Verlauf des Irankrieges im April 2026
Entwicklung des militärischen Konflikts im Zeitverlauf
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Der Verlauf des Irankrieges im April 2026 gibt die Ereignisse des Irankriegs 2026 im April 2026 chronologisch wieder. Aus technischen Gründen findet sich der weitere Verlauf in den nachfolgenden, der vorherige in den vorhergehenden Monatsartikeln.

1. April 2026
Die iranische Armee meldete die Durchführung der inzwischen 89. Angriffswelle ihrer Vergeltungsoperation, wobei Militäreinrichtungen und Truppenansammlungen Israels in Eilat, Tel Aviv und Bnei Berak sowie der USA in Bahrain, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Visier genommen worden seien. Zu den angegriffenen Zielen gehörten nach Armeeangaben US-amerikanische Flugzeuge auf dem Flughafen Ben Gurion und der Al Udeid Air Base sowie Frühwarnradarsysteme und Anlagen zur elektronischen Kriegsführung. Bei den Angriffen seien neben rund 300 Raketen und Marschflugkörpern auch Langstreckendrohnen vom Typ Arasch-2 eingesetzt worden.[1][2] Die Revolutionsgarde teilte mit, mehrere Wellen von Angriffsdrohnen auf die US-Flugzeugträgergruppe Abraham Lincoln im nördlichen Indischen Ozean abgefeuert zu haben, wobei sich die Gruppe basierend auf Satellitenbildern und Dokumentationen von ihrer vorherigen Position tiefer ins Meer zurückgezogen habe. Weiterhin sei die Straße von Hormus weiterhin vollständig unter Kontrolle der IRGC-Seestreitkräfte.[3]
US-amerikanisch-israelische Luftangriffe wurden unter anderem in Beirut[4] und Teheran durchgeführt.[5][6]
Israels Armee bestätigte erneute Raketenangriffe aus Iran, dem Jemen und von der Hisbollah im Libanon[7][8][9], wobei Einschläge in bewohnten Gebieten mit mehreren Verletzten in Rosch haAjin, Petach Tikwa[10], Kirjat Schmona[11] und Bnei Berak verzeichnet wurden.[12]
Jordanien[13], die Vereinigten Arabischen Emirate[14], Saudi-Arabien, Katar, Bahrain und Kuwait[15] meldeten Einsätze ihrer Luftverteidigung zur Abwehr iranischer Drohnen und Raketen, wobei in Fudschaira ein Staatsbürger aus Bangladesch durch herabfallende Raketentrümmer getötet wurde.[16] Am Flughafen Kuwait gerieten Treibstofftanks in Brand[17], während Batelco als größtes Telekommunikationsunternehmen Bahrains und Betreiber von Amazon Web Services einen Angriff auf sein Hauptquartier in Hamala bekanntgab.[18] Der unter panamaischer Flagge fahrende und von Qatar Energy gecharterte Treibstofftanker Aqua 1 wurde 17 Seemeilen nördlich von Doha Ziel eines Angriffs. Das Unternehmen gab bekannt, dass zwei Flugkörper das Schiff getroffen und dabei einen Brand verursacht hätten, welcher hätte gelöscht werden können. Es sei jedoch niemand verletzt worden.[19]
Iranisch unterstützte Gruppen im Irak starteten ebenfalls Angriffe auf US-amerikanische Einrichtungen und die Energieinfrastruktur. Zwei Drohnen schlugen im Bereich des Flughafens Bagdad ein, während Brände durch weitere Drohnenangriffe aus einem Öllager bei Erbil und dem Sarsang-Ölfeld gemeldet wurden.[20] Die Volksmobilisierungskräfte im Irak gaben bekannt, dass zwei ihrer Angehörigen bei einem „zionistisch-amerikanischen“ Angriff im Bezirk Tal Afar getötet und sechs weitere verletzt worden seien.[21]
Das Präsidialamt Argentiniens stufte die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation ein und führte diesen Schritt auf die Unterstützung der IRGC für die Hisbollah zurück.[22]
US-Präsident Trump erklärte gegenüber Besuchern im Weißen Haus, dass die US-Regierung nicht mehr die Finanzierung von Kinderbetreuung und Gesundheitsfürsorge (original Zitat englisch „Medicaid or Medicare“) übernehmen könne, was er mit der Kriegsführung begründete.[23]
2. April 2026
US-amerikanisch-israelische Luftangriffe trafen unter anderem einen Treibstofftank nahe dem Flughafen Maschhad[24] und die B1-Autobahnbrücke, auch Bileghan-Brücke genannt, welche die iranische Hauptstadt Teheran mit der westlichen Stadt Karadsch verbindet. Laut US-Mitteilung diente die Brücke dem Transport von Raketen und Raketenkomponenten von Teheran zu Abschussrampen im Westen des Landes.[25] Der iranische UN-Botschafter Amir-Saeid Iravani bestätigte auch einen Angriff auf das Pasteur-Institut in der Provinz Teheran, das er als ältestes und renommiertestes Forschungs- sowie Gesundheitszentrum im Nahen Osten bezeichnete und sprach von einem Kriegsverbrechen.[26]
Israel wurde erneut von den Huthis aus dem Jemen[27], der Hisbollah aus dem Libanon und dem Iran unter Beschuss genommen, wobei es zu Raketeneinschlägen in besiedelten Gebieten von Naharija[28], Bi’ina[29], Petach Tikwa[30], Bnei Berak[31] und Kirjat Schmona kam.[32]
Die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Bahrain, Katar und Saudi-Arabien meldeten Einsätze ihrer Luftabwehr gegen iranische Drohnen-, Raketen- und Marschflugkörperangriffe.[33]
Nachdem bereits die Schweiz, Spanien und Italien ihre Lufträume für Flugzeuge gesperrt hatten, die für Militäroperationen gegen den Iran genutzt werden, verweigerte auch Österreich mit Verweis auf das Neutralitätsgesetz US-amerikanischen Flugzeugen die Nutzung seines Luftraumes für derartige Einsätze.[34]
Argentinien erklärte den iranischen Geschäftsträger im Land – Mohsen Soltani Tehrani – zur Persona non grata und forderte ihn zum Verlassen des Landes auf. Begründet wurde dieser Schritt mit Irans Kritik an Argentiniens Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation.[35][36]
Das irakische Ölministerium gab bekannt, mit dem Export von Rohöl per Tankwagen über Syrien begonnen zu haben, um die Blockade der Straße von Hormus zu umgehen.[37]
Die preisgekrönte Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotudeh wurde im Iran verhaftet. Die Festnahme wurde von ihrer Tochter Mehraveh Khandan sowie von Sotudeh selbst im Zuge eines kurzen Telefonats mit ihrer Schwester bestätigt.[38][39]
3. April 2026
Siehe auch Rettung einer US-Flugzeugbesatzung im Irankrieg 2026
Die iranische Luftabwehr schoss eine F-15E der U.S. Air Force im Südwesten des Iran ab. Es war der bis dahin erste Verlust einer US-Maschine durch feindliche Streitkräfte seit über 20 Jahren. Der Pilot konnte später gerettet werden,[40] der Waffensystemoffizier galt zunächst als vermisst.[41] Ebenfalls durch den Iran abgeschossen wurde ein Erdkampfflugzeug vom Typ A-10, welches nach der F-15 -Besatzung suchte.[42] Die Maschine stürzte ins Meer, der Pilot konnte den Schleudersitz betätigen und wurde gerettet.[42] Auch zwei Mehrzweckhubschrauber vom Typ Sikorsky UH-60 („Black Hawk“), ebenfalls auf der Suche, wurden von iranischem Feuer getroffen. Hierbei wurden mehrere Crew-Mitglieder verletzt, ihnen gelang es jedoch mit beiden Maschinen zur Basis zurückzukehren. Iranische Behörden versprachen für die Ergreifung von US-Crewmitgliedern eine Prämie.[43][44]
