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La Racineuse

französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire und Arrondissement Louhans From Wikipedia, the free encyclopedia

La Racineuse [laˈʁasinøːz] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’. Die Gemeinde hat 177 Einwohner (Stand 1. Januar 2023)[1], sie werden Racenousais, resp. Racenousaises[2] genannt.

Schnelle Fakten
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Geografie

Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
La Racineuse mit seinen NachbarortenDampierre-en-BresseMervansSerrigny-en-BresseSaint-Didier-en BresseSaint-Bonnet-en-Bresse
La Racineuse mit seinen Nachbarorten

Lage und Struktur

Die Gemeinde liegt im Nordwesten des Arrondissement Louhans, 9,9 Kilometer südwestlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse, 23,5 Kilometer nordnordwestlich von Louhans-Châteaurenaud und stößt im Nordwesten an das Arrondissement Chalon-sur-Saône. Im Norden liegt die Gemeinde Saint-Bonnet-en-Bresse, im Osten Dampierre-en-Bresse, im Süden liegt Mervans, im Westen Serrigny-en-Bresse und im Nordwesten die Gemeinde Saint-Didier-en-Bresse, die bereits zum Arrondissement Chalon-sur-Saône gehört. Die gemeinsame Grenze ist jedoch lediglich 310 Meter lang.

Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse bourguignonne[3].

Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «ländliche Gemeinde mit weit verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt weitgehend verstreut in den Weilern und in Einzelsiedlungen.

Die Gemeinde weist 18 Hektar bewaldete Flächen auf, was 2,5 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 12 % Laubwald und 88 % Eichen- und Buchenwald[4]. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Norden der Gemeinde, an der Grenze zu Saint-Bonnet-en-Bresse.

In der Gemeinde werden 585,7 Hektar (etwa 82,4 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wobei 14 Hektar für Bioanbau zugelassen sind. Rund 13 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 3 % wird Raps, auf 37 % wird Weichweizen und auf rund 22 % Körner- und Silomais angebaut.[5]

Gewässer

Stehende Gewässer befinden sich heute im Gemeindegebiet keine mehr. Zwar deuten die Biefs darauf hin, dass Étangs bestanden, die in neuerer Zeit aufgelassen wurden.

Bei den fließenden Gewässern ist La Guyotte[6] zu nennen. Sie fließt von Süden her, entlang der Gemeindegrenze zwischen Mervans und Dampierre-en-Bresse, beim Weiler La Motte ins Gemeindegebiet. Sie bildet praktisch die ganze Ostgrenze als natürlicher Grenzverlauf über rund 4,5 Kilometer, bis sie 560 Meter nordnordöstlich von Fley nach Osten fließt und die Gemeinde verlässt.

Von Mervans fließt La Florence[7] bei Le Champ Devant ins Gemeindegebiet. Auf ihrem Weg nimmt sie weitere Biefs auf, bis sie 360 Meter südöstlich von Fley in La Guyotte mündet.

Verkehrswege

Durch die Gemeinde verläuft die Eisenbahnstrecke zwischen Dijon und Bourg-en-Bresse. In der Gemeinde befindet sich keine Haltestelle, erst in der Nachbargemeinde Mervans. Auf der Strecke verkehren täglich je vier Züge in jeder Richtung.

Von Norden nach Süden verläuft die Départementsstraße D996[8] durch die Gemeinde, verläuft jedoch östlich am Bourg vorbei Richtung Mervans.

Beim Weiler Le Guidon zweigt die D204 nach Westen ab, verläuft durch den Bourg, anschließend südlich und verlässt die Gemeinde bei Les Cours in die Gemeinde Mervans. Die D204 kommt ursprünglich von Dampierre-en-Bresse, mündet aber etwa 600 Meter südlich von Le Guidon in die D996.

Weiler und Fluren

Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Bellecroix, Les Biefs, Bois-de-la-Valle, Bois-Guillot, Camelin, Les Chaudières, La Chaume, Le Colombier, Les Cours, Le Fley, Le Guidon, Les Guillodières, Les Haies, Le Meix, La Motte, Le Paquier, Rothey, Rue-Neuve, Vaugrenand, Le Verdelet, La Vesvre[9].

Höhenprofil

Das Profil zeigt eine Gemeinde in der Bresse-Ebene, deren Höhe zwischen 182 und 197 Metern liegt. Im Westen beginnt das Profil mit der Vertiefung des künstlich angelegten Étang Richard, der inzwischen aufgelassen wurde. Das Gelände steigt auf seine natürliche Höhe an und auf der Ebene liegt der Bourg, der von der Départementsstraße D204 durchquert wird. Etwas östlich der Mitte folgt das Tal von La Florence einem natürlichen Wasserlauf, der etwas nördlich in La Guyotte mündet. Der westliche Talhang wurde benutzt, um einerseits die Bahnstrecke und andererseits die Départementsstraße D996 entlang zu führen. Am östlichen Talhang ist die Anhöhe zu sehen, auf der seit dem 12. Jahrhundert eine kleine Festung bezeugt ist. Ganz im Osten ist das Tal von La Guyotte noch sichtbar, die hier den tiefsten Punkt und die Gemeindegrenze bildet.

