Voisin C 31
Pkw-Modell von Voisin
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Der Voisin C 31 ist ein Pkw-Modell der 1950er Jahre. Hersteller war Aéroplanes G. Voisin in Frankreich.
| Voisin | |
|---|---|
Voisin C 31 als Zweisitzer mit aufgeklapptem Verdeck auf einen Oldtimertreffen in Frankreich | |
| C 31 | |
| Verkaufsbezeichnung | Voisin 1 CV |
| Produktionszeitraum | 1950–1953 (Zweisitzer) |
| Klasse | Kleinstwagen |
| Karosserieversionen | Roadster, Cabriolet |
| Motoren | Ottomotor: 0,125–0,25 Liter (6 PS) |
| Länge | 2400–2500 mm |
| Breite | 1280 mm |
| Höhe | 1400 mm |
| Radstand | 1650 mm |
| Leergewicht | 175 kg |

Beschreibung
Zweisitzer
Das Modell wurde 1950 auf der Fahrrad- und Motorradausstellung in Paris präsentiert.[1] Die nationale Zulassungsbehörde erteilte im Mai 1951 ihre Zulassung. Die Vermarktung des Zweisitzers fand von 1951 bis 1953 statt.[2.1]
Das Fahrgestell wird auch Voisin Biscooter genannt.[2.1]
Der Motor hat einer Quelle zufolge rund 250 cm³ Hubraum. 55 mm Bohrung und 52 mm Hub sind angegeben. Bei zwei Zylindern ergeben diese Maße genau 247 cm³ Hubraum. Der Motor war damals in Frankreich steuerlich mit 1 CV eingestuft.[2.1] An anderer Stelle steht, dass es ein Einzylinder-Zweitaktmotor mit 125 cm³ Hubraum, 1 CV und 6 PS Leistung ist. Der Motor ist vorn montiert und treibt die Vorderräder an.[2.2] Der Motor stammt von Gnome et Rhône.[2.3] Außerdem gibt es die Angabe, dass es sowohl Motoren mit 125 cm³ als auch mit 250 cm³ Hubraum gab.[2.4] Aufgrund des geringen Hubraums durften die Fahrzeuge damals in Frankreich ohne Führerschein gefahren werden.
Die normale Ausführung wiegt 175 kg. Sie hat 128 cm Radstand, ist 250 cm lang und 128 cm breit.[2.5] Davon abweichend wird auch eine Länge von 240 cm angegeben.[3] Eine weitere Quelle gibt auch, dass die ersten Fahrzeuge 240 cm lang waren und die späteren 250 cm. Außerdem sind sie mit hochgeklapptem Verdeck 140 cm hoch.[4] Der Wagen bietet Platz für zwei Personen nebeneinander. Die Motorhaube ist gewölbt und hat vertikale Lüftungsschlitze. Sie ist nur wenig höher als die vorderen Kotflügel, reicht aber weiter nach vorne. Dahinter ist ein schräges Blech aus Aluminium mit einer Vorrichtung für das vordere Kraftfahrzeugkennzeichen. Die Windschutzscheibe weist einen ähnlichen Neigungswinkel auf. Auf den vorderen Kotflügeln befinden sich die beiden Scheinwerfer, also deutlich höher als die Motorhaube. Die Andeutung einer Karosserie sind die Bleche, die der A-Säule bis runter auf das Fahrgestell reichen. Auf Türen wird verzichtet. Ein geschwungenes Rohr pro Fahrzeugseite, das von hinten kommend bis etwa zur Hälfte der Sitze reicht, bietet etwas seitlichen Schutz und dient auch als Träger für das Cabrioverdeck.[2.6] Die Frontscheibe ist in der Neigung verstellbar.[4]
Voisin erhielt über 1000 Bestellungen für den Zweisitzer, war aber nicht in der Lage für eine Serienproduktion.[2.4] An anderer Stelle werden 1430 Vorbestellungen genannt.[1]
