Mercedes-Benz Baureihe 168

Kompaktwagen von Mercedes-Benz From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Mercedes-Benz Baureihe 168 (W 168/V 168) war die erste Generation der Mercedes-Benz A-Klasse und wurde von 1997 bis 2004 produziert. Mit ihr wagte Mercedes-Benz den Einstieg in ein völlig neues Segment: kompakte, frontgetriebene Fahrzeuge mit hohem Alltagsnutzen. Innerhalb der Markenhistorie gilt die Baureihe als ungewöhnlich mutiges Konzept, das bewusst mit traditionellen Mercedes-Limousinen brach und dadurch sowohl Begeisterung als auch Skepsis auslöste.

Schnelle Fakten Baureihe 168 ...
Mercedes-Benz
Bild
Bild
Mercedes-Benz A 190 in einem Showroom (2003)
Baureihe 168
Verkaufsbezeichnung A-Klasse
Produktionszeitraum 08/1997–09/2004
Klasse Kleinwagen
Karosserieversionen Kombilimousine
Motoren Ottomotoren:
1,4–3,8 Liter
(60–186 kW)
Dieselmotoren:
1,7 Liter
(44–70 kW)
Länge 3575–3776 mm
Breite 1719 mm
Höhe 1575–1603 mm
Radstand 2423–2593 mm
Leergewicht 1095–1190 kg
Nachfolgemodell Mercedes-Benz Baureihe 169
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Sterne im Euro NCAP-Crashtest[1]

Technisch prägend war das Sandwichboden-Konzept, das den Antrieb schräg unter der Fahrgastzelle platzierte und so eine ungewöhnlich hohe Sitzposition bei gleichzeitig kompakten Außenmaßen ermöglichte. In Kombination mit der variablen Innenraumgestaltung entstand ein für die damalige Zeit außergewöhnlich flexibles Raumkonzept, das besonders im urbanen Einsatz seine Stärken ausspielte. Internationale Aufmerksamkeit erhielt das Modell zudem durch den Elchtest, der zur konstruktiven Überarbeitung des Fahrwerks und zur frühen, serienmäßigen Einführung des Elektronischen Stabilitätsprogramms (ESP) führte; ein Sicherheitsmerkmal, das später im gesamten Volumensegment zum Standard wurde.

Die Baureihe wurde als W 168 sowie ab 2001 auch als Langversion V 168 in den Werken Rastatt und Juiz de Fora (Brasilien) gefertigt und erreichte eine Gesamtproduktion von über 1,1 Millionen Fahrzeugen.[2]

Die Motorenpalette reichte von sparsamen Vierzylinder-Ottomotoren mit 1,4 und 1,6 Litern sowie 1,9 Litern Hubraum bis zu Dieselmotoren mit 1,7 Litern Hubraum. Eine besondere Rolle innerhalb der Modellpalette nahm der A 210 EVOLUTION ein, der mit vergrößertem Hubraum, sportlicher Abstimmung und eigenständiger Optik als dynamischste Serienvariante der Baureihe positioniert war und heute als Liebhabermodell gilt. Ergänzend entstanden weitere vereinzelte Sonder- und Sportvarianten, darunter der A 38 AMG mit 3,8 Litern Hubraum, der als Extremstudie die Grenzen des Plattformkonzepts demonstrierte und heute als Kuriosum gilt.

Vorgeschichte

Entgegen einem verbreiteten Vorurteil beschäftigte sich Mercedes-Benz bereits früh mit kompakten Fahrzeugkonzepten. Schon die Typen 8/18 ab 1911 sowie der Mercedes 6/25/40 PS von 1924 galten in ihrer jeweiligen Zeit als vergleichsweise kleine Automobile.

Nach der Gründung der Daimler-Benz AG entstanden mehrfach Entwürfe für kleinere Fahrzeugklassen. Sowohl Ferdinand Porsche als auch sein Nachfolger Hans Nibel arbeiteten an kompakten Fahrzeugkonzepten. Der Konstrukteur Josef Müller entwickelte später eine Kleinserie von zwölf Fahrzeugen mit 1,2-Liter-Motor.

In den 1930er Jahren folgten mit dem Typ 130 und dem Typ 120 H weitere kompakte Modelle. 1935 entstand zudem mit dem W 144 ein Prototyp mit Frontantrieb, der jedoch nicht in Serie ging und später vernichtet wurde.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden kleinere Fahrzeugkonzepte untersucht. Ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt war das NAFA („Nahverkehrsfahrzeug“) von 1981, ein kompakter Stadtwagen mit besonders platzsparendem Konzept. Zahlreiche Ideen dieses Projekts gelten heute als konzeptionelle Vorläufer der späteren A-Klasse.

Marktsituation und Zielsetzung

Mit der Gründung der damaligen Mercedes-Benz AG im Jahr 1989 trieben die Vorstände Jürgen Hubbert (zuständig für Pkw) und Dieter Zetsche (Entwicklungschef für Pkw, sales and marketing) die komplette Erneuerung des Programms voran, die auch eine Modelloffensive umfassen sollte.

Zukunft der Marke

Mercedes-Benz baute vornehmlich Limousinen der Oberklasse, der oberen Mittelklasse und ab 1982 mit dem 190er der Mittelklasse. Das konservative Markenimage der Mercedes-Benz-Pkw führte dazu, dass ihre Käufer im Durchschnitt immer älter wurden. Nach den Worten von Markenvorstand Jürgen Hubbert war der Hersteller „auf dem besten Weg, in eine Positionierungsfalle zu tappen. Hätten wir uns mit den kleinen Stückzahlen der S-Klasse (49.996 im Jahr 1996) zufriedengegeben, wären wir in die Rolls-Royce-Ecke geraten; ein existenzielles Problem für das gesamte Unternehmen“.[3]

Ökologische Aspekte

Mercedes-Benz besaß den damals zweitgrößten deutschen Elektrokonzern AEG. Die Version der A-Klasse als Elektroauto wurde bis 1997 weiterentwickelt. Die Kapazität der zusammen mit AEG entwickelten Zebra-Batterie betrug 30 kWh und ermöglichte eine Reichweite von 125 Meilen bzw. 200 km sowie eine (abgeregelte) Höchstgeschwindigkeit von 80 mph/128 km/h.[4] Aus wirtschaftlichen Gründen wurde die Version mit Elektroantrieb nicht in die Serienfertigung übernommen.

Auch wurde in Kalifornien durch die CARB das Clean Air Act und Zero Emission Mandate ausgearbeitet und 1990 als Gesetz verabschiedet. Es sollte die Automobilhersteller zwingen, schrittweise emissionsfreie Automobile einzuführen. Kalifornien als bevölkerungsreichster Bundesstaat der USA und einer der größten Absatzmärkte für Automobile weltweit übte somit Druck auf die Hersteller aus. Dies führte nicht nur zur Entwicklung und Produktion des General Motors EV1, sondern beeinflusste die Fahrzeugentwicklungen aller großen Automobilhersteller. Die Antriebsvariante mit Elektromotor wurde daher vor allem in den USA erprobt und war in Europa weitgehend unbekannt. Nach Lockerung der kalifornischen Gesetzgebung wurden die Vorbereitungen der Serienproduktion der Elektroversion der A-Klasse aus wirtschaftlichen Überlegungen eingestellt.