Die israelischen Streitkräfte verkündeten, dass sie eine umfangreiche Welle von Luftangriffen in Teheran und Beirut gestartet hätten.[45][46] Am Abend gab das Militär bekannt, in den letzten 24 Stunden auch über 70 Angriffe gegen iranische Raketen- und Drohnenstellungen im Westen und Zentrum des Iran durchgeführt zu haben.[47] Ein Sprecher der IFRC gab bekannt, dass bei einem Drohnenangriff unbekannter Herkunft in der Provinz Buschehr ein Lagerhaus getroffen wurde, in dem Hilfsgütercontainer und Einsatzfahrzeuge gelagert waren.[48] Eine von der Hisbollah abgefeuerte Rakete traf einen UN-Posten bei Odaisseh im Südlibanon. Die UN-Interimstruppe UNIFIL teilte mit, dass bei der Explosion drei Mitglieder der Beobachtertruppe verletzt wurden, zwei davon schwer.[49] Libanesische Staatsmedien berichteten, dass Israel in der Bekaa-Ebene im Osten des Libanon eine Brücke zerstört habe, die Sohmor mit Mashghara verbindet.[50]
Raketenangriffe der Hisbollah und aus Iran gegen Israel führten zu Einschlägen in besiedelten Gebieten von Gesher Haziv, Metulla[51], Kafr Kanna[52], Kirjat Ata[53], Ramat Gan, Givʿat Schmuel und Petach Tikwa.[54]
Weiters kam es zu erneuten Angriffen Irans auf Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait, Bahrain und Saudi-Arabien.[55] Die Revolutionsgarden bestätigten Angriffe auf US-amerikanische Ziele in der Golfregion, darunter auf Sammelpunkte US-amerikanischer Flugingenieure und Kampfpiloten, ein Zentrum amphibischer Landungsboote, ein Frühwarnradarsystem, Drohneneinheiten, Standorte einer Panzerbrigade sowie auf Logistikausrüstung, Unterstützungseinrichtungen und Unterkunftszentren. Weitere Ziele seien Infrastruktureinrichtungen gewesen, welche die US-Rüstungsindustrie unterstützen würden, sowie die US-Flugzeugträgergruppe Abraham Lincoln im nördlichen Indischen Ozean.[56][57][58] Später veröffentlichte Iran Bilder eines schwer beschädigten Hubschraubers CH-47 auf einem Flugfeld in Kuwait.[59] Die Mina al-Ahmadi-Raffinerie in Kuwait wurde von einem Drohnenangriff getroffen, wodurch in mehreren Betriebseinheiten Brände ausbrachen.[60] Weiters meldete Kuwait erhebliche Beschädigungen an einem Kraftwerk zur Stromerzeugung und einer Meerwasserentsalzungsanlage.[61][62][63] In Abu Dhabi wurde der Betrieb der Habschan-Gasanlagen eingestellt, nachdem Flugkörpereinschläge erhebliche Schäden an den Anlagen verursacht und zwei Brände ausgelöst hatten.[64] Dabei wurden ein ägyptischer Staatsbürger getötet und vier weitere Menschen verletzt. Im Gebiet von Ajban wurden durch Fragmente abgefangener Raketen zwölf Personen verletzt, eine davon schwer.[65]
Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldete, dass ein israelischer Panzer im Gebiet von Quneitra auf den Golanhöhen ein Auto beschossen und dabei einen Mann getötet habe. Die israelischen Streitkräfte gaben an, auf einen Verdächtigen geschossen zu haben, der sich der israelischen Grenze im Süden Syriens genähert hatte.[66]
4. April 2026
Mehrere hundert Such- und Rettungskräfte der US-Armee, darunter das Navy SEAL Team 6, bargen auch den vermissten Waffensystemoffizier der abgeschossenen F-15E. Er hatte sich verletzt über 24 Stunden in einer Felsspalte versteckt und Feuerschutz durch US-Kampfflugzeuge erhalten, die in der Nähe befindliche iranische Fahrzeugkonvois angriffen. Bei der Rettung feuerten US-Spezialkräfte ihre Waffen in Richtung iranischer Einheiten ab, um diese auf Abstand zu halten – zu einem Feuergefecht kam es nicht.[67] Das US-Militär zerstörte zudem zwei auf einer provisorischen Landebahn feststeckende eigene Transportflugzeuge Typ C-130 und zwei Hubschrauber Hughes OH-6, damit diese nicht dem Iran in die Hände fallen.[68]
Die Revolutionsgarde gab bekannt, verschiedene militärische und industrielle Zentren sowie Standorte von Kommandeuren und Einheiten der Armee Israels mit ballistischen Raketen angegriffen zu haben, darunter solche mit gelenkten und Mehrfachsprengköpfen.[69] Nach israelischen Angaben kam es dabei zu Sachschäden und/oder mehreren Verletzten in Tel Aviv, Petach Tikwa, Ramat Gan, Givʿatajim und Bnei Berak[70][71], mit teilweisen Gebäudeeinstürzen und Stromausfällen.[72] Zu den beschädigten Objekten gehörte auch das Wohnhaus des Parteivorsitzenden von Degel haTora, Mosche Gafni.[73] Im Industriegebiet Neot Chovav kam es zu einem Brand.[74] Durch Raketenbeschuss der Hisbollah kam es zu einem Einschlag im besiedelten Gebiet von Kirjat Schmona.[75] Die Huthis aus dem Jemen gaben bekannt, den Flughafen Ben Gurion und militärische Ziele im Süden Israels mit einer ballistischen Rakete und mehreren Drohnen angegriffen zu haben. Israel bestätigte den Einschlag einer aus dem Jemen abgefeuerten Rakete in unbewohntem Gelände.[76][77]
Israel führte unter anderem Luftangriffe auf Teheran[78], ein Zementwerk in Bandar Chamir[79] und petrochemische Anlagen in Mahschahr durch.[80] Bei einem Einschlag nahe des Kernkraftwerk Buschehr wurde nach iranischen Angaben ein Mitarbeiter getötet.[81] Zudem führte Israel erneut Angriffe auf Ziele der Hisbollah in Beirut[82] und bei Tyros durch.[83] Bei einem gemeinsamen Angriff der USA und Israels auf ein Handelsterminal des Grenzübergangs Schalamcheh in Chorramschahr an der Grenze zum Irak wurde ein Mensch getötet.[84][85]
Die Revolutionsgarde teilte zudem mit, US-amerikanische HIMARS-Raketenartilleriebatterien in Kuwait, ein US-amerikanisches Patriot-Raketensystem in Bahrain sowie die Versammlungsorte von Bedienungspersonal und Ausbildern der in den USA hergestellten Raketensysteme in den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Visier genommen zu haben. Zu den weiteren Zielen gehörte eine Einrichtung des amerikanischen KI-Technologieunternehmens Oracle in den Vereinigten Arabischen Emiraten und das Handelsschiff MCS Ishika in einem Hafen in Bahrain, das sich Berichten zufolge im Besitz Israels befindet und unter der Flagge eines Drittlandes fährt.[86] Bahrain[87], die Vereinigten Arabischen Emirate[88] und Kuwait[89] meldeten Einsätze ihrer Luftabwehr zur Bekämpfung iranischer Angriffe.
