Gerasmühle

Stadtteil von Nürnberg, Bayern, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Gerasmühle (nürnbergisch: Gerasmühl[1]) ist ein Stadtteil im Südwesten von Nürnberg und als Distrikt 550 Teil des Statistischen Bezirks 55 (Krottenbach, Mühlhof). Es hat zusammen mit Lohhof ca. 400 Einwohner.

Schnelle Fakten Kreisfreie Stadt Nürnberg ...
Gerasmühle
Statistischer Distrikt 550Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/Alternativname falsch
Kreisfreie Stadt Nürnberg
Koordinaten: 49° 24′ N, 11° 1′ O
Höhe: 300–310 m ü. NHN
Postleitzahl: 90453
Vorwahl: 0911
Karte
Lage des statistischen Bezirks 55 Krottenbach, Mühlhof in Nürnberg
Schließen
Historischer Gebäudekomplex in Gerasmühle

Lage

Gerasmühle bildet mit Lohhof im Süden eine geschlossene Siedlung. Diese liegt westlich der Rednitz. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Deutenbach (1,2 km nordwestlich) bzw. nach Mühlhof (1,8 km südlich). Im Ort stehen zwei Sommerlinden, die als Naturdenkmal ausgezeichnet sind.[2]

Geschichte

Gerasmühle geht auf eine Schenkung des Ritters Bruno v. Immeldorf aus dem Geschlecht der Herren von Laufamholz im Jahre 1273 zurück. Dem Kloster Engelthal wurde damals neben Besitz in Deutenbach eine Mühle in „Genherstorf“ vermacht. 1402 wurde der Ort erstmals explizit als „Gehersmuͤl“ erwähnt. Über die Siedlung Genherstorf gibt es keine weiteren Informationen. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Gēnher.[3]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Gerasmühle aus drei Anwesen (1 Mahl- und Sägmühle, 1 Zainhammer, 1 Schleifmühle). Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Schwabach aus, was von der Reichsstadt Nürnberg bestritten wurde. Das Waldamt Laurenzi war Grundherr sämtlicher Anwesen.[4][5]

Von 1797 bis 1808 unterstand Gerasmühle dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Gerasmühle dem Steuerdistrikt Reichelsdorf und der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Reichelsdorf zugeordnet. Am 15. Juni 1922 wurde Gerasmühle im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Nürnberg eingemeindet.[6][7]

Baudenkmäler

In Gerasmühle gibt es neun Baudenkmäler:[8]

  • Bei der Gerasmühle 5, 7: Mühlengebäude
  • Bei der Gerasmühle 6: Arbeiterhaus, Ökonomiegebäude und Scheune
  • Bei der Gerasmühle 8, 10 und 12a: Arbeiterhäuser
  • Bei der Gerasmühle 9: Mühlengebäude
  • Bei der Gerasmühle 14: Ehemaliges Verwaltungsgebäude
  • Bei der Gerasmühle 16: Gasthaus und Walmdachbau
ehemalige Baudenkmäler
  • Bei der Gerasmühle 15: Dreigeschossiges Arbeiterwohnhaus aus Sandstein, drittes Viertel des 19. Jahrhunderts. Mit profilierten Fenstern. Große Dacherker. Treppenhausanbau in Fachwerk an der Giebelseite.[9]
  • Bei der Gerasmühle 18: Zweigeschossiger Bau der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, verputzt mit Walmdach.[9]
  • Schalkhaußerstraße 29: Ehemals waldamtlicher Bauernhof. Eingeschossiges massives Wohnhaus, Ende des 18. Jahrhunderts, mit zweigeschossigem Giebel (erneuert). Scheune aus Sandstein mit Satteldach, 18./19. Jahrhundert.[9]
  • Lohhofer Straße 4: Gasthaus. Zweigeschossiger Sandsteinbau der Mitte des 19. Jahrhunderts; mit zweigeschossigem Giebel. Im Erdgeschoss profilierte Rechteckfenster mit Fensterbänken. Im Obergeschoss Gurtgesims.[9]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001818001840001861001871001885001900001910
Einwohner 79146221179158125114
Häuser[10] 67136
Quelle [11][12][13][14][15][16][17]
Schließen

Religion

Gerasmühle ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannes Baptist (Eibach) gepfarrt.[4] Die Katholiken gehören seit 1953 zur Pfarrei St. Walburga (Eibach).[18][19]

Kultur und Freizeit

Gerasmühle ist heute ein beliebter Ausflugsort. Er veranschaulicht fast wie ein Museumsdorf die für den Nürnberger Raum typische Entwicklung vom Hammerwerk zur Industriesiedlung. Bei der Gründung des Mittelfränkischen Freilandmuseums in Bad Windsheim war Gerasmühle als alternativer Standort im Gespräch. Bis in die 1970er Jahre gab es einen großen Biergarten, "Sommerkeller" genannt, und das Gasthaus "Zur Gerasmühle" war im ehemaligen Mühlengebäude zu finden.

Durch Gerasmühle führen die Fernwanderwege Fränkischer Jakobsweg, Deutschherrenweg und der Rundwanderweg Bethang um NürnBErg, FürTH und ErlANGen.

Literatur

Commons: Gerasmühle – Sammlung von Bildern

Fußnoten

Related Articles

Wikiwand AI