Autonacional in Barcelona erwarb am 5. Mai 1953 eine Lizenz,[1] überarbeitete das Fahrzeug, verwendete einen Motor von Hispano Villiers mit 193 cm³ Hubraum und verkaufte mehr als 20.000 Fahrzeuge unter dem Markennamen Biscúter. Äußere Unterscheidungsmerkmale sind kleinere vordere Kotflügel, eine längere und höhere Front, nur bis auf Höhe der Motorhaube reichende Scheinwerfer, waagerechte Lüftungsschlitze für den Motor und eine gewöhnlich geneigte Frontscheibe.[2.7]
1952 präsentierte Voisin mit dem Voisin Biscooter Voisin einen ähnlichen Zweisitzer mit Heckmotor, der kaum Kundeninteresse erhielt.[5]
Dreisitzer
Eine dreisitzige Variante hat einen zusätzlichen Einzelsitz im Heck. Außerdem sind eine höhere Motorhaube, eine schrägere Frontgestaltung, Fenster in der A-Säule und seitliche Türen äußere Unterscheidungsmerkmale.[2.6] Die vorderen Kotflügel reichen bis an die Fahrzeugfront. Ein Motor mit 200 cm³ Hubraum sorgt für den Antrieb.[6]
Viersitzer
Eine Version mit vier Sitzen ähnelt dem Dreisitzer, hat aber im Heck Platz für zwei Personen. Es ist bekannt, dass die Motorhaube einen anderen Lufteinlass als der Zweisitzer hat. Außerdem befinden sich seitliche Lufteinlässe im Blech hinter den Scheinwerfer, die der Dreisitzer nicht hat.[2.6] Im Gegensatz zum Dreisitzer reichen die vorderen Kotflügel nicht bis an die Fahrzeugfront. Es gibt zwei verschiedene Ausführungen der seitlichen Lufteinlässe.[6]
Eine Quelle datiert zumindest eines der beiden Fahrzeuge auf 1955. Gabriel Voisin entwarf das Fahrzeug im Auftrag des Spaniers Damien Casanova für Autonacional. Sowohl der spanische Motor mit 59 mm Hub, 72 mm Hub, 197 cm³ Hubraum und 9 PS Leistung als auch der Frontantrieb des Biscúter wurden beibehalten.[7]
France-Auto de Casablanca aus Casablanca im damaligen Französisch-Marokko war 1955 an diesem Prototyp interessiert. In Anzeigen wurden dem Motor mit 197 cm³ Hubraum optimistische 13 PS zugesprochen. Der Markenname sollte Watani lauten, allerdings ist keine Produktion erfolgt.[7]
Einsitzer
Außerdem gab es einen Einsitzer ohne Türen für Lieferzwecke.[2.8] Das Fahrzeug ist auf 1956 datiert und existiert noch. Ein Zusteller der französischen Post soll den Anstoß zur Entwicklung gegeben haben.[8][1] Das Fahrzeug trägt das französische Kennzeichen 8586 CA 75.[9]
Allgemein
Eine Quelle gibt an, dass 30 Fahrzeuge entstanden.[2.9] Allerdings ist bekannt, dass der Bereich der Fahrgestellnummern von 000004 bis 0000029 reichte, was maximal 26 Fahrzeuge bedeutet.[2.1] Eine andere Quelle gibt an, dass etwa 15 Zweisitzer entstanden. Außerdem wurden ein Dreisitzer und zwei Viersitzer gefertigt, die aber nicht in Serienproduktion gingen.[6]
Dem französischen Verein Les Amis de Gabriel Voisin sind 17 erhaltene Fahrzeuge bekannt.[10]
Ein erhaltener Zweisitzer mit dem französischen Kennzeichen 3228 XY 94 wurde 2011 für 37.741 Euro versteigert[11] und 2024 für 44.800 US-Dollar[12]. 2013 wurde ein anderer erhaltener Zweisitzer aus dem Bruce Weiner Microcar Museum mit dem französischen Kennzeichen 472 AK 36 und der Nummer 000006 für 66.125 US-Dollar versteigert.[13] Der Viersitzer aus dem Bruce Weiner Microcar Museum mit dem französischen Kennzeichen 1387 NZ 75 wurde 2013 für 80.500 Dollar versteigert.[14]
Literatur
- Pascal Courteault: Automobiles Voisin 1919–1958. White Mouse Editions, London 1991, ISBN 0-904568-72-5 (französisch).