Israels Militär gab bekannt, dass im Südlibanon ein israelischer Soldat der Kommandobrigade durch Eigenbeschuss getötet und ein weiterer schwer verletzt wurde.[90]
Iran genehmigte die Durchfahrt von Schiffen mit lebenswichtigen Gütern durch die Straße von Hormus.[91]
5. April 2026
Trump setzte dem Iran eine Frist bis zum 7. April 2026, 8 p.m. Eastern Daylight Time (EDT) (UTC-4) bzw. 8. April 2026, 02:00 Uhr MESZ (UTC+2) entsprechend 03:30 Uhr morgens am 8. April 2026 IRST (UTC+3:30), die Straße von Hormuz freizugeben, andernfalls drohe eine Vernichtung durch Zerstörung ziviler Infrastruktur. Das Posting schloss mit „Open the Fuckin’ Strait, you crazy bastards, or you’ll be living in Hell - JUST WATCH! Praise be to Allah.“[92]
Die israelische Luftwaffe griff über 120 Ziele im Westen und Zentrum Irans an, darunter Raketenanlagen, Drohnenlager- und Startplätze sowie Luftverteidigungssysteme.[93] Weiters wurden Hisbollah-Kommandozentralen in Beirut[94][95] und ein Ziel in Kfar Hatta angegriffen, wobei von libanesischer Seite sieben Tote gemeldet wurden.[96] Bei einem israelischen Luftangriff in Gaza-Stadt wurden drei Menschen getötet.[97]
Die Hisbollah beschoss vom Libanon aus erneut Nordisrael, wobei durch einen Drohnentreffer ein Haus in Schomrat beschädigt[98] sowie durch einen Raketeneinschlag in Deir al-Asad sechs Menschen verletzt wurden.[99]
Es kam erneut zu iranischen Angriffen auf Ziele in Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Kuwait.[100] In Israel traf eine Rakete das Industriegebiet Neot Chovav und verursachte Schäden an einem Fabrikgebäude.[101] In Haifa wurde durch einen Raketentreffer ein Wohngebäude schwer beschädigt, wobei mehrere Stockwerke einstürzten. Bei dem Vorfall wurden vier Zivilisten getötet und vier weitere teils schwer verletzt, wonach einer der Verletzten am 15. Juli 2026 im Krankenhaus starb. Die Bergung der Opfer nahm wegen eines Brandes und Einsturzgefahr rund 18 Stunden in Anspruch. Laut einer Untersuchung der Luftwaffe sei die Rakete bereits in der Luft auseinandergebrochen – was eine Abfangaktion verhindert habe – und der nicht explodierte Sprengkopf sei in das Gebäude eingeschlagen.[102][103]
In Kuwait teilte die Petroleum Corporation mit, dass nach einem Drohnenangriff in einem Ölkomplex im Stadtteil Schuwaich von Kuwait-Stadt ein Feuer ausgebrochen sei. Das Ministerium für Elektrizität, Wasser und erneuerbare Energien teilte zudem mit, dass auch zwei Kraftwerke und eine Meerwasserentsalzungsanlage Ziel von Drohnenangriffen geworden seien und auch ein Regierungskomplex in der Hauptstadt von iranischen Drohnen getroffen wurde, wobei Sachschaden entstand.[104]
In den Vereinigten Arabischen Emiraten brach nach Angaben der Behörden in der petrochemischen Anlage Borouge in Abu Dhabi ein Brand aus, nachdem es von Raketenfragmenten getroffen worden war.[105] In Bahrain meldete die Gulf Petrochemical Industries Company, dass mehrere ihrer Betriebsanlagen von Drohnen getroffen wurden, was zu Feuer geführt habe. Auch Bapco Energies teilte mit, dass eines ihrer Lagergebäude Ziel eines Drohnenangriffs wurde, wodurch ein Brand in einem Lagertank entstanden sei.[106]
6. April 2026
In der Nacht und am Tag wurden US-amerikanisch-israelische Luftangriffe auf Ziele im Iran durchgeführt. Zu den angegriffenen Objekten gehörten drei Flughäfen im Raum Teheran, darunter Mehrabad, eine Drohnenfabrik der Quds-Einheit[107][108], die Scharif-Universität für Technologie in Teheran[109] sowie petrochemische Anlagen in Fars[110], Marvdascht[111] und Assaluyeh.[112] Israel und Iran bestätigten auch die Tötung des Geheimdienstchefs der Revolutionsgarde, Majid Chademi, sowie des Leiters der IRGC-Geheimdiensteinheit 840, Yazdan Mir.[113][114] Ein israelischer Luftangriff traf in Baharestan in der Provinz Teheran zwei Wohnhäuser, wobei laut iranischen Medienberichten 23 Menschen starben.[115] Weitere nächtliche Angriffe in Bandar Lengeh und Kong führten laut iranischen Angaben zum Tod von sechs Personen und verletzten 17.[116]
Israels Luftwaffe führte darüber hinaus erneut Angriffe gegen Ziele der Hisbollah in Beirut.[117] Bei einem israelischen Drohnenangriff östlich des Flüchtlingslagers Maghāzī im zentralen Gazastreifen wurden nach Angaben von Gesundheitsbeamten im von der Hamas kontrollierten Sektor mindestens zehn Menschen getötet. Vor den Angriffen waren in dem Gebiet einige Palästinenser mit Mitgliedern einer von Israel unterstützten Miliz aneinandergeraten.[118]
Israel wurde von Iran, der Hisbollah aus dem Libanon und den Huthi aus dem Jemen erneut unter Beschuss genommen. Durch den iranischen Einsatz von Raketen mit Mehrfachsprengköpfen kam es nach israelischen Angaben zu rund 30 Einschlägen in besiedelten Gebieten des Zentral-, Haifa- und Tel-Aviv-Bezirks mit Sachschäden, Bränden und mehreren Verletzten.[119][120][121] Die Huthis bestätigten einen Angriff mit Marschflugkörpern und Drohnen auf mehrere militärische Einrichtungen in Eilat, wobei Israels Militär den Abschuss mehrerer Drohnen bekanntgab, während andere in unbesiedelten Gebieten niedergegangen seien.[122]
Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien und Katar meldeten Einsätze ihrer Luftabwehr gegen Angriffe aus Iran.[123][124][125] In einem Wohngebiet im Norden Kuwaits wurden sechs Verletzte gemeldet,[126] während es in den Emiraten vier Verletzte durch abstürzende Raketenfragmente gab.[127][128] Ein Drohnenangriff habe ein Gebäude eines Telekommunikationsunternehmens in Fudschaira getroffen, während ein Ghanaer im Industriegebiet Musaffah durch abstürzende Trümmer schwer verletzt worden sei.[129]
US-Präsident Donald Trump drohte in einer Pressekonferenz am Abend, den Iran „in die Steinzeit zurückzuversetzen“, sollte bis zum Ablauf seines Ultimatums keine Einigung erzielt werden.[130]
7. April 2026
Die israelischen Streitkräfte gaben bekannt, acht Eisenbahnbrücken und Straßenabschnitte in den Provinzen Teheran, Karadsch, Täbris, Kaschan und Ghom bombardiert zu haben, die vom Iran zum Transport von Waffen und militärischer Ausrüstung genutzt wurden.[131] Israel bestätigte auch einen Angriff in Teheran, bei dem versehentlich die Rafi-Niya-Synagoge schwer beschädigt wurde. Das eigentliche Ziel des Angriffs sei ein hochrangiger iranischer Kommandeur gewesen.[132] Das US-Militär bestätigte Angriffe auf militärische Ziele auf der iranischen Insel Charg.[133] Im Libanon bombardierte Israels Luftwaffe die inzwischen siebente Brücke über den Fluss Litani.[134] Die israelischen Streitkräfte gaben darüber hinaus bekannt, dass inzwischen Einheiten aus sechs Divisionen an der laufenden Bodenoffensive gegen die Hisbollah im Südlibanon beteiligt seien.[135] Bei einem Gefecht im Südlibanon wurden ein israelischer Soldat der Golani-Brigade getötet und fünf weitere teils schwer verwundet. Laut Armeeangaben handelte es sich um den bereits 12. Soldaten, der während der laufenden Bodenoperation im Libanon getötet wurde.[136]
Israel stand erneut unter Beschuss aus Iran und von der Hisbollah, wobei Einschläge in besiedelten Gebieten von Nord-,[137] Zentral-[138] und Südisrael gemeldet wurden.[139][140] In Saudi-Arabien[141] kam es durch iranische Angriffe zu einem Großbrand im petrochemischen Komplex al-Dschubail.[142][143] Katar[144] und die Vereinigten Arabischen Emirate[145] bestätigten ebenfalls Einsätze ihrer Luftabwehr gegen iranische Angriffe mit Raketen und Drohnen.
