Unimog 437.4

Hochgeländegängiger Unimog. Zweite Gerneration der Mercedes-Benz Unimog-Baureihe 437 From Wikipedia, the free encyclopedia

Als Unimog 437.4 wird die zweite Generation der Unimog-Baureihe 437 bezeichnet. Sie wird seit 2001[1.1] von der Daimler Truck Holding AG (beziehungsweise den Vorgängerunternehmen) im Mercedes-Benz-Werk Wörth in Serie produziert. Grund für die Bezeichnung 437.4 ist, dass sämtliche Baumuster dieser Generation mit dieser Zahlenfolge beginnen. Vorgestellt wurde das Fahrzeug im September 2002 auf der IAA in Hannover.[2.1][3] Technisch basiert der Unimog 437.4 auf seinem Vorgänger, dem Unimog 437.1. Während der Unimog 437.1 zu den Schweren Baureihen Unimog (SBU) gezählt wurde, wird der 437.4 von Mercedes-Benz als hochgeländegängige Baureihe bezeichnet. Dennoch ist das 1974 eingeführte Erscheinungsbild der SBU mit dem kantigen Fahrerhaus bis heute beim Unimog 437.4 deutlich zu erkennen, auch wenn es leicht modernisiert wurde. Im Jahr 2013 wurde die Generation 437.4 einer umfassenden Modellpflege unterzogen. In den ersten zehn Produktionsjahren liefen 6497 Fahrzeuge in zwölf Baumustern vom Band. Auch das militärische Allschutz-Transport-Fahrzeug (ATF) Dingo 2 ist auf dem Fahrgestell des Unimog 437.4 aufgebaut. Die Modellbezeichnung der 2002 eingeführten Modelle orientiert sich beim Unimog 437.4 nicht mehr, wie bei den Unimog-Modellbezeichnugen vorher üblich, an der Motorleistung in DIN-PS. Stattdessen wurden wie beim Unimog 405 Nummern (U 3000, U 4000, U 5000) verwendet, die keine Rückschlüsse mehr auf die Motorleistung zulassen.[4] Bis 3/2010 wurden die Fahrzeuge mit dem OM 904/OM 924 und einer Abgasreinigung nach Euro IV (wahlweise Euro III), ab 1. Juli 2009 mit einer geänderten Abgasaufbereitung nach Euro V ausgeliefert.

Schnelle Fakten Mercedes-Benz ...
Mercedes-Benz
Unimog 3000 437.4 (2002–2013)
Unimog 3000 437.4 (2002–2013)
Unimog 3000 437.4 (2002–2013)
Unimog 437.4
Hersteller Daimler-Chrysler AG
Daimler AG
Daimler Truck AG
Daimler Truck Holding AG
Verkaufsbezeichnung Bis 2013 – UHN:
U 3000
U 4000
U 5000
Ab 2013 – UHE:
U 4023
U 5023
Produktionszeitraum seit 2001
Vorgängermodell Unimog 437.1
Nachfolgemodell keines
Technische Daten
Bauformen Kurzhauber
Motoren Mercedes-Benz Reihenvierzylinder-Dieselmotoren
OM 904, OM 924, OM 934
Leistung 110–231 kW
Breite 2490 mm
Radstand 3250–3850 mm
Wendekreis 14,3–16,2 m
zul. Gesamtgewicht 7,5–14,5 t
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Unimog 5023 437.4 (Modellpflege MJ 14)

Die Modelle U 3000, U 4000 und U 5000 wurden bis April 2013 gebaut. Im Zuge der verschärften Schadstoffgrenzwerte in Europa kam es dann zu einem Modellwechsel.

Die aktuellen Modelle (Stand 2026) tragen die Bezeichnung U 4023 und U 5023, es wird der Motor OM 934 LA verbaut und die Schadstoffklasse Euro VI erreicht. Der Motor wurde weiter hinten als bei den Vorgängermodellen positioniert, die Abgasaufbereitung verändert und das Fahrerhaus den neuen Platzverhältnissen angepasst. Im Innenraum des Fahrerhauses wurde zudem das Ausstattungsdesign geändert. Außerdem änderte sich die Stoßstange, welche nun mit deutlich kleineren Rundscheinwerfern versehen ist.