Klima

Das Klima in La Racineuse ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,0 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,2 °C, der kälteste der Januar mit 3,3 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.

Schnelle Fakten Klimadiagramm ...
La Racineuse
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
98
 
6
1
 
 
83
 
8
1
 
 
80
 
12
3
 
 
90
 
16
6
 
 
93
 
20
10
 
 
77
 
24
14
 
 
72
 
26
16
 
 
73
 
26
16
 
 
87
 
22
13
 
 
104
 
17
9
 
 
117
 
11
4
 
 
107
 
7
2
_ Temperatur (°C)   _ Niederschlag (mm)
Quelle: climate-data.org Daten 1991 – 2021
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für La Racineuse
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Temperatur (°C) 3,3 3,9 7,5 11,2 15,1 19,2 21,2 20,8 17,0 12,9 7,4 4,1 ⌀ 12
Mittl. Tagesmax. (°C) 6,2 7,7 12,0 15,8 19,5 23,9 25,9 25,6 21,5 17,0 10,5 6,8 ⌀ 16,1
Mittl. Tagesmin. (°C) 0,6 0,6 3,2 6,4 10,3 14,2 16,2 15,9 12,7 9,2 4,4 1,5 ⌀ 8
Niederschlag (mm) 98 83 80 90 93 77 72 73 87 104 117 107 Σ 1081
Quelle: climate-data.org Daten 1991 – 2021

Toponymie

Der Name geht möglicherweise zurück auf die Rodungszeit (racineux = stark verwurzelt) und wird 1190 erstmals erwähnt als Terra Racinosa, 1310 als domus hospitalis de la Racenousse.

Geschichte

Der eigentliche Kern der Gemeinde, der auf eine gallorömische Besiedlung hinweist, scheint Fley gewesen zu sein, 1190 erstmals erwähnt als Terra de Flix. Der Weiler Bellecroix gehörte ursprünglich dem Templerorden, nach dessen Vernichtung folgte der Johanniterorden als Herren von la Racineuse. Seit dem 13. Jahrhundert wird La Racineuse erwähnt als Teil von Serrigny oder Mervans. 1255 bestand ein oppitaul (vermutlich eine Leprakolonie), ebenfalls erwähnt ist ein befestigtes Haus in Valgrenans (heute Vaugrenand), worauf auch der nahe gelegene Flurname Motte hinweist. Die Herrschaft Vaugrenand gehörte im 12. Jahrhundert Guy de Verdun, im 16. Jahrhundert der Familie Baillet. Weitere Herrschaftssitze scheinen sich in den Weilern Fley und les Cours befunden zu haben. Beim heutigen Friedhof befand sich ursprünglich eine Fachwerkkirche. Die heutige Kirche, die Johannes dem Täufer geweiht ist, wurde 1897 erbaut[10]. In unmittelbarer Nähe fand der größte Domestikenmarkt[11] der nördlichen Bresse, jeweils am Johannestag statt, letztmals im Jahre 1914. Die Mairie entstand gegen 1920 gegenüber der Kirche, sie wurde zum Lehrerhaus, als die neue Gemeindeverwaltung erbaut wurde. Gegen ein Drittel der Wohnhäuser sind Ferienhäuser. Die Gemeinde gehörte ursprünglich zum Kanton Mervans und wurde 1801 dem Canton de Pierre-de-Bresse zugewiesen.

Die Herren von La Racineuse

La Racineuse war ein Teil von Serrigny-en-Bresse, später von Mervans und gehörte zum Lehen der Herzöge von Burgund an die Herren Sainte-Croix-en-Bresse.

In La Racineuse befanden sich mehrere Afterlehen, die an verschiedene Vasallen vergeben waren:

  • Der Bourg an den Komtur des Spitals von Bellecroix (Siedlungsgebiet nördlich des Bourg an der Route de Saint-Bonnet). Das Spital Bellecroix war eine Einrichtung des Templerordens. Nach der Auflösung des Ordens 1307 wurde das Spital durch den Johanniterorden weitergeführt.
  • In Vaugrenand bestand eine kleine Festung, Lehensnehmer war im 12. Jahrhundert Guy de Verdun, im 16. Jahrhundert die Familie de Baillet, gefolgt von den Colmont de Vaugrenant.
  • Le Fley gehörte den Chiquet.
  • Les Cours gehörte den de Gréen de Saint-Marsault und später den de Scoraille.

1680 wurde die Grafschaft Bosjean errichtet, diese umfasste das gesamte Gemeindegebiet von La Racineuse und die erwähnten Lehen gingen in der Grafschaft auf.

