Saint-Martin-du-Mont (Saône-et-Loire)

Gemeinde im Département Saône-et-Loire, Frankreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Saint-Martin-du-Mont [ˈsɛ̃maʁtɛ̃dyˌmɔ̃ː]  ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Louhans und zum Gemeindeverband Bresse Louhannaise Intercom’. Die Gemeinde hat 174 Einwohner (Stand 1. Januar 2023)[1].

Schnelle Fakten
Saint-Martin-du-Mont
Saint-Martin-du-Mont (Frankreich)
Saint-Martin-du-Mont (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département (Nr.) Saône-et-Loire (71)
Arrondissement Louhans
Kanton Louhans
Gemeindeverband Bresse Louhannaise Intercom’
Koordinaten 46° 37′ N,  18′ O
Höhe 181–204 m
Fläche 5,26 km²
Einwohner 174 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 33 Einw./km²
Postleitzahl 71580
INSEE-Code
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Geografie

Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Saint-Martin-du-Mont mit seinen NachbarortenRatteSagyBruaillesLouhans
Saint-Martin-du-Mont mit seinen Nachbarorten

Saint-Martin-du-Mont liegt in der Landschaft Bresse, 5,5 Kilometer ostsüdöstlich von Louhans an der Departementsstraße D21 von Louhans nach Flacey-en-Bresse. Die nördliche Gemeindegrenze bildet der Ruisseau de Blaine[2], der hier noch Blanette genannt wird und der Ruisseau de l’Étang du Villard[3]. Im Südwesten bildet die Vallière[4] die Grenze zum Nachbarort Bruailles. Die Gemeinde weist nur im Westen und Osten größere bewaldete Flächen auf.

Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: la Baraque, la Blaine, Bois-Jannin, le Carruge-Garnier, les Chambards, Champ-Diot, la Charrière, les Courbes, les Culets, le Curtil, la Montagne, Moulin-des-Chalires, les Poiriers, les Prosts, le Ronceau, Saint-Martin, les Sapins, la Tournelle.[5]

Klima

Das Klima in Saint-Martin-du-Mont ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,9 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,0 °C, der kälteste der Januar mit 3,3 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1042 mm, dabei ist der November mit 119 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 62 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2725 Sonnenstunden gezählt.

Schnelle Fakten Klimadiagramm ...
Saint-Martin-du-Mont
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
101
 
6
1
 
 
85
 
8
1
 
 
80
 
12
3
 
 
88
 
16
6
 
 
85
 
19
10
 
 
68
 
24
14
 
 
62
 
26
16
 
 
65
 
25
16
 
 
82
 
21
13
 
 
99
 
17
9
 
 
119
 
11
4
 
 
108
 
7
2
_ Temperatur (°C)   _ Niederschlag (mm)
Quelle: climate-data.org Daten 1991 – 2021
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Saint-Martin-du-Mont
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Temperatur (°C) 3,3 3,8 7,5 11,1 14,9 19,0 21,0 20,6 16,9 12,9 7,4 4,1 11,9
Mittl. Tagesmax. (°C) 6,2 7,6 11,8 15,6 19,2 23,7 25,7 25,3 21,3 16,9 10,5 6,9 15,9
Mittl. Tagesmin. (°C) 0,7 0,6 3,2 6,3 10,2 14,1 16,1 15,8 12,6 9,2 4,4 1,5 7,9
Niederschlag (mm) 101 85 80 88 85 68 62 65 82 99 119 108 Σ 1042
Quelle: climate-data.org Daten 1991 – 2021

Toponymie

Der Ort taucht erstmals 930 auf als In pago Scodingensi… foresta de Montis, damit wird also ein Bergwald erwähnt. Die Kirche war dem Heiligen Martin geweiht, wodurch sich der Name der heutigen Gemeinde bildete. Vermutlich war der heutige Weiler Tournelle eher bedeutender, er war jedenfalls ein eigenes Lehen, es bestand ein Schloss und eine Familie nannte sich nach diesem Ort.

Als Folge der Revolution und der damit verbundenen Säkularisierung wurden Ortsnamen, die sich auf Heilige bezogen, im Allgemeinen umbenannt. So trug auch Saint-Martin-du-Mont während einiger Zeit den Namen Montagne-de-Mont[6].

Geschichte

Es ist anzunehmen, dass das Gebiet durch Mönche besiedelt war und dass die Sankt-Vinzenz-Kirche in Mâcon hier Ländereien besaß. 930 wird in deren Kartularien Foresta de Montis (Wald von Mont) erwähnt, 1218 der Mont de Saint Martin.

1289 kam es zum Gebietsabtausch zwischen Herzog Robert II. und Amé (Amadeus) V., Graf von Savoyen. Dadurch gehörte die Kastellanei von Sagy mit den zugehörigen Orten endgültig zum Herzogtum Burgund.