Raumökonomie

Weitere Gründe für den Einstieg in die Kompaktklasse waren die veränderten Verkehrsverhältnisse verglichen mit früheren Jahrzehnten (zunehmende Verkehrsdichte in den Innenstädten, Parkplatznot, lange Staus) und damit einhergehend veränderte Bedürfnisse der Kunden.

Entwicklung

Studien

Evolution von „NAFA“ über die „Studie A“ zur A-Klasse (von rechts nach links)

Eine Vorgabe lautete: Mit geringen Außenabmessungen ein Auto anzubieten, das dennoch ein „richtiger“ Mercedes ist, was Solidität und Komfort [anbelangt].[5] Der Durchbruch kam mit der Erfindung des Sandwich-Konzeptes 1991, wodurch die Studie A möglich wurde. Schon damals wurde parallel zum Prototyp mit Verbrennungsmotor ein Prototyp mit Elektroantrieb entwickelt. Vorgestellt wurde die Studie A erstmals auf der IAA im September 1993. Doch schon ab Juni 1992 wurde intern die Serienproduktion vorgeplant und parallel zur Prototypenentwicklung vorangetrieben.[3] 80 bzw. 95 Prozent der befragten Messebesucher der IAA 1993 bzw. Tokyo Motor Show 1994 befürworteten einen kleinen Mercedes-Benz in der Art dieses Konzeptfahrzeuges. Dieses Ergebnis führte zu einer schnellen Entscheidung des Daimler-Benz-Vorstands für die Serienfertigung.[3] Im August 1994 konnte bereits der erste Prototyp unter Alltagsbedingungen getestet werden.

Design

Um den Anspruch auf Innovation und Jugendlichkeit zu unterstreichen, wurden bei der Mercedes A-Klasse neue Wege beschritten und ein Fahrzeug entwickelt, das sich wesentlich von ähnlichen Modellen der Konkurrenz unterschied. Von den verschiedenen Skizzen wurden jene von Steve Mattin ausgewählt, die dann durch den Chefdesigner Bruno Sacco überarbeitet wurden.

„Das ist eine andere Formensprache, die den Konzeptnotwendigkeiten des doppelten Bodens und des Motors, der beim Crash unter dem Boden verschwindet, entspringt. Es gibt zwar Autos, die der A-Klasse ähnlich sehen, all das aber nicht können. Als wir die A-Klasse konzipiert haben, dachten wir auch an andere Antriebsarten, was blieb waren der doppelte Boden und dadurch Vorteile beim Seitenaufprall. Es ist zwar nicht mein Lieblingsauto, aber ich stehe zu Form und Konzept.“[6]

Das äußere Erscheinungsbild zeichnete sich durch klare Linien, eine kompakte Silhouette und eine sportive Note aus. Die Karosserie wies eine aerodynamisch effiziente Form auf, die durch sanft geschwungene Linien und einen neuartigen Kühlergrill mit dem bekannten Mercedes-Stern im Zentrum geprägt war.

Die konzeptionelle Neuartigkeit sollte durch die Gestaltung des Interieurs und der angebotenen Fahrzeuglackierungen betont werden. Viele Farben waren eigens für das Modell entwickelt worden.

Während in der Ausstattungslinie „Classic“ Cockpitblenden und Stoffe je in vier Farben auswählbar waren, waren es in der Ausstattungslinie „Elegance“ nur die Cockpitblenden und in der Ausstattungslinie „Avantgarde“ keine, dort waren die Cockpitblenden erst anthrazit lackiert, ab Mitte 1999 grau beledert.

Präsentation und Reaktion

Auf der Frankfurter IAA im September 1995 wurde das Innenraumkonzept der A-Klasse präsentiert. Die Gesamtlänge des Fahrzeugs ist gegenüber der Studie mittlerweile um 225 Millimeter gewachsen. Das Platzangebot vergrößerte sich weiter, insbesondere im Kofferraum.

Auf dem Genfer Auto-Salon im März 1997 stellte Mercedes die A-Klasse offiziell vor. Zwei Ottomotoren mit 1,4 l bzw. 1,6 l Hubraum standen zur Auswahl. Der Verkauf startete acht Wochen später im Mai 1997 und im Oktober stand der Wagen bei den Händlern. Die A-Klasse war auch als Innovationsträger konzipiert und wurde daher beworben als „Ein starkes Stück Zukunft“. Zwischen März und Oktober 1997 wurde das neue Mercedes-Modell auf der „A-Motion-Tour“ genannten Marketingveranstaltung in 20 europäischen Städten der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 15. Oktober 1997 endete diese im Werk Rastatt, wo das Modell auch gefertigt wurde. Insgesamt sahen etwa 500.000 Menschen an 185 Tagen die Show der „A-Motion-Tour“.

Die Ausweitung der Zielgruppe von Mercedes wurde von Ferdinand Piëch als Angriff auf das Portfolio der Volkswagen Group gewertet, die mit einer Luxusstrategie und später auf die A-Klasse auch direkt mit dem Audi A2 reagierte.[7]

Modellentwicklung

  • 18. Oktober 1997: Markteinführung der A-Klasse mit den Motorisierungen A 140 und A 160
  • 21. Oktober 1997: Durchführung des Elchtests durch eine schwedische Automobilzeitschrift
  • 11. November 1997: Produktionsstopp
  • 26. Februar 1998: Wiederaufnahme der Produktion
  • August 1998: Einführung der Motorisierungen A 160 CDI und A 170 CDI
  • Mai 1999: Einführung der Motorisierung A 190, erste kleine Modellpflege mit Aufwertung der Ausstattungslinien, Änderung Stern auf dem Lenkrad.
  • September 2000: zweite kleine Modellpflege: u. a. Modifizierung des Griffs an der Heckklappe, Edelstahlapplikation in der Einstiegsleiste
  • März 2001: große Modellpflege; neu im Programm: die „verlängerte“ A-Klasse (V 168), die zusätzliche Länge von 170 mm kommt (verstellbar) den Fondpassagieren oder dem Kofferraum zugute.
  • 2002: Einführung des A 210 Evolution (Stückzahl 2629 Einheiten)

Farben

Bei Markteinführung waren folgende Farben verfügbar: Tiefseeblau, Mondsilber, Glutrot, Meteorgrau, Kaskadenblau, Vulkanrot, Dschungelgrün, Schneeweiß, Oasengrün, Floraviolett.

