VW ID.4
Elektroauto
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Der VW ID.4 (Typ E2) ist ein batterieelektrisch angetriebenes Sport Utility Vehicle (SUV) von Volkswagen, das im Frühjahr 2021 erstmals auf den Markt kam.[3] Er ist nach dem ID.3 das zweite Serienfahrzeug von Volkswagen, das auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) basiert. Er hat mit 4,58 m eine ähnliche Länge wie der Tiguan. Der größere ID.6 hat eine dritte Sitzreihe und ist ausschließlich für den chinesischen Markt bestimmt.[4] Eine Version mit einem flacher auslaufenden Dach wird als ID.5 vermarktet.[5] Das Konzeptfahrzeug des ID.4 ist der 2017 vorgestellte VW ID. Crozz.
| Volkswagen | |
|---|---|
VW ID.4 1st | |
| ID.4 (Typ E2) | |
| Produktionszeitraum | seit 2020 |
| Klasse | SUV |
| Karosserieversionen | Kombilimousine |
| Motoren | Elektromotoren: 109–250 kW |
| Länge | 4582–4584 mm |
| Breite | ohne Außenspiegel: 1852 mm |
| Höhe | 1616–1637 mm |
| Radstand | 2765–2771 mm |
| Leergewicht | 1966–2256 kg |




Geschichte
Der ID.4 konnte in Europa ab Januar 2021 bestellt werden.[6] Bereits im Dezember 2020 waren erste Kundenfahrzeuge in den Niederlanden ausgeliefert worden.[7] Der Verkauf startete mit insgesamt 27.000 Exemplaren Editionsmodellen ID.4 1st und ID.4 1st Max mit dem leistungsstärksten Motor, deren Kontingent von 2000 Fahrzeugen in den USA innerhalb von acht Stunden ausverkauft war.[8] Der günstigste Preis zum Vermarktungsbeginn im Januar 2021 (Modell Pro mit abgewählten Sonderausstattungen) betrug rund 40.000 Euro.[9]
In Deutschland begannen die Auslieferungen des ID.4 im März 2021.[3] Im April 2021 wurde das Topmodell GTX vorgestellt, das in der günstigsten Version ab Mai 2021 für rund 50.000 Euro bestellt werden konnte.[10]
Anlässlich des ID. Treffens im schweizerischen Locarno präsentierte VW im September 2022 die Studie ID. Xtreme auf Basis des GTX. Sie hat eine erhöhte Bodenfreiheit für den Offroad-Einsatz und mit 285 kW (387 PS) mehr Leistung.[11]
Mit der kommenden Überarbeitung wechselt die Modellbezeichnung zu VW ID. Tiguan. Das Derivat ID.5 wird eingestellt.[12]
Produktion

Die Produktion wurde 2020 im Volkswagenwerk Zwickau sowie in den chinesischen Werken in Foshan (FAW-Volkswagen) und in Anting (SAIC Volkswagen) aufgenommen. Der in Foshan gebaute ID.4 Crozz ist nahezu identisch mit dem in Europa produzierten Modell, der in Anting gebaute ID.4 X unterscheidet sich optisch von diesen und ist bei gleichem Radstand knapp 3 cm länger.[13] Seit 2022 wird der ID.4 auch im Volkswagenwerk Emden[14] und im Werk Chattanooga (USA) hergestellt.[15]
Sicherheit
Technik
Antrieb
Die heckgetriebenen Varianten haben genau wie der ID.3 an der Hinterachse eine permanenterregte Synchronmaschine mit einer Leistung von 109 kW (148 PS) (Modell Pure) bis zu 210 kW (286 PS) und einem maximalen Drehmoment von 545 Nm eingebaut. Die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs ist elektronisch auf 180 km/h festgelegt.
Bei der Variante GTX mit Allradantrieb kommt ein zweiter, kleinerer Elektromotor mit einer Leistung von 70 kW an der Vorderachse dazu. Die Systemleistung beträgt somit bis zu 220 kW (299 PS). Als Beschleunigung von 0 auf 100 km/h werden für den ID.4 mit Allradantrieb 6,2 Sekunden genannt.[10] Mit einer Überarbeitung im Herbst 2023 stieg die Leistung auf 250 kW (340 PS). Die Beschleunigung auf 100 km/h soll fortan in 5,4 Sekunden erfolgen.[18]
Antriebsbatterie und Reichweite
Die Antriebsbatterie ist ein Lithium-Ionen-Akkumulator mit NMC-Zellchemie.
