Niederroßbach

Gemeinde in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Niederroßbach ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rennerod an.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Niederroßbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Niederroßbach hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 39′ N,  2′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Rennerod
Höhe: 495 m ü. NHN
Fläche: 4,39 km²
Einwohner: 731 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 167 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56479
Vorwahl: 02664
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 274
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 55
56477 Rennerod
Website: www.rennerod.de
Ortsbürgermeister: Gerhold Haas
Lage der Ortsgemeinde Niederroßbach im Westerwaldkreis
Karte
Schließen
Ansicht von Niederroßbach

Geographie

Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Siegen und Limburg an der Lahn. Zu Niederroßbach gehören die Wohnplätze „Bahnhof Niederroßbach“, Dammühle und Berghof.[2]

Durch den Ort fließen der Ortsbach und der Roßbach.

Nachbargemeinden sind Oberroßbach, Fehl-Ritzhausen, Neustadt/Westerwald und Zehnhausen.

Geschichte

Der Ort wurde 1422 erstmals urkundlich erwähnt. 1570 wird erstmals eine Kapelle im Ort genannt. 1773 erwarb die Gemeinde ein Haus und richtete dort eine Schule ein. 1566 ließ Nassau-Dillenburg nahe dem Ort durch Aufstauung der Nister einen Weiher anlegen. Um 1740 herum entstand an dem inzwischen baufälligen Damm eine Mühle, die spätestens 1782 um eine Schneidmühle, also ein Sägewerk, ergänzt war.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Niederroßbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3]

JahrEinwohner
15345 Vogt- und 16 Eigenleute (Nassau-Beilstein)
157713 dienstpflichtige Häuser
160711 Mann
166054
171117 Familien
1782263
1815367
1835367
JahrEinwohner
1871315
1905391
1939545
1950560
1961597
1970636
1987628
2005834

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Niederroßbach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[4]

Bürgermeister

Gerhold Haas wurde am 10. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Niederroßbach.[5] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 92,0 % für fünf Jahre gewählt worden.[6]

Sein Vorgänger Bernd Schäfer wurde zuletzt bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 mit 80,29 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[7] Bei der Wahl 2024 kandidierte der langjährige Ortsbürgermeister nicht erneut.

Wappen

Wappen von Niederroßbach
Wappen von Niederroßbach
Blasonierung: „In Blau ein schräglinker silberner Wellenbalken belegt mit einem springenden ledigen goldenen Ross.“

Wahlen

Bei allen Wahlen zwischen 1964 und 2006 setzte sich die SPD als stärkste Kraft durch, teilweise mit mehr als 60 Prozent. Seit den 2000er Jahren übernahm die CDU zunehmend diese Position. Bei der Bundestagswahl 2025 gelang dies erstmals der AfD. Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und die Partei Freie Wähler schneiden im Dorf im Vergleich mit Landes- und Bundesergebnissen unterdurchschnittlich ab. In den 2010er Jahren konnten die Piratenpartei und die evangelikale Partei Bibeltreuer Christen vereinzelt Achtungserfolge von über fünf Prozent im Ort erzielen. Die FWG Westerwald e.V. tritt nur bei Kommunalwahlen an.

Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse vergangener Wahlen.

