Lohe (Nürnberg)

Ortsteil von Nürnberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Lohe ([ˈloːə] , nürnbergisch: Lou[2]) ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Nürnberg (Mittelfranken, Bayern).[3] Lohe liegt im Statistische Bezirk 75 (Almoshof).

Schnelle Fakten Kreisfreie Stadt Nürnberg ...
Lohe
Statistischer Distrikt 751Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/Alternativname falsch
Kreisfreie Stadt Nürnberg
Koordinaten: 49° 29′ N, 11° 4′ O
Höhe: 314 m ü. NHN
Fläche: 76 ha
Einwohner: 373 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 491 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. November 1923
Postleitzahl: 90427
Vorwahl: 0911
Karte
Lage der Gemarkung 3444 Lohe in Nürnberg
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Geographie

Gemarkung

Die Gemarkung Lohe hat eine Fläche von 1,280 km². Sie ist in 489 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2617,91 m² haben.[4][5]

Lage

Das Dorf Lohe bildet mit Almoshof im Westen eine geschlossene Siedlung. Diese liegt im Norden Nürnbergs im Knoblauchsland. Im Norden jenseits des Bucher Landgrabens befindet sich der Nürnberger Flughafen. Die Marienberger Straße im Süden führt zur Bundesstraße 4 bei Schnepfenreuth (1 km westlich) bzw. nach Marienberg (1 km östlich). Die Lohestraße führt die Marienberger Straße kreuzend nach Kleinreuth hinter der Veste (1 km südlich).[6]

Geschichte

Im Jahr 1235 wurde ein „Eberhard de La“ urkundlich erwähnt. Dies ist zugleich – indirekt – die erste Erwähnung des Ortes. Dem Ortsnamen liegt das Appellativum mhd.  für ‚Lache, Sumpf(wiese)‘ zugrunde.[7] Lohe geht auf eine Rodung durch die Herren von Stein zurück, gehörte später den Nürnberger Burggrafen und wurde 1427 unter das Amt der Veste gestellt. Im Ersten Markgrafenkrieg wurde das Dorf zerstört.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Lohe aus 44 Anwesen. Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was vom brandenburg-bayreuthischen Oberamt Baiersdorf bestritten wurde. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatten die jüngere und ältere Linie der Nürnberger Eigenherren von Tucher gemeinsam inne. Grundherr waren von Tucher, jüngere Linie (1 Hof, 1 Gut, 20 Gütlein, 3 Häuser) und von Tucher, ältere Linie (1 Hof, 11 Güter, 7 Gütlein).[8]

1796 wurde Lohe wie das gesamte Knoblauchsland unter die Verwaltung Preußens gestellt. Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. 1810 kam Lohe an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Lohe dem 1813 gebildeten Steuerdistrikt und der im selben Jahr gebildeten Ruralgemeinde Kraftshof zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Lohe. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Erlangen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden die Anwesen bis 1835 den Patrimonialgerichten Lohe und Behringersdorf. Ab 1862 gehörte Lohe zum Bezirksamt Nürnberg. Die Gerichtsbarkeit ging 1862 an das Landgericht Nürnberg über (1879 in Amtsgericht Nürnberg umbenannt). Die Finanzverwaltung wurde 1871 vom Rentamt Nürnberg II übernommen (1919 in Finanzamt Nürnberg-Nord umbenannt).[9][10] Die Gemeinde hatte 1904 eine Gebietsfläche von 1,343 km².[11] Am 1. November 1923 wurde Lohe nach Nürnberg eingemeindet.[12][13]

Baudenkmäler

In Lohe gibt es sieben Baudenkmäler:[14]

  • Kriegerlindenstraße 1: Bauernhaus
  • Loher Hauptstraße 100: Wohnhaus mit Nebengebäude und Backofen
  • Loher Hauptstraße 102: Wohnhaus mit Kleintierstall
  • Loher Hauptstraße 104: Wohnstallhaus
  • Loher Hauptstraße 128: Kleinbauernhaus
  • Lohestraße 227: Fachwerkscheune und Hofmauer eines Bauernhofes
  • Kriegerdenkmal
ehemalige Baudenkmäler
  • Dorfeldstraße 17: Sandsteingiebel mit Voluten und Kugelaufsatz mit Kartusche, bezeichnet „PK 1754“, vom abgebrochenen Nebengebäude an neuer Stelle wieder aufgebaut. An der Nachbargrenze Reste der profilierten Hofmauer[15]
  • Dorfeldstraße 19: Eingeschossiges Wohnhaus mit zwei Rundbogentüren, im Kern 18. Jahrhundert, modern verkleidet und verändert. Scheune des 18. Jahrhunderts, mit Brettergiebel.[15]
  • Loher Hauptstraße 87 und 91: Einfache eingeschossige Giebelhäuser des 18./19. Jahrhunderts, modernisiert und verändert.[15]
  • Loher Hauptstraße 88 und 112: Reste von Hofmauern mit profilierten Sandsteinpfeilern des 18./19. Jahrhunderts.[15]
  • Loher Hauptstraße 93: Fachwerkscheune des 18./19. Jahrhunderts.[15]
  • Loher Hauptstraße 107: Eingeschossiges Giebelhaus des 18./19. Jahrhunderts mit zweigeschossigem Zwerchhaus und kleinem Nebengebäude.[15]
  • Loher Hauptstraße 116: Eingeschossiges Sandsteinhaus mit dreigeschossigem Giebel, im Kern 18. Jahrhundert.[15]
  • Lohestraße 122, 126 und 127: Einfache eingeschossige Giebelhäuser des 18./19. Jahrhunderts, zum Teil modernisiert. Haus Nr. 127 mit Schopfwalm und verputzter Sandsteinmauer.[15]
  • Lohestraße 218: Hofanlage; eingeschossiges Wohnhaus mit zweigeschossigem Giebel, im Kern 18. Jahrhundert; Stallanbau und Fachwerkscheune. Rest einer Hofmauer sowie ein profilierter Sandsteinpfeiler mit Kugelaufsatz.[15]
  • Lohestraße 226: Eingeschossiges niedriges Sandsteinhaus mit zweigeschossigem Giebel, Stallgebäude mit Scheune; Mitte des 19. Jahrhunderts.[15]
  • Lohestraße 229: Eingeschossiges Wohnhaus des 18. Jahrhunderts, massiv, verputzt. Mit Fachwerkgiebel und Schopfwalm.[15]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 1818184018521855186118671871187518801885189018951900190519101919199720052016
Einwohner 270339329321351307329343368378376379369388400343347296373
Häuser[16] 525455626363
Quelle [17][18][19][19][20][21][22][23][24][25][26][19][11][19][27][19][28][1][1]
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Religion

Lohe ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Georg (Nürnberg-Kraftshof) gepfarrt.[29] Die Katholiken sind nach St. Thomas (Boxdorf) gepfarrt.[1]

Verkehr

In Lohe fahren die Stadtbuslinien 22, 32 und 33.

Literatur

Commons: Lohe (Nürnberg) – Sammlung von Bildern

Fußnoten

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