Eberhardshof
Stadtteil von Nürnberg, Bayern, Deutschland
From Wikipedia, the free encyclopedia
Eberhardshof ist ein Stadtteil und der statistische Bezirk 64 in der westlichen Außenstadt von Nürnberg als Teil der Gemarkung Höfen.[2]
Eberhardshof Statistischer Bezirk 64 Kreisfreie Stadt Nürnberg | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 27′ N, 11° 2′ O |
| Höhe: | 298–305 m ü. NHN |
| Fläche: | 1,23 km² |
| Einwohner: | 9418 (31. Dez. 2015)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 7.657 Einwohner/km² |
| Postleitzahlen: | 90431, 90429 |
| Vorwahl: | 0911 |
Lage des Statistischen Bezirks 64 Eberhardshof in Nürnberg
| |
Ehemaliger Gasthaus, Eberhardshof 1 | |
Lage
Der statistische Bezirk erstreckt sich von der Maximilianstraße im Osten bis zur Ringbahn im Westen und von der Pegnitz im Norden bis zum Frankenschnellweg im Süden und besteht aus den Stadtteilen Eberhardshof und Seeleinsbühl.[3][4]
| Statistische Nachbarbezirke | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
Geschichte
Der Ort wurde 1344 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort war damals in Besitz des Elisabethspitals der Deutschordenskommende Nürnberg.[5]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Eberhardshof 2 Anwesen. Das Hochgericht war strittig zwischen dem brandenburg-ansbachischen Oberamt Cadolzburg und der Reichsstadt Nürnberg. Die Deutschordenskommende Nürnberg war Grundherr des Ortes und hatte die Vogtei inne.[6]
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Eberhardshof dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Höfen und der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Höfen zugeordnet.[7]
Die Ludwigseisenbahn (1835) und der Ludwig-Donau-Main-Kanal (1840) wurden durch das Gebiet des heutigen Eberhardshof gebaut.
Am 1. Januar 1899 wurde Eberhardshof zu einem Teil des Stadtgebiets Nürnberg.[8]
Entlang der Eisenbahn entwickelte sich die Fürther Straße im Bereich Eberhardshof zu einem industriell geprägten Schwerpunkt in Nürnberg. Zuerst siedelten sich Spielwarenhersteller an. In den 1950er Jahren hatte die Nürnberger Motorradindustrie ihren Höhepunkt, dem ihr Niedergang am Ende des Jahrzehnts folgte. Im Bereich der U-Bahn-Station Eberhardshof ließ sich Quelle mit einem Kaufhaus und Auslieferungszentrum nieder, aber auch Produktionsstätten von AEG und Triumph-Adler. Mit der Schließung der Produktion von TA und danach von AEG setzte in den 1990er Jahren ein weiterer Strukturwandel ein. 2009 eröffnete Arcandor ein Insolvenzverfahren und schloss Quelle.
Baudenkmäler
- Eberhardshof 1: Gasthaus
- Eberhardshof 2: Wohnhaus
- Diverse Mietshäuser
- Ehemaliges Quelle-Versandhaus
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Michael (Fürth) gepfarrt.[6]
Nahverkehr
Eberhardshof liegt zwischen dem U-Bahnhof Maximilianstraße und dem U-Bahnhof Muggenhof und hat dazwischen noch den U-Bahnhof Eberhardshof. Wegen der Inbetriebnahme der U1 wurde 1981 der frühere Fürther Streckenast der Straßenbahn Nürnberg eingestellt. Der Bahnhof Nürnberg-Neusündersbühl musste dem viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke Nürnberg–Fürth im Jahre 2008 weichen.
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Eberhardtshof. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 668 (Digitalisat).
- Günter P. Fehring, Anton Ress, Wilhelm Schwemmer: Die Stadt Nürnberg (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 10). 2. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München 1977, ISBN 3-422-00550-1, S. 275–276.
- Wiltrud Fischer-Pache: Eberhardshof. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2., verbesserte Auflage. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, ISBN 3-921590-69-8, S. 230 (online).
- Hanns Hubert Hofmann: Nürnberg-Fürth (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 4). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1954, DNB 452071224, S. 110 (Digitalisat). Ebd. S. 240 (Digitalisat).
- Werner Sprung: Der Eberhardshof und der Muggenhof. Zwei ehemalige Weiler vor den Toren der Reichsstadt. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg: Eberhardshof und Muggenhof, Nr. 50, Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg, 1960, S. 53 ff. (online)
Weblinks
- Eberhardshof in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 19. August 2021.
- Eberhardshof im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