Weitere Informationen Ergebnisse im Detail (seit 1990), Wahl ...
Ergebnisse im Detail (seit 1990)
Wahl SPD CDU Grüne FDP AfD Linke FW Sonst.
Landtagswahl 2026[8] 22,9 % 26,6 % 5,9 % 2,0 % 28,2 % 5,1 % 4,2 % 5,1 %
Bundestagswahl 2025[9] 16,3 % 28,3 % 4,2 % 5,3 % 36,0 % 4,6 % 1,4 % 3,9 %
Europawahl 2024[10] 8,0 % 32,6 % 5,4 % 3,1 % 25,4 % 3,1 % 4,9 % 17,5 %
Kreistagswahl 2024[11] 19,0 % 41,4 % 3,5 % 2,6 % 21,0 % 3,2 % 2,9 % 6,4 % (FWG WW: 6,4 %)
Bundestagswahl 2021[12] 28,4 % 28,8 % 4,8 % 8,7 % 16,3 % 3,8 % 3,8 % 5,4 %
Landtagswahl 2021[13] 36,1 % 30,9 % 4,9 % 5,3 % 9,1 % 3,5 % 4,6 % 5,6 %
Kreistagswahl 2019[14] 24,4 % 40,2 % 10,5 % 3,8 % 5,3 % 5,3 % 10,5 %
Europawahl 2019[15] 22,3 % 34,2 % 12,4 % 3,5 % 10,9 % 4,5 % 3,0 % 9,2 %
Bundestagswahl 2017[16] 27,2 % 35,1 % 5,4 % 8,0 % 14,7 % 5,4 % 1,3 % 2,9 %
Landtagswahl 2016[17] 36,2 % 27,9 % 5,0 % 2,8 % 19,2 % 1,9 % 4,5 % 2,5 %
Europawahl 2014[18] 33,2 % 44,4 % 4,7 % 1,4 % 5,1 % 2,8 % 1,4 % 7,0 %
Kreistagswahl 2014[19] 36,2 % 47,6 % 5,9 % 1,8 % 2,6 % 5,9 %
Bundestagswahl 2013[20] 36,0 % 37,8 % 4,5 % 3,9 % 3,3 % 4,5 % 0,9 % 9,1 % (PIRATEN: 6,0 %)
Landtagswahl 2011[21] 43,0 % 31,2 % 14,3 % 2,5 % 3,6 % 1,1 % 4,3 %
Bundestagswahl 2009[22] 26,5 % 35,9 % 6,5 % 16,0 % 8,2 % 6,9 %
Europawahl 2009[23][24] 36,0 % 36,0 % 5,3 % 9,6 % 3,1 % 10,1 % (PBC: 5,3 %)
Kreistagswahl 2009[25] 37,5 % 39,1 % 4,7 % 8,2 % 3,1 % 7,5 %
Landtagswahl 2006[26] 49,4 % 29,4 % 2,9 % 5,7 % 12,6 % (PBC: 5,3 %)
Bundestagswahl 2005[27] 39,7 % 31,4 % 4,5 % 8,2 % 6,8 % 9,4 % (PBC: 5,7 %)
Europawahl 2004[28][29] 44,3 % 32,8 % 5,1 % 4,7 % 1,2 % 11,9 %
Kreistagswahl 2004[30] 43,7 % 38,3 % 5,4 % 4,7 % 7,9 %
Bundestagswahl 2002[31] 46,4 % 35,1 % 4,1 % 8,0 % 0,8 % 5,6 %
Landtagswahl 2001[32] 55,0 % 29,0 % 3,7 % 7,3 % 5,0 %
Europawahl 1999[33][34] 53,9 % 33,6 % 3,6 % 2,5 % 1,1 % 5,4 %
Kreistagswahl 1999[35] 53,4 % 35,6 % 3,1 % 3,1 % 4,8 %
Bundestagswahl 1998[36] 51,3 % 30,2 % 5,3 % 4,5 % 0,5 % 8,2 %
Landtagswahl 1996[37] 50,8 % 31,0 % 4,0 % 7,9 % 6,4 %
Bundestagswahl 1994[38] 52,6 % 34,1 % 3,3 % 6,4 % 1,7 % 1,9 %
Europawahl 1994[39] 51,9 % 27,8 % 7,5 % 2,2 % 0,0 % 10,6 % (REP: 8,4 %)
Kreistagswahl 1994 51,6 % 31,9 % 8,8 % 2,5 % 5,3 %
Landtagswahl 1991[40] 63,8 % 23,2 % 3,8 % 6,7 % 3,2 %
Bundestagswahl 1990[41] 52,5 % 31,6 % 3,2 % 8,7 % 0,0 % 4,0 %

Die Tabelle zeigt Parteien, die bei Bundestagswahlen oder Landtagswahlen seit 1990 Sitze errungen haben. Andere Parteien werden unter Sonstige benannt, wenn sie bei der jeweiligen Wahl mindestens fünf Prozent der Stimmen errangen. Die Bundes- und Landtagswahlergebnisse zeigen die Zweitstimmen.