Der ID.4 ist in zwei unterschiedlichen Batteriegrößen (hinsichtlich des Energieinhalts) bestellbar. Die Reichweite gibt VW für die Variante mit großer Batterie mit bis zu 500 km nach WLTP an.[19] Dieser Akku hat einen Energieinhalt von 77 kWh (netto). Alternativ steht ein 52-kWh-Akku zur Auswahl.[20]
Ladefähigkeit
Der ID.4 unterstützt Wechselstrom-Laden über einen Typ-2-Anschluss mit max. 11 kW.[21] Beim Laden über Gleichstrom (DC) mittels CCS-Anschluss beträgt die maximale Ladeleistung beim 52-kWh-Akku serienmäßig 50 kW bzw. 100 kW optional. Fahrzeuge mit dem 77-kWh-Akku laden mit bis zu 125 kW serienmäßig.[20] Mit dem 2022 erschienenen Software-Update auf Version 3.0 wurde die maximale DC-Ladeleistung von 100/125 auf 110/135 kW angehoben.[22] Seit Herbst 2023 können die Pro- und Allrad-Modelle mit 175 kW laden.[18]
Technische Daten
| Pure | Pure Performance | Pro Performance | Pro | Pro 4Motion | GTX | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bauzeitraum | 02/2021–11/2021 | 01/2021–06/2022 seit 04/2023 |
08/2020–10/2023 | seit 10/2023 | 06/2022–10/2023 | seit 10/2023 | 05/2021–10/2023 | seit 10/2023 |
| Motorkenndaten | ||||||||
| Motorbaureihe | VW APP310 | VW APP550 | VW APP310 | VW APP550 | VW APP310 | Hinten: VW APP550 Vorn: VW AKA150 | ||
| Motortyp | permanentmagneterregte Synchronmaschine | Vorderachse: Asynchronmaschine Hinterachse: permanentmagneterregte Synchronmaschine | ||||||
| Dauerleistung[23] | 70 kW (95 PS) | 89 kW (121 PS) | 77 kW (105 PS) | |||||
| max. Systemleistung (kann 30 s abgerufen werden) |
— | 195 kW (265 PS) | — | 220 kW (299 PS) | 250 kW (340 PS) | |||
| Leistung, Vorderachse, Peak | — | 80 kW (109 PS) | — | 70 kW (95 PS) | 80 kW (109 PS) | |||
| Leistung, Hinterachse, Peak bei min−1 |
109 kW (148 PS) | 125 kW (170 PS) bei 3851–15311/min |
150 kW (204 PS) bei 4621–8000/min |
210 kW (286 PS) | 150 kW (204 PS) | 210 kW (286 PS) | 150 kW (204 PS) | 210 kW (286 PS) |
| max. Systemdrehmoment | — | 460 Nm | 679 Nm | |||||
| Drehmoment, Vorderachse, Peak | — | 162 Nm | 162 Nm | 134 Nm | ||||
| Drehmoment, Hinterachse, Peak bei min−1 |
220 Nm | 310 Nm bei 0–3851/min |
310 Nm bei 0–4621/min |
545 Nm | 310 Nm | 545 Nm | 310 Nm | 545 Nm |
| Kraftübertragung | ||||||||
| Antriebsart, Serie | Heckantrieb | Allradantrieb | ||||||
| Getriebe, Serie | zweistufig übersetztes Eingang-Getriebe | |||||||
| Antriebsbatterie | ||||||||
| Zellchemie | Nickel-Mangan-Cobalt-Akkumulator (NMC) | |||||||
| Energieinhalt, brutto / netto | 55 kWh / 52 kWh | 82 kWh / 77 kWh | ||||||
| Ladeleistung AC | 7,2 kW | 11 kW | ||||||
| Ladeleistung DC | 50 kW (optional: 100 kW) |
125 bzw. 135 kW (1) | 135 kW, ab 2024 175 kW | 175 kW | 125 bzw. 135 kW (1) | 175 kW | ||
| Messwerte | ||||||||
| Leergewicht mit Fahrer | 1966 kg | 2124 kg | 2156 kg | 2221 kg | 2237 kg | 2224 kg | 2256 kg | |
| zulässiges Gesamtgewicht | 2480 kg | 2660 kg | 2690 kg | 2750 kg | 2760 kg | 2750 kg | 2770 kg | |
| zul. Anhängelast gebremst/ungebremst | 1200 kg / 750 kg | 1200 kg / 750 kg | 1400 kg / 750 kg | 1800 kg / 750 kg | ||||
| Beschleunigung, 0–100 km/h | 10,9 s | 9,0 s | 8,5 s | 6,6 s | 6,9 s | 6,6 s | 6,2 s | 5,4 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 160 km/h | 180 km/h | ||||||
| Energieverbrauch auf 100 km nach NEFZ, kombiniert | 15,5 kWh | 15,5–16,3 kWh | 16,2–16,9 kWh | 16,1 kWh | 17,0 kWh | 16,5 kWh | 18,1–19,1 kWh | 17,1 kWh |
| Reichweite nach WLTP | 345 km | 343–346 km | 508–522 km | 533-553 km | 515 km | 530 km | 482 km | 526 km |
| Strömungswiderstandskoeffizient (cw) | 0,28[24] | 0,29 | ||||||
| Wendekreis[23] | 10,3 m | 11,6 m | 11,6 m | |||||
Das Kofferraumvolumen beträgt 543 Liter, bei umgeklappten Rücksitzlehnen stehen 1575 Liter zur Verfügung.[20]
Schwestermodelle
Der Audi Q4 e-tron, Cupra Tavascan und der Škoda Enyaq sind technisch eng verwandt mit dem VW ID.4 mitsamt ihrer jeweiligen Coupé-Versionen wie den baulich fast identischen VW ID.5 als Beispiel.