Laut kurdischer Regionalregierung traf ein Drohnenangriff ein Haus in Daraschakran bei Erbil, wobei ein Ehepaar getötet wurde. Weitere Angriffe hätten auf Stellungen der Volksmobilmachungskräfte in Kirkuk, Salahaddin und al-Anbar stattgefunden. Dabei seien eine weitere Person getötet und mehrere verletzt worden. Die Angriffe wurden den USA bzw. Israel zugeschrieben.[146] Bei einem aus Richtung Kuwait gemeldeten Raketenangriff wurden nahe Basra drei Menschen getötet.[147]
Wenige Stunden vor Ablauf der von ihm gesetzten Frist erklärte US-Präsident Donald Trump in einem Social-Media-Posting, dass wahrscheinlich an diesem Abend eine ganze Zivilisation ausgelöscht werde.[148][149]
Mehrere Demokraten forderten angesichts der Drohungen, Trump seines Amtes zu entheben. Bis zum frühen Nachmittag (Ortszeit) waren es laut Wall Street Journal über zwei Dutzend Kongressmitglieder.[150] Yassamin Ansari, demokratische Abgeordnete im Repräsentantenhaus und Tochter iranischer Auswanderer, kündigte ein Amtsenthebungsverfahren gegen Verteidigungsminister Pete Hegseth an: „Trump eskaliert einen verheerenden, illegalen Krieg, droht mit massiven Kriegsverbrechen und nimmt zivile Infrastruktur in Iran ins Visier. Allein in den letzten 48 Stunden hat die Rhetorik jede Grenze überschritten. Pete Hegseth macht sich mitschuldig.“[151][152]
Pakistan forderte Trump auf, das Ultimatum zu verlängern. China und Russland legten im UN-Sicherheitsrat ihr Veto gegen einen Resolutionsentwurf Bahrains für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus ein.[153]
Trump erklärte sich bereit, für zwei Wochen auf Bombardierungen und Angriffe zu verzichten, wenn der Iran die Straße von Hormus öffne. Dabei werde es sich um eine beidseitige Waffenruhe handeln, wie er abends auf seiner Plattform Truth Social mitteilte.[150] Die Revolutionsgarden warnten, dass sie die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten jahrelang von Öl- und Gaslieferungen in der Region abschneiden würden, sollte Washington „rote Linien“ überschreiten. Zusätzlich würde die entsprechende Infrastruktur der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten in der Golfregion ins Visier genommen, wobei bisher aus Gründen der guten Nachbarschaft große Zurückhaltung geübt worden sei.[154] Der Vorsitzende der Internationalen Energieagentur, Fatih Birol, teilte mit, dass durch die Unterbrechung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus die gravierendste Öl- und Gaskrise der Geschichte ausgelöst wurde. Er sagte, dass die europäischen Länder sowie Japan, Australien und andere darunter leiden werden, aber am stärksten gefährdet seien die Entwicklungsländer, die unter höheren Öl- und Gaspreisen, höheren Lebensmittelpreisen und einer allgemeinen Beschleunigung der Inflation leiden werden.[155]
8. April 2026
Der Oberste Nationale Sicherheitsrat Irans erklärte, er habe die zweiwöchige Waffenruhe akzeptiert; die Verhandlungen mit den USA sollen am 10. April in Islamabad beginnen. Irans Außenminister Abbas Araghtschi kündigte die Öffnung der Straße von Hormus an.[156] Nachdem Sprecher der US-Regierung berichtet hatten, dass Israel mit der Waffenruhe einverstanden sei, erklärte das Land am Morgen, dass diese nicht für den Libanon gelte.[157] Die gegenseitigen Angriffe zwischen Israel bzw. den USA und Iran wurden bis 3:30 Uhr Ortszeit eingestellt.[158][159]
Nur wenige Stunden nach der zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran verkündeten Waffenruhe startete Israels Luftwaffe eine Angriffswelle gegen Ziele der Hisbollah im Libanon, wobei nach libanesischen Angaben auch Geschäfts- und Wohngebiete während des Berufsverkehrs getroffen wurden. Laut israelischen Militärangaben umfasste die unter dem Codenamen „Ewige Dunkelheit“ bezeichnete Angriffsoperation 50 Kampfflugzeuge, die innerhalb von zehn Minuten rund 160 Bomben auf 100 Ziele in Beirut, der Bekaa-Ebene und im Südlibanon abwarfen.[160] Die meisten der Hisbollah-Ziele, darunter Geheimdienstzentralen, Büros, Infrastruktur der Raketen- und Marineeinheiten sowie Anlagen der Eliteeinheit Radwan und der Luftstreitkräfte, hätten sich laut Militär mitten im Zentrum der Zivilbevölkerung befunden, was eine zynische Ausnutzung libanesischer Zivilisten als menschliche Schutzschilde darstelle.[161] Israels Ministerpräsident Netanjahu sprach vom größten Schlag gegen die Terrororganisation seit der „Pager-Operation“ im September 2024.[162] Laut Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden mindestens 303 Menschen getötet und 1150 verletzt.[163][164][165] Der libanesische Premierminister Nawaf Salam nannte die Angriffe auf dicht besiedelte Wohngebiete einen eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht sowie Humanitäre Völkerrecht, wobei das Vorgehen Israels auch von den Vereinten Nationen aufs Schärfste verurteilt wurde.[166][167]
Am Nachmittag hatte der Iran die Straße von Hormus wieder gesperrt; als Grund wurden die israelischen Angriffe auf den Libanon angegeben. Nur zwei Schiffe verließen an diesem Tag offiziell den Golf.[168] Vertreter des Irans legten der US-Regierung in Washington einen Zehn-Punkte-Plan mit Irans Forderungen als Vorschlag für ein dauerhaftes Kriegsende vor. Unter anderem zählen dazu die dauerhafte Kontrolle Irans über die Straße von Hormus, ein Recht auf Urananreicherung sowie die Aufhebung der gegen Iran verhängten Sanktionen. Trump bezeichnete den Plan als eine „praktikable Grundlage für Verhandlungen“.[169]
Bei einem israelischen Luftangriff im Westen von Gaza-Stadt wurde mit Mohammed Washah ein Korrespondent von Al Jazeera Mubasher getötet. Ein israelischer Armeesprecher teilte dazu mit, dass es sich bei Washah um keinen Journalisten, sondern einen Hamas-Terroristen gehandelt habe.[170][171]
Auch nach Ausspruch des Waffenstillstandes, etwa um 10 Uhr lokaler Zeit meldete die staatliche iranische Ölfirma einen Angriff auf ihre Ölraffinerie auf der Lavan-Insel. Die USA und Israel stritten einen Angriff ihrerseits ab; und rasch verbreiteten sich in den sozialen Medien Gerüchte, emiratische Mirage 2000-9 hätten den Angriff ausgeführt. Das iranische Staatsfernsehen verkündete daraufhin Vergeltungsschläge auf die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait.[172] Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Katar und Bahrain meldeten Einsätze ihrer Luftverteidigung gegen iranische Angriffe.[173] Dass es sich um einen emiratischen Angriff auf die Lavan-Insel handelte, wurde dem Wall Street Journal ein Monat später von vertraulichen Quellen bestätigt.[174]
Iran gab bekannt, dass Kamal Charrazi als Leiter des Strategischen Rates für Internationale Beziehungen an den Folgen seiner Verletzungen verstorben sei, welche er am 1. April bei einem Luftangriff in Teheran erlitten hatte. Charrazi war unter anderem Irans Gesandter bei den Vereinten Nationen in New York und von 1997 bis 2005 Außenminister.[175][176]
9. April 2026
Der 47. US-Präsident Donald Trump setzte den europäischen „Partnern“ ein von mehreren Diplomaten so bezeichnetes „Ultimatum“, sich militärisch in der Straße von Hormus zu engagieren. Er erwartet von den Europäern die Entsendung von Kriegsschiffen oder anderen militärischen Hilfen. Laut US-Medienberichten lässt Trump sich aktuell Listen erstellen, welche europäischen NATO-Partner ihn beim Krieg gegen Iran unterstützt oder sich aus seiner Sicht gegen ihn gestellt haben, da diese den Krieg nicht unterstützen. Eine Bestrafung für mangelnde Unterstützung könne etwa durch den Abzug amerikanischer Truppen in dem jeweiligen Land geschehen.[177][178] Trump identifizierte Deutschland als Kriegsgegner, da der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius den Angriff der Vereinigten Staaten auf den Iran als „nicht unser Krieg“ bezeichnet hatte. Diese Aussage von Pistorius wurde von der US-Regierung fälschlicherweise dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz zugeordnet.[177]
Israels Militär bestätigte den Tod von Ali Yusuf Harshi bei einem der Luftangriffe auf Beirut am Vortag. Harshi war Neffe und Sekretär von Hisbollah-Führer Naim Kassim.[179][180] Israels Ministerpräsident Netanjahu erklärte, man werde die Hisbollah angreifen, bis die volle Sicherheit der Bewohner des Nordens wiederhergestellt sei.[181] Er habe jedoch das Kabinett wegen wiederholter Appelle des Libanon angewiesen, so schnell wie möglich direkte Verhandlungen mit dem Land aufzunehmen. Die Gespräche würden sich auf die Entwaffnung der Hisbollah und die Aufnahme friedlicher Beziehungen zwischen Israel und dem Libanon konzentrieren.[182]