Beispiele einiger Unilacke:

Beispiele einiger Metalliclacke:

Höhere Positionierung

Obwohl das Fahrzeug anfangs polarisierte und modern sowie designorientiert positioniert wurde, sprach es aufgrund seiner Fertigungsqualität, seiner hohen Sitzposition mit guter Rundumsicht und der Praktikabilität alle Altersgruppen an und wurde ein großer Erfolg, insbesondere bei zahlungskräftigen Kunden. Mercedes reagierte mit einer breiteren Palette an gehobeneren Ausführungen: Im Oktober 1998 die auf 250 Fahrzeuge limitierten „Edition Häkkinen“ und „Edition Coulthard“, das AMG Optik-Paket und die kleine Modellpflege 1999, der stärkeren Motorisierung A 190, den optionalen Einzelsitzen im Fond und mit der Aufwertung der Elegance-Ausstattung und der Avantgarde-Ausstattung. Auch die Farben wurden gewechselt: Schrille Töne wie Kaskadenblau, Oasengrün und Floraviolett wurden ersetzt durch Atollblau, Nachtschwarz und Novaviolett.

Modellpflege im März 2001

Die höhere Positionierung setzte die im März 2001 durchgeführte optisch dezente Modellpflege fort: Interieurverkleidungen wurden verbessert, optional waren ab diesem Zeitpunkt erstmals Mercedes-typische Edelholzapplikationen erhältlich. Entsprechende Modifikationen wurden auch bei der Bedienung, im Fahrzeugexterieur und bei den verfügbaren Lackierungen vorgenommen, um das Produkt insgesamt konservativer wirken zu lassen, ohne jedoch mit dem Designkonzept zu brechen. Es wurden weitere konservative Farben eingeführt: u. a. Ozeanblau, Kometgrau, Kumulusgrau, Alpinblau, Galaxyschwarz.

Bedeutung der Baureihe 168

Die brasilianische TV-Moderatorin Amanda Françozo mit ihrer A-Klasse (2004)
A 210 AMG auf der Retro Classics 2025

Die Baureihe 168 markierte für Mercedes-Benz den Einstieg in das Segment kompakter Premiumfahrzeuge. Ursprünglich entwickelt, um Marktanteile im Kompaktsegment zu gewinnen, wurde die A-Klasse aufgrund ihres eigenständigen Konzepts häufig als praktisches Stadt- und Alltagsfahrzeug wahrgenommen. Mit ihrer hohen Karosserie, der variablen Raumnutzung und dem ungewöhnlichen Design nahm sie zahlreiche spätere Fahrzeugkonzepte vorweg und gilt rückblickend als eines der prägendsten europäischen Kompaktfahrzeuge ihrer Zeit.

Diese Zielgruppe bediente auch der Audi A2 ab 1999, konnte jedoch nicht annähernd an den Erfolg der A-Klasse herankommen. Gefahren wurde das Modell von so unterschiedlichen Personen wie Boris Becker, Norbert Blüm und Niki Lauda (der acht Stück für Lauda Air bestellt hatte).

Der Elchtest und die Einführung des ESP

Internationale Bekanntheit erlangte die Baureihe 168 durch den sogenannten Elchtest, ein ursprünglich in Schweden entwickeltes Ausweichmanöver zur Simulation plötzlicher Spurwechsel. Drei Tage nach der offiziellen Vorstellung der A-Klasse kippte ein Testfahrzeug während eines solchen Manövers bei etwa 65 km/h auf die Seite.[8]

Der Vorfall entwickelte sich zu einer der größten öffentlichen Krisen in der Geschichte von Mercedes-Benz. Zunächst kündigte die Daimler-Benz AG lediglich technische Änderungen an Reifen und Fahrwerk an. Kurz darauf wurde jedoch ein Verkaufsstopp verhängt und entschieden, sämtliche bereits produzierten Fahrzeuge technisch zu überarbeiten und serienmäßig mit dem Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) auszurüsten.

Zu den Maßnahmen gehörten breitere Reifen mit steiferer Karkasse, Änderungen an Federung und Dämpfung sowie eine modifizierte Fahrwerksabstimmung.[9]

Der Elchtest führte zu erheblichem medialem Spott und prägte die öffentliche Wahrnehmung der ersten A-Klasse über Jahre hinweg. Gleichzeitig entwickelte sich der Vorfall rückblickend zu einem bedeutenden Wendepunkt in der Geschichte moderner Fahrzeugsicherheit.

Bis dahin war ESP überwiegend in Oberklassefahrzeugen erhältlich. Durch die serienmäßige Einführung in der A-Klasse verbreitete sich das System anschließend zunehmend auch im Volumensegment und wurde später branchenweit zum Sicherheitsstandard.

Im Jahr 2019 wurde zudem bekannt, dass die Fahrzeugkonstruktion ursprünglich auf die Integration einer neuartigen keramischen Batterie vorbereitet war. Der dafür vorgesehene Unterboden habe nach Aussagen ehemaliger Entwicklungsbeteiligter ebenfalls Einfluss auf Schwerpunkt und Fahrzeugarchitektur gehabt.[10] Geplant war ursprünglich eine Elektroversion der A-Klasse mit Zebra-Batterie.[11]

Der Hersteller griff die Elchtest-Thematik später selbstironisch auf und verwendete Elchmotive in Werbematerialien und Zubehörartikeln der A-Klasse.

Bewertung aus heutiger Sicht

Rückblickend gilt die Baureihe 168 als eines der ungewöhnlichsten und ambitioniertesten Serienfahrzeuge der 1990er Jahre. Zahlreiche Merkmale, die bei ihrer Einführung kontrovers aufgenommen wurden, erwiesen sich später als richtungsweisend für die Entwicklung kompakter Fahrzeuge im urbanen Raum.

Besonders das sogenannte Sandwichboden-Konzept, die erhöhte Sitzposition, die effiziente Raumausnutzung sowie die frühe Vorbereitung alternativer Antriebskonzepte werden heute deutlich positiver bewertet als zur Zeit der Markteinführung. Auch die nach dem Elchtest serienmäßige Einführung des Elektronischen Stabilitätsprogramms (ESP) gilt rückblickend als bedeutender Beitrag zur Verbreitung moderner Fahrstabilisierungssysteme im Volumensegment.

Trotz ihres kommerziellen Erfolgs war die Entwicklung der Baureihe für Mercedes-Benz mit erheblichen wirtschaftlichen Belastungen verbunden; Schätzungen zufolge entstand ein Verlust von rund 2,5 Milliarden Euro.[12] Auf dem nordamerikanischen Markt wurde das Modell nicht offiziell angeboten.

Obwohl die Baureihe nie offiziell in Nordamerika verkauft wurde, befinden sich dort mittlerweile einzelne importierte Fahrzeuge in Sammlerhand.

Auch lange nach Produktionsende blieb die Baureihe 168 im europäischen Straßenbild präsent und wurde vielfach als langlebiges und alltagstaugliches Fahrzeug wahrgenommen. Zahlreiche Exemplare erreichten hohe Laufleistungen und wechselten über mehrere Haltergenerationen hinweg den Besitzer. Gleichzeitig führten die ungewöhnliche Gestaltung und das polarisierende Erscheinungsbild über viele Jahre zu vergleichsweise niedrigen Marktwerten.