Nachdem Ford und Volkswagen bereits bei Nutzfahrzeugen kooperierten, präsentierte Ford im März 2023 mit dem 4,45 Meter langen Explorer auch ein SUV auf Basis des Modularen E-Antriebs-Baukasten.[25]
Auszeichnungen
2021: Erster Platz beim World Car Award.[26]
2022: Den Höhenrekord für Elektroautos stellte am 18. Mai 2022 Rainer Zietlow mit einem VW ID.4 auf. Er fuhr in Bolivien am Vulkan Uturuncu bis auf eine Höhe von 5816 Meter und kam damit in das Guinness-Buch der Rekorde.[27]
Weiterentwicklung und Facelifts
2023
- Software 3.0: Ein größeres Software-Update brachte verbesserte Ladeleistungen (bis zu 135 kW) und neue Funktionen wie den „Travel Assist mit Schwarmdaten“.
- Produktionsstart in Emden: Das Werk in Emden begann mit der Produktion des ID.4.
- ID.4 Pro 4Motion: Einführung einer weiteren Allradvariante.
- Plug & Charge und bidirektionales Laden: VW kündigte die Einführung von Plug & Charge (bequemes Laden ohne Ladekarte) und bidirektionalem Laden (Fahrzeug als mobiler Stromspeicher) an, wobei bidirektionales Laden zunächst nur für Modelle mit 77-kWh-Akku verfügbar sein sollte.
2024
- Technisches Upgrade (Oktober 2023): Dieses umfasste ein neues Infotainmentsystem mit einem größeren Touchscreen und einen effizienteren Motor für die heckgetriebenen Varianten mit 77-kWh-Batterie, was zu einer Reichweitensteigerung von bis zu 17 km führte. Die DC-Ladeleistung wurde auf 175 kW erhöht.
2025
- Dezente optische Retuschen: Das Design wurde leicht überarbeitet.
- Verbessertes Infotainmentsystem: Ein größeres 12,9-Zoll-Display mit neuer Menüführung. Der Gangwahlhebel wanderte an die Lenksäule.
- Technische Optimierungen: Leistungssteigerung für verschiedene Modelle (z. B. ID.4 Pro auf 210 kW/286 PS), Drehmomentsteigerung und Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit auf 180 km/h für einige Varianten. Verbesserte WLTP-Reichweiten.
- Neue Ausstattungsmerkmale: Optional verbesserte Komfortausstattung wie ergonomische Sitze mit Massagefunktion, Ambientebeleuchtung mit 30 Farben und ein Harman-Kardon-Soundsystem.
- Neue Farboptionen: Einführung neuer Außenfarben.
Zukünftige Weiterentwicklung
Ein umfangreiches Facelift für den ID.4 und ID.5 ist erst Ende 2026 geplant. Ziel ist, die Modelle optisch an den kommenden ID.2 anzunähern und die Attraktivität bis mindestens 2028 zu erhalten. Dieses Facelift soll sowohl das Exterieur als auch das Interieur stark überarbeiten.[28]
Produktions- und Verkaufszahlen
Produktion
Weltweite Verkaufszahlen
2023 wurde der VW ID.4 weltweit 192.686 mal verkauft.[31]
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Gesamt: 488.409
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| Quelle: 2021[32], 2022[33], 2023[31] | |||||||||||||||||||||||
Zulassungszahlen in Deutschland
Das Kraftfahrt-Bundesamt weist die Zulassungszahlen für ID.4 und ID.5 nicht getrennt aus, weshalb Zulassungszahlen stets für den ID.4 und den ID.5 gemeinsam gelten.
Obgleich der Konfigurator erst im Januar 2021 geöffnet wurde und die Auslieferungen in Deutschland offiziell ab 2021 begannen,[6][34] wurden im Jahr 2020 in der Bundesrepublik insgesamt 2.400 ID.4 und ID.5 neu zugelassen.[35] Im ersten kompletten Verkaufsjahr 2021 waren es 12.734 ID.4 und ID.5,[36] 2022 waren es 24.847 und 2023 36.353 Einheiten. Damit belegten ID.4 und ID.5 unter den zehn beliebtesten Elektroautos in Deutschland nach dem Tesla Model Y Platz zwei.[37] 2024 meldete das KBA für ID.4 und ID.5 21.611 Neuzulassungen. Dies war Platz 3 hinter Tesla Model Y und Škoda Enyaq.
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Gesamt: 124.495
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| Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt[38] | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Weblinks
- ID.4 bei VW (Modelle und Konfigurator)