Nach dem Gebietsabtausch im Jahr 1289 wurden die Burgunderherzöge zusehends überheblich. Sie ließen die Mönche plagen und quälen, beraubten sie und zerstörten ihre Gebäude. Die Benediktiner klagten beim Parlement de Paris und machten einen Schaden von über 25.000 Livres geltend. Herzog Hugues V. lehnte aber die Zuständigkeit des Gerichtes ab, das 1308 den Herzog zu Schadensersatz verpflichtete. Die Mönche vermochten sich allerdings nicht gegen die Macht der Herzöge durchzusetzen.

Die Herzöge von Burgund ließen die Kastellanei von Sagy weiter bestehen, sie umfasste insbesondere das Gemeindegebiet von Saint-Martin-du-Mont. Die Herren waren die Kastellane und erst spät begannen sich Einzellehen herauszubilden.

Die Kirche von Saint-Martin-du-Mont wurde 1659 wieder aufgebaut, musste also schon früher bestanden haben. Sie ist dem Heiligen Martin geweiht.

Die Herren von Saint-Martin-du-Mont

Ein Lehen in Saint-Martin-du-Mont war La Tournelle (700 Meter nördlich des Bourg von Saint-Martin) nach der sich eine Familie benannte. Guillaume de la Tournelle war 1220 Maréchal de France und im 14. Jahrhundert war ein Guillaume de la Tournelle Kastellan in Sainte-Croix. Das Lehen gehörte um 1540 den de Moisy, später dem Jean de la Borderye, 1576 dem Theode Bouton. Sein Sohn Salomon vererbte es an Jean-Baptiste, der mit 21 Jahren starb. Es war schließlich seine Schwester, Marie Bouton, die la Tournelle bekam und 1643 in die Ehe mit Joseph-Guillaume de Rovorée, Herr von Attignat brachte. Er war auch Herr von Châteaurenaud.

Gegen 1700 kaufte Antoine Mailly den ganzen Besitz der d’Attignats. Er war Präsident am Cour des Comptes in Dole. Durch das Edikt von 1696 wurde er durch seine Funktion adlig. Von den Eltern erbte 1714 Joseph Michel François Gabriel Raphaël Xavier de Mailly (* 31. März 1721, † 15. August 1747), Präsident am Cour des Comptes.

Antoine de Mailly

Er starb mit 26 Jahren und hinterließ als Erben Antoine Anne Alexandre Marie Gabriel Joseph François de Mailly (* 25. November 1742, † 12. Juni 1819). Er war – nebst vielen anderen Ämtern – Deputierter an den Generalständen von 1789 und Deputierter von Saône-et-Loire. Zu seinen Gunsten wurde die Herrschaft Châteaurenaud durch Lettre patente vom Juli 1752 mit allen zugehörigen Lehen zum Marquisat erhoben.

Mit der Französischen Revolution 1789 wurden die Vorrechte des Adels abgeschafft, sie behielten lediglich noch ihre Titel.

Heraldik

Die Gemeinde verwendet ein modernes Wappen,[7] geschaffen von Jean-Françcois Binon,[8] das die Besonderheiten der Gemeinde hervorheben soll: Auf Blau zwei silberne gewellte Schrägbalken, im geteilten Schildhaupt links auf Blau ein silberner steigender Hermelinlöwe, rechts ein rotes Feld mit einem goldenen Pferdekopf.

Die silbernen gewellten Schrägbalken im Schild dürften darauf hinweisen, dass im Gemeindegebiet auf 505 Meter Höhe die Ougne entspringt. Der Hermelinlöwe bezieht sich auf die Gegend, in der der Ort liegt, nämlich die Bresse, deren inoffizielles regionales Wappen der steigende Hermelinlöwe auf Blau ist[9]. Der Pferdekopf dürfte darauf hinweisen, dass Pferdezucht und -haltung wichtige Erwerbszweige in der Gemeinde sind.

Bevölkerung

Kirche Saint Martin in Saint-Martin-du-Mont
Saint-Martin-du-Mont: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2022
Jahr  Einwohner
1793
 