Mit zunehmendem zeitlichen Abstand wandelte sich die Wahrnehmung der ersten A-Klasse deutlich. In der automobilhistorischen Betrachtung wird die Baureihe heute zunehmend als technisch ambitioniertes Fahrzeugkonzept mit nachhaltigem Einfluss auf spätere Kompakt- und Raumfahrzeugkonzepte eingeordnet.

Der Einfluss der Baureihe zeigt sich unter anderem in späteren Fahrzeugen mit hoher Dachlinie, variabler Raumnutzung und kompakten Außenmaßen. Häufig werden in diesem Zusammenhang Fahrzeuge wie der Audi A2 oder der BMW 2er Active Tourer (F45) als konzeptionell vergleichbare Ansätze genannt.

Insbesondere seltene Varianten wie der A 210 Evolution sowie originale Fahrzeuge mit geringer Laufleistung und früher Ausstattung gewinnen seit den 2020er Jahren zunehmend an Bedeutung innerhalb der Youngtimer- und Mercedes-Benz-Sammlerszene.

Ein A 140 Elegance im Samsung Transportation Museum in Yongin-si, Südkorea

Ein Hinweis auf die anhaltende gestalterische Rezeption findet sich in der Wiederaufnahme des ursprünglich für die Baureihe 168 angebotenen Farbtons „Novaviolett“. Im Rahmen des Individualisierungsprogramms MANUFAKTUR wurde die Farbe später erneut für die G-Klasse angeboten und dabei ausdrücklich auf ihre historische Verwendung bei der ersten A-Klasse Bezug genommen.[13]

Damit nimmt die Baureihe 168 innerhalb der Geschichte von Mercedes-Benz und der europäischen Kompaktfahrzeuge eine eigenständige Stellung ein. Viele ursprünglich kritisch betrachtete Eigenschaften gelten heute als Ausdruck eines innovativen und seiner Zeit vorausgreifenden Fahrzeugkonzepts.

Motorisierung

Ottomotoren

M 166 eines A 210 EVOLUTION, an Sonderausstattung zu erkennen sind u. a. die Wischwasserheizung

Der quer eingebaute Ottomotor M 166 ist ein Reihenvierzylinder mit acht Ventilen und einer über Steuerkette angetriebenen obenliegenden Nockenwelle (OHC). Zylinderkopf und Zylinderblock sind aus Leichtmetall gegossen und die Kurbelwelle fünffach gelagert. Die Benzineinspritzung ist elektronisch gesteuert. Der Motor war in den Hubraum-Varianten 1397 cm³, 1598 cm³, 1898 cm³ (ab 1999) und 2084 cm³ (ab 2002) erhältlich.

Dieselmotoren

Der Dieselmotor OM 668, auch mit vier Zylindern in Reihe und quer eingebaut, hat Common-Rail-Einspritzung und ist mit einem Turbolader und einem Ladeluftkühler ausgerüstet. Mit 80 mm Bohrung und 84 mm Hub ergibt sich ein Hubraum von 1689 cm³. Die Common-Rail-Direkteinspritzung arbeitet mit einem Druck von 1350 bar. Der Motor hat 16 Ventile und zwei über eine Steuerkette angetriebene obenliegende Nockenwellen (DOHC). Die Verdichtung beträgt 19:1. Der Turbolader hat eine Regelung mit Wastegate.

Der Motor war in vier Varianten erhältlich, die mechanisch alle gleich aufgebaut waren:
Die Variante mit Motorcode 668.940 (A 170 CDI bis 2001) ist die ursprüngliche Version. Die Variante 668.941 (A 160 CDI bis 2001) leistet weniger, da der Ladeluftkühler fehlt.

Die Modellpflege-Varianten 668.942 (A 170 CDI ab 2001) und 668.940 red. (A 160 CDI ab 2001) haben eine etwas höhere Motorleistung, bedingt durch eine geänderte Nockenwelle sowie durch eine geänderte Abgasturbine. Das Drehmoment ist gleich geblieben mit 160 Nm beim A 160 CDI und 180 Nm beim A 170 CDI, aber die neuen Motoren stellen dieses über einen größeren Drehzahlbereich bereit:

  • Beim A 160 CDI vor 2001: 160 Nm bei 1500–2400/min.; nach 2001: 160 Nm bei 1500–2800/min.
  • Beim A 170 CDI vor 2001: 180 Nm bei 1600–3200/min.; nach 2001: 180 Nm bei 1600–3600/min.

Die Modellpflege-Variante 668.940 red. (A 160 CDI ab 2001) hat außerdem nunmehr einen Ladeluftkühler.

Beim A 160 CDI wurde der Achsantrieb länger übersetzt (3,07 statt 3,61), so dass das Drehzahlniveau und damit der Kraftstoffverbrauch insgesamt niedriger war als beim A 170 CDI.

Technische Daten

Weitere Informationen Modell, Bauzeit ...

Limousine (W 168)

Modell Bauzeit Baumuster (1) Motorbezeichnung* Motorcode Hubraum Leistung Drehmoment Verbrauch laut Hersteller
Ottomotoren
A 140 1997–2004 168.031 M 166 E 14 166.940 1397 cm³ 60 kW (82 PS) bei 5000/min 130 Nm bei 3750/min 6,8 Liter Benzin
A 140 (Automatik) (2) 2000–2004 168.031 M 166 E 16 red. 166.960 red. 1598 cm³ 140 Nm bei 2500/min
A 160 1997–2004 168.033 M 166 E 16 166.960 75 kW (102 PS) bei 5250/min 150 Nm bei 4000/min
A 190 1999–2004 168.032 M 166 E 19 1898 cm³ 92 kW (125 PS) bei 5500/min 180 Nm bei 4000/min 7,5 Liter Benzin
A 210 Evolution 2002–2004 168.035 M 166 E 21 166.995 2084 cm³ 103 kW (140 PS) bei 5500/min 205 Nm bei 4000/min 7,9 Liter Benzin
A 32K AMG 2001–2003 M 112 E 32 ML 3199 cm³ 260 kW (354 PS) bei 6100/min 450 Nm bei 4400/min
A 38 AMG 2000–2002 2 × M 166 E 19 2 × 1898 cm³ 186 kW (250 PS) bei 4000/min 360 Nm bei 4000/min
Dieselmotoren
A 160 CDI 1998–2001 168.007 OM 668 DE 17 A red. 668.941 1689 cm³ 44 kW (60 PS) bei 3600/min 160 Nm bei 1500–2400/min 4,5 Liter Diesel
A 160 CDI (Modellpflege) (3) (4) 2001–2004 168.006 OM 668 DE 17 LA red. 668.940 red. 55 kW (75 PS) bei 3600/min 160 Nm bei 1500–2800/min
A 170 CDI 1998–2001 168.008 OM 668 DE 17 LA 668.940 66 kW (90 PS) bei 4200/min 180 Nm bei 1600–3200/min 4,9 Liter Diesel
A 170 CDI (Modellpflege) 2001–2004 168.009 668.942 70 kW (95 PS) bei 4200/min 180 Nm bei 1600–3600/min