Von Ende 2019 bis Ende 2023 hielt ein Unimog 5023 mit 6694 m über dem Meeresspiegel (erreicht auf dem Nevado Ojos del Salado) den Höhenweltrekord für Landfahrzeuge.[5][6] Am 2. Dezember 2023 brach diesen Rekord ein Porsche 911 mit 6721 m.[7]

Technik

Das Fahrzeug ist zweiachsig und hat einen nach unten gekröpften Leiterrahmen mit U-förmigen Längsträgern, dessen Querträger geschweißt sind. Die Räder sind vorne und hinten an starren Portalachsen mit Radvorgelege aufgehängt, die an Schubrohren und Querlenkern geführt sind. Sie stützen sich auf Schraubenfedern mit Teleskopstoßdämpfern, zusätzlich dazu sind Stabilisatoren eingebaut. Vom mittig eingebauten Getriebe wird das Drehmoment über in den Schubrohren laufenden Gelenkwellen an die Achsen übertragen, die Differenzialgetriebe können gesperrt werden. Wie beim Unimog üblich wird die Hinterachse fest angetrieben, während der Vorderachsantrieb zuschaltbar ist. Die mögliche Achsverschränkung dieser Konstruktion beträgt laut Daimler bis zu 30°[8]. Serienmäßig ist ein vollsynchronisiertes Getriebe mit acht Vorwärts- und sechs Rückwärtsgängen eingebaut, der Vierzylinderdieselmotor wird in verschiedenen Leistungsstufen angeboten.

Technische Daten

Vor Modellpflege / nach Modellpflege

Weitere Informationen U3000/U4000, U5000 ...
UNIMOG-Typ/Verkaufsbezeichnung U3000/U4000 U5000 U4023 U5023
Baumuster (BM) z. B. 437.420/425/426 z. B. 437.430/435 437.427 437.437
Interne Bezeichnung 1 UHN1 kurz/lang UHN2 kurz/lang UHE1 lang UHE2 lang
Radstand (mm) 3250 kurz, 3850 lang 3850
Zul. Gesamtgewicht (t) 7,5 – 8,5 12,5 (Feuerwehr 14,1) 7,5 – 9,8 12,5 – 14,1
Motortyp OM 904 LA III/2/5 OM 904 LA III/1 OM 934 LA
Motor-Baumuster 904.953/904.952, 924.916 (EU III) 924.916 (EU III) 934.974 (EU VI)
Zylinderzahl und -anordnung 4, R
Hubraum (cm³) 4249 4801 5132
Nennleistung (kW/PS) 110/150
130/177
160/218 170/231
bei Nenndrehzahl (min−1) 2200
Max. Drehmoment (N·m) 580/675 810 900
bei Drehzahl (min−1) 1400 1400 1200–1600
Getriebe UG 100E-8/9,57-0,74 GPA, Baumuster G 718.841
Achsbaumuster Vorderachse 737.365/737.366 * (AU7) 737.220/737.221 ** (AU8) 737.367 737.223
Achsbaumuster Hinterachse 747.365/747.366 * (HU7) 747.220/747.221 ** (HU8) 747.367 747.223
Achsflanschmaß 2127 2550 2183 2250
Lochkreisdurchmesser Radbolzen (mm) 205 335 275 335
Anzahl der Radbolzen 6 10 8 10
Dimension der Radbolzen M18 × 1,5 (M20 × 1,5 *) M22 × 1,5 M20 × 1,5 M22 × 1,5
Achsübersetzung 6,53 6,94 6,53 6,94
Kegelrad/Tellerrad 22:7 23:9 22:7 23:9
Vorgelege 27:13 38:14 27:13 38:14
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* Achsbaumuster ab Fahrgestellnummer 206866
** Achsbaumuster ab Fahrgestellnummer 208672

