Ampferbach
Ortsteil im Markt Burgebrach, Landkreis Bamberg, Bayern, Deutschland
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Ampferbach ist ein Gemeindeteil des Marktes Burgebrach im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern.[2] Die Gemarkung Ampferbach hat eine Fläche von 10,099 km². Sie ist in 950 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10631 m² haben.[3] In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Dietendorf.[4]
Ampferbach Markt Burgebrach | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 51′ N, 10° 44′ O |
| Höhe: | 272 m ü. NHN |
| Einwohner: | 338 (31. Dez. 2024)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 |
| Postleitzahl: | 96138 |
| Vorwahl: | 09546 |
Brauerei Herrmann in Ampferbach | |
Geographie
Das Pfarrdorf Ampferbach liegt am östlichen Rand des Steigerwaldes im Tal der Rauhen Ebrach auf 272 m ü. NHN. Südwestlich des Ortes liegt der Burgstall Windeck auf 343 m ü. NHN. Die Staatsstraße 2262 verbindet Ampferbach mit Dietendorf am gegenüberliegenden Ufer der Rauhen Ebrach sowie dem Hauptort Burgebrach (2,3 km südlich). Zudem führt die Staatsstraße 2779 entlang der Rauhen Ebrach über Niederndorf (2 km nordwestlich) nach Schönbrunn im Steigerwald (3 km nordwestlich).[5]
Geschichte
Ampferbach wurde erstmals im Jahr 1023 als Grenzort des Steigerwaldforstes in einer Wildbannurkunde erwähnt. Der Ort wurde auf der vorgeschichtlich besiedelten Flur als Kettendorf angelegt. Etwas später erscheint es in Besitz von Hermann und Dietrich von Formbach, letzterer Domdiakon zu Bamberg. Diese schenkten es 1059/64 der Bamberger Kirche. Den Zehnten hatten die Zollner vom Brand. Diese verkauften – nach Genehmigung durch den Bamberger Bischof – den Hauptteil an die Nürnberger Patrizier Haller und Holzschuher. Sie schenkten ihre Ansprüche dem Kloster Ebrach.[6]
Ampferbach bildete mit Dietendorf eine Realgemeinde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Ampferbach aus 57 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Burgebrach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Burgebrach. Grundherren waren
- das Amt Burgebrach (34 Anwesen): 14 Höfe, 1 Dreiviertelhof, 2 Halbhöfe, 1 Drittelhof, 11 Sölden, 1 Sölde mit Bäckerrecht, 1 Sölde mit Schmiedefeuerrecht, 1 Söldenhaus, 1 Schenkstatt mit Gast- und Braurecht, 1 Mühle mit 1 Schneid- und 2 Mahlgängen;
- das Domkapitel Bamberg, Oblei Ampferbach (13 Anwesen): 1 Hof, 1 Hof mit Brau- und Schenkrecht, 2 Halbhöfe, 3 Sölden, 2 Sölden mit Schmiedefeuerrecht, 2 Söldengüter, 2 Söldengütlein;
- das Kollegiatstift St. Jakob (Bamberg) (2 Anwesen): 1 Höflein, 1 Hofhäuslein;
- das Kloster Ebrach (2 Anwesen): 1 Sölde, 1 Söldengut;
- die Schönborn’sche Herrschaft Pommersfelden (2 Anwesen): 1 Sölde, 1 Söldengütlein;
- Gemeinde (4 Anwesen): 3 Torhäuslein und 1 Söldenhäuslein.[7]
Ampferbach war lange Sitz eines Forstamtes, das gegen Ende des 18. Jahrhunderts nach Burgebrach verlegt wurde. Acker- und Feldbau galten als vortrefflich.[8]
Im Jahre 1802 kam Ampferbach an das Herzogtum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1811 der Steuerdistrikt Ampferbach gebildet, zu dem Dietendorf und Niederndorf gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt 1818 entstand mit Dietendorf die Ruralgemeinde Ampferbach. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Burgebrach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Burgebrach (1919 in Finanzamt Burgebrach umbenannt, von 1928 bis 1945 Finanzamt Bamberg-Land, ab 1945 Finanzamt Bamberg). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden zwei Anwesen in Ampferbach bis 1831 dem Patrimonialgericht Schönborn-Wiesentheid. Ab 1862 war das Bezirksamt Bamberg II (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt) für Herrnsdorf zuständig. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Burgebrach (1880 Amtsgericht Burgebrach umbenannt, 1932 aufgelöst, seitdem Amtsgericht Bamberg).[9] Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 10,110 km².[10]
Am 1. Mai 1978 wurde Ampferbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Burgebrach eingemeindet.[11][12]
Baudenkmäler
In Ampferbach gibt es zehn Baudenkmäler:[13]
- Ampferbach 2: Ehemalige Mühle mit Remise
- Ampferbach 25: Wohnhaus mit Ausleger
- Ampferbach 35: Katholische Kuratiekirche zur Auffindung des Heiligen Kreuzes
- Brückenstraße: Kruzifix
- Brückenstraße 3: Brauereigasthof mit Stadel
- Eselsweg: Bildhäuschen und Kreuzstein
- Feldaltar
- Kellerhaus-Anlage mit Ausschank, Kegelbahn, Kellerhaus, Felsenkeller und Biergarten
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Ampferbach
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 385 | 464 | 480 | 509 | 516 | 509 | 536 | 512 | 542 | 551 | 553 | 534 | 517 | 520 | 493 | 547 | 526 | 488 | 497 | 565 | 591 | 549 | 532 | 505 |
| Häuser[14] | 77 | 92 | 93 | 92 | 97 | 94 | 94 | 102 | ||||||||||||||||
| Quelle | [9] | [15] | [15] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [15] | [23] | [15] | [24] | [15] | [25] | [15] | [15] | [15] | [26] | [15] | [10] | [27] |
Ort Ampferbach
Religion

Ampferbach ist bis heute römisch-katholisch geprägt.[7][10]
Die katholische Kuratiekirche zur Auffindung des Heiligen Kreuzes besteht bereits seit dem 13. oder 14. Jahrhundert. Die älteste Glocke stammt aus dem Jahr 1557, später kamen drei weitere Glocken hinzu. In den Jahren 1906 und 1907 wurde die Ampferbacher Kirche deutlich erweitert und umgebaut.[30]
Wirtschaft
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Ampferbach. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 84 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Ampferbach. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 2 (Digitalisat).
- Peter Schneider: Der Steigerwald in der Gesamtschau. Stürtz, Würzburg 1958, DNB 454428790, OCLC 1070929849, S. 153.
- Hildegard Weiß: Stadt- und Landkreis Bamberg (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 21). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1974, ISBN 3-7696-9884-3.
Weblinks
- Ampferbach in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 2. Februar 2023.
- Ampferbach in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 22. November 2025.
- Ampferbach im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 22. November 2025.