Langversion (V 168)

Modell Bauzeit Baumuster (1) Motorbezeichnung* Motorcode Hubraum Leistung Drehmoment
Ottomotoren
A 140 L 2001–2004 168.131 M 166 E 14 166.940 1397 cm³ 60 kW (82 PS) bei 5000/min 130 Nm bei 3750/min 6,8 Liter Benzin
A 140 L (Automatik) M 166 E 16 red. 166.960 red. 1598 cm³ 140 Nm bei 2500/min 6,9 Liter Benzin
A 160 L 168.133 M 166 E 16 166.960 75 kW (102 PS) bei 5250/min 150 Nm bei 4000/min
A 190 L 168.132 M 166 E 19 1898 cm³ 92 kW (125 PS) bei 5500/min 180 Nm bei 4000/min 7,5 Liter Benzin
A 210 Evolution L 2002–2004 168.135 M 166 E 21 166.995 2084 cm³ 103 kW (140 PS) bei 5500/min 205 Nm bei 4000/min 7,9 Liter Benzin
Dieselmotoren
A 170 CDI L 2001–2004 168.109 OM 668 DE 17 LA 668.942 1689 cm³ 70 kW (95 PS) bei 4200/min 180 Nm bei 1600–3600/min 4,9 Liter Diesel
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Weitere Informationen Antrieb, Modell ...

Alternative Antriebe

Antrieb Modell Bauzeit Baumuster (1) Motorname * Leistung
Elektro Zebra 1997 168.085 AEG Batteries Zebra 50 kW
Hybrid HyPer 1999 OM 668 DE 17 LA 92 kW (125 PS)
PEMFC Necar 3 1997 Ballard Mark 700 50 kW (68 PS)
Necar 4 1999 Ballard Mark 700 70 kW (95 PS)
Necar 4 Advanced 2000 Ballard Mark 900 75 kW (102 PS)
Necar 5
Necar 5.2 2001 Ballard Mark 901
F-Cell (5) 2003 168.186 Ballard Mark 902 65 kW (87 PS)
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* Die Motorbezeichnung bzw. der Motorname ist wie folgt verschlüsselt:
M = Motor (Otto), OM = Ölmotor (Diesel), Baureihe = 3-stellig, E = Saugrohreinspritzung, DE = Direkteinspritzung, Hubraum = Deziliter (gerundet), L = Ladeluftkühlung, A = Abgasturbolader, ML = Kompressor, red. = reduzierte Leistung

(1) 
Die angegebene Nummer des Baumusters entspricht den Stellen 4 bis 9 der Fahrzeug-Identifizierungsnummer
(2) 
Der A 140 wurde bei Bestellung des vollautomatischen Getriebes mit dem gedrosselten Motor aus dem A 160 ausgestattet
(3) 
Der A 160 CDI war erst ab 2001 mit vollautomatischem Getriebe erhältlich
(4) 
Der A 160 CDI war nicht mit verlängertem Radstand erhältlich
(5) 
Vom F-Cell wurden als Kleinserie nur 60 Fahrzeuge gefertigt

Karosserie

Der doppelte Boden der A-Klasse, hier genutzt zum Einbau einer Batterie bei einem Elektrofahrzeug

Mit ursprünglich nur 3575 mm Länge war die erste Version der A-Klasse, der W 168, wesentlich kompakter als andere Pkw-Modelle von Mercedes-Benz. Ab 2001 wurde zusätzlich eine Version mit um 170 mm verlängertem Radstand angeboten, welche intern als V 168 bezeichnet wird. Der zusätzliche Raum des V 168 kommt vollständig den Passagieren auf der Rückbank zugute. Die verlängerte Version ist an den längeren Fondtüren zu erkennen. Bei ganz zurückgeschobener Rücksitzbank hat dieses Fahrzeug eine Innenraumlänge von 2005 mm, 27 mm mehr als die S-Klasse.

Innovationen der ersten A-Klasse waren unter anderem die Sandwichbauweise und die Motoranordnung mit schräger Stirnwand zur Fahrgastzelle, durch die ein Teil der Aggregate (Motor, Getriebe und Achsen) besonders platzsparend untergebracht werden konnte. Bei einem Frontalcrash taucht die Antriebseinheit unter den Passagierraum des Fahrzeugs. Auch erhielt die A-Klasse eine Innenraumvariabilität, die in diesem Fahrzeugsegment bis dahin nicht üblich war.

Technik und Sicherheit

Die stabile Bodenanlage aus einem Verbund geradliniger Längs- und Querträger war ein Bestandteil des neuen Sicherheits-Konzepts. Am vorderen Ende der Längsträger befand sich ein Frontmodul aus Aluminium mit zwei seitlichen Crashboxen. Für die vorderen Kotflügel wurde, erstmals in der Großserie bei Mercedes-Benz, Kunststoff verwendet, der nach einer leichten Kollision wieder seine ursprüngliche Form annimmt, ohne dass Reparatur- oder Lackierungsarbeiten erforderlich wurden. Die Heckklappe bestand zur Gewichtseinsparung ebenfalls aus Kunststoff. Die reparaturfreundliche Konstruktion der A-Klasse reduzierte nicht nur die Instandsetzungskosten nach einem Unfall, sondern hatte außerdem eine niedrige Einstufung in der Kaskoversicherung zur Folge.

Zur passiven Sicherheit gehörten außerdem die serienmäßig eingebauten Rückhaltesysteme, die speziell an das Konzept der A-Klasse mit ihren kurzen Deformationswegen angepasst wurden. Sie umfassten Fullsize-Airbags für Fahrer und Beifahrer, Automatikgurte, die an den Vordersitzen und äußeren Fondsitzplätzen mit Gurtstraffern versehen waren, sowie Gurtkraftbegrenzer an den Vordersitzen.

Das neuartige Aktive-Service-System ASSYST, das die Ölqualität im Motor kontinuierlich analysiert, ermöglichte bei allen A-Klasse-Motoren bedarfsgerechte Wartungsintervalle, die sich den Einsatzbedingungen anpassten und dadurch auf bis zu 40.000 Kilometer verlängerten.

Das Fahrwerk der A-Klasse war neu entwickelt: Vorn wurde ein modifiziertes MacPherson-Federbein-System mit Federbeinen, Querlenkern, Schraubenfedern, Zweirohr-Gasdruckstoßdämpfern und Drehstab-Stabilisator verwendet. Die Achskomponenten waren zusammen mit dem Zahnstangen-Lenkgetriebe und der Motor-Getriebe-Einheit auf einem Hilfsrahmen montiert, der an acht Punkten mit der Karosserie verschraubt war. Die Hinterräder waren einzeln an Schwingen (Längslenkerachse) mit Schraubenfedern, Einrohr-Gasdruckstoßdämpfern und Drehstab-Stabilisator aufgehängt. Diese Achskonstruktion ließ sich unterhalb des Ladebodens anordnen, ohne dass das Platzangebot im Innenraum beeinträchtigt wurde. Stoßdämpfer und Federn liegen in einem sonst nicht nutzbaren Raum schräg vor der Radmitte. Der niedrig liegende Momentanpol dieser Achskonstruktion trägt zur erhöhten Wankneigung bei. Durch die neuartige Motoranordnung und Konstruktion des Vorderbaus kann der Motor bei einem Frontalcrash unter die Fahrgastzelle abgleiten und reduziert so Unfallfolgen für die Insassen, das Fahrzeug selbst erleidet bei der Verschiebung einen Totalschaden. Durch die Sandwichbauweise sitzen die Insassen außerdem deutlich höher als bei anderen Fahrzeugen, was auch bei Seitenaufprall-Unfällen von Vorteil ist. Nachteile des hohen Aufbaus sind starke Wankbewegungen und die hohe Seitenwindempfindlichkeit.