Die libanesische Hisbollah nahm erstmals seit Abschluss des Waffenstillstandes zwischen den USA und Iran den Beschuss Nordisraels wieder auf und nannte dies eine Reaktion auf die ihrer Ansicht nach von Israel begangenen Verstöße gegen die Waffenruhe.[183] Nach Angaben der israelischen Streitkräfte schoss die Hisbollah bis zum Abend rund 70 Raketen auf Nordisrael.[184] Die israelischen Streitkräfte starteten daraufhin eine neue Welle von Luftangriffen gegen Raketenabschussstellungen im Libanon.[185] Nach Angaben der Hisbollah sei es darüber hinaus zu Gefechten mit israelischen Truppen gekommen, welche versucht hätten, in die eingekesselte Stadt Bint Dschubail einzudringen.[186]
Die israelischen Streitkräfte gaben bekannt, zwei palästinensische Terroristen im nördlichen und südlichen Gazastreifen getötet zu haben, die unmittelbar bevorstehende Angriffe auf israelische Truppen geplant hätten.[187]
Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Oman gaben bekannt, am zweiten Tag der Waffenruhe keine iranischen Angriffe auf ihre Länder verzeichnet zu haben.[188][189] Für die Arabischen Emirate war es zudem der erste Tag seit Kriegsbeginn, an dem keine iranischen Angriffe registriert wurden. Bis am Vortag sei das Land Ziel von 537 ballistischen Raketen, 26 Marschflugkörpern und 2256 Drohnen gewesen.[190][191] Kuwait meldete Drohnenangriffe auf sein Territorium, die Schäden an einem Stützpunkt der Nationalgarde verursacht hätten. Es habe jedoch keine Verletzten gegeben.[192][193][194] Kuwait beschuldigte Iran oder eine iranisch unterstützte Miliz, den Angriff durchgeführt zu haben. Die US-Botschaft in Bagdad teilte mit, dass eine irakische Miliz, die sie der Zusammenarbeit mit dem Iran beschuldigte, mehrere Drohnenangriffe in der Nähe des Diplomatischen Unterstützungszentrums und des internationalen Flughafens von Bagdad durchgeführt zu haben.[195] Die iranischen Revolutionsgarden verkündeten, am 9. April keine Angriffe auf Staaten am Persischen Golf verübt zu haben.[196]
10. April 2026
Die iranische Delegation traf auf dem Flughafen Islamabad ein. Der Leiter des Verhandlungsteams, Parlamentspräsident Mohammad Ghalibaf, unterstrich das Misstrauen Teherans gegenüber den Vereinigten Staaten, welche bereits zweimal während laufender Verhandlungen den Iran angegriffen und Kriegsverbrechen verübt hätten.[197] Er nannte auch zwei Vorbedingungen, welche erfüllt sein müssten, bevor Verhandlungen beginnen könnten; ein Waffenstillstand im Libanon und die Freigabe der eingefrorenen iranischen Vermögenswerte.[198] Zum Verhandlungsteam gehörten auch Außenminister Abbas Araghtschi, Sicherheitsratssekretär Ali Akbar Ahmadian, Zentralbankgouverneur Abdolnaser Hemmati und Esmaeil Baghaei, Sprecher des Außenministeriums und Leiter des Rechtsausschusses.[199] Die iranische Delegation bestand aus 71 Mitgliedern. Neben den Hauptunterhändlern waren dies Experten aus den Bereichen Politik, Militär, Wirtschaft und Recht, Medienvertreter verschiedener Medienanstalten sowie Unterstützungspersonal für Protokollierung, Koordinierung, Übersetzung und Sicherheit.[200][201][202]
11. April 2026
Die US-Verhandlungsdelegation unter Leitung von US-Vizepräsident JD Vance, der auch der Sondergesandte Steve Witkoff und der Politikberater Jared Kushner angehören, traf in Islamabad ein. Es gab Treffen der iranischen und auch US-amerikanischen Delegation mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif.[203] Eine hochrangige iranische Quelle gab an, die USA hätten zugestimmt, eingefrorene iranische Vermögenswerte freizugeben, um eine sichere Passage von Schiffen durch die Straße von Hormus zu gewährleisten.[204] Esmaeil Baghaei von der iranischen Delegation bestätigte, dass es abgesehen von einer kurzen Phase in den ersten Stunden, keine weiteren Verstöße gegen den Waffenstillstand gegeben habe.[205] Die Gespräche zwischen den Delegationsmitgliedern und auch pakistanischen Beamten begannen gegen 13 Uhr Ortszeit im Luxushotel Serena in Islamabad.[206]
Das CENTCOM der USA gab bekannt, dass die Schiffe USS Frank E. Peterson und USS Michael Murphy die Straße von Hormus passiert hätten, um Minen zu räumen[207] – dies wurde von Irans Streitkräften und Revolutionsgarden dementiert. Deren Marine habe die Meerenge voll unter Kontrolle, und nur zivile Schiffe dürften unter bestimmten Bedingungen passieren.[208]
Das libanesische Gesundheitsministerium gab bekannt, dass bei israelischen Angriffen im Südlibanon zehn Menschen, darunter drei Rettungskräfte, getötet wurden.[209] Die Hisbollah meldete, israelische Truppen in den israelischen Grenzsiedlungen Adamit und Metulla sowie den südlibanesischen Orten Odaisseh und Bint Dschubail angegriffen zu haben.[210] Israels Militär bestätigte, dass zwei Soldaten der Fallschirmjäger-Brigade bei einem Zusammenstoß mit Hisbollah-Kämpfern im Südlibanon schwer verwundet wurden.[211] Raketen- und Drohnenangriffe der Hisbollah führten laut israelischen Angaben zu Einschlägen in den Gebieten der Städte Schelomi, Karmi’el[212] und Safed.[213]
Der von der Hamas betriebene Zivilschutz- und Rettungsdienst im Gazastreifen teilte mit, dass israelische Luftangriffe im Bereich des Flüchtlingslager Bureidsch sieben Menschen getötet hätten.[214] Israels Militär gab zudem bekannt, einen palästinensischen Terroristen getötet zu haben, der die Waffenstillstandslinie im Norden von Gaza überschritten hatte.[215]
12. April 2026
Am Morgen endeten die mehr als 20 Stunden andauernden Gespräche zwischen den Delegationen aus Iran und den USA. Irans Delegationsmitglied Esmail Baghaei gab bekannt, dass die Gespräche aufgrund überzogener Forderungen der US-Seite ergebnislos verlaufen seien, und sprach von Meinungsverschiedenheiten in zwei bis drei wichtigen Angelegenheiten. Es sei jedoch von vornherein nicht erwartet worden, innerhalb eines einzigen Treffens eine Einigung zu erzielen.[216] Auch der US-Delegationsleiter JD Vance verkündete ein Scheitern der Verhandlungen, da der Iran sich geweigert habe, die amerikanischen Bedingungen zu akzeptieren, darunter die Forderung, keine Atomwaffen herzustellen.[217] Ein iranischer Beamter ergänzte dazu, dass der Iran nicht den Erwerb von Atomwaffen anstrebe, aber das Recht auf Kernenergie für friedliche Zwecke habe. Dieses Recht sei unbestreitbar und müsse anerkannt werden.[218]
US-Präsident Donald Trump kündigte eine Blockade der Straße von Hormus durch die US-Marine an. Darüber hinaus solle jedes Schiff in internationalen Gewässern abgefangen werden, das eine Gebühr an Iran für die Durchfahrt der Meerenge gezahlt habe.[219] Er wolle so nicht zulassen, dass der Iran mit dem Verkauf von Öl an Leute, die ihm genehm seien, Geld verdiene und anderen nichts verkaufe.[220]
Nach einer ersten Schätzung des israelischen Finanzministeriums hat der Krieg mit dem Iran Israel rund 35 Milliarden NIS, umgerechnet etwa 11,5 Milliarden US-Dollar, an Haushaltsausgaben gekostet, darunter 12 Milliarden NIS für Raketenschäden, Produktionsausfälle von Unternehmen und unbezahlten Urlaub für Arbeitnehmer.[221]
13. April 2026
Die gestern verkündete Seeblockade sollte laut US-Zentralkommando um 14 Uhr GMT (16 Uhr MESZ) beginnen und nur gegen alle Schiffe durchgesetzt werden, die iranische Häfen oder Küstengebiete am Arabischen und Golf von Oman anlaufen oder verlassen. Die Durchfahrt anderer Schiffe durch die Straße von Hormus werde durch das US-Militär nicht beeinträchtigt.[222][223]
Die israelische Luftwaffe verkündete am Abend, innerhalb der letzten 24 Stunden rund 150 Ziele der Hisbollah im Südlibanon angegriffen zu haben.[224] Nachdem der italienische Außenminister Antonio Tajani bei einem Besuch in Beirut „inakzeptable Angriffe“ Israels auf Zivilisten im Libanon verurteilt hatte, wurde der italienische Botschafter in Israel einbestellt.[225] Die Hisbollah schoss im Tagesverlauf Drohnen und Raketen auf Nordisrael sowie auf israelische Truppen im Südlibanon, wobei nach israelischen Armeeangaben acht Soldaten verwundet wurden, zwei davon schwer. In der Stadt Naharija wurde ein Zivilist durch einen Raketeneinschlag verletzt.[226][227][228] Die israelischen Streitkräfte gaben darüber hinaus bekannt, die als Hisbollah-Hochburg bezeichnete Stadt Bint Dschubail im Südlibanon nahezu vollständig eingenommen zu haben.[229][230]
14. April 2026
