Gleißbühl
Stadtteil von Nürnberg, Bayern, Deutschland
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Gleißbühl ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Nürnberg und als statistischer Distrikt 020 ein Teil des Bezirks 2 Marienvorstadt in der Altstadt und engeren Innenstadt.
Gleißbühl Statistischer Distrikt 020 Kreisfreie Stadt Nürnberg | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 27′ N, 11° 3′ O |
| Höhe: | 300–310 m ü. NHN |
| Postleitzahlen: | 90402, 90403 |
| Vorwahl: | 0911 |
Lage des statistischen Bezirks 02 Marienvorstadt in Nürnberg | |
Lage
Gleißbühl liegt in der Nähe des ehemaligen Marientors östlich der Stadtmauer in der Marienvorstadt von Nürnberg und wird von der Pegnitz tangiert.[1]
Über Gleißbühl führten früher zwei Wege, welche die Lorenzer und Sebalder Stadt mit der Hadermühle verbanden. Auf dem weitläufigen Areal standen drei Häusergruppen: Am Südwesteck zum Viehmarkt hin die größte aus Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, eine weitere an der Gasse von der Lorenzer Stadt zur Hadermühle und eine letzte Gruppe am Südosteck gegenüber dem Flaschenhof.[2]
Geschichte
1357 wurde ein auf dem Gleißbühl stehender Stadel erwähnt. 1398 wurde das Anwesen „Gleißmuͤl“ genannt, wohl ein Schreibfehler, da ein Mühlbetrieb nicht bekannt ist und wegen der exponierten Lage auch gar nicht möglich ist. 1479 bestand das am Viehmarkt vor dem Frauentor gelegene „Gleÿspühel“ aus drei Häusern mit einem Point. Später entstand ein Herrenhaus. Dieses gehörte ab dem 16. Jahrhundert der Familie Scherl. Nach ihnen wurde im 18. Jahrhundert Gleißbühl auch „Scherleins-Garten“ genannt.[3]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Gleißbühl aus 5 Anwesen. Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was aber von den brandenburg-ansbachischen Oberämtern Schwabach und Burgthann bestritten wurde. Grundherren waren der Nürnberger Eigenherr von Kreß (1 Herrenhaus, 2 Häuser und mehrere Gartenhäuser) und das Kriegsamt der Reichsstadt Nürnberg (1 Wachhaus).[4]
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Gleißbühl dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Gleißhammer und der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Gleißhammer zugeordnet. 1825 wurde Gleißbühl nach Nürnberg eingemeindet.[5]
1857 erwarb die Stadt die Grundstücke und es entstand hier die Marienvorstadt.[6][7] Die ursprünglichen Häusergruppen wurden im Laufe des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts im Zuge der Anlage der Marienvorstadt überbaut. 1930 hatten sich weder vom Herrensitz noch von den zugehörigen zahlreichen Gebäuden und Teilgärten irgendwelche Reste erhalten.
Einwohnerentwicklung
Religion
Gleißbühl ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Lorenz (Nürnberg) gepfarrt,[4] seit dem 19. Jahrhundert nach St. Peter (Nürnberg).[11] Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind bis heute in die Frauenkirche (Nürnberg) gepfarrt.[12]
Infrastruktur
Die Gleißbühlstraße verbindet den Rathenauplatz mit dem Hauptbahnhof. Der U-Bahnhof Wöhrder Wiese der Linien 2 und 3 befindet sich an dieser Straße, ebenso wie das Druckhaus der Nürnberger Zeitungsverlage.
Literatur
- Wiltrud Fischer-Pache: Gleißbühl. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2., verbesserte Auflage. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, ISBN 3-921590-69-8, S. 364 (online).
- Dorothea Fastnacht: Nürnberg : ehemaliger Stadtkreis (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Mittelfranken. Band 9). Michael Laßleben, Kallmünz 2022, ISBN 978-3-7696-6594-9, S. 102–109.
- Hanns Hubert Hofmann: Nürnberg-Fürth (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 4). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1954, DNB 452071224, S. 149 (Digitalisat). Ebd. S. 238–239 (Digitalisat).