Automatisiertes Kupplungssystem

Das Automatisierte Kupplungssystem (AKS) war eine der technischen Innovationen der Baureihe W168 und wurde optional angeboten. Es wurde mit dem Ziel entwickelt, den Fahrkomfort zu steigern, und verbindet die Einfachheit eines klassischen Schaltgetriebes mit den Vorteilen einer automatisierten Kupplungsbetätigung. Dabei entfällt das Kupplungspedal vollständig; das Ein- und Auskuppeln übernimmt eine elektrohydraulische Steuerung. Sensoren erfassen kontinuierlich Fahrzustände wie Motordrehzahl, Last und Schaltbewegungen, um die Kupplung entsprechend zu regeln.

Durch die automatisierte Betätigung kann die Lebensdauer der Kupplung gegenüber einer rein manuellen Bedienung erhöht werden, da Bedienfehler reduziert werden. Als Nachteil wurde insbesondere ein teilweise ruckeliges Anfahrverhalten wahrgenommen. Die Entkopplung der mechanischen Kupplungsbetätigung vom Fahrer war zuvor vor allem aus dem Motorsport, etwa der Formel 1, bekannt. Das AKS kann als Vorläufer späterer automatisierter Schaltgetriebe und moderner Doppelkupplungssysteme betrachtet werden.

Serienmäßige Ausstattungslinien

Weitere Informationen Classic, Elegance ...

Ausstattungslinien (Vor-Mopf)

Classic Elegance Avantgarde
Außenspiegel Schwarz Wagenfarbe Wagenfarbe
Heckleuchten Dreifarbig Bichromatisch Monochromatisch
Kühlergrill Schwarz Wagenfarbe Silbernlackiert
Felgen Stahl, 10-Loch Leichtmetall 5-Loch-Design Leichtmetall 5-Speichen-Design
Reifen 175/65 R 15 175/65 R 15 195/50 R 16
Türgriffe Schwarz Schwarz mit Chromeinlage Schwarz
Ablageboxen Aufpreis, mit Feuerlöscher Aufpreis mit Feuerlöscher Aufpreis Aufpreis, mit Feuerlöscher Aufpreis
Bandfilter - - Blau
Cockpitblenden 4 Farben zur Auswahl, Softlack 4 Farben zur Auswahl, Softlack Effektlack
Elektrische Fensterheber Vorne Vorne und Hinten Vorne
Interieur Kombiinstrument Schwarz, Türinnenverkleidung 4 Farben zur Auswahl; Polster: Gent (mehrere Farben) oder Brügge Lederlenkrad und Lederschaltknebel, Gepäckraumabdeckung, verstellbare Lenksäule, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Pompadourtaschen, Kombiinstrument Schwarz, Türinnenverkleidung 4 Farben zur Auswahl, Polster: Brüssel (mehrere Farben) Lederlenkrad und Lederschaltknebel, Gepäckraumabdeckung, verstellbare Lenksäule, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Kombiinstrument Elfenbeinfarben, Türinnenverkleidung Schiefer, Polster: Rotterdam (Stoff-Halbleder), B-Säule mit besonderem Muster (Avantgarde-Design)
Ab Mitte 1997 zusätzlich: - - Edelstahlauspuffblende, Cockpitblenden beledert
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Nach der Modellpflege (Mopf):

Elegance (zusätzliche Ausstattungsmerkmale gegenüber der Classic-Version)

seit der Modellpflege im März 2001:

  • Wurzelholzapplikationen im Innenraum
  • Türgriffe in Wagenfarbe lackiert
Avantgarde (gehobene Ausstattungsvariante)
  • Leichtmetallräder mit Breitreifen
  • silbern lackierte Kühlermaske
  • in Wagenfarbe gehaltene Außenspiegelgehäuse
  • einfarbige Rückleuchtengläser
  • Kunststoffapplikationen in Karbonoptik im Innenraum
  • Türgriffe in Wagenfarbe lackiert (mit Chromleisten)

Ausstattungsoptionen

Die Fahrzeugausstattung der Ausstattungslinie „Classic“ war zur Markteinführung recht eingeschränkt. Selbst heute selbstverständliche Dinge wie in Wagenfarbe lackierte Außenspiegel mussten mit Aufpreis bezahlt werden und auch die elektrischen Fensterheber im Fond mussten noch bei der Ausstattungslinie „Avantgarde“ mit Aufpreis bezahlt werden. Die bunten Farben bei Cockpit, Sitzbezügen und Türverkleidungen waren in der Ausstattungslinie „Avantgarde“ nicht möglich.

Fahrzeuge ohne oder mit sehr wenigen Sonderausstattungen werden unter Liebhabern als „Buchhalterversion“ bzw. „...mit Buchhalterausstattung“ oder als „Nullausstatter“ bezeichnet. Bis zum Ende der Bauzeit wurde die Serienausstattung immer weiter aufgewertet, so dass die Fahrzeuge aus den letzten Baujahren damals als relativ gut ausgestattet zu bezeichnen waren.

Die regulären Preislisten enthalten nur einen Teil der lieferbaren Extras. Ganz in der Tradition des Herstellers war die Liste der bestellbaren Extras tatsächlich lang, darunter Oberklasse-typische Dinge wie: Kühlfach in Fondlehne (308), Klapptisch mechanisch (408), Niveau-Regulierung (480), Einzelsitzanlage (568), Standartenhalter (947) und Standartenstange links (948) und diverse Sitzausführungen und konnten weiter durch das Sonderwunschprogramm individualisiert werden.

Selbst das nachträgliche Nachrüsten von Sonderausstattungen wurde bei dieser Baureihe zum System erhoben, so besteht die einfachste Lederausstattung nur aus Ledersitzen, die sich mit wenigen Handgriffen tauschen lassen, andererseits gab es aber auch die aufwendige Lederausstattung im designo-Programm.

Bei der Baureihe 168 war neben verschiedenen Schiebe-Hebe-Dächern erstmals ein sogenanntes Lamellenschiebedach (417) erhältlich. Dieses besteht aus fünf Metall-Lamellen, die sich beim Öffnen nach hinten übereinander schieben und in vollständig geöffnetem Zustand eine große Dachöffnung bis über den Fond freigeben. Bei geschlossenem Dach kann die vordere Lamelle zur Entlüftung aufgestellt werden.