Am Tag nach dem offiziellen Beginn der Seeblockade war es auch von den USA sanktionierten Schiffen noch möglich, die Straße von Hormus ungehindert zu passieren. Der vermutlich zu Irans Schattenflotte gehörende Tanker Rich Starry hat nach der Website Lloyd’s List die Straße von Hormus ungehindert passiert. Nach der Website Marine Traffic war der Öl- und Chemikalientanker am Dienstag im Golf von Oman unterwegs. Der Tanker habe nach Erkenntnissen des US-Finanzministeriums von 2023 Verbindungen zu der chinesischen Reederei Shanghai Xuanrun Shipping Company Limited in Shanghai. Unklar war, ob der Tanker iranisches Öl geladen hat.[231] China fürchtet durch die von den USA verkündete Blockade der Straße von Hormus eine weitere Eskalation des Konflikts. Das Vorgehen sei „gefährlich und unverantwortlich“, erklärte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Guo Jiakun am Dienstag in Peking. Die USA hätten trotz einer vereinbarten Waffenruhe ihre Militärpräsenz verstärkt und eine gezielte Blockade verhängt, fügte der Sprecher hinzu. China forderte alle Parteien auf die vereinbarte Waffenruhe zu achten, auf Dialog zu setzen und praktische Schritte zur Deeskalation der Spannungen in der Region zu unternehmen.[232] Im Laufe des Tages stellte sich heraus, dass die Seeblockade der USA offensichtlich zumindest in Einzelfällen durchlässig ist, da es auch zu anderen erfolgreichen Passagen von Schiffen kam, die zuletzt iranische Häfen anliefen. Lloyd’s List und ZDFheute identifizierten fünf weitere Schiffe, den Frachter Christianna, einen Öltanker und einen Asphalt- und Bitumentanker, die über die Straße von Hormus in den Persischen Golf einfuhren, sowie zwei Frachtschiffe, die herausfuhren. Eine mögliche Erklärung sei, dass die Blockade der US-Marine etliche Seemeilen oder sogar hunderte Seemeilen vor der iranischen Küste durchgeführt wird.[233]
18. April 2026
Am 18. April 2026 machte der Iran die am Vortag verkündete Öffnung der Straße von Hormus wieder rückgängig. Begründet wurde dies damit, dass die bestehende Blockade iranischer Häfen durch die USA unverändert fortgeführt wurde. Ein Sprecher des Hauptquartiers der Streitkräfte teilte laut der Nachrichtenagentur Fars außerdem mit, dass dieses zuvor einer kontrollierten Durchfahrt einer begrenzten Anzahl von Öltankern und Handelsschiffen durch die Straße von Hormus zugestimmt hätte, die USA dagegen ihre Blockade fortgesetzt hätten.[234][235] Dies wurde vom Iran als ein Verstoß der USA gegen die zuvor vereinbarte Waffenruhe angesehen.[236]
Eine britische Behörde meldete in der Folge einen Angriff von Schnellbooten der iranischen Revolutionsgarde auf einen Tanker in der Straße von Hormus.[237] Deutsche Reeder vermissten belastbare Sicherheitsgarantien, die sie für eine Normalisierung des Schiffsverkehrs in dieser für den Welthandel zentralen Region für notwendig hielten.[238] Nach Angaben der britischen Streitkräfte ist ein Containerschiff rund 50 Kilometer nordöstlich vom Oman von einem unbekannten Projektil getroffen worden. Bei dem Angriff seien mehrere Container beschädigt worden.[239] Während der kurzen Dauer der Öffnung der Straße von Hormus versuchten etwa 20 Handelsschiffe, die Meerenge zu passieren. Die meisten kehrten nach den Schiffstrackingdaten um, nur sechs sollen die Straße von Hormus tatsächlich durchquert haben.[240] US-Präsident Trump kommentierte die Ereignisse mit der Aussage, dass sich die Vereinigten Staaten nicht „erpressen“ ließen. Er bekräftigte eine „harte Haltung“ seiner Regierung gegenüber dem Iran. Er fügte hinzu: „Wir führen derzeit sehr gute Gespräche. Es läuft wirklich sehr gut.“[241] Indien bestellte den iranischen Botschafter ein. Grund war, dass iranische Kanonenboote in der Straße von Homus das Feuer auf zwei unter indischer Flagge fahrenden Schiffe, den Massengutfrachter Jag Arnav und den Rohöltanker Sanmar Herald, eröffnet hatten. Verletzt worden sei niemand, auch Sachschaden habe es nicht gegeben. Die Schiffe hätten jedoch die Passage der Straße von Hormus abbrechen und umkehren müssen.[242] Hingegen konnten drei Kreuzfahrtschiffe die Meerenge im Konvoi passieren. Dabei handelte es sich um die Schiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 von TUI Cruises und MSC Euribia von MSC Cruises.[243][244] Bei der Durchfahrt durch der Straße von Hormus wurde das Schiff Mein Schiff 4 durch die iranische Revolutionsgarden bedroht. Es kam zu Einschlag eines Geschosses in der Nähe des Schiffes. Schäden traten nicht auf.[245] Die Kreuzfahrtschiffe Celestyal Journey und Celestyal Discovery der Firma Celestyal Cruises konnten bereits vor der erneuten Schließung der Meerenge durch den Iran diese ebenfalls durchfahren.[246][247][248]
19. April 2026
Der Nahost-Experte Hans-Jakob Schindler kommentierte die Situation mit den Worten: „Das iranische Regime, insbesondere die Marine der Revolutionsgarden, spielt mit der Weltwirtschaft, indem sie Drohungen ausstößt und die zivile Schifffahrt von Staaten, die an diesem Krieg nicht beteiligt sind, aktiv beschießt“ Dies ist seiner Meinung nach im Grunde genommen ein ziemlich schweres Kriegsverbrechen.[249]
Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat im Zusammenhang mit der Entwicklung im Irankrieg mit erneuten Angriffen auf Handelsschiffe gedroht. Der ranghohe Huthi-Vertreter Hussein al-Essi sprach dabei auch von einer möglichen Schließung der Meerenge Bab al-Mandab, die den Suezkanal und Europa vom Indischen Ozean und Asien trennt. Den US-Präsidenten Donald Trump rief al-Essi auf, den „Frieden“ in der Region nicht weiter zu behindern.[250]
Am 19. April 2026 kündigte US-Präsident Donald Trump für den Folgetag eine Fortsetzung der abgebrochenen Gespräche mit dem Iran in Islamabad an. Er kündigte an, dass eine Delegation für Verhandlungen in die pakistanische Hauptstadt reisen würde. Diese zweite Verhandlungsrunde wurde von der iranischen Regierung jedoch abgelehnt. Begründet wurde dies mit der Aussage, dass die Forderungen der USA „übertrieben“ seien und dass die ständigen Kurswechsel der US-Regierung und die fortgesetzte Seeblockade iranischer Häfen „keine aussichtsreiche Perspektive für seriöse Verhandlungen“ bieten würden. Darüber hinaus seien die Berichte über eine zweite Verhandlungsrunde in Pakistan kommende Woche Teil einer amerikanischen Medienkampagne, um mit Schuldzuweisungen noch mehr Druck auf Teheran auszuüben. Trump drohte zuvor erneut mit der Zerstörung jedes einzelnen Kraftwerks und jeder einzelnen Brücke im Iran, wenn dieser den von den USA angebotenen Deal nicht annimmt.[251] Die zwischen den USA und Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe läuft am Mittwoch, den 22. April 2026 aus. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete unter Berufung auf eine informierte Quelle mit, dass solange die US-Marine weiter an ihrer Seeblockade vor der Straße von Hormus festhalte würde, werde es keine weiteren Verhandlungen geben. In den vergangenen Tagen seien jedoch unter Vermittlung des Nachbarlands Pakistan Nachrichten ausgetauscht worden.[252]
Die US Navy hat nach der Aussage von US-Präsident Donald Trump das iranische Frachtschiff Touska im Golf von Oman beschossen und unter seine Kontrolle gebracht. Der Grund dafür war seiner Aussage nach gewesen, dass das Schiff versucht habe, die von den USA errichtete Seeblockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus zu umgehen. Die USS Spurance hätte auf das Schiff gefeuert und dessen Maschinenraum beschädigt. Die US-Marine hätte das Schiff unter ihre Kontrolle gebracht und prüfe, was sich an Bord befinde.[253][254]
20. April 2026
Der Iran drohte wegen der Enterung des aus China kommenden iranischen Frachters Touska mit Vergeltung, stellte neue Gespräche weiter infrage, und seine Streitkräfte attackierten einige US-Kriegsschiffe mit Drohnen.[255] Das iranische Außenministeriums erklärte, die Vereinigten Staaten hätten gezeigt, dass sie es mit der Diplomatie nicht ernst meinten, sich aggressiv verhielten und gegen die Waffenruhe verstießen.[256] Präsident Massud Peseschkian sprach sich trotzdem grundsätzlich für Diplomatie aus, da Krieg für niemanden von Vorteil sei.[257][258] Die Beschlagnahme des aus China kommenden Schiffes wurde vom Sprecher des chinesischen Außenministeriums kritisiert: Die Straße von Hormus sei eine internationale Wasserstraße; die ungehinderte Durchfahrt von Schiffen liege im Interesse der internationalen Gemeinschaft.[259] In zwölf Stunden gab es lediglich drei erfolgreiche Durchfahrten: Der mit britischen Sanktionen belegte Öltanker Nero habe den Persischen Golf verlassen, sonst seien noch ein Chemikalien- und ein Flüssiggastanker in den Golf eingefahren.[260]
