Unterneuses (Burgebrach)
Kirchdorf im Markt Burgebrach, Landkreis Bamberg, Bayern, Deutschland
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Unterneuses ist ein Gemeindeteil des Marktes Burgebrach im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern.[2] Die Gemarkung Unterneuses hat eine Fläche von 5,363 km². Sie ist in 848 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6324 m² haben.[3] In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Failshof.[4]
Unterneuses Markt Burgebrach | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 50′ N, 10° 47′ O |
| Höhe: | 262 m ü. NHN |
| Einwohner: | 223 (31. Dez. 2024)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1972 |
| Postleitzahl: | 96138 |
| Vorwahl: | 09546 |
Ehemalige Mühle in Unterneuses | |

Geographie
Das Kirchdorf Unterneuses liegt am östlichen Rand des Steigerwaldes im Tal der Rauhen Ebrach, eines linken Zuflusses der Regnitz, auf 272 m ü. NHN. Der Ort liegt an der Bundesstraße 22, die eine Verbindung nach Oberharnsbach (0,7 km östlich) sowie nach Burgebrach (2,8 km westlich) herstellt. Zudem führen die Staatsstraße 2263 nach Steppach (6 km südlich) und die Kreisstraße BA 29 nach Stappenbach (2,1 km ostsüdöstlich). Unterneuses besaß früher einen Bahnhof an der heute zwischen Frensdorf und Ebrach abgebauten Bahnstrecke Strullendorf–Ebrach.[5]
Geschichte
Die Gegend um das heutige Unterneuses war bereits vor über 2000 Jahren besiedelt, dortige Keramikfunde gehen bis in die Hallstatt- und frühe Latènezeit zurück.[6]
Der Ort wurde im Jahr 1303 als „Altenüwsetz“ erstmals urkundlich genannt. Das Haufenwegedorf ist eine Ausgründung von Burgebrach oder Oberharnsbach.[7]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Unterneuses aus 27 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Burgebrach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Burgebrach. Grundherren waren
- das Amt Burgebrach: 3 Höfe, 1 Sölde, 1 Söldengütlein;
- das würzburgische Amt Eltmann: 2 Höfe, 2 Halbhöfe, 2 Söldengütlein;
- das Kloster Michelsberg: 1 Söldengütlein;
- die Universität Bamberg: 1 Mühle mit 3 Mahlgängen;
- das schönborn’sche Herrschaft Pommersfelden: 1 Hof mit Schild- und Gastgerechtigkeit, 1 Sölde mit Braurecht, 1 Gut mit Gast-, Schenk- und Braurecht, 1 Gut mit Bäckerfeuerrecht;
- die Nürnberger Patrizier Löffelholz von Kolberg: 1 Söldengütlein;
- Freiherren von Schrottenberg zu Reichmannsdorf: 1 Hof, 1 Söldengütlein mit Schmiedefeuerrecht;
- die Bamberger Familie von Stagfisch: 2 Söldengüter.
Der Gemeinde unterstanden 1 Sölde, 1 Sölde mit Schmiedefeuerrecht, 1 Tropfhaus mit 2 Wohnungen. Freieigen waren 1 Schulhaus und 1 Wohnhaus.[8] Der Ertrag an Getreide und Heu galten als sehr gut.[9]
Im Jahre 1802 kam Unterneuses an das Herzogtum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1811 der Steuerdistrikt Unterneuses gebildet. Zu diesem gehörte nur Unterneuses. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt 1818 entstand die Ruralgemeinde Unterneuses mit Failshof. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Burgebrach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Burgebrach (1919 in Finanzamt Burgebrach umbenannt, von 1928 bis 1945 Finanzamt Bamberg-Land, ab 1945 Finanzamt Bamberg). Ab 1862 war das Bezirksamt Bamberg II (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt) für Unterneuses zuständig. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Burgebrach (1880 Amtsgericht Burgebrach umbenannt, 1932 aufgelöst, seitdem Amtsgericht Bamberg).[10] Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 5,387 km².[11]
Am 1. Januar 1972 wurde Unterneuses im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Burgebrach eingemeindet.[12][13]
Baudenkmäler
In Unterneuses gibt es sechs Baudenkmäler:[14]
- Ebrachbrücke
- Kreuzschlepper
- Storchengasse 3: Wohnstallhaus
- Unterneuses 19: katholische Filialkirche Mariä Opferung
- Unterneuses 22: Gasthaus Zur Post mit Brauereianbau, Kleinwohnhaus, Stallstadel und Holzlege
- Zur Mühle 3: Ehemalige Mühle
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Unterneuses
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 181 | 217 | 212 | 209 | 214 | 214 | 210 | 228 | 228 | 220 | 204 | 196 | 193 | 190 | 211 | 224 | 216 | 216 | 205 | 281 | 292 | 292 | 222 | 220 |
| Häuser[15] | 31 | 35 | 34 | 35 | 37 | 37 | 40 | 45 | ||||||||||||||||
| Quelle | [10] | [16] | [16] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [23] | [16] | [24] | [16] | [25] | [16] | [26] | [16] | [16] | [16] | [27] | [16] | [11] | [28] |
Ort Unterneuses
Religion

Unterneuses ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Vitus (Burgebrach) gepfarrt.[8][11]
In Unterneuses wurde erstmals 1779 bis 1780 eine Kapelle errichtet, zuvor wurden Gottesdienste unter freiem Himmel abgehalten. Der Bau im Barockstil wurde 1920 erweitert. Das Patronatsfest findet am 21. November statt, die Kirchweih wird am 3. Sonntag im Oktober gefeiert.[31]
Wirtschaft
Von 1815 bis 1998 braute die Brauerei zur Post in Unterneuses, die Brauerei Fischerbräu bestand von 1772 bis 1981.[32]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Unterneuses. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 5: S–U. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1802, DNB 790364328, OCLC 833753112, Sp. 640–641 (Digitalisat).
- Peter Schneider: Der Steigerwald in der Gesamtschau. Stürtz, Würzburg 1958, DNB 454428790, OCLC 1070929849, S. 168–169.
- Hildegard Weiß: Stadt- und Landkreis Bamberg (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 21). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1974, ISBN 3-7696-9884-3 (Digitalisat).
Weblinks
- Unterneuses in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 4. Februar 2023.
- Unterneuses in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 26. November 2025.
- Unterneuses im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 26. November 2025.