Neben dem Handschaltgetriebe und Automatikgetriebe wurde auch ein automatisiertes Schaltgetriebe (421) angeboten. Bei diesen Fahrzeugen mit automatisierter Kupplung entfällt das Kupplungspedal, da die Kupplung automatisch betätigt wird, wenn der Gang gewechselt wird. Es gilt als Vorläufer späterer Doppelkupplungsgetriebe. Die automatisierte Kupplung wird fälschlicherweise manchmal als „Halbautomatik“ bezeichnet.

Die Rücksitzbank war sowohl verschiebbar als auch herausnehmbar, optional auch der Beifahrersitz. Dadurch kann der gesamte Innenraum mit Ausnahme des Fahrersitzplatzes als Stauraum mit ebenem Boden genutzt werden. Lieferbar waren auch Ablageboxen unter den Vordersitzen (939), für den Fahrersitz (932) zusätzlich auch mit Feuerlöscherfach.

Für Sitze waren fünf verschiedene Bezugsstoffe lieferbar:

Stoff serienmäßig
Halbleder gegen Aufpreis
serienmäßig bei Elegance und Avantgarde
Leder - Alcantara-Kombination gegen Aufpreis
serienmäßig bei A210 Evolution
Leder gegen Aufpreis
designo-Leder Exclusiv
Erweiterte und individualisierbare Ausstattungen, gegen Aufpreis

Nach der Modellpflege gab es im Interieur auch folgende Holzausführungen: Wurzelnuss (731), Vogelaugenahorn (732), Kastanie (733), Calyptus Linea (734), Sapeli braun (735) und designo-Holzausführung.

Sondermodelle

1999 kam das Sondermodell „F1 Edition“ auf den Markt. Auf 250 Einheiten limitiert, wurde die Hälfte als Coulthard-, die anderen als Häkkinen-Version ausgeliefert. Basismodell war der A 160 Elegance, der mit einigen Sonderausstattungen aufgerüstet wurde. Neben der zum Formel-1-Rennwagen passenden Lackierung gab es unter anderem den Schaltknauf aus dem SLK mit Kennzeichnung, AMG-Räder und eine Designo-Belederung für den Innenraum.

Während der gesamten Bauzeit wurden wechselweise Sondermodelle wie der Classic Fun, Classic Spirit, Classic Style und Picadilly angeboten, die jeweils eine etwas aufgewertete Serienausstattung integriert hatten.

A 210 EVOLUTION

A 38 AMG

Um die Grenzen des Machbaren zu testen, fertigte AMG den A 38 AMG und den A 32 K. Der A 38 AMG verfügte über zwei Motoren des A 190. Einer blieb am gewohnten Platz, den anderen baute man unter dem Kofferraum ein. So hatte die A-Klasse nun Allradantrieb, trotzdem blieb wegen der Sandwichbauweise der Kofferraum fast vollständig erhalten. Der hintere Motor ist abschaltbar. Zusammen leisten sie 184 kW (250 PS) und liefern 360 Nm Drehmoment. Eine spezielle Kupplungsautomatik sorgt für die Kraftübertragung. Die Schaltung mit H-Kulisse blieb erhalten. Etwa 230 km/h sind auch hier möglich. Der Wagen bekam eine neue Frontschürze, ein geändertes Fahrwerk und die Bremsanlage des E 55 AMG. Vier Stück wurden produziert, wovon zwei die damaligen McLaren-Mercedes-Fahrer Häkkinen und Coulthard und einen Niki Lauda erhielten.[14] Selbst bei einer Serienfertigung hätte der Preis mehr als für ein Porsche 911er Cabrio betragen.[15]

Das Fahrzeug ist nicht zu verwechseln mit dem A 32 K, der von HWA unter Verwendung von AMG Komponenten als Einzelstück gefertigt wurde und 260 kW (354 PS) leistete.

Vom AMG zum EVO

A 210 EVOLUTION

Für die A-Klasse der ersten Generation plante AMG ein besonders sportliches Spitzenmodell, das die Dynamik eines Kompaktsportwagens in dieses Segment bringen sollte. Mit einem aufgeladenen Motor wäre die A-Klasse technisch in der Lage gewesen, sich mit etablierten Modellen zu messen. Gleichzeitig gab es einen Bedarf nach einem komfortablen Spitzenmodell, das auch einem hohen Anspruch an Alltagstauglichkeit und Zuverlässigkeit gerecht werden würde. Daher entschied man sich jedoch für eine ausgewogene Lösung: Anstelle einer Motoraufladung griff AMG auf den leistungsstärksten verfügbaren Benziner, den A 190, zurück und entwickelte daraus ein eigenständiges, betont sportlich-luxuriöses Modell, das eine „Ausnahmestellung“[16] einnehmen sollte. Das Ergebnis war der A 210 EVOLUTION, der anstelle der zunächst angedachten Bezeichnung A 21 AMG eingeführt wurde und nur in einem Metallic-Ton (silber) oder einem Uni-Ton (schwarz) bestellt werden konnte. Nach dem 190 E 2.5-16 EVOLUTION war es das zweite Modell in der Markengeschichte, das die Bezeichnung „EVOLUTION“ trägt. Der Wagen war sowohl als Kurz- wie auch als Langversion erhältlich und sollte Fahrspaß mit dem variablen Raumkonzept der A-Klasse verbinden.

Neben dem im Hubraum vergrößerten M 166-Motor erhielt der A 210 EVOLUTION eine umfangreiche Ausstattung: Ledersitze mit Alcantara-Akzenten, Aluminium-Applikationen im Innenraum, ein AMG-Bodykit mit markanten Front- und Heckschürzen sowie Seitenschwellern, ein griffiges Sportlenkrad, ein dynamisch abgestimmtes Sportfahrwerk, Edelstahlpedale, Breitreifen, Klarglasscheinwerfer, Spiegelblinker und einen modifizierten Kühlergrill. Auffällig waren auch die zwei Abrisskanten an der Heckscheibe sowie die charakteristischen roten Zierstreifen. Als einziges Modell der Baureihe besaß der A 210 zudem eine zweiflutige Edelstahl-Abgasanlage. Der A 210 EVOLUTION erhielt eigene 17"-Leichtmetallräder, konnte jedoch auch mit AMG Styling 1-Felgen bestellt werden.

Analog zu den AMG-Modellen waren die Komponenten des A 210 EVOLUTION auch einzeln erhältlich, teils auch unter der Bezeichnung AMG. Für den A 210 EVOLUTION wiederum stand mit dem Designo-Programm eine Individualisierung zur Verfügung, wodurch sich die Käufer ihr Fahrzeug nach persönlichen Vorlieben gestalten konnten.