214
1800
 
206
1806
 
260
1821
 
264
1831
 
304
1836
 
266
1841
 
258
1846
 
239
1851
 
240
1856
 
248
1861
 
240
1866
 
231
1872
 
247
1876
 
266
1881
 
242
1886
 
241
1891
 
235
1896
 
211
1901
 
238
1906
 
213
1911
 
212
1921
 
199
1926
 
205
1931
 
195
1936
 
190
1946
 
166
1954
 
166
1962
 
179
1968
 
167
1975
 
137
1982
 
167
1990
 
155
1999
 
146
2006
 
163
2011
 
224
2016
 
206
2022
 
175
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1968,[10] ab 1968 INSEE[11]
Anmerkung(en): • Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz • Höchste Einwohnerzahl 1831 mit 304, tiefste Einwohnerzahl 1975 mit 137 (45,1 % vom Maximum)
Weitere Informationen Bevölkerungsstruktur, Anzahl Einwohner 1 ...
Bevölkerungs- und Wohnstruktur
BevölkerungsstrukturAnzahl Einwohner  1männlichweiblichdavon Ausländer  2Anteil %
175 94 81 2 1,1
Schließen
1 
Tabelle POP T3 Population par sexe et âge en 2022
2 
Jüngstes Erhebungsjahr 2020
Weitere Informationen Männer, Alterstufe ...
Alterspyramide für Saint-Martin-du-Mont  3
Männer Alterstufe Frauen
0 
90 + älter
0 
6 
75–89
11 
20 
60–74
19 
21 
45–59
18 
15 
30–44
13 
14 
15–29
9 
18 
0–14
12 
Schließen
3 
Tabelle POP T3 Population par sexe et âge en 2022

Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen weist einen Überhang zugunsten der Männer auf, diese machen 53,7 % der Bevölkerung aus. Dabei sind 46 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre. Die Gruppe der unter 15-Jährigen macht 17,1 % der Bevölkerung aus. Demgegenüber sind 32 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Diese Struktur dürfte auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass seit 1999 dank einer regen Bautätigkeit die Wohneinheiten um 45 % zugenommen haben. Dadurch dürfte ein verstärkter Zuzug von jungen Familien mit Kindern erfolgt sein.

Weitere Informationen Wohnstruktur 4, Anzahl Wohneinheiten ...
Wohnstruktur  4Anzahl Wohneinheitendavon HäuserWohnungenSonstigeZu-/Abnahme seit 1999
100 96 4 +44,9 % = 31 WE
davon Hauptwohnsitz  5 77
Zweit- oder Ferienwohnsitz 13
vakant 10
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4 
Tabelle LOG T2 Types de logements 2022
5 
Tabelle LOG T1 Évolution du nombre de logements par catégorie… 2022

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen

In der Gemeinde gibt es nebst Kirche und Mairie (Gemeindehaus) folgende Unternehmen nach Branchen:

Weitere Informationen Branche, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023)[12]
BrancheAnzahl Betriebe
Industrie und verarbeitendes Gewerbe
Baugewerbe 1
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie 3
Information und Kommunikation 1
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
Grundstücks- und Wohnungswesen
Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen 1
Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen 2
Sonstige Dienstleistungen 1
Land- und Forstwirtschaftsbetriebe[13] 3
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In der Gemeinde befinden sich ein Schönheitssalon und ein Maler/Gipser, ferner eine Turn- und Sporthalle, ein Mehrzwecksaal und ein Restaurant. Mit den Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner weitgehend in Louhans[14].

Geschützte Produkte in der Gemeinde

Als AOC-Produkte sind in Saint-Martin-du-Mont Volaille de Bresse[15][16][17] und Dinde de Bresse[18], ferner Crème et beurre de Bresse[19][20] zugelassen.

Bildungseinrichtungen

In der Gemeinde bestehen keine schulischen Einrichtungen mehr, die Kinder werden in den Schulen von Sagy ausgebildet.

Öffentlicher Verkehr

Es besteht keinerlei Anbindung an den Öffentlichen Verkehr in der Gemeinde.

Literatur

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, google.fr [abgerufen am 3. Februar 2026]).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Les temps anciens et le Moyen Âge. Band 1. Imprimerie Auguste Romand, Louhans (französisch, google.com [abgerufen am 3. Februar 2026]).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Les temps modernes jusqu’à 1789. Band 2. Imprimerie Auguste Romand, Louhans (französisch, google.com [abgerufen am 3. Februar 2026]).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, bnf.fr [abgerufen am 3. Februar 2026]).
Commons: Saint-Martin-du-Mont – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Saint-Martin-du-Mont. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 17. Februar 2026 (französisch).
  • Saint-Martin-du-Mont. in der POP Plateforme ouverte du patrimoine. Ministère de la Culture keine Daten bei Abruf, abgerufen am 17. Februar 2026 (französisch).
  • Saint-Martin-du-Mont. in Patrimoine en Bourgogne-Franche-Comté. Direction Culture, Sport et Jeunesse keine Daten bei Abruf, abgerufen am 17. Februar 2026 (französisch).
  • Webpräsenz der Gemeinde. Saint-Martin-du-Mont. Mairie de Saint-Martin-du-Mont, abgerufen am 17. Februar 2026 (französisch).

Siehe auch

Einzelnachweise

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