1 
UHN (Unimog Hochgeländegängig Neu)

Sonstige Kenngrößen

Weitere Informationen U 4023 (2016), U 5023 (2016) ...
U 4023 (2016)[9] U 5023 (2016)[10] U 4000 (Baumuster 437.421) (2010)[11] U 4000 (Baumuster 437.426) (2010)[11]
Abmessungen, Gewichte und Füllmengen
Länge 5950 mm 5350 mm 5950 mm
Breite Abhängig vom Aufbau 2490 mm
Höhe Abhängig vom Aufbau 2600 mm
Böschungswinkel 44° 41°
Wendekreisdurchmesser 16,2 m 14,3 m 16,2 m
Wattiefe 800 mm (Serienausführung)
1200 mm (Sonderausführung)
Maximale Vorderachsbelastung 4600 kg 6400 kg 4000–4500 kg
Maximale Hinterachsbelastung 6000 kg 8800 kg 4400–5800 kg
Tankinhalt 160 l (Serienausführung)
235 l (Sonderausführung)
145 l (Serienausführung)
160 l (Doppelkabine)
180 l (Sonderausführung)
Reifendimensionen 335/80 R20 oder
405/70 R24
335/80 R20 oder
425/75 R20
Kraftübertragung
Kupplung SAE 2 (⌀ 395 mm)
Drehmomentübertragung auf Hinterräder, Vorderradantrieb zuschaltbar
Bremsen Scheibenbremsen rundum
Lenkung ZF 8095
Höchstgeschwindigkeit 89 km/h (elektronisch abgeregelt) 90 km/h
Elektrische Anlage
Bordspannung 24 V
Akkuladungsträgerkapazität 100 Ah (Serienausführung)
170 Ah (Sonderausführung)
100 Ah (Serienausführung)
125 Ah (Sonderausführung)
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Baumusterübersicht

Es gibt zwar 14 verschiedene Baumuster, laut Daimler wurden jedoch nur 12 davon gebaut.

Weitere Informationen Baumuster, Verkaufsbezeichnung ...
Baumuster des Unimog 437.4 (bis 2012)
Baumuster Verkaufsbezeichnung Ausführung Radstand (mm) Motorisierung (kW) Stückzahlen
437.420[12] U 3000 / U 4000 (EU3) geschlossenes Fahrerhaus 3250 110/130/160 544
437.421[13] U 4000 110/115/130/160 299
437.425[14] U 3000 / U 4000 (EU3) 3850 110/130/160 1378
437.426[15] U 4000 110/115/130/160 532
437.427[16] 170 wurde nie gebaut
437.430[17] U 5000 (EU3) 3250 160 217
437.431[18] U 5000 138
437.435[19] U 5000 (EU3) 3850 1160
437.436[20] U 5000 1730
437.437[21] U 5023 170 22
437.460[22] Fahrgestell ohne Aufbau 3250 160
437.465[23] 3850 1072
437.467[24] Fahrgestell ohne Aufbau, 14,5 t 225/240
437.470[25] Fahrgestell ohne Aufbau 3250 170
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Unimogzeitleiste

Weitere Informationen Produkt­strategie A1, Hersteller ...
Produkt­strategie A1 Hersteller Boehringer Daimler-Benz unter der Marke Mercedes-Benz
Jahr 1940er 1950er 1960er 1970er 1980er 1990er 2000er 2010er 2020er
Unter­scheidung anhand: 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 56789 0 12 3 456 7 8 9 0 1 2 34 5678 9 0 123 456 7 8 9 0 1 2 345 6 7 8 9 01 2 34 5 67 8 9 0 1 2 3 4 5 6
Reihe Baureihe A2
Leistung, Größe und Gewicht Ur-Unimog 70200 2010 401 411
402
Leichte Baureihen (LBU) 421 408
431 Argentinien 407
Mittel­schwere Baureihen (MBU) Modell­familie 406 403
406
413
416
426 Argentinien 419 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
417
418
Schwere Baureihen (SBU) 424 427
425 437.1
435
436 Turkei

Einsatz­zweck
Hoch­geländegängige Baureihen 404 436 Turkei
405 (405.110) 437.4 UHN 437.4 UHE
Kompakte Geräteträger 409 Hako Kom­mobil
Geräteträger 405 UGN
405 LUG
405 UGE
Anmerkungen
A1 
Mitte der 1990er Jahre kam es zu einer strategischen Neuausrichtung Produkts Unimog. Während vorher der Unimog als Allzweckfahrzeug gesehen wurde und die Baureihen sich vor allem in Leistung, Größe und Gewicht unterschieden, wird seither auf zwei Produktlinien gesetzt, die sich nach Einsatzzweck unterschieden. Den hochgeländegängigen Unimog und den Unimog-Geräteträger. Die bereits deutlich früher als spezialisierte hochgeländegängige Lkw gebauten Unimog 404 und 405.110 stellen einen Sonderfall dar.
A2 
Abweichend zur restlichen Darstellung werden die aktuellen Baureihen 405 und 437 aufgelöst in ihre einzelnen Generationen dargestellt.
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Commons: Unimog 437.4 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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