Einordnung der Produktionszahlen

Zu den seltensten neuzeitlichen Modellen von Mercedes-Benz zählen insbesondere der Mercedes-Benz CLK GTR mit rund 30 Exemplaren, der Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 Evolution II mit etwa 502 Einheiten sowie der Mercedes-Benz C 63 AMG Black Series mit circa 800 bis 1000 produzierten Fahrzeugen. Unmittelbar dahinter folgt bereits der Mercedes-Benz A 210 Evolution, von dem insgesamt 2629 Exemplare gefertigt wurden[17]. Damit zählt er zu den seltenen Serienmodellen der Marke und stellt zugleich eine Besonderheit dar, da er als einziges Kompaktfahrzeug in diesem Umfeld positioniert ist. Trotz dieser vergleichsweise geringen Stückzahl hat sich bislang noch kein ausgeprägter Liebhaberstatus oder eine entsprechend deutliche Marktwertentwicklung etabliert.

Modifizierte A-Klasse-Fahrzeuge und Technologieträger

Die NECAR (New Electric Car) Modelle von Mercedes-Benz, insbesondere NECAR 3 und NECAR 4, waren Forschungsfahrzeuge und dienten der Erprobung von Brennstoffzellentechnologie mit Wasserstoffantrieb. Der NECAR 3, der 1997 vorgestellt wurde, nutzte Methanol als flüssigen Wasserstoffspeicher, während der NECAR 4 ein reines Null-Emissions-Fahrzeug mit Wasserstoffbetrieb war; es folgte der NECAR 5.

Bei HWA setzte man den aus dem SLK 32 AMG bekannten 260 kW (354 PS) starken V6-Kompressormotor in das A 32 Kompressor A-Klasse genannte Fahrzeug ein. Von außen ist es relativ unscheinbar gehalten. HWA baute nicht nur den Motor, sondern die komplette Antriebstechnik des SLK und dessen Bremsanlage in die A-Klasse, die nun Hinterradantrieb hatte. Auch das Fahrwerk wurde stark modifiziert und die im SLK eingebaute 5-Gang-Automatik wurde extra für die A-Klasse angepasst. Wegen des längeren Motors wurden das Armaturenbrett und die Sitze zurückversetzt. In ca. fünf Sekunden soll dieses Fahrzeug auf 100 km/h beschleunigen und eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h erreichen. Die gebauten Stückzahlen schwanken je nach Quelle zwischen eins und zehn.[18]

Das Karmann Cabrio Concept basierte auf einem Mercedes W 168, blieb aber ein Einzelstück.

Die Baureihe 168 bei Behörden

Die Baureihe 168 wurde vereinzelt auch von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben genutzt. Mercedes-Benz entwickelte zunächst ein Demonstrationsfahrzeug für den Polizeieinsatz, das später von der Polizei Bremen übernommen wurde. Weitere Fahrzeuge kamen bei kommunalen Einrichtungen und Hilfsorganisationen zum Einsatz. So wurde auf Wyk auf Föhr eine A-Klasse für Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung verwendet. Auch im Ausland fand die Baureihe Verwendung als Behördenfahrzeug, unter anderem bei Polizeibehörden in den Niederlanden und in Österreich.

Insbesondere bei Feuerwehren war die A-Klasse aufgrund ihrer kompakten Abmessungen, des variablen Innenraumkonzepts und der vergleichsweise hohen Sitzposition beliebt. Fahrzeuge der Baureihe wurden unter anderem bei den Feuerwehren in Augsburg, Berlin, Buseck, Freiburg im Breisgau und Maintal eingesetzt. Darüber hinaus nutzten auch Werkfeuerwehren von Mercedes-Benz entsprechende Fahrzeuge für innerbetriebliche Aufgaben.

Mercedes-Benz bot die A-Klasse zudem offiziell im sogenannten „Behördengeschäft“ an, wodurch spezielle Ausstattungen und Anpassungen für Polizei, Feuerwehr und andere öffentliche Einrichtungen ab Werk erhältlich waren.

Auslaufen und Nachfolgemodelle

Die Nachfrage nach der Baureihe 168 blieb während der gesamten Produktionszeit vergleichsweise konstant. Selbst im letzten Produktionsjahr 2003 lag sie noch bei rund 70 % des Spitzenwerts von 1999.[19] Für das Nachfolgemodell wurde eine große gestalterische Nähe zur erfolgreichen Baureihe angestrebt.

Im September 2004 wurde die Baureihe 169 als Nachfolger des W 168 vorgestellt. Im März 2005 folgte zudem der W 245 (Verkaufsbezeichnung: B-Klasse), der häufig als Nachfolger der Langversion V 168 betrachtet wird. Der W 245 weicht zwar im Design vom W 169 ab, basiert jedoch auf derselben Plattform und nutzt weitgehend identische Motorisierungen.

Trotz der konzeptionellen Nähe von W 169 und W 245 zur ersten Generation W 168/V 168 erreichten die Nachfolgemodelle nicht denselben prägenden Charakter. Nach ihnen wechselte der Hersteller daher zu einem konventionellen Fahrzeugkonzept.

Zuverlässigkeit

Die ADAC-Pannenstatistik 2007 bescheinigt der A-Klasse gute Werte bei der Pannenhäufigkeit für Fahrzeuge mit Erstzulassung 2002 bis 2004. Als Mängel werden häufig Batterieprobleme in allen Zulassungsjahren, gebrochene Scheibenwischerarme (2002/03), Störungen im Motormanagement (Benziner bis 2003), defekte Anlasser (Benziner bis 2003) sowie defekte Kupplungen genannt.[20]

Der Dekra-Mängelreport 2011 für die Baureihe 168 weist für alle Fahrleistungsbereiche eine überdurchschnittlich hohe Anzahl von Mängeln im Vergleich zum Durchschnitt aller untersuchten Autos in der gleichen Klasse auf (Durchschnittswerte in Klammern). Häufig zu finden bei älteren Baujahren sind brechende Fahrwerksfedern, Rost (insbesondere an Türkanten und unter Gummidichtungen) sowie Motorschäden. Typische Mängel sind auch ausgeschlagene Hinterachslager und poröse Bremsschläuche.[21]

Weitere Informationen Baugruppe, 0–50 Mm (1) ...
Baugruppe0–50 Mm (1)50–100 Mm100–150 Mm
Fahrwerk, Lenkung05,8 % (2,0 %)13,1 % (08,0 %)21,5 % (16,5 %)
Motor, Umwelt02,4 % (2,4 %)05,6 % (08,7 %)11,3 % (18,2 %)
Karosserie, Rahmen, Innenraum01,1 % (0,8 %)02,0 % (01,8 %)03,6 % (03,5 %)
Bremsanlage10,4 % (3,7 %)21,7 % (11,6 %)28,2 % (18,9 %)
Elektrik, Elektronik, Licht11,0 % (5,9 %)21,5 % (16,8 %)38,0 % (32,6 %)
Dekra-Mängelindex
Schließen
(1) 
1 Mm = 1000 km

Literatur

  • Werner Oswald: Mercedes-Benz Personenwagen, Band 3+4, seit 1986, Motorbuchverlag, Stuttgart 1987

Einzelnachweise

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