Im Laufe des Tages wurde eine US-Delegation mit Vizepräsident JD Vance, dem Sondergesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner in Islamabad erwartet. Trump sagte außerdem, er sei bereit zu einem Treffen mit den iranischen Anführern, falls es Fortschritte in den Verhandlungen gebe. Irans Regierung habe noch nicht entschieden, ob sie eine Delegation schicken würde, teilte das Außenministerium mit. Die diplomatischen Bemühungen der USA seien offenbar nicht ernst gemeint. Irans Außenminister Abbas Araghtschi sagte in einem Telefonat mit Pakistans Außenminister Ishaq Dar, dass die US-Forderungen sowie die Drohungen gegen iranische Schiffe und Häfen „klare Zeichen“ mangelnder Aufrichtigkeit seien. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete allerdings, dass die USA über ein Ende ihrer Blockade der Straße von Hormus nachdenken würden.[261]
US-Präsident Donald Trump stellte eine Verlängerung der Feuerpause über den 22. April hinaus infrage. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, die Waffenruhe verletzt zu haben.[262] Trump bekräftigte, dass die Blockade iranischer Häfen erst nach Zustandekommen eines „Deals“ aufgehoben würde.[263] Erneut drohte er, „jedes einzelne Kraftwerk und jede einzelne Brücke im Iran“ zu zerstören, wenn sich dessen Regierung nicht auf seine Bedingungen für ein Kriegsende einlassen würde.
21. April 2026
In der Nacht auf den 21. April 2026 enterte die US-Navy im indopazifischen Raum einen Öltanker, der zuvor von den USA wegen Verbindungen zum Iran mit Sanktionen belegt worden war.[264][265]
Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf teilte in dem sozialen Netzwerk X mit, dass er keine Verhandlungen unter dem Eindruck neuer Drohungen akzeptieren würde. Falls die USA und der Iran keine neue Vereinbarung treffen würden, könnte der Krieg erneut losbrechen.[266] Es bestand trotz der Vermittlungsbemühungen Pakistans keine Klarheit, ob es zu weiteren Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien komme.[267]
Nach Einschätzung von ARD-Korrespondent Markus Spieker sei es unmöglich, dass die Vertreter des Iran und der USA vor dem Ende der Waffenruhe in Islamabad zusammenkommen.[268] Beide Seiten gaben sich unverändert unnachgiebig.[269]
Am Abend war keine der beiden Delegationen nach Pakistan aufgebrochen. Die Aussage von Donald Trump, dass JD Vance auf dem Weg nach Pakistan sei, stellte sich als falsch heraus. Der Iran lehnte Gespräche ab, solange die USA den Schiffsverkehr von und nach Iran blockieren würden. Es war unklar, wann die Waffenruhe tatsächlich endet. Von Pakistan wurde ein deutlich früherer Zeitpunkt genannt: Demnach ende sie um 01.50 Uhr MESZ in der Nacht auf den 22. April.[270] Der Iran erklärte sich für eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen bereit. Ab Beginn feindlicher Angriffe werde man eine „Hölle“ für Amerikaner und Israelis schaffen, wurde vom Sprachrohr der Revolutionsgarden verbreitet.[271]
22. April 2026
Kurz vor Ende des Ultimatums an den Iran verlängerte US-Präsident Trump die Waffenruhe auf unbestimmte Zeit. Auf Bitten Pakistans werde er von Angriffen absehen, bis die Gespräche abgeschlossen seien; die Blockade iranischer Häfen solle aber bleiben. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif bedankte sich bei Trump und forderte beide Seiten auf, die Gespräche fortzusetzen. Laut iranischem Außenministerium gäbe es noch „keine endgültige Entscheidung“ über eine Teilnahme an den Gesprächen; Grund seien „inakzeptable Handlungen“ der USA. Die bestehende Blockade der USA wird vom Iran weiterhin als Verstoß gegen die Waffenruhe angesehen.[272]
Nach dem Vertreter Irans bei den Vereinten Nationen habe seine Regierung Signale erhalten, dass die USA bereit seien, die Blockade iranischer Häfen zu beenden. Dann würde „wahrscheinlich die nächste Verhandlungsrunde stattfinden“. UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete die Verlängerung der Waffenruhe als „wichtigen Schritt zur Deeskalation“. Dagegen sah ein Berater von Irans Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf diese Verlängerung als bedeutungslos an. In den USA bezeichneten Beobachter die Entwicklung als Indiz, dass Iran die Kontrolle über die Situation hätte: Da die USA nie einen Plan zur Beendigung des Krieges gehabt hätten, sei die Verlängerung der Waffenruhe die am wenigsten schlechte der bestehenden Optionen.[273][274]
In der Straße von Hormus feuerte die iranische Revolutionsgarde auf ein Containerschiff 15 Seemeilen nordöstlich des Oman.[275] Laut iranischem Nachrichtenportal Nour News habe die Revolutionsgarde das Feuer erst eröffnet, nachdem Warnungen der Streitkräfte ignoriert worden seien. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars bezeichnete den Angriff als rechtmäßige Durchsetzung der Kontrolle Irans über die Meerenge.[276] In der Folge kam es noch zu einem Angriff auf ein weiteres Schiff. Eines der beiden Schiffe wurde schwer beschädigt. Nach Angaben der Sicherheitsfirma Vanguard Tech handelt es sich um ein unter liberianischer Flagge fahrendes Schiff, „dem die Durchfahrt durch die Straße von Hormus genehmigt worden war“. Ein aus einem iranischen Hafen auslaufender Frachter wurde nach Angaben des Kapitäns acht Seemeilen westlich der iranischen Küste ebenfalls beschossen und liegt seitdem gestoppt im Wasser. Die Quelle des Beschusses konnte zunächst nicht ermittelt werden.[277][278] Bei einem dritten Vorfall soll ein unter der Flagge Panamas fahrender Frachter sechs Seemeilen vor der iranischen Küste angegriffen und von den Revolutionsgarden zum Ankern aufgefordert worden sein. Das Schiff habe Schäden gemeldet. Die Revolutionsgarden gaben an, zwei Schiffe beschlagnahmt zu haben, die gegen die Vorschriften für die Meerenge verstoßen hätten.[279] Bei den beiden beschlagnahmten Schiffen handelt es sich um die unter der Flagge von Panama fahrende MSC Francesca und die unter der Flagge von Liberia fahrende Epaminondas.[280] Diese beiden Schiffe seien festgesetzt worden, da sie keine Genehmigung für die Durchfahrt gehabt hätten und ihre Navigationssysteme manipuliert gewesen seien.[281]
23. April 2026
Nach der einseitigen Verlängerung der Waffenruhe durch die Vereinigten Staaten am Vortag war unklar, wie und wann es weitergehen solle. Zuletzt wurde berichtet, dass US-Präsident Trump der iranischen Regierung nur wenige Tage Zeit gegeben habe, um sich auf einen Vorschlag zur Beilegung des Krieges zu verständigen. Er sei bereit, die Waffenruhe um drei bis fünf Tage zu verlängern. Zuvor hatte er jedoch gesagt, dass es keinen Zeitrahmen in dem Konflikt gäbe. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses Karoline Leavitt teilte dazu mit, US-Präsident Trump habe keine feste Frist für die Übermittlung eines iranischen Vorschlags gesetzt. Der iranische Präsident Massud Peseschkian signalisierte Offenheit für weitere Verhandlungen. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim hat der Iran jedoch weiterhin keine Pläne, an Friedensgesprächen mit den USA teilzunehmen. Der iranische Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf sagte dazu, ein vollständiger Waffenstillstand ergebe nur dann Sinn, wenn die US-Seeblockade gegen den Iran aufgehoben werde.[282]
Im Indischen Ozean beschlagnahmten die Vereinigten Staaten einen weiteren Tanker, Majestic X, der mit dem Transport von iranischem Öl in Verbindung gebracht wird. Der Angriff erfolgte zwischen Sri Lanka und Indonesien, etwa an der gleichen Stelle wie bei dem Öltanker Tifani, der zuletzt von der US-Marine beschlagnahmt worden war.[283]
Trotz der US-Seeblockade vor der Straße von Hormus durchfuhren einige Schiffe mit Verbindung zum Iran die Meeresenge. 34 sanktionierte Tanker oder Tanker mit Verbindungen zum Iran hätten das Gebiet seit dem Beginn der Seeblockade in der Zeit vom 13. bis zum 21. April durchfahren, schrieb der Datenanbieter Vortexa in einem Bericht.[284]
US-Präsident Donald Trump lehnte es ab, zu einem Iran-Abkommen gedrängt zu werden. Er könne zwar sofort ein Abkommen schließen, er wolle jedoch eines, das von Dauer sei. Der Iran habe zwar während des zu diesem Zeitpunkt zweiwöchigen Waffenstillstandes vielleicht seine Waffenvorräte aufgefüllt, die Vereinigten Staaten seien jedoch in der Lage, sie in etwa einem Tag wieder auszuschalten. Den Einsatz von Atomwaffen lehnte er jedoch ab.[285]
Der dritte US-amerikanische Flugzeugträger in der Region, die USS George H. W. Bush, galt als vor Ort angekommen.
24. April 2026
Einem der ursprünglich sechs seit dem Kriegsausbruch Ende Februar im Persischen Golf festsitzenden Schiffe der Reederei Hapag-Lloyd gelang es, die Straße von Hormus zu passieren. Zu dem Zeitpunkt und den Umständen der Fahrt wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Bei einem weiteren Schiff, das noch im Persischen Golf festsitzt, sei inzwischen der Chartervertrag ausgelaufen. Somit seien es noch vier Schiffe mit rund 100 Crew-Mitgliedern der Reederei, denen es in den vergangenen acht Wochen nicht gelungen sei, die Meerenge zu passieren. Wann mit einer Rückkehr der verbliebenen Schiffe zu rechnen ist, sei unvorhersehbar. Der Vorstandsvorsitzende Rolf Habben Jansen teilte mit, dass die Seeleute gut versorgt mit Lebensmitteln und Frischwasser seien.[286]
Im Laufe des 24. April 2026 wurde gemeldet, dass der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am folgenden Wochenende in Islamabad erwartet werde. Nach Angaben aus der pakistanischen Regierung werde er von einer kleinen Verhandlungsdelegation begleitet und könne bereits am gleichen Tag eintreffen. Voraussichtlich würden Gespräche mit den Vereinigten Staaten geführt. Eine Verhandlungsgruppe der USA für Logistik und Sicherheit sei bereits in der pakistanischen Hauptstadt.[287] Später am Tag wurde bekannt gegeben, dass der Sonderbeauftragte von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner am Samstagmorgen ebenfalls nach Islamabad reisen, wo sie sich mit Araghtschi treffen sollten. US-Vizepräsident JD Vance werde nicht nach Pakistan reisen, da der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf nicht an den Gesprächen teilnehmen werde. Ghalibaf werde als bisheriger Verhandlungsführer im Weißen Haus als Pendant von Vance angesehen.[288]
25. April 2026
Die Nachrichtenagentur Reuters erhielt von einem an den Gesprächen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran beteiligten Insider die Information, dass der iranische Außenminister Abbas Araghtschi dem Vermittler Pakistan in Islamabad die Forderungen der Teheraner Führung übermittelt hätte. Dabei soll er auch iranische Vorbehalte gegen Forderungen der USA mitgeteilt haben. Entgegen anders lautenden Meldungen war iranischen Angaben zufolge zu diesem Zeitpunkt kein direktes Treffen mit Vertretern der US-Regierung geplant.[289]
26. April 2026
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi führte zwei Tage lang Gespräche mit Regierungsvertretern Pakistans. Dazwischen war er nach Oman geflogen. Daraufhin hatte US-Präsident Donald Trump eine Reise seiner Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner zu möglichen neuen Verhandlungen in Islamabad kurzfristig abgesagt. Für den 27. April 2026 war stattdessen ein Treffen von Araghtschi mit dem Präsidenten Russlands Wladimir Putin in Moskau geplant.[290]
27. April 2026
In Islamabad wurden die Verkehrsbeschränkungen um das für Verhandlungen vorgesehene Hotel aufgehoben. Lokale Medien werteten das als Zeichen für verringerte Chancen auf eine weitere Gesprächsrunde in dieser Woche. Jede Seite ging laut Experten davon aus, die jeweils andere in einer Pattsituation zu überdauern, unabhängig von den Folgen für den Rest der Welt.[291] Nach Medienberichten schlug der Iran vor, die Blockade der Straße von Hormus zu beenden. Der Plan sei bereits über pakistanische Vermittler übermittelt worden. Verhandlungen über das iranische Atomprogramm würden demnach auf später verschoben.[292]
Bundeskanzler Friedrich Merz glaubte nicht, dass die USA den Krieg schnell beenden könnten: Er hielt Iran für stärker als gedacht und kritisierte, dass die US-Seite „ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen“ sei. Die iranische Seite würde sehr geschickt verhandeln oder auch nicht verhandeln. Für Deutschland sei es „im Augenblick eine ziemlich vertrackte Lage. Und es kostet uns sehr viel Geld.“ Dieser Krieg habe „unmittelbare Auswirkungen auf unsere Wirtschaftsleistung“.[293]
28. April 2026
Der US-Außenminister Marco Rubio äußerte sich vorsichtig optimistisch zu dem jüngsten iranischen Vorschlag zur Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus. Die von Teheran vorgeschlagenen Bedingungen seien besser als zuletzt gedacht. Gleichzeitig stellte er allerdings die Aufrichtigkeit des iranischen Vorstoßes in Frage.[294]
US-Präsident Donald Trump kritisierte die Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz vom Vortag und sagte, der deutsche Bundeskanzler wisse nicht, wovon er spreche, wenn es um Iran gehe. Merz hielte es für in Ordnung, wenn der Iran Atomwaffen besäße.[295]
29. April 2026
US-Präsident Donald Trump ließ laut Wall Street Journal eine längere Blockade des Iran vorbereiten. Er wolle den Druck auf dessen Wirtschaft und Ölexporte aufrechterhalten, indem der Schiffsverkehr von und zu den Häfen des Landes unterbunden werde.[296] Wie ein ranghoher Vertreter des Weißen Hauses mitteilte, nannte Trump vor Vertretern der Ölindustrie die Möglichkeit, die Seeblockade um „mehrere Monate“ zu verlängern.[297]
Bundeskanzler Friedrich Merz erneuerte seine Kritik vom 27. April nach der scharfen Attacke von US-Präsident Trump am Folgetag: Der Krieg habe „Auswirkungen auf unsere Energieversorgung“ und „auf unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit“. Er drängte auf die Beilegung des Konfliktes. Trotz der Meinungsverschiedenheit bezeichnete er sein Verhältnis zu Trump weiterhin als gut.[298][299]
30. April 2026
Nach der Verstärkung der US-Präsenz im Nahen Osten durch den Flugzeugträger George H. W. Bush soll laut Medien der größte Flugzeugträger der US-Marine Gerald R. Ford in seinem Heimathafen gewartet werden.[300]
Infolge des Streites mit Bundeskanzler Merz drohte US-Präsident Trump erneut, die US-Truppen in Deutschland zu reduzieren. Zuvor waren bereits der britische Premierminister Starmer, der französische Präsident Macron, Spaniens Ministerpräsident Sánchez und die italienische Ministerpräsidentin Meloni wegen Kritik am Vorgehen im Irankrieg in Ungnade gefallen.[301]