Serrigny-en-Bresse
französische Gemeinde
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Serrigny-en-Bresse [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Revermont 71. Die Gemeinde hat 182 Einwohner (Stand 1. Januar 2023)[1].
| Serrigny-en-Bresse | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Bourgogne-Franche-Comté | |
| Département (Nr.) | Saône-et-Loire (71) | |
| Arrondissement | Louhans | |
| Kanton | Pierre-de-Bresse | |
| Gemeindeverband | Bresse Revermont 71 | |
| Koordinaten | 46° 49′ N, 5° 7′ O | |
| Höhe | 182–204 m | |
| Fläche | 12,36 km² | |
| Einwohner | 182 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 15 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 71310 | |
| INSEE-Code | 71519 | |
Geografie


Lage und Struktur
Die Gemeinde liegt im nördlichen Drittel des Arrondissement Louhans an der Westgrenze und stößt mit drei Seiten an das Arrondissement Chalon-sur-Saône. Sie liegt 13,5 Kilometer südöstlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse und 22,5 Kilometer nordnordwestlich von Louhans-Châteaurenaud. Im Nordosten grenzt sie an La Racineuse, im Südosten an Mervans. Im Süden und Südwesten liegt die Gemeinde Villegaudin, im Nordwesten Saint-Martin-en-Bresse und im Norden Saint-Didier-en-Bresse, alle drei gehören zum Arrondissement Chalon-sur-Saône.
Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse[2].
Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «ländliche Gemeinde mit verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt zu etwa einem Viertel im Bourg und drei Viertel in Weilern und Einzelsiedlungen.
Die Gemeinde ist stark bewaldet, das nördliche Gemeindegebiet ist zu rund einem Drittel durch den Forêt de Truchy mit etwa 4,1 km² bedeckt. Das südliche Gemeindegebiet nimmt der Bois du Velard mit etwa 1,6 km² ein. Weitere Waldgebiete von etwa 0,25 km² liegen an der westlichen und östlichen Gemeindegrenze. Die gesamte Waldfläche von etwa 6 km² umfasst 48,5 % des Gemeindegebietes.
In der Gemeinde werden 536,8 Hektar (etwa 43,4 % des Gemeindegebiets) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wobei 2,4 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind. Rund 20 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 19 % wird Weichweizen und auf rund 27 % Körner- und Silomais angebaut.[3]
Gewässer
An Stehenden Gewässern finden sich heute im Gemeindegebiet sechs Étangs. Im Westen der Gemeinde, beim Weiler Pouilly liegt der Étang de Pouilly *, in den der Étang de Fussey * entwässert. In diesen wiederum entwässert der Étang de Velard * mit einem namenlosen Bief. Etwas nördlich, im Forêt de Truchy liegt der Étang Jugnot *, dessen Bief in den Étang de Montarlot * entwässert, um in den Étang de la Marche * zu gelangen und schließlich in den Bief de l’Étang Saint-Didier[4] zu münden.
Als einziges fließendes Gewässer wird die Gemeinde vom Bief de l'Étang Saint-Didier tangiert. Er beginnt in Villegaudin und erreicht beim Weiler Velard das Gemeindegebiet, versorgt den Étang de Pouilly und bildet über etwa 1,3 Kilometer die Gemeindegrenze. Letztlich entwässern alle Étangs der Gemeinde in den Bief de l'Étang Saint-Didier.
Étang de Fussey (52 929 m² bei 46° 49′ N, 5° 8′ O)
Étang du Velard (48 689 m² bei 46° 48′ N, 5° 8′ O)
Étang Jugnot (22 777 m² bei 46° 50′ N, 5° 7′ O)
Étang de Montarlot (98 636 m² bei 46° 50′ N, 5° 7′ O)
Étang de la Marche (52 856 m² bei 46° 50′ N, 5° 6′ O, 19 602 m² bei 46° 50′ N, 5° 6′ O und 5 389 m² bei 46° 50′ N, 5° 6′ O)
Flächenangaben: Maximalflächen aus IGN - INPE Inventaire national des plans d'eau
Verkehrswege
Als einzige Départementsstraße durchquert im Süden der Gemeinde die D970[5] das Gemeindegebiet. Von Les Quatre Routes in Villegaudin verläuft sie nach Osten nach Mervans und durchquert dabei den Weiler La Villeneuve.
Weiler und Fluren
Zum Gemeindegebiet gehören die folgenden Weiler und Fluren: Barraud, Bois-Garlot, Le Bouchat, La Coltière, La Communauté, L’Étang-Dioche, Bief de l’Étang-Saint-Didier (Gewässer), Fussey, La Grange-des-Bois, La Grange-Neuve, Les Morins, La Motte, Moulin-Moissonnier, La Pire, Pouilly, Rothey, Les Teppes-Rousset, Le Velard, La Villeneuve[6].
Klima
Das Klima in Serrigny-en-Bresse ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,0 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,1 °C, der kälteste der Januar mit 3,3 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1055 mm, dabei ist der November mit 113 mm der niederschlagsreichste, während März als trockenster Monat 73 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2700 Sonnenstunden gezählt.
| Serrigny-en-Bresse | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Serrigny-en-Bresse
Quelle: climate-data.org Daten 1991 – 2021 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Toponymie
Die erste Erwähnung des Ortes geht zurück auf 1317 als Sarrigney. Der Name des Ortes dürfte gallorömischen Ursprungs sein. Vermutlich bezeichnete er den Besitz eines Sarignius, in gallorömischer Form Sarigniacum und wurde schließlich zum heutigen Serrigny. Der Zusatz en Bresse taucht 1598 erstmals auf und ist seit 1844 fester Bestandteil des Ortsnamens.
Geschichte
Vom 14. bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts gehörte das Gemeindegebiet der Familie Fussey, anschließend ging es an Thomas de la Valette über. 1736 wurde Serrigny Bestandteil des Marquisats Marche. Die Römerstraße zwischen Seurre und Cuisery streift die Gemeinde im Osten, im Weiler Petit Velar befand sich eine Motte und 1856 bestanden noch drei Getreidemühlen, davon zwei Windmühlen. Bis 1685 gehörte der Ort zur Pfarrei Saint-Martin-en-Bresse, die Kirche ist dem Heiligen Franz von Assisi geweiht, die Apsis wurde 1867 erbaut[7]. Die 1881 erbaute Schule wurde 1971 geschlossen. Angeblich handelt es sich bei einigen Häusern auf der Westseite des Chemin de Villeneuve noch um Bauten des Typs Maison de la lune. 1851 wurde jedenfalls eines auf 50 m² Gemeindegebiet erbaut, musste jedoch auf Weisung der Gemeinde im selben Jahr noch abgerissen werden. Ein weiteres bestehe im Weiler Bouchat, sei jedoch leider stark umgebaut. Ende des 19. Jahrhunderts lebte die Bevölkerung weitgehend von der Landwirtschaft, Fischfang und vom Schnitzen von Holzschuhen. Vom Gehöft der Familie Morin besteht lediglich noch der Stall, das Wohnhaus von 33 Metern Länge wurde im Jahr 2000 am Ortseingang von Saint-Martin-en-Bresse wieder aufgebaut. Serrigny-en-Bresse hat einen großen Anteil von schweizerischen und holländischen Einwohnern. 1988 bestanden noch 12 Landwirtschaftsbetriebe.
Die Herren von Serrigny
Das Lehen war schon seit dem 14. Jahrhundert im Besitz der Fusseys. 1598 war Pierre de Fussey, der Ehegatte von Dorothée Bouton (* vor 1598, † 6. Juni 1617) Herr von Serrigny. 1680 war der Besitzer ein de Thomas de la Valette, nachdem sein Vater die Güter von den Fusseys erworben hatte. Ab 1736 gehörte Serrigny zum Marquisat de la Marche.
Bevölkerung

| Serrigny-en-Bresse: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2022 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 363 | |||
| 1800 | 397 | |||
| 1806 | 395 | |||
| 1821 | 409 | |||
| 1831 | 423 | |||
| 1836 | 392 | |||
| 1841 | 430 | |||
| 1846 | 443 | |||
| 1851 | 420 | |||
| 1856 | 415 | |||
| 1861 | 403 | |||
| 1866 | 378 | |||
| 1872 | 354 | |||
| 1876 | 349 | |||
| 1881 | 357 | |||
| 1886 | 350 | |||
| 1891 | 329 | |||
| 1896 | 331 | |||
| 1901 | 325 | |||
| 1906 | 340 | |||
| 1911 | 335 | |||
| 1921 | 245 | |||
| 1926 | 231 | |||
| 1931 | 223 | |||
| 1936 | 226 | |||
| 1946 | 212 | |||
| 1954 | 196 | |||
| 1962 | 189 | |||
| 1968 | 158 | |||
| 1975 | 136 | |||
| 1982 | 146 | |||
| 1990 | 114 | |||
| 1999 | 130 | |||
| 2006 | 156 | |||
| 2011 | 196 | |||
| 2016 | 201 | |||
| 2022 | 187 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1968,[8] ab 1968 INSEE[9] Anmerkung(en): • Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz • Höchste Einwohnerzahl 1848 mit 443, tiefste Einwohnerzahl 1990 mit 114 (25,7 % vom Maximum) | ||||
| Bevölkerungsstruktur | Anzahl Einwohner 1 | männlich | weiblich | davon Ausländer 2 | Anteil % |
|---|---|---|---|---|---|
| 187 | 92 | 95 | 13 | 7,0 |
| Männer | Alterstufe | Frauen |
|---|---|---|
0 |
1 | |
8 |
7 | |
15 |
18 | |
12 |
15 | |
26 |
22 | |
13 |
12 | |
19 |
21 |
Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen ist ausgeglichen. Dabei sind 61 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre. Die Gruppe der unter 15-Jährigen macht 21,5 % der Bevölkerung aus. Demgegenüber sind 26 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Diese Struktur dürfte auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass seit 1999 dank einer regen Bautätigkeit die Wohneinheiten um 38 % zugenommen haben. Dadurch dürfte ein Zuzug von jungen Familien mit Kindern erfolgt sein.
| Wohnstruktur 4 | Anzahl Wohneinheiten | davon Häuser | Wohnungen | Sonstige | Zu-/Abnahme seit 1999 |
|---|---|---|---|---|---|
| 91 | 87 | 3 | 1 | +37,9 % = 25 WE | |
| davon Hauptwohnsitz 5 | 73 | ||||
| Zweit- oder Ferienwohnsitz | 9 | ||||
| vakant | 9 |
Wirtschaft und Infrastruktur
Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen
In der Gemeinde gibt es nebst Kirche und Mairie (Gemeindehaus) folgende Unternehmen nach Branchen:
| Branche | Anzahl Betriebe |
|---|---|
| Industrie und verarbeitendes Gewerbe | 1 |
| Baugewerbe | |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | |
| Information und Kommunikation | 2 |
| Finanz- und Versicherungsdienstleistungen | |
| Grundstücks- und Wohnungswesen | 1 |
| Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen | 1 |
| Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen | 1 |
| Sonstige Dienstleistungen | 1 |
| Land- und Forstwirtschaftsbetriebe[11] | 4 |
In der Gemeinde befinden sich eine Immobilienagentur, ein Maler/Gipser und zwei Installateurbetriebe. Mit den Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner in Saint-Martin-en-Bresse und in Mervans[12].
Geschützte Produkte in der Gemeinde
Als AOC-Produkte sind in Serrigny-en-Bresse Volaille de Bresse[13][14][15] und Dinde de Bresse[16] zugelassen.
Bildungseinrichtungen
Serrigny-en-Bresse verfügt über keine eigenen schulischen Einrichtungen. Die Kinder werden in Schulen der umliegenden Gemeinden ausgebildet.
Öffentlicher Verkehr
In Serrigny-en-Bresse befindet sich eine Haltestelle Bifurcation RD 970 der Linie LR 715[17] (lignes régulières) der Linie Saint-Germain-du-Bois ↔ Chalon-sur-Saône.
Während der Schulzeiten verkehren die Busse zwei- bis dreimal täglich, während der Ferienzeiten teilweise auf Verlangen, an Sonn- und allgemeinen Feiertagen ist der Verkehr eingestellt.
Literatur
- Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, google.fr [abgerufen am 3. Februar 2026]).
- Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Les temps anciens et le Moyen Âge. Band 1. Imprimerie Auguste Romand, Louhans (französisch, google.com [abgerufen am 3. Februar 2026]).
- Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Les temps modernes jusqu’à 1789. Band 2. Imprimerie Auguste Romand, Louhans (französisch, google.com [abgerufen am 3. Februar 2026]).
- Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, bnf.fr [abgerufen am 3. Februar 2026]).
Weblinks
- Serrigny-en-Bresse. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 17. Februar 2026 (französisch).
- Serrigny-en-Bressey. Présentation de la commune. Ministère de la Culture, 2008, abgerufen am 17. Februar 2026 (französisch).
- Serrigny-en-Bresse. in der POP Plateforme ouverte du patrimoine. Ministère de la Culture, abgerufen am 17. Februar 2026 (französisch).
- Serrigny-en-Bresse. in Patrimoine en Bourgogne-Franche-Comté. Direction Culture, Sport et Jeunesse, abgerufen am 17. Februar 2026 (französisch).
- Webpräsenz der Gemeinde. Serrigny-en-Bresse. Mairie de Serrigny-en-Bresse, abgerufen am 17. Februar 2026 (französisch).
Siehe auch
- Geschichte der Bresse
- Römerstraßen in der Bresse
- Bresse, Geografie, Geomorphologie, Wirtschaft
- Bresse bourguignonne, Beschreibung der Bresse als Naturlandschaft