Bevölkerung

Kirche Saint-Jean-Baptist von La Racineuse
Gemeindeverwaltung von La Racineuse
La Racineuse: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2022
Jahr  Einwohner
1793
  
500
1800
  
378
1806
  
334
1821
  
356
1831
  
356
1836
  
388
1841
  
432
1846
  
413
1851
  
377
1856
  
349
1861
  
342
1866
  
333
1872
  
376
1876
  
354
1881
  
349
1886
  
357
1891
  
361
1896
  
358
1901
  
372
1906
  
381
1911
  
402
1921
  
401
1926
  
354
1931
  
288
1936
  
301
1946
  
278
1954
  
262
1962
  
246
1968
  
222
1975
  
174
1982
  
147
1990
  
127
1999
  
118
2006
  
145
2011
  
161
2016
  
173
2022
  
172
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1968,[12] ab 1968 INSEE[13]
Anmerkung(en): • Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz • Das Gemeindegebiet war im Jahre 1793 noch nicht dasselbe wie in späteren Jahren, die Bevölkerungszahl ist deshalb nicht direkt vergleichbar. • Höchste Einwohnerzahl 1841 mit 432, tiefste Einwohnerzahl 1999 mit 118 (27,3 % vom Maximum)
Weitere Informationen Bevölkerungsstruktur, Anzahl Einwohner 1 ...
Bevölkerungs- und Wohnstruktur
BevölkerungsstrukturAnzahl Einwohner  1männlichweiblichdavon Ausländer  2Anteil %
172 91 81 19 11,0
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1 
Tabelle POP T3 Population par sexe et âge en 2022
2 
Jüngstes Erhebungsjahr 2020
Weitere Informationen Männer, Alterstufe ...
Alterspyramide für la Racineuse  3
Männer Alterstufe Frauen
1 
90 + älter
0 
10 
75–89
7 
22 
60–74
19 
18 
45–59
16 
13 
30–44
11 
14 
15–29
16 
14 
0–14
14 
Schließen
3 
Tabelle POP T3 Population par sexe et âge en 2022

Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen weist einen Überhang zugunsten der Männer auf, die 52,6 % der Bevölkerung ausmachen, wobei 47 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre sind. Demgegenüber sind 34 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter.

Weitere Informationen Wohnstruktur 4, Anzahl Wohneinheiten ...
Wohnstruktur  4Anzahl Wohneinheitendavon HäuserWohnungenSonstigeZu-/Abnahme seit 1999
97 94 3 +15,5 % = 13 WE
davon Hauptwohnsitz  5 82
Zweit- oder Ferienwohnsitz 9
vakant 6
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4 
Tabelle LOG T2 Types de logements 2022
5 
Tabelle LOG T1 Évolution du nombre de logements par catégorie… 2022

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen

In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche folgende Unternehmen nach Branchen:

Weitere Informationen Branche, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023)[14]
BrancheAnzahl Betriebe
Industrie und verarbeitendes Gewerbe 2
Baugewerbe 2
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie 4
Information und Kommunikation
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
Grundstücks- und Wohnungswesen
Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen
Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen
Sonstige Dienstleistungen 3
Land- und Forstwirtschaftsbetriebe[15] 4
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In der Gemeinde befinden sich eine Autogarage, ein Maler/Gipser und ein Installateur. Mit den Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner in Mervans oder in Saint-Germain-du-Bois[16].

Geschützte Produkte in der Gemeinde

Als AOC-Produkte sind in La Racineuse Volaille de Bresse[17][18][19] und Dinde de Bresse[20] zugelassen.

Bildungseinrichtungen

La Racineuse verfügt über keine eigenen schulischen Einrichtungen. Die Kinder werden in Schulen der umliegenden Gemeinden ausgebildet, vornehmlich in Mervans und Saint-Bonnet-en-Bresse.

Öffentlicher Verkehr

Es besteht keinerlei Anbindung an den Öffentlichen Verkehr in der Gemeinde.

Literatur

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, google.fr [abgerufen am 3. Februar 2026]).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Les temps anciens et le Moyen Âge. Band 1. Imprimerie Auguste Romand, Louhans (französisch, google.com [abgerufen am 3. Februar 2026]).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Les temps modernes jusqu’à 1789. Band 2. Imprimerie Auguste Romand, Louhans (französisch, google.com [abgerufen am 3. Februar 2026]).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, bnf.fr [abgerufen am 3. Februar 2026]).
Commons: La Racineuse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • La Racineuse. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 8. Februar 2026 (französisch).
  • La Racineuse. Présentation de la commune. Ministère de la Culture, 2007, abgerufen am 8. Februar 2026 (französisch).
  • La Racineuse. in der POP Plateforme ouverte du patrimoine. Ministère de la Culture, abgerufen am 8. Februar 2026 (französisch).
  • La Racineuse. in Patrimoine en Bourgogne-Franche-Comté. Direction Culture, Sport et Jeunesse, abgerufen am 8. Februar 2026 (französisch).
  • La Racineuse. die Gemeinde, Einrichtungen, Wirtschaft, Tourismus, Gastronomie, Lokales. bei Bresse Nord Intercom’, abgerufen am 26. Februar 2026 (französisch).

Siehe auch

Einzelnachweise

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