – „Die Hakenkreuze von nebenan“

Kritik

Vor dem Hintergrund der Relotius-Affäre beim Spiegel wurde auch die Vergabepraxis des Deutschen Reporterpreises kritisiert, zugleich aber auch die gesamte Preisverleihungskultur des Journalismus infrage gestellt.[11][12][13] Claas Relotius war 2018 zum vierten Mal mit dem Preis ausgezeichnet worden und damit der meistausgezeichnete Reporter dieses Preises.[14]

Die Jury begründete die Preisverleihung 2018 unter anderem damit, dass Relotius’ Artikel gekennzeichnet sei „von beispielloser Leichtigkeit, Dichte und Relevanz“ und „nie offenlässt, auf welchen Quellen er basiert“.[1] Wenige Woche später erklärte der damalige Arbeitgeber von Relotius (Der Spiegel) hingegen, dass vieles in dem Text „wohl erdacht, erfunden, gelogen“ war.[1]

Die Jury des Reporterpreises kündigte an, Konsequenzen aus dem Fall zu ziehen und zukünftig von den Autoren ein Making-of und Telefonnummern von wichtigen Protagonisten zu verlangen sowie alle nominierten Arbeiten stichprobenartig überprüfen zu lassen.[13]

2024 kritisierte der Jurist Felix W. Zimmermann die Preisvergabe an den Rechercheverbund NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung für den Podcast Rammstein – Row Zero. Nach gerichtlichen Verfügungen, die Rammstein-Sänger Till Lindemann zu jeder einzelnen Folge erwirkt hatte, sei die Auszeichnung eines Podcasts mit rechtswidriger Verdachtsberichterstattung fragwürdig. Journalisten ausgerechnet für ein Werk auszuzeichnen, das bei schwersten Verdächtigungen (Vergewaltigung, sexueller Übergriffe, Doping) einer gerichtlichen Überprüfung in keiner einzigen Folge standgehalten habe und dann auch noch die Rechtsstreitigkeiten als mutig hervorzuheben, schade dem Ansehen des Preises und auch des Journalismus.[15]

Einzelnachweise

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