Schließen
Weitere Informationen Ergebnisse im Detail (1945–1989), Wahl ...
Ergebnisse im Detail (1945–1989)
Wahl SPD CDU FDP Grüne NPD KPD DP GVP GB/BHE Sonst.
Europawahl 1989[42] 59,0 % 25,3 % 4,0 % 5,6 % 6,2 %
Kreistagswahl 1989[43] 61,0 % 22,2 % 3,9 % 5,6 % 7,3 %
Bundestagswahl 1987[44] 54,7 % 28,8 % 7,5 % 8,1 % 0,3 % 0,6 %
Landtagswahl 1987[45] 63,1 % 25,2 % 5,8 % 3,1 % 0,3 % 2,5 %
Europawahl 1984[46] 59,9 % 26,4 % 7,1 % 4,7 % 0,6 % 1,2 %
Kreistagswahl 1984[47] 65,8 % 26,1 % 4,5 % 3,6 %
Bundestagswahl 1983[48] 54,2 % 35,9 % 4,8 % 4,8 % 0,3 % 0,0 %
Landtagswahl 1983[49] 55,8 % 34,0 % 4,4 % 5,7 % 0,0 %
Bundestagswahl 1980[50] 57,8 % 26,6 % 14,2 % 1,1 % 0,0 % 0,3 %
Europawahl 1979[51] 59,2 % 30,5 % 8,0 % 1,0 % 1,3 %
Kreistagswahl 1979[52] 60,1 % 28,9 % 8,5 %
Landtagswahl 1979[53] 60,8 % 28,1 % 9,0 % 0,3 % 1,8 %
Bundestagswahl 1976[54] 61,0 % 27,6 % 11,1 % 0,0 % 0,3 %
Landtagswahl 1975[55] 57,4 % 29,4 % 12,3 % 0,3 % 0,9 %
Kreistagswahl 1974[56] 56,9 % 30,9 % 12,2 %
Bundestagswahl 1972[57] 69,2 % 19,0 % 11,5 % 0,3 % 0,0 %
Landtagswahl 1971[58] 63,3 % 22,4 % 7,5 % 4,3 % 2,5 %
Bundestagswahl 1969[59] 58,6 % 25,4 % 9,4 % 6,2 % 0,3 %
Kreistagswahl 1969[60] 61,4 % 23,6 % 15,0 %
Landtagswahl 1967[61] 58,6 % 19,1 % 13,9 % 7,2 % 1,2 %
Bundestagswahl 1965[62] 58,8 % 25,4 % 12,9 % 2,6 % 0,4 %
Kreistagswahl 1964[63] 68,1 % 14,1 % 17,9 %
Bundestagswahl 1961[64] 55,5 % 19,3 % 20,0 % 5,2 %
Bundestagswahl 1957[65] 59,9 % 21,8 % 13,9 % 2,0 % 1,7 % 0,7 %
Bundestagswahl 1953[66] 57,8 % 16,7 % 17,4 % 1,1 % 1,1 % 3,7 % 1,9 % 0,4 %
Bundestagswahl 1949[67] 25,0 % 57,4 % 13,1 % 4,5 %
Laut Angaben des Landeswahlleiters Rheinland-Pfalz liegen Wahlergebnisse im hauseigenen Archiv erst ab Mitte der 1960er-Jahre vor.

Die Tabelle zeigt Parteien, die bei Bundestagswahlen oder Landtagswahlen zwischen 1945 und 1989 Sitze errungen haben und in der Gemeinde Stimmen gewonnen haben. Andere Parteien werden unter Sonstige benannt, wenn sie bei der jeweiligen Wahl mindestens fünf Prozent der Stimmen errangen. Bei Wahlen mit Erst- und Zweitstimmen sind jeweils die Zweitstimmen vermerkt.

Schließen

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Literatur

  • Hellmuth Gensicke: Kirchspiel und Gericht Emmerichenhain. In: Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung (Hrsg.): Nassauische Annalen. Band 101. Verlag des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, Wiesbaden 1990, S. 231–254.
Commons: Niederroßbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI