Dürre und Hitze in Europa 2026
Hitzewellen in Europa im Jahr 2026
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Die Dürre und Hitze in Europa 2026 ist eine bedingt durch den Klimawandel auftretende Wetterlage. Mit Blick auf die Vergangenheit stellt dies eine Wetteranomalie mit unterdurchschnittlichen Regenmengen, überdurchschnittlichen Temperaturen und mehreren Hitzewellen dar. Insbesondere in Westeuropa waren diese von einer außergewöhnlichen Intensität und Dauer gekennzeichnet. Infolge dieser Hitzewellen, die in diversen Regionen zahlreiche Allzeit- bzw. Monatsrekorde brachen, kam es zu großen wirtschaftlichen und gesundheitlichen Auswirkungen. Begleitet wurden die Hitzewellen durch Dürren, teils schwere Waldbrände, insbesondere in Südwesteuropa, Niedrigwasser in Flüssen und Seen und eine Energiekrise in Südosteuropa durch wegbrechende Stromerzeugung. Bis September 2026 starben einer Schätzung zufolge rund 35.000 Menschen in Zusammenhang mit der Hitze, die EU rechnete zu dem Zeitpunkt mit finanziellen Schäden in Höhe von etwa 180 Mrd. Euro.

Meteorologischer Verlauf
Die ausgeprägten Hitze- und Trockenphasen des Sommers 2026 standen wiederholt mit beständigen Hochdruckgebieten über West-, Mittel- und Südeuropa in Verbindung. Diese blockierenden Wetterlagen lenkten den Westwindgürtel und den Jetstream zeitweise nach Norden, sodass atlantische Tiefdruckgebiete vor allem über Nordeuropa hinwegzogen. Dadurch hielten sich Hitze und Trockenheit in weiten Teilen des Kontinents über längere Zeit, während weiter nördlich häufiger wechselhafteres und niederschlagsreicheres Wetter auftrat.[1]
Hitze
Verlauf
Die erste Hitzewelle trat bereits im Mai auf. In Portugal wurde mit 40,3 °C in Mora ein neuer Landesrekord für den Mai verzeichnet.[2] Auch in Frankreich, wo die Hitzewelle vom 21. bis am 30. Mai dauerte, wurde mit 37,8 °C in Angoulême-La Couronne am 28. Mai ein neuer nationaler Höchstwert für den Mai registriert. Von Météo-France, dem staatlichen Wetterdienst, wurde diese Hitze als „beispiellos, historisch, außergewöhnlich“ für den Monat Mai eingestuft.[3] In Großbritannien wurden 34,8 Grad gemessen, womit der bisherige Mairekord von 32,8 Grad Celsius, der 1922 und 1944 erreicht wurde, um 2 °C übertroffen wurde.[4] In der Schweiz dauerte die Hitzewelle in Visp mit zehn Tagen (22.–31. Mai) am längsten.[5] Die höchste Temperatur in der Schweiz während dieser Hitzewelle wurde am 28. Mai mit 34,8 °C in Biasca verzeichnet, der höchste Wert der jemals in einem Mai auf der Alpensüdseite der Schweiz gemessen wurde. Er lag nur 0,3 °C unter dem nationalen Mai-Rekordwert der Schweiz (35,1 °C in Sion am 25. Mai 2009).[6] In Österreich begann diese Hitzewelle am 24. Mai und dauerte fünf bis neun Tage.[7] An 46 Messstationen der GeoSphere Austria wurden jeweils so viele Hitzetage wie noch nie in einem Mai verzeichnet.[8]
Beginnend um den 18. Juni kam es zu einer langanhaltenden Hitzewelle in Europa, die weite Teile des Kontinents betraf. Die Temperaturen stiegen infolge einer Omegalage stark an und führten in zahlreichen Staaten zu neuen Temperaturhöchstwerten, tropischen Nächten und zahlreichen hitzebedingten Todesfällen. In Frankreich dauerte die erste Hitzewelle vom 17. bis zum 30. Juni.[9] In Deutschland erstreckte sich die Hitzewelle vom 18. bis 28. Juni; der Deutsche Wetterdienst gab zwölf Tage in Folge Hitzewarnungen heraus, so lange wie nie zuvor.[10] An 467 von 488 Messstationen wurden neue Allzeit- oder Monatsrekorde der Höchsttemperatur und an 339 Stationen Rekorde der wärmsten Nachttemperatur registriert.[10] Am 27. Juni wurde in Möckern-Drewitz mit 41,8 °C der bisherige deutsche Allzeitrekord von 41,2 °C aus dem Jahr 2019 übertroffen; im Deutschlandmittel lagen die über sieben Tage gemittelte Tageshöchsttemperatur bei 33,0 °C und die entsprechende nächtliche Tiefsttemperatur bei 17,5 °C.[10] In Österreich dauerte die Hitzewelle in den Niederungen 18 bis 35 Tage.[7] In der Schweiz wurde am 27. Juni in Lugano mit 25,3 °C das bisher höchste landesweite Tagesminimum seit Messbeginn vom 19. Juni 2013 in Meiringen egalisiert.[11] Am 30. Juni wurde in Ungarn mit 42 °C in Szécsény ein neuer Landesrekord verzeichnet.[12] Die extreme Hitze entstand unter einer ungewöhnlich stabilen Omega-Wetterlage; die Hochdruckgebiete Gorgias und Hartmut, der Zustrom sehr warmer Luft aus Nordafrika, großräumig absinkende Luft und nahezu ungestörte Sonneneinstrahlung zur Zeit der maximalen Tageslänge wirkten dabei zusammen.[10]
In Frankreich dauerte die zweite Hitzewelle vom 4. bis am 19. Juli.[13] Auch in Spanien kam es Anfang Juli zu einer Hitzewelle, bei der u. a. Barcelona an der Messstation des Fabra-Observatoriums am 8. Juli mit 40,9 °C die höchste Temperatur seit Messbeginn 1914 verzeichnete, 0,9 °C mehr als der bisherige Rekord vom 30. Juli 2024.[14] Unter den Hauptmessstationen des katalanischen Wetterdienstes Meteocat wurde die höchste Temperatur im Juli 2026 am 23. mit 44,2 °C in Murcia gemessen, sieben Hauptmessstationen in Katalonien verzeichneten an diesem Tag ein neuer Juli-Rekord bei der Tageshöchsttemperatur.[15]
In Frankreich begann am 28. Juli eine neue Hitzewelle,[16] die auch Deutschland erfasste.[17] In Bernburg wurden 40,5 °C erreicht – die bisher höchste Temperatur, die in einem Juli in Sachsen-Anhalt gemessen wurde.[18] Auch an weiteren Orten wurde die 40-Grad-Marke erreicht bzw. überschritten.[19] Die Schweiz wurde um den 29. Juli von der Hitzewelle erfasst.[20] An diesem Tag wurden an mehreren Messstationen im Land neue Juli-Rekorde bei der Tageshöchsttemperatur erreicht.[21] Am 30. Juli wurden an mehreren Messstationen neue Allzeitrekorde verzeichnet, so z. B. in Basel/Binningen mit 39,7 °C, womit zudem der bisherige Rekord für die Alpennordseite der Schweiz vom 7. Juli 2015 aus Genf egalisiert wurde.[22] Auch Österreich war wieder betroffen, wo am 31. Juli in Wieselburg mit 40,3 °C der langjährige Österreich-Julirekord (39,7 °C in Dellach im Drautal am 27. Juli 1983) übertroffen wurde. Am gleichen Tag verzeichnete Österreich an weiteren Messstationen neue Juli- bzw. Allzeitrekorde.[23] Wie bei der Hitzewelle im Juni wurde wieder heiße Luft aus Nordwestafrika über die Iberische Halbinsel nach Europa geführt. Wiederum wurde diese nach Norden bis Nordosten fließende Strömung zwischen einem Tiefdruckgebiet im Westen (mit Stand 29. Juli lag es östlich der Azoren über dem Atlantik) und einem Hoch im Osten (dessen Kern, langsam ostwärts ziehend, lag an jenem Tag über Korsika und Sardinien) gebildet.[24]
In Österreich wurden im Zeitraum zwischen dem 3. und 6. August unzählige Temperaturrekorde gebrochen. 63 Messstationen verzeichneten ein neuer Stationsrekord in Bezug auf die Maximaltemperatur.[25] Am 4. August wurden in Wien-Stammersdorf 41,0 °C gemessen und der langjährige Österreich-Allzeitrekord vom 8. August 2013 (40,5 °C in Bad Deutsch-Altenburg) übertroffen.[26] Sieben weitere amtliche Wetterstationen registrierten an diesem Tag Höchstwerte zwischen 40,0 und 40,7 °C.[25] Schon einen Tag später wurde der gerade erst aufgestellte, neue Hitzerekord noch einmal überboten: 41,2 °C waren es in Bad Deutsch-Altenburg.[27] Mit Ausnahme jenes 8. August 2013 lagen die Temperaturen in Österreich vor den Hitzewellen des Jahres 2026 stets unter 40 °C; 2026 wurde diese Temperaturmarke jedoch mit Stand 5. August an gleich sechs Tagen erreicht oder überschritten, darunter an drei Tagen hintereinander.[28] In der Stadt Bludenz, in der in durchschnittlichen Sommern ein „sehr heißer Tag“ auftritt, gab es im Sommer 2026 bis zum 15. August schon 13 davon.[29][30] Am 6. August wurde in der Slowakei mit 42,2 °C in Dolné Plachtince ein neuer Allzeit-Hitzerekord verzeichnet. Der bisherige Landesrekord wurde erst am Vortag in Kamenica nad Hronom mit 41,4 °C registriert.[31] Am 13. August wurde in Großbritannien mit 38,1 °C in Kew Gardens der bis dahin heißeste Tag des Jahres und der fünftheißeste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen registriert.[32] In der Schweiz wurden am 13. und 14. August an mehreren Messstationen neue August-Rekorde verzeichnet.[33]
Am 17. August beendete eine von Westen hereinziehende Kaltfront mit Regenschauern und Gewittern die Hitzewelle in Teilen Mitteleuropas. Speziell über dem Süden und Südosten Deutschlands wurden teils kräftige Schauer und Gewitter erwartet.[34] In Österreich erfasste die Front zuerst Vorarlberg und räumte die Heißluft vor allem an der Alpennordseite[35] sowie in Tschechien und Polen aus.[35] Ihr folgte eine Westwetterlage, in der warme und feucht-kühle Strömungen abwechselten.[36] So war es beispielsweise möglich, das am 20. August in Östösterreich nochmals große Hitze (z. B. Güssing 35,8 °C[37]) herrschen konnte. In der Schweiz wurden in der Nacht auf den 17. August verbreitet Regenschauer verzeichnet und am 19. und 20. August gab es lokale Schauer, bevor am 21. August eine deutliche Abkühlung und flächiger Regenschauer verzeichnet wurde.[38][39][40] Seither gab es in der Schweiz vorerst nur noch in Biasca zwei weitere Hitzetage am 22. und 24. August, bevor am 27. August wieder über ein Viertel der Messstationen Hitzetage von bis zu 33 °C verzeichneten.[5]
Die Nacht auf den 28. August war in den Alpentälern auf der Alpennordseite wegen eines starken Südföhns vielerorts außerordentlich mild. Zum Beispiel wurde in Vaduz morgens um 8 Uhr, dem offiziellen Ende der Nacht, die nächtliche Minimumtemperatur mit 28,7 °C registriert[41] und das Tagesmaximum mit 31,3 °C bereits kurz nach Mitternacht (0:20 Uhr).[42] In Altenrhein wurde etwas später (01:10 Uhr) mit 31,4 °C sogar ein noch höheres Tagesmaximum erreicht, es ist zudem die höchste Temperatur, die an diesem Tag in der Schweiz gemessen wurde.[43] In Vaduz lag die Temperatur bis morgens um 7 Uhr stets über 30 °C, womit dort auch das höchste nächtliche Minimum (18–06 UTC) an den SwissMetNet-Stationen seit Messbeginn 1981 verzeichnet wurde.[41] In Vorarlberg wurde mit 27,3 °C in Feldkirch ebenfalls ein neuer Landeshöchstwert der nächtlichen Minimumtemperatur registriert und der bisherige Rekord von 25,5 °C im Jahr 2017 in Brand deutlich übertroffen.[44] Am Tage folgte an sechs Messstationen zwischen Salzburg und der Steiermark nochmals große Hitze von 35 °C und mehr, bis zu 37,2 °C waren es in Weyer.[45]
Auch im September gab es vielerorts noch heiße Tage mit Temperaturen von über 30 °C oder weit darüber hinaus. Am 3. September wurde nach vorläufigen Daten des nationalen Wetterdienstes Aemet mit 45,7 °C in El Granado sogar die höchste Temperatur in Spanien seit Jahresbeginn gemessen, womit auch die höchste September-Temperatur seit Messbeginn in Montoro aus dem Jahr 2016 egalisiert wurde.[46] In der Schweiz wurde am 4. September vielerorts ein Hitzetag verzeichnet, mit neuen September-Rekorden an insgesamt 20 Messstationen. Am heißesten wurde es an diesem Tag mit 33,3 °C in Genf/Cointrin, wobei der dortige und gleichzeitig der schweizweite Septemberrekord mit 35,0 °C vom 5. September 1906 unerreicht blieb.[47] Am 7. September verzeichneten immer noch 21 Messstationen von MeteoSchweiz einen Hitzetag und vier Messstationen eine Tropennacht, bevor am 8. September nochmals an 60 Messstationen ein Hitzetag und an vier Messstationen eine Tropennacht registriert wurden.[5] Am heißesten wurde es an diesem Tag mit 34,7 °C in Genf, neue September-Rekorde wurden an nicht weniger als 32 Messstationen gemessen,[48] u. a. in Chur, Payerne und Zürich, wo die alten Rekorde alle erst am 4. September 2026 verzeichnet worden waren. Am 9. September folgte ein Temperatursturz, womit es gegenüber dem Vortag lokal um über 15 °C abkühlte.[49] Seither wurden in der Schweiz nur noch in Biasca zwei Hitzetage registriert, am 14. September mit 31,6 °C und am 21. September mit 30,3 °C (Stand 22. September).[5]
Meeresoberflächentemperaturen
Die durchschnittliche globale Meeresoberflächentemperatur zwischen 60 Grad nördlicher und südlicher Breite betrug im August 21,07 °C, der höchste jemals für diesen Monat verzeichnete Wert, vor dem bisherigen August-Rekord von 20,98 °C aus dem Jahr 2023.[50] Das Mittelmeer verzeichnete bei der durchschnittlichen Meeresoberflächentemperatur im Juni und Juli neue Rekordwerte für den jeweiligen Monat.[51][52] Die Wassertemperaturen lagen extrem hoch, im westlichen Mittelmeer etwa vier Grad über dem langjährigen Durchschnitt. Anfang August wurde von einer Messboje vor Mallorca eine Wassertemperatur von 33,02 °C gemessen, vorläufigen Daten zufolge der höchste jemals in spanischen Gewässern gemessene Wert.[53] Im südlichen Tyrrhenischen Meer sowie der nördlichen Adria lagen die Spitzenwerte zwischen 30 und 32 °C.[54]
Bilanz des Sommers 2026
Die Durchschnittstemperatur über dem europäischen Festland lag im meteorologischen Sommer (Juni bis August 2026) um 1,17 °C über dem Durchschnitt der Jahre 1991–2020, der drittwärmste Sommer in Europa im ERA5-Datensatz.[50] Die durchschnittliche Lufttemperatur in Bodennähe über Westeuropa erreichte mit 21,69 °C den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen für diese Jahreszeit und lag damit 2,54 °C über dem Durchschnitt der Jahre 1991–2020. Der bisherige Rekord wurde 2003 aufgestellt.[50]
Deutschland
In Deutschland wird mit einem voraussichtlichen Temperaturmittel von 19,6 °C der zweitheißeste meteorologische Sommer, nach dem Jahrhundertsommer 2003 mit 19,7 °C erwartet, wobei in mehreren Bundesländern der wärmste Sommer seit Messbeginn verzeichnet wurde.[55]
Österreich
In Österreich wurde der heißeste meteorologische Sommer der Messgeschichte verzeichnet, die gemittelte Lufttemperatur lag um 2,6 Grad über dem Klimamittel 1991 bis 2020. Im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990 lag der Sommer 2026 österreichweit sogar 4,4 Grad über dem Durchschnitt. Bisher war der Sommer 2024 der heißeste Sommer in Österreich, gefolgt von den Sommern 2019, 2003, 2015, 2022, 2017, 2018, 2025 und 2023.[56] Der Sommer 2026 war ausnahmslos in jedem Bundesland der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, wobei in Vorarlberg mit einem plus von 3,1 Grad zum Klimamittel 1991 bis 2020 die höchste Temperaturanomalie verzeichnet wurde.[57]
Schweiz
In der Schweiz ist der meteorologische Sommer 2026 mit einer Durchschnittstemperatur von 17,24 °C der bisher heißeste Sommer seit Messbeginn 1864 und liegt 0,36 °C über dem bisherigen Rekordsommer 2003.[58] An insgesamt 30 Messstationen des staatlichen Wetterdienstes MeteoSchweiz stammt die absolute Höchsttemperatur neu aus dem Sommer 2026, nicht ganz die Hälfte davon erreichte den lokalen Allzeit-Rekord schon im Juni.[59] Bis zum 14. September wurden in Biasca im Tessin seit Anfang des Jahres 83 Hitzetage (Höchsttemperatur ≥ 30 °C) registriert[5] und damit bereits mehr als im gesamten Rekordjahr 2022, als es dort insgesamt 67 Hitzetage gab.[60] An mindestens 45 Messstationen von MeteoSchweiz wurde die im Jahr 2003 (mit Hitzewelle in Europa) jeweils erreichte Anzahl an Hitzetagen zum Teil deutlich übertroffen.[5] Auch die Anzahl sogenannter Wüstentage (Höchsttemperatur ≥ 35 °C) wurde in der Schweiz im Vergleich zum Sommer 2003 an einigen Messstationen übertroffen.[61] In Locarno-Monti wurden bereits im Mai vier Tropennächte (Tiefsttemperatur ≥ 20 °C) registriert und bis zum 7. September stieg dieser Wert weiter auf 57 Tropennächte,[5] ein neuer Landesrekord, wobei im Jahr 2003 dort lediglich 42 Tropennächte verzeichnet wurden.[62]
Spanien
Spanien erlebte den heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Die durchschnittliche Temperatur lag bei 24,5 °C und damit noch höher als im bisherigen Rekordjahr 2025. Insgesamt wurden 61 Tage mit Hitzewellen verzeichnet, 20 mehr als 2022, als es 41 gegeben hatte.[63]
Südeuropa
In Italien war der Sommer 2026 mit einer landesweiten Durchschnittstemperatur von 24,3 °C der heißeste Sommer seit Messbeginn 1950.[64] In Frankreich wurde mit einer Durchschnittstemperatur von 24,0 °C (+3,6 °C über der Normalperiode) der heißeste Sommer seit Messbeginn 1900 verzeichnet und übertraf damit die Sommer 2003 (+2,7 °C) und 2022 (+2,3 °C). Die Höchsttemperaturen im Sommer 2026 erreichten oft beispiellose Werte und wiesen eine durchschnittliche saisonale Abweichung von 4,8 °C auf (+3,3 °C im Jahr 2003).[65] In Belgien wurde mit einer Durchschnittstemperatur von 20,3 °C der heißeste Sommer seit Messbeginn 1833 verzeichnet. An der Messstation in Uccle lag die Temperatur an 64 Tagen in Folge stets über 20 °C.[66]
Nordeuropa
Nordeuropa war als Grenzregion der sommerlichen Hochdrucklagen von Hitze und Trockenheit nur regional und zeitweise betroffen, insgesamt jedoch deutlich weniger einheitlich als West- und Mitteleuropa. In Dänemark bestanden bereits nach einem trockenen Winter und Frühjahr in großen Teilen des Landes ungewöhnlich niedrige Wasserstände in Fließgewässern und Grundwasser; Anfang Juni waren weiterhin mehrere Regionen von hydrologischer Trockenheit betroffen.[67]
Auch Teile der skandinavische Halbinsel wurden von Hitze- und Trockenperioden erfasst. In Norwegen wurden im Sommer zwei Hitzewellen sowie Temperaturen von über 34 °C registriert; besonders warm und trocken war es im zentralen Osten und in Teilen des Südens. Andere Landesteile, insbesondere West-, Mittel- und Nordnorwegen, waren dagegen teilweise ungewöhnlich niederschlagsreich. Auf der Inselgruppe Inselgruppe Spitzgerben im Arktischen Ozean war der Juni außergewöhnlich warm: An mehreren Messstationen wurde dort der wärmste Juni seit Beginn der jeweiligen Messreihen registriert.[68]
Im Juli zeigte sich innerhalb Nordeuropas ein deutlicher Gegensatz: Teile Südskandinaviens waren trockener als im langjährigen Mittel, während Finnland und die baltischen Staaten überdurchschnittlich viel Niederschlag erhielten. Zugleich lagen die Julitemperaturen in großen Teilen Skandinaviens unter dem Mittel von 1991 bis 2020.[69] Für den Zeitraum von Mai bis Juli stellte auch das ECMWF fest, dass die Temperaturabweichungen in Nord- und Osteuropa insgesamt wesentlich näher am langjährigen Mittel lagen als in West- und Mitteleuropa; bei den Niederschlägen bestand ein deutlicher Gegensatz zwischen dem trockenen Mitteleuropa und dem teilweise feuchten Skandinavien.[70]
Niederschlagsdefizit
In Deutschland bestand seit November 2025 mit Ausnahme des ungewöhnlich nassen Februars ein Niederschlagsdefizit; nach der extremen Hitze Ende Juni lag die Bodenfeuchte in der südwestlichen Landeshälfte deutlich unter dem für Juli üblichen Niveau.[71]
Ähnlich betroffen war Österreich, wo es seit Oktober 2025 – mit Ausnahme des Februars 2026 – zu wenig Niederschlag gab.[72] Im landesweiten Mittel fiel das Niederschlagsdefizit in der ersten Jahreshälfte 2026 mit 27 % fast gleich hoch aus wie 2003 mit 30 % und 1993 mit 29 %.[73] In der Periode vom 23. Februar bis am 9. August 2026 fiel das Niederschlagsdefizit sogar höher aus als im gleichen Zeitspanne der Jahre 2003 und 2015. Der Zeitraum von August 2025 bis Juli 2026 werde in Österreich laut Klimaforscher Klaus Haslinger vom staatlichen österreichischen Wetterdienst GeoSphere Austria als die trockenste 12-Monats-Periode seit Messbeginn 1850 in die Geschichte eingehen.[74] In dieser Zeitspanne sind im österreichweiten Durchschnitt 35 % weniger Niederschlag als üblich gefallen. Die trockensten Gebiete waren hierbei der Nordosten des Landes sowie der Walgau und das Oberland in Vorarlberg ganz im Westen.[36]
In der Schweiz waren die Niederschlagsmengen bereits im vergangenen Winter (Dezember 2025–Februar 2026) verbreitet unter dem Durchschnitt der Referenzperiode 1991–2020, wobei das Niederschlagsdefizit im landesweiten Durchschnitt bei rund 30 % lag.[75] Der Frühling 2026 (März–Mai) zählte in der Schweiz im landesweiten Mittel zu den zehn trockensten Frühlingen seit Messbeginn 1864. Extrem trocken war der April, im Schweizer Mittel der vierttrockenste April seit Messbeginn 1864.[76] Auch im Juni lag die monatliche Niederschlagssumme verbreitet unter der Referenzperiode.[77] Bei einem Großteil der Messstationen von MeteoSchweiz wurde im Juli 2026 ein Niederschlagsdefizit von 30 bis 70 % im Vergleich zur aktuellen Normalperiode (1991–2020) verzeichnet.[78] In der Periode von April bis Juli lag das landesweit gemittelte Niederschlagsdefizit bei 46 %, der höchste Wert seit 1901. In Bezug auf diese Periode war bisher das Jahr 2018 das niederschlagsärmste Jahr.[79] Auch die erste Augusthälfte war in der Schweiz laut dem privaten Wetterdienst MeteoNews mit einem Defizit von rund 66 % deutlich zu trocken. Das Monatsdefizit reduzierte sich bis zum Ende des Monats auf 19,8 %.[80] In der ersten Septemberhälfte lag das durchschnittliche Niederschlagsdefizit in der Schweiz bei über 50 %.[81]
Schwer durch geringe Niederschläge bei gleichzeitig hohen Temperaturen getroffen waren auch ein Großteil Englands[82] sowie ganz Wales: in diesen Teilen Großbritanniens wurde am 11. August 2026 offiziell eine Dürre erklärt[83]. Für 23 Millionen Engländer und Waliser wurden Bewässerungsverbote erlassen. Insgesamt war der Juli 2026 nach provisorischen Daten des Met Office der trockenste Juli in England seit Beginn der Aufzeichnungen; im Landesschnitt fielen nur etwa 7 % des üblichen Niederschlags, in manchen Regionen im Süden nur 1 %,[84] womit Südengland sogar den trockensten Monat seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1836 erlebte. In Wales wurde nach provisorischen Daten der trockenste Juli seit Messbeginn verzeichnet.[85]
Frankreich verzeichnete im Landesdurchschnitt den zweittrockensten Sommer seit 1959 mit einem Defizit von 40 %, etwas nasser als der Sommer 1962 (50 %), aber trockener als der Sommer 1976 (35 %).[65]
Einfluss des Klimawandels
Für die westliche Untersuchungsregion, die England und Wales, Frankreich, Italien sowie die Iberische Halbinsel umfasste, ließ sich bei den Niederschlägen von April bis Juni kein klarer Einfluss der globalen Erwärmung nachweisen; die hohe potenzielle Evapotranspiration (PET), ein Maß für die atmosphärische Verdunstungsnachfrage, wurde dagegen etwa 80-mal wahrscheinlicher und rund 7 % intensiver.[71] In der östlichen Untersuchungsregion, zu der Deutschland und große Teile Mittel- und Osteuropas gehörten, wurden die von Januar bis Juni beobachteten hohen PET-Werte durch den menschengemachten Klimawandel etwa 40-mal wahrscheinlicher und rund 8 % intensiver.[71] Die beobachtete Bodenfeuchtedürre wurde gegenüber einem 1,4 °C kühleren Klima in der westlichen Region etwa fünfmal und in der östlichen Region auf der Sechsmonatsskala etwa elfmal wahrscheinlicher.[71] Diese Werte beziehen sich auf großräumig zusammengefasste Gebiete und Zeiträume und lassen sich daher nicht unmittelbar auf einzelne Orte oder kürzere Phasen übertragen.[71] In der Schweiz wäre eine vergleichbare Dürre unter den Klimabedingungen vor dem 21. Jahrhundert etwa einmal alle 500 Jahre zu erwarten, doch die Wahrscheinlichkeit von solchen Extremereignissen hat sich inzwischen derart verschoben, dass bei fortschreitendem Klimawandel auch in näherer Zukunft mit Dürren vergleichbaren oder gar größeren Ausmaßes gerechnet werden muss.[86]
Auswirkungen
Gesundheit
Hitzebedingte Todesfälle
In Westeuropa war es im Juni und Juli 2026 mit einer Durchschnittstemperatur von 21,62 °C heißer als in jedem Juni und Juli seit Beginn der Aufzeichnungen.[87] Durch die Hitze kam es in zahlreichen Staaten zu schweren gesundheitlichen Auswirkungen einschließlich einer hohen Anzahl hitzebedingter Todesfälle. Erste wissenschaftliche Schätzungen vom Juli 2026 gingen anhand der Übersterblichkeit davon aus, dass allein während der Juni-Hitzewelle mehr als 20.000 Menschen in Europa ums Leben gekommen sein könnten.[88] Nach vorläufigen Schätzungen der Beobachtungsplattform EuroMomo gab es europaweit zudem zwischen Mitte Juli und Mitte August mehr als 32.000 zusätzliche Todesfälle.[89] Bis September 2026 starben einer Schätzung zufolge rund 35.000 Menschen in Zusammenhang mit der Hitze.[90]
In Deutschland starben bis zum 9. August schätzungsweise rund 14.000 Menschen im Zusammenhang mit hohen Temperaturen, weitaus mehr als 2018, dem bislang schlimmsten Jahr, in dem etwa 9.000 hitzebedingte Todesfälle verzeichnet wurden.[91] Von diesen 14.000 Sterbefällen entfielen etwa 9.600 „Hitzetote“ auf die extrem heiße Woche vom 22. bis zum 28. Juni, während der vielerorts Temperaturen über 40 °C erreicht wurden. Am stärksten betroffen waren Senioren über 85 Jahren, jedoch gab es auch 1.100 „Hitzetote“ von Menschen unter 65 Jahren und 1.800 „Hitzetote“ in der Altersklasse 65 bis 74 Jahre.[92] Teils gerieten Rettungsdienste und Notaufnahmen durch das erhöhte Patientenaufkommen an ihre Belastungsgrenze.[93] Die GeoSphere Austria bezeichnete Hitze in einer Aussendung von 2026 als „die tödlichste Naturgefahr“ in Österreich.[94] Die am 12. Juli ausgetragene Etappe der Tour de France wurde, nachdem die Teilnehmer in den Tagen zuvor schon Temperaturen von bis zu 35 °C ausgesetzt waren, von 185,5 km auf 155,5 km gekürzt. Erstmals in der langjährigen Geschichte des Radrennens war Hitze der Grund für eine Änderung der Tourplanung.[95] Indes wurde wegen extremer Hitze auch die am 6. September ausgetragene Etappe der Vuelta a España massiv gekürzt.[96]
Laut Berechnungen der AGES kam es in Österreich in den Monaten Juni und Juli zu einer Rekordzahl von 646 hitzebedingten Todesfällen.[97] Greenpeace nahm seit Juni 2026 in zwölf Wohnungen in Wien regelmäßige Messungen vor und stellte dort bis zum 31. Juli Temperaturen von 29 bis 34 °C fest. Die Volkshilfe forderte gezielte Entlastungsmaßnahmen für armutsgefährdete Menschen, die wenig mobil sind, kaum Mittel für bauliche Maßnahmen (z. B. Jalousien) haben oder sich keinen Schwimmbadbesuch leisten können.[98] Der Leiter der österreichischen Telefonseelsorge gab an, die Menschen seien in einer Hitzeperiode „dünnhäutiger“ und wissen weniger, wie sie körperlich mit der Hitze umgehen sollen. Zwar werde die Telefonseelsorge im Sommer ohnehin am meisten beansprucht; im Sommer 2026 war sie jedoch ganz besonders gefragt.[99]
In der Schweiz starben zwischen Juni und August 659 Menschen mehr als statistisch zu erwarten gewesen wäre.[100]
In Frankreich gab es vorläufigen Berechnungen der Gesundheitsbehörden zufolge allein in der Juni-Hitzewelle mehr als 5700 „Hitzetote“, wobei etwa die Hälfte der Menschen zwischen dem 25. und 27. Juni starben.[101]
In England und Wales starben gemäß UK Health Security Agency allein durch die Hitzewellen im Mai und Juni fast 2900 Menschen und damit fast so viele wie im Gesamtjahr 2022, dem Jahr mit der bislang größten hitzebedingten Übersterblichkeit.[102][103]
In Spanien wurden zwischen 1. Juni und 19. August mehr als 4450 „Hitzetote“ verzeichnet.[63]
Italien rief am 6. August 2026 erstmals die höchste Alarmstufe Rot für alle 27 Städte seines nationalen Hitzewarnsystems aus.[104] Diese Alarmstufe bedeutet ein Gesundheitsrisiko für die gesamte Bevölkerung.[105]
Ozonbelastung
Laut einer Analyse der Nichtregierungsorganisation Global Witness lagen die Ozonwerte an 59 Stationen (36 %) der 159 im Zeitraum vom 21. bis am 28. Juni 2026 in Europa untersuchten Messstationen so hoch wie niemals zuvor in einem Juni. Ozon ist nach Feinstaub der zweitgefährlichste Luftschadstoff in der EU. Es kann Entzündungen der Lunge, der Augen, der Nase und des Rachens hervorrufen und Asthmaanfälle auslösen.[106]
Dürrefolgen für Land-, Vieh- und Forstwirtschaft

Im Sommer 2026 kam es in weiten Teilen Europas zu Dürre.[71] Betroffen waren mit Stand Mitte August 2026 vor allem Teile der Iberischen Halbinsel, Frankreichs, Deutschlands, Österreichs, Ungarns und Großbritanniens.[107] Die Dürre entwickelte sich als zusammengesetztes Ereignis aus länger anhaltenden Niederschlagsdefiziten und extremer Hitze; im Osten bestanden Niederschlagsdefizite teils bereits seit 2025, während die Dürre im Westen nach einem überwiegend feuchten Jahresbeginn vor allem ab April rasch einsetzte.[71] Die hohen Temperaturen steigerten die atmosphärische Verdunstungsnachfrage und entzogen Böden und Vegetation zusätzliche Feuchtigkeit.[71] Dadurch können Niederschlagsdefizite, die in einem kühleren Klima noch keine Dürre ausgelöst hätten, unter den heutigen Temperaturen zu ausgeprägten landwirtschaftlichen und ökologischen Dürrebedingungen führen.[71]

Infolge der Dürre wurden Ernteausfälle erwartet, etwa beim Mais.[108] Der Deutsche Bauernverband ging Anfang August von einer leicht unterdurchschnittlichen Ernte in Deutschland bei Getreide und Raps aus, während es bei späten Früchten noch zu früh für eine Bewertung war.[109] Jedoch sei gerade die Situation bei Spätkulturen wie Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais angespannt, deren wichtigsten Wachstums- und Ertragsphasen in die trockensten und heißesten Monate fielen.[110] Problematischer sei die Situation beim Grünland, wo es zu Problemen bei der Futterversorgung für die Tierhaltung kam. So mussten gemäß Bauernverbandes über ein Drittel der deutschen Landwirte Futtermittel zukaufen.[109] Auch die Forstwirtschaft war betroffen. In manchen Teilen Deutschlands warfen Bäume teils schon im Sommer, 6 bis 8 Wochen vor dem üblichen Zeitraum, ihr Laub ab. Das Laub verfärbte sich teils bereits im Juli gelb. Betroffen waren auch die eigentlich als vergleichsweise trockenheitsresistent geltenden Eichen.[111] In Österreichs Auwäldern kam es zu einem verfrühten Laubabwurf – obwohl diese Ökosysteme durch Flussnähe und Grundwasser eigentlich als besonders widerstandsfähig gelten. Der NDVI (Normalisierter differenzierter Vegetationsindex), ein satellitengestützter Indikator für die Vitalität und Grünheit von Vegetation, zeigt einen deutlichen Einbruch. Während gesunde Auenvegetation ihre hohe Grünheit normalerweise bis weit in den Spätsommer hinein beibehält, begann der NDVI in diesem Jahr bereits ab Mitte Juli deutlich zu sinken. Die Werte im August entsprechen eher dem Niveau von Ende September. Die Bodenfeuchte lag rund 50 % unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre.[112]

Österreichische Milchbauern trieben ihre Kühe teilweise bereits mitten im Sommer in die Ställe und gaben ihnen Winterfutter, da zu wenig Gras auf den Weiden nachwuchs.[113] Auch Wassermangel, vor allem auf höhergelegenen Almen, machte den Bergbauern zu schaffen; teilweise wurde das Wasser für die Weidetiere schon aufwendig mit Tankwagen hinauftransportiert, da eine Alpkuh 70 bis 80 Liter Wasser pro Tag braucht.[114] In den letzten Wochen bis Mitte August sind dreimal soviele Schlachtkühe wie gewöhnlich gehandelt worden, um der Futterknappheit zu entkommen.[115] Die Österreichische Hagelversicherung bezifferte die im Land durch die Dürre ausgelösten Schäden mit Stand 10. August auf 1 Milliarde Euro. Das ist das Zehnfache des Vorjahres. Der Vorsitzende der Hagelversicherung erwartet eine deutliche Verschlechterung der Eigenversorgung Österreichs mit Lebensmitteln, eine höhere Abhängigkeit von Importen und höhere Lebensmittelpreise.[116]
Auch in der Schweiz wurde das Futter auf vielen Betrieben knapp und die Ernteerträge bei den Ackerkulturen fielen tiefer aus als üblich. Infolge hob das Bundesamt für Landwirtschaft die Zölle auf Heuimporte per 1. August 2026 auf.[117] Da das Futter auch in Europa knapp war, wurde das Heu vermehrt auch aus Kanada importiert.[118] Die Schweizer Armee flog Wasser mit Superpumas u. a. auf die Freiburger Alpen.[119] Auf einer in einem Skigebiet liegenden Alm in Graubünden wurden die für die Beschneiung vorhandenen Wasserleitungen zum Befüllen von Viehtränken benutzt.[120] Mancherorts endete die Almsaison mehrere Wochen früher als üblich.[121] Mit Stand von Anfang August schätzte die Schweizerische Hagel-Versicherungs-Gesellschaft die versicherten Schäden infolge der anhaltenden Trockenheit auf rund 19 Millionen Franken.[122] Mit Stand vom 21. September wurden die versicherten Pflanzenschäden auf 59,2 Millionen Franken geschätzt, wobei die Trockenheit für rund 45 % der Schäden verantwortlich war, fast gleich viel wie durch Hagelschäden verursacht wurden.[123] Gemäß Hochrechnungen der Branchenorganisation Swisspatat wird die Kartoffelernte in der Schweiz mit 333.000 Tonnen so tief ausfallen wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen vor über hundert Jahren und liegt knapp 20 % unter dem Durchschnitt der Jahre 2020–2025. Pro Hektar werden etwa 29,4 Tonnen erwartet, wobei dieser Wert letztmals im Jahr 1965 (ein besonders kühles und regnerisches Jahr[124]) mit 23,1 Tonnen pro Hektar tiefer lag.[125][126]
In England waren am 11. August mehr als 70 % der Landesfläche von Dürre betroffen[127], in Wales das ganze Landesgebiet.[128] Landwirte und Experten warnten vor Dürreschäden bei der Landwirtschaft und Preiserhöhung insbesondere bei gesunden Nahrungsmitteln wie Gemüse. Auch die Wasserversorgung geriet unter Druck, da die Wasserreserven schneller verbraucht wurden, als sie sich regenerieren. Vielerorts war auch die Vegetation ausgetrocknet, was das Waldbrandrisiko erhöhte.[82] Im August hatten fünf Wasserspeicher in England und Wales extrem niedrige Wasserstände.[129]
Im Burgund begann bereits am 8. August die Ernte für den Schaumwein Crémant, fünf Tage früher als beim bislang frühsten Erntebeginn. In Languedoc-Roussillon wurden die ersten Trauben sogar schon im Juli geerntet. Andere Weinernten wurden durch Hitze und die Dürre jedoch verzögert, da diese das Pflanzenwachstum und Traubenreife verzögerten.[130] Nach vorläufigen Schätzungen des französischen Landwirtschaftsministeriums gab es 2026, maßgeblich wegen des von Extremwetterereignissen geprägten Sommers, die niedrigste Weinernte in Frankreich seit 30 Jahren.[131]
Niedrigwasser in Flüssen und Seen



In verschiedenen Flüssen kam es zu Niedrigwasser, darunter Donau, Rhein und Elbe, wodurch u. a. der Gütertransport auf Wasserstraßen nur noch eingeschränkt möglich war.[108] Ende Juli war die Schifffahrt auf Rhein und Donau so stark limitiert, dass Schiffe nur noch einen Bruchteil ihrer Ladung aufnehmen konnten und die IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz vor Versorgungsengpässen bei Rohstoffen wie Kohle, Rohöl und Erdgas warnte.[133] Auch die Stromerzeugung aus Wasserkraft ging zurück.[134]
In der Schweiz erreichte der Rhein bei der Messstation in Neuhausen am Rheinfall in den Monaten Mai bis September neue Rekordtiefs bei den täglichen Abflussmengen. Zudem wurden im August und September die tiefsten Monatsmittelwerte seit Beginn der Messungen am heutigen Standort im Jahr 1959 verzeichnet, wobei der bisherige Rekord vom April 2025 bei 181 m³/s lag.[135][136] In den Niederlanden erreichte der Rhein am Pegel Lobith den niedrigsten Wasserstand seit Beginn der Aufzeichnungen.[137] Am 1. August erreichte der Pegel Köln mit 68 cm ebenfalls den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen, noch einen Zentimeter tiefer als während des Dürrejahres 2018, während die Pegel Kaub und Duisburg-Ruhrort wieder genau die Niedrigststände von 2018 erreichten.[138] Am 3. August erreichte Rhein bei Kaub mit 24 cm den niedrigsten Pegel seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1905,[139] bevor am 5. August mit 19 cm erneut ein Tiefststand erreicht wurde.[140] In den kommenden Tagen sank der Pegel Kaub weiter, bis am 17. August auf 5 cm, bevor am 24. September – nach einem zwischenzeitlichen Anstieg – mit 2 cm ein neues Rekordtief erreicht wurde. Am nächsten Tag (Stand 19:30 Uhr) fiel der Pegel weiter auf minus 1 cm.[141] Am Abend des 8. August erreichte der Pegel Köln mit 59 cm einen neuen Tiefststand,[142][143] der sich bis am 16. August weiter auf 45 cm senkte.[144] In Düsseldorf wurde am 7. August mit einem Pegel von erst 14 cm,[145] dann 13 cm ein neuer Tiefststand erreicht. Mit Stand 14. August lag er bei 1 cm, am 16. wurde er erstmals in seiner Geschichte negativ.[146][147] Am 24. September erreichte der Pegel Mainz mit 100 cm den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen.[148] Der Pegel Worms fiel am 24. September auf minus 26 Zentimeter, laut Bundesanstalt für Gewässerkunde der niedrigste je gemessene Wert seit 200 Jahren.[149]
Der Durchfluss der Donau am Pegel Baziaș an der serbisch-rumänischen Grenze sank bis zum 12. August auf 1350 Kubikmeter Wasser pro Sekunde[150] und unterbot damit den im Jahr 1985 erreichten Niedrigstwert (1400 m³/s). Der Durchschnitt im Juli liegt bei 4750 Kubikmetern, im August bei 3900 m³/s pro Sekunde.[151] Am Elbe-Pegel Magdeburg-Strombrücke wurde am 9. August ein Wasserstand von 41 Zentimeter gemessen; noch einmal 4 cm weniger als der bisherige niedrigste Stand aus dem Sommer 2019.[152] Am 17. August waren es nur noch 35 cm.[153]
Der Neusiedler See erreichte um den 13. August einen Wasserstand von 115,05 Meter über Adria, wobei der Allzeit-Augustrekord bei 114,95 Metern über Adria und der Allzeitrekord über alle Monate hinweg aus dem Oktober 2022 bei 114,87 Meter über Adria liegt bezw. lag.[154] Zumindest am 11. September wurde mit einem Pegel von 114,81 Meter über Adria ein neuer Allzeitrekord verzeichnet.[155] In Ungarn erreichte der Velencer See einen neuen Tiefststand.[156] Im September erreichte mit dem Großen Brombachsee einer der größten Talsperren Deutschlands einen neuen Tiefststand.[157] Mit dem Starnberger See erreichte auch der fünftgrößte See Deutschlands einen neuen Tiefststand.[158]

Der Wasserstand des Bodensees hat im Sommer 2026 durch den vorangegangenen, schneearmen Alpenwinter bzw. wegen geringer Schmelzwasser-Zuflüsse in Verbindung mit der extremen Trockenheit ein historisches Tief erreicht. Am Pegel Bregenz am Obersee fehlten im Vergleich zum für diese Zeit des Jahres üblichen Wasserstand bereits 1,22 m, mit weiter fallender Tendenz. Der dort am 29. Juli gemessene Wasserstand (297 cm) lag somit schon um 16 cm unter dem bisherigen, seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1864 registrierten Minimum.[159] Am 16. August erreichte der See, bevor im Einzugsgebiet einige Niederschläge fielen und die Hitzewelle dort beendeten, mit 277 cm am Pegel Bregenz einen vorläufigen Tiefstpunkt und lag damit 20 cm unter dem in der 162-jährigen Aufzeichnungshistorie jemals zuvor an einem 16. August gemessenen Minimum. Der Pegelstand vom 16. August 2026 lag zudem 10 cm unter dem im Jahresgang auftretenden tiefsten mittleren Wasserstand (287 cm), der üblicherweise im Februar, wenn der Großteil der Niederschläge in Form von Schnee gebunden ist, erreicht wird. Das maximale Wasserstandsdefizit im Vergleich zum durchschnittlichen Pegel betrug während der Hitzewellen des Sommers 2026 bis zu 1,25 m.[160] Auch im September unterbot der See die bisherigen, um diese Zeit des Jahres bisher gemessenen Niedrigststände. Am 7. September lag sein Wasserspiegel am Pegel Bregenz immer noch 1,09 m unter dem an diesem Tag üblichen Durchschnitt.[161] Mit Stand vom 25. September lag der Wasserstand an der Messstation in Romanshorn nur noch rund 25 cm über dem bisherigen Tiefststand, der am 15. Februar 2006 mit 394,5 m ü. M. verzeichnet wurde.[162]
Im kleineren und vergleichsweise flachen Untersee, Referenzwert Pegel Konstanz, wurden seit dem 22. Juni die historischen Niedrigststände um diese Zeit des Jahres kontinuierlich unterboten (Stand 20. September 2026); die Mittelwerte ab 24. Juli um 1,25 m und mehr.[163] Das extreme Niedrigwasser führte dort u. a. zu einem gravierenden Trockenfall großer Ufer- und Schilfareale in den Naturschutzgebieten Wollmatinger Ried und Halbinsel Mettnau, mit noch unabsehbaren Langzeitfolgen für Flora und Fauna.[164] Spätestens ab dem 20. September wurde der bisherige Niedrigwasser-Rekord am Schweizer Ufer, der am 14. Januar 1949 mit einem Wasserstand von 394,31 m ü. M. an der Messstation Berlingen verzeichnet wurde, bereits mehrfach überboten (Stand 25. September um rund 6 cm).[165]
Analog dazu übertraf die durchschnittliche Wassertemperatur des gesamten Bodensees seit dem Frühjahr 2026 die langjährigen Mittelwerte deutlich; im Mai lag die Temperatur mit 16.8 °C um 2.8 °C über dem Mittel, im Juni mit 21.8 °C (+ 3.8 °C), im Juli mit 24.4 °C (+ 2.4 °C) und im August mit 25 °C (+ 2 °C).[166]
Mehrere Seen in der Schweiz erreichten den tiefsten jemals in einem Juli gemessene Pegel, so der Zugersee,[167] der Walensee und der Baldeggersee, wobei der Walensee bereits auch einen neuen August- und Septembertiefststand erreichte und der Baldeggersee den bisherigen Augusttiefststand vom 22. August 1949 egalisierte.[168][169] Der Zürichsee erreichte mit Pegelständen von 405,73 m ü. M. (Stand: 31. Juli, 12:20 Uhr) bzw. 405,45 m ü. M. (Stand: 18. August, 20:35 Uhr) einen so tiefen Wasserstand wie noch nie in einem Juli und August, womit auch der Allzeitrekord über alle Monate hinweg vom 17. März 1952 mit einem Pegel von 405,46 m ü. M. übertroffen wurde. Der Pegel sank bis am 20. August weiter auf 405,43 m ü. M. und ist danach vorübergehend wieder um rund 10 Zentimeter angestiegen, womit dann im September auch der bisherige September-Tiefststand (405,81 m ü. M. am 17. September 2015) mehrfach unterboten wurde, mit Stand vom 14. September um rund 35 Zentimeter. Am 16. September erreichte der Wasserstand erneut 405,43 m ü. M., womit der Allzeit-Tiefststand vom 20. August egalisiert wurde, bevor am 18. September mit 405,42 m ü. M. ein neuer Allzeit-Rekord verzeichnet wurde. Seither wurde dieser mehrfach gebrochen und lag mit Stand vom 26. September (07:50 Uhr) bei 405,3 m ü. M.[170]
Die Wassertemperatur der Aare an der Messstation in Bern erreichte am 14. Juli mit einem Tagesmaximum von 24,82 Grad einen neuen Allzeitrekord.[171]

Die Areuse und ihre Zuflüsse im Schweizer Kanton Neuenburg waren fast ganz trocken und der Fluss führte den geringsten seit Messbeginn 1959 je gemessenen Wasserabfluss; die Wasserkraftwerke an der Areuse stellten den Betrieb ein.[172] Aus den Karstmassiven floss kaum mehr Grundwasser zu den Flussquellen im Juragebirge, und im Juli versiegte der Doubs an seinem Oberlauf auf einer Strecke zwischen Pontarlier und Morteau im Département Doubs vollständig; das Flussbett war auf einer Länge von mehreren Kilometern ausgetrocknet. Wegen des Wassermangels mussten einige französische Gemeinden durch Tankwagen mit Trinkwasser versorgt werden.[173] Unterhalb von Morteau erhielt der Doubs noch etwas Wasser aus weiteren Quellaufstössen.[174] Der See Lac des Brenets (Lac de Chaillexon), der teilweise in Frankreich und teilweise im Schweizer Kanton Neuenburg liegt, trocknete bis auf ein Rinnsal des Doubs, der ihn durchquert, aus. Weil auch der Bergbach Rançonnière, ein Zufluss des Lac des Brenets aus der Schweiz, trockenfiel, sank der Seespiegel noch stärker und erreichte einen Tiefstand von neun Metern unter dem Normalniveau.[175] Die hydrologische Messstation am See fiel wegen des zu tiefen Pegels aus. Betroffen war auch der Schiffsverkehr, der die sonst üblichen Exkursionen zum Wasserfall Saut du Doubs einstellen musste. Auch die Felsstufe beim Wasserfall lag trocken. Aufnahmen vom trockengefallenen See mit den gestrandeten Booten wurden nach Agentur-Reportagen von mehreren internationalen Medien wie der Times, Asian News International, The Straits Times in Singapur, oder AOL News in den USA als Symbolbilder für die extreme Trockenheit in Mitteleuropa verbreitet.[176][177] Der Abfluss des Doubs unterhalb des Sees fiel auf ein extremes Minimum,[178] was verbunden mit einer steigenden Wassertemperatur schwere Folgen für die Gewässerfauna hatte.
In England lagen die Flusspegel Ende Juli 78 % unter dem Normalwert.[82] Die Themse erreichte bei Reading ihren niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen.[84]
Auch Teile von Po und Loire wiesen teils extrem niedrige Pegelstände auf.[179]
Funde im Niedrigwasser

In vielen Gewässern waren die Pegel so niedrig, dass lange Zeit verschwundene Schiffswracks sowie Sperrmüll und Altmunition zum Vorschein kamen. In der Nähe der bulgarischen Stadt Ruse fanden Wissenschaftler im trockengefallenen Teil des Donau-Flussbetts Überreste eines Wollmammuts, darunter mehrere Knochen.[180] In Budapest fand man im Flussbett deutsche Panzerabwehrminen, ein Wehrmachts-Motorrad und die Überreste zweier deutscher Soldaten mit Erkennungsmarken. Die Soldaten sollen auf der Kriegsgräberstätte Budaörs begraben werden. Bei Prahovo in Serbien tauchten im Fluss zahlreiche Wracks von Kriegsschiffen der deutschen Schwarzmeerflotte, teils noch mit Munition an Bord, auf. Diese waren dort im September 1944 versenkt worden, um den Vormarsch der Roten Armee zu verlangsamen.[181] Am Nussensee entsorgte der Entminungsdienst insgesamt 200 kg Altmunition, darunter Zünder, Granaten sowie vier Sprengsätze, die insgesamt 8 kg TNT enthielten.[182][183] Eine 250 kg schwere Fliegerbombe wurde in der Elbe bei Heidenau/Pratzschwitz gefunden und am 17. August entschärft.[184] Im Stausee Lipno wurden Grabsteine eines früheren Friedhofs geborgen.[185]
Algenwachstum
Durch die geringen Wasserstände und intensive Sonnenstrahlung erwärmten sich die Gewässer, wodurch sich in einigen Gewässern das Algenwachstum (vgl. Algenblüte) beschleunigte. Dies führte zu einer Belastung der Gewässer unter anderem mit den für Menschen gesundheitgefährlichen Cyanobakterien (Blaualgen). In der Schweiz sind die Blüten von Cyanobakterien im Sommer 2026 weitgehend ausgeblieben, da durch die fehlenden Niederschläge weniger Nährstoffe wie Phosphor und Stickstoff in die Gewässer gespült wurden, welche die Vermehrung begünstigt hätten.[186] Die ersten Blaualgen im Lago Maggiore wurden im Juni gesichtet.[187] Die Gemeinde Stäfa rief im September wegen einer Ansammlungen von Blaualgen im Uferbereich des Zürichsees zur erhöhten Vorsicht auf.[188] In Italien trat die Mikroalge Ostreopsis ovata an mehreren Küstenabschnitten auf, was teilweise Badeverbote nach sich zog.[189][190] Die Goldalge Prymnesium parvum verursachte ein Fischsterben auf dem Kanal Gliwice, einem Nebengewässer der Oder in Polen, wobei mehr als vier Tonnen tote Fische geborgen wurden.[191]
Schadstoffkonzentration
Da durch die Abwasserbeseitigung aus Kläranlagen etwa immer die gleiche Menge an Abwasser anfällt, stiegen die Schadstoffkonzentrationen in Gewässern mit Niedrigwasser an, etwa durch Spurenstoffe aus Arzneimittelrückständen, Pflanzenschutzmitteln, Bioziden und anderen Chemikalien.[192][193] Dabei überstiegen gewisse Schadstoffe den öko-toxikologisch relevanten Schwellenwert. Vor allem bei kleineren Bächen, die an eine oder mehrere Kläranlagen angeschlossen sind, kann der Anteil des Abwassers beispielsweise bis zu 80 % betragen.[194]
Reaktionen
Aufgrund des Niedrigwassers auf mehreren Wasserstraßen beschlossen mehrere Bundesländer (Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Thüringen, Berlin und Brandenburg) eine Aufhebung des Lkw-Wochenendfahrverbots, um so die in der Schifffahrt wegfallenden Kapazitäten zu kompensieren.[195][196] Auf dem Rhein stellte u. a. die St. Alban-Fähre (ab 10. August) der Basler Fähren den Betrieb bis auf Weiteres ein.[197] Ab dem 22. September fuhr die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft nur noch 40 von 107 Kursen, nachdem das Angebot bereits zuvor reduziert wurde.[198] Da der Import von Protein-Futtermittel wie Sojaschrot in die Schweiz wegen des Niedrigwassers auf Rhein und Donau stark eingeschränkt war, öffnete die Wirtschaftliche Landesversorgung per 1. September die Pflichtlager für Proteinträger zu Futterzwecken, wobei bis spätestens Ende Februar 2027 voraussichtlich maximal 20 % (fast 16.000 Tonnen) der Gesamtmenge aus den Pflichtlagern bezogen werden darf.[199]
Der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) geht davon aus, dass schweizweit Millionen Fische, Krebse und Wasserinsekten verendet sind und sieht darin eine ökologische Katastrophe in einem Ausmass, wie sie die Schweizer Gewässerwelt bisher kaum erlebt hat.[200] Zum Schutz der Fische und anderer Wasserlebewesen schränkten mehrere Schweizer Kantone auf Grund von Niedrigwasser und hohen Wassertemperaturen den Zugang zu den meisten Fließgewässern ein, so das Baselbiet und der Kanton Solothurn.[201][202] Andernorts wurde an die Bevölkerung appelliert, das Baden sowie das Betreten von fließenden Gewässern möglichst zu vermeiden.[203] Zur Eindämmung von Fischsterben wurden vielerorts Notabfischungen durchgeführt,[204] u. a. in der Emme im Kanton Bern.[205] Laut David Bittner, Geschäftsführer vom SFV, sind allein in der Emme unterhalb von Burgdorf hunderttausende Groppen und hunderte Forellen gestorben.[206] Es gibt aber auch Kantone, die grundsätzlich auf Notabfischungen verzichteten, etwa Freiburg, Solothurn und Zürich.[207][208][206]
Wirtschaft
Die niederländische Triodos Bank schätzte, dass die Wirtschaftsleistung der Europäischen Union um rund 180 Milliarden Euro geringer ausfallen könnte. Hauptverantwortlich sei die geringere Arbeitsproduktivität. Daneben stiegen die Lebensmittelpreise und die Stromerzeugung würde beeinträchtigt.[209] Auch die EU rechnete mit finanziellen Schäden in Höhe von etwa 180 Mrd. Euro.[90] Der Schweizerische Städteverband schätzte die im Sommer 2026 entstandenen finanziellen Schäden in der Schweiz auf rund 2,1 Mrd. Franken.[210]
Wasserversorgung

In der Schweiz wurden regional niedrige bis extrem niedrige Grundwasserstände und Quellschüttungen beobachtet.[211] Nachdem in der Ostschweizer Gemeinde Uzwil Aufrufe zum Wassersparen nicht den erwünschten Nutzen brachten, kündigte die Gemeinde am 12. August an, das Freibad bereits am 16. August zu schließen, zwei Wochen früher als geplant. Mit dieser Maßnahme sollten täglich bis zu 150.000 Liter Frischwasser eingespart werden.[212] Insgesamt riefen mehr als 194 Gemeinden in der Schweiz ihre Bevölkerung zum Wassersparen auf und mindestens 151 Gemeinden erließen Verbote für bestimmte Wassernutzungen, wie Pools zu befüllen, Gärten zu bewässern oder Autos zu waschen.[213] Beim Wasserverbund Region Bern lieferte die Grundwasserfassung Aeschau nur noch rund 20 % des jährlichen Wasserbedarfs der ihr angeschlossenen Gemeinden, normalerweise sind es fast 50 %.[214] Im August wurden im Suhrental in einem Versuch rund 3000 Kubikmeter Wasser aus dem Grundwasserbegleitstrom der Aare in Aarau über bestehende Leitungen bis ins rund 18 Kilometer entfernte Reitnau gepumpt.[215] Die Gemeinde Rumisberg am Jurasüdfuss begann bereits Mitte Juni die Versorgung mit Trinkwasser per Tanklastwagen sicherzustellen.[216]
Des Weiteren wurden in mindestens 110 deutschen Kommunen Allgemeinverfügungen ausgesprochen, die die Wasserentnahme stark einschränken.[217]
Energieversorgung
Aufgrund der niedrigen Pegel in vielen Flüssen kam es zu erheblichen Einbrüchen bei der Stromproduktion aus Kernkraftwerken und bei der Wasserkraft, die insbesondere in Ungarn und Rumänien zu einer Stromversorgungskrise führten. Während in der Vergangenheit öfter Kernkraftwerke gedrosselt werden mussten, um Flüsse nicht zu sehr mit Abwärme aufzuheizen, genügten die Wassermengen in der Donau im August 2026 zum Kühlen der Kraftwerke oft nicht. Insgesamt standen in der ersten Augustwoche in Südosteuropa nur 60 % der normalen Stromerzeugungskapazitäten zur Verfügung. Einzig Bulgarien konnte in Südosteuropa dank Solarenergie und starken Investitionen im Bereich Batteriespeicher trotz des Niedrigwassers noch Strom exportieren, obwohl auch dort ein Kernkraftwerk wegen Niedrigwasser abgeschaltet werden musste.[218]
Frankreich
In Frankreich wurden am 13. Juli 6400 Megawatt Atomkraftwerksleistung abgeschaltet, da die zur Kühlung genutzten Flüsse zu warm wurden. Das entsprach etwa 14 % des Strombedarfs Frankreichs.[219] Ein weiteres Kernkraftwerk wurde am 9. August durch Schwärme von Quallen, die sich bei erhöhten Wassertemperaturen bevorzugt in Küstennähe aufhalten, lahmgelegt. Die vier in Betrieb befindlichen der insgesamt sechs Blöcke des Atomkraftwerks Gravelines fuhren automatisch herunter, nachdem zu viele Quallen in die Filter der Kühlwasserpumpen gelangten.[220]
Österreich
Auch Österreich, das aufgrund der gebirgigen Topographie einen großen Anteil seines Stroms aus Wasserkraft gewinnt, erfuhr drastische Einbußen: Die normalerweise um diese Zeit des Jahres zur Verfügung stehende, gesamte Wasserkraftwerksleistung von 5000 bis 5500 MW war am 3. August auf weniger als die Hälfte geschrumpft.[221] Das Land konnte diese Ausfälle jedoch durch Strom aus Photovoltaik, Wind und Pumpspeicherkraftwerken, den abendlichen Einsatz von Gaskraftwerken sowie durch Importe in einer Größenordnung, die für das Leitungsnetz problemlos ist, kompensieren.[222]
Rumänien
In Rumänien erklärte die Regierung für den gesamten August den Notstand und erklärte, dass gezielte, temporäre Stromabschaltungen in Vorbereitung seien, falls nicht genug Strom gespart werde. Sie begründete diese angedachten Maßnahmen mit der Stromknappheit infolge des Donauniedrigwassers. Nachdem Block 1 des einzigen rumänischen Kernkraftwerkes, bereits zu Beginn der letzten Juliwoche heruntergefahren worden war, versuchte man, Wasser durch einen Kanal umzuleiten, um wenigstens Block 2 in Betrieb halten zu können. Dies funktionierte nur bedingt. Anfang August sprengte das rumänische Militär einen die Donauschifffahrt störenden Felsen, den man seit bereits 30 Jahren vergeblich zu beseitigen versuchte.[223] Vier ausgediente Lastkähne wurden mit den Trümmern beladen und in einem anderen Donauarm versenkt. Diese Unterwasserbarriere soll das Wasser aufstauen und in einen 60 km langen, zum Kraftwerk führenden Kanal lenken.[224] Mit dieser Maßnahme konnte der Betrieb von Block 2 bis zum 13. August aufrechterhalten werden. Dann wurde auch er ausgeschaltet, womit die Anlage zum ersten Mal seit dem Dürresommer 2003 komplett stillstand und somit 20 % der rumänischen Stromproduktion wegfielen.[225] Zur teilweisen Kompensation des Ausfalls des Kernkraftwerks wurde Block 4 des Kohlekraftwerks Rovinari mit 330 MW in Betrieb genommen.[226]
Die Autohersteller Dacia und Ford legten ihre Werke in Rumänien bis voraussichtlich zum 19. August still und entlasteten das Stromnetz somit um 200 MW.[227]
Schweiz
Ab Mai 2026 wurde die Leistung des Kernkraftwerks Beznau aufgrund zu hoher Temperaturen der zur Kühlung genutzten Aare bei Bedarf gedrosselt und im Juni, Juli und August zeitweise auch komplett heruntergefahren.[228] Auch die Laufwasserkraftwerke entlang der Flüsse produzierten im langjährigen Vergleich deutlich weniger Strom, wobei das Defizit durch den seit dem Ukraine-Krieg ab 2022 vorgenommenen starken Ausbau der Photovoltaik zumindest teilweise kompensiert werden konnte.[229][230][231] Im Gegensatz dazu ist der Füllstand der Speicherseen seit etwa Mitte Juni so tief wie nie in der entsprechenden Jahreszeit seit dem Jahr 2000 (Stand: August 2026).[232]
Am Rhein bei Schaffhausen liefen im Flusskraftwerk im Normalfall bis auf wenige Ausnahmen in einigen Wintermonaten über die Jahre beide vorhandenen Turbinen. Im Sommer 2026 war das Niedrigwasser derart ausgeprägt, dass vermutlich erstmals überhaupt im Sommer eine Turbine ausser Betrieb genommen wurde. Der Rhein führte zum Zeitpunkt der Ausserbetriebnahme um den 8. August nur einen Drittel der saisonal üblichen gut 450 m³/s.[233]
Am 8. September wurden die Pflichtlager für Dieselöl und Benzin wegen eines technischen Defekts der Raffinerie Cressier, der einzigen Erdölraffinerie in der Schweiz, die normalerweise etwas mehr als 30 Prozent des Bedarfs der Schweiz an Mineralölprodukten abdeckt, freigegeben. Demnach dürfen bis zum 20. September 2026 bis zu 30'000 Kubikmeter (m³) Dieselöl und 30'000 m³ Benzin entnommen werden, was bei beiden Produkten weniger als 3 Prozent der Pflichtlagerbestände entspricht. Der Produktionsunterbruch in Cressier traf zeitlich auf eine seit mehreren Wochen angespannte Versorgungssituation bei Mineralölprodukten, aufgrund des Niedrigwassers auf dem Rhein und der damit eingehender stark eingeschränkten Transportkapazitäten.[234] Gemäß dem Hauseigentümerverband lag der Durchschnittspreis für Heizöl im August 2026 bei 1,42 Franken pro Liter, der höchste Wert seit dem Jahr 2022.[235] Neben dem Heizölpreis lagen auch die Preise für Benzin und Diesel mit Stand vom September 2026 überdurchschnittlich hoch.[236][237] Der Dieselpreis erreichte um Mitte September laut den Touring Club Schweiz (TCS) 2.41 Franken im Landesmittel, wobei auch der Krieg im Iran und Störungen der Öltransporte im Nahen Osten eine wesentliche Rolle spielten und übertraf damit den bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2022.[238]
Slowakei
Wegen der geringen Wasserführung der Donau lief am 8. August im größten slowakischen Wasserkraftwerk Gabčíkovo nur noch eine von acht Turbinen.[239]
Ungarn
In Ungarn stand das bereits während der Junihitze aufgrund der aufgeheizten Donau gedrosselte Kernkraftwerk Paks wegen niedriger Pegelstände des Flusses Anfang August kurz vor dem vollständigen Herunterfahren. Nachdem der ungarische Premierminister Péter Magyar die Abschaltung des – ohnehin nur noch mit stark reduzierter Leistung arbeitenden – Werks am 2. August angekündigt hatte, gelang es Ingenieuren einen Tag später, den Kühlwasserbedarf zu reduzieren und das gänzliche Herunterfahren vorerst zu vermeiden.[240] Mit Stand 7. August lieferte es nur noch 12 % seiner Nennleistung.[241] Magyar warnte vor Engpässen bei der Stromversorgung, da auch ein Gaskraftwerk nach einem Defekt nicht betriebsbereit sei.[242] Er sprach von einer „beispiellosen Energiekrise“, zumal eine Hitzewelle mit 40 °C erwartet werde, die das Stromnetz sehr stark belasten werde. Er rief Unternehmen, die öffentliche Verwaltung und die privaten Haushalte zum Stromsparen auf. Einkaufszentren sollten Klimaanlagen drosseln, Städte und Kommunen sowie Kirchen dekorative Beleuchtung abschalten. Zudem soll der Schienengüterverkehr in den besonders kritischen Abendstunden für mehrere Stunden eingestellt werden.[243] Magyar warnte, dass das Kraftwerk in Paks, welches normalerweise 30 % des Strombedarfs in Ungarn deckt, über Wochen stillstehen könnte. Befürchtet wurden durch die Energiekrise auch hohe Kosten für Stromimporte aus dem Ausland.[240][244] Noch während der Krise erklärte Magyar eine Abkehr von der Energiepolitik seines Vorgängers Viktor Orban, die er für die Energiekrise verantwortlich machte, und kündigte Investitionen in Batterie-Speicherkraftwerke, Stromnetze und die unter Orban verbotene Windenergie an.[245] Am 11. August kündigte Magyar an, man könne einen weiteren Maschinensatz zuschalten.[246] Damit lieferte das Kraftwerk am 13. August 25 % der Nennleistung.[225] Am 26. August konnte es aufgrund eines gestiegenen Donaupegels und baulicher Eingriffe ins Flussbett wieder auf die volle Leistung gebracht und der Krisenzustand im ungarischen Stromnetz somit beendet werden.[247]
Weitere Infrastruktur- und Wirtschaftsschäden
In Deutschland verursachte die Junihitze Schäden an Autobahnen und kommunalen Straßen, beeinträchtigte den lokalen und überregionalen Schienenverkehr und führte durch Brände in Trafostationen zu Stromausfällen.[10]
Die Wasserstände auf dem Rhein waren in der zweiten Augustwoche so gesunken, dass Schiffe mit nur noch knapp 20 % ihrer Tragfähigkeit beladen werden konnten.[248] Die Frachtkosten für Tankschiffe von Rotterdam nach Karlsruhe stiegen dadurch von 45 auf fast 160 € pro Tonne.[249] In Teilen Westdeutschlands, die über den Rhein versorgt werden, verteuerten sich Kraftstoffe, da Benzin in Tanklagern knapp wurde. Auch Erdölraffinerien drohten Probleme, da ohne die Möglichkeit, anfallendes Schweröl in Richtung Nordsee abzutransportieren, der Betrieb gedrosselt oder ganz eingestellt werden muss.[250]
Um ein bis drei Meter unter dem Durchschnittspegel liegende Grundwasserspiegel führten in der österreichischen Stadt Dornbirn zu Straßenabsenkungen von bis zu 20 Zentimetern. Nachdem Linienbusse auf diesen wellig gewordenen Straßen aufsetzten, musste die Stadt Sofortreparaturen vornehmen.[251]
Die Sommerskigebiete stellten den Betrieb wegen der anhaltenden Hitze bereits früher als geplant ein, als letztes schloss am 15. August der Skibetrieb auf dem Stilfser Joch.[252]
Die Städte und Gemeinden in der Schweiz warnten zunehmend, dass Äste oder Teile der Baumkrone plötzlich und ohne scheinbare externe Einwirkung wie Wind abbrechen könnten.[253] Mindestens zwei Waldseilpärke in der Schweiz stellten den Betrieb wegen der anhaltenden Trockenheit und der damit verbundenen Gefahr von instabilen Bäumen und herabfallenden Ästen ein.[254][255]
Wald- und Flächenbrände
Während der Hitzewelle brachen in Spanien und Frankreich mehrere große Wald- und Flächenbrände aus, aufgrund derer alleine im Juli zusammen rund 375.000 Menschen evakuiert werden mussten, davon rund 260.000 in Frankreich.[256] Sowohl Frankreich als auch Spanien baten um internationale Unterstützung zur Bekämpfung der Brände.[257]
Zu den Brandbedingungen trug nicht nur die austrocknende Hitze bei: In mediterranen Gras- und Buschlandschaften kann ein feuchter Winter zunächst mehr Biomasse entstehen lassen, die in einem heißen und trockenen Sommer als zusätzlicher Brennstoff wirkt.[71] Dieses oft auch als „whiplash effect“ bezeichnete Phänomen, bei dem sich nasse und trockene Extremwetterereignisse ablösen, trat 2026 sowohl in Frankreich als auch Spanien auf und wird durch den menschengemachten Klimawandel ausgelöst.[258]
Laut dem Europäischen Waldbrandinformationssystem (European Forest Fire Information System; EFFIS) verbrannten in der Europäischen Union bei großen Waldbränden über 30 ha Fläche bis zum 24. August etwa 626.818 Hektar Fläche. Dies ist mehr als doppelt so viel wie im langjährigen Durchschnitt in diesem Zeitraum, jedoch weit weniger als im Dürre- und Hitzejahr 2025, dem bisher schlimmsten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2006.[259] Allein in Frankreich waren von Anfang des Jahres bis um den 30. Juli bereits 91.016 ha verbrannt, weit mehr als im bisherigen Rekordjahr 2022, als dort während des ganzen Jahres 66.337 ha verbrannten.[260]
Belgien
Am 14. August brach in der Hochmoor- und Heidelandschaft des Hohen Venn ein Brand aus, der rapide wuchs und für schwere Rauchbelastung bis nach Deutschland sorgte.[261] Binnen eines Tages breitete sich das Feuer auf 1600 Hektar aus.[262] Bis zum 16. August 2026 verbrannte das Feuer eine Fläche von rund 3000 Hektar und war damit der mit Abstand größte in Belgien registrierte Flächenbrand seit Beginn der Aufzeichnungen.[263]
Seit Messbeginn 2006 verbrannte in Belgien laut EFFIS von Anfang des Jahres bis um den 24. August bereits 3259 ha Fläche, weit mehr als im bisherigen Rekordjahr 2011, als dort während des ganzen Jahres 2180 ha verbrannten.[264]
Deutschland

In Deutschland kam es durch die extreme Trockenheit bei gleichzeitig heißen Temperaturen zu außergewöhnlichen Feuerwetterbedingungen, die bei Vorhandensein einer Zündquelle wie einer weggeworfenen Zigarette hervorragende Voraussetzungen für die rasche Ausbreitung von Bränden boten. Es kam zu schweren Bränden, bei denen teils Tausende Menschen evakuiert werden mussten, was für Deutschland bislang außergewöhnlich ist.[265]
Im Juli 2026 brannte es im Müritz-Nationalpark mehrere Tage lang.[266] Etwa 400 Hektar waren betroffen.[267]
Im August 2026 kam es im hessischen Rodenbach zu einem großen Waldbrand, der insgesamt 55 ha Wald zerstörte. Mehr als 700 Feuerwehrleute aus Hessen und dem benachbarten Bayern waren im Einsatz. Im mehreren Nachbargemeinden rief der Wasserversorger die Bevölkerung auf, den Wasserverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren, um die Löschwasserversorgung sicherzustellen. Der Waldbrand war der größte in der Region seit vielen Jahren und der größte in Hessen binnen eines Jahrzehnts.[268]
Auch im Landkreis Mayen-Koblenz wurde ein Wald- und Wiesenbrand mit einer Fläche von 50 ha gemeldet, der zeitweise die Orte Langenfeld und Arft bedrohte. Die Anwohner von Netterhöfe mussten zwischenzeitlich evakuiert werden.[269]
Nahe Waldaschaff brach am 15. August ein Vegetationsbrand aus, der etwa 30 ha Wald- und Wiesenlandschaft verbrannte und auf die Wohnbebauung überzugreifen drohte. Zeitweise mussten mehrere angrenzende Häuser evakuiert werden, konnten aber durch die Feuerwehr geschützt werden. Feuerwehr und Hilfsorganisationen waren zwei Tage mit insgesamt etwa 1000 Einsatzkräften vor Ort, zudem kamen Löschhubschrauber zum Einsatz. Als besonders problematisch erwies sich die Kombination aus großer Hitze, Trockenheit, Wind, schwierigem Gelände sowie einigen tief im Waldboden liegenden Brandnestern, die mit Baggern freigelegt werden mussten.[270]
Am 13. August brach im Kreis Düren (Nordrhein-Westfalen) der Waldbrand im Hürtgenwald aus, der sich bis zum 14. August auf eine Fläche von 300 Hektar ausbreitete. Bewohner des Kreises wurden aufgefordert, sich sofort in geschlossene Räume zu begeben, um sich vor dem Rauch zu schützen.[271] Etwa 2300 Bewohner aus dem Hürtgenwalder Ortsteil Gey wurden zeitweise evakuiert. Der Brand, der sich sowohl als Boden- als auch als Wipfelfeuer ausbreitete und teils auch unterirdisch fortbewegte, war der bislang größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens.[272]
In Deutschland verbrannte laut EFFIS von Anfang des Jahres bis um den 24. August bereits 3049 ha Fläche, bisher das viertschlimmste Jahr seit Messbeginn 2006. Im bisherigen Rekordjahr 2025 verbrannten dort während des ganzen Jahres 5475 ha Fläche.[273]
Frankreich

Frankreich erlebte die bei weitem schwerste Brandsaison seit Beginn der Aufzeichnungen. Bereits Ende Juli waren etwa 100.000 Hektar verbrannt und damit mehr als in jeder anderen Saison bzw. fünfmal so viel wie in durchschnittlichen Jahren, obwohl typischerweise die Waldbrandsaison erst im August richtig beginnt.[274] Mitte Juli kam es im Wald von Fontainebleau zu einem Großbrand, der etwa 20 Quadratkilometer Wald in Mitleidenschaft zog. Ermittelt wurde gegen insgesamt sieben Personen wegen vorsätzlicher oder fahrlässiger Brandstiftung, darunter einen Feuerwehrmann.[275]
Im weiteren Monatsverlauf kam es in der Nähe von Bordeaux zu extremen Bränden, bei denen sogar eine Pyrocumulonimbus-Wolke entstand, eine vom Feuer selbst geschaffene Gewitterwolke, die unter anderem ihr eigenes Wetter auslösen und damit die Lage unberechenbar machen kann. Gemäß dem französischen Feuerwehrverband war eine solche Wolke nie zuvor in Frankreich beobachtet worden; sie sei vor allem aus besonders waldbrandgefährdeten Regionen wie Australien oder Kanada bekannt.[256]
Österreich
Im Föhrenwald in St. Egyden am Steinfeld kam es ab dem 5. August zu einem Großbrand, der auf etwa 100 ha Fläche wütete und erst nach fünf Tagen gelöscht werden konnte. Große Trockenheit, Wind und zahlreiche Glutnester erschwerten die Brandbekämpfung. Ausgelöst wurde er nach Angaben der Polizei höchstwahrscheinlich durch phosphorhaltige Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg. Im Laufe der Jahrzehnte wurde der Phosphor freigesetzt sowie zersetzt und entzündete sich in der großen Hitze.[276][277] Am 14. August brach in einem anderen Bereich des Föhrenwaldes ein Feuer aus. 700 Feuerwehrleute konnten dieses jedoch unter Kontrolle bringen.[278]
In Österreich verbrannte laut EFFIS von Anfang des Jahres bis um den 24. August bereits 444 ha Fläche, bisher das zweitschlimmste Jahr seit Messbeginn 2006. Im bisherigen Rekordjahr 2022 verbrannten dort während des ganzen Jahres 1016 ha Fläche.[279]
Serbien
Im Banater Dünenland wütete seit Anfang August ein Großfeuer. Es war mit Stand 20. August immer noch nicht unter Kontrolle und verbrannte bis dahin 3000 Hektar Land.[280] Russland stellte auf Bitten der Serben ein Löschflugzeug vom Typ Il-76P, das mit einem Fassungsvermögen von 42.000 Litern Löschmittel das mit der weltweit zweitgrößten Kapazität ist, bereit. Damit es nach Serbien überführt werden konnte, wurde die Sperrung des EU-Luftraums für russische Luftfahrzeuge für dieses Flugzeug aus humanitären Gründen aufgehoben. Die EU konnte keine Löschflugzeuge zur Verfügung stellen, da sie diese selbst brauchte.[281]
In Serbien verbrannte laut EFFIS von Anfang des Jahres bis um den 24. August bereits 23.152 ha Fläche, bisher das drittschlimmste Jahr seit Messbeginn 2006. Im bisherigen Rekordjahr 2024 verbrannte dort während des ganzen Jahres 38.954 ha Fläche.[282]
Spanien

In Spanien verbrannten bis zum 9. September August fast 300.000 Hektar Wald.[63] Besonders betroffen war die Region um die Gebirgszüge Sierra de Guadarrama und Gredos, beide westlich von Madrid gelegen.[283] Am 24. Juli rief Spanien erstmals in seiner Geschichte aufgrund von Waldbränden den nationalen Notstand aus, nachdem sich zwei große Brände nahe Madrid vereinigt hatten und bei großer Hitze, starken Winden und ausgedörrter Vegetation unkontrolliert ausbreiteten.[257] Es kam zu drei Großbränden; einer davon wurde von einem Bürgermeister der rechtsextremen Vox-Partei verursacht, der mit einem Mähdrescher Funkenschlag auslöste. Ein anderer Brand soll laut Aussagen von Dorfbewohnern von einem bekannten Klimawandelleugner und Sympathisanten dieser Partei verursacht worden sein. Beide ignorierten Verbote zur Nutzung schwerer Landmaschinen. Das dritte Feuer entstand durch ein in Brand geratenes Auto.[283] Mit einer Fläche von geschätzt 470 km² war das Feuer in der Provinz Ávila wohl der größte Flächenbrand in der Geschichte Spaniens; der bis dahin größte Brand war das Feuer von Larouco, das 2025 rund 380 km² Land verwüstete.[284]
Aufgrund des russischen Überfalls auf die Ukraine, die zu Wirtschaftssanktionen gegen Russland führten, konnten in Spanien acht russische Löschhubschrauber des Typs Kamow Ka-32 nicht eingesetzt werden, da Ersatzteile fehlten und russische Techniker die Maschinen nicht mehr warten durften.[285] Die letzten drei dieser Hubschrauber kamen 2023 noch zum Einsatz; ab 2024 standen alle still.[286] Verglichen mit mittelschweren Löschhubschraubern, die für gewöhnlich 1000 bis 1300 Liter Löschwasser tragen, können die schweren Ka-32 bis zu 4500 Liter,[285] nach spanischen Angaben sogar über 5000 Liter abwerfen.[287] Das Ausfallen der Hubschrauber wurde von russischen Staatsmedien breit thematisiert, um die EU-Sanktionen zu kritisieren.[288] Spanische Quellen kritisierten, dass die (nach ihrer Angabe zehn) Ka-32-Hubschrauber bei der Brandbekämpfung fehlten. Mit ihren gegenläufigen Rotoren können sie präzise manövriert werden und seien zusammen mit ihrer hohen Tragfähigkeit nur schwer zu ersetzen. Schon in der Waldbrandsaison 2025 war ihr Ausfall ein Problem, was die spanische Regierung auch einräumte. Einem Antrag der Sumar-Fraktion an die Regierung, sie solle in Brüssel eine Aufhebung der Sanktionen gegen diese Hubschrauber erwirken, folgte letztere nicht. Die Beschaffung von Alternativen zum Ka-32 sei zudem bei Weitem nicht so schnell, wie die Regierung es ankündigte, vorangekommen.[287][289]
In Spanien verbrannte laut EFFIS von Anfang des Jahres bis um den 24. August bereits 294.594 ha Fläche, bisher das drittschlimmste Jahr seit Messbeginn 2006. Im bisherigen Rekordjahr 2025 verbrannte dort während des ganzen Jahres 393.079 ha Fläche.[290]
Weitere Staaten
Ende Juli brachen auch in Griechenland während einer Hitzewelle schwere Waldbrände aus, bei denen mindestens drei Feuerwehrleute starben.[291] Gemäß dem griechischen Regierungschef Kyriakos Mitsotakis kam es zu einer „äußerst schwierigen“ Lage mit „extremen“ Wetterbedingungen. Zudem kollidierten zwei Löschhubschrauber, wobei zwei Piloten starben. Die Brände bedrohten unter anderem die Stadt Megara.[292]
Wegen der hohen Waldbrandgefahr wurde in der Schweiz in mehreren Kantonen ein absolutes Feuerverbot im Freien ausgesprochen;[293] Liechtenstein tat dies am 8. Juli. Mit Stand vom 12. August galt in der Schweiz in 21 Kantonen ein absolutes Feuerverbot, in den restlichen fünf ein Feuerverbot im Wald.[294]
Im Juli 2026 brachen in England und Wales 393 Wald- bzw. Flächenbrände aus, der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Dadurch kam es zu einer starken Beanspruchung von Feuerwehrleuten und Material.[84]
Mit Stand vom 25. August 2026 waren auch die Westbalkan-Staaten Nordmazedonien und Bosnien-Herzegowina von Waldbränden betroffen.[295]
Unwetter
Am Abend des 19. Juni zog ein heftiges Gewitter mit Starkniederschlag über die Stadt Zürich und verursachte zahlreiche Schäden. Eine Person verlor durch einen herabfallenden Ast ihr Leben.[296][297]
Unwetter führten am Abend des 29. Juli in den Ötztaler Alpen zu mehreren Murenabgängen, die schwere Schäden an der dortigen Infrastruktur verursachten. Eine Mure verschüttete die Kläranlage in Sölden und legte sie voraussichtlich für Monate lahm. An den Rofenhöfen wurden mehrere Autos verschüttet und ein Gasthof beschädigt. Auch im Pitztal verlegte eine Mure eine Straße.[298]
Eine Kaltfront, die am 6. August von Nordwesten gegen die Ostalpen zog und die extreme Hitze in Österreich vorübergehend unterbrach, erzeugte heftige Gewitter mit lokal intensiven Niederschlägen. Dadurch kam es im Pinzgau, vor allem in Uttendorf, zu Überschwemmungen und mehreren Murenabgängen, die ebenfalls erheblichen Schaden anrichteten.[299][300]
In der Schweiz wurde die Albulalinie der Rhätischen Bahn (RhB) nach einem Erdrutsch im Val Bever, offenbar ausgelöst durch ein lokales Gewitter vom Abend des 12. August, wegen einer teils massiven Gleisunterspülung bis am Abend des 14. August unterbrochen.[301]
Am 20. August zerstörte ein Tornado in Hessen mehrere Häuser in Solms.[302] Am gleichen Tag wurde in der Schweiz die Straße im Calancatal bei Starkregen an drei Stellen von einer Schlammlawine und Steinschlag verschüttet und blieb teilweise für rund 2 Wochen gesperrt.[303] Am 24. August zerstörte ein Tornado in Südfrankreich etwa 100 Häuser in Pomas und forderte 41 Verletzte.[304]
Am 28. August sorgten kräftige Gewitter vielerorts für zahlreiche Schäden. Dabei wurden auch einige Gebiete von Superzellen mit verheerenden Hagelstürmen heimgesucht. In der Schweiz zog eine dieser Superzellen entlang des Juras bis zum Bodensee und brachte Hagel mit einem Durchmesser von bis zu 6 cm, Sturmböen über 140 km/h und 46.000 Blitze.[305] Mit knapp 46.500 Blitzen war es der blitzreichste Tag des Sommers 2026 in der Schweiz.[306] In der Bodenseeregion wurden aus dem Raum Singen und Überlingen erhebliche Schäden gemeldet.[307] In Norditalien wurde aus der Lombardei von schweren Schäden in Cremona und Brescia berichtet.[308] Alleine in der Schweiz werden die Schäden auf mindestens einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt,[309] wobei vor allem Fahrzeuge und Gebäude,[310] aber auch die Landwirtschaft betroffen waren.[311][123]
Politische Reaktionen
Bereits im Mai 2026 hatte die unabhängige Pan-European Commission on Climate and Health der WHO gefordert, den Klimawandel formell zu einer „gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite“ (public health emergency of international concern, PHEIC) zu erklären. Die Kommission begründete dies damit, dass der Klimawandel bislang trotz seiner wachsenden gesundheitlichen Folgen eher als dauerhaftes Hintergrundproblem denn als akute Bedrohung behandelt werde.[312] Ein Vertreter von WHO/Europa erklärte dazu, die bestehenden Internationalen Gesundheitsvorschriften seien ursprünglich für zeitlich begrenzte epidemische Ereignisse geschaffen worden; die Kommission suche daher sinngemäß nach einer „Alarmglocke“, mit der sich die Dringlichkeit der Klimakrise institutionell kenntlich machen lasse.[313] Diese Forderung aus dem Mai wurde während der Rekordhitze Ende Juni von Karl Lauterbach ausdrücklich aufgegriffen und mit der aktuellen europäischen Hitzekrise begründet. So berief das WHO-Regionalbüro Europa Anfang Juli eine Krisensitzung ein, an der Vertreter aus 41 Staaten der Europäischen Region sowie der Europäischen Kommission und zivilgesellschaftlicher Organisationen teilnahmen. WHO-Regionaldirektor Hans Kluge bezeichnete extreme Hitze dabei als gesundheitliche Notlage und forderte eine systematischere Vorbereitung auf künftig häufigere und stärkere Hitzewellen.
Europäische Union
Das Europäische Parlament befasste sich am 8. Juli in einer eigenen Plenardebatte mit der Reaktion der EU auf wiederkehrende Hitzewellen und bevorstehende Waldbrände. Gegenstand waren angesichts der außergewöhnlichen Hitze, Dürren und Brände insbesondere die Vorbereitung auf Extremereignisse, die europäischen Notfallkapazitäten und eine stärkere Widerstandsfähigkeit im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens.[314]
Deutschland
Am 26. August befasste sich die Bundesregierung mit den Folgen des Hitze- und Dürresommers. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, Deutschland müsse den Klimawandel weiter eindämmen und sich zugleich besser an dessen Folgen anpassen; aus Extremsituationen wie dem Hitzesommer müssten langfristige Lehren gezogen werden. Vorgesehen wurden unter anderem eine intensivere Abstimmung zwischen Bund und Ländern sowie eine stärkere Nutzung bestehender Förderprogramme zur Klimaanpassung, beispielsweise für klimaangepassten Waldumbau, natürlichen Klimaschutz, soziale Einrichtungen und Hochwasserschutz.[315]
Frankreich
In Frankreich verstärkte die Regierung Anfang Juli angesichts der Hitze und Dürre die landesweite Mobilisierung der staatlichen Stellen. Schwerpunkte waren der Schutz der Wasserressourcen, die Luftqualität, die Vorbeugung von Wald- und Vegetationsbränden sowie die Bewältigung von Folgen für die Tierhaltung.[316] Ende Juli beauftragte die Regierung Umweltministerin Monique Barbut, die Umsetzung des nationalen Klimaanpassungsplans zu beschleunigen. Dabei sollten ausdrücklich Lehren aus den jüngsten Hitzewellen, Dürren, Waldbränden und anderen Extremereignissen gezogen werden.[317]
Österreich
In Österreich einigte sich die Bundesregierung am 21. August angesichts der außergewöhnlichen Dürre auf ein Hilfspaket von 240 Millionen Euro für landwirtschaftliche Betriebe. Vorgesehen wurden unter anderem eine einmalige Erhöhung der Zuschüsse zur Dürreversicherung, eine befristete Entlastung bei Sozialversicherungsbeiträgen, Zinszuschüsse für Betriebsmittelkredite und Stundungsmöglichkeiten für Agrarinvestitionskredite. Die Schäden in der Landwirtschaft wurden auf mehr als eine Milliarde Euro beziffert. Zugleich verständigte sich die Regierung auf ein neues Klimagesetz, in dem das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 gesetzlich verankert werden soll.[318]
Spanien
Die spanische Regierung (Kabinett Sánchez III) nahm die Hitze-, Dürre- und Waldbrandsaison zum Anlass, erneut auf einen bereits 2025 vorgeschlagenen parteiübergreifenden „Staatspakt gegen den Klimanotstand“ (Pacto de Estado frente a la Emergencia Climática) zu drängen. Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte Ende Juli, die Ereignisse seien keine isolierten Episoden, sondern Ausdruck des Klimanotstands. Der geplante Pakt soll über die unmittelbare Katastrophenhilfe hinaus Maßnahmen zur Prävention, Klimaanpassung und zum Wiederaufbau bündeln. Sánchez verwies dabei für 2026 unter anderem auf rund 150.000 Hektar verbrannte Fläche und mehr als 3.800 geschätzte „Hitzetote“.[319] Bis Ende August waren in einem Beteiligungsverfahren mehr als 3.800 Beiträge und Vorschläge von über 1.300 gesellschaftlichen Akteuren und Organisationen in die Ausarbeitung des Pakts eingeflossen.[320]
Weitere
Schweiz
Der Schweizer Bundesrat beschloss am 26. August zusätzliche Maßnahmen angesichts der Hitze und Trockenheit. Er beantragte dem Parlament, die Mittel für landwirtschaftliche Betriebshilfen 2026, die als zinslose Kredite an die Bauern vergeben werden, einmalig um 54 Millionen Franken zu erhöhen und die Mittel zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel ab 2027 um 17,5 Millionen Franken aufzustocken. Zudem sollen landesweit einheitliche Hitzekarten und Worst-Case-Analysen sowie weitere Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung, der Landwirtschaft und der Tiere geprüft werden. Hintergrund war, dass im Sommerhalbjahr 2026 bis Mitte August seit Beginn der Messungen noch nie so wenig Niederschlag gefallen war. Für den Herbst kündigte der Bundesrat eine Gesamtschau der Lage und möglicher weiterer Maßnahmen an.[321]
Indes bleibt zu beachten, dass zumindest die Massnahmen zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel bereits in den Jahren 2021 bis 2024 mit insgesamt 100 Millionen Franken (= 25 Mio. Fr. pro Jahr) unterstützt wurden und 2025 und 2026 nach einer Kürzung mit je 17,5 Millionen. Bundesrat Albert Rösti wollte diese Unterstützung ab 2027 ursprünglich ganz streichen, was nun aber vom Gesamtbundesrat rückgängig gemacht wurde. Es handelte sich also nicht wirklich um eine echte Aufstockung dieser Gelder, welche vom Bundesrat als zusätzliche Maßnahmen angepriesen wurden.[322][323][324]
Vereinigtes Königreich
Im Vereinigten Königreich erklärte Energieminister Ed Miliband am 7. Juli im Unterhaus angesichts eines neuen britischen Juni-Temperaturrekords, der Klimanotstand sei „Realität und bereits da“. Miliband unterstützte eine verstärkte öffentliche Information über die Gefahren und Handlungsmöglichkeiten.[325]